Test: Marantz SR-4300

Ausstattung
Die aktuelle AV-Receiver-Produktpalette von Marantz präsentiert sich absolut
"up to date": Schon das Einstiegsmodell SR-4300 für faire 549 EUR
kommt mit Decodiermöglichkeit für DTS ES Discrete/Matrix 6.1, Dolby Digital
5.1 EX, zusätzlicher Endstufe für den Back Surround-Bereich und gleich drei
Surround-Aufpolierern: Dolby Pro Logic II mit allen Einstellmöglichkeiten im
Music Mode, Smart Circle Surround II inklusive TruBass und DTS Neo:6. Doch dies
ist noch nicht alles, der in Gold oder Schwarz lieferbare Marantz brilliert auch
noch mit edler Frontplatte, das typische Design des Hauses mit zwei
großen Drehreglern (einer für die Lautstärke, einer für den
Surround-Betriebsmodus) sorgt für Oberklasse-Flair in der Mittelklasse. Nur das
"Gyro Tuning"-Rad, Kennzeichen vieler Marantz-Boliden, bringt der
"kleine" SR-4300, der mit 6 x 80 Watt (an 8 Ohm) antritt, noch
nicht mit. Die Verarbeitungsgüte ist beispielhaft und in dieser Preisregion
klar die Referenz: So edel und hochwertig bis ins Detail zeigt sich sonst kein
Gerät. Diesen Eindruck ergänzt auch das fein auflösende, groß dimensionierte
Gerätedisplay.
Die Anschlussbestückung ist mit vier Digitaleingängen und zwei
Digitalausgängen sowie einem 6.1-Eingang und einem 6.1-Pre Out auf einem sehr
guten Niveau. Selbstverständlich ist der SR-4300 auch mit S-Video-Anschlüssen
versehen, die fehlenden Komponenteneingänge sind in Anbetracht der sonstigen
Ausstattung zu verschmerzen. Ein zusätzlicher Front AV-Eingang allerdings wäre
vielleicht eine Option, die sich als kleine Verbesserung für die nächste
Gerätegeneration anbieten würde. Dieses minimale Manko kann jedoch an der
Bewertung des überragend verarbeiteten und bestens ausgestatteten SR-4300
nichts ändern.
Bewertung      
Bedienung
Zu
bedienen ist der Marantz einfach. Auch wenn der Fernbedienung eine für den
Einsatz in der Dunkelkeit sinnvolle Beleuchtung zumindest für wichtige
Funktionstasten fehlt, gefallen die ordentliche Reichweite sowie das große,
zentral angeordnete Navigationskreuz. Die Gesamtanzahl der Tasten hält sich
noch in Grenzen, die Größe des IR-Controllers geht in Ordnung. Etwas klein,
aber sonst griffgünstig platziert ist der Lautstärkeregler. Bestens ist es um
den Bedienkomfort der Funktionselemente am AV-Receiver selber bestellt: Das
Anfassgefühl, das Lautstärke- und Surroundmodus-Regler bieten, erreichen sonst
nur deutlich teurere Gerätschaften. Auch sehr gut gelungen: Das informative,
schön auflösende Display mit tadellosem Kontrast. So entsteht gerade bei der
Bedienung am SR-4300 der Eindruck, es mit einem weitaus kostspieligeren Gerät
zu tun zu haben. Typisch für die Produkte des Hauses besitzt selbst der
momentan kleinste AV-Receiver des Line Ups einen sehr guten Testtongenerator.
Dass aber auch Marantz nicht zaubern kann, zeigen nur Kleinigkeiten: So sind die
Verzögerungszeiten (löblicherweise muss man auch hier nur den Abstand
Hörplatz-Box in Metern eingeben) nur für Front links/rechs und Surround
links/rechts zusammen einstellbar, die Einstellung erfolgt in
0,3-Meter-Schritten und könnte durchaus noch exakter sein (0,1-Meter-Schritte).
Doch man muss auch immer den günstigen Preis mit ins Kalkül ziehen, und:
Selbst teurere Geräte, so unserer Erfahrung, bieten oft gar nicht oder kaum
mehr. Was wir für eine komfortable Anpassung des Lautsprecher-Equipments
vermissen, ist eine wählbare Übernahmefrequenz für den aktiven Subwoofer. So
ist man auf die intern eingestellten 100 Hz fixiert, was gerade beim Einsatz
leistungsfähiger Standlautsprecher im Zusammenspiel mit einem aktiven Subwoofer
nicht absolut optimal sein kann. Ansonsten nur positive Erfahrungen: Das gesamte
Setup vom Aufbau her klar strukturiert, auch der Neueinsteiger kommt ohne große
Probleme mit dem SR-4300 zurecht. Lobenswert: Sehr einfach lassen sich die
Schutzabdeckungen aus den Lautsprecher-Schraubverschlüssen entfernen, um den
Einsatz von Bananensteckern zu ermöglichen.
Bewertung      
Ton
Testequipment:
Klang Film
Alle Achtung: Der Marantz reiht sich nahtlos in die Riege der Geräte ein,
die mit entsprechend dimensionierten Frontlautsprechern auch ohne die Hilfe
eines aktiven Subwoofers ein ordentliches Bassfundament bereitstellt. In unserer
Testpraxis funktionierte übrigens die Bassumleitung (Fronts "large",
Suwoofer "No") tadellos, so dass beim Einsatz großer
Frontlautsprecher auch ohne Aktivbass einiges an Basskraft bereit steht. Bei
"Star Wars - Episode 1: The Phantom Menace" in Dolby Digital 5.1 EX
begeistert der SR-4300 bereits in der Anfangsszene mit seinen beachtlichen
Reserven und seinem sehr guten Antritt, hier liegt er in etwa auf dem Level des
Kenwood KRF-X9060D, der vielleicht noch etwas voluminöser klingt, dafür aber
kontert der Marantz mit seiner unheimlich klaren, von natürlicher räumlicher
Weite geprägten Surround-Klangkulisse, die auch Feinheiten im Hochtonbereich
hervorragend darstellt. Hier wiederum ähnelt die Auslegung dem Denon AVR-1803,
der ebenfalls bezüglich der Detaileinarbeitung in seiner Klasse Herausragendes
leistet. Unterschied: Der Denon bietet die Möglichkeit, die 6. Endstufe für
den Back Surround Betrieb zu splitten und so gleich 7 Lautsprecher (2 anstatt 1
Lautsprecher für den Back Surround Betrieb) anzuschließen. Dies kann bei der
Beschallung größerer Hörraume einen Vorteil im Bezug auf die räumliche
Dichte und die Ortbarkeit der Effekte auch für mehrere Zuhörer bringen - in
der Praxis aber sind die Unterschiede selbst in unserem 40 Quadratmeter-Hörraum
nicht von großem Belang. Der SR-4300 kontert außerdem mit seinem minimal
größeren Volumen bei der Darstellung verschiedener Effekte, so dass insgesamt
eine ausgeglichene Situation bei der Güte der Surround-Klangkulisse
herrscht. Zurück zur "Episode 1" - Die Explosion des
Jedi-Raumschiffes in der Raumbasis der Vertreter der Handelsföderation bringt
der Marantz hervorragend zur Geltung, man hat den Eindruck, als würden die
Trümmerteile nach allen Richtungen davonspritzen. Es ist diese sehr gute
Plastizität, die den besonderen Reiz des dazu auch noch recht preisgünstigen
Marantz ausmacht, die Wucht, mit der der SR-4300 Effekt durch den Hörraum
schleudert, aber ist beachtlich: Obwohl der Marantz mit 6 x 80 Watt laut den
technischen Daten leistungsmäßig nicht zur Spitzengruppe seiner Preisregion
gehört, ist der Leistungseindruck in der Praxis keinesfalls schlechter als bei
Geräten, die mehr Watt in den Datenblättern aufweisen. Dies wird auch sehr gut
bei der Landung der Invasionsarmee der Handelsföderation auf Naboo deutlich, in
dieser Sequenz kann man auch hören, dass der Marantz, wenn man großvolumige
Frontboxen einsetzt, einen erstaunlichen Tiefgang realisieren kann. Nur der
bärenstarke Pioneer VSX-D811 ist nach wie vor alleine an der Klassenspitze,
sein Antritt und seine Wucht sind unerreicht, was für die Freunde effekt- und
basslastiger Filmspektakel sicherlich besonders interessant ist. Der Marantz
präsentiert sich hier eher als Universaltalent, denn auch feine Zwischentöne
des Music Scores werden übertragen, ebenso gefällt die Stimmwiedergabe, gerade
die Frauenstimme von Königin Amidala kommt exzellent zur Geltung. Die klare
Stimmwiedergabe, ähnlich gut gelungen wie beim Denon AVR-1803 und auch beim
Harman Kardon AVR-3550, kommt direkt zu Beginn des "Herrn der Ringe" (DD
5.1 EX) optimal zur Geltung. Dass es der Marantz auch richtig krachen lassen
kann, beweist er zur Genüge beim Kampf um das Reich Mittelerde - auch im
Hochtonbereich erklingen die Effekte in überdurchschnittlicher Qualität, so
zuckt man z.B. bei den Schwerthieben unwillkürlich zusammen, so exakt und klar
gibt der SR-4300 die Geräuschkulisse wieder. Mit seiner weitläufigen
Surround-Darstellung kann der SR-4300 auch bei der (deutsche Tonspur) DTS ES
Discrete 6.1-DVD von "Mission To Mars" Akzente setzen: Ob es die
heftigen Stürme auf dem "Roten Planeten" sind oder der facettenreiche
Music Score, die frische, lebendige und farbenfrohe Darstellung sorgt dafür,
dass der Zuhörer vom Geschehen richtig in den Bann gezogen wird. Bei dieser
Test-Disc fällt erneut auf, dass auch bei längerem Einsatz eine tadellose
Performance der Endstufen gewährleistet bleibt. Die Erwärmung des Gerätes war
nach dreistündigem Dauereinsatz zwar spürbar, aber in sehr moderatem Rahmen.
Hier hat sich, auch wenn es Kritiker gibt, die daran zweifeln, eine Menge getan,
es zumindest bei den Geräten ab 500 EUR aufwärts keinesfalls so, dass immer
nur günstig zu integrierende elektronische Zusatzfeatures angeboten werden -
auch die "Elementartugenden", zu denen leistungsfähige Endstufen ohne
Zweifel gehören, werden ausreichend berücksichtigt. Klar sollte in diesem
Zusammenhang natürlich noch immer sein, dass zu den recht günstigen
Kaufpreisen dieser Geräte eine Beschallung eines 50 Quadratmeter-Hörraums nur
mit großvolumigen Frontlautsprechern und ohne aktiven Subwoofer, dazu bei hohem
Pegel, nicht über längere Zeiträume effektiv möglich ist. Wer also einen
großen Hörraum hat und hohe Pegel fährt, der sollte, selbst wenn ein aktiver
Sub vorhanden ist, zu einem höherpreisigen AV-Verstärker oder -Receiver
greifen.
Klang Mehrkanal-Musik
Prima kommt der SR-4300 mit der Scorpions-DVD "Acoustica" (Tonspur
DTS 5.1) zurecht, denn dem Marantz gelingt die Schaffung einer spritzigen
Gesamt-Klangkulisse ausgezeichnet. So wird der Zuhörer richtig von der
Atmosphäre dieses Live-Konzerts mitgerissen. Was die pure Power angeht, bietet
wiederum nur der Pioneer VSX-D811 mehr, dieser aber schafft in Bezug auf die
akustische Brillanz gerade im Hochtonbereich nicht das identische hohe Niveau
wie der SR-4300. Die Stimmwiedergabe ist auch im Mehrkanal-Musikbetrieb
ausgezeichnet, das Gerät schafft es, das Charisma der Stimme des Sängers
umfassend, homogen und mit transparenter Charakteristik darzustellen. Ganz
besondere Talente bringt der AV-Receiver bei der Wiedergabe klassischer Musik
mit, bei Wolfgang Amadeus Mozarts 40. Symphonie (Naxos Musical Journey 5.1 DTS/DD-DVD,
gewählte Tonspur DTS 5.1) war die klangliche Harmonie auch bei forcierten
Pegeln stets gegebenen, mit einer für diese Preisklasse erstaunlichen
Souveränität managt der SR-4300 die verschiedenen Dynamiksprünge, tadellos
sein Umgang auch mit den Streichern. Wer hier noch eine hörbare Steigerung der
Klanggüte, gerade in Bezug auf die Detailtreue und die Klarheit der
Gesamtakustik, erreichen möchte, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen und
sich unseren speziellen Tipp für den anspruchsvollen Mehrkanal-Musikfan, den
Onkoy TX-SR600, einmal genauer anhören. Doch bereits der Marantz verdeutlicht
die Spielfreude der Musiker durch seinen nie oberflächlichen, sondern immer
tiefer gehenden und dadurch sehr plastisch wirkenden Vortrag. Mit tadelloser
Ortungsmöglichkeit für die Effekte und seinem sehr differenzierten Aufbau
meistert der AV-Receiver das Stück "Lamentatio" (DTS ES Discrete 6.1)
auf dem DTS Music Experience Sampler mit Stücken des "Studio Voodoo".
Der spezielle, sehr eigenwillige Charakter dieser Experimentalmusikstücke kommt
so angemessen zur Geltung. Nur bei wenigen, schwierig zu handhabenden
Effektkombinationen merkt man bei hohen Pegeln, dass hier teurere AV-Receiver
oder - Verstärker mit noch mehr Kraft, Volumen und Dynamik agieren.
Klang Dolby Pro Logic II/Circle Surround II
Im CS II Music-Betrieb gefällt die gute Stimm- und Instrumentalwiedergabe
bei Toni Braxtons "Secrets"-CD. Im Circle Surround-Modus sind "Tru
Bass" (für eine besonders tiefe, kräftige Basswiedergabe, Einstellbereich
0 bis 6) und "SRS Dialog" (was die Stärke der Einarbeitung des
Centers regelt, Einstellbereich 0 bis 6) einstellbar. In der Praxis fährt man
bei bassbetonter Musik mit einer Einstellung von "+3" für die
TruBass-Wiedergabe gut, wer den Regler höher dreht, bekommt als Ergebnis
leichte klangliche Disharmonien in Form von Dröhneffekten. Selbst in der
"+3"-Einstellung könnte der Bass allerdings durchaus noch mehr
Volumen vertragen, während die Präzision in Ordnung ist. Spürbar mehr
Basskraft entwickelt der Marantz im Dolby Pro Logic II Music-Modus, der sich mit
seiner insgesamt kräftigeren, runderen Darstellung bei praktisch gleicher
Präzision im Hochtonbereich hörbar besser macht. Die Integration von PLII (mit
allen Einstellmöglichkeiten) ist Marantz ganz hervorragend gelungen, dies zeigt
sich auch anhand der Wiedergabe verschiedener Dance- und Trance-Stücke, die
durch ein exzellentes Bassfundament und durch eine reichhaltige Effektkulisse
überzeugen und so richtiges "Disco-Feeling" verbreiten können. Auch
hier gewinnt der SR-4300 wieder Pluspunkte durch die tadellose Pegelfestigkeit -
dem Einsatz auf der Privat-Party steht somit nichts im Wege. Wer die Gäste
nicht mit Dolby PLII Music beglücken möchte, kann auch in den
Multichannel-Stereo-Modus wechseln. Fazit hier: Die PLII Integration ist
Spitzenklasse, während im CS II-Betrieb durchschnittliche Leistungen erzielt
werden.
Klang Stereo
Marantz-AV-Receiver haben den Ruf, ähnlich wie die Produkte des Konkurrenten
Harman Kardon, eine besonders akkurate Stereowiedergabe zu ermöglichen. Der
SR-4300 macht da bei Peter Tschaikowskys "Hamlet opus 67"
(Fantasie-Ouvertüre nach Shakespeare) keine Ausnahme: Hervorzuheben ist die
sehr hohe klangliche Ausgeglichenheit, die das Hören zum einen auch bei hohen
Lautstärken und zum anderen auch über große Zeiträume möglich macht, denn
nie wird der Sound des Marantz unangenehm aufdringlich. Dies soll nun aber nicht
heißen, dass sich der nur AV-Receiver sehr gut als
"Hintergrund-Schallquelle", die nebenher läuft, eignet - der Klang
ist alles andere als vordergründig und langweilig, sondern geht angenehm in die
Tiefe, gerade bei den imposanten Orchestereinsätzen, und gibt dem Zuhörer
somit das Gefühl, regelrecht in Tschaikowskys Musik eintauchen zu können, die
Klangwelten akustisch in einem großen Umfang zu spüren. Eine eindrucksvolle
Stimme jagt dem anspruchsvollen, geschulten Musikliebhaber immer angenehme
Schauer über den Rücken - vorausgesetzt, ein miserabler Vortrag der Anlage
vermiest nicht dieses erfrischende Gefühl. Wer den Marantz SR-4300 und
sonstiges seinem Niveau entsprechendes Equipment betreibt, wird bei der
Darstellung von Cheryl Studers Stimme bei der Arie "Martern aller
Arten" aus Wolfang Amadeus Mozarts Oper "Die Entführung aus dem
Serail" (auf der Klassik-CD "Königin der Nacht - Cheryl Studer singt
Mozart") von der Klangqualität keinesfalls "gemartert", ganz im
Gegenteil, mit einer erstaunlichen Leichtigkeit trägt der AV-Receiver auch
feine Stimm-Einzelheiten im Hochtonbereich in den Hörraum und sorgt für eine
weite, glasklare Klangbühne. Anders ausgedrückt: Nur der HK AVR-3550 bietet
noch etwas mehr Detailreichtum und Klarheit bei der Stereowiedergabe, sonst hat
der SR-4300 keinen Konkurrenten zu fürchten.
Bewertung Klang Film      
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik      
Bewertung Klang Surround-Aufpolierer      
Bewertung Klang Stereo      
Fazit
Die Heimkino-Welt braucht neue Siegertypen, Marantz baut sie: Im
schnelllebigen AV-Receiver-Geschäft ändern sich die Maßstäbe rasch, es gibt
kaum einen Monat ohne Produktneuheiten. Nicht jedes neue Gerät ist ein
Volltreffer, der SR-4300 aber auf jeden Fall. Für lediglich 549 EUR wird alles
geboten, was auch den anspruchsvollen Heimcineasten glücklich und zufrieden
macht: Eine komplette Decoder-Sektion mit DD 5.1 EX- sowie DTS ES Discrete/Matrix-Decoding,
gleich 3 Surround-Aufpolierer und 6 eingebaute Endstufen, damit entfällt die
Anschaffung einer separaten Endstufe für den Back Surround Bereich. Die
Ausstattung ist auch sonst komplett, es findet sich eine für diese Preisklasse
außerordentlich gute Bestückung, auch ein 6.1 (leider nicht 7.1) Pre-Out ist
mit dabei. Die Bedienung gibt keine Rätsel auf. Der Klang des SR-4300
begeistert ohne Einschränkungen - und viele Leser werden sich nach dieser
ausgezeichneten Beurteilung der Fähigkeiten des Marantz SR-4300 nun fragen,
welcher AV-Receiver in bezahlbaren Regionen nun der beste ist, denn schließlich
sind hier viele Geräte überragend getestet worden. Das ist auch genauso
beabsichtigt und nicht weiter tragisch, denn auch wenn die von uns getesteten
Geräte allesamt ein überdurchschnittliches Performance-Profil mitbringen, so
sind die insgesamt doch beileibe nicht gleich und sprechen völlig
unterschiedliche Käufer mit verschiedenen Prioritäten an. Eins steht aber
fest: Mit seiner weit über dem Klassenstandard liegenden Verarbeitung, den
ausgeglichenen klanglichen Qualitäten (die von einer beachtlichen
Detaileinarbeitung bis zu einem kraftvollen Antritt selbst ohne aktiven
Subwoofer reichen), dem sehr guten Stereoklang, der hervorragenden Ausstattung
mit gleich 3 Surround-Aufpolierern und dem zurzeit praktisch unschlagbaren
Preis-/Leistungsverhältnis ist der Marantz SR-4300 weit mehr als nur ein
Geheimtipp: Insgesamt kann man für 549 EUR kaum noch mehr erwarten - da
überlegt man sich es schon zweimal, ob man, selbst wenn man gehobene Ansprüche
hat, noch mehr Geld ausgeben soll - zumal der AV-Receiver auch noch so aussieht,
als hätte er weitaus mehr finanzielle Reserven verschlungen. So ist der SR-4300
momentan in der Summe seiner Eigenschaften (wir wünschen uns nur ein flexibles
Bassmanagement für die nächste Generation) zu diesem günstigen Preis ein
besonders gutes und in dieser Form (vor allem mit dieser Verarbeitung!)
konkurrenzloses Angebot - es ist aber auch alles eine Frage der
Prioritätensetzung, in der Preisregion bis 800 EUR ist wirklich für jeden
Anspruch ein überragendes Gerät dabei, hier die Kurzform:
- Der Yamaha RX-V630 für 549 EUR ist dann das richtige Gerät, wenn man
Lust und Freude hat, mit den hervorragend gelungenen Film-DSP-Programmen zu
arbeiten, was angesichts der Leistungen ein echtes Vergnügen ist. Klanglich
ist der Yamaha im Heimkinobetrieb sehr voluminös, der Stereoklang ist sehr
brauchbar und überzeugt besonders durch seine Homogenität. Nachteil des
Yamaha: Nur ein Back Surround Center, kein DTS ES Discrete/Matrix
6.1-Decoding. Hervorragend: Der RX-V630 bringt bereits YUV-Anschlüsse mit.
- Der Denon AVR-1803 für 599 EUR begeistert Ausstattungsfanatiker. Denn
sogar eine aufsplittbare Endstufe für den Back Surround Bereich ist mit
dabei, so dass man ein volles 7.1 System aufbauen kann. Zudem begeistert der
Denon mit seiner hervorragenden Stimmwiedergabe und dem klaren Stereoklang,
nicht ganz so homogen wie beim Yamaha, dafür noch feiner auflösend im
Hochtonbereich. Die Fernbedienung des AVR-1803 ist hervorragend, ebenso die
Verarbeitung - nur der Marantz bietet noch mehr fürs Auge. Für EX/ES-Fans,
die für wenig Geld quasi 7.1-Klang haben wollen, aber auch mal gern Musik
in Stereo hören, ist der Denon besonders reizvoll.
- Es gibt Musikfreunde, die erwarten auch von einem Surround-Receiver eine
überdurchschnittliche Stereowiedergabe. Zudem gibt es Mehrkanal-Fans, die
sowieso nur eine 5.1-Anlage aufbauen möchten und auf EX/ES-Klang verzichten
können. Lieber ist es ihnen, wenn die 5 eingebauten Endstufen eine
besonders gute Dauerperformance mitbringen. Wer dieses Anforderungsprofil
mitbringt, wird mit dem HK AVR-3550 bestimmt sehr zufrieden sein, der auf
EX/ES-Decoding und zusätzliche Endstufen für den Back Surround Betrieb
verzichtet. Kostenpunkt 599 EUR.
- Power über alles, Effektspektakel der Extraklasse, eine auftrennbare 6.
Endstufe zum Anschluss von 2 Back Surround-Lautsprechern, zur Beschallung
auch von Hörräumen mit 40 Quadratmeter Größe geeignet: Dies zeichnet
unseren "Mr. Heimkino", den 649 EUR kostenden Pioneer VSX-D811
aus, der damit für die Action- und Effekt-Fraktion eine besonders
interessante Wahl ist. Ein überdurchschnittlicher facettenreicher
Stereoklang liegt dem Pioneer eher weniger, die Ausstattung ist dafür bis
auf die fehlenden Einstellmöglichkeiten im PL II Music Mode komplett.
- THX Select Lizenzierung, eine überragende Ausstattung mit 3
Surround-Aufpolierern und vielfältigen Angleichungsmöglichkeiten besonders
auch für kleinervolumige Lautsprechersysteme, ein sehr dynamischer Klang,
fast genauso wuchtig wie beim Pioneer, dafür detaillierter, und eine sehr
gefällige Optik: Der Kenwood KRF-X9060D ist mit 729 EUR hier zwar nicht das
günstigste Gerät, mit seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten inklusive
Einbindung in eine komplette THX-Anlage aber nach wie vor ein sehr
empfehlenswertes Angebot
- Der Onkyo TX-SR600 ist mit 799 EUR der teuerste AV-Receiver der hier
vorgestellten Kandidaten. Mit seinem exzellenten Mehrkanal-Musikklang ist er
die erste Wahl für den engagierten Musikliebhaber und kann auch mit einer
besonders hochwertigen Verarbeitung sowie einer exzellenten Fernbedienung
punkten. Im Heimkinoeinsatz gefällt, ähnlich wie bei Marantz und Denon,
die sehr harmonische Integration des Back Surround Kanals und die tadellose
Detaillierung.
Mit seinem unschlagbaren
Preis-/Leistungsverhältnis ist der Marantz ein besonders gutes Angebot

Mittelklasse
Test 27.11.2002
Preis-/Leistungsverhältnis:      
Pro:
- Natürlicher und spritziger Mehrkanal-Musikklang
- Filmtonwiedergabe geprägt von hervorragender räumlicher Weite
- Exzellenter, klarer und plastischer Stereoklang
- Geschmeidige Endstufen mit ordentlichen Kraftreserven
- Brillante Verarbeitung weit über Klassenstandard
- Tadellose Ausstattung inklusive 6.1 Pre-Out und 6.1-Eingang
- Leichte Bedienung
- Gute Verarbeitung
- Perfektes Preis-/Leistungsverhältnis
Contra:
Die technischen Daten:
6 x 80 Watt Ausgangsleistung (DIN, 1 kHz, 8 Ohm)
Integrierte Endstufe für Surround-Back-Channel
Integrierter Decoder für: Dolby Digital EX, DTS ES Discrete/matrix 6.1
Dolby ProLogic II mit allen Einstellmöglichkeiten, Smart Circle Surround II mit
TruBass, DTS Neo:6
24-Bit DSP
96 kHz / 24-Bit D/A-Wandler
4 DSP Programme (Hall, Matrix, Stadium, Movie)
RDS-Tuner mit PS / PTY / RT
30 Stationsspeicher
4 x Composite In, 3 x Composite Out (inklusive Monitor Out)
2 x S-Video In, 2 x S-Video Out (inklusive Monitor Out)
7 x Audio Analog In, 4 Analog Audio Out
2 optische, 2 koaxiale Digitaleingänge, 1 optischer 1 koaxialer Digitalausgang
6.1 Preout, 6.1-Eingang
Maße (B x H x T) in mm: 440 x 164 x 365
Gewicht: 12,5 kg
Farbe: Schwarz, Gold
Preis: 549 EUR
Test: Carsten
Rampacher
27. November 2002
Hier gibt es ein großes Sortiment von Marantz
AV-Receivern und DVD-Playern
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