Test: AV-Receiver Denon
AVR-1602

Finish, Features und Anschlüsse
Wieder im typischen, zeitlosen Design des Hauses
gehalten, präsentiert sich das neue Einstiegsmodell von Denon, der
AVR-1602 für 878 DM, sofort als vertrautes Gerät, das viele bereits
von den "größeren Brüdern" bekannte Eigenschaften
mitbringt: So ist auch der kleinste Denon AV-Receiver sehr gut
verarbeitet und strahlt trotz Kunststoff-Frontplatte Hochwertigkeit
und Langlebigkeit aus. Der Blick auf die Leistungsdaten endet ebenso
erfreulich: 5 x 100 W (6 Ohm, 1
kHz, 0,7 % Klirrfaktor) stehen an Leistung zur Verfügung, 9,8 kg Gewicht, großzugig
dimensionierte Kühlkörper und ein sauber verarbeitetes Innenleben sind
bei Denon auch beim Grundmodell selbstverständlich.
Für keine negativen Überraschungen
sorgt auch der Blick auf die
Geräterückseite, ganz im Gegenteil: Denn hier besitzt der Denon
AVR-1602 für alle
Lautsprecher (bis auf das Lautsprecherterminal "B" für den
Anschluss eines zweiten Hauptlautsprecherpaares) solide Schraubanschlüsse.
An sonstigen Anschlüssen ist alles wesentliche vorhanden, wenngleich auch die
Bestückung mit Digitaleingängen (Eingänge digital: 1 x optisch, 1 x koaxial,
Ausgang digital: 1 x optisch) etwas reichhaltiger
hätte ausfallen können. Wer den Receiver als visuelle Schaltzentrale
nutzen möchte, dürfte die komplett fehlenden S-Video-Hosiden-Buchsen
bemängeln.
Solide
Schraubverschlüsse für alle Lautsprecher
Natürlich verfügt auch dieser
Denon-AV-Receiver über ein hochauflösendes DOT-Matrix-Display,
keinesfalls selbstverständlich in dieser Preisklasse.
Doch auch innere Werte kann der Denon AVR-1602 bieten: So zum Beispiel
Dolby ProLogic II, hier nochmals der
Vergleich und die Vorstellung der Neuerungen:
|
Ausstattungsmerkmal
|
Pro
Logic |
Pro
Logic II |
|
Eingangsquellen
|
In
Dolby Surround aufgenommene Quellen |
In
Dolby Surround aufgenommene Quellen,
Musikaufnahmen
in Stereo |
|
Ausgangsmodi
|
-
3.1 Surround
- 2.1 mit „Phantom Mode“
-
3.0 Dreikanal-Stereo
|
-
3.2 Surround
-
2.2 mit „Phantom Mode“
-
3.0 Dreikanal-Stereo
-
3.1: Pro Logic Emulation
|
|
Bandbreite
der Surroundkanäle
|
7
kHz |
Nicht
limitiert |
|
Panorama
Mode
|
Nicht
vorhanden |
Vorhanden
(Music Mode) |
|
Dimension
Control
|
Nicht
vorhanden |
Vorhanden
(Music Mode) |
|
Center
Width Control
|
Nicht
vorhanden |
Vorhanden
(Music Mode) |
Die einzelnen Features von PL II
Music
Da wäre zunächst die Dimension Control. Der Benutzer kann das
Klangfeld in Bezug auf die Rear-Lautsprecher und die Frontlautsprecher
einstellen und die Balance stufenlos von vorne nach hinten
verschieben. Je nach Musikart, so förderten unsere Testläufe
zutage, können leichte Änderungen der Balance von Vorteil sein. Bei
Musik, wo über die Surroundkanäle in erster Linie Geräusche wie das
Klatschen des Publikums übertragen werden und die Musik in erster
Linie von vorne kommen soll, kann es, auch je nach persönlichem Hörgeschmack,
ratsam sein, mehr Klanganteile auf die Frontboxen zu schieben.
Nächstes Feature ist die Center Width Control: Der Modus für den
Center-Lautsprechers kann zwischen dem schon bekannten „Phantom
Mode“, wo die Tonwiedergabe bei den Frontlautsprechern nur über den
rechten und linken Hauptlautsprecher erfolgt, und einer Schaltung, bei
der vorne ausschließlich der Center läuft, stufenlos variiert
werden. In der Praxis zeigte sich, dass die Wiedergabe bei den meisten
Musikarten am besten ist, wenn man dem Center Anteile entzieht und
diese den beiden vorderen Hauptboxen zuführt. Bei der Wiedergabe
beispielsweise von Opern sollte dem Center ein größerer Klanganteil
zugeführt werden, sofern dieser von hochwertiger Qualität ist und
somit für die diffizile Wiedergabe der charakteristischen Stimmen von
Opernsängern geeignet ist. Auch noch aktivierbar: Der Panorama Mode,
der bei der Wiedergabe von Musik ein weiträumiges
Klangfeld schaffen soll. In der Praxis zeigten sich bei vielen Musikarten
nicht allzu bahnbrechende Veränderungen. Bei sehr guten Aufnahmen
konnte der "Panorama Mode" ein luftigeres, weitläufigeres
Klangbild vermitteln, ohne die musikalische Präzision zu sehr leiden
zu lassen.
Neben ProLogic II mit den Varianten Music und Cinema
stehen noch verschiedene DSP-Surroundmodi (5-Kanal Stereo, Rock Arena, Jazz Club, Mono
Movie, Matrix, Video Game, Virtual Surround) zur Wahl, mit Hilfe des Cinema Equalizers sollen zu spitze Höhen bei Dolby
Digital- und DTS-Aufnahmen abgedämpft werden. Der Tunerteil verfügt über UKW und MW, selbstverständlich sind beim
UKW-Teil RDS mit Radio-Text. 40 Stationsspeicher bringt der AVR-1602 mit. Die beiliegende
Systemfernbedienung ist vorprogrammiert, leider fällt sie im Qualitätseindruck
deutlich hinter das prima verarbeitete Hauptgerät zurück.
In der ersten Teildisziplin gefällt der AVR-1602 mit
seiner erfreulich guten Verarbeitungsqualität bis ins Detail
(Display, Anschlussterminal) und den wertigen verbauten Komponenten.
Die Anschlussvielfalt könnte noch größer sein, die Fernbedienung
qualitativ besser.
Bedienung
Der Denon AVR-1602 ist prinzipiell
nicht schwer zu bedienen - wenn man sich mit den etwas zu zahlreich
vertretenen Knöpfen auf der Gerätevorderseite und den Eigenheiten
der Fernbedienung vertraut gemacht hat. Während der erste Kritikpunkt
- die Anzahl der Knöpfe auf der Frontplatte - dadurch als nicht
sonderlich gravierend zu bewerten ist, da der Druckpunkt exakt
definiert und die qualitative Ausführung überzeugend ist, entpuppt
sich der IR-Controller aus verschiedenen Gründen als Quelle von
vermeidbaren Ärgernissen, denn hier ist einiger Spielraum für
Verbesserungen: Die Tasten sind ebenso wie ihre Beschriftung zu klein
geraten. Zudem ist der Druckpunkt schwammig, das Ansprechverhalten
träge. Dass die Fernbedienung nicht sonderlich ergonomisch
geformt ist, kommt noch hinzu. Das ist bedauerlich, denn
das Setup ist einfach und sehr gut aufgebaut. Schnell sind die
Einstellungen für die Lautsprecher getroffen, und ebenso schnell
lassen sich Einstellungen verändern. Wer dies mit
den Tasten am Gerät tut, spart auf jeden Fall Zeit. Perfekt: Das
Display mit hochauflösender DOT-Matrix-Darstellung. Dies ist
keinesfalls selbstverständlich in dieser Preisklasse. Der
Informationsgehalt und die Ablesbarkeit sind ohne Fehl und Tadel, und
schön aussehen tut es auch noch.

Die Fernbedienung:
Hier sollte nachgebessert werden
Ton
Der Denon AVR-1602 konnte besonders bei der
Musikwiedergabe eine überdurchschnittliche Leistung erbringen. Doch
auch im Heimkinobetrieb erfüllte er die an ein Gerät seiner
Preisklasse gestellten Erwartungen ohne Einschränkungen.
Die Beobachtungen im einzelnen:
a) Filme und Filmsequenzen
Dolby Digital 5.1 Hier
erbrachte der AVR-1602 Leistungen, die den Anforderungen seiner
Preisklasse voll gerecht werden. So zeigte er bei Air
Force One - Special Edition einen guten Antritt (Chapter 8, bei
der versuchten und misslungenen Landung der Air Force One, Chapter 25,
Explosion des Tankflugzeugs), die Effektkulisse gefiel durch ihren
differenzierten Aufbau. Hier, bei diesem tonal überdurchschnittlichen
Film, fallen aber auch die Unterschiede zu teureren AV-Receivern ins
Auge, die mit noch höherer Antrittsstärke und einem noch exakter
dargestellten Hochtonbereich aufwarten können. Doch in Anbetracht des
Einstiegspreises geht das Ergebnis voll in Ordnung, zumal der Music
Score sehr gut eingearbeitet ist und die Stimmwiedergabe durch
natürliches Volumen und eine angenehme Charakteristik ihren Teil zum
prima Gesamteindruck beiträgt. Leistungsmangel herrscht nie, so dass
mit dem AVR-1602 rund 20 bis 40 Quadratmeter große Hörräume gut
beschallt werden können. Der Heimkino-Freund kann sich auch durchaus zwei Filme
hintereinander in höheren Lautstärken anschauen, erst nach mehrstündigem Dauereinsatz unter weniger
günstigen Bedingungen (hohe Lautstärke, hohe Raumtemperatur) lassen
die Endstufen leicht nach. Ein wirklich gutes Resultat. Dass er
in guter Form ist bewies uns der Denon mit seiner guten
Performance bei "The World Is Not Enough": Sehr gut der der
Überschlag-Sprung von Bond im Rennboot in Chapter 3, der mit exakter
Effektpositionierung wiedergegeben wurde, die gebotene Dynamik war
tadellos. Das Klangbild erschien harmonisch, auch der Music Score kam
nicht zu kurz und erklang mit ordentlicher räumlicher Weite über
alle Kanäle (Beispiel: Bei "The World Is Not Enough"
der Beginn von Chapter 9). Nur im Punkt Detailgenauigkeit (z.B. bei der
Einarbeitung von Umgebungsgeräuschen) merkt man auch hier wieder, dass teure
Geräte einen noch mehr ins Geschehen versetzen, genauso ist noch mehr
Punch bei heftigen Explosionen vorhanden. Mit dem vom Denon AVR-1602
kann man aber gut leben, vor allem, wenn der Hörraum nicht allzu
groß ausfällt (dann macht auch der Kampf Bonds mit den motorisierten
Gleitschirm-Jägern/Chapter 10 richtig Spaß). Demjenigen, der den
Begriff "Heimkino" sehr wörtlich nimmt, sollte aber ein
größerer Bolide ans Herz gelegt werden.
Auch Mumien kann der
AVR-1602 recht gut wieder zum Leben erwecken: Mit einem sehr
räumlichen Klangbild bereitet der Receiver das Geschehen von "The
Mummy" einwandfrei auf. Hier kann übrigens auch PLII Movie seine
Qualitäten unter Beweis stellen: Mit einer Wiedergabe, die
erstaunlich nahe an echtem 5.1 liegt. Natürlich, die Gewalt der
Effekte ist unter 5.1-Level, ebenso der Effektaufbau und das Volumen
des Klangbilds - trotzdem: Die gebotene Dynamik, besonders auf den
Surroundkanälen, die ja im Gegensatz zu PL I nicht in der Bandbereite
(7 kHz bei PL I) limitiert sind, ist überraschend gut.
DTS 5.1: Die DTS-Version von
"U-571" brachte der AVR-1602 druckvoll und mit einem guten
Aufbau zum Zuhörer. Die mannigfaltigen Explosionen gab mit
einem großen Volumen wieder. Selbst die Integration auch kleinerer
Umgebungsgeräusche, die bei diesem Film mit zum Spannungsaufbau
gehören, kann man als gut gelungen bezeichnen, dies zeugt von der guten Qualität der
verbauten Baugruppen. Die Stimmen waren tadellos integriert, der Klang
natürlich. Diese Beobachtungen lassen sich auch auf den
Ausschnitt des Zeichentrick-Weltraum-Abenteuers "Titan A.E."
auf der 5. DTS Demo-DVD übertragen, wo der Denon mit einer exakten
Effektabbildung und einem voluminösen Bassbereich auftrumpfen konnte. Wuchtig - so
kann man das Spektakel bei "The Lost World" sehr gut
umschreiben, denn der AVR-1602 ließ es auf der Dino-Insel richtig
rundgehen und brachte die von verschiedensten Geräuschen geprägte
Klangkulisse gut zum Zuhörer hinüber. Dabei hätte nur die
Integration kleiner Hintergrundgeräusche mit noch mehr Liebe zum
Detail erfolgen können, die "Essentials" gab der Denon ohne
jeglichen Grund zur Klage wieder.
b) Musik
Dolby Digital 5.1:
Bei "VH1 - Divas Live" überzeugte der Denon mit einer sehr
natürlichen Stimmwiedergabe, die die der Sängerin jeweils eigene
Charakteristik fehlerfrei herausarbeitet, so bei Maria Carey und
Gloria Estefan. Die Instrumentalbegleitung präsentiert sich sehr
passend aufbereitet und ist außerordentlich
gelungen: Die Detaillierung ist ebenso hoch wie die Gesamtharmonie, so
dass das Live-Gefühl sehr gut transportiert werden konnte. Richtig krachen ließ es der AVR-1602 bei der
House-DVD von Nick Warren: Hier konnte der AV-Receiver mit seiner
Dancefloor-gerechten Wiedergabe punkten, die Leistungsfähigkeit der
Endstufen überzeugte, und das Klangbild wirkte sehr homogen.
DTS 5.1: Die
Mahler-Symphonie auf der dritten DTS-Demo-DVD ist von beeindruckender technischer
Qualität, weil gerade auch feinste Klangfiguren plastisch herausgearbeitet
werden und auch kleine klangliche Nuancen nicht stiefmütterlich
behalndelt werden. Für eine 48 kHz 24-Bit-Aufnahme mit
verlustbehafteter Komprimierung überzeugt das Ergebnis immer wieder.
Bei diesem Stück können Verstärker oder Receiver zeigen, dass sie nicht nur die Muskeln spielen
lassen können, sondern auch in der Lage sind, Details akkurat
herauszumodellieren. Obwohl der AVR-1602 preislich in bürgerlichen Sphären schwebt,
gelang ihm die Wiedergabe des Musikstücks
überraschend gut. Eine hohe musikalische
Gesamtharmonie konnte herausgehört werden, besonders auffällig: Der
runde, angenehm voluminöse Basseinsatz. Nur die Choralstimmen,
schwierig in Perfektion wiederzugeben, klangen etwas zu verwaschen.
Dafür sorgte der AVR-1602 mit seiner wirklich ausgezeichneten
Einarbeitung des Horns für eine große Überraschung: Sehr natürlich
und nie blechern brachte der Receiver dieses nur schwer korrekt
darstellbare Instrument mit viel Esprit zum Ausdruck.
Dass dem AVR-1602 Blasinstrumente
liegen, zeigte sich auch beim Abspielen der DTS 5.1-CD von
Tschaikowskys 6. Symphonie: Auch hier klangen die Bläser nie zu
blechern, sondern schön rund und völlig verzerrungsfrei. Eine
beachtliche Leistung, ebenso wie der angenehm klingende
Oberbassbereich, der mit für den Eindruck eines kompletten, sauberen
Klangbilds sorgt. Der Höhenbereich ist minimal zurückhaltend
ausgelegt, überzeugt aber mit einer gelungenen, differenzierten
Abstufung. Folge: Ein nie aggressives, sondern stets angenehmes
Klangbild. Die teils heftigen Dynamiksprünge meisterte der Receiver
gut, wenngleich hier teurere Receiver mit noch geschmeidigerem Antritt
merkbar überlegen sind.
Audio-CD: Bei Bachs Orgelwerken (Im 4D-Verfahren aufgenommene CD), gespielt von
Simon Preston, schlägt sich der AVR-1602 ausgezeichnet (im PLII
Music-Modus), obwohl bei den zahlreichen Stücken
durchaus Kandidaten dabei sind, die auch einem weitaus teueren Verstärker oder Receiver
das Leben
schwer machen können. Der Grund liegt im unglaublichen musikalischen Variantenreichtum
einer großen Kirchenorgel: Der Frequenzumfang ist groß, und manche
Register liegen unmittelbar nebeneinander, was beim Anhören dann zum
"Verwischen" einzelner Töne führen kann. Der AVR-1602 nahm
es aber gelassen mit den Orgelwerken auf, das Ergebnis konnte
vollkommen überzeugen. Auffällig war, wie prima Dolby ProLogic II
mit der CD harmonierte. Ein natürliches, nicht übertriebenes
Hallverhalten, gepaart mit einer beachtlichen musikalischen
Präzision, dürften dem Liebhaber klassischer Musik gefallen. Der
Receiver bot bei allen Stücken auf der CD, die zum Test herangezogen wurden, ein ausgeglichenes und
homogenes Klangbild.
Selbst bei Fugen und Preludes, die bewusst ausgewählt worden waren -
denn dort ist es schwierig, alle Stimmen der Orgel in hoher Präzision darzustellen - gab
sich das Gerät keine Blöße, auch Zwischentöne wurden gut
herausgearbeitet. Wichtig bei der PLII-Wiedergabe ist die
richtige Einstellung: So sollten mittels der "Center
Width"-Funktion Klanganteile vom Center zu den Hauptlautsprechern
geleitet werden, um eine unnatürliche Dominanz des
Mittenlautsprechers zu unterbinden. Den Center ganz aus der Kette zu
nehmen, empfiehlt sich in Anbetracht räumlicher Homogenität aber
auch nicht. Im Abgleich mit den individuellen räumlichen Bedingungen
und dem eigenen Hörempfinden sollte jeder PLII-Interessierte hier im
Selbststudium seine bevorzugte Justage ermitteln. Auf jeden Fall
eignet sich der AVR-1602 auch für die Privatparty: Je nach Gusto im
5-Kanal-Stereo-Modus oder in der PLII-Music-Betriebsart überzeugt der
Receiver bei der Wiedergabe bass- und effektstarker Techno-Musik mit
guten Leistungsreserven und einer kraftvollen, dynamischen
Wiedergabe.
Im Stereobetrieb erfüllt der
AVR-1602 die Erwartungen, die an ein Gerät dieser Preisklasse
gerichtet werden, voll und ganz: Ein homogenes und ausreichend exaktes
Klangbild, die leicht warme Klangfarbe ist äußerst angenehm. Der
Stereo-Liebhaber dürfte nur ein wenig Transparenz im Hochtonbereich
und Präzision beim Übergang Mitten-/Oberbassbereich vermissen.
Fazit für die Musikwiedergabe:
Der Denon AVR-1602 vollbringt hier sein Meisterstück. Mit einer
exzellenten Präzision und einem natürlich-luftigen Gefühl der
Räumlichkeit bietet der "kleine Denon" eine nicht nur gute,
sondern überragende Leistung. So frei und klar spielte bislang noch
kein Receiver in dieser Preisliga auf. Hier muss der AVR-1602 auch
keinen Vergleich mit manchem teureren Gerät scheuen, denn selbst im
kritischen Hochtonbereich zieht der AV-Receiver alle Register seines
Könnens. Sicherlich, hier wäre bezüglich der Detaillierung noch
mehr drin, aber Geräte, die dies auch realisieren, spielten preislich
in einer ganz anderen Liga.
Fazit
Denon ist mit dem neuen Einstiegsmodell ein rundherum guter
Wurf gelungen. Während der AVR-1602 in der Disziplin Heimkinoklang
das heute in dieser Klasse gebotene Niveau problemlos erreicht,
schlägt bei der Wiedergabe mehrkanalig aufgenommener Musik sowie beim
Einsatz von Dolby ProLogic II beim Anhören herkömmlicher Audio-CDs
die große Stunde des "Newcomers": Klar, harmonisch und mit
beachtlicher Detaillierung wird insbesondere klassische Musik
überdurchschnittlich gut wiedergegeben. Das beschert dem Gerät
Spitzennoten in dieser Disziplin, zumal auch die Wiedergabe
bass- und effektstarker Techno-Musik prima gelingt und sich der
AVR-1602 damit als musikalisches Multitalent empfiehlt. Der
Stereoklang fällt da etwas zurück, erreicht aber immer noch ein
gutes Niveau und ist sogar besser als beim
AVR-1801. Die Verarbeitung ist sehr gut, die Ausstattung
praxisgerecht, auch wenn durchaus noch mehr digitale
Anschlussmöglichkeiten zur Verfügung stehen könnten. Nicht ganz
überzeugend: Die Fernbedienung. Die Qualität des Teils ist ebenso
bescheiden wie der Bedienkomfort. Die Ergonomie ist
verbesserungswürdig, die Tasten sind zu klein, das Gleiche gilt auch
für die Beschriftung. Überhaupt sollte das Bedienkonzept vereinfacht
werden, denn auf der Gerätevorderseite befinden sich entschieden zu
viele Knöpfe. Doch das kann den Gesamteindruck kaum schmälern: Der
AVR-1602 überzeugt durch exzellente Qualität zum fairen Preis und
wird sicherlich viele Liebhaber finden.
Tadelloser
Mittelklasse-Receiver mit Top-Musikklang

Mittelklasse
Pro & Contra
 |
Exzellente musikalische Qualitäten |
 |
Sehr guter Kinoklang |
 |
Praxisgerechte Ausstattung |
 |
Sehr gute Verarbeitung |
|
|
 |
Anschlussvielfalt nur befriedigend |
 |
Fernbedienung verbesserungswürdig |
Technische Daten
- AV-Receiver mit Dolby Digital- und DTS-Decoder sowie Dolby ProLogic II
- 5 x 100 W (6 Ohm, 1 kHz, 0,7 % Klirr)
- 96 kHz/24-Bit D/A-Wandler
- Eingänge digital: 1 x optisch, 1 x koaxial, Ausgang digital: 1 x optisch
- Eingänge analog Audio: 6 x Zweikanal-Cinch, 1 x Sechskanal-In, Ausgänge analog Audio: 2 x Rec-Out, 1 x Subwoofer-Pre-Out
- Eingänge Video: 4 x Composite, Ausgänge Video: 2 x Composite
- DSP-Modi: 5-Kanal Stereo, Rock Arena, Jazz Club, Mono Movie, Matrix, Video Game, Virtual Surround
- Cinema Equalizer
- Personal Memory Plus: Merkt sich die jeweiligen zuletzt verwendeten Surround-Einstellungen einzelner Programmquellen
- RDS-Tuner mit 40 Stationsspeichern
- Vorprogrammierte Systemfernbedienung
- Abmessungen ( B x H x T in mm): 434 x 147 x 417, Gewicht 9,8 kg
- Farbe: schwarz
- Erhältlich ab: Ende August 2001
- Preis: 449 Euro (878 DM)
Test: Carsten
Rampacher
20. August 2001
HOME
> HARDWARE-TESTS > ZURÜCK
<
|