RSS FORUM KONTAKT IMPRESSUM


 

Alle Teufel-Tests
Toshiba-Tests

 HARDWARE-TESTS

Test: DVD-Player Kenwood DVF-3060

26.06.2002 (cr)

Ausstattung

Kenwood macht sich daran, den ständig wachsenden Markt der DVD-Einsteigerplayer aufzumischen: Der wahlweise in schwarzer oder silberner Ausführung lieferbare DVF-3060 (DVF-3060s in silberner Version) für 279 EUR macht schon optisch eine Menge her und unterscheidet sich wohltuend von vielen günstigen Basismodellen, denen man bereits optisch ansieht, dass die Kaufpreise nicht gerade immens hoch lagen. Der DVF-3060 hingegen würde auch für 350 EUR problemlos durchgehen - die Frontplatte ist zwar aus Kunststoff, dieser aber sieht äußerst hochwertig aus und fühlt sich auch angenehm an. Die mitgelieferte Fernbedienung fällt da etwas ab, sie ist ein wenig zu klein geraten, die Materialqualität ist befriedigend. Gut ist es um die Anschlussbestückung bestellt: So gibt es einen optischen und einen koaxialen Digitalausgang, die Scart-Buchse ist RGB-beschaltet (kein S-Video), für den S-Video-Anschluss steht eine Hosidenbuchse zur Verfügung. Gefällig sieht das Display mit ordentlicher Auflösung aus. 

Die MP3-Integration ist gut gelungen. So ist die Tonausgabe auf analogem oder digitalem Wege möglich, die Klangqualität ist immer tadellos: Klar und homogen ist das Klangbild, somit etabliert sich der DVF-3060 hier an der Klassenspitze. Bei allen getesteten DVD-Playern der aktuellen Generation konnten wir eine starke Verbesserung bezüglich der Abspielsicherheit feststellen. Aussetzer gibt es nur noch selten, die Anfänge von Tracks werden nicht mehr abgeschnitten. Der DVF-3060 schlägt sich jedoch auch unter diesen Bedingungen hervorragend: Seine Abspielsicherheit ist absolut überragend, so war im vierstündigen Spielbetrieb lediglich ein Aussetzer zu hören. Erfreulich: Sowohl eine Random-Play- als auch eine Programmier-Funktion hat Kenwood dem DVD-Spieler mit auf den Weg gegeben. Auch ist es möglich, entweder einen einzelnen Titel oder einen ganzen Ordner wiederholen zu lassen. Sehr praktisch: Im On Screen-Display kann mittels der 10er-Tastatur auf der Fernbedienung eine bestimmte Titelnummer ohne lästiges Suchen direkt eingegeben werden. Leider nicht möglich: Das Spulen innerhalb eines Tracks. Der Teil, der vom Dateinamen angezeigt wird, ist etwas knapp bemessen: Acht Zeichen umfasst die Maximalkapazität, dafür wird der gekürzte Trackname auch auf dem Display des Players angezeigt. ID-3-Tags kann der Kenwood nicht darstellen. Bedauerlich: SVCDs möchte der DVF-3060 nicht annehmen: "Diese Disk ist nicht kompatibel - bitte legen Sie eine kompatible Disk ein!" erscheint dann via OSD. Das Laufwerk konnte ansonsten überzeugen: Zwar dürfte das Laufgeräusch noch eine Spur dezenter sein, denn so könnten die Arbeitsäußerungen aus dem Inneren des DVF-3060 von Feingeister und Heimcineasten, die direkt neben dem Player sitzen, als manchmal etwas störend empfunden werden, aber dafür erfreut es mit einer sehr guten Fehlerkorrektur: Alle Testmuster, teilweise auch bewusst zerkratzt, um die Fehlerkorrektur zu prüfen, wurden anstandslos eingelesen, dies betrifft sowohl DVDs als auch CDs. Die Schnelligkeit beim Einlesen geht in Ordnung, und auch das leidige Thema Layerwechsel endet nicht mit einem Desaster: Zwar ist der Layerchange noch sichtbar, aber so kurz gehalten, dass man mit dem Resultat zufrieden sein kann.  

Insgesamt kann man dem DVF-3060 also nur zwei Dinge in der ersten Disziplin ankreiden: Keine SVCD-Wiedergabe und keine S-Video-Beschaltung der Scartbuchse. Ansonsten präsentiert sich der DVF-3060 als sehr gelungener Player für den Heimkino-Einsteiger.

Bewertung Finish, Features

 

Bedienung

Die Bedienung des DVF-3060 ist insgesamt sehr einfach - nur eins muss derjenige, der das Gerät zum ersten Mal justiert, wissen: Im On Screen Menü für die digitale Tonausgabe ist einmal die Option "Dolby Digital" und einmal die Option "DTS/MPEG" zu finden. Wer nun meint, er müsse immer umständlich im On Screen Menü hin- und herschalten, wenn er erst eine DTS-DVD und dann eine in Dolby Digital vorliegende Disc abspielen möchte, kann beruhigt werden: Wer die Option "DTS/MPEG" anwählt, hat selbstverständlich zusätzlich auch noch die Unterstützung des DD-Bitstreams. Sonst ist alles schnell justiert, dass man bei Kenwood auf eine Setup-Hilfe, die nach dem ersten Einschalten aktiv wird, verzichtet hat, ist nicht weiter tragisch. Die Fernbedienung ist von der Baugröße her etwas zu klein geraten, dafür ist sie aufgrund der nicht allzu zahlreich vorhandenen Tasten sehr übersichtlich. Nicht perfekt: Die "Enter"-Taste gehört ins Zentrum des ansonsten griffgünstig untergebrachten Navigationskreuzes und nicht darunter. Da wir gerade bei den Kritikpunkten sind: Das Kapitel springen könnte noch schneller und reibungsloser vonstatten gehen - hier ist Nachbesserung angesagt: Wenn man nämlich den Finger auf dem entsprechenden Knopf der Fernbedienung lässt, überspringt der DVF-3060 nicht, wie gewünscht, immer weiter die folgenden Kapitel, sondern stoppt nach einem Kapitel. So muss die Taste für jedes Kapitel immer wieder aufs Neue gedrückt werden, was etwas zeitaufwändig ist. Sehr gut ablesbar ist das Display mit ordentlicher Auflösung, die Laufwerksschublade reagiert rasch auf das Drücken des "Open"-Knopfes.  

Bewertung 

 

Bild

Der Kenwood sorgt in dieser Disziplin für eine große Überraschung, etabliert er sich mit seinem hervorragenden Bild doch direkt hinter den Class-Leadern Panasonic DVD-RV32 und Pioneer DV-350. Zusammen mit dem Grundig Livance GDP-3200 und dem Toshiba SD-220 ist er den beiden Gesamtbesten eng auf den Versen. Besonders beeindruckend beim DVF-3060 ist sein fein gestufter Kontrastumfang, der keine Details in dunkeln oder in hellen Bildbereichen verschwinden lässt. Zudem trägt der Kontrast mit seiner gelungenen Abstimmung auch zum äußerst angenehmen visuellen Gesamteindruck maßgeblich bei. Bei den Real-Testbildern der DVD-Discovery punktet der Kenwood mit seiner sehr guten, natürlichen Bildschärfe, die nur noch vom Pioneer DV-350 und vom Toshiba SD-220 übertroffen wird - was diese beiden Player bei sehr guter Software für eine Performance bieten, ist absolut überragend. Bezüglich der tiefen, plastischen Schwarzdarstellung kann sich der Kenwood ebenfalls bestens in der Spitzengruppe behaupten, die Bildruhe ist hoch, doch hier heißt der Klassenbeste nach wie vor Panasonic DVD-RV32. Der Panasonic-Player bietet zusammen mit dem Pioneer auch nach wie vor das klarste Bild und die beste Detaileinarbeitung. Dies zeigt sich nicht nur daran, dass fast alle Details dargestellt werden - hier sind auch Kenwood, Grundig und Toshiba vorbildlich. Es geht eher um das "wie", mit einer noch besseren Einarbeitung ins Gesamtbild und einer brillanten Schärfe begeistert hier vor allem der DV-350 immer wieder. Mit ihrer für sich betrachtet ebenso hervorragenden Detailwiedergabe haben Kenwood, Grundig und Toshiba aber einen sicheren Vorsprung vor dem Rest der Klasse. Seine Qualitäten stellte der DVF-3060 beim Testbild mit den Goldmünzen unter Beweis, sehr gut zeichnete er die Scharf/Unscharf-Übergänge, die Gesamtbildschärfe war hoch,  der Bildeindruck harmonisch. Die klare, plastische Darbietung beim Testbild mit den bunten Steinen passte ebenso ins Gesamtbild wie die dreidimensionale Wirkung des Testbildes mit den Zahnrädern.  Bei "Gladiator" (Code 2) konnte der Kenwood wiederum mit seiner sehr guten Bildharmonie, der prima Detaillierung, seinem exzellenten Kontrastumfang und der realistischen Farbgebung positiv auffallen. Diese Tugenden zeigten auch beim Remake des "Planeten der Affen", dass Kenwood mit dem DVF-3060 ein besonders guter DVD-Spieler gelungen ist. Die exzellenten Ergebnisse, die der Panasonic bei der Wiedergabe auch nicht perfekter Software in unserem Test erreichen konnte, schafft nun auch noch ein zweiter Player: Der DVF-3060 zeigte hier mit einem harmonischen, ausgewogenen Bild sein Talent. 

Bewertung 

 

Ton

Hier spielt der Kenwood als analog angeschlossener CD-Player-Ersatz erstaunlich locker auf. Das Gesamtklangbild ist harmonisch, minimal warm, aber immer präzise. Sehr gut gefällt, wie klar der Kenwood Felix Mendelssohn-Bartholdys 1. Symphonie zum Zuhörer transportierte, das bei verschiedenen günstigen DVD-Player gehörte Klangbild, das die Musik immer nur wie hinter einem feinen Schleier und mit etwas zu starker Mittenbetonung darstellte, ist dem DVF-3060 fremd. Daher entlockt er der CD eine für seine Preisklasse erstaunliche Brillanz. Kenwood verwendet zwar "nur" 96 kHz/24-Bit-D/A-Wandler, aber es kommt eben auf die Harmonie aller verwendeten Komponenten an, und da beweist der DVD-Spieler für sein Geld wirklich Klasse. Der überdurchschnittlich klare Digitalton, dynamisch und fein zeichnend, sichert dem DVF-3060 zusammen mit dem Pioneer DV-350 in dieser Einzeldisziplin den Platz an der Klassenspitze, ganz knapp gefolgt vom Panasonic DVD-RV32. Alle drei DVD-Player zeigen deutlich, dass man auch von preislich günstigen Geräten hervorragende klangliche Eigenschaften, die den normal ambitionierten Hörer vollauf zufrieden stellen dürften, erwarten kann. 

Bewertung 

 

Fazit

Dass der Pioneer DV-350 und der Panasonic DVD-RV32 Volltreffer werden, konnte aufgrund der schon bisher starken Leistungen dieser Firmen gerade auch bei den Einstiegsmodellen zumindest erahnt werden. Dass jedoch Kenwood, bisher im Bereich der Basisplayer eher ein unbeschriebenes Blatt, plötzlich mit dem DVF-3060 ein derart gutes Gerät hervorzaubert, hat uns überrascht. Bezüglich der Bildqualität vollbringt der DVF-3060 exzellente Leistungen, die nur minimal unter dem überragenden Bild von Pioneer und Panasonic liegen. Was die visuelle Harmonie bei weniger guter Software betrifft, kann sich der Kenwood sogar zusammen mit dem Panasonic an der Klassenspitze behaupten. Noch etwas spricht visuell für den ausgewogenen Kenwood: Sein sehr fein gestufter Kontrastumfang, der mit zum Besten gehört, was wir in der Preisliga bis 400 EUR (!) bisher gesehen haben. Die akustischen Eigenschaften zeigen ebenfalls das beachtliche Niveau: Betrachtet man den Einstiegspreis, so ist es sehr lobenswert, wie plastisch, klar und angenehm der DVF-3060 als analog angeschlossener CD-Player-Ersatz klingt: Das Klangbild ist erwachsen und vielen deutlich teureren DVD-Playern ebenbürtig. Absolut top ist der dynamische und differenzierte Digitalton. Die Verarbeitung des Players kann auch überzeugen, das Gerät wirkt hoch- und vollwertig. Das Laufwerk besticht mit guter Fehlerkorrektur im CD- und DVD-Betrieb. Die Einlesezeit geht in Ordnung, lediglich das Laufgeräusch könnte noch dezenter ausfallen. Die On Screen Menüs sind grafisch gut aufbereitet, die übersichtliche Fernbedienung aber zu klein. Hier bieten gerade Pioneer und Panasonic mehr. Exzellent gefällt die Qualität der MP3-Wiedergabe: So wenig Aussetzer wie der Kenwood leistete sich kaum ein DVD-Player, auch wenn in der aktuellen Generation die Abspielsicherheit generell auf einem hohen Niveau ist. Die Klangqualität ist ebenso sehr gut wie die Zusatzfunktionen. So bleibt eigentlich nur ein richtiger Wermutstropfen: SVCDs spielt der DVF-3060 nicht ab. Das kann aber das positive Testfazit nicht wesentlich beeinflussen: Denn gerade der qualitätsbewusste Einsteiger, dem ein hervorragender Heimkino-DVD-Player und ein erstaunlich guter CD-Player-Ersatz wichtiger ist als ein "alles fressendes" Multimedia-Talent, ist mit dem Kenwood bestens bedient. 

Die Überraschung: Top-Bild und sehr guter Ton

Einsteigerklasse
Preis-/Leistung:

 

Pro:
  • Hervorragendes Bild mit exzellentem Kontrastumfang

  • Digitalton ebenso überragend wie Ton bei analoger Ausgabe

  • Tadellose Verarbeitung

  • MP3-Integration mit gutem Funktionsumfang und brillanter Abspielsicherheit

  • Einfache Bedienung

Contra:
  • Laufwerk könnte leiser sein

  • Keine SVCD-Wiedergabe

Technische Daten:
  • DVD Video-Player mit 96 KHz/24-Bit Audio D/A-Wandlern

  • Abspielbare Formate: CD-R, CD-RW, MP3-CD, VCD (kein SVCD)

  • Videoausgänge: 1x SCART (mit RGB, ohne S-Video), 1 x S-Video Hosiden, 1 x Cinch (Composite)

  • Audioausgänge: Digital 1 x optisch, 1 x koaxial
    analog:: 1 x Cinch 2-Kanal Downmix

  • Farben: Schwarz, Silbern

  • Maße (B x H x T in cm): 430 x 7,45 x 25,6

  • Gewicht: ca. 3,1 kg

  • Preis: 279 EUR (UVP)

Testequipment:
  • AV-Verstärker Denon AVC-A1SE mit Upgrade

  • Frontlautsprecher Mirage FRX-9

  • Centerlautsprecher Mirage MC-2

  • Surroundlautsprecher Mirage FRX-Rear

  • Back Surround-Lautsprecher Mirage FRX-Rear

  • Aktiver Subwoofer Magnat Omega 380

  • TV Grundig Lenaro 92 MFW 92-6110/9 DVD

Test: Carsten Rampacher

Mehr zu allen neuen AV-Receivern und DVD-Playern von Kenwood finden Sie hier

HOME > HARDWARE-TESTS > ZURÜCK <