Test Infinity Sub-/Sat-System Alpha 5 HCS 2
28.05.2003 (cr)
Wir danken unserem Kooperationspartner HiFi-Regler
für das Bereitstellen der Hörräume und des Testequipments
Sehr progressiv gestylte, metallisch kühl schimmernde silberne
Subwoofer-/Satellitensysteme liegen in praktisch allen Preisklassen von unter
1000 EUR bis über 2000 EUR momentan voll im Trend. Doch noch lange nicht jeder
Heimcineast unterwirft sich bedingungslos dem herrschenden Zeitgeist - es gibt
auch "Traditionalisten", die ein Lautsprechersystem mit klassisch-konservativer
Optik für ihren Hörraum bevorzugen. Bei Infinity werden auch Kunden mit diesen
Wünschen bedient. Während es für die Liebhaber extravagant auftretender
Schallwandler-Sets mit dem Modulus
(1699 EUR UVP)und dem Oreus (1199 EUR UVP) gleich zwei exzellente Alternativen gibt, steht für die Freunde klassischer
Linienführung das Infinity Alpha 5 HCS 2 bereit, mit einem Listenpreis von 899
EUR liegt dieses Heimkinolautsprechersystem auch durchaus noch im bezahlbaren
Rahmen. In der Farbe Buche trat das Ensemble nun bei uns zum Test an, als
weitere Farbversionen stehen Kirsche natur und schlichtes Schwarz zur Auswahl.

Gleich der erste Eindruck nach dem Auspacken ist sehr gut - die
Lautsprecher präsentieren sich allesamt in makelloser Optik, die Verarbeitung
ist für diese Preisklasse überdurchschnittlich gut und auch im Detail
hochwertig. Die vier identischen Satelliten für die Front links/rechts und
Surroundbeschallung haben, wie die restlichen Komponenten, bestehend aus Center
und Subwoofer, solide Schraubanschlüsse. Von ihrem Volumen her operieren die
Satelliten schon an der Obergrenze dessen, was man noch als "Satellit"
und noch nicht als "kleinerer Regallautsprecher" bezeichnen kann. Dies
lässt auf eine solide Wiedergabe auch des unteren Mitteltonbereichs hoffen, der
nicht selten bei kleineren Satelliten zu kurz kommt. Zusätzlich dürfte das
sehr gute Gehäusematerial die akustischen Eigenschaften positiv beeinflussen.

Die Alpha 5 Satelliten werden von Infinity für
Verstärkerleistungen von 10 bis 60 Watt empfohlen. Damit ist auch die
Zielgruppe schon relativ klar gefasst, es sind qualitätsbewusste Heimkino- und
Surround-Einsteiger, die dem LS-Set dann einen entsprechenden AV-Receiver
gönnen - nicht überteuert, aber mit brauchbaren, konstanten Leistungswerten
für die Beschallung kleinerer bis mittelgroßer Hörräume. Der Frequenzgang
der Satelliten reicht von 80 Hz bis 22 kHz, der Maximalschalldruck der 8
Ohm-Boxen liegt bei 88 dB. Die gleichen Werte gelten auch für den Center mit
veränderten Gehäuseabmessungen, die Impedanz beträgt hier 6 Ohm. Bleibt der
aktive Subwoofer, dessen "Schöner Rücken" bezüglich der gebotenen
Verarbeitungsgüte voll überzeugen kann. Der Bassist bringt eine 110 Watt
starke Endstufe mit und einen 210 mm Tieftöner.

Bei unseren Klangtests wurde deutlich, dass sich das Alpha 5
besonders gut für die Filmtonwiedergabe eignet. Hier ist das System voll in
seinem Element, so überzeugten bei "U-571" die krachenden
Wasserbombenexplosionen, hier brachte das Infinity-Set durch die weiträumige,
effektgewaltige Surround-Klangkulisse und dem sehr voluminös aufspielenden Subwoofer eine sehr
erfreuliche Leistung zustande. Auch bei "Gladiator" gefiel die
wuchtige Effektwiedergabe, mit Kraft und Nachdruck schlugen die Brandpfeile im
gegnerischen Lager ein. Für ein Sub-7Sat-Set dieser Preiskategorie sind
Volumen, Kraft und Tiefgang des aktiven Subwoofers wirklich überzeugend. Weniger liegen dem kompakten System aber kleine,
feine Nebengeräusche. Hier ist der - zugegebenermaßen deutlich
teurere "Konzernbruder" Oreus deutlich besser. Soundtechnische
Feinheiten, die das Oreus in glasklarer, plastischer Form zum Ohr des Zuhörers
trägt, werden vom nicht ganz so exakt agierenden Alpha-Set eher verwaschen und
mit zu geringer Akzentuierung wiedergegeben. Dies merkt man auch an der
Stimmwiedergabe, gerade bei Frauenstimmen: Der Oreus-Center klingt weitaus
freier, frischer und transparenter, während der Alpha-Center zwar sehr pegelfest ist (und daher auch bei wirklich hohen Pegeln kaum Verzerrungen oder
andere Störgeräusche das Hörvergnügen trüben), aber mit einer hörbar
weniger mitreißenden Stimmdarstellung nicht dieses realistische Feeling bietet
wie der Mittenlautsprecher des Oreus-Systems.
Auch der Oreus-Subwoofer zeigt
sich im direkten Vergleich von einer anderen, differenzierteren Seite: Was den Bassdruck angeht und
das Volumen, gibt es auch am Alpha-Sub nichts auszusetzen, bezüglich der
Faktoren Schnelligkeit, Dynamik und Präzision aber fährt der
Oreus-Basslautsprecher auf der Überholspur vorbei. Dieses Manko des
Alpha-Subwoofers wirkt sich allerdings im Filmtonbetrieb weitaus weniger
störend aus als im Mehrkanal-Musik- oder Stereo-Einsatz. Vorteil dieser
Auslegung ist zudem die wirklich beachtliche Pegelfestigkeit, ohne dass die
Gesamtharmonie durch eine zu deutliche Hervorhebung eines bestimmten
Frequenzbereichs völlig aus den Fugen gerät. Wem die Klangcharakteristik des
Alpha Sets nicht spritzig genug ist, der kann sich eine Offerte des
Mitwettbewerbers Quadral einmal anhören: Das Subwoofer-/Satellitenlautsprechersystem 2100 Aktiv,
zwar in silberner Gehäusefarbe gehalten, vom Styling her aber betont
schlicht, bringt eine klarere, lebendigere Gesamtwiedergabe und einen
akzentuierter aufspielenden Hochtonbereich zustande. Was der eine zu wenig hat,
hat aber der andere zuviel: Bemängelten wir beim Alpha-System den etwas zu
gedeckt auftretenden Hochtonbereich, ist der gerade bei hohen Pegeln schon
leicht aggressiv werdende Hochtonbereich des 2100 Aktiv auch nicht jedermanns
Sache. Hier können wir nur zu umfangreichen Hörtests raten.
Im
Mehrkanal-Musikbetrieb fällt das etwas langsame Ansprechen der
Lautsprecher und des Subwoofers stärker aus. Hier muss man allerdings auch die
Preisklasse des Alpha bedenken - für 899 EUR Listenpreis (der Straßenpreis
liegt sogar deutlich darunter) ist das Ergebnis in Ordnung, der Klang mit einem
guten Volumen versehen, getragen vom stimmigen Bassfundament, das der
leistungsstarke Subwoofer sicherstellt. In Hörräumen zwischen 15 und rund 23
Quadratmeter ist das Set am besten aufgehoben, dass der Hörraum auch durchaus
über 20 Quadratmeter groß sein darf, ist besonders auf den
"tatendurstigen" Woofer zurückzuführen, der sich selten überfordert
anhört und auch bei größeren Pegeln praktisch nie durch Strömungsgeräusche
unangenehm auffällt. Mit der basskräftigen, voluminösen
Wiedergabecharakteristik eignet sich das Alpha Set tadellos für die Wiedergabe
bassstarker House- Techno- oder HipHop-Musik, hier kann das System seine
Vorteile sehr gut ausspielen. Weniger prädestiniert ist das Infinity Alpha 5
hingegen für Jazz- oder Klassik-Liebhaber - denn um solche Musik wiederzugeben,
wirkt der Hochtonbereich zu wenig brillant und etwas zu fade, so dass die
richtige Begeisterung beim Publikum nicht so recht aufkommen möchte.
Dies ist schade, denn im Mittelton- und Bassbereich agiert das
Set angenehm homogen und stimmig, mit leicht warmen, gefälligem Gesamtklang.
Hier merkt man auch einen Unterschied zu anderen Subwoofer-/Satellitensystemen,
die vielleicht mit weniger hochwertigem Gehäusen ausstaffiert sind: Die
harmonische Note, die das Alpha 5 im Hörraum offeriert, ist nur mit einem
entsprechenden Gehäusematerial zu erzeugen, Boxen mit Kunststoffgehäuse haben
hier wenig Chancen. Die von uns unter die Lupe genommenen LS-Sets mit
Alu-Gehäusen, zu denen auch die schon in diesem Text genannten
Konkurrenzangebote gehören, liefern insgesamt eine direktere und spritizgere,
aber weniger warme und harmonische Vorstellung ab. Einzig das Modulus ist, trotz
Alugehäuse, different, der Klang ist insgesamt recht rund und homogen und
weniger spritzig, aber auch weniger spitz als vor allem beim Aktiv 2100 von
Quadral. Das Oreus ist zwar im Hochtonbereich sehr transparent und extrem klar,
neigt aber kaum zur Aggressivität, sondern agiert relativ neutral - aber auch
keinesfalls mit warmen Timbré. Hier sind es insbesondere die mitreißende
Gesamtdarbietung und die hervorragende Detaileinarbeitung im Musikbetrieb, die
die Ausnahmestellung dieses besonders gut gelungenen Angebots untermauert.
In Bezug auf die Stereo-Klanggüte kann man dem Alpha 5
befriedigende Leistungen attestieren. Das Zusammenspiel zwischen dem kräftigen
aktiven Subwoofer und den beiden Frontsatelliten funktioniert problemlos, die
Harmonie rund um die Übernahmefrequenz des Basslautsprechers ist ohne Fehl und
Tadel. In der Praxis bewähren sich rund 100 Hz als Übernahmefrequenz sehr gut,
es gibt praktisch kein störendes Klangloch, ebenso wenig agiert der Subwoofer
zu leicht ortbar und damit in einem unpassenden, zu hohen Frequenzbereich. Der
Mitteltonbereich ist ebenfalls gelungen, nicht zu dominant, sondern angenehm und
richtig akzentuiert. Leichte Schwächen scheinen bei der gebotenen Spielfreunde
durch - gerade sehr mitreißende, dynamische Musikstücke ertönen nicht ganz
mit der nötigen Frische und Lebendigkeit. Dies ist, wie bereits im
Mehrkanal-Musikeinsatz festgestellt, auf den Hochtonbereich zurückzuführen,
der auch im Stereobetrieb zu bedeckt und emotionslos wirkt. Dies kann man dem
System - wiederum der Verweis auf die Preiskategorie - aber nur bedingt
vorwerfen, andere Offerten leisten insgesamt auch nicht mehr. Es ist nur
bedauerlich, dass die sonstigen ansehnlichen Leistungen durch dieses Manko etwas
geschmälert werden. Fazit hier: Für "Normalhörer", die ab und zu
einmal Musik in Stereo hören und die Priorität insbesondere auf den
Heimkino-Mehrkanalsound legen, ist das Alpha 5 problemlos geeignet.
Fazit
Wer nicht allzu viel Geld ausgeben möchte und für seine
finanzielle Investition eine außerordentlich gute Verarbeitung, eine klassische
Optik aller Komponenten, eine besondere Eignung für die
Mehrkanal-Filmtonwiedergabe und einen sehr kräftig aufspielenden aktiven
Subwoofer erwartet, liegt beim Alpha 5 genau richtig. Bezüglich der genannten
Faktoren werden tadellose Leistungen geboten. Nicht ganz so liegt dem Sub-/Sat-Set
die besonders detailreiche und spritzige Aufbereitung von anspruchsvollen
Mehrkanal-Musik-DVDs. Hier werden kleine Feinheiten mit etwas zu wenig Sorgfalt
herausgearbeitet, zudem wirkt der Hochtonbereich etwas emotionslos. Für die
Wiedergabe bassstarker House- oder Techno-Musik eignet sich das Alpha mit seinem
leistungsstarken aktiven Subwoofer aber gut. Befriedigend sind die Leistungen im
Stereobetrieb, zu loben ist die sehr gute Harmonie im Mittel- und
Tieftonbereich.
Einsteiger-Set mit tadelloser Eignung für den
Heimkinobetrieb

Mittelklasse
Test 28.05.2003
Preis-/Leistungsverhältnis      
Pro:
-
Kraftvolle, voluminöse Filmtonwiedergabe
-
Aktiver Subwoofer mit sehr hoher Pegelfestigkeit
-
Sehr harmonischer Mittel- und Tieftonbereich
-
Für die Preisklasse exzellente Verarbeitung
-
Leistungsstarker, präziser aktiver Subwofer
-
Gutes Preis-/Leistungsverhältnis
Contra:
Technische Daten
- Alpha Satelliten/Center: Frequenzgang 80 bis 22.000 Hz, Übergangsfrequenz
3,5 kHz (Center 4,0 kHz), empfohlene Verstärkerleistung 10 bis 60 Watt, Wirkungsgrad
(2,83/1 m) 88 dB, Impedanz 8 Ohm (Center 6 Ohm), Maße (H x B x T in mm):
Satelliten 230 x 150 x 180/Center 125 x 290 x 172, Gewicht 2,5 kg, Gehäusefarben
Buche/Kirsche Natur/Schwarz, graue Frontbespannung, Hochtöner: 10 mm,
Mitteltöner: 1 x 110 mm.
- Alpha Subwoofer: Aktiver Subwoofer, Bassreflex-Prinzip, Tieftöner 1 x 210
mm Aktiv, 1 x 210 mm Passivmembran, Ausgangsleistung 110 Watt,
Frequenzumfang 45 bis 150 Hz (+/- 3 dB), Übernahmefrequenz regelbar 40
bis 130 Hz (12 dB/Oktave), Maße (H x B x T in mm) 420 x 260 x 335, Gewicht
11 kg, Gehäuseausführungen Buche/Kirsche Natur/Schwarz, graue
Frontbespannung
- Preis komplett: 899 EUR
(UVP)
Test: Carsten
Rampacher
28. Mai 2003
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