Test: Onkyo D-302E
15.08.2005 (cr)

Einführung
Gern sagt man japanischen AV- und HiFi-Anbietern nach, dass sie
zwar sehr gute Verstärker, DVD- oder CD-Player bauen können, sich bei der
Konstruktion exzellent klingender Lautsprecher aber sehr schwer tun. Mit diesem
beinahe schon traditionellen Vorurteil möchte Onyko mit dem neuen
Regallautsprecher D-302E nun endgültig aufräumen - und zwar nicht in
irgendeiner unbezahlbaren Highend-Preisliga, sondern in durchaus finanziell
erträglichen Bereichen: Mit 749 € pro Stück, das macht knappe 1.500 €
fürs Paar, ist man dabei. Hiermit ist sie allerdings rund 200 € (bezogen auf
den Paarpreis) teurer als
die kraftvoll aufspielende Polk Audio LSi-9
(Paarpreis 1.299 €), liegt aber knapp unter der KEF XQ Three
(799 €). Nicht verschweigen sollte man, dass man für weniger Geld, nämlich
für rd. 650 € pro Stück (rd. 1.300 €/Paar), mit der Monitor Audio Silver RS-8
bereits eine brillante Box erhält, die vielen teureren Konkurrenten das Leben
sehr schwer macht, und mit der lediglich 445 € kostenden Nubert nuWave
85 meldet sich ebenfalls ein harter Konkurrent zu Wort. Die Aufgabe,
zu überzeugen, wird also alles andere als einfach für Onkyos neuen Versuch,
sich als Anbieter sehr hochwertiger Schallwandler zu etablieren.

Onkyos D-302E trifft auf sehr harte Konkurrenz
Verarbeitung
Die Verarbeitung der D-302E ist exzellent. Das holzfurnierte
MDF-Gehäuse, welches laut Onkyo auch einem sehr vollen Klang zuträglich sein
soll, gefällt durch sehr sorgfältiges Finish auch im Detail. Der
Ringhochtöner und der Bass-Woofer sind sehr präzise eingepasst. Alle
verwendeten Materialien wirken hochwertig und langlebig - die D-302E ist eine
richtige kleine Nobel-Box, die sich mit ihrer schlicht-eleganten, zeitlosen
Ausstrahlung und den gerundeten Ecken auch sehr gut z.B. in einem klassisch
eingerichteten Musikzimmer oder in einer Bibliothek macht. Die Abdeckgitter sind
ebenfalls tadellos verarbeitet, wenngleich wir die D-302E als optisch
attraktiver empfinden, wenn sie ohne Gitter auftritt. Wie so oft, fehlt dem
stoffbezogenen Abdeckgitter etwas der stilistische Pfiff. Die
Lautsprecherkabel-Anschlussterminals sind selbstverständlich vergoldet, fallen
jedoch etwas schlicht aus. Eine Bi-Amping-Möglichkeit gibt es nicht, es ist nur
ein LS-Kabel-Anschluss vorhanden.

Eine sehr hochwertige Kantenverarbeitung prägt die D-302E

Attraktives und edles Erscheinungsbild. Hochtöner und
Tieftöner sind äußerst akkurat eingepasst.

Vergoldete Terminals, aber kein Bi-Amping möglich
Bewertung      
Einsatzmöglichkeiten/grundsätzliche Daten
Dass man mit einer 08/15-Konstruktion, die nur durch ihre hohe
optische Gefälligkeit und eine edle Anfassqualität begeistert, keinen
Blumentopf gewinnen kann, war den Onkyo-Entwicklern offensichtlich klar,
denn sie legten sich bei der Konstruktion der D-302E mit einer Vehemenz
"ins Zeug", dass man einigen Platz braucht, um die ganzen
"Special Features" aufzuzählen und zu erklären:

Fangen wir mit dem Basslautsprecher, dem "Woofer", an.
Dieser glänzt mit einer A-OMF-Membran, wobei "OMF" für "Onkyo
Micro Fiber" steht. A-OMF ist nun eine Weiterentwicklung, wie sich am
Bild oben erkennen lässt. Bei der A-OMF Werkstoffkombination unterdrückt
ein Baumwollgewebe unerwünschte Resonanzen und ist zusätzlich noch 3,5 mal
stabiler als das alte Material. Die Stabilität und Festigkeit von A-OMF ist die
Folge einer geschickten Werkstoffkombination aus einer Schicht PEN (Polyethylen-Naphtalat)
und einem flexiblen Baumwollgewebe. Dadurch wird die Konstruktion einer
gleichzeitig dünnen und steifen Membran möglich - was akustisch einer extrem
schnellen und zugleich präzisen Impulswiedergabe zugute kommt. Der Klang, so
Onkyo, wird natürlicher, frischer und im Mitteltonbereich feiner
durchzeichnet.

Die A-OMF-Membran des Woofers besteht aus drei Werkstoffen.
Diese Mischung soll eine hohe Stabilität, verbunden mit Resonanzarmut,
realisieren

Sehr hochwertiges Alu-Chassis

Schwingspule mit 65 mm Durchmesser im Tieftonchassis

Leistungsstarke Magneten mit hohem Durchmesser
Auch den Chassis widmete man größte Aufmerksamkeit. Das in der
D-302E verbaute Tieftonchassis bringt Schwingspulen mit 65 mm Durchmesser und
ein Magnetsystem mit 140 mm Durchmesser zum Einsatz. Die gesamte Mimik wiegt
1.090 Gramm - üppig bemessen. Die Schwingspule ist das wesentliche
Bauteil, welches den Lautsprecher antreibt - hier muss man für einen möglichst
geringen Verlust sorgen, was Onkyo auch gemacht hat. Der Korb ist aus
Aluminium-Druckguss und 6 mm dick, was der Verhinderung von Vibrationen entgegen
kommt.

V-förmige Sicke für präzisen und klaren Klang
Auch im Detail wurde optimiert. Um dem rauen, unpräzisen Klang,
der durch Auslenkungen einer S-förmigen Sicke entstehen kann, vorzubeugen,
verwendet Onkyo eine komplett andere Bauform. Die V-förmige Sicke im
Tieftonchassis verhindert wirkungsvoll Schwingungen, die sich negativ auf die
Klangqualität auswirken, effektiv.

Im Bild links ist der Onkyo-Ringradiator-Hochtöner
Als Hochtöner setzt Onkyo auf einen Ringradiator-Hochtöner,
der mit seinem hohen Wirkungsgrad für eine besonders effektive
Hochtonwiedergabe sorgen soll.

Aero Acoustic Drive
Auch Detailarbeit wurde an der Bassreflex-Bauweise betrieben.
Onkyo setzt hier auf den "Aero Acoustic Drive", der wirkungsvoll Töne
tiefer und hoher Frequenzen trennt und dadurch einen natürlichen und zugleich
kräftigen Klang realisieren soll. Der akustischen Präzision zuträglich
ist auch eine aufwändig aufgebaute Frequenzweiche.
Die Daten der D-302E können sich sehen lassen: Mit einer
maximalen Belastbarkeit von 200 Watt ist sie auch für leistungsstarke
Verstärker geeignet. In Anbetracht eines Wirkungsgrades von gerade einmal 83,5
dB wird ein sehr kraftvoller Verstärker aber auch benötigt. Mit einem
Frequenzgang von 34 Hz bis 100.000 Hz werden ausgezeichnete Werte erreicht.
Aufgrund der sehr optimistisch erscheinenden unteren Grenzfrequenz waren wir
zunächst sehr skeptisch, unsere Klangtestreihen zeigten aber, dass auch so
tiefe Frequenzen von der aufwändig konstruierten D-302E wiedergegeben werden
können. Mit 100.000 Hz oberer Grenzfrequenz ist die Zweiwege-Bassreflexbox auch
für DVD-Audio und SACD-Software geeignet.
Bewertung      
Klang

Im höchsten Maße pegelfest: Der Basslautsprecher der D-302E
stellt die Konkurrenz vor schwere Aufgaben
Onkyo macht Ernst: Mit der überragenden Pegelfestigkeit
schlägt die kompakte Regalbox sogar anerkannt gute Standlautsprecher! Zunächst
waren wir bei sehr kleiner Lautstärke nicht überdurchschnittlich angetan von
der tieffrequenten Performance. Wir dachten an den hohen konstruktiven Aufwand
und erwarteten ein echtes Feuerwerk, das aber, genau wie bei einem
Turbodiesel-Motor kurz über der Leerlaufdrehzahl, komplett ausblieb. Gut, es
war schon Bass vorhanden, aber lange nicht so raumfüllend und kraftvoll, wie
wir es uns gedacht hätten. Dann aber schlug die D-302E gnandenlos zu.
Angetrieben von der großen Power unserer Restek
Extract Mono-Endblöcke drangen die D-302E in Pegelbereiche vor, die für
eine solche Box eigentlich gesundheitsschädlich sein sollten. Doch die relativ
harte Aufhängung der Box in Verbindung mit dem großen Hub, den der Tieftöner
mitmacht und dem dicken Magneten sowie der aufwändigen Schwingspule sorgen
dafür, dass es die D-302E in Pegelregionen vorstoßen kann, die sonst nur
deutlich größeren Standlautsprechern vorbehalten bleiben. Bei Gigi
d'Agostinos "L' Amour toujours II" ging auf der zweiten CD massiv
"die Post ab": Besonders bei "Summer of Energy" (Track
2) und bei "Marcetta Percorrendo" (Track 3) brachten die
Onkyo-Lautsprecher höchst Erstaunliches zustande. Neben der bei kräftigem
Pegel exzellenten Bassperformance überzeugt auch die herausragende Klarheit.
Hier müssen sich selbst anerkannt gute Konkurrenten geschlagen geben: Die KEF XQ Three
wirkt bei Lautstärken schon hörbar gequält, bei denen die D-302E noch
munter voran marschiert. Die KEF mit ihrem sensiblen Wesen ist eher für
Feingeister gedacht, die begeistert sind von der glasklaren Auflösung und die
Auffassung vertreten, dass heftige Pegeltreibereien nur Spielchen jugendlicher
Hörer sind, die man nicht mehr nötig hat. Die Polk Audio LSi-9
definiert sich als absolute Spaßbox, sie ist sehr pegelfest, keine Frage, die
Onkyo jedoch schafft es, viele Elemente aus dem KEF Universum und der Polk
Galaxie miteinander zu verbinden. Bei entsprechendem Quellmaterial bietet die
D-302E einen sehr nachdrücklichen Bassbereich, vor allem bei großer
Lautstärke kommt der Bass mit deutlich spürbarer Kraft zur
Geltung.
Eines wollen wir jedoch keinesfalls verheimlichen: Ein
kräftiger Verstärker ist zum Antrieb der D-302E absolut Pflicht. Man darf
nicht zurückschrecken und in Anbetracht der Tatsache, dass es sich
"nur" um einen recht kompakten Regallautsprecher handelt, zu einem
normal dimensionierten Verstärker greifen. Die D-302E hat einen Wirkungsgrad
von lediglich 83 dB (1 W @ 1 m), was nach einem leistungsstarken Verstärker
verlangt. Wer entsprechend dimensionierte Leistungsendstufen einsetzt, wird sich
über die klanglichen Fähigkeiten der D-302E freuen.

Klar, spritzig, transparent: Im Hochtonbereich ist die D-302
ebenfalls vollauf gelungen
Die D-302E sorgt noch mit anderen Tugenden für Aufruhr:
Die sehr feine Auflösung zu Beginn von "Gigi's Way" auf L'Amour
toujours II zeigt, dass die Onkyo-Box einer seriösen Hörerschaft mit viel
Hörerfahrung genau das bietet, was diese Klientel möchte: Eine äußerst
ansprechende Auflösung, verbunden mit einem präzisen Bühnenaufbau. Wem nun
das von uns gewählte Beispiel nicht schmeckt - da Gigi D'Agostino schließlich
DJ ist und kein großer Komponist - den verweisen wir gern auf die Ergebnisse
anderer Hörtestreihen. Sei es Ludwig van Beethovens "Pastorale" oder
berühmte Strauss-Walzer wie der "Kaiserwalzer" oder "An der
schönen blauen Donau" und "Wienerblut" - stets verblüffen die
D-302E mit sehr viel Esprit, Schwung und einer für Lautsprecher dieser
Preisliga beinahe schon mustergültig guten Detailarbeit.
Was vielen potentiellen Käufern sehr gut gefallen dürfte: Die
D-302E ist eine sehr ehrliche Box. Zu dickes Auftragen ist nicht ihr Fall. Sie
bietet nicht den sehr voluminösen, massiven Bass einer Polk Audio LSi-9,
die immer nach vorn strebt und mit ihrer schier überbordenden Dynamik
vielleicht manchem Hörer zu auffällig spielt. Die Polk kennt keinen halben
Schub, kein Innehalten, keine stark in die detailreiche Tiefe gehende
Charakteristik. Sie gibt immer Vollgas, was dafür sorgt, dass menschen, die
diese Art zu Hören lieben und der LSi-9 verfallen sind, keinen anderen
Lautsprecher mehr hören möchten. Die D-302E ist da deutlich neutraler,
ihr Kennzeichen ist der sehr leichtfüßige, nie zu dicke oder schwere Sound.
Die D-302E macht es dem Hörer leicht - man kann sie für die
Hintergrundbeschallung ebenso nutzen wie fürs anspruchsvolle, konzentrierte
Hören, bei dem auf viele Details geachtet wird. Die D-302E fordert wenig, aber
gibt viel - das macht sie so interessant. Mit ihrer stets lebendigen Wiedergabe
kann man ihr stundenlang zuhören. Wem diese Beschreibung zu blumig erscheint,
dem liefern wir die nüchterne Beschreibung gern nach: Die schnelle und zugleich
exakte Impulswiedergabe erfreut ebenso wie die präzise Staffelung vom Hochton-
bis zum Tieftonbereich. Die Übergänge zwischen den Frequenzbereichen sind
angenehm sanft, fließend, in sich ist jeder Frequenzbereich sehr präziser
gestaffelt. Die räumliche Abbildung ist hervorragend, die D-302E schafft eine
ausgezeichente Kombination aus Präzision und räumlicher Weite. Nie entsteht
der Eindruck eines zwar präzisen, aber räumlich beengten Wiedergabefeldes,
ebenfalls nie sorgt die D-302E dafür, dass man sich in einem zwar
weitläufigen, aber unpräzisen Soundfeld eingeschlossen fühlt.
Viele dieser Eindrücke konnte wir bei der sehr gut
aufgenommenen Audio-CD des DVD/CD-Sets "Jarré in China" von
Jean-Michel Jarré sammeln - diese CD mit ihren vielschichtigen und
vielfältigen Effekten gibt genau Gelegenheit, sich auch damit auseinander zu
setzen, wie gut die D-302E einzelne Effekte voneinander trennen kann - und auch
hier waren wir sehr überrascht. Es gibt praktisch keine
Differenzierungsprobleme, die beiden Onkyo Schallwandler gehen gleichermaßen
treffsicher wie schnell vor und präsentieren ein sehr sauberes, klares und
dynamisches Klangbild, das sehr nah beim Original bleibt und die
interpretarischen Absichten nur in Maßen, aber sehr gekonnt ins Spiel bringt:
Im Hochtonbereich ertönt alles überdurchschnittlich spritzig, wie man z.B. am
Anfang von "Aerozone" merken kann. Die Klassiker "Oxygene 2"
und "Oxygene 4" werden ebenfalls sehr treffend wiedergegeben. Am
Anfang von Oxygene 2 merkt man, gerade bei höheren Pegeln, dass die D-302E
nicht nur einen kräftigen Bass produzieren, sondern auch einen tadellosen
Tiefgang ermöglichen. Sehr schön werden die einzelnen Instrumente voneinander
getrennt, gleichzeitig aber ein homogenes, schlüssiges Gesamtklangbild
geschaffen. Durch den direkten Zugang zur Musik wirkt das Ganze sehr authentisch
und atmosphärisch dicht. Die krassen Gegensätze zwischen tiefem Bass und den
Streicher-Klängen im Hochtonbereich stellen die D-302E sehr gut dar. Der
Übergang zum eigentlichen "Oxygene" (ab ca. Laufzeit 2.30) mit
den Synthie-Klängen und dem Aufbau eines imposanten elektronischen
Klanggebildes managen die Onkyo-Boxen so souverän, dass man spontan an deutlich
größere Standlautsprecher denkt. Das Unvollkommene, Abschneidende,
Eingrenzende, das leider Kennzeichen vieler kompakten Lautsprecher ist, lässt
dieses Ausnahmetalent nicht einmal ansatzweise durchscheinen. Das zeigt
sich auch zu Beginn von "Oxygene 4", das Klingen der Glocken wird
ebenso eindrucksvoll dargestellt wie das Geräusch eines kräftigen Windes. Sehr
klar, prägnant, aber nicht künstlich in den Vordergrund gestellt startet dann
das eigentliche Lied durch. Es macht unglaublichen Spaß, gerade diese CD mit
einem hochwertigen System (bei uns das Restek Stereo-Set
Editor/Extract/Epos) und der D-302E zu hören. Die im Vergleich
preisgünstige Onkyo Box zeigte keinerlei Berührungsängste mit der edlen
Restek-Lösung, vielmehr herrschte eine eindrucksvolle Harmonie des mit
minimalem, sehr angenehmen warmen Einschlag aufspielenden, gleichzeitig aber
sehr dynamischen Restek-Ensembles und den Onkyo Stereolautsprechern. Eine
klanglich stimmige Kombination, auch wenn dies viele sehr verwundern dürfte,
stehen japanische Lautsprecher doch oft in dem Ruf, gerade europäischen
Anforderungsprofilen nicht gerecht zu werden.
Wie sieht das Standing der D-302E im Vergleich zur gesamten
Konkurrenz aus? Die Onkyo-Box befindet sich in einer Preisregion, in der starke
Alternativen alles andere als Mangelware sind. Fangen wir an:
-
Bereits für 445 € pro Stück gibt es die Nubert nuWave
85. Diese kompakte Standbox spielt sehr dynamisch und angenehm. Diese
schon beinahe kristallklare Reinheit wie die D-302E bietet sie nicht, dafür
aber schon bei recht geringen Lautstärken einen sehr fundierten Bass. Im
Finish kommt die nuWave 85 nicht an die D-302E heran. Wer viel Wert auf
Dynamik und Kraft legt und weniger auf eine gediegene Optik, macht mit der
nuWave 85 garantiert keinen Fehlkauf. Für ihr Geld ist diese Box kaum zu
schlagen.
-
Mit rund 650 € pro Stück ist die Monitor Audio Silver RS-8
sehr günstig. Sie klingt außerordentlich kraftvoll und überzeugt mit
einer sehr guten räumlichen Abbildung. Die Verarbeitung ist brillant. Wer
den Platz zur Aufstellung von Standlautsprechern hat, sollte sich diese
Spitzen-Box im Vergleich zur D-302E auf jeden Fall anhören. Durch ihre
feinsinnig-sensible Wiedergabe dürfte die D-302E für Klassik und
Jazz-Liebhaber, die nur wenig Stellraum zur Verfügung haben, erste Wahl
sein, wer mit der immer noch ausgezeichneten Detaillierung der Silver leben
kann und dafür ihre stets spürbare Antrittskraft haben möchte und die
Stellfläche für eine Standbox hat, greift zur RS-8, die es selbst manchem
doppelt so teuren Konkurrenten sehr schwer macht.
-
Fürs gleiche Geld wie die Silver RS-8 gibt es auch die Polk Audio LSi-9.
Wer bei einem Regallautsprecher maximalen Spaß sucht, liegt hier
goldrichtig. Die LSi-9 strebt stets mit Macht nach vorn, baut eine
beeindruckende Räumlichkeit und einen höchst beachtlichen Bassdruck auf.
Pegelfestigkeit und Verarbeitung liegen auf Top-Niveau. Detaileinarbeitung
und feinsinnige Brillanz im Hochtonbereich jedoch gehören nicht zu den
Paradedisziplinen der LSi-9.
-
Hochpräzise, detailverliebt und akzentuiert im
Hochtonbereich tritt die KEF XQ Three an. Sie
ist zudem optisch sehr attraktiv, aber es fehlen ihr, salopp gesagt, die
Zähne: Sie hat nicht den nötigen Nachdruck, um für Freude einer
kräftigen Wiedergabe höchst interessant zu sein. Die Pegelfestigkeit ist
gut, aber nicht überragend. Hohe Pegel, das merkt man, sind nicht das
bevorzugte Metier der XQ Three.
Was macht nun die D-302E so stark? Es ist eine Kombination
verschiedener Faktoren, die dafür sorgt, dass die D-302E als Volltreffer
bezeichnet werden kann.
-
Ihre Pegelfestigkeit. Die D-302E blüht bei hohen
Lautstärken richtig auf. Obwohl sie nur wenig Platz braucht, also sehr
kompakt ist, macht sie in Bezug auf die erreichbaren Pegel vielen
Standlautsprechern das Leben schwer.
-
Ihre sehr brillante, schwungvolle Wiedergabe. Die D-302E
kommt ungeheuer leichtfüßig daher - aber sie wirkt trotzdem nie
überhastet, sondern arbeitet jedes Detail sorgsam ein.
-
Die sehr stimmige Basswiedergabe. Die D-302E geht einen
Mittelweg, der viele Hörer ansprechen dürfte. Sie macht keinen
discomäßig "dicken" Bass, der das Wohn- oder Musikzimmer schon
bei Zimmerlautstärke in den Grundfesten erbeben lässt, sondern bleibt
immer ehrlich und liefert einen präzisen, knackigen Bass. Aber: Bei
entsprechendem Quellmaterial und bei hohen Pegeln liefert die Onkyo-Box
einen exzellenten Bassdruck - völlig souverän, ohne erkennbare
Anstrengung.
-
Die homogene Gesamt-Klangcharakteristik. Wir kennen kaum
einen Lautsprecher, der so harmonisch klingt. Keine Ecke oder Kante stört
die Wiedergabe, alle Übergänge verlaufen unmerklich, fließend.
-
Die D-302E fordert nicht - gibt aber viel. Wahlweise kann
sie unauffällig im Hintergrund laufen oder aber man hört ihr konzentriert
zu.
Bilanz: So klein und so stark - die D-302E wirkt wie ein
italienischer Expresse. Ihr Verhältnis von Abmessungen und Performance ist nur
schwer zu schlagen. Klarer Fall: Die D-302E wird unsere erste
Regallautsprecher-Referenz.
Bewertung      
Fazit

Onkyos großer Wurf: Die D-302E setzt sich an die Spitze aller
bislang bei uns getesteten Regallautsprecher
Spitzenklasse: Auf so einen Regallautsprecher wie den D-302E
haben wir gewartet. Mit ihrer grundehrlichen, höchst natürlichen Spielweise
passt sie hervorragend selbst zu sehr hochwertigen Stereosystemen, die preislich
eigentlich deutlich über der Regalbox aus dem Hause Onkyo liegen. Zu der
detaillierten, frischen Wiedergabe passt die extrem hohe Pegelfestigkeit
vorzüglich, so kann man auch bei Konzertlautstärke noch problemlos jede
musikalische Feinheit heraushören, gleichzeitig jedoch macht die D-302E hohe
Pegel durch den sehr nachdrücklichen, dabei stets sehr sauberen Bass zu einem
Erlebnis.. Das exzellent verarbeitete Gehäuse
und die zeitlos-schlichte, gleichzeitig zurückhaltend-elegant passt haargenau
zum Marken-Image von Onkyo als Anbieter langlebiger, seriöser, klanglich über
jeden Zweifel erhabenen Komponenten. Einziger kleiner Kritikpunkt sind die
einfach ausgeführten Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse mit fehlender
Bi-Amping-Option.
Eindrucksvoll widerlegt die D-302E das Vorurteil,
japanische Hersteller könnten keine Boxen bauen - die D-302E wird unsere erste
Regallautsprecher-Referenz!

Preisklassenreferenz Regallautsprecher bis 1.000 €
Test 13.08.2005
Preis-/Leistungsverhältnis      
Pro:
-
Extrem detaillierte Wiedergabe
-
Sehr transparenter, angenehm klarer
Hochtonbereich
-
Sehr feinfühlige räumliche Auflösung
-
Exzellente Instrumentaltrennung
-
Ausgezeichnet für Klassik und Jazz geeignet
-
Herausragende Pegelfestigkeit
-
Sehr edle Gehäuseverarbeitung
-
Für die Leistungen absolut fairer Kaufpreis
Contra:
Technische Daten und Features
-
2-Wege Bassreflexlautsprecher
-
Tieftöner: 16 cm Durchmesser, A-OMF Membran
-
Hochtöner: 4 cm Ringradiator-Hochtöner
-
Frequenzgang: 34 bis 100.000 Hz
-
Übernahmefrequenz: 2 kHz
-
Empfindlichkeit/Wirkungsgrad: 83 dB (1 W @ 1 m)
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Maximale Belastbarkeit: 200 W
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Nominalimpedanz: 4 Ohm
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Gehäusevolumen: 15,2 Liter
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Abmessungen (B x H x T in mm): 210 x 347 x 363)
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Gewicht: 10,8 kg
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Stückpreis: 749 €
Test: Carsten Rampacher
15. August 2005
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