DVD-Player Grundig Malaga SE1230
05.11.2001 (cr)
Das Testgerät wurde uns zur Verfügung gestellt von
Karsten Becker Hard-
& Softwareentwicklung
Finish, Features und Laufwerk
Doppelt hält besser: Unter diesem Motto verkauft Grundig sein
DVD-Player-Einstiegsmodell gleich unter 2 Bezeichnungen, der Preis beträgt
jeweils 699 DM. Die "Standardvariante" hört auf den Namen Grundig
Xenaro GDP-5100, bei der zur "City-Line" gehörenden Variante war der
Schöpfer des Namens vermutlich vom letzten Traumurlaub inspiriert: "Malaga SE-1230"
heißt dieser DVD-Spieler. Das
"SE" kann durchaus auch für "Special Edition" stehen, denn
der Malaga bringt eine anders aussehende Frontplatte mit der vollen Auswahl
aller Funktionstasten (inklusive Navigationskreuz) mit, während beim Xenaro die
Bedienelemente auf der Gerätefront spärlicher gesät sind. Von den
Maßen her sind die "zweieiigen Zwillinge" wieder identisch, mit einer
Breite von lediglich 36 cm unterbietet das Grundig-Duo das übliche Rastermaß
deutlich. Das Design gefällt aber durchaus, und die gebotene
Verarbeitungsqualität ist, trotz Plastikfront, beachtlich. Die neuen Grundigs
sehen schmuck aus, ohne Zweifel, und unterscheiden sich wohltuend vom vielerorts
gebotenen Einerlei. Hervorragend gefällt die mitgelieferte Fernbedienung: Sie
ist elegant gestylt und von sehr guter Qualität. Hier setzt Grundig ohne
Zweifel die Maßstäbe, die Konkurrenz kann sich diesen IR-Controller ruhig
einmal genauer ansehen: So und nicht anders sieht eine hochwertige Fernbedienung
aus, und Grundig zeigt, dass man auch einem Einsteigerplayer (Xenaro und Malaga
werden mit der identischen FB ausgeliefert) mit einer wertigen Fernbedieneinheit
ausstatten kann.
Technisch nehmen sich Malaga und Xenaro nichts, und es ist erstaunlich, was
Grundig schon mit ins Basismodell hineinpackt: So geben die Player CD-Rs, CD-RWs
und MP3-CDs wieder, zudem hat Grundig einige Bildverbesserungs-Filter mit
integriert:
- So besitzen die Grundig-Player einen Farbfilter (schaltbar für FBAS oder
S-Video). Dieser Filter passt die Farbbandbreiten an, was Farbflackern auf
ein Minimum reduzieren soll.
- Ebenfalls ist ein Horizontalfilter mit dabei, welcher mittels einer
"Weichzeichner-Funktion" Computergrafiken und Fotos auf VCDs oder
SVCDs qualitativ optimiert (Einstellungen: Scharf/Mittel/Weich).
- Der Vertikalfilter soll dafür sorgen, dass kein störendes
Standbild-Flackern auftritt.
Für analogen oder digitalen Anschluss lässt sich der Ausgangspegel an die
Lautstärke anderer externer Tonquellen anpassen. Besonders gut geht man bei
Grundig mit den Anwendern um, die nur über 2 Lautsprecher verfügen und von
daher auf "Virtual Surround" angewiesen sind: Hier kann zwischen
Folgendem gewählt werden:
- Action
- Drama
- Theater
- Virtual Dolby Surround
Bei uns zum Test war der Malaga SE-1230 in schwarzer Gehäusefarbe, doch
nicht nur von außen kann man sich ihn ansehen: Der Blick ins Innere des Grundig
zeigt, dass zwar alles preisklassengemäß schlicht gehalten ist, das Innenleben
aber mit einer sauberen Verarbeitung gefällt. Vom Image eines "inneren
Billigheimers" sind die Grundig-Player damit angenehm weit entfernt. Dieser
Eindruck wird auch von der leise herauskommenden DVD/CD-Lade nachhaltig
unterstützt. Schön auch das Display mit angenehmer Farbgebung und guter
Auflösung. Doch kein Licht ohne Schatten, und im Falle des Malaga fällt letzterer
auf das dürftige Anschlussterminal auf der Rückseite. Dass lediglich ein
koaxialer Digitalausgang vorhanden ist, mag noch in Ordnung gehen, extrem
ungünstig ist leider aber die Platzierung des digitalen Outputs. Wer für die
Übertragung des Digitalsignals ein hochwertiges Kabel verwendet (Testbeispiel:
BUROSCH-Kabel, siehe Foto), dessen Kabeldicke und Steckerausführung über dem "Lakritzkabelstandard"
liegt und somit größer und nicht so biegsam ist, eckt unweigerlich mit dem sich in direkter
Nachbarschaft befindenden Scartstecker an. Tipp: Auf jeden Fall erst das
Koaxkabel anbringen und dann den Scart-Stecker - mit etwas Geschick ist diese
Aktion sogar von bleibendem Erfolg gekrönt. Hier wurde nicht konsequent zu Ende
gedacht, denn Platz ist auf der fast leeren Geräterückseite (1 x S-Video, 1 x
FBAS und 1 x 2-Kanal Downmix sind noch vorhanden) in Hülle und Fülle
vorhanden.
Mit umso mehr Erfolg widmeten sich die Grundig-Techniker dafür der
ausgezeichnet gelungenen MP3-Wiedergabe. Hier wird nun auch der MP3-Freak
glücklich, denn der Grundig kann, falls vorhanden, sowohl Informationen zum
Lied und zum Interpreten darstellen als auch den vollen Dateinamen. Die
Beschränkung auf wenige Zeichen, Nachteil vieler DVD-Player mit integrierter
MP3-Wiedergabe, fällt somit weg. Selbstverständlich kann der Grundig-Player auch mit Unterordnern umgehen. Passend zu diesen
durchdachten Features erfüllt auch die Wiedergabe praktisch alle Ansprüche:
Der Klang ist wirklich gut, dazu leistet sich der Malaga keine lästigen
Aussetzer, auch schneidet er nicht die ersten ein oder zwei Sekunden eines
Titels einfach ab.
Das Laufgeräusch des Laufwerks ist auf einen recht niedrigen Niveau, nur wer
direkt neben dem Player sitzt, vernimmt das Arbeitsgeräusch deutlicher.
Insgesamt hält der DVD-Spieler aber auch bezüglich des Laufgeräuschs mit dem
Mittelfeld seiner Klasse mit. Das Laufwerk schlägt sich sehr
ordentlich beim Abspielen unserer Fehlerkorrektur-Check-DVD. Trotz der ab und zu auftauchenden Fehlermeldung "Disc Minor -Error
clean me" (bei sauberer Disc) beginnt der Grundig erst ab Track 19
mit gut sichtbarer Artefaktebildung, und er kämpft sich wacker bis zu Track 29
durch - ein sehr gutes Ergebnis, das durch die Tatsachen, dass der Malaga
SE-1230 auch eine tadellose, ruckelfreie SVCD-Wiedergabe mitbringt und sich im
Test keinen einzigen Absturz leistete, mit vollen sechs
Sternen honoriert wird.
Bewertung Fehlerkorrektur/Laufwerk       Bis
auf den Lapsus mit der ungünstigen Platzierung des koaxialen Digitalausgangs
leistet sich der Malaga SE-1230 keine Schwäche: Eine saubere Verarbeitung, eine
hervorragende MP3-Wiedergabe mit durchdachten Features und ein weit über
Klassenniveau liegender IR-Controller sichern dem Player trotz der genannten
kleinen Einschränkung sechs Sterne.
Bewertung Finish, Features insgesamt      
Bedienung
Die On Screen Menüs des Grundig sind grafisch sauber dargestellt, leider ist
die Schrift etwas zu klein, durch die sehr gute Bildschärfe des OSDs aber
trotzdem noch gut lesbar. Die Grundeinstellungen sind schnell vorgenommen,
unüblich ist lediglich, dass unter dem Punkt "Bild" im Hauptmenü der
Unterpunkt "Format" findet, wo lediglich zwisch3en
"Letterbox" oder "Pan&Scan" umgeschaltet werden kann.
Welches TV-Format (16:9 oder 4:3) zum Einsatz kommt, muss man unter dem
Hauptpunkt "Installation", Unterpunkt "TV-Format"
einstellen. Abgesehen von dieser Spezialität aber ist das Bedienkonzept
exzellent durchdacht, die MP3-Menüs sind beispielhaft gut. Gleiches gilt für
die überragende Fernbedienung, die hervorragend in der Hand liegt. Dadurch,
dass Grundig etwas Ballast in den unteren Teil des IR-Controllers packte (damit
er "halb schwebend", siehe Bild, stehen kann), kann die Fernbedienung
praktisch unmöglich aus der Hand kippen, da sie oben entschieden leichter ist.
Das Navigationskreuz ist absolut perfekt, der große "OK"-Knopf zentriert untergebracht. Dazu ist die ganze Navigationseinheit so griffgünstig
auf der Fernbedienung platziert, dass man alles locker mit einer Hand bedienen
kann. Hier also beeindruckt der Grundig mit einer tadellosen Leistung, die
auch in Details ihre Fortsetzung findet: So öffnet die DVD/CD-Lade schnell nach
dem Druck des "Open"-Knopfes, die Bedienelemente am Gerät selber
(Malaga mit griffgünstiger Navigationseinheit) sind sehr gut zu bedienen, und
das Display überzeugt mit guter Auflösung und Ablesbarkeit. Fazit: Wieder
"full House" für den Malaga - sechs Sterne.
Bewertung     
Bild
Der Grundig sorgt hier für eine große Überraschung, denn seine visuellen
Leistungen sind durchweg Spitzenklasse und mit das Beste, was man für den Kaufpreis
bekommen kann. Bei "The Rock Special Edition" stellt der Malaga
seine Qualitäten mit einer tadellosen Schwarzwiedergabe (welche dem Vorgänger
GDV-130 nur durchschnittlich gelingen wollte), sehr guten Kontrastwerten und
einer lobenswerten Gesamtbildschärfe unter Beweis. Hervorragend ist die
natürliche Farbwiedergabe, die der Grundig beispielsweise bei der
"Mumie" voll ausspielen kann: Ob es das satte Blau des Himmels ist
oder die Wüsten-Farbtöne, alles sieht harmonisch und real aus. Nur in der
Anfangsszene, als die prächtigen Pharaonengemächer gezeigt werden, wird
deutlich, dass bei einem DVD-Player zu einem recht günstigen Kurs, ganz gleich,
von welchem Hersteller, kleinere Abstriche gemacht werden müssen: Hier bietet
beispielsweise ein Sony DVP-NS900V nochmals
mehr Homogenität, Plastizität und Detailtreue, ganz zu schweigen von richtig
teueren Referenzgeräten wie dem Marantz DV-17,
der gerade in dieser Szene mit einer überragenden Detailwiedergabe und einer
exzellenten Plastizität seine Qualitäten bestens unter Beweis stellen kann (Marantz
und Sony standen im direkten A/B-Vergleich zur Verfügung). Doch man muss immer
alles auch in Relation zum Preis sehen, und da ist die vom Grundig gebotene
Leistung extrem gut, dies zeigt auch der Direktvergleich mit dem anerkannt
exzellenten Onyko DV-S555, der, zusammen mit den
von der Videoelektronik baugleichen Pioneer DV-444 und
DV-545 nun einen ernst zu nehmenden Konkurrenten bekommen hat - wir waren
wirklich überrascht, wie tadellos die visuellen Leistungen des Grundig sind.
Ein deutlicher Sprung gegenüber der letzten Generation kann hier beobachtet
werden, aus dem Niemandsland des visuellen Mittelfeldes, indem sich der GDV-130
befand, katapultiert sich der neue Malaga an die Klassenspitze bezüglich der
Bildqualität, auch wenn er dort oben nicht alleine steht. Seine Leistungen bei
der Darstellung der Real-Testbilder auf der DVD-Discovery
untermauern den hervorragenden Eindruck: Hier gefällt der Grundig wiederum
durch seine klare und reine Farbwiedergabe: Über RGB angeschlossen, sichert
sich der Malaga in dieser Teildisziplin den ersten Platz seiner Leistungsklasse.
Farbrauschen oder eine unsaubere Farbdarstellung sind dem Malaga SE-1230
erfreulicherweise völlig fremd. Die Bildruhe ist sehr hoch, die
Detailwiedergabe für die Preisklasse tadellos. Hier muss sich der Grundig nur
dem in dieser Disziplin weiterhin führenden Pioneer DV-444
geschlagen geben. Dafür bietet der Grundig auch bei weniger guter Software noch
eine überraschend hohe Bildhomogenität, kleinere Schwächen werden gut
ausgebügelt. Eins eint leider Grundig und Pioneer: Der Layerwechsel ist wenig
überzeugend, gut sichtbar bleibt das Bild stehen, der Ton setzt aus - und das
ist bei beiden Geräten schade. Denn so ist man doch noch ein Stückchen von
einem durchgängig tadellosen Standard entfern, den Grundig und Pioneer
ansonsten in allen visuellen Teilwertungen an den Tag legen.
Bewertung     
Ton
Der Digitalton des Grundig ist sehr gut, kristallklar und ohne jegliche
Störgeräusche, wie sich bei den Testläufen mit "The Rock", "The
Mummy" und mit Tschaikowskys "1812 Ouvertüre" zeigte. Zu loben
ist auch die sehr gute Klangqualität im MP3-Modus. Analog angeschlossen
schlägt sich der Malaga SE1230 wacker und kann mit einem Standard-CD-Player
mithalten - nicht aber mit dem Pioneer DV-444,
der, was die Qualität der internen D/A-Wandler anbetrifft, einfach in einer
anderen Liga spielt. Für normale Ansprüche reichen die Darbietungen des
Grundig aber gut aus, die Transparenz ist befriedigend, ebenso die klangliche
Homogenität.
Bewertung     
Fazit
Der Grundig Malaga SE-1230 sorgte für eine der größten
Überraschungen im Testbetrieb - denn mit derart exzellenten Leistungen in allen
Disziplinen hatte niemand gerechnet, so hat der bisherige alleinige
Klassenprimus Pioneer DV-444 nun
einen ernst zu nehmenden Konkurrenten, der ebenso wie der Pioneer nur beim
Layerwechsel patzt. Zwar leistet sich der Grundig beim Anschlussfeld auf der
Geräterückseite eine kleine Schwäche, kompensiert diese aber durch die
praktisch perfekte MP3-Wiedergabe, die dem MP3-Freak noch mehr Optionen bietet
als die ebenfalls sehr gute Funktion im Pioneer. Dazu kommt ein absolut
hervorragendes Bild, Bildschärfe, Bildruhe, Detailtreue und Bildhomogenität
sind zweifelsohne innerhalb der Klasse auf Top-Niveau. Dies gilt auch für die
überragende Fernbedienung, die auch zu weitaus teureren Geräten noch bestens
passen würde, und die einfache Bedienung. Ansprechend verarbeitet ist der
Grundig auch noch. Nicht heran an den in diesem Punkt brillanten Pioneer kommt
der Grundig beim Einsatz seiner D/A-Wandler - hier ist und bleibt der DV-444
Extraklasse. Extraklasse sind beide Player mit einem schnellen Laufwerk
und einer sehr guten Fehlerkorrektur.
Somit wird die Kaufentscheidung richtig schwer: Der Pioneer
bleibt beim Analogton deutlich vorne, im Digitalton bieten Grundig wie auch
Pioneer tadellose Leistungen. Bezüglich des Bildes gibt es ebenfalls ein
Patt, wo der Pioneer mit seiner leicht besseren Detailtreue auftrumpft, schlägt
der Grundig mit seiner für die Klasse überragenden Farbwiedergabe zurück. In
der Gesamtbildschärfe bleibt ebenfalls der DV-444 knapp vorn, der Grundig hält
mit seinem überdurchschnittlich guten Bild auch bei weniger überzeugender
Software dagegen. Farbreinheit und Farbdekompression sowie die Bildruhe sind bei
beiden Geräten hervorragend. Die Stunde des Grundig schlägt dann bei der
MP3-Wiedergabe, die qualitativ der des DV-444 ebenbürtig ist, zugleich aber
Funktionen bietet, mit denen der Pioneer nicht aufwarten kann - Pluspunkt
Grundig. Und es bleibt nicht der einzige: Mit einer der besten Fernbedienungen
überhaupt, die zurzeit bei einem DVD-Player zu finden sind, setzt der Malaga
über seine Klasse hinaus Maßstäbe. Der Pioneer kontert dafür mit seinem
besser durchdachten und ausgestatteten Anschlussfeld auf der Geräterückseite.
Fazit: Der Malaga SE-1230 ist der zweite Player der 700 DM-Klasse, der sich ein
"Ausgezeichnet" voll und ganz verdient. Zu
hoffen bleibt nur, dass der beim Testgerät herrschende hohe Standard auch bei
allen Exemplaren gleichbleibend ist - bei der letzten Generation (GDV-130) hatte
Grundig verschiedene "Startschwierigkeiten" (Firmware).
Der Grundig Malaga SE120 gefällt mit exzellenten
Leistungen in allen Disziplinen

Mittelklasse
Pro:
Contra:
Technische Daten:
-
DVD-Video-Player mit MP3-Decoder
-
Videoausgänge: 1x SCART (Nr. 1 mit RGB), 1 x
Hosiden (S-Video), 1 x Cinch (Composite)
-
Audioausgänge: Digital 1 x
koaxial,
analog:: 2 x Cinch 2-Kanal Downmix
-
Maße (B x T x H): 36,0 x 24,6 x 7,3 cm
-
Gewicht: 2,4 kg
-
Preis: 699 DM (UVP)
Test: Carsten
Rampacher
05. November 2001
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