Test Kenwood KRF-X9995D/KMF-X9000
17.12.2001 (cr)
Im AV-Receiver-Programm von Kenwood ist momentan der 5999 DM teure THX Ultra-AV-Receiver
KRF-X9995D das Spitzenmodell. Mit 5 x 130 Watt Ausgangsleistung im Surroundbetrieb (1 kHz, 0,03
% Klirr, 6 Ohm) tritt das Gerät, das THX Surround EX, DTS ES Matrix/Discrete
6.1 decodiert, an - da fehlt doch was, wird der Experte nun sagen. Richtig, was
fehlt, sind zwei Endstufen für den Back Surround-Bereich, die nötige
Erweiterung findet sich ebenfalls im Kenwood-Sortiment: Die perfekt passende THX Ultra-
zertifizierte Zweikanal-Endstufe KMF-X9000 für knapp über 1200
DM. Wer sich diese Investition sparen möchte, kann selbstverständlich auch
einen alten Stereoverstärker oder eine noch vorhandene Stereoendstufe verwenden.
Ausgestattet ist der Kenwood insgesamt hervorragend (siehe auch unten stehende
Ausstattungstabelle), nur mit der Bestückung mit digitalen Ausgängen hätte man großzügiger sein
können. Das THX EX Post Processing ist noch nicht für DTS ES Discrete 6.1
(für für DTS ES Matrix und Dolby Digital EX) gerüstet und eine DTS 96/24-Decodiermöglichkeit
fehlt - diese beiden Features gab es aber zur Zeit der Markteinführung des KRF-X9995D noch nicht. Anstatt der 96
kHz/24-Bit D/A-Wandler für alle Kanäle hätten sich 192 kHz/24-Bit D/A-Wandler
noch besser gemacht - wie sie zum Beispiel der Denon
AVC-A1SE mitbringt. Doch das sind eher Kleinigkeiten, ansonsten fehlt es an
nichts: 7 optische und 7 koaxiale Digitaleingänge, Dolby PLII in Vollversion,
DTS NEO:6 - alles ist mit dabei.
Die Verarbeitung will da nicht zurückstehen:
Ob es die massive Klappe auf der Frontblende ist, hinter der sich die weniger
oft benötigen Tasten befinden und die sich auf Knopfdruck leise automatisch
öffnet, die wertige Metallfrontplatte, das
hervorragend verarbeitete Anschlussfeld auf der Geräterückseite oder das
aufgeräumte Innenleben - hier gibt es wenig zu kritisieren: Der
Lautstärkeregler könnte noch sauberer geführt sein. Einen exzellenten
Eindruck, mit edler Frontplatte und blau leuchtender Bereitschaftsanzeige, macht auch die
Endstufe. So wird in der
Disziplin Verarbeitung ein hohes Niveau erreicht, welches nur von der absoluten
Verarbeitungsreferenz Marantz SR-14MkII
nochmals übertroffen wird. Ob einem allerdings das stark polarisierende Design
gefällt, ist Geschmackssache - ein ebenfalls überragend verarbeiteter Denon
AVC-A1SE eckt sicherlich weniger an, ist aber auch weniger progressiv gestylt.
Dem Tester gefällt beides - und der Käufer muss entscheiden, was sich im
eigenen Heimkino besser macht. Eindrucksvoll sind zweifellos alle drei hier
genannten Geräte schon optisch, beim Kenwood verstärkt sich dieser Eindruck,
wenn man zusätzlich die KMF-X9000 sein eigen nennt. Passend dazu liefert
Kenwood auch einen hochwertig verarbeiteten, vorprogrammierten und lernfähigen
IR-Controller mit LC-Touchscreen mit. Leider braucht die Fernbedienung zu viele Batterien (gleich 6 Mignon-Batterien
sind erforderlich). Wünschenswert, auch im Sinne der Umweltverträglichkeit,
wäre es gewesen, zumindest einen wiederaufladbaren Akkupack mitzuliefern.
Bewertung     
Bedienung
Die
mitgelieferte Touch Screen-LC-Fernbedienung ist etwas zu groß geraten, vor
allem zu breit.
Ansonsten gefällt die aufwändige Fernbedienungseinheit mit grafisch schön aufgemachten Menüs. Die
Bedienung ist klar und logisch, und so muss man nicht ein Heimkino-Experte sein,
um den Kenwood betriebsfertig zu justieren beziehungsweise im Betrieb
Einstellparamter schnell zu verändern. Die Hintergrundbeleuchtung sowie der
Kontrast des Monitors sind hervorragend, was die Bedienung zusätzlich
erleichtert. Die wenigen Tasten (u.a. Lautstärke, Back Light, Contrast), die
auf dem IR-Controller sind, gefallen mit einem einwandfrei dosierbaren
Druckpunkt. Was nicht überzeugend am Gerät selber gelöst ist: Erkennt der
Kenwood eine DTS ES Discrete DVD, wäre es weitaus besser, wenn der AV-Receiver
das Ergebnis des Auto Flag Detects ins etwas zu schlicht geratene Display
schreiben würde. Doch dies geschieht nicht, lediglich zwei rote Lämpchen
leuchten: Das eine zeigt an, dass DTS ES Discrete 6.1 decodiert wird, das
andere, dass die Back Surround Lautsprecher mitlaufen. Dieses Manko ist schon
vom KRF-X7775 her bekannt, beim doppelt
so teuren Spitzenmodell hätte man sich hier aber eine bessere Lösung
gewünscht, zumal beim Aktivieren THX Surround EX die Lösung besser ist:
Drückt man hier die THX-Taste auf dem Touchscreen der Fernbedienung, erscheint
im Display des AV-Receivers "THX Surround EX ON". Insgesamt jedoch
liefert der KRF-X9995D in der zweiten Disziplin eine extrem gute Leistung
ab.
Bewertung     
Ton
Lautsprecher:
Software:
- Air Force One Special Edition (DD 5.1, Code 2)
- Der Sturm (DD 5.1 EX, Code 2)
- Die Mumie (DD 5.1, Code 2)
- Independence Day (DD 5.1, Code 2)
- Sleepy Hollow (DTS ES Discrete 6.1, Code 2)
- DTS Demo DVDs 3 & 5
- Wolfgang Amadeus Mozart: La Nozze di Figaro (DD 5.1-DVD)
- Pet Shop Boys: Montage - The Nightlife Tour (DD 5.1-DVD)
- Celine Dion: All The Way - A Decade Of Song (Audio-CD)
- Toni Braxton: Secrets (Audio-CD)
- Peter Taschaikowksy: 1812 Ouvertüre (Audio-CD)
- Future Trance Vol. 16 CD 1
Short Overview:
Es gibt perfekte
Kombinationen für Musik- und Filmgenuss wie den 10.000 DM teuren, auch im
Stereobetrieb herausragenden Marantz SR-14MkII oder
den ton- und ausstattungstechnisch brillanten Denon
AVC-A1SE: Beide Geräte haben auch große Kraftreserven - aber bezüglich
Antritt und Dynamik, oder, anders ausgedrückt, bezüglich der möglichen
Stärke schierer Kraftausbrüche, haben alle bislang getesteten Verstärker und
Receiver ihren Meister
gefunden: Das, was der KRF-X9995D und die KMF-X9000 im Testraum veranstalteten,
war schlicht und einfach die Demonstration des kräftemäßig Möglichen im noch
bezahlbaren Consumer-Heimkinobereich. Die Leistungsangaben wirken deutlich
untertrieben: Mit 5 x 130 Watt Ausgangsleistung im Surroundbetrieb (1 kHz, 0,03
% Klirr, 6 Ohm) wird der AV-Receiver angegeben, mit 2 x 145 W (1 kHz,0,7 %
Klirr, 6 Ohm) gesellt sich die Endstufe, die im Testbetrieb mit einer schlicht
begeisternden Pegelfestigkeit aufwarten konnte. (um das Leistungsprofil kennen
zu lernen, schlossen wir sie auch einmal an die Front Pre-Outs des Kenwood an) dazu - Daten, die eigentlich
nicht unbedingt dazu angetan sind, Begeisterungsstürme zu entfachen. Doch, wie so oft, ist alle Theorie grau, und die Praxis
liefert überraschende Ergebnisse, die bei der Kenwood-Kombi im nun
folgenden ausführlichen Testprotokoll niedergeschrieben werden.
Film:
Bei unseren Tests mit "Sleepy
Hollow" (DTS ES Discrete 6.1) und der Mumie, DD 5.1, letztere DVD mit
eingeschalteter Back Surround Matrix) alle Register seines Könnens ziehen, und
das Ergebnis war begeisternd: Transparent und differenziert war die Wiedergabe,
und exzellent
stellte der AV-Receiver den Nutzen des zusätzlichen diskreten Back Surround
Kanals heraus, denn dass hier ein Vollfrequenzkanal handelt,
wird bei der sehr guten Höhenauflösung und bei der herausragenden Wiedergabe
verschiedener Split Surround-Effekte gut deutlich. In Szenen, in denen vor allem
homogene Räumlichkeit gefragt ist (z.B. beim Music Score), begeistert der
Kenwood durch Volumen und eine hohe räumliche Dichte. Zu beachten bei der
Wiedergabe von DTS ES Discrete Tonspuren: Der Kenwood verfügt, wie schon
erwähnt, noch nicht über eine THX-Nachbearbeitung für den zusätzlichen
diskreten Back Surround Kanal. Die THX EX-Version im KRF-X9995D erkennt
lediglich matrixbasierte Tonnormen, also DD 5.1 EX und DTS ES 6.1 Matrix/Compatible,
und bearbeitet diese nach. Doch die Aktivierung ebendieser Matrix lohnt auch bei
DD 5.1-Filmen: Bei der
"Mumie", die lediglich in DD 5.1 vorliegt, begeisterte der Kenwood mit
aktivierter THX Surround EX-Nachbearbeitung und aktivierter Back Surround-Matrix
mit einer sehr lebendigen, differenziert aufgebauten Surround-Klangkulisse ohne
störende Klanglöcher. In DD 5.1 EX liegt "Der Sturm" vor - und einen
Sturm entfachte der Kenwood auch im Hörraum: Der auf hoher See tobende Hurrikan,
so konnte man denken, ist gerade im Begriff, auch das Dach der eigenen Behausung
abzudecken. Besonders auffällig neben dem exzellenten Volumen: Die sehr gute
Transparenz und klangliche Klarheit auch bei extrem hohen Pegeln. Bezüglich des
Volumens kann auch der in dieser Disziplin anerkannt gute Yamaha DSP-AX1
nicht mit, warten wir hier ab, was das nächste Jahr bringt: Dann kommt der neue
Yamaha DSP-AZ1 hierzulande
auf den Markt. Auf jeden Fall konnte der KRF-X9995D auch bei der Special
Edition-DVD von "Air Force One" begeistern: Auch hier übertrug er die
Dynamik der sehr guten DD 5.1-Abmischung ungefiltert zum Zuhörer, schon
in der Anfangsszene fliegen die Schüsse quer durch den Hörraum, stets präzise
zu orten, mit einer hervorragenden Auflösung. Die erste zu hörende Explosion
ließ nur einen Schluss zu: Mittendrin anstatt nur dabei - diesen Slogan einer
Werbekampagne der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten schien sich Kenwood
bei der Entwicklung des KRF-X9995D zum Vorbild genommen zu haben. Erstklassig,
wie plastisch der AV-Receiver das tonale Gesamtgefüge aufbaute, wie er auch in
ruhigeren Szenen durch das sehr gute Handling des Music Scores und kleiner
Umgebungsgeräusche den Spannungsaufbau unterstützte. Bei
"Independence Day" zog der KRF-X9995D ebenfalls alle Register seines
Könnens, schon das animierte Menü kündigte bassgewaltig weitere Feuerwerke
an. Und noch heftiger ging es dann direkt zu Beginn des Alien-Blockbusters
weiter: Das riesige Raumschiff der außerirdischen Eindringlinge, das am Mond
vorbeifliegt, erzeugte selbst bei humaner Einstellung des Subwoofers ein
ungeheures Bassvolumen. Vorteilhaft wirkte sich auch hier das Zuschalten der
THX-Nachbearbeitung inklusive Back Surround Matrix aus. Wer also effektgeladenes
Heimkino, oder anderes gesagt, Hollywood live, schätzt, wird am Kenwood seine
Freude haben - ob dies allerdings das Verhältnis zu den Nachbarn positiv
beeinflusst, darf bezweifelt werden - denn der Unterhaltungswert des Gerätes
ist so groß, dass die Anwohner ohne Probleme akustisch perfekt in die Handlung
von "ID4" eingeweiht werden, sollten sie diese noch nicht kennen. Sind
sie ID4-kundig, dann wissen sie, wann Türen und Fenster zwecks Angriffs-Abwehr
zu schließen sind: Wenn bärenstarker Antritt bei großen Effektsalven gefragt
ist, ist der Kenwood spontan und mit einer großen Durchschlagskraft zur Stelle.
Begeisternd sind dabei zum einen die weitläufige Raumwirkung als auch der
differenzierte Aufbau der Surround-Klangkulisse: So "lebte" der
Hörraum richtig mit, wenn sich beispielsweise am Anfang von Chapter 10 ein
Alien-Schiff klanggewaltig hinter einer Wolke auftauchte. Der finale Angriff der
gepeinigten Erdenbürger auf die Alien-Schiffe ab Chapter 52 ist natürlich
besonders gut geeignet, um die Vorteile eines sehr potenten Heimkino-Receivers
klar herauszustellen, und der KRF-X9995D enttäuschte uns auch nicht. Genauso
wenig wie bei der Sequenz aus "Gladiator" auf der fünften DTS
Demo-DVD (abgemischt in DTS ES Discrete 6.1): Hier sind es vor allem die
brachialen Dynamiksprünge und die durch den Wald schießenden brennenden Pfeile
und Brandkugeln, die die Antrittsstärke und die Kraftreserven des AV-Receivers
oder -Verstärkers herausfordern. Der KRF-X9995D stellte sich diesen
Herausforderungen locker, als wäre nichts leichter, ließ er die Brandkugeln
mit unbändiger Kraft an Bäumen oder im Trupp der Gegner aufschlagen. Den
eindrucksvollen Music Score übertrug der AV-Receiver nicht nur mit sehr guter
Präzision, sondern auch räumlich akkurat. Eine Paradesequenz für den bassgewaltigen
Kenwood ist natürlich der Filmausschnitt aus "U-571" auf der fünften
DTS Dem DVD: Bei den verschiedenen Wasserbombenexplosionen konnte er sein
Potential einmal mehr unter Beweis stellen.
Musik:
Begeisternd war der Umgang des KRF-X9995D mit der DD 5.1-DVD von Figaros
Hochzeit: Mit Esprit und Dynamik ließ der AV-Receiver eine tonal exakt
gezeichnete virtuelle Oper im Hörraum entstehen, mit einem exzellent
wiedergegebenen Orchestereinsatz feierte der Kenwood gleich zu Beginn einen
überragenden Einstand, der deutlich machte, wohin die Reise geht: Auch im
Mehrkanal-Musikbetrieb setzt der KRF-X9995D klar die Akzente auf eine
mitreißende Dynamik, niemals aggressiv klingend und immer kombiniert mit einem
herausragenden Volumen. Dies überträgt sich auch auf die angenehme
Stimmwiedergabe, bei Opern naturgemäß besonders wichtig: Vor allem die
Gesamtharmonie ist brillant, die Herausarbeitung kleinster tonaler Feinheiten
gelang aber dem Konkurrenten von Denon nochmals besser: Der Denon
AVC-A1SE stellt hier immer noch die Meßlatte dieser Preisklasse dar. Der
Kenwood setzt andere Schwerpunkte: Er schaffte es, selbst aus der tonal
farblosen Pet Shop Boys DVD "Montage - The Nightlife Tour" noch ein
Optimum an Bassperformance und Räumlichkeit herauszuholen. Tadellos war auch das Volumen im normalen Stereobetrieb (Test-CD:
Toni Braxton/Secrets, Tracks: Un-Break My Heart, Talking In His Sleep, How Could
An Angel Break My Heart, Find Me A Man, Let It Flow): Der gesamte Bassbereich
zeigte sich rund und voluminös abgestimmt, die Stimme präsentierte sich sehr
gut eingearbeitet und
die Präzision war ebenfalls überdurchschnittlich. Wer die KMF-X9000
mitgeordert hat und sich nicht zu schade ist, häufiger Anschlussarbeiten hinten
am Receiver durchzuführen, kann die Endstufe gerade für die
Stereomusikwiedergabe an die Pre-Outs für die Frontlautsprecher anschließen
und die Frontlautsprecher dann an die Endstufe - der Aufwand lohnt sich für den
Musikliebhaber, denn das Ergebnis ist ein hörbar verbesserter Stereoklang, die
Präzision steigt ebenso wie der Eindruck natürlicher Räumlichkeit und die
akustische Plastizität. Wer natürlich noch mehr Geld investieren möchte, kann
sich auch eine zweite KMF-X9000 ordern und diese permanent an den Frontkanälen
betreiben. Kein Zweifel: In dieser Kombination wird auch ein exzellenter
Stereoklang geboten, der sich nur der nochmals leicht besseren Stereowiedergabe
des Marantz SR-14MkII beugen muss - aber:
Der Marantz modelliert zwar nochmals detaillierter, aber die Kenwood-Kombination
klingt ebenso angenehm, sauber und homogen.
Im Dolby PLII-Music-Betrieb war beim Anhören der Toni Braxton-CD ein
leichter Verlust an Höhentransparenz, der sich vor allem in einer minimal
verwaschenen Stimmwiedergabe und einen etwas weniger präzisen und prägnanten
Bass ausdrückt, festzustellen. Dafür ist der Zugewinn an natürlicher
Räumlichkeit immens, so dass auch der KRF-X9995D deutlich macht, dass Dolby
PLII ein ausgesprochen gelungenes System ist. Diese Feststellungen
bestätigte der Hörcheck der Celine Dion-CD "All The Way - A Decade Of
Songs": Hier war der Präzisionsverlust im PLII Music-Modus sogar noch
minimal geringer, und die "Panorama"-Schaltung, nicht immer von
großem Nutzen, schafft hier tatsächlich einen nochmals weiträumigeren
Klangeindruck. Nicht so recht begeistern will das Ergebnis mit DTS NEO:6 Music.
Zu belegt klingt die Stimme, der Verlust an Basspotential ist deutlich hörbar.
Ganz anders bei PLII, wo der Bassbereich mit einem erstaunlichen Volumen
gefällt, gepaart mit einer erfreulich guten Präzision und einem natürlichen
Hallverhalten, das auf übertriebene Effekthascherei gottseidank verzichtet.
bestens zurecht kam der starke Kenwood auch mit Peter Tschaikowksys "1812
Ouvertüre" im Stereo-Betrieb: Hier sind es vor allem die Dynamiksprünge,
die begeistern können. Was die Darstellung sehr feiner Zwischentöne betrifft,
muss er sich den beiden "Feingeistern" Marantz SR-14MkII und
Denon
AVC-A1SE geschlagen geben - wobei
dieser Nachteil bei der Verwendung der KMF-X9000 für die Frontkanäle weiter
minimiert wird. Im PLII-Music-Modus war das akustische Bild der Ouvertüre sehr
gut gelungen, wenngleich der Klassik-Experte einen leichten Prägnanzverlust und
ein etwas belegtes Klangbild im Hochtonbereich bei den Streichern ausmachen
wird. Als Party-Machine macht der KRF-X9995D eine ausgezeichnete Figur: Bei den
Trance-Tracks von der "Future Trance Vol. 16"-CD begeisterte der
AV-Receiver im PL II Music Mode mit krachenden Bässen, exzellenten
Leistungsreserven und einem brachialen Antritt. Trotzdem steht für uns nach dem
Test fest: Auch im PLII Music Modus ist der Kenwood KRF-X9995D eins der am
besten klingenden Geräte überhaupt - sind wir gespannt, was unser
AVC-A1SE nach dem PLII Update in dieser Disziplin leistet, ein umfangreicher
Check des Updates kommt selbstverständlich Anfang des kommenden Jahres auf
unsere Website. Mit beteiligt am erfreulichen Abschneiden des KRF-X9995D ist
sicherlich auch die Kenwood-eigene D.R.I.V.E.-Technologie (Dynamic Resolution
Intensive Vector Enhancement). Sie soll die Detailwiedergabe von CDs
verbessern: Während die meisten 1 Bit-Wandlersysteme zwar lautere
Audiosignale überaus originalgetreu reproduzieren, erzeugen sie bei der
Wiedergabe von sehr leisen oder sich kaum verändernden Signalen noch immer
Quantisierungsverzerrungen, die sich in einer unzureichenden Detailwiedergabe
niederschlafen. Die Kenwood-Geräte mit D.R.I.V.E. besitzen kein konventionelles
Digitalfilter, sondern eines mit fünf verschiedenen Filterabstimmungen. Der
D.R.I.V.E.-Chip analysiert das CD-Signal fortwährend und entscheidet, in
welcher Filtereinstellung die Daten das Digitalfilter passieren sollen. Bevor
das Ausgangssignal des Digitalfilters dann zum 20 Bit-D/A-Wandler gelangt,
kompensiert eine variable Verzögerungsschaltung die Zeitunterschiede der
Filter. Das Ergebnis ist ein überaus glatter Signalverlauf, der über das
gesamte Frequenzspektrum und den kompletten Dynamikumfang einer 20 Bit-Auflösung
entspricht. Die D.R.I.V.E. II-Technologie arbeitet mit nur zwei Tiefpassfiltern,
die für ein absolut sauberes und detailreiches Klangbild sorgen und
letztendlich eine Auflösung von 24 Bit errechnen. Auch wenn die Konkurrenz
ähnliche System verwendet und diese auch ausgezeichnet funktionieren: Auch dem
Kenwood-System kann man nach den Testläufen nur Anerkennung zollen.
Fazit Tonwertung:
Ein aufs heftigste antretender Bassbereich, dazu noch sauber abgestimmt, eine
ausgezeichnete Raumwirkung und eine brillante Dynamik im Surround- und
Back-Surround-Bereich lassen spüren, was ursprünglich mit dem Begriff
"Heimkino" assoziiert werden sollte: Kinosound in Kinolautstärke für zuhause,
und zwar in Räumen, die auch locker über 50 Quadratmeter groß sein können.
Nicht, dass nun entsetzte Leser uns mit Mails überschütten: Die musikalisch detailreicheren, im Hochtonbereich jede noch so kleine Nuance darstellenden Geräte sind der
Denon
AVC-A1SE und bei der Stereowiedergabe der Marantz SR-14MkII,
letzterer ist auch nochmals deutlich teurer. Dem hinzuzufügen ist aber, dass
die musikalische Präzision des Kenwood sich steigern lässt - mit der KMF-X9000
an den Front Pre-Outs kommt der AV-Receiver der Konkurrenz in dieser Disziplin
bedrohlich nahe. Natürlich gibt es auch Vor-/Endstufenkombis, die den Kenwood auch im Punkte Antritt
und Kraftreserven überflügeln - nicht aber im selben preislichen Rahmen, und
selbst bei deutlich teureren Gerätschaften muss man suchen, um ein hörbar
besseres Ergebnis zu bekommen - das Teurere muss nicht unbedingt das fürs
Heimkino besser Geeignete sein. Bilanz
also: Wem es um
effektgeladenes Heimkino und um eine kraftvolle und dynamische Mehrkanal-Musik-
und Stereowiedergabe geht, das Ganze in noch finanzierbaren Dimensionen, der kommt am Kenwood-Duo kaum vorbei, denn
in den eben genannten Punkten steckt es sämtliche Kontrahenten in die Tasche.
Insgesamt ergibt sich eine Patt-Situation:
Möchte ich ein sehr fein darstellendes Gerät, das große Kraftreserven für
eine tadellose Filmtonwiedergabe mitbringt, aber auch bei sehr ruhiger Musik mit
ungeheurer Liebe zum kleinen Zwischenton arbeitet (Denon
AVC-A1SE), ein teures, aber unvergleichbar edles Universaltalent (Marantz SR-14MkII)
mit grandiosem Stereoklang oder lieber einen AV-Receiver, der die heimische
Wohnung problemlos in ein effektgewaltiges Kino oder in eine klangstarke Disco verwandeln
kann und mit ungeheurem Antritt zu begeistern weiß (Kenwood KRF-X9995D). Leistung ist weder beim Denon noch beim Kenwood oder
Marantz
ein Thema - alle haben mehr als Genug in Petto. Hier ist also vor dem Kauf
umfangreiches Probe hören angesagt, denn gerade bei diesen drei Kandidaten ist
die Entscheidung zu einem nicht unbeträchtlichen Teil vom persönlichen
Hörempfinden abhängig. Mit zur Hörprobe heranziehen kann man auch den immer
noch sehr empfehlenswerten Yamaha DSP-AX1,
der zurzeit sehr günstig zu haben ist, für rund 3000 DM ist man dabei,
vereinzelt sogar noch günstiger (ehemaliger Neupreis 5500 DM) - denn nächstes
Jahr kommt der Nachfolger, wie bereits erwähnt. Der Yamaha gehört noch lange
nicht zum alten Eisen, auch wenn die Ausstattung nicht mehr ganz "State Of
The Art" ist. "State Of The Art" ist dafür die Ausstattung
des Denon AVC-A11SR, dieser decodiert auch
DTS 96/24 und hat eine THX-Nachbearbeitung für DTS ES Discrete und Dolby PLII
mit an Bord. Der Markt bietet also Vielfalt, und so wird jeder seinen
persönlichen Favoriten finden.
Bewertung Klang insgesamt      
Bewertung Klang Preis/Leistung      
Bewertung Klang Musik      
Bewertung Klang Film      
Fazit
Kraft ohne Ende, extrem dynamisch, auch für die Beschallung
ausgewachsener Heimkinos bestens geeignet - so könnte eine kurze Beschreibung
des Profils des KRF-X9995D und der passenden Endstufe KMF-X9000 lauten. Obwohl
die Leistungsdaten auf dem Papier gar nicht so eindrucksvoll aussehen, krönt
die Kenwood-Kombination ihre insgesamt eindrucksvollen Testleistungen mit einer
Antrittsstärke, die immer wieder verblüffend ist: Hier wird jeder Film zu
Erlebnis, mit ungefilterter Wucht schleudert der Kenwood Effektsalven in den
Hörraum, mit überragendem Volumen und ebensolcher Präzision steuert die
Basswiedergabe ihren Teil zum Heimkinovergnügen der Extraklasse bei. Hier
stimmt einfach alles, und viele andere, teils auch deutlich teurere Geräte
müssen sich an Anbetracht der Heimkinoqualitäten des Kenwood-Duos warm
anziehen. Im Musikbetrieb brilliert der KRF-X9995D mit einer kräftigen und
dynamischen Wiedergabe - eben wie man es auch vom Filmton her kennt. Ein
perfektes Management auch heftigster Dynamiksprünge gehört ebenso mit dazu wie
eine hohe klangliche Dichte und eine herausragende Räumlichkeit - nur in bei
der Qualität bezüglich der Herausarbeitung kleiner musikalischer Details
lässt der Kenwood die Konkurrenz zum Zuge kommen: Hier ist er zwar auch sehr
gut, aber da sind andere noch ein wenig besser. Nichts auszusetzen gibt es an
der runden, harmonischen Stereo-Wiedergabe, die, setzt man die KMF-X9000 an den
Front Pre-Outs ein, dann sogar exzellent wird. Tadellos und hochwertig präsentiert
sich die Verarbeitung, gelungen ist das Bedienkonzept inklusive dem aufwändigen
IR-Controller. So ist es nicht leicht, der Kenwood-Kombi ernsthafte Schwächen
anzukreiden, denn in Anbetracht der Top-Leistungen geht auch der Kaufpreis voll
in Ordnung - Spitzenqualität hat eben auch ihren Preis.
Das Kenwood-Duo begeistert mit weit
überdurchschnittlicher Performance bezüglich Kraft und Dynamik

Highend-Klasse
Pro:
-
Referenzwerte bezüglich des Heimkino-Leistungsprofils
-
Überragender Mehrkanal-Musikklang
-
In Kombination mit der KMF-X9000 (an Front Pre-Outs)
exzellenter Stereoklang
-
Übersichtliche Bedienung
-
Hervorragende Verarbeitung
-
Sehr gutes Ausstattungsniveau
Contra:
Die technischen Grunddaten (Receiver):
- 5 x 130 Watt Ausgangsleistung im Surroundbetrieb
- 2 x 140 Watt Ausgangsleistung im Stereobetrieb (DIN, 6 Ohm)
- THX Ultra-Zertifikat
- THX Surround-EX (zwei zusätzliche hintere Center-Kanäle über optionale
Endstufe)
- 6.1-kanalige DTS-ES-Wiedergabe: DTS-ES Discret 6.1, DTS-ES Matrix 6.1, DTS
Neo:6 (hinterer Center über optionale Endstufe)
- integrierter Dolby Digital (AC-3)-Decoder
- integrierter DTS-Decoder
- integrierter MPEG2-Decoder für DVD- und digitales Fernsehen (Digital
Video Broadcasting, DVB)
- integrierter Dolby Pro Logic II-Decoder
- 32 Bit-SHARC-DSP
- 32 Bit-D.R.I.V.E. III für eine verbesserte Signalauflösung
- Laufzeitentzerrung für 7 Kanäle (Time-Alignment)
- integrierter HDCD-Decoder zur Wiedergabe hoch auflösender Audio-CDs
- 24 Bit / 96 kHz-D/A-Wandler
- DVD Audio-tauglicher 6-Kanal-Eingang mit besonders weitreichendem
Frequenzgang (100 kHz) für den Anschluss externer Decoder oder von
DVD-Playern mit integrierten Decodern
- 5kanalige Endstufe mit Linear TRAIT-Leistungstransistoren
- massiver Trafo für extrem hohe Leistungsreserven
- UKW/MW-Quartz Synthesizer-Tuner mit 40 Senderspeichern
- Radio Daten System RDS mit Programmartenerkennung (PTY) und Radiotext
- 9 DSP-Programme für Stereoquellen
- Vorverstärkerausgänge für alle Kanäle inkl. Subwoofer
- Multiroom / Multisource-Betrieb zur gleichzeitigen Wiedergabe von zwei
unterschiedlichen Quellen in zwei Räumen über die Surroundendstufen der
Lautsprechergruppe B sowie Pre Out inkl. Videosignal
- 7 optische und 7 koaxiale Digitaleingänge
- 1 optischer und 1 koaxialer Digitalausgang
- Lautsprecherschraubklemmen für alle Kanäle
- analoge Eingänge für Tape/MD, Tape 2 Monitor, CD, CD-R, Phono MM, Video
1 (in & out), Video 2 (in & out), Video 3 und Video 4 bzw.
6-Kanal-Eingang
- zwei Video-Komponenteneingänge
- Monitorausgang
- Front A/V-Eingang
- alle Videoeingänge auch für S-Video
- alle Cinch-Anschlüsse vergoldet
- Source Direct-Schalter
- Dimmer-Funktion
- elektronische Klangregler
- separate Standby- und Main Power-Schalter
- separater Stand By-Trafo
- bidirektionale und vorprogrammierte Universal-Systemfernbedienung mit
Touchscreen-LC-Display
- Lautsprecherumschaltung A bzw. B und A+B
- zwei geschaltete Netzanschlussbuchsen
- Systemprotokoll SL16
- SL16 Text-Vorbereitung
- Abmessungen (BxHxT): 440 x 191 x 416 mm
- Gewicht: 20,2 kg
unverbindlich empfohlener Verkaufspreis:
Die technischen Grunddaten (Endstufe):
- THX Ultra-zertifizierte Stereo-Endstufe
- Stereo-Ausgangsleistung: 2 x 145 Watt (1 kHz,0,7 %Klirr, 6 Ohm)
- Ausgangsleistung im Brückenbetrieb: 1 x 285 Watt
- umschaltbar zwischen Stereo- oder Mono-Betrieb
- spezielle Netzteilkondensatoren mit Tonorex -Technologie reduzieren
Verzerrungen, verbessern Effizienz und Klangqualität
- Impedanzwahlschalter
- vergoldete Cinchbuchsen
- Lautsprecherschraubklemmen
- Metallfrontblende
- Abmessungen (B x H x T): 440 x 128 x 385 mm
unverbindlich empfohlener Verkaufspreis:
Hier finden Sie eine gute Übersicht der aktuellsten AV-Receiver
und DVD-Player von Kenwood
Test: Carsten
Rampacher
17. Dezember 2001
HOME
> HARDWARE-TESTS > ZURÜCK
<
|