Test: Denon AVC-A1SE mit Upgrade

 

Es ist nicht einfach, ein herausragendes Gerät noch besser zu machen - aber die Zeit bleibt vor allem im schnelllebigen Heimkino-Geschäft nicht stehen, und so nagte der Zahn der Zeit selbst am monumentalen Denon-Topliner AVC-A1SE. Doch Denon wäre nicht Denon, wenn nicht rasch die entsprechenden "Refreshing-Maßnahmen" in Angriff genommen worden wären. Diese bestanden aber nicht lediglich darin, dem AVC-A1SE einen nochmals besseren Nachfolger vorzusetzen - auch die Kunden, die bereits viel Geld in den Kauf des AVC-ASE investiert haben, kommen größtenteils in den Genuss der neuen Features: Für den AVC-A1SE bietet Denon ein umfangreiches Upgrade an, das als Highlight neben der neuen digitalen Verbindung zum Transport großer Datenmengen (Denon Link) auch die brandneuen, mit gigantischer Rechenpower versehenen Analog Devices Sharc Hammerhead DSPs (1 DSP für die DTS/DD-Decodierung, 1 DSP für die THX Nachbearbeitung). Diese blitzschnellen High End Chips haben nur noch einen Bruchteil der Größe der AD Sharc Prozessoren des AVC-A1SE ohne Upgrade. Die beiden Hammerhead"-DSPs  mit zusammen 200 mips (2 x 100 mips) Leistung (zum Vergleich: AVC-A1SE ohne Upgrade 88 mips (2 x 44 mips), AVC-A11SR 122 mips (2 x 66 mips) ) stellen sicher, dass der upgegradete AVC-A1SE offen für zukünftige neue Tonformate ist. Mit 899 EUR ist das Upgrade zwar nicht ganz preiswert, dafür bekommt der Kunde aber auch eine Menge geboten. Im folgenden Test werden die einzelnen Funktionen des Upgrades erläutert, direkt im Anschluss sind unsere Eindrücke bei fast allen Features aus der Testpraxis nachzulesen. So hat der potentielle Interessent die Möglichkeit, praktisch alle relevanten Ausstattungsmerkmale einordnen zu können - schließlich möchte man bei einer Investition von 899 EUR, für die man schon gar nicht mal schlechte komplette AV-Receiver kaufen kann, wissen, ob die Neuerungen von derartigem Mehrwert sind, dass sich das Geld fürs Upgrade lohnt.

Das Testequipment:

 

Die getesteten Features des upgegradeten AVC-A1SE: 

  • DTS 96/24: Hier bot der AVC-A1SE mit Upgrade eine hervorragende Leistung.  Uns lag eine Queen-DVD in diesem Format vor,  und zwei Dinge überraschten: Zum einen muss man vor den DTS Tontechnikern den Hut ziehen, denn zunächst war die Skepsis, was das DTS Remastering bei derart alten Aufnahmen überhaupt bringen soll, groß. Doch das Ergebnis überzeugt, dass der Raumeindruck gut ist, verwundert aber noch nicht einmal am meisten. Nein, es ist die wirklich ordentliche Transparenz im Hochtonbereich und die gute Wiedergabe auch  diffizil darstellbarer Instrumente und Stimmen: So klang das Piano beim Klassiker "Bohemian Rhapsody" erstaunlich feinfühlig, ebenso war die Stimmdarstellung keinesfalls, wie ursprünglich erwartet, eher muffig, sondern frisch und lebendig. Zum anderen bewies auch der AVC-A1SE wieder seine beeindruckenden Fähigkeiten bezüglich der Feindarstellung, und so ertönen die berühmten Queen-Songs tatsächlich in einer Qualität, die den "mittendrin-statt-nur-dabei"-Effekt auf hohem Niveau kultiviert. Exzellent hörte sich die DVD im neuen THX Ultra II Music Mode an, mit einer ausgezeichneten Raumwirkung und einer trotzdem sehr guten Präzision konnte ein guter Kompromiss gefunden werden. Nur derjenige, der an eine höchst präzise, im Hochtonbereich kristallklare Stereo-Wiedergabe gewohnt ist, wünscht sich in Bezug auf die Einarbeitung kleinerer Details noch mehr Prägnanz. Dafür, dass mittels THX Ultra II Music aber ein eigentlich für die Heimkino-Klangwiedergabe optimiertes Lautsprechersystem nun auch für Musik eingesetzt werden kann, sind die Wiedergabequalitäten ausgezeichnet. 
  • Dolby ProLogic II inklusive aller Einstellmöglichkeiten im Music Mode (Dimension Control, Center Width Control, Panorama Mode). Hier ist Denon eine meisterhafte Integration gelungen. Besser klingt momentan kein Gerät im PLII Modus. Mittels der Möglichkeit, für die Frontlautsprecher, den Center, die Surround-Lautsprecher, den Back Surround-Lautsprechern und dem Subwoofer Bass und Höhen jeweils getrennt einstellen zu können, kann die Wiedergabe weiterhin optimiert werden. Aber schon in der Werkseinstellung begeistert der AVC-A1SE mit einer großartigen Räumlichkeit und einem exzellenten, druckvollen, aber niemals unpräzisen Bass. In dieser bislang ungekannten Qualität zeigt sich, dass PLII genug Potential besitzt, um mit dem überragenden Logic 7 gleichzuziehen, welches bezüglich des Fehlens von Klanglöchern aber nochmals ein wenig dichter ist (im 7.1-Modus). Also ein großes Lob an die Denon-Techniker, der AVC-A1SE kann mit dieser Auslegung sogar eingefleischte Stereohörer vom Nutzen der PL II-Wiedergabe überzeugen: Carl Orffs "Carmina Burana" begeisterte mit einem bis dato bei PLII unerreichten Gefühl natürlicher räumlicher Weite, der produzierte Hall wirkt real und nicht künstlich-übertrieben. Für die Darstellung effektgewaltiger Techno- und Dancemusik, um auch den "anderes interessierten" Musikfreunden gerecht zu werden, eignet sich PLII Music genauso wie für das richtige Rüberbringen von Rockmusik (Bon Jovi: Keep The Faith). Um bei Live-Aufnahmen den Bühneneffekt möglichst originalgetreu in den Hörraum zu transportieren, empfiehlt es sich, die Dimension Control so einzustellen, dass den Frontlautsprechern mehr Volumen zugeordnet wird. Wie die Center-Front-Balance (Center Width Control) eingestellt werden sollte, hängt von drei Faktoren ab: 1. Vom persönlichen Hörempfinden. Manche mögen lieber eine weniger räumlich präzise (Stimmen sollten eigentlich ja aus der Mitte, also aus dem Center kommen, wenn der Sänger in der Mitte der Bühne steht), dafür weitläufigere Wiedergabe. Dann ist es empfehlenswert, die Center Width Control mit mehr Schwerpunkt auf den Frontlautsprechern einzustellen und den Center nur in abgeschwächter Form mitlaufen zu lassen. 2. Von der Güte des Center-Lautsprechers. Bei einem Center-Lautsprecher, dessen Gehäusevolumen keine außerordentliche Größe und dessen Frequenzgang keine außergewöhnlichen Qualitäten aufweist, ist es einem stimmigen Klangbild nicht eben zuträglich, wenn dieser Center deutlich betont wird. Leider messen dem Centerlautsprecher noch lange nicht alle Heimkinofans die ihm angemessene Bedeutung bei. Wird ein entsprechend hochwertiger Centerlautsprecher verwendet, kann dieser natürlich zentral von vorn kommende Stimmen mit dem entsprechenden Volumen und Feingefühl wiedergeben. Bei unseren Tests mit einem großvolumigen Mirage MC-2 Center war das Ergebnis bei Stimmen, die zentriert von einer virtuellen Bühne kamen, ausgezeichnet, wenn der Centerspeaker hörbar mitlief - die räumlichen Verhältnisse waren so sehr real. 3. Natürlich kommt es auf die Abmischung und die Art der Software an (Verteilung der Stimmen- und der Instrumental-Anteile, Live-Konzert oder Studio-Aufnahme) - auch hiernach sollte sich die Einstellung richten.  
  • THX Ultra 2 inklusive THX Postprocessing für DTS ES Discrete 6.1 und Dolby ProLogic II und THX Music. Die Funktionsweise: THX Ultra II ist in folgende Variationsmöglichkeiten aufzuspiltten: Zunächst einmal gibt es das Post Processing nun auch für DTS ES Discrete 6.1. Wenn die Auto Flag Detection auf "On" geschaltet ist, erkennt der ACV-A1SE, wie schon bekannt, das diskrete Signal auf dem Back Surround Kanal. In dieser Einstellung, Displayanzeige "DTS ES Discrete + THX" arbeitet der AVC-A1SE mit der zusätzlichen Nachbearbeitung für den diskreten Back Surround-Kanal. Die beiden Modi "THX Ultra II Cinema" oder "THX Ultra II Music" sind bei dieser Einstellung. Also im Falle der Nachbearbeitung eines diskreten Back Surround Signals, nicht aktivierbar. In Dolby Digital EX oder in Dolby Digital EX mit THX Nachbearbeitung codierte Software wird weiterhin am besten in THX Surround EX wiedergegeben, soll sie klanglich möglichst nah an der Vorlage liegen. Da jedoch nur die allerneusten DD 5.1 EX DVDs ein funktionierendes Auto Flag Detect an Bord haben, muss bei älteren DD 5.1 EX DVDs die Back Surround Matrix, wie schon bekannt, manuell aktiviert werden.  Die neuen THX Ultra Modi sind für die entsprechende Aufbereitung von Dolby Digital- oder DTS 5.1-Tracks gedacht, das heißt, 5.1-DVDs mit entsprechend reichhaltiger Surround-Soundkulisse können so optimal in 7-1-Konfiguration wiedergegeben werden. Der AVC-A1SE zeigt mit der neuen THX Ausstattung Referenzqualitäten, die ihn auf eine Stufe mit dem Pioneer VSA-AX10 stellen. Das Beeindruckende an der Vorstellung des AVC-A1SE ist vor allem, was der Verstärker aus herkömmlichen Dolby Digital- oder DTS 5.1-Abmischungen im THX Ultra II Cinema Mode herausholt: Der gesamte Surroundbereich wirkt wie aus einem Guss, so dass der Eindruck einer sehr breiten, facettenreichen Klangbasis entsteht. Klanglöcher sucht man vergeblich, gerade wenn beispielsweise eintretende Wasserfluten wie in unserem Filmbeispiel "U-571" (DTS 5.1) oder auch Windböen dargestellt werden, ist eine raumfüllende Wiedergabe ohne störende Klanglöcher gewährleistet. Trotz des voluminösen Surroundklangs leidet die Präzision bei der Effektdarstellung keinesfalls. So sind die bei "U-571" durch die Meere fliegenden Unterwasser-Torpedos jederzeit exakt zu orten, die Darstellung von Split Surround-Effekten gelingt dem AVC-A1SE hervorragend, die Kanaltrennung arbeitet herausragend gut. Diese Eigenschaften lassen sich natürlich für DVDs mit Extended Surround-Ton übertragen. Bei "Star Wars Episode 1" begeisterte der AVC-A1SE im THX Surround EX Mode mit einer unglaublich realen Klangatmosphäre, die den Zuschauer wirklich mitten ins Geschehen versetzte. Dabei konnte der Verstärker mit einem sauber abgestimmten Bassbereich, der noch präziser und gleichzeitig mit mehr Volumen bereit steht, aufwarten, so dass auch in großen Hörräumen Heimkinospass der Extraklasse möglich ist. Bei "Sleepy Hollow" (DTS ES Discrete 6.1+THX Postprocessing) begeisterte der AVC-A1SE mit einer extrem guten Transparenz im Hochtonbereich, ohne dass das Resultat zu spitz oder zu aggressiv klingt. Das Surround-Klangfeld begeistert mit einer fein detaillierten Geräuschkulisse, das Volumen ist hervorragend: Gerade bei den schnellen Ritten des kopflosen "Hessen" fühlt sich der Zuhörer durch die hervorragende Mischung aus großartiger Dynamik und großem Detailreichtum mitten ins Geschehen hineinversetzt. Hier, das wird ohne Zweifel deutlich, zieht der AVC-A1SE mit dem Pioneer VSA-AX10 gleich, wenn auch die Prioritäten nicht identisch verteilt sind: Während der Pioneer eine Effektkulisse mit nochmals mehr Wucht aufbaut, zeigt der Denon die nochmals bessere Brillanz im Hochtonbereich, so dürfte es auch nicht schwierig sein, für jeden Geschmack den passenden Boliden auszusuchen. Mit seiner feinfühligen, weitläufigen Darstellung des Music Score zieht der AVC-A1SE auch bei der DTS ES Discrete 6.1-Tonspur von "Mission To Mars" alle Register seines Könnens. Auch die runde, harmonische und natürliche Stimmwiedergabe mit tadelloser Abstufung fällt hier auf. Fazit: THX in dieser Form, inklusive dem Einarbeiten des diskreten Back Surround Kanals bei DTS ES Discrete und mit dem Ultra II "Cinema"-Programm für 5.1 Software ist ein klarer Vorsprung. Wenn auch der Nutzen der bisherigen Home THX Normen nicht immer klar erkennbar war, zeigt George Lucas' Firma mit dem neuen Ultra II doch, zu was die Entwickler des Hauses fähig sind: Das Post Processing für DTS ES Discrete überzeugt durch eine hohe klangliche Harmonie bei gleichzeitigem sehr lobenswerten Detailreichtum und einem angenehm abgestimmten Hochtonbereich. Die minimal muffige Klangcharakteristik, der bei THX Ultra I durch die Höhenanpassung im Rahmen des Post Processings manchmal zu hören war, ist ist völlig verschwunden. Beeindruckend das Handling herkömmlicher DD/DTS 5.1-Tonspuren: Hier ist ein echter Qualitätsgewinn zu verzeichnen, da die Back Surround Kanäle, obwohl nicht in der Abmischung auf der DVD enthalten, exzellent aus dem vorhandenen 5.1 Material abgeleitet werden. Zu beachten ist aber, dass man sich nur Filme in 7.1 anhören sollte, deren 5.1-Abmischung auf den beiden Surroundkanälen kräftig ist: denn da die Matrix zu 50 Prozent aus dem linken und zu 50 Prozent aus dem rechten Surroundlautsprecher das Signal für den Back Surround Channel generiert, müssen genug Signalanteile auf beiden Surroundkanälen vorhanden sein, damit das Ergebnis überzeugen kann. Im Musikbetrieb ist die THX Premiere vollauf geglückt. Bei Johann Sebastian Bachs Violinenkonzert, Bachwerkeverzeichnis 1042 (Naxos DTS/DD 5.1 DVD, verwendete Tonspur DTS 5.1) konnte der Music Mode von THX Ultra II mit einer raumfüllenden, dichten und harmonischen Wiedergabe punkten. Die Präzision war auf einem erstaunlichen Niveau, auch wenn in dieser Disziplin natürlich nicht die Werte "realer" Direktstrahler erreicht werden können. Doch für die ordentliche Wiedergabe vieler Medien ist THX Ultra II eine echte Alternative: Mit diesem Feature kann man aus einer in Richtung hoher Heimkinoperformance optimieren Lautsprecheranlage erstaunliche musikalische Qualitäten herausholen.  
  • Über THX Ultra II 

    THX Ultra 2 ist die erste THX-Variante, die vollständig für digitale Heimkino-Tonnormen entwickelt wurde. Neu bei Ultra II: Die Aufteilung in Cinema- und Music Mode. Der Cinema Mode ist optimiert für die 7.1-Wiedergabe von 5.1 Material in DD und DTS (neu: ASA (Advanced Speaker Array) soll die Vorteile von Extended Surround akustisch optimal ausnutzen und alle 8 an einem EX-System beteiligten Lautsprecher optimal aufeinander abstimmen. Man kann einstellen, wie weit die beiden Back Surround Lautsprecher voneinander entfernt sind. Diese Einstellung benötigt THX Ultra 2, damit ASA richtig arbeiten kann. Zur Wahl stehen: "TOGETHER" für Abstände von unter 1,2 Metern, oder "APART" für Abstände zwischen beiden Surround Back Lautsprechern, die größer als 1,2 Meter sind. Im neuen THX Package ist auch die Erkennung und Nachbearbeitung des zusätzlichen Back Surround Kanals bei DTS ES Discrete 6.1 enthalten.  Erstmalig bei THX gibt es den oben beschriebenen Music Mode, der besonders für DTS 96/24 und  Musik-DVDs in DD 5.1 und DTS 5.1 prädestiniert  sein soll. Der Music Mode nutzt die Lautsprecher-Aufstellung eines THX EX-Systems mit zwei Surround- und zwei Back Surround-Lautsprechern, die Boxen werden jedoch anders konfiguriert als für die Wiedergabe von Heimkino-Ton: So wird die linke Surround- mit der linken Back Surround-Box zusammengeschaltet, die rechte Surround- mit der rechten Back Surround-Box- Sinn dieses Unterfangens ist es, räumlich gesehen zwischen dem jeweiligen Surround- und Back-Surround-Lautsprechers eine Phantomschallquelle zu erzeugen, deren Klangeindruck aufgrund der Position und des Abstrahlverhaltens dem Klangbild eines normalen Direktstrahlers (also der Lautsprecherart, die für die akkurate Musikwiedergabe am besten geeignet ist) ähnlich sein soll. THX will somit erreicht haben, dass über ein und dasselbe Lautsprechersystem sowohl die Musik- als auch die Kinotonwiedergabe qualitativ überzeugend vonstatten gehen soll. Neu: Die Boundary Gain Compension. Die Funktion ist für die Verwendung des Verstärkers mit einem THX Ultra 2-zertifizierten Subwoofer bestimmt und hat folgende Aufgabe: Bestimmte akustische Voraussetzungen des Hörraums (Struktur der Wände, Aufbau des Raums) sowie die Position des Hörplatzes und des Subwoofers sorgen in verschiedenen Fällen für eine störende Überbetonung der tiefen Frequenzen, so dass der Subwoofer manchem Hörer als zu dominant erscheint. Hier greift die Boundary Gain Compension ein und gleicht übermäßig starke Basstöne, die auf einem Grenzverstärkungseffekt beruhen, aus.

  • Verbesserte 192 kHz/24-Bit Audio-D/A-Wandler für alle Kanäle ( Neuer Burr Brown-D/A-Wandler PCM-1738E in Differenzialanordnung  -> neu). Die neuen Wandler sind in erster Linie für den verwöhnten Musikliebhaber von Interesse. Mit einer nochmals exakteren Darstellung des zu wandelnden Signals beweisen die neuen D/A-Konverter bei hochwertigen Musikaufnahmen ihr Können. 
  • Im Zusammenhang mit den neuen Wandlern macht sich das verbesserte AL24 PLUS Processing positiv bemerkbar: Die neueste Evolutionsstufe des Denon-eigenen Alpha-Prozessors, der digitale Signale mit makelloser analoger Wellenform wiedergeben soll, begeistert mit einer feinfühlig-dynamischen Wiedergabe von hochwertigen klassischen Audio-CDs.. Störende Quantisierungsverzerrungen werden unterdrückt, feinste musikalische Details dafür exakt herausgearbeitet. Auch DVD Audio-Material mit hohen Samplingraten lässt sich mittels AL24 aufwerten. AL24 Plus Processing funktioniert in den Betriebsarten 2-Kanal-Stereo/Direct/Pure Direct. So gerüstet, bietet der AVC-A1SE beindruckende Stereoqualitäten und schließt somit nicht nur zum bislang in dieser Disziplin einsam führenden Marantz SR-14MkII auf, sondern setzt sich nun an die Spitze. Hier hat sich der Aufwand hörbar gelohnt, der AVC-A1SE verwöhnt mit einem für einen Heimkino-Verstärker grandiosen Stereoklang. Besonders in der "Pure Direct"-Einstellung ist die Natürlichkeit des Klangs auf hohem Niveau. In dieser Disziplin bietet zwar auch der Pioneer VSA-AX10 ein sehr erfreuliches Niveau, mit nochmals mehr Esprit und Brillanz zieht der Denon hier aber leicht davon. 

  • Regelbare Subwoofer-Übernahmefrequenz: 40/60/80/100/120 Hz: Wer keine THX-zertifizierten Lautsprecher einsetzt, bei der die Subwoofer-Übernahmefrequenz gemäß dem THX Ultra-Standard mit 80 Hz vorgegeben ist (OSD-Einstellung für Übernahmefrequenz: "Fixed THX"), wird sich über die variable Übernahmefrequenz freuen. Wer hochwertige Standlautsprecher verwendet, kann die Übernahmefrequenz durchaus auf 40 oder 60 Hz  einstellen, was in der Praxis den hörbaren Vorteil hat, dass der aktive Subwoofer nicht mehr im Hörraum zu orten ist, weil er wirklich ausschließlich Frequenzen von einer derartigen Tiefe überträgt, die das menschliche Gehör nicht mehr lokalisieren kann. 
     

  • Weitere Features:

  • DENON Link: Digitale Verbindung für Gerätevernetzung untereinander via RJ-45-Stecker, 3 x so schnell wie IEEE1394 FireWire, maximale Datentransferrate 1,2 Gbps dank LVDS (Low Voltage Differential-Übertragung), damit geeignet für die digitale Übertragung von 192 kHz/24-Bit-2-Kanal sowie für 96 kHz/24-Bit -6-Kanal. Somit volle Kompatibilität zu DVD Audio. Möglichkeit, Bassmanagement und Laufzeitanpassung auch beim Abspielen von DVD Audio- oder SACD-Discs zugänglich zu machen. Übertragung erfolgt über abgeschirmte "Twisted Pair"-Kabel (STP). Passender Zuspieler: Denon DVD-A1, der demnächst bei uns zum Test antritt. Dann gibt es auch mehr zum Thema Denon Link in der Praxis. 
  • Regelbare Subwoofer-Übernahmefrequenz: 40/60/80/100/120 Hz
  • Mehr koaxiale Digitaleingänge: 5 statt 3, damit stellt der AVC-A1SE nach dem Upgrade nun insgesamt 11 digitale Inputs zur Verfügung
  • Digitaler Mehrkanaleingang (für die Zusammenschaltung von 3 bzw. 4 herkömmlichen Koaxial-Eingängen zu 6/8 getrennten Digitalkanälen
  • Die Entfernungen der Lautsprecher vom Hörplatz zur Errechnung der Delay-Time können nun auch in 1 cm-Schritten eingegeben werden. Per On Screen Menü besteht die Möglichkeit, umzuschalten: Für den ersten Richtwert wird in 10 cm-Schritten, wie schon bislang bekannt, vorgegangen, für das Feintuning dann wird in den 1 cm-Modus gewechselt. Eingestellt werden muss aber nach wie vor im On Screen Menü "von Hand", ein geniales Einpegelungs-System wie M.C.A.C.C. ((Multichannel Acoustic Calibration System) beim Pioneer VSA-AX10 hat Denon nicht integriert. Zusammen mit dem 9-Band-Equalizer für jeden einzelnen Lautsprecher ist das Pioneer-Flaggschiff, was den Komfort beim Einpegeln und die optimale Einstellung der Lautsprecher auf den Hörraum betrifft, weiterhin einsame Spitze und verweist die Konkurrenz auf die Plätze.
  • Dolby Headphone
  • Audio Delay, Einstellbereich 0 bis 200 ms, ermöglicht die Synchronisierung von Ton und Bild bei Progressive Scan Videobearbeitung. Problem bei Progressive Scan DVD-Playern und De-Interlacern: Durch die aufwändige Bearbeitung des Videosignals ist das Bildsignal gegenüber dem Audiosignal deutlich merkbar verzögert, was zu einem unschön asynchronen Bild-/Tonverlauf führt: So passt die Bewegung der Lippen der Protagonisten nicht mehr zum Ton. Genau diesem Problem kann mit dieser Funktion entgegen gewirkt werden, somit wird die passende Synchronisierung erzielt.
  • Vorbereitet für das Haussteuerungssystem PANJA (via RS232-Schnittstelle)

Fazit

Mit dem Upgrade wird der AVC-A1SE wieder zu einem absolut konkurrenzfähigen AV-Verstärker der Spitzenklasse. Brillant die Heimkino-Qualitäten mit THX Ultra II, wobei sich die mit schier unerschöpflichen Kraftreserven versehenen Endstufen mit den neuen Funktionen immer noch bestens machen. Ansonsten schließt der Denon zum Pioneer VSA-AX10 auf, wenngleich der Pioneer noch mit einem hochwertigen Videokonverter versehen ist, den der Kunde bei Denon erst mit dem neuen AVC-A1SR bekommt. Doch dieses Feature, für sich betrachtet durchaus von gewissem Wert, ist sicherlich kein Grund, gleich einen AVC-A1SR zu kaufen und den schon vorhandenen AVC-A1SE mit deutlichem Verlust zu verkaufen: Denn mit dem Upgrade begeistert der AVC-A1SE mit einem hohen Maß an Musikalität, die Kombination aus den neuen D/A-Wandlern in Differenzialanordnung und dem verbesserten AL24 Plus Processing sorgt für eine brillante Wiedergabequalität. Im Stereobetrieb markiert der AVC-A1SE nun das momentan Mögliche bei Heimkino-Verstärkern und lässt die gesamte Konkurrenz hinter sich. Das Gleiche gilt für die perfekt integrierte Dolby PLII-Wiedergabe. Hier beweist Denon, was prinzipiell bei einer optimalen Einarbeitung klanglich möglich ist und distanziert die Konkurrenz, auch den Pioneer VSA-AX10, der über keinerlei Einstellmöglichkeiten im PLII Music Mode verfügt und nicht ganz so komplett klingt. Im Vergleich zum VSA-AX10 ist der Denon das im Hochtonbereich noch feinfühligere, feiner auflösende Gerät, der Pioneer kontert mit einer nochmals gewaltigeren Wucht bei der Effektwiedergabe und dem exzellenten M.C.A.C.C. mit 9-Band Equalizer für jeden Lautsprecher. Was die Anpassungsmöglichkeiten auch an nicht perfekte räumliche Bedingungen angeht, so stellt der Pioneer in dieser Klasse das machbare Optimum dar. Auch kann der VSA-AX10 mit einer besseren (aufwändigere Benutzeroberfläche) Touch Screen Fernbedienung aufwarten. So kommt es auf die Prioritäten des Interessenten an, ob er sich für den Denon oder den Pioneer entscheidet: Die Verarbeitung, innen wie außen, ist in beiden Fällen auf Referenzniveau, ebenso die Leistungsfähigkeit der Geräte und die Einarbeitung von THX Ultra II.  

Voller Erfolg: Das Upgrade macht den AVC-A1SE in allen Belangen noch besser

Highend-Klasse

Test: Carsten Rampacher

30. April 2002 

Die aktuelle Denon Produktpalette mit vielen DVD-Playern und AV-Verstärkern sowie -Receivern

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