Test: DVD-Player Grundig Livance GDP-3200
26.05.2002 (cr)

Finish, Features und Laufwerk
Grundigs erfolgreiche DVD-Player-Flotte hat ein neues Einstiegsmodell - den Livance
GDP-3200. Mit 279 EUR ist das schick designte, silberfarbene Gerät im 36 cm-Rastermaß nicht
übermäßig günstig geraten, für weniger Euros gibt es bereits den
brauchbaren Sony DVP-NS305 oder den exzellenten
Toshiba SD-220 (jeweils 249 EUR, genau wie der
ab Juni erscheinende Pioneer DV-350). Auch die Ausstattung des
Gerätes mit 36 cm-Rastermaß ist nicht überragend: Weder eine
S-Video-Hosidenbuchse noch ein optischer Digitalausgang sind vorhanden. Wie ein
gut ausgestattetes Anschlussfeld in dieser Preisklasse auszusehen hat, zeigt der
Toshiba SD-220. Der Grundig kontert mit einer
gegenüber den Xenaro-Player zwar kleineren, aber sehr ordentlich verarbeiteten
Fernbedienung mit übersichtlichem Tastenfeld. Das gesamte Gerät ist gut
verarbeitet, lediglich der etwas schwammig bedienbare Ein-/Aus-Schalter trübt
den Gesamteindruck minimal.
Die Güte der MP3-Wiedergabe kann begeistern. Sowohl analog als auch digital
kann der Livance den Ton ausgeben, die Tonqualität ist immer tadellos. Der
DVD-Spieler leistet sich auch bei längerem Spielbetrieb kaum Aussetzer und
schneidet auch die ersten ein oder zwei Sekunden von neuen Tracks nicht ab. Hier
kann der Grundig praktisch alle Konkurrenz hinter sich lassen, denn viele andere
DVD-Spieler produzieren noch zu viele Aussetzer oder kommen mit einigen Tracks
nicht zurecht. Auch hässliche digitale Störgeräusche leistet sich der Livance
keine - hervorragend. Zu den MP3-Features: Spulen innerhalb eines Tracks ist möglich. Leider sind die sonstigen
MP3-Funktionen gegenüber den in dieser Hinsicht vorbildlich ausgestatteten
Xenaro-Playern beschnitten: So kann der Livance GDP-3200 zumindest dem Menü
nach (es gibt nicht, wie bei den anderen Xenaro-Playern, einen "MP3
Info"-Button auf dem MP3-OSD, mit dem man nach dem Drücken der "Title"-Taste
auf der FB die ID3-Tags aufruft) keine
ID3-Tags darstellen - aber es gibt einen Umweg, wie man doch an die ID3-Tags
kommt: Zunächst blendet man das MP3-Menü mit der Titelübersicht der MP3-CD
durch das Betätigen der "TXT" (=Text)-Taste auf der Fernbedienung
aus. Anschließend ein Druck auf die "Angle"-Taste (durch eine Kamera
auf der FB gekennzeichnet). Der Schriftzug "Random Mode - Press Play to
start" erscheint auf dem Bildschirm. Wer nun "Play" drückt,
erhält zwar keine Random Play-Funktion, dafür die ID-3-Tags zum gerade
laufenden Titel. Möglich ist ferner die Wiederholung eines einzelnen Titels
oder eines gesamten Ordners. Die SVCD-Wiedergabe (mit nach vcdhelp
erstelltem Brennmuster) des Livance ist sehr gut: Schnell wird die Disc
eingelesen, ruckelfrei und ohne störende Tonaussetzer erfolgt die
Wiedergabe.

Das Laufwerk gefällt mit einer äußerst schnellen
Einlesegeschwindigkeit, ganz gleich, ob es sich um CDs, MP3-CDs, SVCDs oder DVDs
handelt: Immer vergeht nur eine sehr kurze Zeit, und der Livance hat die
jeweilige Disc eingelesen. Doch das ist noch nicht alles: Auch las der
Grundig-Player alle Scheiben (teilweise auch deutlich verkratzt) direkt beim
ersten Mal ein und leistete sich keinen Absturz. Zusätzlich fällt noch positiv
auf, dass das leise Laufwerk sich mit akustischen Äußerungen zu seiner Arbeit
angenehm zurückhält. So könnte der Grundig in der ersten Disziplin ein noch
besseres Ergebnis erzielen, wenn er mehr Anschlüsse hätte und die MP3-Features
so zahlreich wie bei den anderen Playern des Hauses wären. Aber auch so
erbringt der Livance in der ersten Disziplin gute Leistungen, denn gerade die
Laufwerkseigenschaften können auf der ganzen Linie gefallen.
Bewertung Finish, Features      
Bedienung
Die Fernbedienung des
Livance ist zwar weniger aufwändig als bei den Modellen der Xenaro-Baureihe,
aber einem sehr guten Bedienkomfort tut dies keinen Abbruch, da der
IR-Controller tadellos in der Hand liegt. Mittels des zentral positionierten
Navigationskreuzes ist das Navigieren durch die grafisch gut gestalteten On
Screen-Menüs problemlos möglich, lediglich beim Wechsel der Kapitel, das ansonsten
vorbildlich schnell und problemlos vonstatten geht, wünscht man sich eine
größere Darstellung des gerade angewählten Kapitels auf dem Bildschirm. Da
wir gerade bei den Nachteilen sind: Die Auflösung des Displays könnte ebenso
höher sein wie der auf dem Display anzeigte Informationsgehalt. Das war es
aber auch schon, ansonsten bietet der Livance ein vorbildliches Bedienkonzept,
so hat auch der Neueinsteiger den DVD-Player innerhalb kürzester Zeit
betriebsbereit, auf sinnlose Spielerein verzichtete Grundig
erfreulicherweise.
Bewertung     
Bild
Der Grundig kann in der wichtigen Bilddisziplin sein ganzes Können entfalten
und setzt sich zusammen mit dem
Toshiba SD-220 an die Klassenspitze: So ein gutes Bild,
wie es diese beiden Player bieten, haben wir bei einem
Player unter 300 EUR noch nicht gesehen. Grundig hat erfolgreich Feintuning
betrieben, der neue "kleine Bruder" schlägt im familieninternen
Modell sogar noch minimal den Malaga SE-1230/Xenaro
5100. Beide bis auf die Gerätefront baugleichen Player bieten zwar auch ein
exzellentes Bild, der Livance aber setzt mit einem noch eine Idee plastischeren,
detailreicheren
und klareren Bild noch eins obendrauf. Die Beobachtungen im einzelnen: Bei
der visuell exzellenten Code 2-DVD vom "Planet der Affen" glänzt der
Livance mit einem hohen Niveau in allen Teilwertungen. Bezüglich der Bildschärfe wurde die letzte Lücke zum gerade
auslaufenden Pioneer DV-444
geschlossen, hier liegt der Grundig nun gleichauf. Mit einer nochmals höheren
Schärfe bei erstklassiger Software behält der Toshiba SD-220 aber
seine Ausnahmestellung in der Einstiegsklasse und dringt mit seinen
überragenden Leistungen in eine Klasse vor, die Basisplayer bislang nicht
erreichen konnten. Vorbei wiederum zieht der Grundig am
Pioneer und auch minimal am Toshiba mit seiner für die Preisklasse schon fast sensationell guten
Schwarzwiedergabe. Bei den Weltraum-Szenen am Anfang der DVD wird dies besonders
deutlich, zudem bietet der Livance ein ruhiges Bild mit hoher Plastizität, so
dass die große Raumstation inmitten der unendlichen Weiten des Alls wie zum
Anfassen wirkt. Apropos Raumstation: Mit dem Livance als Begleiter macht auch
der Ausflug ins Innenleben der Raumstation viel Spaß, bietet der Player doch
eine tadellose Detailtreue, die nur von weitaus teureren Playern nochmals
sichtbar überboten werden kann. Hier aber muss man schon zu deutlich
kostspieligeren Alternativen ab der 500 EUR-Klasse aufwärts greifen. Auch bei
den 16:9-Real-Testbildern auf der DVD-Discovery
erbringt der Livance eine erstklassige Leistung: So ist das Testbild mit den
Kiwis angenehm scharf, ohne unnatürlich überschärft zu wirken - gerade diese
natürliche Bildschärfe begeistert. Auch das Testbild mit den Goldmünzen
bringt der DVD-Player für seine Preisklasse optimal zur Geltung: Klar und
sauber gezeichnet bis in jede Einzelheit liefert der Livance ebenso wie der
Toshiba eine Glanzleistung ab, die wir bislang von so günstigen DVD-Spielern
nicht kannten. Daher sind wir sehr gespannt, was die neuen
Pioneer-Player DV-350 und DV-454 zu leisten im Stande sind. Sollte es Pioneer
erneut schaffen, bezüglich der Bildgüte wiederum eins draufzusetzen, wird es ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen geben. Hervorragend
geht der Livance mit visuell nicht perfekten DVDs um: So erzielt er bei
"Top Gun" (Code 2) ein sehr homogenes Bild mit ordentlicher
Bildschärfe, die Farben wirken erstaunlich natürlich. Mit dieser Auslegung
wird sich ein breiter Kundenkreis für den Livance interessieren: Herausragende
DVDs bringt der Player in ebensolcher Qualität auf das Bildausgabegerät, aus
weniger brillanten Discs holt der Livance ein Optimum heraus. Alle
genannten Firmen sollten sich nochmals mit dem Thema Layerwechsel auseinander
setzen: Auch der Layerwechsel des Livance (Test-DVD: Top Gun Code 2,
Layerwechsel von Chapter 18 auf Chapter 19) ist, genauso wie bei den genannten
Konkurrenten von Pioneer und Toshiba, noch deutlich verbesserungswürdig. Ein
gut sichtbares Stehen bleiben des Bildes geht mit einem gut wahrnehmbaren
Tonaussetzer einher. Wenigstens leistet sich der Grundig keine Störungen rund
um den Layerwechsel, dieses wirklich unangenehme Phänomen mussten wir schon bei
einigen Playern beobachten.
Bewertung     
Ton
Der Digitalton des Grundig Livance konnte bei Bachs Violinenkonzerten (Naxos
DD/DTS 5.1-DVD, Tests sowohl mit DTS- als auch mit Dolby Digital-Tonspur)
vollauf überzeugen: Mit einem sehr klaren, detaillierten und angenehm homogenen
Klangbild knüpft der Player mit seinen akustischen Leistungen an die tadellosen
visuellen Ergebnisse an. Der Analogton macht da keine Ausnahme: Stimmig und mit
einer voll befriedigenden Detaillierung sowie einer ordentlichen Plastizität
klingt der Livance für einen Einstiegs-DVD-Player (denen oft eher miserable
Resultate im CD-Player-Betrieb bescheinigt werden) sehr brauchbar. Lediglich der
Toshiba SD-220 kann mit seinem luftigen, noch
minimal exakteren Klangbild am Grundig vorbeiziehen.
Bewertung     
Fazit
Der Grundig glänzt mit einem exzellenten Bild, das sowohl bei hervorragender
Software als auch bei weniger guten DVDs praktisch restlos überzeugt.
Bezüglich der maximal möglichen Schärfe und Detailtreue muss er sich nur dem Klassenprimus
Toshiba SD-220 knapp geschlagen geben, dem er
aber bei qualitativ durchschnittlichen DVDs mit einer sehr hohen visuellen
Homogenität leicht überlegen ist. Hier ist es also Geschmackssache, welche
Auslegung bevorzugt wird. Ebenso wie beim Toshiba ist die
MP3-Wiedergabe des Grundig von hoher Güte. Offensichtlich hat man die damals
berechtigte Kritik der Xenaro-Besitzer der ersten Stunde sehr ernst genommen:
Aussetzer leistet sich der Livance praktisch gar keine, die Anfänge von neuen
Tracks werden nicht abgeschnitten, und die Tonqualität über jeden Zweifel
erhaben. Zusammen mit dem bereits erwähnten Toshiba setzt sich der Grundig auch
in dieser Disziplin an die Klassenspitze. Bedauerlich ist lediglich, dass
Grundig die MP3-Funktionsvielfalt, die die Xenaro-Modelle auszeichnet,
beschnitten hat. Übertrumpfen kann der Grundig den SD-220 mit seinem sehr guten
Bedienkonzept, zu dem auch die tadellose, durchdachte Fernbedienung gehört. Der
SD-220 hält dagegen: Er klingt analog angeschlossen für einen so günstigen
DVD-Player nochmals einen Hauch besser als der ebenfalls überraschend gute
Grundig. Patt bezüglich des Digitaltons: Hier gibt es bei keinem der beiden
Kontrahenten Anlass zur Klage, das Gebotene ist für die Preisklasse mehr als in
Ordnung. Allen überlegen ist der Toshiba mit seiner hervorragenden
Anschlussbestückung, hier könnte Grundig durchaus nachlegen, ebenso beim
Preis: Den Toshiba gibt es bereits für 249 EUR. Alles in allem ist die
Rangordnung in der Einstiegsklasse zurzeit folgendermaßen: Der
Toshiba SD-220 zieht mit brillanten Leistungen
in jeder Disziplin dem Rest des Feldes davon und ist dazu auch noch sehr
preisgünstig - da verzeiht man dem Player selbst sein nicht gerade leises
Laufwerk. Summa summarum bleibt der Livance Toshibas Überflieger aber verbissen
auf den Versen und hält den Rest der Konkurrenz vor allem mit seiner
überragenden Schwarzwiedergabe, der tollen MP3-Abspielsicherheit und seinem
erstklassigen Bedienkonzept auf Distanz. Wer bezüglich der MP3-Funktionen und
der Fernbedienung mehr will, kann zum Xenaro GDP-5100 greifen, wobei sich
zumindest unser Livance im Vergleich zu Testplayern des Xenaro GDP-5100 aus
früheren Bauserien durch eine nochmals gesteigerte Bildqualität (wenn auch nur
Nuancen) auszeichnete. Wie lange diese Rangordnung anhält, bleibt allerdings
abzuwarten: Der immer noch sehr empfehlenswerte Pioneer DV-444
wird bald vom Nachfolger DV-454 abgelöst, zudem kommt mit dem DV-350 ein
weiteres sehr interessantes Modell auf den Markt. Und Gefahr droht den neuen
Klassenbesten auf jeden Fall: Denn Pioneer verspricht nochmals bessere visuelle
Leistungen dank einem völlig neuen Videochip. Da freuen wir uns schon auf den
nächsten Monat - dann wird sich zeigen, ob es Pioneer schaffen wird, abermals
die Konkurrenz zu übertrumpfen, wie es bereits letztes Jahr mit dem Pioneer DV-444
gelang. Und nicht zu unterschätzen ist auch Panasonic: Hier wartet mit
dem DVD-RV32 ein weiterer Player nur darauf, den Thron des Klassenbesten zu
besteigen.
Grundig liefert mit dem Livance GDP-3200 einen sehr
überzeugenden Einstiegsplayer

Einsteigerklasse
Pro:
-
Brillantes, scharfes und natürliches Bild
-
Zusammen mit Toshiba SD-220 beste MP3-Abspielsicherheit seiner Klasse
-
Hervorragender Ton bei MP3-Wiedergabe
-
Überdurchschnittlich guter Digitalklang
-
Perfekte Bedienung
Contra:
- MP3-Features weniger üppig als bei den Xenaro-Modellen
- Anschlussbestückung spärlich
Technische Daten:
-
DVD Video-Player mit 96 KHz/24-Bit Audio
D/A-Wandlern
-
Videoausgänge: 1x SCART (mit RGB), 1 x Cinch (Composite)
-
Audioausgänge: Digital 1 x
koaxial,
analog:1 x Cinch 2-Kanal Downmix
-
Farbe: Silbern
-
Maße (B x H x T in cm): 43 x 7,3 x 24,6
-
Gewicht: ca. 2,4 kg
-
Preis: 279 EUR (UVP
Testequipment:
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