Test: DVD Audio/Video-Wechsler Kenwood DVF-R9050
13.01.2002 (cr)
Finish, Features und Laufwerk
Eine Exklusivität befindet sich im DVD-Player-Programm von Kenwood: Der auf
dem deutschen Markt einzige DVD Audio/Video-5-Fach-Wechsler mit Progressive Scan-Ausgabemöglichkeit
für NTSC-DVDs via YUV, der natürlich auch noch CD-Rs, CD-RWs und MP3-CDs
wiedergibt. Dieses DVF-R9050 getaufte Multitalent wird seit Ende
vergangenem Jahres zu einem Preis von 1449,99 € angeboten. Wie gewohnt zeigt sich auch der DVF-R9050 im progressiven
Kenwood-Design,
welches seit geraumer Zeit typisch für die Topliner des Hauses ist. Man kann
das Styling mögen oder nicht, dies ist der subjektiven Meinung überlassen -
sachlich gibt es nichts daran auszusetzen. Sehr gut in Form präsentiert sich
die Verarbeitung: Sie ist ohne Fehl und Tadel und der Preisklasse angemessen,
die Frontplatte überzeugt mit ihrer massiven Ausführung, und auch die große
Lade des Wechselkarussells macht einen vertrauenserweckenden Eindruck: Sie ist
tadellos verarbeitet und fährt leise und gut gelagert heraus. Die Ausstattung
ist reichhaltig: So stehen neben dem Progressive Scan-fähigen YUV-Ausgang
gleich zwei 2 RGB-taugliche Scartbuchsen zur Verfügung, FBAS-Cinch und
S-Video-Hosiden ist ebenfalls jeweils zweimal vorhanden. Dazu kommen audioseitig
der Sechskanalausgang für DVD Audio-Signale und einmal Stereo-Zweikanal sowie
ein optischer und ein koaxialer Digitalausgang. Super: Der Klang
des DVF-R9050 bei der aussetzerfreien MP3-Wiedergabe. Der DVF-R9050 reicht
decodierte MP3-Daten allerdings nur in analoger Form weiter. Das MP3-Menü ist
recht schlicht, mit maximal 8 Zeichen sind die Datei- beziehungsweise
Ordnerbezeichnungen eher knapp bemessen.
Die MP3-Spezifikationen im Überblick:
- Wiedergegeben können Dateien von 32 kbps bis 320 kpbs (von Kenwood
empfohlen 128 kpbs, entspricht auch dem am häufigsten zu findenden
Standard, im test machte der Player aber auch bei den anderen kbps-Raten
keine Probleme und spielte die Tracks ohne Aussetzer und in tadelloser
Qualität)
- Der DVF-R9050 ist kompatibel mit Abtastfrequenzen von 32 kHz, 44,1 kHz
(von Kenwood empfohlen) und 48 kHz
- Es können maximal 999 Ordner oder 999 Dateien auf einer CD abgelegt
werden. Kenwood weist ausdrücklich darauf hin, dass es, auch je nach der
verwendeten CD-Erstellungssoftware, nicht möglich ist, die Ordner in der
gewünschten Reihenfolge abzuspeichern
- Verwendbare Formate: ISO9660, Stufe 1
- Zeitanzeige bei MP3-Dateien nur die "Single Time", d.h. die
Laufzeit des Tracks, der gerade abgespielt wird
- Nicht kompatibel zu ID-3-Tag-Infos
- Kein Programmiermöglichkeit und Random Play möglich im MP3-Betrieb
- Nur Titelsprung möglich, kein Spulen innerhalb der Tracks
Die Einlesezeit für MP3-CDs ist etwas
zu hoch, andere CDs und DVDs werden deutlich schneller eingelesen. Nicht ganz auf der Höhe der Zeit:
Zumindest unsere SVCDs, erstellt nach vcdhelp-Muster,
wollte unser Testgerät nur mit starkem Ruckeln und Tonaussetzern abspielen. Dabei
liefert das Laufwerk sonst allen Grund zur Freude, ist es im Spielbetrieb doch
praktisch gar nicht zu hören. Lediglich beim Einlesen der DVDs merkt man, dass
im Inneren des DVF-R9050 Arbeit verrichtet wird, dann aber auch nur in dezenter
Form. Ebenfalls relativ leise und
problemlos funktioniert die Karussell-Wechselmechanik, alles macht einen
langlebigen und gut durchdachten Eindruck. Wenn eine Wechselmechanik so
hochwertig realisiert wird, lassen sich vielleicht auch Skeptiker, die aufgrund
der meist klapprigen Ausführung vieler Wechselmechanismen eher einen
DVD-Spieler mit Single-Laufwerk suchen, nachhaltig überzeugen.
Ebenfalls sehr gut: Die Fehlerkorrektur: Sichtbare
Artefakte gab es beim Abspielen unserer Fehlerkorrektur-Test-DVD
ab Track 22, ab Track 24 dann bleibt das Bild ab und zu stehen. Bis Track 27
kämpft sich der Kenwood noch weiter, was ein ordentliches Ergebnis darstellt -
also auch hier patzt der DVF-R9050 nicht, sondern stellt sein gleichbleibend
hohes Niveau unter Beweis.
Bewertung Fehlerkorrektur/Laufwerk     
Ein hervorragendes Ergebnis für den exzellent ausgestatteten und sehr gut
verarbeiteten DVF-R9050, der auch dem äußerst anspruchsvollen Benutzer die
Features mitbringt, die er erwartet: Sei es eine aufwändige D/A-Wandler-Sektion
oder ein umfangreicher Videoequalizer, sei es eine vollständige
Anschlussbestückung inklusive 2 x Scart (mit RGB) und YUV-Out mit
Progressive-Ausgabe - der Kenwood bringt alles mit, dazu bietet er noch Platz
für fünf DVDs oder CDs. Nur der MP3-Freak wird die ein oder andere
Zusatzfunktion vermissen, der SVCD-Liebhaber wünscht sich eine ruckelfreie
Wiedergabe. Trotzdem: In Anbetracht der insgesamt sehr beachtlichen Qualitäten ist auch der
Kaufpreis vollkommen gerechtfertigt.
Bewertung Finish, Features insgesamt     
Bedienung
Partiell
nachbessern sollte
Kenwood bei der mitgelieferten Fernbedienung mit Joystick, die zwar gut
verarbeitet ist, mit ihrer etwas knapp bemessenen Größe und den per Schalter an der Seite der
FB wechselbaren Funktionsebenen (die wenigen Tasten sind mehrfach belegt) noch
Spielraum für Verbesserungen lässt. Dies wird besonders deutlich, weil die
Konkurrenz zeigt, wie eine beinahe perfekte Fernbedienung aussehen kann: Sony
beispielsweise liefert beim DVP-NS900V
einen herausragenden IR-Controller mit. Zumindest eine Möglichkeit zur
Illumination sollte Kenwood integrieren, dies würde die Bedienung in der
Dunkelheit erheblich vereinfachen. Dafür gefällt der Joystick mit Präzision
und leichter Steuerung. Absolut überragend ist das
optisch gefällig gestaltete und zusätzlich sehr funktionale On Screen Menü -
so machen selbst sonst lästige Einstellarbeiten Spaß. Ausführlich geriet das
Setup für den internen Decoder, hier ist allerdings zu beachten, dass die
Einstellmöglichkeiten nicht für den DVD Audio-Betrieb gelten.
    
Bild
Im Progressive-Betrieb zahlt sich offenbar aus,
dass Kenwood für die akkurate Bildaufbereitung und -weiterleitung einen
Spezialisten bemühte: Den im DVF-R9050 verbaute "DCDi"-Schaltkreis
für eine besonders saubere Darstellung der auf dem Bildausgabegerät gezeigten
Objekte steuerte niemand anders als die US-amerikanische Edelschmiede Faroudja bei. So
begeistert der DVF-R9050 im Progressive-Betrieb (DCDi auf "on"
gestellt) mit einem farblich neutralen,
reinen und extrem scharfen Bild, mit sehr flüssigen, natürlichen
Bewegungsabläufen und einem hohen Grad an Bildhomogenität. Auch kleine, feine
Muster zeichnet der DVF-R9050 scharf, ohne sie jedoch überzubetonen und damit
für Disharmonie zu sorgen. Hervorragend ist es um die Bildruhe und die
Farbdekompression bestellt, klar und exakt stellt der Player Farbverläufe und
Ränder dar, das Filmvergnügen wird auch bei weniger guter Software nie von
Artefakten geschmälert. Dies zeigt deutlich, dass es Kenwood geschafft hat,
einen DVD-Spieler auf die Beine zu stellen, der in eindrucksvoller Manier ein
extrem scharfes und prägnantes Bild bei hervorragender Software bereitstellt,
bei weniger gutem Material aber gleichzeitig ein Höchstmaß an Gefälligkeit
bietet und die Schwächen der jeweiligen DVD nicht ungefiltert auf das
Bildausgabegerät projiziert - diese Erfahrungen lassen sich auch auf den
Betrieb im Interlaced-Verfahren übertragen, wo der Kenwood, an einen
Studiomonitor und einen hochwertigen 16:9-TV angeschlossen, ein farblich
brillantes, glasklares und extrem scharfes Bild bereitstellen konnte, wie sich
bei der Realtestbild-Sektion der DVD-Discovery
zeigte: Eine überragende Bildschärfe und -plastizität bot der DVF-R9050 bei
den Testbildern mit den Goldmünzen und den bunten Steinen, hervorragend stellte
der Player den Sonnenuntergang dar, mit natürlich wirkenden Farbverläufen
heraus. Überdurchschnittliche gut auch die Qualität des Bildes bei "Jurassic Park":
Schärfe, Detailtreue und Farbdekomprimierung sind überdurchschnittlich gut -
besonders zu loben ist die Reinheit des Bildes, praktisch ohne Schärfeverlust
bügelt der Kenwood kleine Softwareschwächen aus, dies stellt er auch bei
"Top Gun" unter Beweis, wo die gebotene Bildhomogenität für so altes
Bildmaterial höchst erstaunlich ist. Auffällig bei allen Testbeispielen: Die exzellente
Schwarzwiedergabe mit hoher räumlicher Tiefe. Von Nutzen
bei der Anpassung in allen Betriebsarten ist zusätzlich der effektiv arbeitende
und gut zu justierende, umfangreich ausgestattete Videoequalizer, der folgende
Einstellmöglichkeiten bietet:
Interlaced-Modus:
- Vorgefertigte Bildfelder: "Fine" (Scharfgezeichnetes Bild mit
verstärkten Konturen, kann bei sehr guter Software noch einen Hauch mehr
Plastizität vermitteln), "Soft" (weicher gezeichnetes Bild, das
so kleine Bildstörungen verringert, wobei dies schon in der "Normal"-Einstellung
gut gelingt, so dass der "Soft"-Modus in der Praxis nicht viel
Relevanz hat), "Cinema" (leicht dunkleres Bild mit angepasstem
Kontrastverhältnis)
- Individuelle Konfigurationsmöglichkeiten: Kontrast (Einstellbereich -7
bis +7), Farbe (Einstellbereich -7 bis +7), Schärfe ( -2 bis +2),
Helligkeit (0 bis +15), Gammakorrektur (-7 bis +7), DNR/Digitaler
Rauschfilter (zwischen 0 und 15 einstellbar, die unteren Stufen bringen in
einigen Fällen eine tatsächlich sichtbare Minderung von Bildstörungen,
ohne dabei negative Nebeneffekte wie Nachzieh- und Unschärfeeffekte zu
erzeugen)
Progressive-Modus:
- Zusätzlich noch das vorgefertigte Bildfeld "Animation) verfügbar
- Zusätzlich zu den Interlaced-Einstellmöglichkeiten kommt hinzu: "Enhancer",
für eine weitere Verbesserung der Bildschärfe (richtig dosiert, erreicht
man damit eine hervorragende Bildschärfe, die nie unnatürlich-überbetont
wirkt, sondern einen plastischen Gesamtbildeindruck verstärken hilft.
Regelbar über "Enhancer Gain"-Einstellung zwischen 0 und +15).
Hinzu kommt die Faroudja-Entwicklung DCDi zum Verringern von Verzerrungen an
schrägen Linien. In der Praxis wirkungsvoll, die Folge sind sehr sauber
gezeichnete Ränder auch von diffizil darstellbaren Objekten.
Kenwood hat mit dem preislich sehr fair
kalkulierten DVF-R9050 einen DVD-Player auf die Beine entwickelt, der
visuell absolute Referenzleistungen erreicht - da muss sich manch teurerer
Player warm anziehen, denn was zusätzlich für den Kenwood spricht, ist die
Tatsache, dass er praktisch an jedem hochwertigen Bildausgabegerät, sei es ein
Projektor, ein 16:9-TV oder ein Studiomonitor, und bei jeder Software, sei es
eine DVD mit Top-Bild oder eine eher visuell durchschnittliche, seine Klasse
unter Beweis stellen kann. Nachbessern sollte man aber auch hier beim deutlich
spürbaren Layerwechsel - gerade die Hersteller derart teurer DVD-Player sollten
diesen Nachteil, der praktisch allen Modellen am Markt eigen ist, endlich
beseitigen, weil sich nur mit einem praktisch unsichtbaren Layerwechsel das Gefühl visueller
Perfektion einstellen kann, den der Kunde für die Kaufpreise auch zu Recht
erwartet.
Bewertung     
Ton
Im DVD Audio-Betrieb konnte der
Kenwood restlos überzeugen, vor allem mit seiner erstklassigen Dynamik, die den
Hörer die auf der DVD Audio abgelegte Musik in allen Dimensionen erleben lässt. Bei
Beethovens Dritter Symphonie (96 kHz 24 Bit Sechskanal) begeistert er mit einer
eindrucksvollen Handhabung der Dynamiksprünge, bei der 48 kHz 24-Bit
Sechskanal-DVD "Post card" von Rosanna&Zélia imponiert der sauber
und rund abgestimmte Bassbereich und die sehr präzise Darstellung des
Surround-Klangfeldes, das dem Sound zusammen mit der frischen, luftigen
Wiedergabe eine hohe Lebendigkeit verleiht. Bezüglich
der Feindarstellung im Hochtonbereich muss sich aber auch der deutlich teurere
Kenwood dem in dieser Teildisziplin gerade auch in Anbetracht seines Preises
absolut brillanten Denon DVD-1600 beugen,
allerdings nur knapp. Bezüglich der gebotenen Harmonie kann sich der Kenwood
zusammen mit dem Denon auf hohem Niveau behaupten, der Top-Leader bleibt hier der
extrem rund klingende Yamaha DVD-S1200.
Ernsthafte Schwächen leistet sich der Kenwood bei der DVD Audio-Wiedergabe
nicht, im Gegenteil: Auch wenn einzelne Konkurrenten in den verschiedenen
Teildisziplinen besser sind, so erreicht der DVF-R9050 eine akustische
Ausgeglichenheit, die seinesgleichen sucht und auch mit den unterschiedlichsten
Musikstücken so glänzend zurechtkommt, dass der Kenwood sowohl für den Rock-,
als auch für den Klassik- oder Jazzliebhaber eine sehr empfehlenswerte
Alternative ist. Auch die Leistungen im DVD Audio-Betrieb empfehlen den
DVF-R9050 als audiovisuelles Multitalent, das in den Basisdisziplinen Bild und
Ton eine schon fast bestechende Ausgewogenheit auf höchstem Niveau abliefert.
Offensichtlich macht die Kenwood-eigene D.R.I.V.E.-Technologie (Dynamic
Resolution Intensive Vector Enhancement) ihren Job gut - sie soll, so die
Theorie dahinter, die Detailwiedergabe vor allem von herkömmlichen Audio-CDs verbessern: Während die
meisten 1 Bit-Wandlersysteme zwar lautere Audiosignale überaus originalgetreu
reproduzieren, erzeugen sie bei der Wiedergabe von sehr leisen oder sich kaum
verändernden Signalen noch immer Quantisierungsverzerrungen, die sich in einer
unzureichenden Detailwiedergabe niederschlagen. Die Kenwood-Geräte mit
D.R.I.V.E. besitzen kein konventionelles, immer mit der gleichen
Abstimmungscharakteristik arbeitendes Digitalfilter, sondern eines mit fünf
verschiedenen Filterabstimmungen: Der D.R.I.V.E.-Chip analysiert das CD-Signal
fortwährend und entscheidet, in welcher Filtereinstellung die Daten das
Digitalfilter passieren sollen, um eine möglichst hohe Authentizität des
Klangbilds sicherzustellen. Bevor das Ausgangssignal des Digitalfilters dann
zum D/A-Wandler gelangt, kompensiert eine variable Verzögerungsschaltung
die Zeitunterschiede der Filter. Das Ergebnis ist ein überaus glatter
Signalverlauf, der über das gesamte Frequenzspektrum einen erweiteren Dynamikumfang
bereitstellt. Die D.R.I.V.E. II-Technologie
arbeitet zusätzlich mit zwei Tiefpassfiltern, die ebenfalls für die Erzeugung eines
sauberen, filigranen Klangbilds sorgen - nach dem Passieren der kompletten
Nachbearbeitungssektion steht letztendlich eine neu errechnete Auflösung von 24 Bit
an - so weit die Beschreibung für den Technikbegeisterten. Aber auch wer
sich für solche eher trockenen Hintergrundinformationen nicht interessiert,
wird seine Freude am hörbaren Erfolg dieser Methode haben: Denn der DVF-R9050
geht äußerst feinfühlig und exakt mit den ihm anvertrauten CDs akustisch um.
Durch die variable Filteranpassung erreicht der Kenwood-Wechsler bei praktisch
jeder Musik-CD - ganz gleich, welchen Stils - eine hohe Ausdruckskraft, die durch eine
hervorragend aufeinander abgestimmte Kombination aus Harmonie und plastischer Darstellung möglich wird. Absolut
brillant ist der saubere, voluminöse Bassbereich, der in dieser Qualität
seinesgleichen sucht und nur dem Liebhaber einer eher schlanken Darbietungsweise
nicht ganz gefallen dürfte. Auf hohem Niveau bewegen sich auch die Leistungen des
DVF-R9050 bei Tschaikowskys "1812 Ouvertüre", die, schwierig akkurat
darzustellen aufgrund heftiger Dynamikunterschiede, immer wieder gern zum Test
herangezogen wird.
Tadellos schlägt sich auch der interne Decoder, der mit einer gelungenen,
für einen internen Decoder voluminösen Basswiedergabe bei "Jurassic
Park" punkten kann. Auch der Aufbau der Surround-Soundkulisse gelingt dem
DVF-R9050 erfreulich gut, so stellt er auch kleinere Effekte und
Umgebungsgeräusche klar, präzise und plastisch dar. Mit guter Raumwirkung
ertönt der Music Score. Sehr gut auch die Qualitäten bei
"Gladiator", wo selbst kräftige Effektfeuerwerke nicht in den Tiefen
der Decoderierungselektronik zu lauen Lüftchen verkümmern, wie es leider nicht
selten bei internen Decodern der Fall ist: Hier werden die Effektkombinationen
mit Kraft in den Hörraum getragen, wenngleich man sich hier keinen Illusionen
hingeben sollte. Auch wenn der DVF-R9050 für einen Player mit internem Decoder
ein ausgezeichnetes Ergebnis erzielen kann, so steigert ein guter AV-Receiver
das Heimkino-Feeling noch beträchtlich und gehört somit in jede wirklich
komplett klingende Anlage. Dem sonstigen Niveau angemessen: Der klare und
fein auflösende Digitalton.
Bewertung     
Fazit
Der DVF-R9050 setzt bezüglich der Bildqualität neue Maßstäbe - besonders
bezüglich der leider nur bei NTSC-DVDs möglichen progressiven Bildausgabe:
Hier wird eine dem Optimum nahe Kombination aus sehr flüssig ablaufenden
Bewegungen, einer hervorragenden Gesamtbildschärfe und einer exzellenten
Detailtreue geboten. Auch im Interlaced-Modus brilliert der Kenwood mit
natürlichen, frischen Farben, Top-Bildschärfewerten und einer ausgezeichneten
Bildplastizität. Nicht, dass dies falsch verstanden wird: Kenwood hat mit dem
DVF-R9050 nicht den DVD-Player neu erfunden, Evolution anstatt Revolution
bestimmt momentan den Lauf der Dinge. Daher sind die Unterschiede zwischen dem
Kenwood und anderen ebenfalls herausragenden Konkurrenten marginal, fallen dem
geschulten Auge nach eineigen Tagen intensivem Testbetrieb aber auf. Was
besonders beeindruckt: Kein anderes Gerät verbindet ein überragendes Bild bei
Top-Software mit einem beeindruckend harmonischen bei weniger guten DVDs, einen
DVD-Spieler, der die Wiedergabe dieser beiden Extreme derart gut miteinander
verbindet, hatten wir bislang noch nicht im Test. Auf höchstem Niveau bewegen
sich auch die Audioeigenschaften: Sei es der sehr ausgewogene, homogene und
lebendige Klang im DVD Audio-Betrieb oder die plastische, detailgetreue
CD-Wiedergabe: Immer beeindruckt der DVF-R9050 mit seinem voluminös und
präzise abgestimmten Bassbereich und der klaren, jedoch nie aggressiven
Wiedergabe im Hochtonbereich. In den Elementardisziplinen eines DVD-Player
liefert der Kenwood also klar Referenzwerte ab, ohne dass dies der Kunde durch
einen übertriebenen Kaufpreis teuer bezahlen muss. Zu loben ist das sehr leise
Laufwerk, das nur beim Laden überhaupt hörbare Geräusche entwickelt. Tadellos gelungen ist das
Bedienkonzept mit grafisch professionell aufgemachten Menüs. Die
Fernbedienung liegt sehr gut in der Hand, könnte aber einen Tick größer
sein, dazu wäre eine Beleuchtungsmöglichkeit nicht schlecht. Die Verarbeitung
ist ebenso gut wie die Qualität der MP3-Wiedergabe - in beiden Fällen werden
hervorragende Leistungen geboten. Zu karg hingegen sind die MP3-Funktionen
ausgefallen, außerdem wäre eine Verbesserung der SVCD-Wiedergabefähigkeiten
wünschenswert. Die wenigen Nachteile aber können einem die Freude am DVF-R9050
nicht vermiesen - ohne Zweifel ist hier einer der besten zur Zeit erhältlichen
DVD-Player überhaupt entstanden, und wir warten schon gespannt auf die
nächsten Neuheiten der Konkurrenz - schließlich hat beispielsweise Pioneer mit
dem DV-747A einen äußerst interessanten Player angekündigt, und was die
visuellen Qualitäten betrifft, hat Pioneer in der Vergangenheit oft bewiesen,
dass immer noch Steigerungen möglich sind.
Perfektion in Bild und Ton - Referenzqualität
für unter 1500 €

Oberklasse
Pro
Contra
Die technischen Grunddaten:
-
DVD Audio/Video-5er-Wechsler mit Progressive
Scan-Ausgabemöglichkeit bei NTSC-DVDs und DD/DTS-Decoder
-
192 kHz/24-Bit Audio-DACs für alle Kanäle
-
DCDi Digital Video Enhancement-System/
Progressive-Scan-Baugruppe von Faroudja
-
6-Kanal 24 Bit D.R.I.V.E. II-System
-
Pure Audio Mode für bestmögliche Klangqualität bei DVD
Audio
-
Anschlüsse: Video 2 x Scart (2 x inklusive RGB), 2 x
S-Video Hosiden, 1 x YUV (Progressive Scan-fähig, 2 x FBAS, Audio 1 x
Sechskanalausgang (DVD Audio, DTS/DD-Decoder), optischer und koaxialer
Digitalausgang, Stereo-2-Kanal Cinch
-
Farbe: Schwarz
-
Preis: 1449,99 €
Hier finden Sie eine gute Übersicht der aktuellsten AV-Receiver und
DVD-Player von Kenwood
Test: Carsten
Rampacher
13. Januar 2002
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