Test: Magnat Vector 5.1 Heimkinolautsprechersystem
Der DVD-Player ist gekauft, ein entsprechender Fernseher oder
Projektor ebenfalls vorhanden, und auch der gewünschte AV-Receiver befindet
sich schon im heimischen Hörraum - das Budget ist schon arg geschrumpft, und
das mit das Wichtigste fehlt noch: Ein ordentliches 5.1-Lautsprechersystem,
welches nicht nur Filmton ansprechend wiedergeben, sondern auch die
mannigfaltigen Arten der Musikwiedergabe von DD- oder DTS 5.1 Mehrkanalton bis
zu Stereoaufnahmen beherrschen soll. Abhilfe für Suchende schaffte Magnat, mit
einem 5.1-System, bestehend aus zwei großen Standlautsprechern (Vector 77) mit
Doppelbass, einem ausreichend dimensionierten Center (Vector 13) und zwei
ausgewachsenen Regallautsprechern (Vector 22) für die Surroundwiedergabe sind
alle erforderlichen Komponenten enthalten. Das Ganze gibt es in schwarzer oder
silberner Ausführung zu einem realisierbaren Marktpreis von rund 590 EUR
(Listenpreis des Herstellers zusammen rund 1480 EUR) für das
gesamte System. Auf einen aktiven Subwoofer kann zunächst verzichtet werden,
denn die potenten Hauptlautsprecher können eine "tragende Rolle" für
die Basswiedergabe, die besonders bei effektgewaltigen Filmen ein wesentlicher
Bestandteil des Heimkinovergnügens ist, für eine Übergangszeit übernehmen,
bis sich auf dem gebeutelten Konto wieder ein Betrag zur Anschaffung eines
aktiven Subwoofers angesammelt hat. Und diese Anschaffung kann zusätzlich
durchaus noch sinnvoll sein, denn über eins sollte sich der Neueinsteiger aber
im Klaren sein: Durch seine eingebaute Endstufe nimmt ein aktiver Subwoofer dem
AV-Receiver "Arbeit" im leistungsintensiven Bassbereich ab. Ein
AV-Receiver ohne angeschlossenen aktiven Subwoofer kann also bei kräftigen
Pegeln und unter Dauerbelastung eher leistungsmäßig einbrechen als ein
AV-Receiver mit aktivem Tiefbasslautsprecher, da die im Receiver installierten
Endstufen auch den gesamten Bassbereich abdecken müssen. Dies sollte zwar
eigentlich kein Problem sein, trotzdem ergeben sich in der Praxis gerade bei
günstigeren AV-Receivern Performance-Differenzen. Nur ausgewachsenen und nicht
gerade billigen AV-Boliden wie unserem Testreceiver Kenwood
KRF-X9995D sind solche Dinge gleich, hier wird immer eine
überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft auch bei Dauerbetrieb oder
heftigsten Pegeln geboten, ganz gleich, ob mit oder ohne aktiven Subwoofer. Wer
nun mittelfristig noch die Anschaffung eines aktiven Subwoofers plant und wer
nach der Methode "wenn, dann richtig" verfährt, dem sei als
Tiefpass-Partner für unser Magnat-Ensemble der überragende Magnat
Omega 380 ans Herz gelegt.
Vector 77
Ein
unverwechselbares Design ist nicht unbedingt die Stärke der wahlweise in
schwarzer oder silberner Ausführung lieferbaren Vector 77, einer
Dreiwege-Bassreflex-Box mit Doppelbass - aber ansonsten kann der
Standlautsprecher in allen Disziplinen mit tadellosen Werten glänzen: So mit
einer Nennbelastbarkeit von 180 Watt und einer Maximalbelastbarkeit von 300
Watt. Der Frequenzbereich reicht von 20 Hz bis 35000 Hz, die empfohlene Impedanz
beträgt 4 bis 8 Ohm. Geeignete Verstärkerleistungen von > 70 bis 400 Watt
eröffnen vielfältige Möglichkeiten beim passenden Verstärker oder Receiver.
Drei 16 cm-Chassis zusammen mit einem Keramikhochtöner sollen eine
hervorragende tonale Performance garantieren. Wer den Lautsprecher einzeln
kaufen möchte: Rund 150 bis 160 EUR (Straßenpreis) sind pro Box zu investieren.
Vector 13 Es gibt zwei
Centerspeaker aus der Vector Serie von Magnat, den Vector Needle Center 10 und
den Vector Center 13. Wir entschieden uns für den "Klassiker" Vector
13, der mit einem höheren Gehäusevolumen und höheren Belastbarkeitswerten aufwarten und der Stimmwiedergabe
somit mehr Fülle verleihen kann. 
Die Belastbarkeitswerte
des Vector 13 liegen mit einer
Nennbelastbarkeit von 100 und einer maximalen Belastbarkeit von 150 Watt auf
einem ordentlichen Niveau, der Frequenzgang reicht von 36 bis 35000 Hz. Die
empfohlene Verstärkerleistung liegt zwischen 30 und 200 Watt, die möglichen
Impedanzvoraussetzungen für eine reibungslosen Betrieb: 4 bis 8 Ohm. Auch bei
diesem Modell greift Magnat auf einen Keramikhochtöner zurück, der eine
besonders präzise Stimmwiedergabe sicherstellen soll. Wer den Center einzeln
erstehen möchte: Die unverbindliche
Preisempfehlung liegt bei 255 €, der erzielbare Straßenpreis befindet sich auf sehr akzeptablen Niveau:
Für etwa 115 € wechselt dieser Centerspeaker den Besitzer. Magnat
Vector 22 Die
Vector 22 ist eine unauffällig gestaltete Regalbox, die mit einer
Nennbelastbarkeit von 80 Watt und einer Maximalbelastbarkeit von 120 Watt
aufwarten. Der Frequenzbereich reicht von 35 Hz bis 35000 Hz, die empfohlene Impedanz
beträgt 4 bis 8 Ohm. Geeignete Verstärkerleistungen von > 30 bis 150 Watt
reichen für die Eignung als Surroundlautsprecher problemlos für viele
Anwendungen aus. Ein 16 cm Tief-/Mitteltöner und ein Keramikhochtöner helfen
dem 2-Wege-Lautsprecher auf die Sprünge. Mit einem Straßenpreis pro Box von 80
bis 90 EUR ist
die Vector 22 ein echtes Schnäppchen.
Wer mehr zu Lautsprechern und den
technischen Basics wissen möchte:
Umfangreiches Lexikon bei hifi-regler
Lautsprecher-Ratgeber
hier bei uns
AV-Lexikon auf burosch.de
Lexikon bei visaton
Schon älter, für die Grundlagen aber noch immer
hervorragend: Friedemann Hausdorf, Handbuch der Lautsprechertechnik, 4. überarbeitete
Auflage, herausgegeben von Visaton Germany, 1993
Testequipment:
Ausführliche Höreindrücke
Bei der dritten DTS Demo DVD bewies das Magnat-Quintett beim klassischen
DTS-Trailer eine gute Performance. Klanglich homogen und lebendig, wird eine
dynamische Surround-Klangkulisse mit ordentlich aufgebauten Effekten geboten.
Die Standlautsprecher mit ordentlichem Volumen erreichen eine gute
Basswiedergabe, gerade bei extrem tieffrequenten Tonanteilen wird aber der
hörbare Nutzen eins potenten aktiven Subwoofers deutlich. Wer nach einer
"Hörprobe" entschieden hat, noch einen aktiven Basslautsprecher hinzu
zu kaufen, kann passend zu den übrigen Boxen aus dem reichhaltigen
Magnat-Sortiment das richtige Modell aussuchen. Nur ein Ratschlag: Nicht zu
klein dimensionieren. Für eine Übergangszeit reicht der von den Vector 77
erzeugte Bass aber problemlos aus, wie sich bei "Independence Day" gut
nachvollziehen lässt: Hier ist der Bassdruck in Verbindung mit einem
entsprechend kräftigen AV-Verstärker oder -Receiver enorm (Beispiel:
Anfangsszene, das Alien-Mutterschiff passiert den Mond), so dass man sich
manchmal dabei ertappt, wie die Augen suchend in die subwooferlose Zimmerecke
wandern. Unterstützend für einen tadellosen Raumeindruck greifen die Vector 22
auf der Surroundseite mit einer gelungenen, homogenen Effektwiedergabe ein. Mit
sehr guter räumlicher Weite erklang der "Titanic"-Trailer auf der
dritten DTS Demo DVD. Besonders die harmonische Einarbeitung des eindrucksvollen
Music Scores sowie die natürliche Stimmwiedergabe wollten den
Vector-Lautsprechern besonders gut gelingen. Ähnliches lässt sich von
"Gladiator" berichten: Nicht nur laute Effektsalven, auch feine
Details arbeiten die Magnat-Lautsprecher gut ins tonale Gesamtgefüge ein. Die
Hochtonwiedergabe ist gut, hier leisten teurere System bezüglich
Differenzierung und Transparenz erwartungsgemäß noch ein wenig mehr, das hier
Gebotene ist aber für die meisten Anwender völlig ausreichend. Das gesamte
Klangbild macht Freude, denn die Soundkulisse ist auch bei höherer Lautstärke
noch angenehm und artet nicht in mittenbetontes Dröhnen aus. Die
Belastbarkeitswerte scheinen also nicht nur in der Theorie, sondern auch in der
Praxis Bestand zu haben, sein natürliches, stimmiges Klangbild behält
jeder der beteiligten Lautsprecher auch bei größeren Lautstärken bei. Hier
liegt ein System mit ausgewachsenen Lautsprechern gegenüber einem Subwoofer/Satelliten-Lautsprechersystem
klar im Vorteil, sind doch bei vielen Sub/Sat-Bausteinen schon früh
Erschöpfungsanzeichen wie ein Durchschlagen des Subwoofers oder in blecherner,
verzerrter Klang der Satellitenlautsprecher zu bemängeln. Wer allerdings den
Platz für ein System wie das hier präsentierte zu Hause nicht hat, der muss zu
einem Sub/Sat-system greifen - doch auch da gibt es gute Offerten, wenn man mit
den nicht wegzudiskutierenden systembedingten Eigenheiten Freundschaft
geschlossen hat oder sie zumindest tolerieren kann.
Bei Beethovens Symphonien Nummer 3 und 5 (DVD Audio, Sechskanal 96
kHz/24-Bit) kann man von einem Lautsprecherset dieser Preisklasse natürlich
keine überragende Dynamik im Hochtonbereich oder eine sensationelle
Detaileinarbeitung erwarten. Umso überraschter waren wir, als wir das Ergebnis
hörten: Die Detailwiedergabe ist gut, der Hochtonbereich klingt angenehm
homogen und bietet eine tadellose Dynamik. Die gesamte Wiedergabe ist frisch und
völlig ohne jede Lethargie, die manch preislich günstiger Lautsprecher gerade
im Musikeinsatz an den Tag legt und die das Hörvergnügen nachhaltig
schmälert. Hier also festigt sich der sehr gute bisherige Eindruck weiter,
damit empfiehlt sich das Vector-System wiederum für denjenigen, der eigentlich
alle Formate in brauchbarer Qualität zum kleinen Preis anhören möchte. Gut
agierten die Magnat-Lautsprecher auch bei Mahlers zweiter Symphonie auf der
dritten DTS Demo DVD, de Detailwiedergabe war für die Preisklasse
überdurchschnittlich gut, die Wiedergabe der Choralstimmen in Ordnung. Hier
würde sich der sehr anspruchsvolle Musikhörer eine noch feinfühligere,
gefühlvollere Wiedergabe wünschen. Dieses Plus an Hörqualität stellt sich
aber auch erst in weitaus höheren Preisklassen nachhaltig ein.
Im Musikbetrieb mit herkömmlichen Audio-CDs (CD: Toni Braxton, Secrets, Modus am Kenwood KRF-X9995D:
Dolby ProLogic II Music/Stereo, verschiedene Techno- und Trance-CDs, Modi PL II
Music/Stereo)/Fünfkanal-Stereo) konnten sich vor allem die Vector 77 mit ihrem
soliden Bassbereich sehr gut in Szene setzen. Gerade bei "Un-Break My Heart"
(Stereomodus) von Toni Braxton entwickeln die Lautsprecher (bei entsprechender
Einstellung am AV-Receiver) eine raumfüllende Basswiedergabe (Hörraum 25
Quadratmeter). Aber auch die klangliche Plastizität war lobenswert, so wurde
Braxtons charakteristische Stimme ansprechend in den Hörraum getragen. Prima
sind die Klangqualitäten auch, wenn am Receiver der PL II Music Modus
eingestellt wird oder via Fünfkanal-Stereo gehört wird: Die gebotene
Räumlichkeit ist ebenso lobenswert wie die gute Transparenz im Hochtonbereich,
der Basseinsatz ist dann systembedingt nicht mehr ganz so prägnant wie im
Stereobetrieb. Für die Privatparty eignen sich die Magnat-Boxen auch, denn
partytaugliche Lautstärken im Fünfkanal-Stereo-Modus gingen ohne nennenswerte
Verzerrungen und ohne Schmälerungen des angenehmen Klangbilds über die
Bühne.
Fazit
Nicht wenige Heimkino-Einsteiger greifen z - auch wenn genug Platz für
größere Boxen vorhanden wäre - u einem günstigen Subwoofer/-Satellitensystem,
um neben AV-Receiver und DVD-Player die dritte notwendige Komponente zum Start
ins Heimkino kostengünstig einzukaufen. Inklusive verschiedener Nachteile wie
einerunterdurchschnittlichen Transparenz, einem inhomogenen Klang und einem
oftmals wenig leistungsfähigen Subwoofer fragen sich dann nachher nicht wenige,
ob dies der richtige Weg war. Dabei geht es auch anders: Zu einem
sehr günstigen Preis kann der Käufer schon Spitzenqualität erwarten, das hier
getestete Magnat-System erfreut mit einer gleichermaßen guten Eignung für die
Musik- und die Filmton-Wiedergabe sowie einer tadellosen Verarbeitung. Im
Musikbetrieb gefällt die Vector 77 mit einem präzisen und voluminösen Bass
sowie einer guten Auflösung im Hochtonbereich. Sollen Filme auf DVD
wiedergegeben werden, so können die beiden Vector 77 für eine gewisse Zeit
auch den aktiven Subwoofer ersetzen, denn was an Bässen wiedergegeben wird, ist
kraftvoll und präzise. Mit der neutralen, natürlichen Wiedergabe und den
tadellosen Belastungswerten hat der Käufer eine große Auswahl, den richtigen
AV-Receiver als passenden "Spielpartner" auszusuchen. Ebenfalls Gutes
gibt es von den Vector 22 zu berichten: Mit dem ordentlichen Volumen deckt die
Box das Frequenzspektrum bis in den Bassbereich nicht nur irgendwie, sondern
richtig gut ab. Dazu passt der bereits getestete Center Vector 13, der auch in
dieser Kombination seine Talente unter Beweis stellen kann und mit einer
frischen Stimmwiedergabe mit einem natürlichen Volumen punkten kann. Auch
Effekte, die vorn aus der Mitte kommen, gibt der ausreichend dimensionierte
Lautsprecher zur vollen Zufriedenheit des Testers wieder. So gibt es bis auf das
sehr konservative, etwas hausbacken wirkende Design, das sich vielleicht nicht
in jedem trendig möblierten Wohnzimmer optisch bestens macht, nichts zu
kritisieren - und selbst die designorientierten Heimkino-Freunde werden es sich
gut überlegen, ob sie lieber richtigen Sound haben wollen oder ein
Alibi-Lautsprechersystem, das zwar exzellent zur modischen Wohnlandschaft passt,
bei forcierten Lautstärkepegeln aber schon die Segel streichen muss.
Magnat macht es möglich: Hervorragender Musik-
und Heimkinoklang zum Sparpreis

Mittelklasse
Pro:
-
Preis-/Leistungsverhältnis kaum zu schlagen
-
Für Musik- und Heimkinoanwendung gleichermaßen geeignet
-
Hauptlautsprecher mit sehr gutem Bass
-
Ordentliche Verarbeitung
Contra:
Diese und noch viel mehr Magnat-Produkte
gibt es hier
11. März 2002
Test: Carsten
Rampacher
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