Test: JVC DR-MX1S (1/2)
28.07.2005 (khp)
Übersicht
DVD-RW/R- und DVD-RAM-Recorder, 160 GB Festplatte, integriertes
VHS-Deck - dies alles hört sich nach einem echten Universaltalent an, und als
ein solches möchte sich der JVC DR-MX1S auch verstanden wissen. Lesen Sie hier
unseren ausführlichen Test des laut Listenpreis 1.198 € kostenden HDD/DVD/VHS-Dreifachrecorders.
Verarbeitung/Hochwertigkeit
Die DVD-Lade erreicht ein normales Qualitätsniveau in Bezug
auf Ausführung und Lagerung
Dass der DR-MX1S sich durchaus nicht als Maschine für
passionierte Hobbykopierer, sondern als edle Aufnahmestation mit flexiblen
Einsatzmöglichkeiten versteht, macht er bereits optisch deutlich, denn er wirkt sehr
schick und aufgeräumt. Dazu trägt besonders die ganzflächige Frontklappe bei,
hinter ihr verbergen sich der Laufwerksschacht für VHS-Kassetten und auf der rechten Seite das DVD-Laufwerk. Die blaue Innenbeleuchtung über dem Display
korrespondiert sehr gut mit der interessanten Formgebung der Gerätefront und betont das
futuristische Design des DR-MX1S weiter. Die Harmonie, durch die schöne Optik
verbreitet, wird durch etwas zu deutliche Geräusche aus dem Geräteinneren
leicht eingeschränkt. Während der DR-MH30S sehr leise agierte, kann dies dem
DR-MX1S leider nicht vollständig bescheinigt werden. Der Lüfter an der Rückseite des Gerätes ist bei niedriger Umgebungsgeräuschkulisse deutlich zu hören.
Positiv ist zu vermerken, dass das DVD-Laufwerk sehr leise arbeitet, abgesehen vom Heraus- und Hineinfahren der Lade bzw. beim
Kapitelsprung.
praktische Staubschutzklappe beim optischen Digitalausgang
Die Anschlussterminals weisen keine Besonderheiten auf und entsprechen der
Qualität dieser Preisklasse. Auf den bisweilen üblichen Kunststoffstöpsel, der den
optischen Digitalausgang schützt und für gewöhnlich leicht verloren geht, wurde
zugunsten einer automatisch schließende Kunststoffklappe verzichtet. Die
mitgelieferte Fernbedienung ist insgesamt von zufriedenstellender
Qualität.
Macht eine Menge her: Der DR-MX1S ist nicht nur talentiert,
sondern auch schön anzusehen
Bewertung     
Ausstattungsmerkmale
Der DR-MX1S ist ein echtes Allroundtalent. In ihm sind alle derzeit gängigen
Aufnahme- und Wiedergabesysteme vereint: VHS-Recorder, DVD-Player/Recoder und die interessanteste und wichtigste Funktion, das Harddiscrecording. Der DR-MX1S eröffnet damit vielfältige Möglichkeiten zur Aufnahme, Wiedergabe und Archivierung von, unter anderem auch älteren, Videomaterials.
Damit ist eine wesentlich flexiblere Nutzung möglich als dies ein reinrassiger DVD-Recorder bieten kann. Neben dem Timeshift Betrieb können Aufzeichnungen für die Überspielung auf ein DVD-Medium optimiert werden. Die 160GB große Festplatte bietet, je nach Aufzeichnungsmodus, Platz für 34 bis ca. 300 Stunden.
Aufzeichnungen, die für die Archivierung vorgesehen sind, sollten mit der höchsten Qualitätsstufe aufgenommen werden, da bei der Überspielung auf ein DVD-Medium die Qualität dem freien Platz der Disc angepasst werden kann.
Wie bei den anderen JVC-Recordermodellen zeichnet der DR-MX1S auch direkt auf DVD-RAM, DVD-R und DVD-RW auf. Bei einer neuen oder gelöschten DVD-RW muss festgelegt werden, ob im VR-Modus oder Videomodus formatiert werden soll. Der VR-Modus bietet umfangreiche Editiermöglichkeiten, dafür ist ein im Videomodus finalisiertes Medium zu normalen DVD-Playern voll kompatibel.
Wird auf Festplatte oder DVD-RAM aufgezeichnet, steht die Timeshift Funktion - von JVC als Live Memory-Wiedergabe bezeichnet - zur Verfügung. Damit kann eine
bereits laufende Aufnahme zeitverzögert nach dem Aufnahmestart angeschaut werden, Werbeblöcke mit dem Schnellvorlauf übersprungen oder parallel zur aktuellen
Aufzeichnung eine bereits gespeicherte Aufnahme wiedergegeben werden. Ein besonderes Merkmal ist der permanente Timeshift-Betrieb, d.h. die Aufzeichnung des aktuellen Fernsehkanals beginnt sofort nach dem Einschalten des Gerätes. Die Speicherung erfolgt dabei temporär. Der Zeitraum kann auf 30 Minuten, eine oder drei Stunden eingestellt werden. Ist das Ende des gewählten Zeitraumes (Pufferspei-cher) erreicht, wird die Aufzeichnung am Anfang fortgesetzt und dieser überschrieben (Looprecording). Der permanente Timeshift, eine Funktion, die bislang nur wenige DVD-Recorder anbieten, kann im Setup des
Recorders ein- oder ausgeschaltet
werden.
Aufzeichnungen auf Harddisk, DVD-RAM oder auf DVD-RW im VR-Mode lassen sich sehr einfach editieren. Ein bildgenauer Schnitt erleichtert eine exakte Nachbearbei-tung, so z.B. das Löschen von Werbeblöcken oder anderen unerwünschten
Sequenzen. Alternativ gibt es die Möglichkeit, sogenannte Wiedergabelisten zu erstellen. Dabei wird die Original-Aufnahme nicht angetastet, sondern nur Marken gesetzt, die dem Player signalisieren, was er abspielen soll. So lässt sich die Quellaufnahme auch nachträglich verwenden. Während der Wiedergabe, aber vor dem Fixieren, können bei Aufzeichnungen auf DVD-RAM bzw. DVD-RW (VR-Mode) Markierungen gesetzt werden, die nach der Fixierung in Kapitel umgewandelt werden.
Editiermöglichkeiten mittels OSD
Auch zum VHS-Teil gibt es einige Anmerkungen zu tätigen. Videokassetten, die im S-VHS Format und im SP-Modus aufgezeichnet wurden
können wiedergegeben werden, allerdings nur mit der Standard VHS-Auflösung. JVC nennt diese Funktion SQPB (S-VHS Quasi PlayBack). Eine S-VHS Aufnahme ist nicht möglich.
Weitere Beobachtungen:
• Im DVD-RW Video-Modus können die Aufnahmen - systembedingt, denn für
editierte Aufnahmen gibt es den VR Mode, kurz Video Recording Mode - nicht bearbeitet werden. Bei der Finalisierung der Disc werden zuvor gesetzte Markierungspunkte gelöscht und die Sendung automatisch in Kapitel von je ca. 5 Minuten Länge unterteilt.
• An die i.Link-Schnittstelle können DV-Camcorder oder andere Wiedergabegeräte
angeschlossen werden. Allerdings kann diese Schnittstelle nur als Eingang genutzt werden.
• Multimedia-Formate, die der DR-MX1S wiedergeben kann: VCD, SVCD, MP3, WMA und JPEG-Bilder (max. 2812x2112 Pixel) auf CD oder CD-RW.
• Bilder und Audio-Files können nur getrennt wiedergegeben werden. Eine MP3/JPEG-Mixed-CD wird als JPEG-CD erkannt und es können lediglich die Bilder (auch in
Unterordnern) wiedergegeben werden. Die MP3-Dateien werden ignoriert. Wenn MP3- und WMA-Songs auf einer Disc enthalten sind, können die WMA-Dateien nicht wiedergegeben werden, da sie auf dem Navigationsbildschirm nicht
erscheinen.
• Über die Taste ‚Navigation’ auf der Fernbedienung gelangt man in die grafische
Übersicht der Ordner. JPEGs werden als Diashow wiedergegeben, wobei das Intervall über die Taste ‚On Screen’ auf der Fernbedienung zwischen 5 und 30 Sekunden, in 5 Sekunden Schritten, eingestellt werden kann. MP3s können bis 320kBit/s Samplerate wiedergegeben werden. Der jeweils folgende Titel wird automatisch abgespielt. Die Darstellungsqualität der Bilder ist hervorragend. Der Aufbau der JPEGs erfolgt im Hintergrund. Erst wenn das neue Bild komplett im Speicher eingelesen ist wird es ohne Verzögerung dargestellt. Die Diashow wirkt damit ruhiger und angenehmer, als der von manchen Herstellern bekannte zeilenweise Aufbau der
Bilder.
JPEG-Menü
Das Wiedergabemenü ist übersichtlich und einfach zu bedienen. Auf der linken Seite wird die Ordnerstruktur abgebildet und rechts werden die einzelnen Dateien
angezeigt. Die ausgewählte Datei ist farbig markiert. An dieser Stelle ein großes Lob an die Entwickler des OSD-Menüs.
• Sofern das angeschlossene Fernsehgerät mit T-V Link o.ä. ausgerüstet ist und mit einem vollständig verdrahteten 21-poligen SCART-Kabel am Recorder
angeschlossen ist, führt das Gerät automatisch die Senderübernahme anstatt der automatischen Grundeinstellung aus.
• Nicht unerwähnt bleiben soll eine eher unauffällige Funktion, nämlich die Bild- und Tonwiedergabe von Festplatte um den Faktor 1,5 zu beschleunigen. Bei allen
anderen Wiedergabegeschwindigkeiten wird der Ton abgeschaltet.
• Aufnahme und Timer-Programmierung: Es stehen drei timergesteuerte (ShowView, wöchentliche/tägliche Aufnahme für Nachrichtensendungen oder Serien und VPS/PDC) und die manuelle
Sofortaufnahme zur Auswahl. 16 (HDD/DVD) bzw. 8 (VCR) Einträge für den Timer sollten den meisten Anforderungen gerecht werden.
Mit der Sofortaufnahme wird die Aufzeichnung des aktuellen Programms gestartet und gleichzeitig kann durch Drücken der Aufnahme-Taste die Dauer in 30-Minuten Schritten (von 30 Minuten bis max. 6 Stunden) eingestellt werden. Die
Sofortaufnahme kann ausschließlich mit der Aufnahme-Taste am DVD-Recorder selbst aktiviert werden.
JVC hat den DR-MX1S mit verschiedenen Möglichkeiten zur Aufnahmeprogrammierung ausgestattet. Neben der manuellen Timerprogrammierung und ShowView gibt es die On-Disc-Timer-Programmierung. Sie ist zur Aufzeichnung von täglich oder
wöchentlich ausgestrahlten Sendungen gedacht. Da ältere Sendungen automatisch
überschrieben werden, kann eine einzige DVD-RAM bzw. DVD-RW (VR-Modus)
verwendet werden, ohne dass der freie Speicherplatz in Betracht gezogen werden muss. Last but not least ermöglicht die automatische Satellitenprogramm-Aufnahme eine Sendung, die auf dem Timer eines externen Satelliten-Tuners vorprogrammiert
wurde, automatisch aufzuzeichnen. Dazu muss der Satelliten-Tuner an die SCART-Buchse L-2 (IN/DECODER) angeschlossen
werden.
Verschiedene Möglichkeiten zur Timer-Programmierung
Überspielen (Dubbing)
An dieser Stelle sollen nur die potentiell am häufigsten genutzten Methoden zum
Überspielen zwischen den drei verschiedenen Medien ausführlich behandelt werden. Insgesamt gibt es beim DR-MX1S sechs verschiedene Arten.
Sechs Arten des Überspielens sind bei diesem Dreifachrecorder
möglich
HDD auf DVD
Originalaufnahmen und/oder Titellisten lassen sich von der Festplatte auf DVD überspielen. Das entsprechende Menu wird mit der Taste 'Dubbing' auf der Fernbedienung aktiviert. Pro Überspielvorgang können bis zu 8 Originalaufnahmen bzw. Titellisten ausgewählt werden (Taste 'Memo/Mark'). Bei Auswahl der zu überspielenden Aufnahmen bzw. Listen informiert eine Balkenanzeige über die Restzeit bzw. verfügbare Kapazität. Wenn im Videomodus die ausgewählte Titelliste Szenen enthält, die mit verschiedenen Übertragungsraten
aufgezeichnet wurden, erfolgt das Überspielen mit der höchsten Übertragungsrate der Szenen in der ausgewählten Titelliste. Daten mit geringerer Übertragungsrate lassen sich jedoch nicht in einer höheren Übertragungsrate überspielen. Der JVC unterscheidet zwischen drei
Möglichkeiten der Überspielung:
• Highspeed Dubbing:
Beim sogenannten Hochgeschwindigkeitsüberspielen erfolgt der Kopiervorgang mit der größtmöglichen Geschwindigkeit. Die Original-Übertragungsrate wird beibehalten und kann nicht verändert werden.
• Just Dubbing:
Bei dieser Methode stellt das Gerät automatisch den entsprechenden
Aufnahmemodus ein. Dabei wird die Gesamtlänge der zu überspielenden Aufnahmen bzw.
Titellisten und der verfügbare Speicherplatz berücksichtigt.
• Manuelles Dubbing:
Hier kann die Übertragungsrate frei ausgewählt werden, um den verfügbaren Platz optimal
auszunutzen.
VHS auf HDD
• Gesamt
Bei dieser Methode wird die komplette Videokassette auf die Festplatte überspielt.
• 1 PROG
Hier wird nur die gewünschte Sendung aufgezeichnet.
Sind auf dem Band Leerstellen von mehr als zwei Sekunden Länge enthalten, wechselt das HDD-Deck in den Pausenmodus. Sobald wieder eine bespielte Stelle erkannt wird, wird die Aufnahme fortgesetzt. Diese Funktion erweist sich in der Praxis als sehr nützlich.
Vor der Aufnahme empfiehlt es sich, im Setup des VHS-Decks den Parameter
Bildeinstellung' auf den Wert 'Edit' einzustellen. Bei stark verrauschtem Ausgangsmaterial hilft unter Umständen die Einstellung 'Soft'. Ein Weichzeichner glättet die Körnigkeit des Bildes.
Ausstattungsmeister: Der JVC lässt es an nichts fehlen, seine
überdurchschnittlich reichhaltige und zugleich sinnvolle Ausstattung beschert
ihm die volle Punktzahl.
Bewertung     
Vor auf Seite 2
HOME
> HARDWARE-TESTS > ZURÜCK
<
|