Test: AV-Receiver Kenwood KRF-V7070D
22.09.2003 (cr)

Wir danken unserem Kooperationspartner HiFi-REGLER
für das Bereitstellen der Hörräume
Ausstattung
Für 459 EUR hat man bei Kenwood die Qual der Wahl, denn für den bis auf den
letzten Euro gleichen Betrag kann man zwischen dem KRF-V6070D und dem hier von
uns getesteten KRF-V7070D wählen. In Bezug auf die serienmäßige Ausstattung
mit Endstufen hat der 6070er die Nase vorn, denn er bringt sechs Endstufen, die
sechste davon für den Back Surround-Kanal im Dolby Digital 5.1 EX-Betrieb, mit,
der 7070er hingegen nur fünf. Eine zusätzliche Endstufe für den Back Surround
Kanal - auch der KRF-V7070D ist in der Lage, Dolby Digital 5.1 EX zu decodieren
- muss mittels des dafür vorgesehenen Pre-Outs auf der Geräterückseite
angeschlossen werden. Die Leistung der Endstufen fällt bei beiden
Geräten mit 100 Watt (nach RMS) pro Kanal identisch aus. Was die technische
Performance der Endstufeneinheit angeht, verbucht unser Testkandidat Pluspunkte,
denn das Endstufenlayout fällt hier aufwändiger aus. Zudem bringt der
KRF-V7070D die besonders leistungsfähige Linear Trait-Transistortechnik mit.
Doch auch sonst gibt es bei der Ausstattung Unterschiede: So verfügt der
KRF-V7070D über eine Surround-Speaker-Remix-Funktion und Speaker EQ, ein
hilfreiches Feature zur Abstimmung des AV-Receiver auf das verwendete
Lautsprecherequipment (nähere Erläuterungen folgen im weiteren Verlauf dieses
Testberichts). Auch, wer einen größeren Gerätepark an anzuschließenden
Zuspielern sein Eigen nennt, wird sich eher mit dem 7070er anfreunden können,
denn er offeriert ein größeres Angebot an Verbindungsmöglichkeiten. So bringt
der KRF-V7070D zusätzlich einen voll beschalteten Front-AV-Eingang mit, ebenso
einen dritten Video-Eingang. Zu guter Letzt auch noch die optische Anmutung
unterschiedlich, denn während der KRF-V6070D eine Frontplatte aus Kunststoff
besitzt, verfügt der 7070er über eine edel anmutende
Aluminium-Frontplatte. Vom Vorgänger KRF-V7060D
unterscheidet sich das neue Modell durch den deutlich niedrigeren Kaufpreis und
durch Feintuning im Innenleben, um den Klang im Detail zu optimieren.
Revolutionäre Neuerungen finden sich also nicht, die in Anbetracht der
stimmigen Grundkonzeption auch nicht vonnöten waren.
Zurück zum Vergleich von KRF-V7070D und KRF-V6070D. Die Anzahl der decodierten Formate
stimmt vollkommen überein,
beide haben Decoder für Dolby Digital 5.1, DTS 5.1 und Dolby Digital 5.1 EX mit
an Bord. Ergänzt wird die Palette von Decodern für Smart Circle Surround 2 und
Dolby Pro Logic 2. Eine Decoding-Möglichkeit für DTS ES Discrete/Matrix 6.1
fehlt bei beiden Kenwood-AV-Receivern.
Unser Testkandidat weist aber trotz dieses Decoding-Mankos jede Menge sehr
interessanter Ausstattungsmerkmale auf, die im folgenden genau erläutert werden
sollen. Smart Circle Surround 2, kurz "CS 2" genannt, hat einige
Trümpfe im Ärmel, um akustisch auf den Marktführer Dolby mit seinem Pro Logic
2-System aufzuschließen - so beispielsweise die Bassunterstützung "TruBass",
deren Funktionsweise nun beschrieben wird.
Die Bassunterstützung "TruBass"
Im CS II-Betrieb ermöglicht TruBass die folgenden Wahlmöglichkeiten für
eine optimierte Bassausgabe:
- TruBass OFF
- TruBass SW (nur wirksam auf Subwoofer)
- TruBass L/R (nur wirksam auf den linken und den rechten Frontlautsprecher)
- TruBass SW + L/R (TruBass wirksam auf den Subwoofer und den linken und den
rechten Frontkanal)
Bei allen TruBass-Ausgabearten kann der Pegel zwischen 0 ( = "off")
und 10 eingestellt werden. Besonders gut, gerade bei bass- und effektstarker
Musik, fährt man mit den Einstellungen von 3 bis 6. Wer noch heftiger am
TruBass-Regler dreht, stellt gerade dann, wenn er ein
Subwoofer-/Satellitensystem verwendet, fest, dass der aktive Subwoofer des
Systems gnadenlos beginnt, zu übersteuern und durchzuschlagen. Auf jeden Fall
sollte die richtige Einstellung auch in Abhängigkeit von der Raumakustik
getroffen werden. Auch, wie viel Mobiliar sich im Hörraum befindet, ist von entscheidender
Bedeutung, ebenso, wie "bassresistent" die Sofas, Schränke und
Vitrinen sind. Wir raten jedem Käufer, sich etwas Zeit zu nehmen und so die
richtige Einstellung durch Ausprobieren zu finden.
So funktioniert TruBass:
Dasa System arbeitet folgendermaßen: Wenn nach der TruBass-Theorie 2
Frequenzen zum menschlichen Ohr gelangen, z.B. 150 Hz und 100 Hz, werden
folgende Frequenzen registriert:
- 100 Hz
- 150 Hz
- 150+100 Hz=250 Hz
- 150 Hz-100 Hz=50 Hz
Die tatsächlich gehörten tiefen Frequenzen kommen jedoch nicht direkt vom
Lautsprecher. TruBass generiert daher, um diesen Effekt zu erreichen und tiefe
Frequenzanteile aus dem Signal zu gewinnen, Differenzsignale, die vom
menschlichen Gehirn als Tiefbass registriert werden. Die TruBass zugrunde
liegende Technologie ist daher kein Equalizing-Effekt, sondern psychoakustischen
Ursprungs. Arbeitsweise: Ein 80 Hz-Frequenzanteil beispielsweise hat bei
160 und 240 Hz seine harmonischen Vielfachen, die von fast allen Lautsprechern
wiedergegeben werden können. TruBass filtert nun die 80 Hz-Grundwelle heraus
und nutzt die Oberwellen 1. und 2. Ordnung. Zwei Dinge ermöglichen diese
Vorgehensweise: Zum einen das nichtlinear arbeitende menschliche Gehör, zum
anderen die Tatsache, dass das Gehirn aus den beiden harmonischen Vielfachen die
Differenz bildet, die der ursprünglichen Grundwelle, also den genannten 80 Hz,
entspricht. Dies klingt kompliziert, in der Praxis aber ergeben sich laut
Kenwood und SRS folgende Vorteile: Geringere Anforderungen an die Verstärkerleistung
ermöglichet kleinere Geräteabmessungen, auch geht von den Tiefbasssignalen,
die mittels TruBass erzeugt wurden, kein Körperschall aus. Die unerwünschte
Bassübertragung in Nebenräume wird ebenfalls reduziert. Neben einer
optimierten Basswiedergabe bietet CS 2 aber noch mehr - schließlich kann auch
der direkte, bestens etablierte Dolby-Konkurrent mit zwei Programmen (Movie und
Music) und mit verschiedenen Einstellmöglichkeiten im Music Mode aufwarten.
Der Konkurrent: Dolby Pro Logic 2 ist bestens etabliert
- Dimension Control: Der Benutzer kann das Klangfeld in Bezug auf die
Rear-Lautsprecher und die Frontlautsprecher einstellen und die Balance
stufenlos von vorne nach hinten verschieben.
- Center Width Control: Der Modus für den Center-Lautsprechers kann
zwischen dem schon bekannten „Phantom Mode“, wo die Tonwiedergabe bei
den Frontlautsprechern nur über den rechten und linken Hauptlautsprecher
erfolgt, und einer Schaltung, bei der vorne ausschließlich der Center läuft,
stufenlos variiert werden. Auf diesem Wege lässt sich der bei der
Musikwiedergabe häufig als störend empfundene Center-Kanal ausblenden.
- Panorama Mode: Soll bei der Wiedergabe von Musik ein weiträumiges
Klangfeld schaffen. In der Praxis zeigten sich bei vielen Musikarten nicht
allzu bahnbrechende Veränderungen. Bei sehr guten Aufnahmen konnte der
"Panorama Mode" ein luftigeres, weitläufigeres Klangbild
vermitteln, ohne die musikalische Präzision zu sehr leiden zu lassen.
Circle Surround 2 - Betriebsarten und Einstellmöglichkeiten
Hier möchte Circle Surround 2 natürlich nicht zurückstehen und bietet
ebenfalls eine Funktionspalette an. So gib es an Betriebsarten neben CS 2 Music
und CS 2 Cinema auch noch CS 2 Mono für eine verbesserte Wiedergabe von
Mono-Tonquellen. Zusätzlich verfügt C2 über folgende Einstellmöglichkeiten:
- Center Focus: Auch wenn die Beschreibung der Bedienungsanleitung hier
nicht allzu genau ist: Im Grunde handelt es sich hier um die Funktion, die
unter dem Namen "Center Width Control" bei Dolby PLII Music anwählbar
ist. Man kann den Wirkungsbereich des Centers von "Off" (nur
Signalausgabe über die Hauptlautsprecher) bis zu "+ 10"
einstellen (in dieser Position übernimmt der Center einen großen
Klanganteil, zu empfehlen ist ein Wert von 3 bis 7, je nach der Qualität
des Centers und dem persönlichen Hörempfinden)
- Rear Delay: Für eine optimierte Wiedergabe über die Surroundlautsprecher
kann hier die Delayzeit zwischen 0 und 25 ms variiert werden.
- CS II Gain: Anhebung des Eingangspegels in einem Einstellbereich zwischen
0 und 18.
Neben dem Einsatz von CS 2 verbaut
Kenwood noch zwei weitere "Special Features:
Speaker EQ und Active EQ
Zusätzlich zu TruBass kommen mit Speaker EQ und Active EQ zwei Systeme
hinzu, die sich die Vorteile der TruBass-Funktion für ihre ihre Arbeitsweise
zunutze machen. Im Fokus bei beiden Features liegt die Verbesserung der
Wiedergabequalität beim Betrieb von Subwoofer-/Satellitensystemen zusammen mit
AV-Receivern.
Der veränderte Signalweg
Da beide Systeme zusätzlich in den akustischen Signalweg
eingreifen, ist, ebenso wie durch die zusätzliche TruBass-Klangregelung, ein
Ansteigen des Grundrausches die einzige negative Folge. Oftmals lasen wir
Threads, wo sich Leser über dieses angebliche "Grundrauschproblem"
bei den Kenwood AV-Receivern mit der hier vorgestellten Ausstattung beschwerten.
Ein "Problem" im Sinne eines Defekts oder gar eines
Konstruktionsfehlers liegt hier jedoch nicht vor. Natürlich, es gibt, genauso
wie bei allen anderen Herstellern von AV-Receivern, vereinzelte
"Montagsgeräte", die unabhängig von der Betriebsart ein zu hohes
Grundrauschen aufwiesen und tatsächlich defekt waren. Bei einem normalen Gerät
jedoch ist bei den Kenwood-Receivern im Vergleich zu KMonkurenzmodellen von
Denon, Yamaha oder Onkyo kein erhöhter Grundrauschpegel zu hören - wenn
nämlich Speaker EQ und Aktive EQ sowie TruBass deaktiviert sind. Dass sich bei
der Inbetriebnahme dieser Zusatzfeatures der Grundrauschpegel und auch das
gesamte Rauschen erhöht, ist nachvollziehbar, denn der akustische Signalweg
wird durch den Durchlauf durch die verschiedenen Filtereinheiten deutlich
verlängert und somit in Bezug auf die akustische Gesamt-Reinheit beeinflusst.
In der Praxis jedoch gewinnen die klanglichen Vorteile - mehr Dynamik, keine
Klanglöcher mehr, frischere Hochtonwiedergabe und soliderer Bass -
gegenüber dem in unseren Augen (oder besser Ohren) vertretbaren
"Rauschnachteil" klar die Oberhand. Wer die akustischen Vorteile nicht
möchte, weil ein möglichst niedrigeren Grundrauschpegel in der persönlichen
Prioritätenskala ganz oben steht, kann alle Filter außerdem jederzeit
deaktivieren - wir raten jedoch zu umfangreichen Hörtestreihen, und wir denken,
dass nicht wenige vom Können beider Systeme überrascht sein werden.
Die Käufer des KRF-V7070D verwenden oft Subwoofer-/Satellitensysteme
In dem Preissegment, in dem der KRF-V7070D vertreten ist, verwenden, so
vermuten wir, ein Großteil der Käufer Subwoofer-/Satellitensysteme, sei es aus
Platz- oder aus Kostengründen oder wegen der Flexibilität bei der räumlichen
Integration. Inzwischen ist auch eine so hohe Qualität erreicht worden, dass
hochwertige Subwoofer-/Satellitensets kaum noch so starke systembedingte
Nachteile mit sich bringen, dass man in der täglichen Hörprxis mit echten
akustischen Nachteilen rechnen muss. Nur absolute Filmton- und
Mehrkanal-Musik-Kenner werden mit den Leistungen unzufrieden sein, für eine
solche Klientel aber ist weder der hier behandelte Kenwood noch die in diesem
Zusammenhang erwähnenswerten Subwoofer-/Satellitensysteme konzipiert. Wer
jedoch normale oder auch etwas gehobene Ansprüche hat, wird für vertretbare
Summen sehr gute Lautsprechersysteme einkaufen können. Besonders deutlich
machen den klanglichen Fortschritt bei Sub-/Sat-Angeboten exzellente Systeme wie
unser Testlautsprecher-Set 2, von KEF, das KHT-2005.2.
Auch Energy bietet mit dem Take 5.2
eine hervorragende Offerte. Für rund 1000 EUR ist auch das Quadral
2100 Aktiv sowie das nochmals günstigere 1280 Aktiv sehr empfehlenswert.
Wer es ein wenig größer und trotzdem sehr schick mag, findet bei Infinity mit
dem Oreus sowie dem Modulus
passende, klangstarke Offerten. Mehr Tipps für die optimale Beschallung
finden sie in unserer Lautsprecher-Kaufberatung
und in unserem umfangreichen Lautsprecher-Guide.
Aufgaben von Speaker EQ
Zurück jedoch zum Kenwood. Im Musikbetrieb konnten bezüglich des
Klangbildes im CS II Modus hörbare Verbesserungen realisiert werden. Aufgabe
von "Speaker EQ" ist es, den bisher nicht wegzudiskutierenden
Nachteilen wie beispielsweise der nicht voll befriedigenden Dynamik, dem
"Klangloch" zwischen der unteren Grenzfrequenz der Satelliten und der
Übernahmefrequenz des Subwoofers, entgegen zu wirken, wobei hier die Aufgabe
beim sehr guten KEF-System, das mit einem sehr runden Klangbild praktisch
ohne in der Praxis hörbaren Klanglöcher gefiel, recht einfach ausfiel. Trotzdem
war auch hier ein kompletteres, dynamischeres Klangbild herauszuhören.
Speaker EQ: In der täglichen Hörpraxis sehr flexibel
- Equalization der Satellitenlautsprecher zur Frequenzganganpassung (Small/Middle/Large,
wobei sich die Größenmaße auf die Abmessungen von Satellitenlautsprechern
beziehen. So ist "small" die richtige Einstellung bei einem System
mit sehr kleinen Satelliten, "middle" ist bei etwas größeren
Systemen angemessen, und die "large"-Justierung verbessert sogar
bei Sub-/Sat-Sets, bei denen die Satelliten fast schon die Maße normaler
Regallautsprecher einnehmen und somit der üblichen "Satelliten-Größe"
schon entwachsen ist, die Wiedergabegüte in Richtung eines sehr
harmonischen und gleichzeitig lebendigen Klangbilds)
- "Bass Track" soll ein Clippen des Subwoofers (bei Sub/Sat-Systemen
oftmals sehr kritisch, gerade bei günstigen Systemen mit wenig
leistungsstarken Subwoofern) verhindern. Der Level kann im Setup des
AV-Receivers eingestellt werden.
- Speaker EQ linearisiert den Frequenzgang
Active EQ: In allen Betriebsarten im Einsatz
Zusätzlich gibt es die Funktion Active EQ, die ebenfalls dazu beiträgt, die
Gesamtakustik zu harmonisieren. Je nach Einsatzgebiet - Musik, Filmton oder die
Wiedergabe von TV-Sendungen - optimiert Active EQ die Wiedergabe. Die
Aufgaben von Speaker EQ sind die Harmonisierung des Frequenzgangs über den gesamten
Wiedergabe-Frequenzbereich, die perfekte Integration von TruBass, die
Verbesserung die Grundtonwiedergabe bei Satellitenlautsprechern, und - bei
Standlautsprechern - eine Klangverbesserung im Tieftonbereich. Speaker EQ
kann mit folgenden Aktionsfeldern aufwarten:
- Active EQ Music: Active EQ kompensiert im Zusammenspiel mit Speaker
EQ noch effizienter die "Lücke" im Frequenzgang (bei Sub/Sat-Systemen)
als bei alleiniger Aktivierung von Speaker EQ. Beide Funktionen in
Kombination stellen somit die Realisierung eines gefälligeren, runderen
Klangbilds sicher.
- Active EQ Cinema: Hier wird eine Dynamikerhöhung vorgenommen, um ein
lebendigeres Klangbild zu erreichen
- Active EQ TV: Hier wird der Sprachfrequenzbereich angehoben, um die
Sprachverständlichkeit zu optimieren
Die Vorteile der Funktionen in der Praxis
CS 2, Speaker EQ und Active EQ bringen nicht nur in der Theorie, sondern auch
in der täglichen Hörpraxis Vorteile. Weniger hochwertige Medien, wie z.B. MP3-CDs mit MP3-Files in
unterschiedlicher Qualität, klingen erstaunlich voluminös. Auch bei sehr guter Software gibt es positive Nebeneffekte: So ist die
Wiedergabe sehr klar und homogen, auch hier sind die ohne Störungen oder
Verzerrungen realisierbaren Pegel hoch, was auch daran liegt, dass dem Klangbild
Aggressivität entzogen wird. Eine zu dominante
Hochtonwiedergabe weicht einer angenehmeren, trotzdem transparenten und
klaren Darbietung. Doch auch am anderen Ende des Frequenzbereichs ist
Aktivität zu verspüren: Der gesamte Bassbereich wirkt
harmonisch und wie aus einem Guss. Bei praktisch allen verwendeten
Medien steigt die
Gesamtharmonie des Klangbilds ebenso wie die Güte der Basswiedergabe. Hier
sollte allerdings beachtet werden, dass nur eine maßvolle TruBass-Einstellung
ein deutlich verbessertes Klangbild bringt, eine überzogene Einstellung
jedoch gnadenlos die Schwächen der Tracks offen legt und einen viel zu
dominanten, hohl klingenden Bass erzeugt. Besonders krass ist dieser Effekt,
wenn die TruBass Einstellung "SW" (= Subwoofer) gewählt ist, man
einen nicht allzu voluminösen sowie leistungsfähigen aktiven Subwoofer
einsetzt und
dann der Basslautsprecher viel zu dominant und unpräzise durch den Hörraum dröhnt.
Auch ein sehr hellhöriger Hörraum mit dünnen Wänden und dünnem Boden
verschlechtert die Ausgangsbedingungen für einen akkuraten TruBass-Effekt. Wer
übrigens vollwertige Hauptlautsprecher (Regalboxen oder Standboxen) und
zusätzlich einen aktiven Subwoofer verwendet, der fährt mit der Einstellung "L/R + SW" am
besten, das Klangbild ist so angenehm voluminös, rund und Raum füllend,
ohne unangenehme "Nebenwirkungen" wie Dröhnen oder eine
unpassende Überbetonung. Bei Sub/Sat-Sets empfiehlt sich die
"SW" (=Subwoofer)-Einstellung, da die Satelliten durch ihr zu
geringes Gehäusevolumen nicht für die Wiedergabe des Bassbereichs
ausgelegt sind.
Neben diesen ausführlich beschriebenen Ausstattungsmerkmalen verfügt der
KRF-V7070D noch über weitere Ausstattungsmerkmale.
"Pump up the Bass".....der Bassspezialist auch im
Stereo-Betrieb
Eine exzellente Basswiedergabe scheint den Kenwood-Entwicklern sehr wichtig
zu sein: Eine spezielle "Bass Boost"-Schaltung (nur im Stereobetrieb,
analog oder digital) hebt den Bass von der Einstellung "0" direkt auf
die Maximal-Einstellung "10", was mit dem entsprechenden restlichen
Equipment und der entsprechenden Software für Bass-Fans durchaus eine positive
Erfahrung sein kann, bei weniger basskräftigen Lautsprechern und/oder schlecht
aufgenommener oder musikalisch nicht passender (Klassik/Jazz) Software macht
sich die "Bass Boost"-Schaltung durch Dröhnen und einer unpassenden
Überbetonung des tieffrequenten Bereichs eher nachteilig bemerkbar. Aber als
Hilfsmittel, um Klassik- und Jazz-Aufnahmen den richtigen Glanz zu verleihen,
sieht man den Bass Boost bei Kenwood auch keinesfalls an. Und für den Trance-
und Techno-Fan ist er auf jeden Fall sehr gut geeignet.
Die Surround-Mix-Funktion
Zusätzlich bringt der
KRF-V7070D auch noch eine (ebenfalls für den analogen/digitalen Stereobetrieb
gedacht) Loudness-Reglung mit. Weiteres Feature: Mittels der "Surround
Mix"-Funktion im Setup läuft die Back Surround Matrix immer mit, auch im
Dolby PLII-Betrieb.
Top-Verarbeitung zum bürgerlichen Preis
Aber nicht nur den umfangreichen Möglichkeiten zur Klanganpassung, auch mit seiner
hochwertigen Verarbeitung kann der Kenwood punkten. Zum gelungenen Gesamteindruck trägt
neben dem fein auflösenden Gerätedisplay auch die edle
Metallfrontplatte bei, die Bedienungselemente auf der Gerätevorderseite sind
allesamt qualitativ hochwertig ausgeführt. Weniger begeistert sind wir von der
Fernbedienung, hier ist die Materialqualität eher bescheiden, die Verarbeitung
nur befriedigend.
Front AV-Eingang, aber leider kein YUV
Die Anschlussbestückung geht in Ordnung, hier bietet mancher
Konkurrent in Bezug auf die Videoanschlüsse aber mehr: Der AV-Receiver verfügt über drei Digitaleingänge (2 x
koaxial, 1 x optisch), die Videosektion ist teilweise S-Video-beschaltet,
YUV-Anschlüsse gibt es keine.

Hier bieten z.B. die aktuellen, preislich vergleichbaren Yamaha-AV-Receiver
mehr. Lobenswert: Der S-Video-beschaltete AV-Fronteingang, der zudem noch
vergoldet ist. Der einzige wirkliche Nachteil des KRF-V7070D offenbart
sich, ebenso wie beim Vorgänger, wenn es darum geht, alle Boxen akkurat mit dem
AV-Receiver zu verbinden: Während für die beiden Haupt- und den Center-Lautsprecher
großzügig dimensionierte Schraubverschlüsse offeriert werden, müssen sich
die Surround-Boxen mit simplen Anschlussklemmen begnügen. Hier sollte Kenwood
bei der nächsten Generation wirklich nachbessern, denn dieses Manko muss
auch in dieser Preisklasse nicht mehr sein. Ein weiteres Ausstattungsmanko, das
der Kenwood übrigens mit dem Konkurrenten von Yamaha, dem RX-V640,
teilt, ist das Fehlen einer Einstellmöglichkeit für die
Subwoofer-Übernahmefrequenz. Durch die ansonsten überdurchschnittlich
reichhaltige Ausstattung mit einer Verarbeitung, die sich auch noch zwei
Preisklassen höher gut machen würde, sichert sich der Kenwood trotzdem fünfeinhalb Sterne.
Bewertung      
Bedienung
Der
KRF-V7070D lässt sich insgesamt leicht bedienen - dazu tragen verschiedene
Faktoren in sehr guter Zusammenarbeit bei: Das Display mit seiner feinen Auflösung und der
guten Ablesbarkeit gefällt, die Bedienelemente sind hochwertig ausgeführt.
Nicht ganz überzeugen kann die mitgelieferte Fernbedienung. Zwar befindet sich
das Navigationskreuz in griffgünstiger Position, insgesamt aber sind die
zahlreichen Tasten zu klein geraten. Eine ordentliche Größe haben die
Wipptasten für Channel und Lautstärke. Wie bei den IR-Controllern der
Konkurrenz leider auch üblich, fehlt eine Beleuchtung bzw.
phosphoreszierende Tasten, was zumindest für die wichtigsten Funktionselemente
wünschenswert wäre. Dass ein On Screen Display fehlt, ist in Anbetracht des
Kaufpreises absolut zu verschmerzen, außerdem ist das Setup auch ohne OSD
problematisch möglich. Einzige Bedingung für eine einfache Justage: Einige
Einzelheiten sollte man zuvor der Bedienungsanleitung entnehmen: Sind die
Frontlautsprecher auf "large" eingestellt, so gibt der aktive
Subwoofer, auch wenn er im Setup auf "on" steht, keinen Ton aus.
Aktiviert man hingegen im Speaker Setup die Funktion "Subwoofer Remix",
dann tritt der Aktivwoofer zusätzlich zu den "Large"-Frontboxen in
Aktion. Ist "Surround Mix" im Setup eingestellt (wichtig:
ZUSÄTZLICH zu Surround Back-Einstellung "on" zu aktivieren), wird der
Back Surround Lautsprecher immer mit betrieben (nicht nur in Dolby Digital,
sondern auch in DTS. Es ist sinnvoll, diese Funktion auf "on" zu
stellen, denn ist sie auf "off", dann laufen auch die meisten DD 5.1
EX-Filme nicht mit Back Surround Center, da die Auto Detect-Funktion erst bei
neuen DD 5.1 EX-Titeln funktioniert).
Bewertung      
Ton
Testequipment:
Pegelfestigkeit
In unserer ersten, neu eingeführten Wertung (früher brachten wir die
Pegelfestigkeit in die anderen Wertungen an geeigneter Stelle mit ein) erbringt
der KRF-V7070D ausgezeichnete Leistungen. Das ideale "Einsatzgebiet"
in Bezug auf die Hörraumgröße sind Raumgrößen von 15 bis knapp unter 30
Quadratmeter, somit ist der Kenwood sehr flexibel einzusetzen. Selbst
beispielsweise im 25 Qaudratmeter-Hörraum wird noch eine ausgezeichnete
Performance geboten. Insgesamt ist festzustellen, dass das
Leistungsniveau auch in günstigeren Preisklassen deutlich gestiegen ist. Die
Befürchtung vieler, dass zu Gunsten einer (weitaus günstiger zu
realisierenden) immer weiter führenden Aufrüstung mit zusätzlichen
Elektronik-Features und Decodierungsformaten die elementar wichtigen Tugenden,
zu denen vor allem auch die Pegelfestigkeit gehört (um diese erreichen zu
können, müssen im Geräteinneren hochwertige Baugruppen eingesetzt werden -
z.B. ein ausreichend dimensionierter Trafo, Kondensatoren mit stimmiger
Kapazität, passende Kühlkörper - dies alles ist nicht so kostengünstig zu
realisieren) bei der Konzeption der Geräte vernachlässigt wurden, erweisen sich daher bei vielen von uns getesteten
Geräten als unbegründet. Eine rund zweistündige Dauerhatz mit rund 70 bis 75
Prozent des Maximalpegels erledigen viele Geräte inzwischen mit erstaunlicher
Problemlosigkeit. Die einzigen spürbaren Folgen: Eine deutliche Erhitzung des
AV-Receivers, die in den meisten Fällen aber ohne Folgen für die
Pegelfestigkeit ist. Dynamikeinbrüche sind nur selten herauszuhören gewesen.
Diesem sehr erfreulichen Trend folgt unser Testkandidat
auf hervorragende Art und Weise: Erst nach rund einer halben Stunde Belastung
mit dem absolut möglichen Maximalpegel (!), also mit 100 Prozent der möglichen
Lautstärke, schaltete sich der KRF-V7070D ab. Wer mit rund 75 bis 80 Prozent
der maximal möglichen Lautstärke hört - und, diese Behauptung stellen wir
auf, selbst dies machen in der Praxis nur recht wenige der potentiellen Kunden
-, wird auch nach zweistündiger Dauerhatz keine Schwierigkeiten mit der
Performance des Kenwood haben. Und dies ist in dieser Preisregion eine höchst
respektable Leistung, die in noch günstigerem Licht erscheint, wenn wir
hinzufügen, dass der Kenwood diese hervorragende Pegelfestigkeit auch in
Verbindung mit großvolumigen Standlautsprechern ermöglicht. Unser Nubert nuBox 5.1-Set
konnte daher auch problemlos an den Kenwood angeschlossen werden, die
Standlautsprecher nuBox 580, die wir aus monatelangem Testbetrieb sehr gut
kennen, konnte ihre außerordentlich gute Dynamik und Basskraft auch in
Verbindung mit dem recht preisgünstigen KRF-V7070D entfalten - was sowohl für
den Lautsprecher als auch für den Kenwood spricht. Ohne Schwierigkeiten
managte der Kenwood den teiffrequenten Bereich, was zu einem soliden und
gleichzeitig präzisen Bass führte. Das Einzige, was wir beim Kenwood
feststellten, war eine immense Erhitzung, daher empfehlen wir allen Anwendern -
wie eigentlich auch vorgesehen im Idealfall - keine Geräte auf dem Kenwood zu
platzieren und den AV-Receiver nicht nach dem "Presspassprinzip" in
ein vorhandenes AV-Rack zu integrieren. Genügend "Luft zum Atmen"
sollte schon vorhanden sein.
Film
Bei der Filmtonwiedergabe brillierte der KRF-V7070D vor allem mit seiner für
diese Preisklasse exzellenten Dynamik, wie wir beispielsweise bei der neuen,
siebten DTS Demo DVD heraushören konnten. Bei der Sequenz aus "Behind
Enemy Lines", die besonders durch ihre teils krassen Dynamiksprünge und
raumfüllende Explosionen auffällt, gefiel der Kenwood mit einer sauberen und
authentischen Wiedergabe. Mit Geschmeidigkeit und Antrittsstärke managten die
Endstufen die abrupt auftretenden Lautstärkedifferenzen mit erstaunlicher
Souveränität. Hier liegt der Kenwood praktisch auf gleichem Niveau wie der
Yamaha RX-V640, der aber kleine Feinheiten mit noch mehr Sorgfalt
herausarbeitet. Wenn beispielsweise Glasscherben oder andere kleine Einzelheiten
zu Boden rieseln, bindet der Yamaha diese ganz ausgezeichnet in das tonale
Gesamtgefüge ein. Der vom Kaufpreis her günstigere Kenwood schlägt sich im
direkten Vergleich aber keinesfalls schlecht, denn die Wucht, die z.B. bei
Explosionen dargeboten wird, ist außerordentlich gut, im Antritt agiert der
schnelle KRF-V7070D rascher als jeder Konkurrent, der eben genannte Yamaha
inbegriffen. Ohne Zweifel sind Kenwood und Yamaha sehr gute Geräte und
besonders empfehlenswert, die hervorragende Antrittsschnelle und der günstige
Preis sprechen für den Kenwood,, die überragende Detaillierung und die
großartige Homogenität für den Yamaha, der zusätzlich auch noch mit DTS ES
Discrete/Matrix 6.1 Decoding aufwarten kann. Somit bleibt die Wahl zwischen
diesen AV-Receivern vor allem eine Frage des persönlichen Geschmacks, wir raten
jedem Interessenten zu umfangreichen Soundchecks, nach deren Ende man seinen
persönlichen Favoriten küren kann.
Ausgezeichnet gab der KRF-V7070D auch den Auszug aus "E.T." wieder,
der in erstaunlich guter Qualität - in Anbetracht des Alters der Vorlage - auf
der DTS Demo DVD abgelegt wurde. Besonders begeisterte der Kenwood wieder mit
dem dynamischen, vielschichtigen Aufbau der gesamten Klangkulisse - die
Effekte ließ der AV-Receiver mit viel Ausdruckskraft durch den Hörraum
schießen. Auch bei "The Fast and The Furious"" sammelte der
KRF-V7070D viele Pluspunkte, so gefiel dem Testteam der prägnante, frische
Hochtonbereich, der erst bei sehr hohen Pegeln etwas von seiner Souveränität
einbüßt und dann etwas gepresst wirkt. In Anbetracht der Preisklasse, in der
der Kenwood zu Hause ist, kann man hier aber keine ernsthafte Kritik üben.
Seine dynamischen Fähigkeiten stellte das Gerät auch beim Ausschnitt aus
"Star Wars - Episode 1, The Phantom Menace" auf der THX Ultimate Demo
DVD" eindeutig zur Schau. Mit viel Wucht donnerten die Pod Racer quer durch
den Hörraum, hier bringen nur teurere Geräte noch mehr Kraft, Volumen und
Lebendigkeit ins Spiel. Besonders gut können dies beispielsweise der Yamaha RX-V740
(629 EUR) und der Pioneer VSX-D912 (799 EUR),
auch tadellos schlägt sich der nun auslaufende Marantz SR-4300
(549 EUR) und natürlich der "große
Bruder" des KRF-V7070D, der THX Select-zertifizierte KRF-V9070D
(699 EUR). Alle hier genannten Geräte demonstrieren eindrucksvoll, dass man
bereits für bezahlbare Summen komplett klingende AV-Receiver einkaufen kann,
die selbst für gehobene Ansprüche ausreichen. Nur diejenigen
Mehrkanalliebhaber, die Leistung im Überfluss, eine größtmögliche
Souveränität und ein absolut authentisches Hörerlebnis realisieren wollen,
müssen noch deutlich mehr ausgeben. Wie es auch bei den Automobilen ist - auch
ein Audi A3, ein BMW 3er Compact oder ein Mercedes C-Klasse Sportcoupé bieten
bereits sehr viel und stellen einen Großteil aller Ansprüche zufrieden.
Trotzdem gibt es Autoliebhaber, die nochmals deutlich mehr Performance auf allen
Gebieten wünschen und daher zu viel kostspieligeren, aber auch noch
leistungsfähigeren Alternativen greifen.
Musik
Im Mehrkanal-Musikbetrieb glänzte der Kenwood, wie bereits bei der
Filmtonwiedergabe, mit seiner herausragenden Dynamik. Beim Auszug aus Antonio
Vivaldis "Vier Jahreszeiten", abgelegt auf der THX Ultimate Demo DVD,
überzeugte uns der KRF-V7070D mit einer lebendigen, mitreißenden
Gesamtdarbietung, die so gar nichts von den zwar recht harmonischen, jedoch
emotional eher flachen Interpretationen hat, die man bei solide, aber nicht
aufregend gesoundeten AV-Receivern günstigerer Preisklassen öfters
heraushören kann. Der Kenwood hingegen geht richtig mit und lässt den
Zuhörer den Esprit von Vivaldis Musik am eigenen Leib erfahren - nur bei der
Feinmodellierung kleiner Details erreicht der Kenwood zwar respektable, aber
keine überdurchschnittlichen Leistungen. Zu welchen Pegeln und zu welchen
Kraftausbrüchen der KRF-V7070D fähig ist, stellte er sehr gut beim "Chronos"-Trailer
auf der 7. DTS Demo DVD heraus. Dieser Trailer vom Reuben H. Fleet Science
Center begeistert mit seinen abgrundtiefen, teils subtilen Bässen und einer
ungeheuren Wucht bei der Gesamtdarstellung. Auch im Hochtonbereich verlangt
diese Sequenz dem AV-Receiver alles ab. Derartige Stücke sind daher glänzend
dazu geeignet, die maximal mögliche Performance eines AV-Receivers auszuloten.
Unser Testkandidat meisterte die Anforderungen für ein Gerät, das unter 500
EUR kostet, absolut ohne Fehl und Tadel. Hier kann man Kenwood nur gratulieren,
denn eine solch hohe Souveränität hätten wir dem AV-Receiver nicht zugetraut.
Erst, als wir im Vergleich den rund dreimal so teuren Harman/Kardon AVR-5550
einsetzten, spürten wir, so welchen "Großtaten" deutlich
teurere AV-Receiver fähig sind - und ganz besonders der AVR-5550, der für rund
1400 EUR bereits fast das Feeling eines Oberklasse-Boliden ermöglicht.
Die Surround-Aufpolierer SRS CS II Music und Dolby Pro Logic II Music sind
für diese Preisklasse absolut erstklassig integriert - vor allem dann, wenn man
auf eine effekt- und bassstarke Wiedergabe großen Wert legt. Besonders mit
Circle Surround 2 in Verbindung mit der TruBass-Funktion sind wahre
Bassfeuerwerke zu realisieren, die mit Hilfe der leistungsfähigen Endstufen
selbst bei größeren Pegeln immer noch ohne unschöne Nebengeräusche in den
Hörraum getragen werden. Achten sollte man aber, wie oben im Test bereits
beschrieben, auf eine akkurate Einstellung aller Parameter, um die Wiedergabe
nicht unnatürlich und zu basslastig klingen zu lassen. Ob man nun anstatt CS 2
lieber Dolby Pro Logic 2 wählt, sollte vom persönlichen Geschmack, den
akustischen Bedingungen vor Ort und von der verwendeten Tonquelle abhängen -
auch PL 2 haben die Kenwood-Techniker exzellent integriert. Das Gesamtergebnis
wirkt, so stellten wir fest, insgesamt runder und harmonischer, während CS 2
dynamischer und kraftvoller, aber nicht ganz so ausgewogen und gefällig
aufspielte. Hier raten wir jedem zu umfangreichen Hörtestreihen. Die
Stimmwiedergabe und die Effektkulisse konnten bei beiden Surround-Aufpolierern
im "Cinema"- bzw. "Movie"-Betrieb überzeugen. Auch im
"Movie"-Modus ist PL 2 ausgeglichener, homogener, während CS 2 auch
hier mit mehr Druck und Dynamik agierte. Letztendlich bleibt die Wahl des
geeigneten Surround-Aufpolierers also auch zu einem großen Teil eine Frage des
individuellen Geschmacks.
Der Vorgänger KRF-V7060D überzeugte uns mit seinem guten Stereoklang - und
exakt dieses Niveau bietet auch der Nachfolger. Damit kann man sehr gut leben,
denn mit seiner lebendigen und frischen Darstellung ist der Kenwood ein
angenehmer Spielpartner, wie sich bei unseren audiophilen klassischen Test-CDs
zeigte. Doch die Konkurrenz hat nicht geschlafen: Insbesondere der Yamaha
RX-V640, der zwar mit 529 EUR teurer ist, aber schon noch als Konkurrent in
Frage kommt, brilliert mit einer außerordentlich guten Stereowiedergabe, die in
diesen Preisregionen ihresgleichen sucht. Besonders gelungen beim RX-V640 ist
die klare, sauber durchstrukturierte Hochtonwiedergabe und das erstaunliche
Feingefühl. Wer jedoch in Bezug auf die Stereowiedergabe normale Ansprüche
stellt, wird mit dem vom Kenwood Gebotenen sehr zufrieden sein, denn echte
Schwachpunkte kann man auch bei sorgfältiger Betrachtung nicht ausfindig
machen. Der Bassbereich ist füllig und von voll befriedigender Präzision, die
Detaildarstellung ist insgesamt gut zu nennen. Auch im Stereoeinsatz beeindruckt
die Leistungsfähigkeit der Endstufen, sehr souverän und ohne jegliche
Dynamikverluste managt der Kenwood auch hohe Pegel. Hier kann er mit dem
ebenfalls sehr leistungsfähigen Yamaha gleichziehen.
Vergleich zum Vorgänger
Bereits der KRF-V7060D konnte mit einem
hohen Niveau in allen Disziplinen aufwarten - und die Eigner des 7060ers müssen
sich nicht schlaflos im Bett wälzen, weil sie vielleicht noch nicht im Besitz
des Nachfolgers sind. Erst nach ausführlichen Hörtestreihen sind Unterschiede
auszumachen, und diese Differenzen fallen dann auch nicht weltbewegend, sondern
eher klein aus. Dies beweist, von welch tadelloser Güte bereits die
Klangeigenschaften des KRF-V7060D waren. Im Detail bietet der 7070er einen
nochmals etwas schnelleren Antritt und etwas mehr Dynamik beim Aufbau der
Effektkulisse. Der Bassbereich wirkt minimal präziser - diese akustischen
Beobachtungen gelten für den Mehrkanal-Betrieb. Was den Stereoklang angeht,
sind praktisch keine Unterschiede heraus zu hören.
Bewertung Pegelfestigkeit      
Bewertung Klang Film      
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik      
Bewertung Klang Dolby PLII/CS II      
Bewertung Klang Stereo      
Fazit
Bereits der KRF-V7060D beeindruckte in unserem Test durch sein exzellentes
Leistungsprofil. Von daher bestand keine Notwendigkeit, die Konzeption des Geräts von
Grund auf zu ändern. Dies tat man bei Kenwood nicht, sondern machte den
AV-Receiver durch gezieltes Feintuning und einen deutlich gesenkten Preis
attraktiver. Diese Maßnahmen zeigen auch die erwünschte Wirkung, denn noch
immer ist der nun KRF-V7070D genannte AV-Kommandeur eines der besten Geräte
seiner Preisklasse. Zwar bringt der Kenwood nur fünf Endstufen mit und
verarbeitet lediglich Dolby Digital 5.1 EX (bei Anschluss einer zusätzlichen
externen Endstufe für den Back Surround Betrieb), dafür ist er mit sehr
leistungsfähigen Endstufen ausstaffiert, die sich in unseren Testläufen erst
nach 30 (!) Minuten Betrieb mit dem maximal möglichen Pegel so stark
überanstrengten, dass das Gerät sich abschaltete. Wer mit 75 bis 85 % des
Maximalpegels fährt (was in der Praxis schon äußerst viel ist), wird
feststellen, dass der KRF-V7070D auch eine mehrstündige Dauerhatz problemlos
übersteht. In Hörräumen bis rund 30 Quadratmeter lässt der AV-Receiver nie das
Gefühl von Leistungsmangel aufkommen, sondern besticht durch ein hohes Maß an
Souveränität. Hier zahlt es sich offensichtlich aus, dass Kenwood diesem
Modell im Gegensatz zum gleich teuren KRF-V6070D (mit sechs Endstufen) die
hochwertigen Endstufeneinheiten nebst Linear Trait-Transistortechnik mit auf den
Weg gibt. Doch auch sonst gibt es viel Positives zu berichten. So ist die
gebotene Dynamik im Mehrkanal-Musik- und im Heimkinobetrieb außerordentlich
gut, was dazu führt, dass der Hörer einen sehr lebendigen, klaren und frischen
Vortrag präsentiert bekommt. Die Detaildarstellung ist gut, aber nicht
überdurchschnittlich. Hier bietet beispielsweise der mit 529 EUR teurere, aber
auch noch umfangreicher ausgestattete Yamaha
RX-V640 noch mehr. Überhaupt fällt auch im Vergleich mit dem
ausgezeichneten Kenwood wiederum auf, was für ein großer Wurf Yamaha mit den
neuen AV-Receivern gelungen ist: So homogen, detailliert und sauber stellt sonst
kaum ein anderes Gerät dar. Außerdem begeistert der Yamaha mit einer
ausgesprochen gelungenen Stereowiedergabe. Mit seinen Klangqualitäten ist der
Yamaha der passende Spielpartner für hochwertige Lautsprecher-Systeme, am
besten entweder komplett aus größeren Regalboxen nebst ausreichend
dimensioniertem Center bestehend oder aus einem ähnlichen System, bei dem
anstatt der Regallautsprecher vorn aber richtige Standboxen eingesetzt werden.
Anders ist es um die Einsatzmöglichkeiten des Kenwood bestellt. Er hat
einen Trumpf, den in diesem Umfang und in dieser Qualität momentan kein anderes
Gerät in dieser Preisklasse bieten kann: Mittels seinen umfangreichen
Einstellmöglichkeiten ist es kein Problem, den KRF-V7070D sehr gut auf das
verwendete Lautsprechersystem anzupassen. Die Zusatzfunktionen Active EQ und
Speaker EQ sind nicht nur nette Spielereien, sondern besitzen tatsächlichen
Wert. Besonders gut durchdacht von Kenwood ist, dass sich die Funktionen
insbesondere an die Besitzer von Subwoofer-/Satellitensystemen wenden. In dieser
Preisklasse werden Sub-/Sat-Sets von vielen Anwendern eingesetzt, und mit Hilfe
der Kenwood-Zusatzfeatures ist eine echte Klangsteigerung, sowohl im Bassbereich
als auch im Mittel- und Hochtonbereich, möglich. Das etwas höhere
Grundrauschen, das man sich aufgrund der zusätzlichen Aktivierung verschiedener
Filter einhandelt, ist unserer Meinung nach aufgrund der insgesamt deutlich
gestiegenen Performance vertretbar. Somit holt der Kenwood aus praktisch allem
Lautsprecherequipment, vor allem aus dem, das von den Anwendern, die ein Gerät
wie den Kenwood ins Auge fassen, auch in der Praxis verwendet wird, einen
"Zusatzbonus" heraus. Aufgrund der pegelfesten Endstufen
funktioniert aber auch mit großen Standlautsprechern vorn die Zusammenarbeit
sehr gut - Leistungseinbrüche leistete sich unser "Mr. Power"
überhaupt keine.
Auch in weiteren Disziplinen kann der Kenwood punkten. Die Verarbeitung mit
der gebürsteten Aluminium-Frontplatte ist sehr gut. Das hoch auflösende
Display unterstützt zusammen mit dem hochwertigen Geräteinnenleben unseren
ausgezeichneten Eindruck. Nicht ganz zu diesem überzeugenden Gesamtkonzept
passt die mitgelieferte Fernbedienung. Die Materialqualität ist nur
befriedigend, und auch die Verarbeitung liegt auf keinem sonderlich hohen
Niveau. Durch die teilweise zu klein ausgeführten Bedienelemente wird die
Bedienung etwas erschwert. Im Gegensatz dazu entschädigen die hochwertigen
Bedienelemente am Gerät selber durch ihren tadellosen Bedienkomfort. Etwas
Kritik müssen wir am Anschlusspaneel auf der Geräterückseite üben. Zwar ist
das Angebot an Anschlüssen absolut ausreichend, dass wir für die
Surroundkanäle jedoch nur Lautsprecher-Klemmverschlüsse vorfinden, ist nicht
mehr preisklassengemäß. Hier sollte Kenwood nachbessern.
Am Fazit unseres Tests können diese kleinen Kritikpunkte jedoch nichts
ändern. Zu einem fairen Preis bekommt der Käufer einen durchdacht
ausgestatteten AV-Receiver, der leistungsfähig ist und einen dynamischen,
lebendigen Klang bietet. Mit seiner gelungenen Optik bietet der KRF-V7070D auch
gleich das Feeling einer deutlich höheren Preisklasse.
Der KRF-V7070D beeindruckt durch hohe Klangdynamik, große
Ausstattungsvielfalt und Top-Qualität

Mittelklasse
Preis-/Leistung:      
Pro:
-
Sehr pegelfeste Endstufen
-
Hohe Dynamik im Mehrkanal-Musik- und im Heimkinobetrieb
-
Lebendiger Hochtonbereich
-
Präzise und voluminöse Bassdarstellung
-
Vielfältige elektronische Zusatzfeatures
-
Hochwertige Verarbeitung
-
Exzellente CSII- und Dolby PLII-Integration
Contra:
Technische Daten:
-
AV-Receiver
-
Decodiert DD/DTS 5.1, Dolby Digital 5.1 EX, Dolby Pro Logic
2, Smart Circle Surround II
-
5 x 100 Watt (nach RMS), Linear Trait Transistortechnik
-
32 Bit "Melody" DSP
-
5 DSP-Modi
-
RDS-Tuner mit 40 Stationsspeichern
-
Energiesparender Standby-Trafo ( > 1 W)
-
2 geschaltete Netzausgangsbuchsen
-
Active EQ, Speaker EQ
-
Wahlmöglichkeit des Lautsprecher-Typs (z.B.
Zweiwege-System)
-
Subwoofer Remix-Funktion
-
Surround-Speaker-Remix-Funktion
-
Eingänge Analog-Audio: Tape/MD, CD/DVD, AUX, Phono, Video
1, Video 2, Video 2, Front AV
-
Eingänge Video: Video 1 (FBAS), Video 2, DVD (beide
S-Video- und FBAS-beschaltet), Video 3, Front AV (beide S-Video- und
FBAS-beschaltet)
-
Eingänge Digital-Audio: 1 optisch, 2 x koaxial
-
Ausgänge Analog-Audio: Tape/MD, Video 1
-
Ausgänge Video: Video 1 (FBAS), Monitor (S-Video und FBAS)
-
Sechskanal-Eingang (DVD Audio-ready)
-
Pre-Out für Back Surround
-
Lautsprecher-Schraubverschlüsse für L, C, R
-
Neue vorprogrammierte Fernbedienung
-
Farben: Schwarz und Silbern
-
Metallfrontplatte
-
Preis 459 EUR
Test: Carsten
Rampacher
Testassistenz: Matthias Walther-Richters
22.09.2003
Mehr zu allen AV-Receivern und DVD-Playern von Kenwood
finden Sie hier
HOME
> HARDWARE-TESTS > ZURÜCK
<
|