Test: JVC DR-MX1S (2/2)
28.07.2005 (khp)
Der JVC DR-MX1 ist ein sehr flexibles Gerät. Gilt dies auch
für die Anschlussvielfalt?
Anschlüsse
• Neben zwei SCART-Buchsen - beide mit FBAS und Y/C sowie L-1 auch mit RGB-Out, wobei ein Anschluss (L-1) wahlweise als Ein- oder Ausgang definiert werden kann - hat der JVC einen Komponentenvideo-Ausgang. An der Vorderseite stehen zusätzliche ein Stereo-, FBAS-, Y/C- und DV-Eingang zur Verfügung.
• Der Digital-Ton wird optisch oder über den Koaxialanschluss ausgegeben.
• Wie die meisten DVD-Recorder verfügt der DR-MX1S nur über einen DV-Eingang. Überspielungen sind daher nur vom DV-Camcorder auf den DVD-Recorder möglich. Die DV-Schnittstelle unterstützt lediglich DV-Kameras. Mit anderen Geräten wie z.B. PCs mit Firewire-Schnittstelle lässt sich der DR-MX1S nicht verbinden.
Als nachteilhaft muss die Tatsache angeführt werden, dass sich kein HDMI
Interface auf der Rückseite des DR-MX1 befindet, so müssen wir hier einen
Punktabzug vornehmen.
Die Anschlüsse im Überblick:
Scartbuchsen und Antennenanschluss
Komponenten (YUV) - Anschluss sowie Analog-Stereoausgänge.
Gut: Optischer und koaxialer Digitalausgang. Links am Bildrand ist ein Teil des
Lüfters zu erkennen
Front AV-Eingang mit S-Video
i.link Terminal zum Anschluss eines Camcorders
Eingänge:
• Zwei SCART-Anschlüsse mit FBAS und Y/C (L-2 und L-1, beide Pay-TV/PDC/VPS-kompatibel)
• S-Video (Front) und Composite (Front)
• i.LINK-Verbindung (Front-DV-Eingang)
• Analoge Audio-Eingänge: L/R (Front)
• SAT Control zur Steuerung eines Satelliten-Tuners
Ausgänge:
• SCART mit FBAS, Y/C und RGB (L-1)
• YUV über Cinch
• S-Video
• Audio-Ausgang (analog): L/R
• Audio-Ausgänge (digital): optisch und koaxial
Bewertung     
Bedienung
Die Fernbedienung gefällt mit zentral positioniertem
Navigationskreuz
Nicht überzeugend: Die Klappe im unteren Bereich des
IR-Controllers lässt sich schwer öffnen und wirkt nicht sehr stabil
Das optisch attraktive, übersichtliche und leicht zu bedienende OSD des DR-MH30S
findet auch beim DR-MX1S Verwendung - immer noch kann das JVC Menü als Beispiel
für ein gelungenes User Interface herhalten. Gut: Zum Finalisieren einer Disc stehen 18 vordefinierte DVD-Menüs zur Auswahl. Pro Menü sind sechs Titel möglich. Jeder Titel wird durch ein statisches Indexbild und den Namen repräsentiert.Die Tasten der IR-Fernbedienung sind übersichtlich angeordnet und gut lesbar. Der Tastendruckpunkt ist angenehm. Wichtige Tasten für Aufnahme, Wiedergabe und Navigation sind farblich abgesetzt. Unter der wackeligen und etwas schwer zu
öffnenden Klappe befinden sich seltener genutzte Funktionen, z.B. die Taste für
Progressive Scan. Was wir vermissen, ist eine Beleuchtungsmöglichkeit für den
IR-Controller.
Eine wesentliche Verbesserung gegenüber den Modellen DR-MH10S und DR-MH30S ist die Verlagerung der Setup-Taste auf das Hauptbedienfeld. Diese Taste wird, neben der Konfiguration des Recorders, z.B. für Disc-Aktionen (Formattieren, Finalisieren, etc.) häufiger benötigt.
Schönes Punktmatrix-Display in schickem Umfeld, aber leider
nur 2 Display-Helligkeitsstufen wählbar
Im Gegensatz zu den 'kleineren' Modellen lässt sich die Helligkeit des Dotmatrix-Displays und der Innenbeleuchtung nur in zwei Stufen (Hell, Gedimmt) einstellen. Der Einzige Unterschied zwischen den beiden Modis ist, dass bei der Einstellung 'Gedimmt' die blaue Hintergrundbeleuchtung abgeschaltet und die Helligkeit des
Dot-Matrix-Displays ungefähr um 50% verringert wird.
Bewertung     
Aufzeichnungsmodi:
|
Aufnahmequalität
|
Aufnahmezeit (DVD 4,7GB)
|
Aufnahmezeit
(Harddisk 160GB)
|
Bitrate
|
Auflösung
|
Tonformat
|
|
XP
|
ca. 1 h
|
ca. 34
h
|
~ 10 Mbps
|
720x576
|
Dolby Digital 2.0 / LPCM Stereo
|
|
SP
|
ca. 2 h
|
ca. 69
h
|
~ 5 Mbps
|
720x576
|
Dolby Digital 2.0
|
|
LP
|
ca. 4 h
|
ca. 138 h
|
~ 2 Mbps
|
720x576
|
Dolby Digital 2.0
|
|
EP
|
ca. 6 h
|
ca. 209 h
|
~ 1,6 Mbps
|
352x576
|
Dolby Digital 2.0
|
|
FR480 1)
|
ca. 8h
|
ca. 300 h
|
|
352x576
|
Dolby Digital 2.0
|
1) Free-Rate Funktion: Die Bitrate wird in Abhängigkeit von der vorgegebenen
Aufnahmezeit (z.B. FR60: 60 Minuten; bezogen auf eine DVD mit 4,3GB
Aufnahmekapazität) oder in Relation zum verbleibenden Speicherplatz der Disc festgelegt. Der FR-Modus kann in 5er Schritten von 60 bis 360 bzw. auf 420 oder 480 eingestellt
werden. Die (verbleibende) Aufnahmezeit kann optimal genutzt bzw. die bestmögliche Qualität erreicht werden.
Bild
Die Bildqualität ist in allen Qualitätsstufen sehr gut. In den meisten Fällen sind keine oder nur geringe Unterschiede zwischen den Aufnahme-Modis XP, SP und LP zu sehen. Nur beim EP- und den höheren FreeRate-Stufen sind bei schnellen Bewegungen oder um die Ränder von Schriftzeichen herum die bei MPEG-Codierung mit niedrigen Bitraten typischen Blockartefakte sowie Treppeneffekte an schrägen
Linien (aufgrund der reduzierten Horizontalauflösung) auszumachen. Um diese
unschönen Effekte möglichst gering zu halten, verwendet der DR-MX1S bei diesen Qualitätsstufen einen Weichzeichner. Bei hochwertigem, rauschfreien Eingangssignal liefert der DR-MX1S bei XP, SP und LP Ergebnisse, die kaum noch zu übertreffen sind.
Weitere Beobachtungen:
• Erfreulich, dass selbst bei den Aufnahme-Modis mit niedriger Bitrate (EP, FR480) die Auflösung nicht bis auf VCD-Niveau (352x288) reduziert wird.
• Zur Erkennung von Film- oder Videomaterial (Interlaced-Abtastmodus) gibt es drei Einstellungen (Auto, Film, Video).
• Die Bildqualität kann über vier vordefinierte Einstellungen dem individuellen
Geschmack angepasst werden: Normal, Kino, Hart (liefert gestochen scharfe
Bildkonturen bei der Wiedergabe von Zeichentrickfilmen und anderem Videomaterial, das zweidimensionale, gleichförmig gefärbte Bilder enthält) und Soft (bei Vorlagen mit starken Bildstörungen).
• Beim Überspielen von (S)VHS-Aufnahmen liefert der DR-MX1S überragende
Ergebnisse. Das völlige Fehlen von Dropouts oder Synchronisationsproblemen zeichnen die Güte des Bandlaufwerks aus. Natürlich ist die Qualität sehr stark von der Qualität des Ausgangsmaterials abhängig, aber man gewinnt fast den Eindruck, als wäre die Kopie besser als das Original.
Bewertung     
Fazit
Der DR-MX1S ist ein echter Universalist und überzeugt durch seine vielseitigen
Verwendungsmöglichkeiten, die hohe Aufzeichnungskapazität und flexible Überspielfunktionen
sowie ein nahezu vorbildliches Bedienkonzept und last but not least, dass schöne Design. Er ersetzt sowohl den DVD-Player als auch den betagten Videorecorder im Wohnzimmer des ambitionierten Homecineasten. Wie schon bei den kleineren Modellen begeistert auch beim DR-MX1S die hervorragende Bildqualität, auch dann, wenn es sich beim „Zuspieler“ nur um ein gewöhnliches VHS-Band handelt. Dass selbst in die Jahre gekommene (S)VHS-Bänder ohne sichtbare Qualitätseinbußen auf HDD bzw. DVD übertragen werden, zeugt von einem qualitativ hochwertigen Laufwerk und einer aufwändigen Signalaufbereitung. Für all
diejenigen, die neben einem überragenden DVD/Festplattenrekorder auch eine Möglichkeit suchen, ihre VHS-Sammlung adäquat zu archivieren, ist der DR-MX1S von JVC fast schon ein ‚must have’. Der Listenpreis von EUR 1.199,00 ist zwar keine Kleinigkeit, in Anbetracht des
gebotenen Gegenwertes aber fair kalkuliert.
Ein starkes Paket: Optisch attraktiv, reichhaltig
ausgestattet, sehr flexibel und mit exzellenter Bildqualität gesegnet

Oberklasse DVD-Recorder
Test 28. Juli 2005
Preis-/Leistungsverhältnis      
Pro:
• Flexible Einsatzmöglichkeit.
• Ausgezeichnete Bildqualität, auch bei Aufzeichnung mit niedrigen Bitraten.
• Viele Qualitätsstufen zur optimalen Nutzung der Disc-Kapazität beim Überspielen von HDD auf DVD.
• Verlustfreie Übertragung (rein subjektiv betrachtet) von (S)VHS-Bändern auf HDD/DVD.
• Hohe Aufzeichnungskapazität (HDD: 34 bis 300 Stunden).
• Verschiedene Timeshift-Betriebsarten (HDD und DVD-RAM).
• Leicht zu bedienende und optisch attraktive graphische Benutzeroberfläche.
• Progressive-Scan über YUV-Ausgang.
• Schönes Design.
Contra:
• Zeitverzögerte Reaktion auf Tastendrücke der Fernbedienung. Geübte „Cutter“
werden dies bei häufigem Editieren als störend empfinden.
• Die manuelle Senderprogrammierung sowie die Sortierung der Sender sind
umständlich und erfordern einen hohen, in der Regel aber nur einmaligen Zeitaufwand.
Datenblatt
Allgemein:
• Wiedergabe: Festplatte (HDD), DVD-Video, DVD-RAM, DVD-RW, DVD-R, CD, SVCD, VCD, CD-R/RW, WMA/MP3 (CD-R/RW), JPEG (CD-R/RW) kompatibel
• Aufnahme: Festplatte (HDD), DVD-RAM, DVD-RW (VR- und Video-Format), DVD-R kompatibel
• Festplatten-Recorder mit 160 GB Speicherkapazität:
o XP-Modus (10 Mbps) für ca. 36 Stunden Aufnahme
o SP-Modus (5 Mbps) für ca. 72 Std. Aufnahme
o LP-Modus (2,5 Mbps) für ca. 143 Std. Aufnahme
o EP-Modus (1,6 Mbps) für ca. 214 Std. Aufnahme
o FR-Modus (10 - 1,2 Mbps) für 36 - 300 Stunden Aufnahme (variable in 63 Schritten/Modi einstellbar)
• Eingebauter Twin-TV-Tuner
• NICAM/A2 Stereo-Decoder
• Timer-Programmierung (1 Jahr / 16 Programme) (HDD/DVD)
• Timer-Programmierung (1 Monat / 8 Programme) (VCR)
• T-V Link
• Automatische VPS-Erkennung
• 'Plug & Play'
• Hyperband-TV-Tuner (B/G, D/K) mit 99 Kanälen und Frequenzsynthesizer
• Permanenter Programmspeicher
• 60 Min. Gangreserve
• Timer-Überschreitungswarnung
• 'Multi-Brand'-TV/DVD/VCR/Satelliten- Fernbedienung
• Stromversorgung AC 220-240 V 50/60 Hz
• Leistungsaufnahme 47 W
• Energiesparmodus 16,6 W
• Abmessungen (B x H x T) 435 x 96 x 383 mm
• Gewicht 7,2 kg
Audio:
• Audio-D/A-Wandler für 24-Bit/192 kHz (HDD/DVD)
• Dolby Digital/dts/MPEG-Digital-Ausgang (HDD/DVD)
• Virtual Surround (DVD)
Video:
• Video-D/A-Wandler für 10-Bit/54 MHz (HDD/DVD)
• NTSC-Wiedergabe auf PAL-TV (DVD/VCR)
• Automatische 16:9 Aufnahme und Wiedergabe
• Instant Replay, Quick Skip, Time Skip, Live Slow, Live Check (HDD/DVD)
• Variabler Suchlauf- und Zeitlupen-Funktion
• Naturgetreue Wiedergabe im Rückwärtslauf (-1x) (HDD/DVD)
• Lesezeichen (RESUME)-Funktion für 30 Discs
• DA-4 Videokopf-System (VCR)
• B.E.S.T. Aufnahme- und Wiedergabesystem
• Automatische SP/LP-Timer-Aufnahme (VCR)
• Instant Review (VCR)
• Index-Suchlauf (VCR)
Anschlüsse:
• Front-DV-Eingang
• Zwei SCART-Anschlüsse (RGB), Pay-TV/PDC/VPS-kompatibel
• Video-Eingänge: S-Video (Front) und Composite (Front)
• Analoge Audio-Eingänge: L/R (Front)
• Video Ausgänge: Komponenten & S-Video
• Audio-Ausgänge (analog): L/R
• Audio-Ausgänge (digital): optisch und koaxial
Bildwiedergabe:
• PAL Progressive Ausgabe
• Bitraten-Optimierung (2-stufige MPEG-Codierung für hochwertige Überspielungen) (HDD --> DVD)
• Motion Active Progressive Scan Ausgabe (für Videomaterial)
• Digital Direct Progressive Scan Ausgabe (für DVD-Filmmaterial)
• Super MPEG-Encoding Pre-Processor: Time Base Corrector, Frame Synchroniser und Motion Active Noise Reduction
• Super Post-MPEG Processor: Block Noise Reduction, Colour DigiPure und Hada-mard Noise Reduction
• i.LINK-Verbindung (DV-Eingang)
Aufnahme / Wiedergabe:
• 8 Stunden DVD-Langzeitaufnahme
• Live-Mitschnitt (HDD/DVD-RAM)
• Gleichzeitige Aufnahme und Wiedergabe (HDD/DVD-RAM)
• RetroActive-Aufnahme (HDD)
• Überlängen-Aufnahme (Relief Recording, HDD)
• Programm-Teilung (HDD)
• Linear PCM Audio-Aufnahme (XP Modus)
• 1,5-fache Wiedergabegeschwindigkeit mit Ton (HDD)
• SQPB (S-VHS Quasi PlayBack) (VCR)
Bearbeiten / Überspielen:
• 6-fach-Dubbing
• Bearbeiten von DVDs ohne Einfrieren des Bildes (HDD --> DVD)
• High-Speed-Überspielung (HDD-->DVD), mit max. 32-facher Geschwindigkeit
• Automatische Erstellung der Indexbilder bei Überspielungen (VHS -> HDD/DVD)
• HQ-Dubbing für S-VHS (S-VHS-Kassetten --> HDD/DVD)
• Automatische Pausen zwischen den Titeln bei Aufnahmen (VCR --> DVD)
• Einfaches Überspielen (HDD-->DVD)
• Wiedergabelisten-basierender Videoschnitt (HDD/DVD)
• Einfache Nachvertonung (HDD/DVD)
Benutzerführung:
• DVD-Filmdatenbank
• HDD/DVD-Navigation mit animierbaren Indexbildern (DVD-RAM/DVD-RW VR-Format)
• Video Navigationssystem (VCR)
• Hochauflösende grafische Benutzeroberfläche (GUI) (10 Sprachen)
• DVD-R Menü mit Indexbildern (18 Screen-Hintergründe)
• Aufheben der Finalisierung (DVD-RW)
• Zuverlässige Timer-Programmierung mit ShowView Deluxe, Rec Link und grafischer Kalenderdarstellung
(HDD/DVD))
28. Juli 2005
Tester: Karl-Heinz Pöppl
Redaktion: Carsten Rampacher
Zurück zu Seite 1
HOME
> HARDWARE-TESTS > ZURÜCK
<
|