Harman/Kardon
DVD 10

Das Testgerät wurde uns zur Verfügung gestellt von
Karsten Becker Hard- &
Softwareentwicklung
Finish, Features und Anschlüsse
Harman/Kardon verkauft seit kurzem den Nachfolger des
sehr erfolgreichen DVD1 in
Deutschland. Das DVD10 genannte Gerät kostet wie der Vorgänger 999
DM, getreu dem Motto "Never Change A Winning Team" hat
Harman/Kardon auch ausschließlich ein Facelift durchgeführt und kein
komplett neues Gerät entwickelt. Schon optisch sind die Unterschiede
zum Vorgänger praktisch kaum sichtbar, was allerdings kein Fehler
ist, denn der H/K DVD10 gehört zweifelsohne zu den besonders
eleganten Erscheinungen in seiner Klasse. Die Verarbeitung ist gut,
das gilt auch für die komplett beleuchtete mitgelieferte
Fernbedienung. Die Bestückung mit Anschlüssen ist
preisklassengemäß, so finden sich zwei Scartbuchsen, die erste mit
RGB-Ausgabe, auf der Geräterückseite, ein YUV-Ausgang ist hingegen
nicht vorgesehen. Wer auf diese Weise Anschluss sucht, muss zum rund
1500 DM teuren H/K DVD50 greifen, ein 5er DVD-Wechsler, der via YUV
aber auch gleich Progressive Scan-Bildsignale ausgeben
kann.
Und nicht nur das: Auch Freunde weiter reichender
Wiedergabemöglichkeiten sollten den DVD50 ins Auge fassen, denn
dieser bietet im Gegensatz zum DVD10 ein Laufwerk mit Dual Laser
Pickup. Der DVD10 beschränkt sich, ebenso wie der Vorgänger, auf ein
einfacheres Laufwerk, das keine CD-Rs abspielen kann.
Das Laufgeräusch des Laufwerks hält sich im
erträglichen Rahmen, es ist nur für die gut hörbar, die direkt
neben dem Gerät sitzen. Ansonsten dürfte es keine Probleme geben,
lediglich beim Einlesen kann die Geräuschkulisse schon mal etwas
höher sein. Die Fehlerkorrektur arbeitet noch zufriedenstellend. Was
überzeugt, ist, dass der H/K DVD10 sich nach mehreren Anläufen bis
zu Track 28 "durchhangelt", dies ist eine sehr gute Leistung
und entspricht einer Fehlerbreite von 3,782 mm und einem Anteil von
über 90 Prozent. Nicht so gut gefällt allerdings, dass er bei
einigen Testreihen schon bei Track 13 zu massiver Artefaktebildung und
zu einem Stehen bleiben des Bildes neigte, manchmal sich sogar
weigerte, die
Fehlerkorrektur-Test-DVD weiter einzulesen. Bei einem neuen Anlauf
dann steigerte sich das Gerät aber wieder. Das Zusammenspiel Auslesen
der Daten-Pufferspeicher- Entleeren des Pufferspeichers klappt wohl
nicht immer ganz reibungslos. Zusammen mit der nicht vorhandenen
Möglichkeit, CD-Rs abzuspielen, gibt dies in der Laufwerkswertung ein
befriedigendes Ergebnis.
Gut sieht er aus, der H/K DVD10, und ordentlich
verarbeitet ist er auch. Die Fernbedienung ist vollwertig, die
Bestückung mit Anschlüssen in Ordnung. Extravaganz hat seinen Preis:
Günstig ist der DVD10 nicht.
Bedienung
Das Bedienkonzept des Harman/Kardon-Players im
wesentlichen vom Vorgänger her bekannt. Die Fernbedienung
ist beleuchtet und liegt sehr gut in der Hand, die einzelnen Knöpfe sind durch teilweise
unterschiedliche Formgebung problemlos zu unterscheiden. Kleine Kritikpunkte gibt es
aber trotzdem: Praktischer wäre es,
wenn sich die Enter-Taste im und nicht außerhalb des Cursor-Navigationskreuzes befinden
würde.
Praktisch:
Die Fernbedienung ist komplett beleuchtet. Das bietet in dieser Klasse
sonst niemand
Ansonsten überwiegen die positiven Aspekte. Die Bedienelemente am Gerät
selber sind, wie schon oben erwähnt, auch beleuchtet, bis auf die zu
klein geratene "Open"-Taste fürs Herausfahren der DVD-Lade
ist alles gut bedienbar .Die Bildschirmmenüs sind graphisch einwandfrei aufbereitet. Vom Aufbau und vom Unfang her sind
sie übersichtlich und geben dem Benutzer keine Rätsel auf. Alle Einstellungen
lassen sich ohne Schwierigkeiten vornehmen. Sehr gut gefällt das
Bildschirmmenü, wenn eine Audio-CD abgespielt wird. Das Display
hingegen könnte eine feinere Auflösung vertragen.
Bild
Die Bildqualität des DVD10 weiß bei den
Testbildern der Referenz-DVD zu
gefallen. Fairerweise muss man aber hervorheben, dass auch schon der
Vorgänger in der Bilddisziplin überzeugen konnte. Bei sehr feinen
Mustern, wie beispielsweise bei der Zeichnung des Gesichts des
hübschen schwarzen Mädchens, ist aber ein kleiner Fortschritt
zu erkennen, hier bietet der DVD10 eine noch bessere Detailtreue.
Die natürliche, minimal zurückhaltende Farbwiedergabe weiß ebenso
zu gefallen wie die gute Gesamtbildschärfe, die sich beispielsweise
beim Testbild mit den Wolkenkratzern zeigt. Plastisch und detailliert
gibt der Player das Früchtestilleben wieder.
Hier befindet sich der
H/K in etwa auf einem Niveau mit dem Sony
DVP-NS400D, der auch eine tadellose Vorstellung bot. Der Kontrastumfang
ist fein gestuft und sehr groß, was sich beispielsweise beim Testbild
mit dem Seeadler oder mit den Fischen zeigt. Farbverläufe zeichnet
der H/K exakt, muss sich in dieser Disziplin aber den Pioneer-Geräten
und dem schon erwähnten Sony beugen. Gut ist beim Harman/Kardon die
reine Farbwiedergabe und die Farbdekompression. Bei "Inspector
Gadget" (Code 2) gefällt der DVD10 mit einem scharfen und
detailreichen Bild, die kräftigen Farben könnten aber noch
pointierter wiedergegeben werden. Harmonisch und ausgewogen
agiert der DVD10 bei "X-Men". Unser Testgerät gefiel mit
einem fast unmerklichen Layerwechsel (Test-DVD: Top Gun Code,
Layerwechsel zwischen den Kapiteln 18 und 19).
Ton
Der Digitalklang ist klar und sauber, jedes
Detail wird sehr natürlich abgebildet. Es zeigt sich, dass Harman/Kardon
offensichtlich Baugruppen von hoher Qualität in seinen DVD-Playern
verbaut, denn bis auf die aktuellen Sony-Player DVP-NS300
und DVP-NS400D konnte kein
Gerät mit einer so extrem guten Qualität in der Preisklasse bis 1000
DM aufwarten.
Der eingebaute D/A-Wandler überzeugte im
Test mit außerordenlich guten Qualitäten: Bei Felix
Mendelssohns Vertonung des "Sommernachtstraums" (Deutsche
Grammophon 4D-CD) zeigte er makellose Qualitäten, denn mit so hoher
Detailtreue und Transparenz spielten bislang nur wesentlich teurere
DVD-Player auf. Mit guter Ausdruckskraft gab der DVD10 den unteren
Frequenzbereich wieder, auch am anderen Ende des Frequenzspektrums
überzeugte er: Im Hochtonbereich spielte er brillant und feinfühlig
auf. Die Klangqualität ist auf jeden Fall besser als die von
D/A-Wandlern in manchem AV-Receiver.
Damit sind die tonalen Qualitäten auch
beim DVD10, wie schon beim Vorgänger, wieder top und zeigen auch, wo
das Geld steckt, welches man für seinen DVD10 ausgegeben hat.
Fazit
Der Harman/Kardon DVD10 ist ein ausgewogener DVD-Player mit tadellosem
Bild, einen sehr guten Digitalton und einem hochwertigen D/A-Wandler,
der besser klingt als die in manchen Receivern der Mittelklasse
verbauten Baugruppen. Die Bedienung ist einfach, die beleuchtete
Fernbedienung vorbildlich. Auf der Sollseite steht die fehlende
CD-R-Wiedergabe und die noch zu verbessernde Standhaftigkeit der
Fehlerkorrektur. Der Preis für den H/K DVD10 ist stolz, aber noch
angemessen, da er auch durch sein extravagantes Design und seine gute
Verarbeitung punkten kann. Unser Testgerät gefiel zudem noch mit
einem fast unmerklichen Layerwechsel.
DVD-Player mit sehr gutem Bild und mit Top-Ton

Obere Mittelklasse
Pro & Contra
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Hervorragender Ton |
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Überzeugendes Bild |
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Einfache Bedienung |
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Gute Verarbeitung |
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Laufwerksqualitäten noch
verbesserungsfähig |
Technische Daten
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Videoausgänge: 2x SCART, 1 x Hosiden (S-Video), 1 x Cinch
(Composite) |
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Audioausgänge: Digital 1 x optisch, 1 x koaxial,
analog:: 1 x Cinch 2-Kanal Downmix |
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Farbe: Schwarz |
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Maße (B x H x T): 44 x 10, 8x 33, cm |
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Gewicht: 7 kg |
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Preis: 999 DM (UVP) |
11. Juni 2001
Test: Carsten Rampacher
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