Test: DVD-Player Denon
DVD-800

Finish, Features und
Laufwerk
Bei Denon vertraut man wieder auf Technik aus dem Hause
Matsushita: So
ist der seit kurzem für 449 € (etwa 880 DM) in schwarz lieferbare
DVD-800 wieder mit Panasonic-Basistechnologie ausgestattet.
"Organspender" ist der 699 DM kostende DVD-RV31, vom dem das
Laufwerk sowie die Videoelektronik stammt. Denon hat sich der Audioelektronik selber angenommen, um hier einen besonders hohen Standard
garantieren zu können. Vom Panasonic her bekannte Features bringt der
"Neuling" ebenfalls mit, denn mittels seines Laufwerks mit
Twin-Laser-Pickup liest auch der DVD-800 CD-Rs und CD-RWs.
Unverständlich ist es allerdings, wieso Denon nicht direkt eine
MP3-Wiedergabe integriert hat. Das US-amerikanische Modell des DVD-800
gibt ebenso
MP3-CDs wieder wie der neu in Deutschland eingeführte Panasonic
DVD-RV36, der praktisch zum Preis des DVD-RV31 angeboten wird. Die
multimediale Wiedergabe verschiedenster Disc-Typen ist ohnehin nicht die Stärke des DVD-800, denn er
las unsere nach vcdhelp-Vorlage
erstellte Test-SVCD zwar sofort ein, die permanent ruckelnde und mit dauernden Tonaussetzern untermalte Wiedergabe war aber
unzumutbar. Die Verarbeitungsqualität und die wertige Optik den
DVD-800 können hingegen gefallen, die Ausstattung ist für ein fast
900 DM teueres Gerät aber etwas karg: So befindet sich lediglich ein
optischer Digitalausgang auf der Rückseite des Players, und eine
RGB-Ausgabe für die Scartbuchse sucht man auch vergebens. Bestens
bekannt ist die Fernbedienung, sie entspricht dem IR-Controller des
Panasonic DVD-RV31.
Wie der DVD-RV31 gibt auch der Denon DVD-800
wahlweise bei NTSC-DVDs richtiges NTSC oder PAL60 aus (die
entsprechend gewünschte Option ist im OSD-Menü einzustellen) und
verfügt über optisch ansprechende On Screen-Menüs. Zusätzlich
hat der DVD-800-Eigner die Möglichkeit, wenn er keine komplette
Surroundanlage besitzt, einen aktiven Subwoofer direkt hinten am
Player via Cinch anzuschließen.
Die Laufwerkslade fährt ohne das nicht
selten beobachtete Klappern heraus, obwohl auch Denon in dieser
Preisklasse auf eine besonders aufwändige Lagerung der Lade und auf
eine besonders wertige Ausführung derselben verzichtet. Das
Panasonic-Laufwerk, verbunden mit dem hochwertigen Denon-Gehäuse, das
die sowieso schon leisen Arbeitsgeräusche des Laufwerks nochmals
verringert, stellt eine praktisch perfekte Kombination dar.
Der DVD-800 schneidet beim Einleser der
Tracks von der Fehlerkorrektur-Test-DVD
leider nicht so gut ab wie der zuvor getestete Panasonic
DVD-RV31. Dies deutet anscheinend auf eine gewisse Serienstreuung hin, denn die von uns verwendete Check-DVD war in
beiden Fällen identisch. So bildet der DVD-800 schon ab Track 15 kräftigere
Artefakte. Bei Track 19 schließlich ist das Ende erreicht, hier muss
sich die Fehlerkorrektur geschlagen geben. Das perfekt isolierte,
hochwertige Gehäuse und das leise Panasonic-Laufwerk, das bei unserem
Testgerät leider nur eine befriedigende Fehlerkorrektur aufweist,
sichern sich summa summarum aber eine noch gute Bewertung - denn
leiser geht es kaum noch.
Eine sehr gute Verarbeitung und ein relativ hochwertiges
Innenleben können erfreuen. Etwas karg ist die Ausstattung, und die
Tatsache, dass weder MP3-CDs noch SVCDs eingelesen werden können,
wird vielleicht einige vom Kauf des DVD-800 abhalten.
Bedienung
Die Bedienung des Denon ist vollkommen problemlos und
ist geprägt von den neuen, optisch überzeugenden On Screen-Menüs,
die ein problemloses Navigieren sicherstellen und auch noch gut
aussehen. Dazu kommt das tadellose Display mit feiner Auflösung und
die Bedienelemente mit angenehmer Griffigkeit auf der hochwertigen Gerätefrontplatte.
Die wenigen Kritikpunkte betreffen die von Panasonic
übernommene Fernbedienung: Sie könnte noch ergonomisch günstiger
geformt sein, und der Druckpunkt der übersichtlich angeordneten
Tasten ist etwas zu schwammig.
Bild
Hier kann der DVD-800 ähnlich wie der Panasonic
DVD-RV31 mit einer hohen Bildharmonie überzeugen. So zeigt
sich beim Denon das
Bild bei "Top Gun" (Code 2) farblich angenehm lebendig und
frisch, kleine
Schwächen bezüglich unruhiger Kanten der auf dem Bildausgabegerät
gezeigten Objekte bügelt der Player tadellos aus. Die leicht ins
braun-rötliche tendierenden Farben bei der "Mumie" gab der
DVD-800 sehr gut wieder, ebenfalls überzeugte er mit einer angenehmen
Bildschärfe, wenngleich er kein so extrem scharfes Bild wie
beispielsweise die beiden Pioneer-Player
DV-444 und DV-545bieten kann. Der Kontrastumfang ist ohne Fehl und
Tadel, differenziert werden auch schwierig darstellbare
Kontrastunterschiede wiedergegeben.
Bei den Real-Testbildern der DVD-Discovery
kann der DVD-800 mit einer sehr ausgewogenen, gefälligen
Farbwiedergabe punkten. Das gesamte Bild ist ungeheuer ruhig und sauber,
was auch hier den Eindruck hoher visueller Harmonie erzeugt. Bei unserem
Testgerät waren die Kanten und Farbverläufe noch einen Tick gelungener
als beim Panasonic
DVD-RV31: Hier bietet der DVD-800 Spitzenleistungen. Das
Schwarz kann mit einer guten räumlichen Tiefe aufwarten, wer hier noch
mehr will, muss tiefer in de Tasche greifen und sich ein Gerät jenseits
der 1000 DM-Klasse erstehen. Gleiches gilt für die wirklich ordentliche
Plastizität des Bildes. Die Detailtreue und die Gesamtbildschärfe sind
gut.
Der Layerwechsel ist akzeptabel, das Bild
bleibt zwar noch sichtbar stehen, ebenfalls gibt es einen minimalen
Tonaussetzer, aber mit dem Können des Panasonic-Laufwerks kann man leben.
Trotzdem schade, denn der Denon DVD-1000 und der DVD-1500 bekamen dank
Laufwerk mit doppelter Geschwindigkeit und 4 MB Pufferspeicher einen
praktisch unmerklichen Layerwechsel hin.
Ton
Der Digitalklang des Denon ist exzellent, Glasklar, fein auflösend und transparent. Keinerlei
Störgeräusche trüben das Bild. Hier repräsentiert der DVD-800
ein extrem hohes Niveau. Doch auch, wer einen Ersatz für seinen
Mittelklasse-Audio-CD-Player sucht, wird hier fündig: Denn der verbaute
D/A-Wandler überzeugt mit einer sehr guten klanglichen Leistung. Das Klangbild
bei Bruckners 9. Symphonie überzeugte durch eine klare, frische
Prägnanz, die sehr schön die verschiedenen Dynamiksprünge mit einbezog.
Mit diesen Leistungen spielt der Denon in der Disziplin Güte des internen
D/A-Wandlers an der Spitze der DVD-Player bis 1000 DM mit und muss sich
nur den beiden Pioneer-Playern
DV-444 und DV-545 sowie dem Harman Kardon
geschlagen geben, die mit noch feinerer Hochtonauflösung glänzen
konnten.
Fazit
Der Denon DVD800 ist ein solides Einstiegsmodell mit tollem Digitalklang
und einem sehr guten D/A-Wandler. Visuell überzeugt das Bild mit hoher
Gesamtharmonie, einem tadellosen Kontrastumfang und einer ausgewogenen Farbwiedergabe.
Das Laufgeräusch des Laufwerks ist vorbildlich leise. Die Verarbeitung ist ordentlich, die Bedienung einfach.
Leider auch die Ausstattung: Keine MP3-Wiedergabe, kein koaxialer
Digitalausgang, keine RGB-Ausgabe der Scartbuchse. Dies ist in Anbetracht des nicht gerade günstigen
Kaufpreises etwas bedauerlich. Wer aber einen Einstiegsplayer mit
hochwertiger Optik und ohne gravierende Schwächen sucht, liegt beim
DVD800 richtig.
Gut verarbeiteter
DVD-Player mit Top-Digitalklang

Mittelklasse
Pro & Contra
 |
Beachtliche akustische Qualitäten |
 |
Harmonisches Bild |
 |
Sehr gute Verarbeitung |
 |
Sehr einfache Bedienung |
|
|
 |
Keine SVCD- und MP3Wiedergabe |
 |
Karge Ausstattung ohne RGB-Ausgabe via
Scart |
Technische Daten

Das
Anschlussterminal des DVD-800
-
Videoausgänge: 1x SCART (Composite,
S-Video), 1 x Hosiden
(S-Video), 1 x Cinch (Composite)
-
Audioausgänge: Digital 1 x optisch
analog:: 1 x Cinch 2-Kanal Downmix, 1 x Subwoofer-Out
-
Farbe: Schwarz
-
Maße (B x H x T): 434 x 82 x 247 mm
-
Gewicht: 2,6 kg
-
Preis: 449 € (UVP)
08. Oktober 2001
Test: Carsten
Rampacher
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