Test: KEF Sub-/Sat-System KHT-2005

Optisch futuristisch anmutende, progressiv gestylte Subwoofer-/Satellite-Systeme
liegen zur Zeit voll im Trend. Gelungene Vertreter verschiedener Preisklassen dieser
Gattung sind beispielsweise das Mission m7s-AV
für 749 EUR, das Celestion AVP-305 für
1699 EUR oder unser bisher bestes getestetes Sub-/Sat-System, das Infinity
Modulus, ebenfalls für 1699 EUR zu haben. Ein weiteres, besonders
interessantes Exemplar der Produktkategorie der durchgestylten und gleichermaßen
leistungsstarken Subwoofer-/Satelliten-Packages kommt von KEF aus England: Das
KHT-2005 genannte Set, das wir im Rahmen einer ausführlichen Testsession bei
unserem Kooperationspartner HiFi-Regler
gründlich unter die Lupe nehmen konnten, kommt auf einen fair wirkenden Preis von 1249 EUR und
bringt dafür schon direkt nach dem Auspacken eine Menge Vorteile mit. So
überzeugt, ähnlich wie bei der Konkurrenz, die exzellente, hochwertige und langlebige Verarbeitung
der fünf identischen Satelliten, hier ist kein Unterschied zu den teureren
Vertretern von Celestion und Infinity festzustellen. Die aus hochwertigem Material
gefertigten kleinen Boxen lassen sich mit Hilfe von Kugelgelenken, die in den
Lautsprecherfuß integriert sind, flexibel ausrichten - so kann man das
Abstrahlverhalten ganz dem Hörraum, der Akustik und den individuellen
Bedürfnissen des jeweiligen Hörers anpassen. Die gesamte Mechanik macht einen
haltbaren und durchdachten Eindruck. Auch der aktive Subwoofer, mit kräftiger
150 Watt-Endstufe versehen, steht keineswegs zurück und besticht durch die elegante Optik mit Klavierlack-Fläche auf
der Geräteoberseite. Genau wie auch an den Satelliten finden sich zur
Einführung von Lautsprecherkabel (möchte man den Sub nicht via Pre-Out an den
AV-Receiver anschließen) solide, edel anmutende Verschlüsse.
Zu diesem hochwertigen Eindruck passt auch die komplette
Ausstattung des aktiven Bassisten, so stehen griffgünstige Drehregler für
Lautstärke, Übernahmefrequenz und Phase auf der Rückseite des
Basslautsprechers zur Verfügung. Auch die Ausrüstung mit einem Stromanschluss
für einen Kaltgerätestecker zeigt, dass KEF das System als vollwertige
Alternative zu guten "normal dimensionierten" Lautsprechern sieht und
nicht nur als Notbehelf für eine Übergangszeit. Der Sub arbeitet nach dem
Downfire-Prinzip und strahlt somit nach unten ab. Seitlich angeordnete
Standfüße sorgen für sicheren Halt und eine gewisse Distanz des Subwoofers
zum Boden des Hörraums, was eventuell auftretende Resonanzen eliminieren hilft.
Wer gern einen Subwoofer mit Einschaltautomatik erstehen möchte, liegt beim
KHT-2005 ebenfalls richtig, hinten am Gerät kann zwischen der automatischen und
der manuellen Aktivierung umgeschaltet werden.
Nach den hervorragenden ersten Eindrücken schickte sich das
KHT-2005 an, bei unseren Sound-Testreihen für einen ebenso gelungenen zweiten
Testteil zu sorgen: So begeisterte die erstaunlich homogene Klangverteilung bei der
Filmtonwiedergabe (um ein besonders stimmiges, harmonisches Klangbild zu
ermöglichen, sollte sich die Übernahmefrequenz des aktiven Subwoofers zwischen
100 und 120 Hz einpendeln), hier muss sich das KEF-Set nur dem deutlich teureren
Infinity Modulus, und auch nur knapp, geschlagen geben. Der aktive Subwoofer
sorgte rundherum für glückliche Gesichter: Gerade auch im Filmbetrieb war der Tiefgang des Subs beachtlich für das kleine Gehäuse - echte
"Tiefbass-Fanatiker" werden natürlich zu einem größer
dimensionierten Bassisten greifen, aber selbst anspruchsvollere Hörer
werden von den Leistungen des KEF Subs angetan sein, der keine echten
Mangelerscheinungen auftreten ließ. Auch bei der Wahl der Hörraumgröße ist
man relativ frei, denn der Subwoofer verfügt über sehr leistungsstarke,
dynamisch antretende und höchst pegelfeste Endstufe, die auch für die
Beschallung größerer Räume gut ausreicht und im mehrstündigen
Dauerbetrieb nie unterdimensioniert wirkte. So ist es kein Problem, das KEF
KHT-2005 in Hörräumen bis 25 Quadratmetern einzusetzen, was einen
herausragenden Wert
für Sub-/Sat-System dieser Preisklasse bedeutet. Mit kleinen Einschränkungen
bezüglich der maximal
möglichen Pegel macht das KHT-2005 sogar in Hörräumen bis knapp unter 30
Quadratmeter eine brauchbare Figur. Die Satelliten werden dem Spaß kaum ein Ende bereiten, denn
die mit einem sehr kompakten Gehäuse versehenen Boxen sind erstaunlich
pegelfest und liefern auch bei hohen Lautstärken eine klare, akzentuierte und
wohlklingende Vorstellung ab. Der sehr gut abgestimmte Hochtonbereich mit
differenzierter Darstellung bleibt auch bei größeren Pegeln praktisch in vollem
Umfang erhalten. Gerade in dieser Disziplin leistet das KHT-2005 eine ganze
Menge, denn viele Sub-/Sat-Systeme, so unser Eindruck aus der Testpraxis, bieten
entweder eine zu blasse, wenig klare, wie mit einem dünnen Vorgang überzogene
akustische Vorstellung im Hochtonbereich, oder aber der Klang wird rasch zu
aggressiv, zu schrill und zu spitz. Lebendig und facettenreich präsentierte
sich die Surround-Klangkulisse, die zudem mit einer sehr hohen Präzision bei
der Effektortung punkten konnte.
Insgesamt kann sich das KEF nicht nur in seiner Preisklasse ganz
ausgezeichnet behaupten,, sondern muss sich auch nicht hinter so manchem
teureren System verstecken - so erreicht der aktive Subwoofer sogar
rekordverdächtige Werte und bietet eine Performance, die der des
ausgezeichneten Subs des Infinity Modulus-Systems kaum nachsteht. Durch das
etwas größere Gehäusevolumen bringt der Modulus-Sub nur in manchen Filmszenen
noch einen etwas besseren Tiefgang mit. Das Celestion AVP-305, für sich
betrachtet auch gut gelungen und ebenfalls mit einem kräftigen Subwoofer
versehen, könnte im Vergleich zu den Vertretern von KEF und Infinity noch ein
wenig mehr Feinschliff vertragen, ganz so ausgeglichen und homogen wie die
Systeme der Konkurrenz klingt es nicht, wenngleich die Leistungen im
Hochtonbereich nach wie vor durch die Brillanz und die Klarheit überzeugen. Bei
höheren Pegeln aber hat dies zur Folge, dass beim AVP-305 im Vergleich zu den
beiden anderen hier genannten SUB-/Sat-Sets etwas akustische Harmonie verloren
geht und der Hochtonbereich etwas zu dominant und durchdringend wirkt.
Auch der aktive Subwoofer ist bei Infinity und KEF noch etwas stimmiger
integriert. Dies soll nun nicht heißen, dass man mit dem Celestion eine
schlechte Wahl getroffen hat, aber die Angebote von KEF und Infinity sind eben
besonders gut und auf hohem Niveau ausgewogen. Drei andere Systeme darf man bei
diesem Vergleich aber keinesfalls vergessen: Wer ein eher klassisches Design in
Verbindung mit einer hochwertigen Klavierlackausführung diesen sehr progressiv
aussehenden Offerten vorzieht, liegt beim Energy Take
5.2 für 1499 EUR genau richtig. Mit seinem ebenfalls sehr kraftvollen
Subwoofer und einer sehr harmonischen Gesamtauslegung eignet sich das Take 5.2
vortrefflich, um beispielsweise auch bei weniger überzeugend abgemischter
Software noch eine gute Klangqualität zu ermöglichen. Aber auch bei sehr guter
Software begeistert das Energy-System, die Surround-Klangkulisse ist minimal
weniger voluminös als bei Infinity und KEF, dafür aber besonders lebendig und
klar. Nicht zu vergessen ist die hervorragende Pegelfestigkeit aller Komponenten, die das
Take 5.2 zum dritten, ganz besonders gut gelungenen System in unserer
Zusammenstellung werden lässt. Wem die bislang erwähnten Alternativen zu
kostspielig sind, der kann - gerade, wenn der Hörraum nicht größer als 15 bis
20 Quadratmeter ist und eher selten Musik in Stereo gehört wird - auch
problemlos zum Quadral 2100 Aktiv für
einen sehr fairen Kaufpreis von 999 EUR greifen. Mit seiner sehr klaren, nur bei
hohen Pegeln leicht zu durchsetzungskräftigen Hochtonwiedergabe, der gut
aufgebauten Surround-Klangkulisse und dem
tadellos integrierten aktiven Subwoofer verdient sich das sehr akkurat verarbeitete
Set ebenso eine Empfehlung. Doch es geht auch noch günstiger, und ein
sehr extravagantes, futuristisches Design gibt es noch dazu: Mit dem für seinen
Preis von 749 EUR akustisch sehr ausgewogenen Mission-Set m7as, oben bereits
erwähnt, bekommt gerade der Surround-Einsteiger eine sehr gute Möglichkeit
geboten, ohne zuviel finanziellen Aufwand gelungen in die Mehrkanalwelt
einzusteigen.
Zurück
zu unserem Testkandidaten. Die erstklassigen Leistungen bei der Filmton-Wiedergabe, die das
KHT-2005 im Spitzenfeld aller bislang von uns getesteten Sub-/Sat-Systeme
platzieren, finden bei der Mehrkanal-Musikwiedergabe ihre Fortsetzung. So
macht der aktive Subwoofer auch im Musikeinsatz einen sehr guten Eindruck; die hervorragende Integration, die den Basslautsprecher
niemals aufdringlich werden lässt, überzeugt: Immer ist der Sub-Einsatz wohldosiert,
bei Bedarf packt die starke Endstufe entschlossen zu und entfacht eine
erstaunliche Basskraft, so werden z.B. auch plötzliche Orchestereinsätze
souverän gemanagt. Selbst bei der Wiedergabe von DVDs mit klassischer Musik wie
beispielsweise Wolfgang Amadeus Mozarts Oper "Cosi Fan Tutte", bricht
das KEF-System keinesfalls ein, sondern beweist mit einer erstaunlich
detaillierten Wiedergabe auch diffizil darstellbarer Instrumente (Cembalo,
Violine) sein treffsicheres Gespür für eine akkurate Vorstellung. Diesen
Eindruck unterstützt auch bei der Musikwiedergabe der sehr gut abgestufte
Hochtonbereich, der einerseits für einen recht brillanten Gesamteindruck sorgt,
andererseits nie störend-überbetont in Erscheinung tritt. Besonders
überraschte uns, wie bereits im Filmbetrieb, dass diese gelungene Auslegung
auch bei höheren Pegeln praktisch unvermindert herauszuhören ist. Erst, wenn eine
auf hohem Niveau liegende Stimmwiedergabe bei sehr kräftigen Lautstärken
gefordert wird, merkt man, dass
dem Centerlautsprecher mit seinem kompakten Gehäuse langsam "die Luft
ausgeht. Bei normal üblichen Pegeln, die durchaus auch mal über der gern
zitierten "Zimmerlautstärke" liegen dürfen, gefällt der
Center aber mit einer vollauf zufriedenstellenden Arbeitsweise, die
Stimmdarstellung ist bezüglich der Natürlichkeit und dem Volumen für ein
solches Sub-/Sat-Package sogar hervorragend zu nennen - dies zeigt, mit wie viel
Sorgfalt bei KEF entwickelt und abgestimmt wurde. Selbst im Stereobetrieb überzeugt das KEF System mit erwachsenen
Leistungen: Gute Plastizität, der Hochtonbereich ist sauber gestuft, das frische,
erstaunlich lebendige Gesamt-Klangbild gefällt. Der Subwoofer zeigt sich wiederum sehr
gut eingepasst und sorgt für ein voluminöses, rundes Fundament. Damit ist
das KHT-2005 eines der
wenigen Sub-/Sat-Systeme, die man für den Stereoeinsatz empfehlen kann -
natürlich wird der sehr engagierte Stereohörer trotzdem weiterhin mit
voluminösen Standlautsprechern besser fahren.
Fazit
Da hat unser bisheriger Primus Infinity Modulus einen echten Konkurrenten
bekommen: Das KEF KHT-2005 kann alles fast genau so gut, die Nuancen, die bei
der Stereowiedergabe, der klanglichen Gesamthomogenität und der Stimmqualität
noch für einen kleinen Abstand zum Modulus sorgen, macht der deutlich
günstigere Preis wett - und der absolut begeisternde, antrittsstarke,
kraftvolle, pegelfeste und voluminös wie auch präzise klingende Subwoofer
PSW-2000. Mit
dem PSW-2000 ist KEF ein echtes Sahnestück gelungen, der Bassist lehrt
praktisch der gesamten Konkurrenz in jeder Disziplin das Fürchten.
Zusätzliches Plus des KEF-Woofers ist auch noch die einfache Aufstellung, so
kann man den Sub wirklich sehr frei platzieren und muss der richtigen
Aufstellung nicht zu viel Zeit widmen. Dazu bringt der aktive Subwoofer,
genauso wie das gesamte System, noch eine Verarbeitung mit, die der Preisklasse
nicht nur gerecht wird, sondern die zu diesem Preis fast schon sensationell gut
ist - jedes Detail stimmt hier, alle Materialien sind sehr hochwertig,
nirgendwo scheint der Zwang zum Sparen durch. Die Satelliten, die man sehr
flexibel aufstellen kann, sind sehr hoch belastbar, klingen stets harmonisch und
im Hochtonbereich überraschend akzentuiert und klar, ohne je, was wir bei
anderen Sub-/Sat-Packages schon herausgehört haben, zu spitz oder zu aggressiv
zu werden. Somit fügt sich alles zu einem Gesamteindruck zusammen, der ein
praktisch perfektes Testergebnis für das KHT-2005 sichert: Mehr Sub-/Sat-System
für diesen Preis geht nicht mehr, und mit seinem in unserem Test gezeigten
Leistungsprofil müssen sich auch viele teurere Konkurrenz-Sets hinter der
einwandfreien KEF-Package einordnen.
Hier stimmt alles: Preis, Performance und Optik

Obere Mittelklasse
Test 10.03.2003
Preis-/Leistungsverhältnis      
Pro:
-
Beachtliche akustische Homogenität
-
Kraftvoll und gleichermaßen präzise aufspielender
Subwoofer
-
Dynamische Surround-Klangkulisse
-
Exzellente Pegelfestigkeit
-
Schicke Optik
-
Sehr hochwertige Verarbeitung
-
Kaum zu schlagendes Preis-/Leistungsverhältnis
Contra:
Technische Daten
- Satelliten HTS-2001: 2 Wege Bassreflex-Satelliten, Chassis 12 mm/100 mm, Frequenzgang 80 Hz bis
20 kHz, Impedanz 8 Ohm, empfohlene Verstärkerleistung 10 bis 100 Watt (hier
kann in Anbetracht der sehr guten Performance aber auch ein noch etwas
stärkerer Amp verwendet werden), maximaler Schalldruck 104 dB, Gewicht 2
kg, Abmessungen H x B x T in mm 198 x 130 x 150. Farben silbern/soft feel
black
- Subwoofer PSW-2000: Integrierte 150 Watt-Endstufe und 210 mm Tieftöner,
Gewicht 14 kg, 35 bis 150 Hz, untere Grenzfrequenz -6 dB, maximaler
Schalldruck 106 dB, Abmessungen H x B x T in mm 370 x 320 x320, Farbe
Grau mit Geräteoberseite aus Klavierlack
- Preis 1249 EUR
Test: Carsten
Rampacher
10. März 2003
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