Test: AV-Receiver Kenwood KRF-V7060D

Ausstattung und Verarbeitung
Kenwood hat in seine neuen AV-Receiver viel Entwicklungsarbeit gesteckt, und,
wie bereits der Test des KRF-V5060D zeigt, hat sich der Aufwand gelohnt, ein
hervorragender AV-Receiver für den qualitätsbewussten Heimkino-Einsteiger ist
entstanden. Nach dieser hervorragenden Leistung wollten wir natürlich wissen,
was der "größere Bruder" des 5060ers für eine Performance bietet -
kurz darauf trat ein KRF-X7060 mit DTS 5.1/DD 5.1/DD 5.1 EX-Decoder, Kostenpunkt 529 EUR, in edlem Silber bei uns zum
Praxistest an. Zunächst im
Mittelpunkt des Interesses: Das von SRS Labs entwickelte Circle Surround II mit
"TruBass", einer "Focus"-Einstellung für bessere
Sprachverständlichkeit und einem Cinema- und einem Music-Modus. Das System ist zusätzlich zu Dolby ProLogic II mit an Bord.
Herausragendes Merkmal des CS II ist zunächst einmal die Möglichkeit, bis zu
6.1 Kanäle in sehr guter Qualität zu erzeugen - und zwar mit vollem
Frequenzgang und tadelloser Kanaltrennung, so dass lästiges Übersprechen
praktisch kaum noch herauszuhören ist. Was uns gut gefiel: Die
Möglichkeit, durch die Integration des Back Surround-Lautsprechers (der
KRF-V7060D hat zwar lediglich 5 Endstufen mit je 100 Watt, über einen
entsprechenden Pre-Out-Anschluss kann aber eine Endstufe für den Back
Surround-Kanal angeschlossen werden) ein nochmals weitläufigeres Raumgefühl zu erzeugen. Bezüglich der Basswiedergabe arbeitet das System folgendermaßen: Wenn nach
der TruBass-Theorie 2 Frequenzen zum menschlichen Ohr gelangen, z.B. 150 Hz und
100 Hz, werden folgende Frequenzen registriert:
- 100 Hz
- 150 Hz
- 150+100 Hz=250 Hz
- 150 Hz-100 Hz=50 Hz
Die tatsächlich gehörten tiefen Frequenzen kommen jedoch nicht direkt vom
Lautsprecher. TruBass generiert daher, um diesen Effekt zu erreichen und tiefe
Frequenzanteile aus dem Signal zu gewinnen, Differenzsignale, die vom
menschlichen Gehirn als Tiefbass registriert werden. Die TruBass zugrunde
liegende Technologie ist daher kein Equalizing-Effekt, sondern psychoakustischen
Ursprungs. Arbeitsweise: Ein 80 Hz-Frequenzanteil beispielsweise hat bei
160 und 240 Hz seine harmonischen Vielfachen, die von fast allen Lautsprechern
wiedergegeben werden können. TruBass filtert nun die 80 Hz-Grundwelle heraus
und nutzt die Oberwellen 1. und 2. Ordnung. Zwei Dinge ermöglichen diese
Vorgehensweise: Zum einen das nichtlinear arbeitende menschliche Gehör, zum
anderen die Tatsache, dass das Gehirn aus den beiden harmonischen Vielfachen die
Differenz bildet, die der ursprünglichen Grundwelle, also den genannten 80 Hz,
entspricht. Dies klingt kompliziert, in der Praxis aber ergeben sich laut
Kenwood und SRS folgende Vorteile: Geringere Anforderungen an die Verstärkerleistung ermöglichet kleinere
Geräteabmessungen, auch geht von den Tiefbasssignalen, die mittels TruBass
erzeugt wurden, kein Körperschall aus. Die unerwünschte Bassübertragung in
Nebenräume wird ebenfalls reduziert. Gleichzeitig verbaut Kenwood noch zwei
weitere "Special Features:
Zusätzlich zu TruBass kommen mit Speaker EQ und Active EQ zwei Systeme
hinzu, die sich die Vorteile der TruBass-Funktion für ihre ihre Arbeitsweise
zunutze machen. Im Fokus bei beiden Features liegt die Verbesserung der
Wiedergabequalität beim Betrieb von Subwoofer-/Satellitensystemen zusammen mit
AV-Receivern. In dem Preissegment, in dem der KRF-V7060D vertreten ist,
verwenden nicht wenige potentielle Käufer hochwertige Subwoofer-/Satellitensysteme,
sei es aus Platz- oder aus Kostengründen oder wegen der Flexibilität bei der räumlichen
Integration. Um aber den bisher nicht wegzudiskutierenden Nachteilen wie
beispielsweise der nicht voll befriedigenden Dynamik, dem "Klangloch"
zwischen der unteren Grenzfrequenz der Satelliten und der Übernahmefrequenz des
Subwoofers, entgegen zu wirken, kommen einige Neuerungen zum Einsatz:
Speaker EQ für Subwoofer/Satellitensysteme unterschiedlicher Größen:
- Equalization der Satellitenlautsprecher zur Frequenzganganpassung
(Small/Middle/Large)
- "Bass Track" soll ein Clippen des Subwoofers (bei Sub/Sat-Systemen
oftmals sehr kritisch!) verhindern. Der Level kann im Setup des AV-Receivers
eingestellt werden
- Speaker EQ linearisiert den Frequenzgang
Active EQ:
- Harmonisierung des Frequenzgangs über den gesamten
Wiedergabe-Frequenzbereich bei aktivierter Speaker EQ Schaltung
- Perfekte Integration von TruBass
- Verbessert die Grundtonwiedergabe bei Satellitenlautsprechern
- Soll auch bei Standlautsprechern eine Klangverbesserung mit Tieftonbereich
sicherstellen
Dass auch mit großen Lautsprechern bei angeschaltetem Active EQ etwas tat,
war im Testbetrieb mit großen
Hauptlautsprechern festzustellen. Die Basswiedergabe war, auch ohne aktiven
Subwoofer, rund, präzise und harmonisch. Active EQ arbeiten in verschiedenen
Modi: Im Music Mode kompensiert Active EQ im Zusammenspiel mit Speaker EQ
effizient die "Lücke" im Frequenzgang, im Cinema Mode wird eine
Dynamikerhöhung vorgenommen, um ein lebendigeres Klangbild zu erreichen, und im
TV Mode wird der Sprachfrequenzbereich angehoben. Eine exzellente Basswiedergabe scheint
den Kenwood-Entwicklern überhaupt sehr am Herzen gelegen zu sein: Eine
spezielle "Bass Boost"-Schaltung (nur im Stereobetrieb, analog oder
digital) hebt den Bass von der Einstellung "0" direkt auf die Maximal-Einstellung "10", was mit dem entsprechenden restlichen Equipment und
der entsprechenden Software für Bass-Fans durchaus eine positive Erfahrung sein
kann, bei weniger basskräftigen Lautsprechern und/oder schlecht aufgenommener
oder musikalisch nicht passender (Klassik/Jazz) Software macht sich die
"Bass Boost"-Schaltung durch Dröhnen und einer unpassenden
Überbetonung des tieffrequenten Bereichs eher nachteilig bemerkbar. Aber als
Hilfsmittel, um Klassik- und Jazz-Aufnahmen den richtigen Glanz zu verleihen,
sieht man den Bass Boost bei Kenwood auch keinesfalls an. Und für den Trance-
und Techno-Fan ist er auf jeden Fall sehr gut geeignet. Zusätzlich bringt der
KRF-V7060 auch noch eine (ebenfalls für den analogen/digitalen Stereobetrieb
gedacht) Loudness-Reglung mit. Weiteres Feature: Mittels der "Surround
Mix"-Funktion im Setup läuft die Back Surround Matrix immer mit, auch im
Dolby PLII-Betrieb
Aber nicht nur mit Sound-Features, auch mit seiner sehr guten und
hochwertigen Verarbeitung kann der Kenwood punkten. Zum gelungenen Gesamteindruck trägt auch die edle
Metallfrontplatte bei, die Bedienungselemente auf der Gerätevorderseite sind
allesamt qualitativ hochwertig ausgeführt. Die Anschlussbestückung geht in Ordnung, hier bietet mancher
Konkurrent aber mehr: Der AV-Receiver verfügt über drei Digitaleingänge (2 x
koaxial, 1 x optisch), die Videosektion ist teilweise S-Video-beschaltet,
YUV-Anschlüsse gibt es keine.

Hier bieten z.B. die aktuellen, preislich vergleichbaren Yamaha-AV-Receiver
mehr. Lobenswert: Der S-Video-beschaltete AV-Fronteingang, der zudem noch
vergoldet ist. Der einzige wirkliche Nachteil des KRF-V7060D offenbart
sich beim Lautsprecheranschluss: Während für die beiden Haupt- und den Center-Lautsprecher
großzügig dimensionierte Schraubverschlüsse offeriert werden, müssen sich
die Surround-Boxen mit simplen Anschlussklemmen begnügen, so konnten wir dann
auch im Testbetrieb unsere Monster QuickLock-Bananenstecker
für den Surroundbetrieb nicht verwenden Hier sollte Kenwood
bei der nächsten Generation nachbessern. Doch dies ist der einzige richtige
Kritikpunkt - mit sonst sehr guter Ausstattung und einer tadellosen Verarbeitung
sichert sich der Kenwood sechs Sterne.
Bewertung      
Bedienung
Der
Kenwood lässt sich insgesamt leicht bedienen - dazu tragen verschiedene
Faktoren in sehr guter Zusammenarbeit bei: Das Display mit seiner feinen Auflösung und der
guten Ablesbarkeit gefällt ebenso wie die zwar etwas große, aber
insgesamt praktische, weil absolut vollwertige Fernbedienung. Auf letzterer sind
zwar recht viele Tasten zu finden, mittels einer sinnvollen, räumlichen und
auch farblichen Abgrenzung der unterschiedlichen Funktionsgruppen und
unterschiedlicher Ausführung der Bedienelemente ist die Bedienbarkeit aber
insgesamt gut. Lediglich einige Druckknöpfe hätten etwas größer und
prägnanter ausfallen dürfen. Sinnvoll wäre es, wenn Kenwood die wichtigsten
Funktionstasten des IR-Controllers noch mit einer Beleuchtung ausstatten würde.
Das Setup geht einfach vonstatten, einige Dinge
sollte man aber zuvor der Bedienungsanleitung entnehmen: Sind die
Frontlautsprecher auf "large" eingestellt, so gibt der aktive
Subwoofer, auch wenn er im Setup auf "on" steht, keinen Ton aus.
Aktiviert man hingegen im Speaker Setup die Funktion "Subwoofer Remix",
dann tritt der Aktivwoofer zusätzlich zu den "Large"-Frontboxen in
Aktion. Ist "Surround Mix" im Setup eingestellt (wichtig:
ZUSÄTZLICH zu Surround Back-Einstellung "on" zu aktivieren), wird der
Back Surround Lautsprecher immer mit betrieben (nicht nur in Dolby Digital,
sondern auch in DTS. Es ist sinnvoll, diese Funktion auf "on" zu
stellen, denn ist sie auf "off", dann laufen auch die meisten DD 5.1
EX-Filme nicht mit Back Surround Center, da die Auto Detect-Funktion erst bei
neuen DD 5.1 EX-Titeln funktioniert).
Bewertung      
Ton
Testequipment:
-
DVD-Player Harman/Kardon DVD-25
-
Frontlautsprecher Mirage FRX-9/Magnat Vector 77
-
Centerlautsprecher Mirage MC-2/Magnat Vector Center 13
-
Surroundlautsprecher + Back Surround-Lautsprecher Mirage FRX-Rear/Magnat
Vector 22
-
Separate Endstufe Kenwood KMF-X9000
-
Aktiver Subwoofer Magnat Omega 380
-
TV Grundig Lenaro 92 MFW 92-6110/9 DVD
Zusammenfassung: Der KRF-V7060D legt die Messlatte für AV-Receiver knapp
über 500 EUR extrem hoch. Dies liegt vor allem an seiner für diese Preisklasse
erstaunlich souveränen Art, mit jeglicher Software umzugehen. Immer ist genug
Kraft vorhanden, um auch größere Hörraume zu beschallen. So ist selbst in
unserem 40 Quadratmeter-Hörraum kein Leistungsmangel zu beobachten, im
Gegenteil: Ohne hörbare Probleme kann der Kenwood auch im mehrstündigen
Dauereinsatz mit gleichbleibender Leistungsentfaltung und einer hervorragenden
Pegelfestigkeit auftrumpfen. Die Gesamtcharakteristik ist homogen und angenehm,
noch stärker als diese Komponente begeistert aber die großartige Dynamik im
Heimkinobetrieb, der kraftvolle, präzise Basseinsatz und die lebendige
Surround-Soundkulisse mit ihrer hohen Durchschlagskraft bei Effekten. Mit seiner
dynamischen Auslegung schlägt sich der AV-Receiver auch im
Mehrkanal-Musikbetrieb lobenswert gut. Ebenso beachtlich sind die Qualitäten im
Stereo-Einsatz, überragend klingt der Kenwood, wenn man ProLogic II Music oder
CS II Music einsetzt.
Die ausführlichen Eindrücke:
Film
Viel Gas gibt der Kenwood im Heimkinobetrieb. Angeschlossen wurde noch
eine KMF-X9000 Endstufe im Monobetrieb für den Back Surround Kanal. Beim
Einpegeln wurde natürlich berücksichtigt, dass die sehr kräftige Endstufe
für diesen Verwendungszweck überdimensioniert ist. Im Praxisbetrieb waren die
Leistung tadellos: Beim klassischen "Broadway
2000"-Trailer auf der THX Surround EX Demo DVD beweist der KRF-V7060 mit einem für
seine Preisklasse großartigen Volumen und einem präzisen, exzellent
abgestimmten Bassbereich seine Klasse. Vor allem beeindruckend: Wie sauber der
verhältnismäßig preiswerte Kenwood selbst bei sehr stark forcierten Pegeln
noch agiert. Der Track "Jungle Sounds"
begeistert ebenfalls: Souverän meistert der Kenwood alle Arten der vorkommenden
Surroundeffekte, die Ortung ist zu keiner Zeit ein Problem, im Gegenteil: Auch
hier überzeugt der AV-Receiver mit seiner tadellosen Präzision. Richtig gut in
Form zeigt sich der Kenwood auch bei der berühmt-berüchtigten Angriffszene auf
Pearl Harbor (Kapitel 22) auf der gleichnamigen DVD. Bei diesem effektgeladenen
Film aktivierten wir die Back Surround Matrix, um ein noch raumfüllenderes
Klangbild zu erhalten, was auch hervorragend gelang. Mit tieffrequenter Gewalt
ertönen die verheerenden Explosionen auf den Schiffen der US-Marine, die zu
diesem Zeitpunkt völlig unvorbereitet auf den groß angelegten japanischen
Angriff waren. Die Räumlichkeit und das Volumen sind hervorragend, aber der
KRF-V7060D ist nicht nur Meister der großen Explosionen: Auch die natürliche
Stimmwiedergabe, ebenfalls mit tadellosem Volumen, gefällt. Tosende Orkane,
meterhohe Wellen - die Urgewalt von Naturereignissen veranschaulicht der
KRF-V7060 beim "Perfect Storm" (Code 2, Dolby Digital 5.1 EX) bestens.
Die gigantischen Wellen spielen derart laut krachend und rauschend mit den
Fischerbooten und größeren Schiffen, dass die unbändige Kraft mit
ungefilterter Wucht im Hörraum spürbar wird. Hier kann der Kenwood auch schon
mit teureren AV-Receivern konkurrieren, denn die Kraftausbrüche, zu denen der
Kenwood beispielsweise im 13. Kapitel fähig ist, sind schon fast brachial zu
nennen. Wer hier will, dass die Wände noch spürbar vehementer wackeln und
gleichzeitig die Präzision bei der Einarbeitung auch kleinerer Effekte deutlich
steigt, muss auch deutlich mehr investieren. Für seinen Preis bietet der
KRF-V7060D im Heimkino-Betrieb Spitzenleistungen ohne Wenn und Aber. Und es geht
noch weiter, denn auch ohne aktiven Subwoofer schlägt sich der Kenwood
überraschend gut: So war der Basseinsatz bei der "Mumie" (Code 2)
schon hörbar verhaltener, aber immer noch mit einer beachtlichen Kraft
versehen. Diese Beobachtung stellt den verwenden Endstufen ein sehr gutes
Zeugnis aus, denn im leistungsintensiven Bassbereich wird sonst nicht viel
Beachtliches geboten, selbst noch bei teureren AV-Receivern. Besonders deutlich
macht dies der Kenwood bei der Eröffnungsszene von "Independance
Day", wo der KRF-V7060D auch ohne aktiven Subwoofer eine sehr gute
Bass-Performance ermöglicht. Mit angeschlossenem Aktivsubwoofer dann ist der
KRF-V7060 kaum noch zu bremsen, das imposante Tiefbass-Gewitter, das beim Flug
der riesigen Alien-Raumschiffe durchs All erzeugt wird, bringt der AV-Receiver
hervorragend in den Hörraum. Nur darf nicht der Fehler gemacht werden, beim
aktiven Subwoofer zu sparen: Ein ausreichend kräftiges Exemplar sollte es,
gerade bei größeren Hörräumen > 25 Quadratmeter, schon sein. Die
mannigfaltigen Explosionen lassen den Kenwood kalt: Locker lässt er es derart
laut krachen, dass man es im Blindtest kaum glauben mag, dass ein 529
EUR-AV-Receiver seinen Dienst verrichtet und nicht ein ausgewachsener AV-Bolide.
Hier hilft nur der direkte Vergleich weiter, dann hört man schon noch eine
deutliche Steigerung bezüglich schierer Kraft und Volumen. Aber die Frage ist,
ob dieses Plus auch die teils heftigen Mehrpreise Wert sind. Richtiges Heimkino,
ohne Frage, lässt sich mit dem KRF-V7060D auf beachtlichem Niveau realisieren.
In der Auslegung ist der KRF-V7060 ein ganz eigener Charakter: Insgesamt nicht
ganz so homogen und ganz so harmonisch (vor allem auch bei weniger guter
Software, wo z.B. der RX-V530 noch immer ein sehr rundes Klangbild zu erzielen
weiß) wie die Konkurrenz von Yamaha, nicht ganz so feinfühlig im Einarbeiten
kleinerer Effekte und in Bezug auf eine sehr differenzierten Stimmwiedergabe wie
die AV-Receiver von Denon, dafür in anderen Heimkino-Paradedisziplinen
Maßstäbe setzend: In Bezug auf die Kraftentfaltung, die Dynamik und die
großartige Surround-Klangkulisse bei Effektfeuerwerken kommt zurzeit keiner am
Kenwood vorbei, womit der KRF-V7060D als unser "Mister Action" erste
Wahl für die Action- und Sci-Fi-Movie-Fraktion sein dürfte. Wer vor hatte,
mehr für einen überwiegend für effektgeladenes Heimkino verwendeten
AV-Receiver auszugeben: Wir empfehlen, erst mal den Kenwood Probe zu hören,
denn dieser realisiert schon erstaunliche Kraftausbrüche. Nur, wer über
mehrere Stunden in großen Hörräumen mit hohen Pegeln fährt und auf eine
absolut kompromisslose Basswiedergabe nicht verzichten kann, die auch bei
höchsten Lautstärken nicht nachlässt, sollte tiefer in de Tasche greifen und
sich in höheren Preisregionen umsehen.
Die Surround-Aufpolierer SRS CS II Cinema und Dolby Pro Logic II Movie haben
wir uns ebenfalls angehört. Hervorragend gelungen ist SRS Circle Surround
Cinema, bei Testläufen mit "Top Gun" (Code 2, DVD-Player HK DVD-25
analog an Kenwood KRF-V7060D angeschlossen) begeisterte der neue
Surround-Aufpolierer mit einer sehr weitläufigen Raumdarstellung, die den Raum
im Vergleich zu PLII Movie bildlich gesehen noch weiter öffnete: So hatten die
herumfliegenden Jets hörbar mehr Platz zum Fliegen, die Effektwiedergabe war
durch den größeren virtuellen Raum noch beeindruckender. Lobenswert auch: Das
sehr gute Volumen. Dolby PLII Cinema klang im Vergleich dünner und weniger
aussagekräftig. Der Basseinsatz ist bei CS II insgesamt etwas präziser und mit
mehr Volumen versehen als im PLII-Betrieb, im richtig tieffrequenten Bereich
lassen aber beide Surround-Aufpolierer noch Verbesserungspotential für die
Zukunft: Nicht, dass das Gebotene auch im Ist-Zustand schon gut wäre, aber mit
etwas mehr Prägnanz und Tiefgang wäre das Hörvergnügen nochmals größer.
Auch gut gelungen: Die Vorstellung von SRS CS II Cinema bei der
"Mumie" (DVD-Player wiederum analog an AV-Receiver angeschlossen):
Hier war wiederum die sehr gute Raumwirkung auffällig, nur das Volumen im
Tiefbassbereich und die nochmals gesteigerte Effektpräzision und Auflösung im
Hochtonbereich machen deutlich, wo die Vorzüge der "richtigen"
5.1-DD-Darbietung liegen. Pro Logic II Movie schlug sich bei der
"Mumie" auch sehr gut: Die minimal präzisere Stimmwiedergabe waren
als Vorteil zu buchen, dafür war das Raumgefühl etwas schlechter als bei SRS
CS II. Insgesamt ist SRS CS II Cinema eine wertvolle Bereicherung, so dass
zusammen mit PLII Movie nun gleich zwei sehr gute Systeme für das effektive
Aufpolieren von Dolby ProLogic- oder Stereo-Software zur Verfügung
stehen.
Musik
Es ist schon erstaunlich, dass immer noch mehr geht - es gibt verschiedene
AV-Receiver, die für knapp über 500 EUR im Mehrkanal-Musikbetrieb für ihren
Preis eine Menge bieten. Schwer jedoch dürfte es fallen, die Performance, die
der KRF-V7060D bei der Scorpions-DVD "Acoustica" (Tonspur DTS 5.1) zu
bieten hatte, noch zu toppen. Dynamisch, klar, mit einer hervorragend
abgestuften Surround-Klangkulisse ging der Kenwood ans Werk, mit einer sehr
guten, ausgewogenen, aber doch prägnanten Stimmwiedergabe, die mit den
exzellent eingearbeiteten Musikinstrumenten bestens harmonierte. Eine
kraftvolle, dynamische Darbietung mit sehr guter räumlicher Wirkung bot der
KRF-V7060D auch bei Wolfgang Amadeus Mozarts Oper "Figaros Hochzeit":
Die klanglich wunderschöne Aufführung der Staatsoper Berlin (1999) kann auf
dem Kenwood wirklich begeistern, wenn man die Art und Weise der Präsentation
mag: Mit Schwung und Kraft legt der KRF-V7060D los und überträgt so bestens
die Spielfreude der Musiker und den Esprit der Opernsänger, bis in hohe
Lautstärkeregionen ist das Klangbild weiträumig, mit angenehmen, leicht warmen
Einschlag und einem souveränen Management aller Dynamiksprünge. Vor allem den
Herrenstimmen gibt der Kenwood ein natürliches, tadelloses Volumen. Die
Einarbeitung ganz feiner Details liegt dem AV-Receiver dafür nicht so, was aber
nur dem Kenner, der ein Klangbild wünscht, in dem jede akustische Kleinigkeit
akkurat wiedergegeben wird, auffallen dürfte. Mancher Klassik-Fan wünscht sich
auch einen noch differenzierteren Hochtonbereich. Wer diese Eigenschaften,
gepaart mit der kraftvollen Wiedergabe des Kenwood, in einem Gerät vereint
haben möchte, muss aber auch hohe Beträge für den neuen AV-Receiver oder -
Verstärker nicht scheuen. Für den günstigen Kaufpreis bietet der KRF-V7060D
jede Menge Hörspaß, der dem Gerät das Interesse vieler potentieller Käufer
sichern dürfte.
Die Surround-Aufpolierer SRS CS II Music und Dolby Pro Logic II Music zeigten
ebenso, welches Potenzial im KRF-V7060D steckt: In unseren Testläufen konnte das
neue SRS-System vollauf
überzeugen. Zu loben ist die ausgezeichnete Basseinbindung, mit ordentlicher Kraft, und
vor allem, mit einer erstaunlichen Präzision. Gleichzeitig ist die Wiedergabe
von Stimmen außerordentlich gelungen, so dass kaum Präzisionsverluste
gegenüber der Stereodarbietung negativ auffallen. Ebenfalls bestens gelungen:
Der klare Hochtonbereich, gut abgestuft und von angenehmer Charakteristik. Gerade
bei Liedern wie dem bassgewaltigen "Un-Break My Heart" von Toni
Braxton setzt sich CS II im Music Mode sehr gut in Szene, vor allem mit der
Präzision im Bassbereich und der ausgezeichneten Stimmwiedergabe. Selbst der
Klassik-Fan dürfte sich (wie bei Felix Mendelssohns 1. Symphonie gehört) über
die natürliche Räumlichkeit, das gute Volumen und über den erstaunlich
differenzierten Hochtonbereich freuen - wenngleich es bezüglich der Präzision
und des Facettenreichtums im Hochtonbereich natürlich noch immer einen
Unterschied zum reinen Stereobetrieb gibt. Wer gern einen sehr voluminösen Bass hört, ist im PL II
Music Mode (mit allen Einstellmöglichkeiten) richtig aufgehoben, denn die
Basswiedergabe im PLII
Music-Betrieb ist brillant: Zwar minimal unpräziser als bei CS II, aber dafür
mit nochmals besserem Tiefgang und einem herausragenden Volumen. Übrigens ist
es auch im Dolby PLII Modus möglich, mittels einer Option im Setup namens "Surround Mix"
den Back Surround Lautsprecher mitlaufen zu lassen. Die
Gesamtharmonie ist sehr hoch, auch die Einarbeitung der Stimmen gefällt.
Glanzpunkte setzt der Kenwood bei bassstarker Techno- und Dancemusik: Er legt
dann eine derartige Performance im PLII Music Mode vor, dass es den Nachbarn Angst und
Bange werden dürfte. Die Kraft der eingebauten Endstufen ist auch
für eine partytaugliche Beschallung ausreichend. Kein Zweifel: Gerade für den
Techno- und Dancefloor-Liebhaber ist der KRF-V7060 eine überragende Maschine,
und das zu einem günstigen Preis. Insgesamt ist das Klangbild bei SRS CS II
noch minimal klarer - letztendlich ist es zum einen Geschmackssache, zum anderen
auch von der Software abhängig, welcher Surround-Aufpolierer den besten
Eindruck hinterlässt. Schön, dass Kenwood dem Kunden die Wahl lässt und beide
sehr gut arbeitenden Systeme verbaut.
Eine Überraschung der sehr angenehmen Art erlebten wir im Stereobetrieb: der
KRF-V7060D klang bei Mendelssohn-Bartholdys erster Symphonie erstaunlich
komplett. Ein angenehm kräftiges Klangbild mit einem leicht warmen, aber immer
klaren Grundcharakter zeigt, dass der Kenwood sich auch im Stereobetrieb treu
bleibt: Nicht der detailverliebte Feingeist, sondern der angenehm klingende
AV-Receiver, dem man immer anmerkt, dass genug Kraft da ist, um auch bei hohen
Pegeln noch immer eine ausgewogene, in keinem Bereich des Frequenzspektrums
überbetonte Darstellung abzuliefern. Glänzend schlägt sich der Kenwood, wenn
bassstarke Musik wie z.B. R&B, Hip Hop oder Techno gehört wird: Mit einer
sehr gut funktionierenden Loudness-Schaltung und dem Bass Boost, der den
internen Tonregler für den Bass auf Knopfdruck auf das höchste Niveau (10)
stellt, ist der KRF-V7060 prädestiniert für die hervorragende Stereowiedergabe
dieser Musikarten. Hier, das wird klar, machen auch manche deutlich teureren
Geräte dem Kenwood nichts vor, die Bassgewalt ist, für diese Preisklasse,
phänomenal. Der Liebhaber von Streicherquartetten und Cembalo-Musik wird nur
ein wenig Feingefühl vermissen: Zwar ist auch bei dieser Art von Musik der
Klang angenehm und homogen, die Einarbeitung von feinen Details wie z.B. dem
feinfühligen Abklingen von Instrumenten ist nicht die Domäne des KRF-V7060.
Stereo-Fazit: Für den Preis insgesamt tadellose Qualitäten - sehr gut
gelungen.
Bewertung Klang Film      
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik      
Bewertung Klang Dolby PLII/CS II      
Bewertung Klang Stereo      
Fazit
Schon der kleiner KRF-V5060 deutete hier im Test an, dass Kenwood mit der
aktuellen AV-Receiver-Produktpalette ein besonders guter Wurf gelungen ist. Noch
eindrucksvoller untermauert dies der exzellente KRF-V7060, der vor allem mit
einer für die Preisklasse absolut überragenden Integration der beiden
Surround-Aufpolierer Circle Surround II und Pro Logic II im Kino- und
Musikbetrieb glänzen kann. Sehr lobenswert, dass Kenwood trotz des
zusätzlichen Vorhandenseins von CS II den Music Mode von PL II mit allen
Einstellmöglichkeiten ausrüstet. Auch, was die Disziplin "Surround-Aufpolierer"
angeht, macht dem Gerät in seiner Preisklasse zurzeit kein Konkurrent etwas
vor. Im DD/DTS-Betrieb begeistert der KRF-V7060D ebenfalls mit seinen
Qualitäten: Der Sound ist auch bei hohen Lautstärken druckvoll und dynamisch,
die Bassabstimmung macht actiongeladene Blockbuster zu einem wahren Erlebnis.
Die ebenfalls lobenswerte Stimmwiedergabe, die ebenfalls durch ihr sehr gutes
Volumen besticht, ergänzt den tadellosen Eindruck. Sehr empfehlenswert ist,
eine zusätzliche Endstufe und einen Back Surround Lautsprecher in Betrieb zu
nehmen, mit einem noch dichteren Raumeindruck ist das Ergebnis bei guter
Heimkino-Software nochmals besser. Auch bei mehrkanaliger Musik kann der
KRF-V7060D mit seinem kraftvollen Antritt und seinem ausgezeichneten
Raumeindruck punkten, nur Liebhaber einer sehr feinen Detaildarstellung und
einer sehr differenzierten Darstellung des Hochtonbereichs dürften noch
Verbesserungspotential sehen. Auf einem hohen Niveau, mit hochwertiger
Metallfront, bewegt sich auch die Verarbeitung, die mitgelieferte Fernbedienung
ist zwar etwas groß dimensioniert, aber absolut vollwertig. Die Bedienung ist
insgesamt einfach, Kenwood liefert viele sinnvolle elektronische Zusatzfeatures
mit, so dass der KRF-V7060 beispielsweise auch optimal an hochwertige Sub/Sat-Systeme
(andere sollte man einem derart guten AV-Receiver nicht zumuten) angepasst
werden kann. Die Auswahl an Anschlüssen ist nicht überragend, aber in Ordnung,
das Einzige, was man dem KRF-V7060D wirklich ankreiden kann, sind die
unpassenden Klemmanschlüsse für die Surroundlautsprecher. Doch dieser im
Vergleich zum sonstigen Eindruck eher sekundäre Kritikpunkt kann nicht
verhindern, dass der tadellose Kenwood der erste AV-Receiver knapp über 500 EUR
ist, der unsere Testprozedur mit der Bewertung "Überragend"
abschließt: Nicht nur, dass für den Kaufpreis des AV-Receiver nicht mehr mehr
erwartet werden kann, mit seiner druckvollen, dynamischen Heimkinoperformance
und den beiden exzellent integrierten Surround-Aufpolierern zeigt der KRF-V7060
auch gegen teurere Konkurrenten Flagge und beweist, dass das aktuelle
AV-Receiver-Lineup aus dem Hause Kenwood das Zeug dazu hat, eine sehr gewichtige
Rolle auf dem Markt zu spielen.
Der Kenwood markiert die Spitze des klanglich Machbaren für
seinen Kaufpreis und rückt selbst manchem teureren Konkurrenten bedrohlich nahe

Mittelklasse
Preis-/Leistung:      
Pro:
-
Überragende Heimkino-Performance
-
Leistungsstarke Endstufen mit hoher Dauerbelastbarkeit
-
Dolby PLII und SRS CS II exzellent integriert
-
Hilfreiche elektronische Zusatzfeatures
-
Guter Stereoklang
-
Sehr gute Verarbeitung
-
Einfache Bedienung
Contra:
KRF-V7060D - wichtige Daten:
- Im Fünfkanal-Surround-Modus 5 x 100 W (RMS) mit Linear Trait
Transistortechnik
- Vorverstärkerausgänge für die zusätzlich erforderliche Endstufe für
DD 5.1 EX
- Dolby Digital EX
- Circle Surround II
- 32-Bit Melody DSP
- 5 DSP-Modi
- Active EQ/Speaker EQ/Subwoofer Remix
- 1 optischer Digitaleingang und 2 koaxiale Digitaleingänge
- DVD Audio-tauglicher Sechskanaleingang
- RDS-Tuner mit 40 UKW/MW-Festsenderspeichern
- Neue, vorprogrammierte Joystick-Fernbedienung
- Energiesparender Standby-Trafo mit einem Stromverbrauch von < 1 W
- Metallfrontplatte
- Kaufpreis 529 EUR
Test: Carsten
Rampacher
02.07.2002
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