Test: Kenwood KRF-V7090D (2/2)
Bedienung
Sehr praktisch ist auf der Frontblende die Möglichkeit, die
Quellen mit einzelnen Tasten anwählen zu können. Auch auf weitere elementar
wichtige Funktionen kann man auf der Frontplatte problemlos zugreifen. Mittels
der zwei weiteren Drehregler für die Einstellung des Hörmodus (Listen Mode)
und für verschiedene Justage- und Einstellarbeiten (Multi Control) ist
ebenfalls ein tadelloses Handling möglich. Die Fernbedienung ermöglicht ein
einfaches Bedienen des 7090 auch mit einer Hand, wir vermissen allerdings eine
Beleuchtungsmöglichkeit für zumindest die wichtigsten Funktionselemente,
ferner könnten die Tasten des gut positionierten Navigationskreuzes etwas
größer ausfallen. Dass dem Kenwood ein Lautsprecher-Einmesssystem fehlt,
ist nicht wirklich dramatisch, da die elementaren Einstellungen für das
Lautsprechersetup schnell getroffen und gut überschaubar sind.

Griffgünstige Drehregler zum Einstellen verschiedener
Parameter und zum Einstellen des Hörmodus
Bewertung      
Testequipment:
Klang
Der KRF-V7090D hatte es bei der Bewertung der Pegelfestigkeit
nicht leicht, denn wir haben bewusst ein hochwertiges Lautsprechersystem mit
einem Wirkungsgrad von 88 dB (eher ein durchschnittlicher Wert) angeschlossen,
und keinen aktiven Subwoofer verwendet. Die Ergebnisse waren trotz der
ungünstigen Rahmenbedingungen ganz ausgezeichnet, vor allem dann, wenn man
zusätzlich in Betracht zieht, wie angenehm der 7090 auch bei erhöhter
Lautstärke noch klingt und man nicht ausschließlich den maximal erzielbaren
Referenz-Pegel-Level als einzig und allein ausschlaggebend ansieht.
Pegelfeste Alternativen gibt es in der 400 € Liga wahrhaftig.
Zu nennen wäre z.B. der Pioneer VSX-915,
der noch länger als der bereits exzellente Kenwood großen Lautstärken Stand
hält, ohne abzuschalten. Er wirkt zwar dann nicht mehr ganz so frei, aber er
bleibt nach wie vor der Maßstab dieser Liga in Bezug auf das schiere
Pegel-Management. Der VSX-915 distanziert auch anerkannte Kontrahenten der 600
€-Liga, daran kann der Kenwood nicht rütteln. Aber: Auch wenn der Pioneer
mehr Power hat, lauter spielt und belastbarer ist, so kommt er nicht in die
Nähe dieser hervorragenden Homogenität, dieser Klarheit, die der Kenwood bei
erhöhtem Pegel aufzubieten hat. Auch bei wirklich beträchtlicher Lautstärke -
wenngleich auch nicht extremen Pegeln - behält der Kenwood seine gefällige,
dynamische Auslegung. Der Pioneer klingt hier weniger direkt, weniger
harmonisch, sondern mehr fordernd, er ist nicht so homogen, sondern möchte,
dass es weiter voran geht, er animiert zum Dreh am Lautstärkeregler. Der Yamaha RX-V557
ist ebenfalls sehr pegelfest, er liegt auf dem Level des Kenwood, somit müssen
sich beide dem Pioneer geschlagen geben. Bei erhöhtem Pegel klingt der
KRF-V7090 aber mit erstaunlich deutlichem Abstand am angenehmsten und lässt
praktisch keinerlei Verzerrungen spüren.
Um diese Tatsache weiter argumentativ zu unterfüttern, können
wir noch das praktisch nicht vorhandene Grundrauschen des Kenwood anführen. In
der Vergangenheit wurden gerade Kenwood AV-Receiver des Öfteren wegen
ihrem Rauschverhalten kritisiert. Der 7090 räumt mit diesem unschönen Thema
auf und erreicht erstklassige Werte, er rauscht sogar weniger als mancher
doppelt so teure Konkurrent. Unser Testgerät erlaubte sich selbst bei
Maximalpegel kein wirklich feststellbares Grundrauschen und ist aus dieser
Perspektive sehr gut in der Lage, Details herauszuarbeiten, die bei manch
anderem Gerät dann, gerade bei hohem Pegel, im Grundrauschen untergehen
würden.
Nicht unsere Zustimmung findet die zu kräftige Aufheizung des
Kenwood. Dadurch, dass der 7090 bei wirklich intensivem Gebrauch extrem heiß
wird, ist es nicht praktikabel, ihn in ein AV-Rack zu zwängen. Er braucht
gerade nach oben viel Platz, damit der Hitzestau kein für die
Verstärkertechnik schädliches Ausmaß annimmt. Keiner der direkten
Konkurrenten wird vergleichbar heiß.
Die Hörtestreihen endeten ansonsten mit einer faustdicken
Überraschung, denn der KRF-V7090D bietet viele Eigenschaften, die man bei einem
Gerät dieser Preisklasse nicht vermutet hätte. Beginnen wir mit der
Schilderung unserer Eindrücke: Wir haben verschiedene bass- und effektlastige
Test-CDs gehört, darunter Snaps Best of-CD "Cult of Snap" mit Hits
wie "The Power" und "Rhythm is a Dancer" sowie die aktuelle
Volume 3-Doppel-CD von Blank&Jones "in the Mix" (effektreicher,
variantenreicher Trance). Sehr rasch stellte sich heraus, dass DTS:Neo 6 wegen
des natürlicheren, frischeren Klangbilds der weitaus bessere Partner zum
Abhören von normalen CDs im Surroundmodus ist. Auch die Strukturierung ist
weitaus gelungener als beim vordergründiger und aufgesetzter agierenden PLIIx.
Doch dieses Abdriften in Einzelheiten der verschiedenen Decoder und ihrer
Qualitäten soll die für diese Preisliga makellose Gesamtleistung des 7090
nicht schmälern. Besonders aufgrund seiner insgesamt sehr erwachsenen Auslegung
ohne Schwächen im Soundprofil konnte unser Testkandidat gefallen. Hervorzuheben
ist der klare Hochtonbereich, gerade der obere Teil des Frequenzspektrums wird
zugunsten einer ordentlichen Pegelfestigkeit bei günstigeren Offerten oftmals
nicht akkurat und transparent dargestellt. Dies hat zur Folge, dass das gesamte
Klangbild etwas flach und wenig brillant wirkte. Hier geht Kenwood den anderen
Weg, der 7090 hat einen lebendigen, frischen Hochtonbereich in einer Qualität,
die wir in dieser Preisklasse noch nicht gehört haben.
Doch nicht nur das, er schafft es sogar, dass die Stimmen
zumindest in Ansätzen von den Lautsprechern gelöst werden, nicht an den Boxen
"kleben" und auch schnelle Wechseleffekte wie beispielsweise eine
Stimme, die erst aus der linken und schnell danach aus der rechten Box ertönt,
sehr gut wiedergibt. Hier stellt sich das spontane, direkte Ansprechen der
Endstufen heraus, ebenfalls alles andere als selbstverständlich bei einem
Modell dieser Preisklasse.
Ebenfalls baut der Kenwood eine wirklich beeindruckende
Gesamt-Klangkulisse auf. Dies ist deshalb so erwähnenswert, weil wirklich laut
spielen können, wie bereits ausreichend erörtert, auch andere Alternativen
dieser Preisklassen, der Kenwood schafft es aber über die schiere Lautstärke
hinweg, dem musikalischen Geschehen eine virtuelle Bühne zur Verfügung zu
stellen, die eine klare räumliche Entfaltungsmöglichkeit mitbringt, so dass
besonders im Frontbereich ein tiefes, gut gestaffeltes Klangbild herauszuhören
ist. Und auch in anderen Wertungen überzeugte unser Testkandidat: Die Kraft,
die der 7090 auch bei erhöhten Lautstärken noch bereitstellt, ist
beeindruckend. Nie entstand der Eindruck eines gepressten Klangbildes, bei dem
die Bässe durch Dröhnen und Vibrationen auffallen, sondern der Bass ertönte stets
fundiert und störungsfrei.
Auch bei Gigi d'Agostinos aktueller CD "L'Amour toujours
2" (Track 1 und 2 auf CD 1) bot der Kenwood eine sehr ansprechende
Leistung. Hier haben wir den AV-Receiver mit langsamer Musik gefüttert, um
nochmals auf den Aufbau zu achten. Beide Stücke fordern hier dem AV-Receiver
einiges ab, weil praktisch das gesamte Frequenzspektrum vom Bass- bis zum
Hochtonbereich darin enthalten ist und der Receiver sich zudem um die akkurater
Herausarbeitung verschiedener Bass-Anteile kümmern muss. Als wäre dies nicht
genug, wird auch noch eine (bei Track 1 weibliche, bei Track 2 männliche)
Stimme als "Krönung" oben draufgesetzt, um noch zusätzlich
eine klare Stimm- und Instrumentaltrennung zu verlangen. Der Kenwood löste alle
Aufgaben mit Bravour, baute den Bass sehr gut auf, bot Struktur und Druck, er
klang weder zu schmal, noch zu vordergründig (dies ist z.B. die Folge, wenn ein
überbetonter Bassbereich alles übertüncht), sondern echt, klar und kraftvoll,
mit sehr guter Stimm- und Instrumentaltrennung und einem gewissenhaften Aufbau
bei besonderer Berücksichtigung hoher Klarheit und Frische.
Geht es um die Wiedergabe von klassischer Musik auf 5.1 Dolby
Digital- und DTS-DVDs (von Symphonien von Beethoven und Mozart sowie der
Mozart-Oper "Figaros Hochzeit), kann der Kenwood erneut mit den schon
eben herausgehobenen Stärken auftrumpfen. Zu loben ist die erstaunlich
ausgewogene Front/Suroundbalance, zum anderen erwähnenswert ist wiederum, wie
bereits bei der d'Agostino-CD, das gute Trennvermögen des Kenwoods, der Stimmen
und Instrumente sehr klar voneinander abgrenzt. Selbst, wenn Stimmen und
Instrumente sich parallel in einem ähnlichen Teil des Frequenzspektrums
bewegen, stellte der Kenwood einwandfrei die unterschiedlichen akustischen
Elemente als sauber voneinander getrennt dar und sorgte nicht für unschöne
Effekte, die ein Ineinander-Überlaufen von nicht zusammengehörigen
Klanganteilen beinhaltet. Das Gleiche ist bei der ebenfalls sehr differenzierten
Trennung verschiedener Instrumente untereinander herauszuhören. Trotzdem
arbeitet der Kenwood alle Instrumente zusammen in ein stimmiges, klares und gut
akzentuiertes Gesamt-Klangbild ein. In diesem Zusammenhang dürfte schon beinahe
klar sein, dass der KRF-7090 auch gut detaillieren kann und keinesfalls mit
stümperhafter Unaufmerksamkeit kleine Details unbeachtet lässt. Vielmehr
gelingt es ihm, auch kleinere Effekte und z.B. die verschiedenen Instrumente
eines Orchesters nicht nur zu entdecken, sondern diese auch mit voll
befriedigender Gewichtung einzupassen.
Fahren wir weiter mit unseren Höreindrücken, und zwar bei Star
Wars Ep. 2. Bereits die Eröffnungssequenz beinhaltet viele Hindernisse gerade
für einen knapp 400 € kostenden AV-Receiver. Sei es die beeindruckende
Musik gleich zu Beginn des Films oder sei es der von tieffrequenter Macht
bravourös untermalte Flug des Raumschiffs mit der Doppelgängerin von Senatorin
Amidala an Bord - es sind viele Hürden zu nehmen, was dem Kenwood auch
tatsächlich gelingt. Der hörbare, ja, sogar fühlbare Bass ist keineswegs ein
laues Lüftchen, sondern lässt es nicht an Nachdrücklichkeit und Volumen
fehlen. Bei der kurz darauf folgenden Explosion, als Amidalas Doppelgängerin
direkt nach der Landung einem hinterhältigen Attentat zum Opfer fällt, kann
der 7090 wieder mit vielen Qualitäten dienen. Der Aufbau und die Schnelligkeit
sind sehr gut, was die pure Nachdrücklichkeit angeht, macht der 7090 aber klar,
dass er kein 800 €-Modell ist. Wer es hier mit dem Pegel übertreibt und über
80 % des Maximalpegels hört, muss in dieser Sequenz, die den
Verstärkereinheiten sehr viel abverlangt, auf ein plötzliches Abschalten
gefasst sein.
Hervorzuheben ist auch die sehr gute Stimmarbeit des Kenwood.
Die Stimmen der Hauptprotagonisten, also Senatorin Amidala, Kanzler Palpatine,
Obi Wan und Anakin Skywalker, werden sehr facettenreich und mit guter
Strukturierung dargestellt. Auch Jar Jar Binks' eher nervtötendes Gequäke wird
mit nur minimaler Filterung in Richtung Auditorium geschossen. Kleine
Unterschiede bei der Stimmfärbung werden berücksichtigt, und den
Männerstimmen wird ein stimmiges Fundament zur Verfügung gestellt.
In sehr leisen Szenen, als Kanzler Palpatine spricht, merkt man
wieder die Detailfreude des Kenwood, denn im Hintergrund ist entfernt der
"Verkehrslärm" auf Coruscant zu hören, was der 7090 sehr stimmig
herausarbeitet. Und in der Sequenz, als Jar Jar Binks Amidala freudig begrüßt,
sind die Geräusche, die Binks Gewand beim Laufen macht (ein leises Rasseln),
sehr gut eingearbeitet und fristen nicht ein Schattendasein inmitten einer
unbefriedenden Detaillierung.
Bei "Master and Commander" konnte uns der Kenwood
ebenfalls überzeugen, bereits in der ersten "großen" Effektsequenz,
als das gegnerische Schiff der Flotte Napoleons unvermittelt aus einer Nebelbank
auftaucht und sofort das Feuer eröffnet, bot der 7090 eine dynamische, klare
Vorstellung, die vor allem auch mit guter Detaillierung auffallen konnte. Die
Flugbahn der Trümmerstücke lässt sich sehr gut nachvollziehen. Erst bei über
80 % des Maximalpegels konnten wir keinen richtigen Zuwachs in Bezug auf die
Intensität mehr feststellen.
Geht es um die Stereo-Wiedergabe, so ist natürlich kein
rekordverdächtiges Niveau zu erwarten, mit kräftigem und zugleich klarem Klang
bietet der 7090 aber auch hier eine prima Leistung. Besonders der gute
Hochtonbereich sticht auch hier hervor, zugleich vermerken wir als sehr positiv,
dass der Kenwood im Gegensatz zu vielen anderen, auch teureren Konkurrenten
nicht langweilig und fade klingt, sondern immer mit Esprit ans Werk geht. Diese
Auslegung macht einfach Spaß und beweist, dass auch ein 380 €-AV-Receiver im
Stereobetrieb nicht durch völlige Emotionslosigkeit negativ auffallen
muss.
Wie steht der Kenwood nun im Konkurrenzvergleich da? Die
Antwort: Sehr gut - wir erörtern gerne näher diese Feststellung. Der Yamaha RX-V557
ist ein schwerer Gegner, der vor allem seine konkurrenzlos gute DSP-Sektion als
Vorteil für sich geltend machen kann. Der Yamaha klingt ebenfalls sehr
angenehm, doch hier kommen wir gleich zu einem Vorteil des Kenwood, denn er 7090
klingt noch etwas freier und brillanter. Der Bassbereich des Yamaha ist
ebenfalls kräftig, nur kommt der Kenwood schneller zur Sache und vermittelt
dadurch mehr Wiedergabedynamik. Im Stereobetrieb sind beide Modelle ordentlich
und viel besser als der Ruf eines 400 €-AV-Receivers allgemein ist.
Bilanzierend würden wir in der Summe seiner Eigenschaften den Kenwood hier
vorziehen, weil er noch kompletter klingt und somit akustisch bereits in höhere
Preisklassen vordringen kann. Zudem fehlt dem Yamaha die siebte Endstufe. Für
den RX-V557 spricht die entschieden hochwertigere Anmutung. Die bietet auch der
Denon AVR-1905, der nach wie vor mit seiner hohen Ausgewogenheit punkten
kann. Die Stärke des Denons ist, dass er keine Schwächen hat, aber auch nicht
so herausragende Einzel-Eigenschaften wie unser Kenwood. Er klingt nicht ganz so
emotional, aber auch sehr klar, und er baut die Surround-Soundkulisse mit
weniger Dynamik auf als der KRF-V7090D. Der VSX-915
aus dem Hause Pioneer ist der härteste Konkurrent. Er ist noch pegelfester als
der 7090 und bringt auch eine immense Durchsetzungskraft mit, aber so angenehm
wie der Kenwood klingt er nicht ganz. Der Pioneer ist härter ausgelegt, er kann
es noch massiver "krachen" lassen als der Kenwood, der hier mehr Milde
walten lässt, dafür aber hörbar mehr Details entdeckt und mit seiner
gefälligen, jedoch nie langweiligen Auslegung es sehr vielen Anwendern Recht
machen dürfte. Akustisch, daran ist bilanzierend nichts zu rütteln, ist der
7090 das momentan beste Modell, weil er ein sehr hohes Maß an Ausgewogenheit
mit einer dynamischen Darstellung verbindet, so dass auf eine angenehm
unkomplizierte, stimmige Art und Weise sogar ein gewisses Faszinationspotential
geboten wird. Dass es nicht reicht, um den Pioneer in der Summe aller
Eigenschaften zu übertrumpfen, sondern nur mit ihm gleichzuziehen, liegt an der
besseren Ausstattung des 915 (besseres Anschlussangebot, mehr Funktionen wie z.B.
Surround Back Endstufen für Bi-Amping zu verwenden, ordentliche DSP-Programme,
automatisches Lautsprecher-Einmesssystem) und an der hochwertigeren Optik. Auch
ein klarer Pioneer-Vorteil ist die ausgezeichnete Fernbedienung.
Insgesamt ist höchst beachtlich, welch hohes Niveau
mittlerweile in der Ein- und Aufsteigerklasse rund um 400 € geboten wird. Dies
soll nicht falsch verstanden werden, denn diese Einschätzung soll den
anspruchsvollen Mehrkanalliebhaber keinesfalls davon abhalten, 1.000 € und
mehr in einen AV-Receiver zu investieren. Daher seien uns ein paar
Quervergleiche mit deutlich höheren Preisklassen erlaubt. Wer im Hörvergleich
den Yamaha RX-V757 gegen hört, wird
eine weiter gestiegene Souveränität im Umgang mit kräftigen Pegeln
heraushören. Ebenfalls bringt der Yamaha auch bei Zimmerlautstärke noch mehr
Prägnanz in die Effektdarstellung. Der RX-V757 ist unser Referenzmodell in der
600 €-Liga und hat hier momentan keinen Konkurrenten zu fürchten. Er wird
auch den Ansprüchen erfahrener Hörer gerecht, jedoch, hier merkt man, dass bei
600 € noch lange nicht das Ende aller Performance-Möglichkeiten erreicht ist,
denn der Hörraum sollte bei hohen Lautstärkeansprüchen kaum über 30 Quadratmeter messen. Dann sind AV-Receiver bis
rund 900 € am Ende mit ihrem Latein, wenn es um die kräftige Darstellung bei
hohen Lautstärken geht. Wer es moderater mit den Pegeln angehen lässt, kann
auch im 35 Quadratmeter-Hörraum gut hören. Aber nicht nur die schiere
Lautstärke setzt der Verwendung von 600 €-AV-Receivern Grenzen. Bei allen
Fähigkeiten zur tadellosen Darstellung bieten solche Komponenten noch nicht
einen so umfassenden, den Zuhörer bereits bei Pegeln auf Level der
Zimmerlautstärke völlig für sich einnehmenden Sound. An ein solches,
dreidimensional-authentisches Klangbild, das dem Zuhörer keine
Ablenkungsmöglichkeiten durch externe Faktoren gibt, sondern ihn mit allen
Sinnen fesselt, kann man sich durch die Preisklassen mit teils extremen
monetären Sprüngen langsam herantasten. Bereits in der 1.000 €-Liga gibt es
Modelle, die ein beachtliches Niveau bieten, welches aber bei aller Freude über
die superben Leistungen der nun genannten Modelle Harman Kardon AVR-435
und Onkyo TX-SR702E
nicht verklärend auf das Gesamtbild wirken sollte: Es geht immer noch sehr
viel mehr, nur muss der Hörer auch entsprechend Zeit mit den Geräten
verbringen und Hörerfahrung haben, sonst ist eine sehr hohe Investition gewiss
nicht gerechtfertigt. Dass akustische Überwältigendes nicht unbezahlbar sein
muss, beweist nachdrücklich der Harman Kardon AVR-7300,
der für rund 2.400 € bereits sehr viel erlebbares Faszinationspotential und
einen hohen Einbindungseffekt bei der Zuhörerschaft mitbringt. Mit der
gestiegenen Investition in den AV-Receiver oder -Verstärker wachsen aber im
gleichen Maße die Ansprüche an das Boxensystem, so dass hier nicht beim
AV-Receiver aufgehört werden darf, möchte man wirkliche Steigerungen
erreichen. Exquisiten Hörspaß auf sehr hohem Level verspricht der 5.499 €
kostende Onkyo TX-NR5000E, der aber noch
sehr deutlich unter für einen Großteil der potentiellen Interessenten
schmerzhaften Grenzen von über 10.000 € für eine erstklassige Vorstufen/Verstärkereinheit liegt. Wer alles in ausnahmsloser akustischer
Perfektion möchte und bereit ist, auch ein Vermögen zu investieren, kauft sich
die alles überragende, aber eben auch sündhaft teure Kombination von Audionet,
bestehend aus Audionet Map V2 mit EPS-Modul und Amp VII.
Hier jedoch wird auch langfristig durch die überragende Langzeitqualität
höchster Hörspaß gewährleistet.
Bewertung Pegelfestigkeit      
Bewertung Klang Film      
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik      
Bewertung Klang Surround-Aufpolierer      
Bewertung Klang Stereo      
Fazit
Kenwood hat es geschafft: Mit dem KRF-V7090D kehren die Japaner
nach längerer Durststrecke entgültig wieder auf die Siegerstraße zurück.
Gerade in den elementar wichtigen Disziplinen kann der AV-Receiver voll punkten:
Er klingt für seinen Kaufpreis exzellent und schafft es als erstes Gerät unter
400 €, ein Klangbild praktisch ohne störende Schwächen zu realisieren. Er klingt sauber und
klar im Hochtonbereich, bietet eine tadellose Dynamik und einen äußerst
gelungenen Bassbereich, der Gefälligkeit und Nachdruck auf erstaunlichem Niveau
miteinander verbindet. Die Pegelfestigkeit ist gut, erst, wenn man mit
nahezu Maximallautstärke hört, schaltet sich der KRF-V7090D bei größeren
Effektgewittern ab. Wenn man mit maximal 80 % des Maximalpegels hört, ist ein
überraschend facettenreiches, raumfüllendes Klangerlebnis auch auf langen
Höretappen möglich. Selbst bei beträchtlichen Pegeln gibt es kaum
Verzerrungen. Dass im Stereobetrieb für einen knapp 380 € kostenden
AV-Receiver ebenfalls erfreuliche Ergebnisse erzielt werden, unterfüttert die
hervorragende Leistung des Kenwood weiter. Dass er nicht allein an der
Klassenspitze steht, liegt an verschiedenen Faktoren: Die Hitzenentwicklung ist
zu drastisch, die optische Anmutung ist nur befriedigend und die
Anschlussbestückung ohne optischen Digitalausgang und ohne Pre-Out für 7.1
Kanäle ist lückenhaft. An dem insgesamt jedoch sehr beeindruckenden
Testergebnis ändern diese Kritikpunkte nichts.
Das Vorhaben ist gelungen: Mit dem KRF-V7090D
meldet sich Kenwood mit einem sensationellen Durchmarsch an der Klassenspitze
zurück

Preisklasse bis 400 €
Test 16.06.2005
Preis-/Leistungsverhältnis      
Pro:
-
Sehr gefälliges, klares und lebendiges Klangbild
-
Für Musik und Filmton sehr gut geeignet
-
Lobenswerte Pegelfestigkeit
-
Tadellose Detaileinarbeitung
-
Überdurchschnittlich gute Stimmwiedergabe
-
Hervorragende Integration von DTS Neo:6
-
Einfache Bedienung
Contra:
-
Zu starke Erhitzung deutet auf
Optimierungsbedarf bei der Gerätekühlung hin
-
Nur befriedigende optische Anmutung
-
Anschlussbestückung weist Lücken auf
Datenblatt:
-
A/V-Receiver Kenwood KRF-V7090D
Leistung: : 7 x 120 Watt (0,7% Klirr, 1 kHz, 6 Ohm)
Ausstattung: Decoder für Dolby Digital EX, dts ES Matrix/Discrete 6.1, dts 96/24, Pro Logic IIx, dts Neo:6, 192 kHz/24-Bit D/A-Wandler, hochwertiger DSP-Prozessor Analog Devices 32-Bit, Einstellbare Subwoofer-Übernahmefrequenz, 5 DSP-Programme, RDS-Tuner, Active EQ
Eingänge Audio: 5.1-Kanal-Eingang, 4 x Digital (2 x optisch, 2 x koaxial), 7 x Stereo-Cinch (inklusive Phono und Front)
Eingänge Video: 2 x Komponenten-Video, 5 x FBAS (inkl. Front), 5 x S-Video (inkl. Front)
Ausgänge Audio: Subwoofer-Preout, 2 Stereo-Cinch
Ausgänge Video: S-Video/FBAS, Monitor (FBAS/S-Video/Komponente)
Maße (B x H x T) 440 x 159 x 392 mm
Gewicht: 11,9 kg
erhältl. Farbe: Schwarz ,Silbern
Preis: € 379,–
Test: Karl-Heinz Pöppl, Carsten Rampacher
Technischer Support: Roland Klinke
Redaktion: Carsten Rampacher
16. Juni 2005
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