Test: Focal Sub-/Sat-Set Cinema Pro
28.07.2005 (cr)

Wir danken unserem Kooperationspartner HIFI-REGLER
für das Bereitstellen der Hörräume und des Testequipments
Elegante Lautsprechersysteme mit einem gefälligen Design
erfreuen sich ständig wachsender Beliebtheit - dies hat mehrere Gründe: Zum
einen ist die vorgefertigte Meinung längst "out", dass attraktive
Lautsprecher nicht gut klingen, damit in Verbindung steht Punkt 2, dass
Flachbildschirme bereits ihren Siegeszug angetreten haben und der Konsument zu
den flach bauenden Bildschirmen gerade dann, wenn die AV-Lösung im Wohnzimmer
installiert wird, keine massigen Lautsprecher kombinieren möchte.

Fünfmal kommt bei unserem Testset "Cinema Pro" der
"Sib XL" Lautsprecher zum Einsatz, in horizontaler Form auch als
Center
Ein besonders interessanter Ansatz zum Thema hochwertig
klingende, optisch attraktive und doch noch bezahlbare
Subwoofer-/Satellitensysteme kommt aus dem Hause Focal, wo man verschiedene
Sub-/Sat-Paketlösungen anbietet. Das Programm startet mit dem "Pack Sib
5.1" für 785 € mit fünfmal der sehr kompakten Sib-Satellitenbox für
kleine Hörräume. Das "Pack Cinema" für 1.125 €, das "Pack
Cinema Pro" für 1.299 € und das "Pack Cinema Scope" für 1.525
€ vervollständigen das Sortiment. Während beim Pack Cinema vorne und als
Center der größere "Sib XL" Lautsprecher zum Einsatz kommt, genügt
für die Surroundbeschallung der kompakter bauende "Sib". Damit
empfiehlt sich dieses Set für Anwender ohne viel Platz zum Aufbau der
Surroundlautsprecher. Ein "Cube" genannter Downfire Subwoofer ist bei
allen Systemen Standard. Beim "Cinema Scope" arbeiten vorne die
größten Lautsprecher aus dieser Reihe, die "Sib XXL". Hinten und als
Center kommt der "Sib XL" zum Einsatz. Das Cinema Pro-Paket besteht
aus 5 x Sib XL und aus dem aktiven Subwoofer Cube. Wir entschieden uns für das Cinema Pro-System
und führten umfangreiche Testreihen in unserem Hörstudio durch.
Verarbeitung

Hochwertiger Materialmix bei den Satelliten

Sehr solide Befestigung der Ständer an den Lautsprecherboxen
Hier waren wir tatsächlich erstaunt, denn das Focal-System
bietet zum vertretbaren Preis eine ausgezeichnete Qualität. Die Lautsprecher
erfreuen mit einem sehr edlen Oberflächenmaterial (Nextel), welches sich
samtartig sowie höchst angenehm anfühlt und auch den sehr edel und kompakt
auftretenden Subwoofer schmückt. Die exzellent verarbeiteten
Lautsprecher-Ständer, die optional erhältlich sind, vervollständigen den
hervorragenden Gesamteindruck. Zwar finden sich nur
Lautsprecher-Klemmverschlüsse, diese sind jedoch sehr gut ausgeführt, somit
ergibt sich kein Minuspunkt in der Bewertung der Verarbeitungs- und
Materialgüte.

Zwar Klemmverschlüsse fürs Lautsprecherkabel, aber
hochwertig gemacht
Gehen wir weiter ins Detail. Auch die Lautsprechergitter wirken
sehr robust und stabil, der aktive Subwoofer begeistert bis ins Detail. Ein so
überzeugend verarbeiteter Basslautsprecher ist uns bislang nur selten
untergekommen.

Solide Lautsprechergitter

Hochwertige Bedienelemente am aktiven Subwoofer

Schickes Metalllogo auf der hochwertigen Sub-Oberfläche
integriert

Anschlussfeld aus Alu, vergoldete Cinchbuchsen
Neben der bereits erwähnten sehr edlen Oberfläche ist auch das
Anschlussterminal auf der Rückseite sehr gut verarbeitet. Das Terminal ist
sorgsam eingepasst und besteht aus gebürstetem Alu. Für Lautstärke und
Übernahmefrequenz gibt es solide Regler, für Phase und Power on/off sind
kleine Metall-Kippschalter vorgesehen. Die Cinchanschlüsse sind vergoldet. Als
attraktives Detail findet sich eine Plakette aus Metall oben auf dem aktiven
Subwoofer.
Technik und Aufbau
Bei den Sib XL-Satelliten handelt es sich um ein Zweiwege-System
(Bassreflex) mit 2 x 13 cm Tief-Mitteltöner Chassis und einem 19 mm
Alu-Hochtöner. Der (bei -/+3 dB) Frequenzgang von 67 Hz bis 35 kHz. Mit
dieser hoch liegenden oberen Grenzfrequenz ist das Cinema Pro-Paket auch für
die Wiedergabe von DVD-A und SACDs ausgelegt, zumindest der Theorie nach. Mit 91
dB liegt der Wirkungsgrad hoch, was auch den Betrieb an AV-Receiver möglich
macht, die aus der Einsteigerklasse stammen (wenngleich man mit einer solchen
Lösung klangliches Potential verschenkt, wie später die Testreihen zeigen
werden).
Die maximal empfohlene Verstärkerleistung gibt Focal mit 100
Watt an, die Impedanzen, mit denen die Sib XL-Box zurechtkommt, liegen zwischen
4 und 8 Ohm. Der Lautsprecher ist magnetisch abgeschirmt. Der Lautsprecher wiegt
4 kg und misst (H x B x T) 505 x 142 x 108 mm.

Komplett bestückte Rückseite des Subs. Weitergehende
Optionen wie ein System zur Bekämpfung von Resonanzfrequenzen wie z.B.
bei Mordaunt-Short sowie
verschiedene weitere Filteroptionen wie z.B. bei Nubert
finden sich nicht

Vordere Bassreflexöffnung

Der Cube ist als Downfire-Subwoofer ausgelegt
Weiter geht es mit dem Subwoofer, einem aktiven
Bassreflex-Downfire-Subwoofer mit 21 cm Chassis mit einem Frequenzgang von 40
bis 150 Hz sowie einer Endstufenleistung von 150 Watt. 150 Watt sollten bei
einem kompakten Downfiresubwoofer das Minimum darstellen, meint man es mit dem
Begriff "Home Cinema" wenigstens einigermaßen ernst. Dass die
gebotene Leistung in diesem Fall auch für gehobene Ansprüche ausreicht, belegt
der Cube später in unseren Testreihen.
Die Ausstattung des Basslautsprechers umfasst Hoch- und
Niedrigpegeleingänge sowie einen LFE-Eingang. Einen Schalter zur Phasenumkehr
und einen Schalter zur Aktivierung der Einschaltautomatik ist ebenso vorhanden
wie jeweils ein groß0er Regler für Lautstärke und Übernahmefrequenz. Der
Subwoofer wiegt 11 kg und ist mit Abmessungen von 333 x 300 x 300 mm (H X B X T)
beinahe quadratisch ausgelegt.
Klang

Gefallen durch freies, souveränes Spiel: Die "Sib
XL" Satelliten
Mit Spannung erwarteten wir die akustische Vorstellung unseres
Focal-Sextetts, und wir wollten natürlich auch die entsprechende Grundlage für
eine überzeugende Wiedergabe schaffen. Wir griffen zur "Brasilian
Bossa" DVD, die verschiedene Tonspuren aufweist, wir entschieden uns für
die DTS 96/24 Tonspur. Und die klangliche Vorstellung bei dieser DVD überzeugte
uns, gerade bei einem System für diese Bauart, absolut. Bei allen Titeln - wir
hörten die DVD 2x komplett - stach die klare, homogene Wiedergabe hervor. Der
Klang klebte nicht, wie leider oft herauszuhören, an den Lautsprechern, sondern
wurde mit erstaunlicher Souveränität in den Raum gestellt. Allerdings nicht in
Form eines unpräzisen akustischen Gebildes, sondern in Form eines äußerst akkuraten
Bühnenaufbaus. Keine Spur von schlampigen Aufbau, matschigen Höhen und einem
dröhnenden Präsenztonbereich - das Focal Set spielte höchst kultiviert, dabei
aber stets dynamisch auf. Auch die Stimme der Sängerin, die bei einigen Titeln
präsent ist, begeistert durch ihre Greifbarkeit, gerade dies ist oftmals bei
Subwoofer-Satelliten-Systemen ein Problem, die Stimme wirkt, als hätte sich die
Sängerin oder der Sänger tief in die Chassis der Lautsprecher zurückgezogen
und würde nicht auf einer klar definierten virtuellen Bühne stehen.
Unsere Test-DVD wird besonders gern verwendet, denn sie
überzeugt durch
-
die Dynamik
-
die Detailtreue
-
den runden und voluminösen Bassbereich
-
den sehr stimmigen Sound auch bei hohen Pegeln
Und genau auch bei Punkt 4 überraschte uns das Focal-Ensemble,
da sich auch bei erhöhten Pegeln kein gepresster oder bassschwacher Eindruck
einstellen wollte. Der aktive Subwoofer konnte sich insbesondere in Anbetracht
seiner wahrlich kleinen Ausmaße als tatkräftiger Bassarbeiter im Hörraum
behaupten. Mit seiner nachdrücklichen Art und dem spontanen Ansprechen war er
gerade bei der Brasilian Bossa-Disc voll in seinem Element. Da er als
Downfiresubwoofer ausgelegt ist, sollte man ihn nur mit etwas Bedacht
platzieren, auf arg vibrationsfreudigem Untergrund oder in die Ecke gezwängt
fühlt sich der Woofer nicht ganz so wohl.
Da dieser kompakte Würfel allerdings durch seine elegante Optik
eher eine verschönernde als eine abschreckende Wirkung ausüben dürfte,
braucht man ihn auch nicht zu verstecken. Daher dürfte es kein Problem sein,
den aktiven Bassisten akustisch und optisch gewinnbringend zu platzieren.

Für seine kompakten Abmessungen marschiert der "Cube"
erstaunlich gut voran
Natürlich darf man von einem solchen kleinen Downfiresubwoofer
keine Wunder in Bezug auf den maximal möglichen Tiefgang erwarten. In Anbetacht
der konstruktiven Rahmenbedingungen sind die Ergebnisse allerdings nicht
lediglich zufrieden stellend, sondern wirklich überraschend gut, so dass die 40
Hz (Werksangabe untere Grenzfrequenz) sogar in greifbare Nähe zu rücken
scheinen,
Die erreichbaren Pegel überzeugen übrigens nicht nur im
Musikbetrieb, sondern bei allen Arten von Quellmaterial. Erst,
wenn die Pegelwünsche zu groß werden, muss der kleine aktive Sub dann doch die
weiße Fahne hissen und kapitulieren. Doch bis es so weit ist, muss man doch
schon ein richtiger Pegeltreiber sein, und dann ist man mit einem solchen, eher
designorientierten Set fürs Wohnzimmer generell nicht bestens bedient. Dann
sollte man zu Systemen greifen, die vielleicht optisch nicht mehr so geschliffen
und nobel auftreten, dafür aber sich akustisch mit nachdrücklicher Vehemenz
ins Zeug legen. Wir haben als Tipp für ein solches 5.1 Set z.B. das Teufel
Theater 4 parat.
Insgesamt ist das Focal-Set für Hörräume bis knapp über 30
Quadratmeter geeignet, dann kann man sogar auch mal mit größerer Lautstärke
hören. Dies ist eine Leistung, die tatsächlich Respekt verdient.
Dass dieses Cinema Pro-Pack mit hochwertiger Software sehr gut
zurechtkommt, zeigte sich auch bei der Multichannel-SACD der Bob Minzer Big Band
"Hommage to Count Basie". Bei dieser Jazz-SACD konnte das System
bereits beim ersten Titel "Havin' some Fun" sehr gut in Szene setzen.
Die frische, lebhafte Wiedergabe des virtuos gespielten Saxophons macht dem Set
in seinem Leistungsumfeld so schnell keiner nach. Auch die tadellose
Einarbeitung des High Hats überzeugt.
Diese ganzen Eigenschaften machen deutlich, dass man schon einen
hochwertigeren AV-Receiver verwenden sollte, möchte man die gepflegte Akustik
des Focal-Sets auch genießen. Unserer Ansicht nach prima passen z.B. der Pioneer VSX-1015
oder der HK AVR-335 zu diesem System,
auch der als Auslaufmodell erhältliche Pioneer
VSX-2014 würde sich klanglich gewinnbringend kombinieren lassen. Mit seinem
sprühenden Esprit, welchen dieses Set bei der Musikwiedergabe zeigt, eignet
sich das Cinema Pack Pro auch sehr gut zu AV-Receivern aus dem Hause Onkyo, wer
einen Onkyo TX-SR702E günstig als
Auslaufmodell erwischt, hat dann auch eine sehr schöne Kombination für
harmonischen und gleichzeitig spritzigen Surround-Klang.
Bei der Filmtonwiedergabe überzeugt das Focal-Set ebenfalls.
Besonders die sehr gute Stimmwiedergabe gefällt, auch bei höherem Pegel steigt
der Center nicht aus - es wird deutlich, dass der horizontal aufgestellte
Sib XL durch die stimmige Abstrahlcharakteristik selbst bei Effekten, die vorn
aus der Mitte kommen, sehr gut darstellt. Hier ist ein deutlicher positiver
Unterschied zu manchen "Mini-Ausgaben" herauszuhören, die sich leider
in vielen, auch teuren, Subwoofer-/Satellitenkombinationen finden. Diese kleinen
Center klingen oft sehr ordentlich, aber: Bei erhöhtem Pegel macht oft ein
gepresst wirkender, angestrengter Klang auf das fehlende Gehäusevolumen und auf
die sehr kleinen installierten Chassis aufmerksam.
Bei der legendären "Pod Race" Sequenz schlägt
sich das Focal-Set wacker, dem kleinen aktiven Subwoofer fehlt es bei dem
spektakulären Explosionen doch etwas an Tiefgang. Der unterste Bereich zwischen
30 und 50 Hz wird hier nicht mit der Nachdrücklichkeit größerer Subwoofer
erreicht, was auch nicht verwundert. Bei der Filmtonwiedergabe, besonders bei
actiongeladenen Filmen, sind Kraft und Gehäusevolumen durch nichts zu ersetzen.
Gerade letzteres führt, zusammen mit einem großen oder zwei größeren
Basschassis, zu einem erheblich erweiterten Tiefgang. Bei effektreichen Szenen
mit hohem Tiefbassanteil sind kleine, kompakte Woofer, die zwar kräftige
Endstufen, aber keine Terminator-Leistungsverstärker mitbringen, daher
konzeptionell im Nachteil.
Für seine Abmessungen schlägt sich der Cube sehr
gut, dies verdeutlicht auch die erste Seeschlacht in "Master and Commander",
als das feindliche napoleonische Schiff urplötzlich aus einer Nebelbank heraus
des Feuer eröffnet. Hier lässt es der Sub ordentlich krachen,
erstaunlicherweise sind kaum Strömungsgeräusche zu vernehmen, die bei manchem
Bassreflex-Woofer deutlich stören. Fernab des Subwoofers gefällt die sehr
lebendige Hochtonwiedergabe, die durch Unmittelbarkeit überzeugt, gleichzeitig
aber sich nicht zu augenscheinlich in den Vordergrund schiebt. Dies
bestätigt sich auch in der Eröffnungsschlacht im 2. Teil der
"Mumie": Das Klappern der Schilder und Schwerter, das Kampfgeschrei,
all dies wird sehr realistisch übertragen. Die räumliche Weite, die dabei im
Surroundbereich zur Verfügung gestellt wird, ist ausgezeichnet, hier wird
deutlich, dass die nicht eben extrem kompakten Sib XL auch anspruchsvollerer
Home Cinema-Fans glücklich machen können.
Zum Konkurrenzvergleich. Hier muss man in aller Klarheit sagen,
dass dieser Vergleich bilanzierend für unseren Testkandidaten sehr vorteilhaft endet.
Und
dies liegt nicht nur an der ausgewogenen, nachdrücklichen und frischen Akustik,
sondern auch am gediegenen Auftritt, der sich durch die saubere, aufwändige
Detailverarbeitung bis in Einzelheiten exakt verfolgen lässt. Hier wird schon
beinahe der Level des deutlich kostspieligeren Tannoy Arena
erreicht, im direkten Vergleich kann das ebenfalls sehr ordentlich und stabil
gemachte Mordaunt-Short Sub-/Sat-System "Genie"
sogar, wenn auch knapp, auf Distanz gehalten werden, dies geht aufs Konto des
noch nobler auftretenden Subwoofers, der keinerlei Vergleiche zu scheuen braucht
und zum Tannoy Arena-Woofer aufschließt. Was das Design dieser beiden
Kontrahenten angeht, so kann sich das Arena als die extravagantere und das
Cinema Pro als das gefälligere Produkt in Szene setzen. Unterzubringen sind
beide gleich schwer oder leicht, denn die Arena Satelliten sind zwar in Bezug
auf Breite und Höhe kompakter, dafür aber tiefer. Die schlicht-zeitlose Focal
Designlinie passt besonders gut zu einem hochwertigen Flat TV. Pro Tannoy muss
man die technisch sehr aufwändige Konstruktion der Satelliten anführen, die
auch für die sehr harmonische Akustik des Arena-Systems, sonst nicht unbedingt
ein Merkmal solch kompakter Offerten, verantwortlich ist. Allerdings wandelt das
Focal Cinema Pro Package hier auf den Spuren des Tannoy-Konkurrenten, denn auch
hier überzeugt die homogene, angenehme Gesamtdarstellung.
Das Tannoy System detailliert noch feiner, dafür agiert das
Focal-System noch dynamischer. Vergleich man nun mit dem ebenfalls sehr gut
getesteten Mordaunt-Short Sub-/Sat-System "Genie",
so fällt auch, dass das Focal Set homogener spielt und das Zusammenspiel
zwischen Subwoofern und Satelliten rund um die Übernahmefrequenz des Subs noch
reibungsloser funktioniert. Hier hörten wir beim Genie ein zugegebenermaßen
kleines, aber gerade bei Musik (Klassik, Jazz insbesondere) durchaus
wahrnehmbares Klangloch heraus, welches beim Focal Set und auch beim Tannoy
Arena selbst bei exaktem Hinhören kaum wahrzunehmen ist. Dass das Genie doch
mit dem Focal akustisch gleichziehen kann, verdankt es dem unerbittlich
zupackenden Downfiresub, der zwar akkurat aufgestellt werden muss, dann aber mit
einer Wucht zuschlägt, die in der Liga der designbetonten Sub/Sat-Kombis nach wie
vor für Platz 1 reicht. Der ebenfalls bärig starke Woofer
des KEF KHT 2005.2 wird auf den 2. Platz verwiesen, und dann drängt sich
schon der sehr kompakte Focal Cube in den Vordergrund, der für seine Größe
erstaunlich nachdrücklich durchgreift und sich den dritten Platz mit dem
besonders rund und strukturiert aufspielenden Arena-Woofer teilt. Der
Focal- und auch der Arena-Subwoofer sind weniger aufstellungskritisch als der
Genie-Woofer, aber wenn man zusätzlich zur sorgfältigen Aufstellung auch noch
den EQ zur akustischen Abstimmung auf den Hörraum einsetzt und dann die
Großtaten des Mordaunt Short-Basslautsprechers in Bezug auf Nachdruck und
Pegelfestigkeit mit ins Kalkül zieht, ist das Genie für Bassfreunde nach wie
vor die beste Wahl.
Das Quadral TX-5, klanglich
sehr feinsinnig, kann zusammen mit dem Sub DV-67, der in einem kompletten Paket
vorgesehen ist, nicht mit dem Focal-Set mithalten, allerdings ruft Quadral mit
999 € auch deutlich weniger auf. Wer die TX-5 Komponenten mit einem stärkeren
Quadral-Sub kombiniert, hat schon mehr Chancen, zumal die kräftigen Subs aus
dem Hause Quadral immer mit Nachdruck hinlangen, dabei aber stets kontrolliert
agieren und durch Präzision und gute Staffelung glänzen (Beispiele: Quadral Power Cube Sub 500,
Quadral Aurum Sub 10, beides natürlich
hochpreisige Modelle, wobei der Power Cube durchaus mit dem TX-5 kombiniert
werden könnte). Die kleinen Surroundlautsprecher des TX-5 können die
weitläufige Surroundkulisse der Focal Sib XL allerdings nicht aufbieten. Der
nächste Kontrahent kommt aus dem Hause Nubert, es handelt sich um das nuBox 5.1-Set,
wie das Quadral für unter 1.000 € zu haben. Auch die Nubert-Boxen klingen
höchst angenehm und sorgen für ein homogenes Klangbild, der kleine AW-440 baut
einen erstaunlichen Druck auf, muss sich aber dem Genie-Set geschlagen geben,
während der kleine AW-440 verbissen die Verfolgung aufnimmt und sich sogar
zusammen mit dem Arena-Woofer und dem Focal-Sub auf dem dritten Platz
wiederfindet. Klar den Ton gibt, geht es allein um die Akustik, das Teufel Theater 4
an, das alles nochmals besser kann als die hier aufgelisteten
Edel-Sub-Sat-Systeme, und auch das sehr viel preiswertere nuBox 310-Set findet
kein probates Mittel gegen die mitreißende, bassstarke, aber nie unharmonische
Charakteristik des Theater 4. Hier stimmt alles, das Set ist dynamisch und sehr
angenehm klingend, der Hochtonbereich ist sehr gut aufgebaut, und bei der SACD-
und DVD-A-Wiedergabe kann sich das Teufelset ebenfalls am besten in Szene
setzen. Allerdings: Mit der deutlich nüchternen Optik und weniger liebevollen
Details spricht es im Endeffekt auch andere Kunden an, die ihren Hauptaugenmerk
auf Sound und Robustheit und weniger auf ein geschliffenes Design und besonders
edles Gehäusematerial legen. Bei den praktisch relevanten Details sticht das
Horn des Teufels, denn über bessere Lautsprecher-Schraubterminals verfügt
keiner der hier gelisteten Konkurrenten. Spitzen-Design ist auch nicht die
Domäne des nuBox 310-Sets, während die klangstarken Schallwandler im
Innenleben mit sehr hochwertigen Bauteilen auftrumpfen können, wirkt die
Optik etwas angestaubt und sorgt für einen praktisch-nüchternen, aber nicht
eben besonders noblen Eindruck.
Fazit

Starker Auftritt: Auf Anhieb gelingt dem Cinema Pro Paket ein
hervorragendes Testergebnis
Das ist eigentlich genau das, was viele moderne, klanglich wie
ästhetisch anspruchsvolle Käufer wollen: Ein exzellent verarbeitetes, optisch
hochelegantes, aber nicht zu extravagantes Lautsprechersystem, das mit
spritzigen, dynamischen und zugleich höchst angenehmem Sound zu überzeugen
weiß. Besonderer Schwerpunkt des Focal-Sets ist überraschenderweise die
Musikwiedergabe. Genau in der Disziplin, in der viele
Subwoofer-/Satellitenkombis durch eine zu undefinierte, wenig prägnante, oder
aber zu unausgewogene, im Hochtonbereich zu aggressive Darstellung eher selten
das richtige Maß treffen, zieht das Cinema Pack Pro lässig seine Trümpfe aus
dem Ärmel: Das 5.1-Ensemble agiert erstaunlich sensibel, tritt mit
überraschender Genauigkeit auch bei Klassik oder Jazz den richtigen Punkt und
ist bis zu deutlich erhöhtem Pegel immer angenehm souverän und gelassen bei
der Sache. Mit einem Preis von knapp 1.200 € ist das Focal-Set auch noch als
preislich günstig einzustufen, so dass insgesamt der Eindruck eines besonders
gelungenen Subwoofer-/Satellitensystems entsteht, was mit unserem Testprädikat
"überragend" belohnt wird. Mit
bester Verarbeitung und einer spritzigen Akustik ist das Cinema Pack Pro ein
rundherum stimmiges Angebot zum fairen Kaufpreis

Obere Mittelklasse
Test 28. Juli 2005
Preis-/Leistungsverhältnis      
Pro:
-
Sehr gefällige, spritzige Wiedergabe
-
Auch im Musikbetrieb tadellose Homogenität
-
Kompakter Subwoofer mit sehr guter Performance
-
Exzellente Verarbeitung
-
Edle Optik
-
Fairer Kaufpreis
Contra:
Test: Carsten Rampacher
Technischer Support: Roland Klinke, Matthias Walther-Richters
Redaktion: Carsten Rampacher
28. Juli 2005
HOME
> HARDWARE-TESTS > ZURÜCK
<
|