Test: Denon DVD-2200
29.10.2003 (cr)

Wir danken unserem Kooperationspartner HIFI-REGLER
für das Bereitstellen der Hörräume
Overview
DVD-Universalplayer, die neben DVD Video-Medien auch die beiden konkurrierenden High Quality Musik-Formate DVD Audio und SACD einlesen können, werden immer beliebter – was zu einem stetig wachsenden Produktangebot führt. Denon hat erst relativ spät, mit dem sehr empfehlenswerten
DVD-2900, ein entsprechendes Produkt auf den Markt gebracht. Nun aber möchten es die japanischen Sound&Vision-Experten wissen und schicken mit dem DVD-1400, dem DVD-2200 und dem DVD-A11 gleich drei auf unterschiedliche Zielgruppen ausgerichtete Universalplayer ins Rennen.
Wir entschieden uns für die "goldene Mitte" und testeten den DVD-2200
für EUR 799,--, der bereits mit hochwertigen Ausstattungsmerkmalen ins Rennen
geht. So ist ein Bassmanagement für den DVD Audio- und den SACD-Betrieb ebenso
mit an Bord wie ein Dolby Digital- und ein DTS-Decoder. Ebenso kümmern sich im
Geräteinneren hochwertige Baugruppen um eine akkurate Signalaufbereitung.

Merkmale und Technik
Verarbeitung/Hochwertigkeit      
Nach dem Auspacken des Geräts stellt sich tatsächlich gleich ein „Aha-Effekt“ ein – dieser bezieht sich aber ausnahmslos auf die Farbgebung unseres Testkandidaten. Denon hat, wie wir bereits im Vorfeld der IFA berichteten, die Trendfarbe Silbern für sich entdeckt und bietet nun viele interessante Produkte aus dem Home Cinema Line-Up in diesem Farbton an. Dies sorgt für ein schickes Äußeres – dem 2200er steht der metallische Glanz ausgesprochen gut. Im Design gibt es ansonsten keine Veränderungen, klassisch-konservativ und zeitlos
tritt der DVD-Spieler mit Aluminium-Frontplatte auf. Wer also eine besonders progressive, neuartige Formgebung sucht, ist beim DVD-2200 nicht an der richtigen Adresse.

Die Verarbeitung macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Zur bereits genannten Metallfront mit griffgünstigen und soliden Bedienelementen kommt noch die hochwertig verarbeitete Geräterückseite. Nicht ganz zu diesem hohen Gesamtanspruch passt die etwas labil wirkende Laufwerkslade, die zeigt, dass auch Denon den Rotstift ansetzen muss, wenn man für einen fairen Preis einen komplett ausgestatteten Universalplayer anbieten möchte.

Einen tadellosen Eindruck macht der DVD-2200 auch von innen, die
verwendeten Baugruppen sind sauber verarbeitet. Aufgrund des Preisunterschiedes
kann der DVD-2200 natürlich nicht den aufwändigen Innenaufbau des DVD-2900
bieten. Für die 800 EUR-Liga wird aber eine ausgezeichnete Leistung geboten
- während bei vielen Konkurrenten der Innenaufbau wenig ansprechend wirkt,
erwirbt der Kunde bei Denon ein Produkt, bei dem noch die nötige Sorgfalt bei
der Konstruktion aufgeboten wird.

Kritik gibt es - wie bei sehr vielen Geräten unterschiedlicher
Hersteller - wieder in Bezug auf die Fernbedienungseinheit. Die mitgelieferte Fernbedienung macht zwar einen recht übersichtlichen Eindruck, in Bezug auf die Materialqualität wird aber hier nur Durchschnittliches
geboten, auch die Verarbeitung ist etwas lieblos.
Audio-/Video-Features und verwendete Baugruppen      

Die Ausstattung mit hochwertigen Baugruppen ist in Anbetracht des Kaufpreises sehr reichhaltig ausgefallen. So ist der Player Progressive Scan-fähig, für die Progressive Scan-Signalverarbeitung steht ein hochwertiger Chip aus der Chipschmiede von Silicon Images zur Verfügung (SIL-504). Dieses Bauteil arbeitet auch im „größeren Bruder“, dem DVD-2900. Für die Video-Digital-/Analog-Wandlung ist ein 12 Bit/108 MHz-D/A-Konverter zuständig.
Auch hier entschied sich Denon für ein zeitgemäß hochwertiges Bauteil, da gerade die Digital-/Analog-Wandlung der Videodaten noch ein möglicher Störfaktor auf dem Weg zu einem tadellosen Bild ist. Zum Ausstattungspaket des DVD-2200 gehört auch ein Video-EQ inklusive einer gut gemachten Gamma-Korrektur. Aber nicht nur videoseitig, auch in Bezug auf die Audio-Ausstattung hat Denon seinem „jüngsten Sproß“ einiges mitgegeben.

Besonders zu nennen wäre das digitale Bassmanagement für den DVD Audio- und den SACD-Betrieb, das in
allen unseren Testreihen sehr gut funktionierte. Wer beispielsweise hochwertige
Satellitenlautsprecher einsetzt, die für den Bassbereich nicht geeignet sind, wird die Vorteile einer kompletten Bass-Signalumleitung im DVD Audio- und SACD-Betrieb an den aktiven Bass schnell zu schätzen wissen.
Für den DVD Audio-Betrieb bringt der DVD-2200 sogar noch eine Time
Alignment-Funktion mit, so kann man den Abstand der einzelnen Lautsprecher vom
Hörplatz eingeben und so erreichen, dass der Ton während der DVD
Audio-Wiedergabe überall zur gleichen Zeit ankommt.
Anschlüsse      

Was die Anzahl der Anschlüsse angeht, offeriert der DVD-2200
ein gutes Angebot. Eine RGB-fähige Scartbuchse, ein YUV-Ausgang für die
progressive/interlaced-Signalausgabe, ein S-Video-Hosidenterminal, ein
Sechskanalausgang für die SACD/DVD-A-Tonsignale und den internen DD/DTS-Decoder,
ein optischer Digitalausgang, ein koaxialer Digitalausgang und ein
Zweikanal-Cinch-Out finden sich auf der sauber verarbeiteten Geräterückseite.
Multimedia      
In Bezug auf die abspielbaren Formate ist der Denon voll auf der Höhe der Zeit. In unseren Testläufen las er problemlos DVD-RWs ein – und zwar sowohl im Video Mode als auch im VR Mode (mit Editiermöglichkeiten bei der Aufnahme auf einem DVD-RW-Recorder) aufgenommene Discs. Die Bildqualität war hier sehr gut, mit tadellosen Schärfewerten und einer erstaunlich guten Detailauflösung. Prima gefiel auch die natürliche Farbgebung. DVD-Rs werden ebenfalls
eingelesen und ohne Aussetzer abgespielt, Denon verspricht zusätzlich noch eine Abspielmöglichkeit für DVD+RWs. Freude der Wiedergabe von jpeg-Dateien kommen ebenfalls auf ihre Kosten, CDs mit Bildern im jpeg-Format nimmt der Player auch entgegen.
Die Einlesezeiten sind in unseren Augen absolut tolerabel, die Bildqualität des
jpeg-Viewes ist sehr gut. Ohne Schwierigkeiten bestand der DVD-2200 auch unsere SVCD-Abspielchecks. Bild und Ton liefen absolut synchron zueinander, die Bildgüte war im Rahmen der Möglichkeiten des Mediums SVCD absolut ohne Fehl und Tadel. Kritikpunkte finden sich in Bezug auf die Integration der MP3-Abspielfunktion.

Das dazugehörige On Screen Menü ist zwar übersichtlich, der Funktionsumfang aber präsentiert sich als nicht mehr ganz „up to date“. Eine Random-Play-Funktion und eine Programmiermöglichkeit gibt es zwar, auf die Einbindung einer ID3-Tag-Darstellung verzichtete Denon aber. Ebenso ist die Anzahl der Zeichen, die vom Titelnamen dargestellt werden, etwas knapp bemessen, was die Suche nach dem entsprechenden Track etwas zu zeitaufwändig gestaltet. Klanglich überzeugt der DVD-2200 im MP3-Betrieb mit einem klaren, gefälligen Klangbild mit einem voluminösen und druckvollen Bass. Voraussetzung für akkuraten Sound sind verständlicherweise
klanglich entsprechend gute MP3-Files. Gut, aber nicht überdurchschnittlich war es um die Abspielsicherheit bestellt. Zwar leistete sich der Denon nur ab und zu mal einen Aussetzer oder produzierte bei etwas problematischen Tracks leichte digitale Störgeräusche –
hier gibt es aber Konkurrenten, die nochmals bessere Leistungen zustande bringen. Der
"große Bruder" DVD-2900 bot hier
ebenfalls nochmals bessere Resultate.
Laufwerk     
Ein insgesamt erfreuliches Kapitel ist die Laufwerkswertung - bei unserem
Testkandidaten konnten praktisch keine Unregelmäßigkeiten festgestellt werden.
Nur einmal wurde eine optisch tadellose, also nicht zerkratzte DVD Audio erst beim zweiten Versuch eingelesen. Das Laufwerk, in seiner Art weitgehend identisch mit dem des DVD-2900 (der allerdings mit einer weitaus aufwändigeren Laufwerkslade antritt), überzeugt durch seine sehr leise Arbeitsweise. Selbst in leisen Filmpassagen stört so das Laufwerksgeräusch praktisch nie den Filmspass – auch dann nicht, wenn der Hörer nah am DVD-2200 sitzt. Was die Schnelligkeit angeht, kann das Laufwerk mit guten Leistungen aufwarten. Ganz gleich, welches Medium eingelegt wird, immer ist der DVD-2200 rasch abspielbereit.
Perfekt managt der Denon den Layerwechsel. Durch einen groß dimensionierten Pufferspeicher und die schnelle Auslesegeschwindigkeit ermöglicht es der DVD-2200, den
Wechsel der Layer zu einem praktisch unmerklichen Ereignis werden zu lassen. Was die Fehlerkorrektur anbetrifft, so erzielt der DVD-2200 ordentliche Resultate. Leichter zerkratzte DVDs und CDs wurden ohne Schwierigkeiten eingelesen, bei optisch stärker mitgenommenen „Härtefällen“ aber gerät die Fehlerkorrektur an ihre Grenzen. Immerhin wurde eine stärker zerkratzte
DVD, nachdem der erste Einleseversuch scheiterte, beim zweiten Mal, nach dem Vergehen einer kurzen Zeitspanne, problemlos abgespielt. Bei einer
Test-CD, die frisch aus dem CD-Wechsler im Auto des Testredakteurs stammte, verlief zwar der Einleseprozess ohne Probleme, die Wiedergabe aber wurde ab und zu durch Aussetzer unterbrochen.
Mit seiner umfassenden Ausstattung, der tadellosen Verarbeitung,
den flexiblen Multimedia-Einsatzmöglichkeiten und dem guten Laufwerk schneidet
der DVD-2200 in der ersten Wertung höchst respektabel ab.
Merkmale und Technik - Gesamtbewertung     
Bedienung
In Bezug auf den Bedienkomfort erbringt der DVD-2200 gute
Ergebnisse. Die On Screen Menüs dürften zwar manchem Anwender grafisch zu
schlicht sein - etwas mehr optischer Feinschliff wäre einem noch gediegeneren
Gesamteindruck zweifellos zuträglich -, der Aufbau ist aber recht konsequent durchdacht.
Durch die sinnvolle Menüstruktur können alle wichtigen Einstellarbeiten
bereits nach einem kurzen Blick in die insgesamt ordentliche und
ausführliche Bedienungsanleitung getätigt werden. Sehr gut gefiel uns das
durchdachte und komplette Set-Up für den internen Decoder. Hier wird eine
vollwertige und nützliche Ausstattung geboten.
Alle Funktionselemente am Gerät selber sind, wie bereits weiter
oben lobend erwähnt, qualitativ hochwertig ausgeführt und verfügen über
einen klaren Druckpunkt, was die Bedienung entschieden erleichtert. Die
Fernbedienung gefällt mit ihrem zentral untergebrachten Navigationskreuz und
den phosphoreszierenden Tasten für wichtige Funktionen. Der Druckpunkt geht in
Ordnung, ist aber nicht perfekt. Das Gleiche gilt für die Reichweite. Mit dem
kontrastreichen und fein auflösenden Display behält man stets den Überblick,
auch unter dem Einfall von starker externer Beleuchtung ist es noch gut
abzulesen. Rasch kommt die DVD-/CD-Lade auf Anforderung herausgefahren.
Bewertung     
Bild
Testequipment:
Eine perfekte Bildqualität im Progressive Scan-Betrieb ist noch immer nicht
möglich - gleichwohl sind Fortschritte in allen Belangen erkennbar. Der
DVD-2200 ist hier ein gutes Beispiel, weil er für seinen fairen Kaufpreis
bereits eine Progressive-Bildqualität bereit stellt, die auch sehr
anspruchsvollen Anwendern genügen dürfte. Im Interlaced-Betrieb erlaubte sich
der Denon keine Schwächen und übertraf auch noch namhafte (preisgünstigere)
Konkurrenten wie den Harman/Kardon DVD-30
oder den Philips DVD-963SA. Selbst die
Unterschiede im Vergleich zum viel teureren Denon DVD-2900
sind so klein, dass man sie fast vernachlässigen kann. Für denjenigen
Anwender, dem es in erster Linie um die visuelle Performance geht, lohnt sich
der Aufstieg auf den edlen DVD-2900 nur dann, wenn man besonderen Wert auf
dessen "Bolidenoptik" legt. Geht es um die reine Bildgüte, so
erreicht der viel preiswertere DVD-2200 praktisch die selben hochklassigen
Werte. Damit eignet sich der DVD-2200 sehr
gut für den Betrieb zusammen mit einem hochwertigen Bildwiedergabegerät: Ob
Projektor, Plasmadisplay oder Highend-Röhrenfernseher, die
Einsatzmöglichkeiten für den DVD-2200 sind groß.
Exkurs: Der Chroma Bug
Viele anspruchsvolle Filmliebhaber kreideten verschiedenen Progressive Scan-fähigen
DVD-Playern in der Vergangenheit den sogenannten "Chroma Bug" (Chroma
Upsampling Error) an. Dieser "Chroma Bug" trat in NTSC-Progressive und
in PAL-PS auf und macht sich insbesondere dann bemerkbar, wenn kräftige
Farben (besonders gut eignen sich Rottöne) vor dunklem Hintergrund auftreten,
so z.B. eine kleine rote Fläche vor schwarzem Hintergrund. Es bilden sich in
der roten Fläche sichtbare, waagrechte dunkle Streifen, ebenfalls scheint er
Farbverlauf an den Objektenden nicht absolut deckungsgleich zu sein. Zum "Chroma
Bug" noch einige Anmerkungen: Um ihn ausfindig machen zu können, braucht
man schon das geeignete Equipment, d.h. in erster Linie ein hochwertiges
Bildwiedergabegerät. Dies bestätigen die Chroma-Bug-Experten von der US-Site hometheaterhifi.com:
"As mentioned above, this problem has been around for a long time. It's
only just now being noticed largely because one needs a good high-resolution
display, such as a front projector and a six foot projection screen, to really
see the problem clearly. In addition, the increasingly common use of large
progressive displays has really allowed people to get up close to the screen and
see every artifact magnified in great detail". Zusätzlich ist eine
qualitativ hochwertige Verkabelung von Nöten, um den Chroma Bug beobachten zu können.
Denn billige Kabel können weitaus schlimmere visuelle Schnitzer verursachen als
der Chroma Bug. Wer hochwertige YUV-Kabel zum erschwinglichen Preis sucht, kann
sich bei Oehlbach
umsehen.
Chroma Upsampling/De-Interlacing      
In Bezug auf das Chroma Upsampling lieferte der DVD-2200 prima Ergebnisse ab
- und zwar sowohl im NTSC- als auch im PAL-Betrieb. Rote oder
violettfarbene Flächen vor dunkelgrauem oder schwarzem Hintergrund erschienen
weitaus sauberer als in der Vergangenheit beobachtet, nur noch in Einzelfällen
und auch dann nur schwach ließen sich noch die "gefürchteten"
waagrechten dunklen Streifen beobachten, die auf ein nicht perfektes Upsampling
hindeuten. Alle Farbverläufe verliefen exakt, nur sehr selten war eine minimale
Verschiebung erkennbar. Was das De-Interlacing angeht, so gefiel der
DVD-2200 mit beachtlichen Resultaten. Ohne Probleme wurde auch PAL- und
NTSC-Filmmaterial verarbeitet, die Bewegungsabläufe verliefen flüssig und
ruckelfrei. In keinem Fall war eine Zur Optimierung der
Progressive-Signalverarbeitung stellt der DVD-2200 zwei verschiedene
Progressive-Modi zur Verfügung - je nach Art der Software können diese
Betriebsarten gewechselt und somit der jeweiligen DVD angepasst werden.
Gesamtbildschärfe     
Was die Gesamtbildschärfe anbelangt, erreicht der DVD-2200 in dieser
Preisklasse Traumwerte. Wir nehmen einmal an, dass lediglich der neue Pioneer
DV-668AV mit 216 MHz/12-Bit Video-DAC für EUR 899,-- in diesen
Preisregionen ähnliche Ergebnisse erbringen kann. Ein Test des Pioneer, sobald
die ersten Testgeräte verfügbar sind, wird in Kürze folgen und zeigen, wie
hoch die Gesamtbildschärfe des DV-668AV ausfallen wird.
Beim DVD-2200 begeisterten uns zweierlei Dinge: Er bietet nicht nur eine
exzellente Bildschärfe, sondern er stellt diese auch auf höchst natürliche
Art und Weise dar. Nicht selten wirken sehr scharfe Bilder z.B. durch die
leichte Bildung von Doppelkonturen in ihrer Gesamtheit weder perfekt noch
natürlich. Unangenehme Überschärfungseffekte aber bleiben beim DVD-2200
gänzlich aus. Bei allen Testbildern glänzte er mit einer vorbildlichen
Bildschärfe, in der gebotenen Klarheit wurden alle Objekte auf das
Bildwiedergabegerät gebracht und vorzüglich in den visuellen
Gesamtzusammenhang eingearbeitet. Nicht nur bei Testbildern, auch bei
Filmbeispielen begeisterte der DVD-2200: So z.B. bei der 7. DTS Demo DVD, bei
"Lord Of The Rings (Code 2)", bei "Charlie`s Angels" (Code
2) und bei "Asterix und Obelix: Mission Cleopatra".
Bei weniger guten DVDs bewies der DVD-2200, dass die aktuellen Denon-Player
auch aus nur durchschnittlichen DVDs noch exzellente Schärfewerte holen - in
Anbetracht des Ausgangsmaterials, versteht sich, denn zaubern können auch die
Denon-Entwickler nicht. Nur in wenigen Fällen litt die visuelle Gesamtharmonie
sichtbar. Dass hier in den meisten Fällen weitaus bessere Ergebnisse erreicht
werden als bei früheren Gerätegenerationen von Denon, zeigte sich vor allem
nach weiteren, intensiven Testreihen - nach den ersten Checks in unserem Preview
war der Eindruck von der Schärfedarstellung und der Gesamtharmonie bei visuell
weniger guten DVDs noch nicht so eindeutig.
Dass diese DVDs (z.B. "Top Gun" Code 2, "James Bond: A License
To Kill") auf vielen DVD-Playern entweder mit einem zu unklaren
oder einem unnatürlich-überschärften Bild mit digitalisiert wirkenden
Konturen für manche etwas unangenehme Überraschung sorgen, kümmert den
DVD-2200 nicht: Er erhält einen hohen Grad an Natürlichkeit, gleichzeitig sind
alle Konturen sauber gezogen und klar erkennbar. Die herausragende Bildschärfe
überzeugte im Interlaced- und im Progressive-Betrieb, wobei das Bild im
Progressive-Modus nicht noch schärfer, sondern noch natürlicher wirkte - bei
im Vergleich zum Interlaced-Einsatz gleichbleibenden Schärfewerten
Detailtreue     
Auch wenn man dies bei Denon vielleicht gar nicht so gern hören wird - aber
selbst in Bezug auf die Detailtreue, wo sich ansonsten oft sichtbare
Unterschiede zwischen Playern der 800,-- EUR-Liga und deutlich teureren Offerten
auftun, gibt der recht günstige DVD-2200 im Vergleich zum edlen DVD-2900
keinesfalls klein bei, sondern offeriert einen praktisch ebenbürtigen Standard.
Dies zeigt sich in unseren Filmbeispielen bereits im Interlaced-Betrieb.
Systembedingt wirken gerade feine Muster und kleine Objekte durch die
wegfallenden störenden Treppenstufen (die im Interlaced-Betrieb durch die
sichtbare Zeilenstruktur entstehen) im Progressive-Einsatz deutlich sauberer
gezeichnet und plastischer. Um die Detailtreue, die der DVD-2200 ermöglicht,
auch ausnutzen zu können, benötigt man drei Komponenten: Ein sehr hochwertiges
Bildwiedergabegerät, eine entsprechende Verkabelung und einen DVD mit
überragendem Bild. Das Bildwiedergabegerät kann durchaus aus einer gehobenen
Preisklasse stammen, denn die Klarheit selbst bei kleinen Feinheiten, die der
DVD-2200 bietet, können Bildwiedergabegeräte, die eigentlich preislich passend
zu diesem DVD-Spieler wären, gar nicht reproduzieren. Im Vergleich zu den
günstigeren Konkurrenten Harman/Kardon DVD-30
und Philips DVD-963SA kann der Denon
genau in dieser Disziplin beide genannten Player auf Distanz halten - wobei man
erwähnen muss, dass der Denon auch 200,-- EUR teurer ist. Natürlich, er bietet
noch die erweiterten Audio-Funktionen (nicht ausschließlich SACD, wie beim Philips, oder
lediglich DVD
Audio, wie beim HK DVD-30, sondern beide High Quality Formate werden
abgespielt), aber festgestellt werden muss auf jeden Fall, dass Philips und
Harman Kardon für ihre Kaufpreise mit außerordentlich guten Leistungen dienen
können - der HK erreicht im direkten Vergleich die nochmals minimal besseren
Ergebnisse.
Kontrast/Bildhelligkeit     
Auch in dieser Disziplin legt der DVD-2200 die Meßlatte für etwaige
Konkurrenz sehr hoch. Kein Objekt verschwindet in hellen oder dunklen
Bildbereichen, mit hervorragender Klarheit stellt der Denon alle Konturen dar. Unpassende Überstrahlungseffekte sind dem Player völlig fremd, nie
gibt der DVD-Spieler sehr helle Bildteile mit zu hoher Betonung wieder. Stark kontrastierende
Bilder managte der DVD-2200 bei allen Film-DVDs unserer Testreihen mit
großer Souveränität und ermöglichte selbst in ungünstigen Extremfällen eine
hohe visuelle Gesamtharmonie. Unser Testbild mit der Graustufen-Skala
arbeitete der Denon absolut akkurat heraus, alle Grautöne erschienen deutlich
sichtbar voneinander abgegrenzt.
Farbwiedergabe     
Nach den herausragenden Leistungen in den vorangehenden Disziplinen leistet
sich der DVD-2200 auch bei der Farbwiedergabe keinerlei Schwächen. Mit
ausgezeichneter Klarheit reproduziert der Player reine Farbtöne, er erzielt eine gleichmäßige, intensive und satte Wiedergabe. Die hohe Qualität des
Denon zeigt sich auch an der praktisch völligen Abwesenheit von Farbrauschen.
Sauber und rein erschienen alle unsere Testbilder, die einen Farbton in
höchster Qualität darstellen. Dass keine störenden Beimengungen anderer
Farben sichtbar wurden, zeugt von herausragender farblicher Neutralität.
Interner Videoequalizer     
Der interne Video-EQ bietet fünf Speicherplätze für individuelle Justagen.
Durch diese großzügige Ausstattung kann man z.B. problemlos eigene
Einstellungen für animierte Filme, Kino-Klassiker und
State-Of-The-Art-Blockbuster treffen. Die Qualität des Videoequalizers
überzeugt, mit guter Wirkung kann man, je nach verwendeter Software, den
eigenen Präferenzen und dem Bildwiedergabegerät, z.B. die Bildschärfe und den
Kontrast im Detail optimieren. Die Anzahl der vorhandenen Parameter ist nicht
allzu reichhaltig, hervor sticht die gut gemachte Gamma-Korrektur.
Bild-Fazit
Der DVD-2200 begeistert mit einer visuellen Performance, die sich hinter sehr
viel teureren Geräten keinesfalls verstecken muss - bestes Beispiel ist der
"große Bruder" DVD-2900, der sich in keiner Disziplin vom DVD-2200
absetzen kann. Insgesamt bietet der 2200er für sein Geld eine Bildqualität auf
Top-Niveau. Wünschen würden wir uns nur noch einen Video-EQ mit größerem
Funktionsumfang.
Bewertung     
Klang
Nach den Ergebnissen in der Bildwertung waren wir gespannt, ob der DVD-2200
auch in Bezug auf seine klanglichen Eigenschaften eine besondere Empfehlung
darstellt. In allen Teildisziplinen wartet er auch mit tadellosen Eigenschaften
auf, im Gegensatz zu den Ergebnissen bei den visuellen Leistungen bildet sich in
dieser Wertung aber eine hörbare Differenz zwischen dem DVD-2200 und dem
DVD-2900. Schließlich muss es auch Unterschiede - außer der besonders
hochwertigen Optik des DVD-2900 - geben, die den viel höheren Preis
rechtfertigen. Und diese finden sich in der Audiowertung, wo der DVD-2900 im
DVD-A- und SACD-Betrieb noch glasklarer, frischer und detailreicher klingt.
Diese Unterschiede kann mit mit der entsprechenden Zeit, hochwertiger Software
und guten Lautsprechern heraushören. Audio-Liebhaber sollten, so unsere
Empfehlung, sich auf jeden Fall beide Denon-Player anhören und anschließend
die Entscheidung treffen, welches Gerät nun der persönliche Favorit ist. Wer
Klassik- oder Jazz-Liebhaber ist und über viel Hörerfahrung verfügt, könnte
sich dabei durchaus auch für den teuren 2900er entscheiden. Für die 799,-- EUR
Kaufpreis aber ist das Leistungsprofil des DVD-2200 außerordentlich gelungen,
was sich anhand unserer Bewertungen, die in Relation zum Kaufpreis zu sehen
sind, niederschlägt.
DVD Audio     
Hier bietet der Denon bei allen Testbeispielen eine exzellente Dynamik
- hier merkt man (besonders z.B. bei klassischen Konzerten), dass die
Denon-Entwickler auch in den DVD-2200 viel Entwicklungsarbeit gesteckt haben.
Die gesamte Wiedergabe ist von einer höchst angenehmen Frische und Lebendigkeit
geprägt, so wirkt der Vortrag des Denon nie schleppend oder emotionslos,
sondern stets schwungvoll und mit Esprit versehen. Dynamiksprünge bringen den
Player ebenfalls nicht aus der Ruhe, mit dem schnellen Ansprechverhalten und dem
klaren, sehr gut akzentuierten Hochtonbereich zeigt der DVD-2200, was hier in
dieser Preisliga möglich ist. Dass noch mehr geht, beweisen erst viel teurere
Player wie der Pioneer DV-757Ai oder der
schon häufig genannte Denon DVD-2900, die noch
feiner ansprechen und noch umfassender darstellen. Kleinste Feinheiten, die
selbst dem DVD-2200 noch entfallen, werden von den Nobel-Playern akkurat
herausgearbeitet, so dass man den Eindruck hat, noch tiefer ins musikalische
Gesamtgeschehen eintauchen zu können. Sehr gut funktionieren das Bassmanagement
und das Time Alignment, durch diese beiden wichtigen Ausstattungsmerkmale ist
ein Betrieb des DVD-2200 auch bei unterschiedlichem Abstand der Boxen vom
Hörplatz und beim Einsatz von Satelliten-Lautsprechern (die dann im Setup auf
"small" eingestellt werden, die Basssignale leitet der DVD-2200 dann
an den aktiven Subwoofer weiter).
SACD     
Mit seiner natürlichen Stimmwiedergabe und der gefälligen
Instrumentaleinarbeitung setzt der DVD-2200 im SACD-Betrieb Akzente. Der
Hochtonbereich wird auch bei der SACD-Wiedergabe in tadelloser Art und Weise
vorgetragen: Nicht selten neigen Player dazu, eine glasklare mit einer etwas zu
aggressiven, zu prägnanten Darstellung zu verwechseln. Gerade bei hohen Pegeln
führt dieser Effekt zu einer Disharmonisierung des Klangbilds. Der Denon
hingegen behält auch bei kräftigen Lautstärken seine stimmige Auslegung und
fügt dem Hochtonbereich praktisch nie eine aggressiv anmutende, unpassende
Untermalung bei. Mit der präzisen Basswiedergabe, die kurze, trockene Bässe
ebenso passend behandelt wie raumfüllende, nachklingende tieffrequente
"Attacken" und dem hervorragend strukturierten Mitteltonbereich
beweist der DVD-2200, dass er auch als SACD-Player problemlos gehobene
Ansprüche erfüllen kann. Bei der Groove Armada SACD „Goodbye Country (Hello Nightclub)“ begeisterte der
uns der Denon mit seiner voluminösen und gleichzeitig straffen Basswiedergabe. Mit klarer Prägnanz arbeitete der Unversalplayer ein raumfüllendes, natürliches Klangbild heraus.
CD-Wiedergabe     
Die Leistungen als herkömmlicher Audio-CD-Player können sich ebenfalls „hören“ lassen. Besonders auffällig ist auch hier die gebotene Dynamik, die gerade Live-Aufnahmen sehr viel authentisches Flair verleiht. Aber auch die sensible Stimmdarstellung, die nicht nur oberflächlich agiert, sondern den Stimmen viel Charisma und Tiefe verleiht, überzeugt. Rund und sauber, ergänzt der tadellose Bassbereich unseren Gesamteindruck. Somit
kann der DVD-2200 problemlos einen CD-Player der guten Mittelklasse ersetzen.
Interner Dolby Digital- und DTS-Decoder     
Bleiben der interne Decoder und der Digitalklang. Zu ersterem lässt sich viel Positives berichten. Mit welcher Vehemenz der „Chronos“-Trailer auf der 7. DTS Demo DVD wiedergegeben wurde, ist wahrlich beeindruckend. Ein satter, exakt aufgebauter Bass paart sich hier mit einer sehr guten Dynamik im Hochtonbereich und einer gefälligen, nie unangehm-überpräsenten Mittenwiedergabe. Klar und frisch ertönen die Stimmen, die Einarbeitung kleiner Feinheiten möchte dem internen Decoder tadellos gelingen. Bei
"Charlie's Angels" bietet der Decoder eine facettenreiche
Surround-Soundkulisse, die sich schnell aufbaut und eine beachtliche Dynamik
mitbringt. Die Eröffnungsschlacht bei "Herr der Ringe - die
Gefährten" setzt der DVD-2200 eindrucksvoll in Szene, die Effektwiedergabe
erfolgt mit tadellosem Nachdruck und lobenswerter Präzision. Insgesamt, so
stellen wir fest, haben die internen Decoder, die eigentlich nur als
"freundliche Dreingabe" zu verstehen sind (eigentlich jeder Anwender,
der sich ein Gerät vom Schlage des DVD-2200 kauft, wird über einen mit Dolby
Digital- und DTS-Decoder versehenen AV-Verstärker oder -Receiver verfügen)
inzwischen bei verschiedenen Geräten, z.B. von Pioneer, Yamaha, Panasonic oder
eben Denon, einen überraschend hohen Qualitätsstandard erreicht.
Digitalton
Der Digitalton möchte in Anbetracht der sonstigen Performance keinesfalls zurückstehen – fein auflösend, mit viel Gefühl fürs Detail, und einem sauberen, ausdrucksvollen tieffrequenten Bereich wird hier viel reiner Sound fürs Geld geboten. Wer
daran zweifelt, dass es überhaupt Unterschiede bei der digitalen
Signalübertragung gibt, sollte den DVD-2200 einmal in Verbindung mit einem sehr
hochwertigen koaxialen Digitalkabel und entsprechenden Lautsprechern hören
(für diese eine Prüfung packten wir unsere Quadral Aurum Titan
aus). Gerade bei erstklassiger Software kann der Denon einen besonders
reinen, sehr lebendigen Klang realisieren, der bereits echtes Oberklasse-Niveau
erreicht.
Klang-Fazit:
Noch vor kurzer Zeit hätte man für einen akustisch so überzeugenden
DVD-Player wie den DVD-2200 deutlich mehr Geld ausgeben müssen. Für rund
800,-- EUR kann der Player mit sehr ausgewogenen, in jeder Einzeldisziplin
überzeugenden Eigenschaften aufwarten. Dass der viel teurere DVD-2900 noch mehr
bietet, kann man dem DVD-2200 nicht ankreiden, denn der 2900er spielt in einer
ganz anderen Liga.
Bewertung     
Gesamt-Fazit
Denon hat mit dem DVD-2200 einen exzellenten Universalplayer zum beachtlich
niedrigen Preis auf die Beine gestellt. In allen Wertungen legt das Gerät eine
außerordentlich gute Performance an den Tag - das gleichbleibend hohe Niveau
ist wirklich beachtlich, überall offeriert der Denon deutlich mehr als üblich.
Angefangen von der soliden Gehäuseverarbeitung (zu der nur die etwas labile
Laufwerkslade nicht so recht passt) über die hochwertigen Baugruppen, die im
Inneren des Gerätes ihren Dienst tun) über das erstklassige Bild bis zu den
differenzierten, dynamischen und feinfühligen akustischen Eigenschaften - der
DVD-2200 ist bereits so komplett und kann alles so gut, dass sich viele, auch
anspruchsvolle Heimcineasten fragen werden, ob noch mehr DVD-Player überhaupt
nötig ist.
Volltreffer - der DVD-2200 bietet eine Spitzen-Performance
zum Sonderpreis

Obere Mittelklasse
Test 29. Oktober 2003
Pro:
-
Extrem scharfes und detailreiches Bild
-
Überragende Kontrastwerte
-
Brillante Farbwiedergabe
-
Dynamischer, souveräner DVD Audio- und SACD-Klang
-
Hervorragender interner Decoderein auflösender Digitalton
-
Tadellose akustische Eigenschaften als CD-Player-Ersatz
-
Laufwerk mit großem Pufferspeicher und schneller Auslesegeschwindigkeit
-
Lobenswerte Multimedia-Eigenschaften
-
Außerordentlich gutes Preis-/Leistungsverhältnis
Contra:
Technische Daten DVD-2200
DVD-Universalplayer mit integriertem Dolby Digital- und
DTS-Decoder
AUDIO-/VIDEO-FORMATE
DVD-Audio, DVD-Video, DVD-R/RW (DVD Video) , DVD+R/RW (DVD Video),
Super Audio CD (Single Layer, Dual Layer, Hybrid),
Video-CD, SVCD, Musik CD, CD-R/RW (MP3, JPEG)
Kodak Picture CD, Fujicolor CD
HIGHLIGHTS
24 Bit / 192 kHz Audio-D/A-Wandler
Integrierter Dolby Digital- und DTS-Decoder
Bassmanagement für DVD-Audio und SACD
Time-Alignment (Laufzeitkorrektur) für DVD-Audio
Silicon Image SIL504 De-Interlacer für Progressive Scan (PAL und NTSC)
12 Bit / 108 MHz Video-D/A-Wandler ADV7300
8 MB Pufferspeicher für unterbrechungsfreien Layerwechsel
Pure Direct Mode
ANSCHLÜSSE
Video
Ausgänge 1 x Komponenten, 1 x SCART (RGB), 1 x S-Video, 1 x Composite
Audio
Analog-Ausgänge 1 x Stereo, 1 x 5.1-Multichannel
Digital-Ausgänge 1 x optisch, 1 x koaxial
ALLGEMEIN
Maße: 434 x 101 x 318 mm (B x H x T)
Gewicht: 4,5 kg
Test: Carsten Rampacher
Assistent: Matthias Walther-Richters
29. Oktober 2003
HOME
> HARDWARE-TESTS > ZURÜCK
<
|