Megatest: Denon DVD-A1XV gegen Onkyo DV-SP1000E
Ausstattung
Natürlich wird bei solchen Topmodellen an der Ausstattung nicht
gespart. Besonders Denon hat hier praktisch alle möglichen Register gezogen und
setzt als erster Hersteller weltweit und momentan exklusiv den neuen
Highend.Videochip "REALTA" von Silicon Optix ein. Den dortigen
Experten ist es gelungen, die Highend-Video-Technologie von Profi-Anbieter Ternanex
(unter dem Markennamen "Hollywood Quality Video", kurz HQV, geführt)
auf einem Chip zusammenzufassen und so die Vorteile der 60.000 $ kostenden
Broadcasting-Plattform in einem kleinen Chip zu vereinen. Mit den
Teranex-Maschinen bereiten US-amerikanische Fernsehanstalten normales 480i
NTSC-Material auf die HDTV-Auflösungen 720p und 1.080i auf. Auf dem Chip läuft
eine Software, die die speziellen Teranex- Algorithmen enthält - der
REALTA-Chip ist somit der erste Chip, der voll programmierbar mit spezieller
Software ist. Denon lässt beispielsweise auch die DPIC-Algoritmen vom
REALTA-Chip berechnen. Die Anzahl der Rechenoperationen ist mit 1.000
Milliarden pro Sekunde extrem hoch, dadurch kann der Chip mannigfaltige
Nachbearbeitungsoptionen ausführen - Beispiele sind ein hochwertiges
De-Interlacing von 1.080i-Material auf 1.080p (dies lässt für zukünftige
Updates für den DVD-A1XV tief blicken - von Denon gibt es zu einem möglichen
1.080p-Update aber kein Statement), der 10-Bit-Diagonal-Interpolator für
artefaktefreie Progressive-Darstellung oder eine voll automatische, pro Pixel
agierende Rauschunterdrückung, die analoges Rauschen und digitales
MPEG-Rauschen drastisch reduziert. Das System arbeitet bewegungs- und
rauschadaptiv, Bildrauschen wird von bewusst rauschenden/unscharfen
Bildinhalten (z.B. Rauch oder Nebel) unterschieden, 4) HQV Detail
Enhancement - sichert eine exzellente Detailtreue, die auch normalen Quellen
mit Standardauflösung durch Nachbearbeitung herausgeholt wird. Doch der
Zauber-Chip kann noch mehr: Ein durchgängiges
10 Bit-Processing vom Ein- bis zum Ausgang. die 4:4:4 Farbverarbeitung und
der interne 10 Bit-Datenpfad ermöglichen die Darstellung von 1 Milliarde
Farben (exakt 1.074.741.824 darstellbare Farben, zum Vergleich: Mit
8-Bit-Farbverarbeitung 16,7 Millionen darstellbare Farben). Hightech
auch beim bewegungsadaptiven Deinterlacing mit pixelgenauer Materialerkennung von
Film- und Videoquellen, auch mit ungewöhnlichen Kadenzen (über die
normalen bekannten Pulldowns hinausgehend) soll es keien Probleme geben. Erkennung aller Arten von Film-
und Videomaterial ist so möglich. Auch ein Beispiel für die
Einsatzmöglichkeiten des REALTA-Chips: Die Erkennung und Korrektur von Bildfehlern für größere
visuelle Reinheit.
Für das Scaling nutzen Onkyo wie auch Denon spezielle
Bausteine. Denon vertraut auf einen DVDO/Anchor Bay 10-Bit-Scaler, Onkyo verbaut
ein OPlus FlexScale-Produkt. Wie sich später in der Bildwertung zeigen wird,
sind beide Scaler über jeden Zweifel erhaben und bieten eine gestochen scharfe
und sehr detailreiche Bildqualität praktisch ohne Rauschen. Im Vergleich wirkt
echtes HDTV-Material nur noch eine Spur plastischer und detailreicher.
Selbstverständlich sind bei beiden Geräten auch Video-EQs an
Bord. Der Onkyo bringt jeweils drei Speicherplätze für Interlaced- und
Progressive-Settings mit, der Denon belässt es bei insgesamt 5
Speicherplätzen. Damit wären die ausstattungsbezogenen Vorteile des
Onkyo-Video-EQs jedoch bereits aufgezählt, denn von nun kann kann nur noch der
Denon punkten: Sein Video-EQ ist auch auf die digitalen Ausgänge HDMI und DVI
wirksam, während der Onkyo-EQ nur bei analoger Verbindungsart die Arbeit
aufnimmt. Ebenfalls glänzt der Denon mit umfangreichen Möglichkeiten zur
Gammakorrektur, hier kann man eine komplette Gammakurve einstellen.

Denon mit einstellbarer Gammakurve

5 Bildspeicher bietet der DVD-A1XV

Video-EQ des Onkyo für den Interlaced-Betrieb

Video-EQ des Onkyo für den Progressive-Betrieb
Und der glanzvolle Auftritt des Denon geht weiter: Während der
Onkyo lediglich über einen Schärferegler verfügt, der den gesamten
Bildfrequenzbereich abdeckt, kommt der DVD-A1XV mit getrennten Reglern für
mittlere und hohe Frequenzen. Doch das ist noch lange nicht alles zum Thema
Bildschärfeoptimierung, denn hinter dem Menüpunkt "Enhancer"
verbirgt sich Denons Bildoptimierer DPIC mit 10-Bit-Arbeitsweise. Denons
Bildverbesserer nimmt sich der Konturen der Objekte, die auf dem
Bildwiedergabegerät gezeigt werden, nachdrücklich an. Anhand von 9 Pixeln
wird der Einfluss einer Korrektur auf einen einzigen zu korrigierenden
Bildpixel untersucht - mit anderen Worten: Es findet eine Analyse des
Umfeldes statt, um das zu verbessernde Element nicht nur zur besseren
Hervorhebung nach zu bearbeiten, sondern, was für ein homogenes Gesamtbild
wichtig ist, auch wiederum harmonisch ins Gefüge zu integrieren. Die
Analyse- und Korrekturarbeit von DPIC umfasst mehrere Parameter: Das System
erkennt und bearbeitet die Pixel horizontal, vertikal und diagonal, um die
Anpassung und den Effekt zu optimieren. Das Resultat des Aufwands: Im
Gegensatz zu herkömmlichen Picture-Enhancern, die eine gesteigerte Bildschärfe
oft mit einer verminderten visuellen Natürlichkeit erkaufen, bietet DPIC
durch die nahtlose Integration des Pixes in seine "Umwelt" eine
nach wie vor hohe Natürlichkeit des Bildes. Die Verwendung
verschiedener aufwändiger Algorithmen für Helligkeits- und
Farbsignale sowie eine effiziente Rauschunterdrückung helfen, ein
sichtbares, überzeugendes Ergebnis zu ermöglichen. Möchte man die
Bilddaten auf analogem Wege aus dem Player herausführen, bieten beide Modelle
mit 216 MHz/14-Bit D/A-Videowandlern die momentan aktuellste Technologie. Denon
jedoch setzt gleich zwei dieser teuren Wandler ein, einer arbeitet für die
Progressive- und einer für die Interlaced-Sektion. In der Firmensprache heißt
dies D.D.S.C., "Dual Discrete Video Circuit".
Auch, was die aktive HDMI-Version angeht, ist der Denon im
Vorteil, denn er bietet mit HDMI 1.1 bereits den Standard, der für die
Multichannelwiedergabe von DTS und Dolby Digital Bitstream geeignet ist.
Ebenfalls gibt es mit Denon Link ein weiteres digitales
Audio-Highspeed-Interface, mit dem jedoch lediglich (neben den üblichen
Tonnormen 2-Kanal PCM, DD, DTS Bitstream) nur DVD-A-Signale übertragen werden
können. Bereits seit langer Zeit wartet Denon auf die SACD-Freigabe. Denon Link
vertraut auf eine kontinuierlichen Datenfluss und nicht, wie i.link, auf das
Versenden von Datenblöcken, dies schlägt sich laut Denon in einer besseren
Qualität nieder. Bei den Audiobausteinen vertrauen beide Anbieter auf extrem
hochwertige D/A-Wandler, allesamt in 192 kHz/24-Bit Ausführung. Während Denon
Burr Brown-Konverter einsetzt, verwendet Onkyo Bausteine von Wolfson. Beide
sollen mit höchster Präzision eine audiophile Klangqualität
sicherstellen.
Beide Highend-Player weisen verschiedene, für den jeweiligen
Hersteller typische Technologien auf. Der Onkyo setzt so auf VLSC (Vector Linear Shaping
Circuitry).
Konventionelle D/A-Wandlungsmethoden reduzieren zwar digitales Rauschen während des Umwandlungsprozesses, aber sie können auftretende Störgeräusche nicht komplett entfernen.
Daher hat Onkyo ein eigenes System entwickelt, um dieses Problem zu lösen:
Es hört auf den Namen VLSC (Vector Linear Shaping Circuitry) und nutzt eine
spezielle D/A-Konversation, bei der die Datenwandlung zwischen Sampling-Punkten
erfolgt. Diese beiden diskreten Punkte werden in Echtzeit mit analogen Vektoren verbunden, um eine geglättete Wellenform auszugeben. Das Ergebnis ist ein praktisch rauschfreies, geglättetes analoges Signal, basierend auf der digitalen Quelle.
Auch wenn bei solchen Feature-Beschreibungen oft viel Effekthascherei
vorhanden ist: VLSC funktioniert wirklich gut, was sich schon anhand
verschiedener Onkyo-DVD-Player und AV-Receiver nachvollziehen ließ. Die
Signalreinheit und -klarheit war überzeugend. Auch Onkyo-spezifisch
ist die "Dual Direct Digital Path“-Technologie.´Während in günstigeren DVD-Playern ein kostengünstiges PC-Board-Kupferkabel eingesetzt wird, um das digitale Audiosignal zu transportieren, verwendet Onkyo beim DV-SP1000E ein reines, extrem starkes und sorgfältig abgeschirmtes Kupferkabel zur direkten Ausgabe von digitalen Bitstream- und PCM-Signalen von der Disc zum Anschlussterminal auf der Geräterückseite. Dieser direkte Signalweg und die aufwändige Schirmung schützten das Audiosignal gegen potenzielle Störungen, die von in der Nähe liegenden Mikroprozessoren und dem Netzteil ausgehen können. Wenn
der optische oder den koaxialen Digitalausgang angewählt istr, um Dolby Digital, DTS und andere Tonformate zum kompatiblen Receiver zu senden, steht
ein Tonsignal von höchstmöglicher Reinheit zur Verfügung - wobei
hinzugefügt werden muss, dass der angeschlossene AV-Verstärker oder
-Receiver dann hochwertige D/A-Wandler mit an Bord haben sollte, um das
hochqualitative angelieferte digitale Signal entsprechend sorgsam zu
konvertieren.
Der Denon bietet nicht minder aufwändige Technologien, im
Gegenteil: So wird eine bis zum separaten Stereoausgang komplett bestückte,
eigenständige Stereoplatine verbaut. Das Denon-eigene Advanced AL24
Processing erzeugt Audio-Daten mit 24 Bit-Auflösung und einer
maximalen Up-Sampling-Rate von 192 kHz, was gerade herkömmliche Audio-CDs
wirksam aufpoliert. Zwei PCM 1792 D/A-Wandler von Burr Brown betreibt Denon auf der
Stereoplatine im besonders präzisen Doppel-Differential-Modus. Damit der
DVD-A1XV auch hochwertigen CD-Playern klanglich Paroli bieten kann, kommen
in der Ausgangsstufe ausschließlich strengstens selektierte Bauteile zum
Einsatz. Ebenfalls hochgesteckte Ziele verfolgen die Audio-Ingenieure
bei der Multichannel-Wiedergabe. Auf der zweiten Audio-Platine garantieren
die Denon-Technologie AL24 Plus Processing sowie drei in einer
Differentialanordnung betriebene Burr-Brown-Wandler vom Typ PCM1792 auf
allen sechs Kanälen detailgenau aufgelöste Analogsignale.
Auch erlaubt der DVD-A1XV die DVD-Audio- und SACD-Wiedergabe mit vollständigem
Bassmanagement und Laufzeitanpassung. Wenn man SACD-Signale mit der
Laufzeitanpassung bearbeiten möchte, dann findet eine Wandlung vom
SACD-Format DSD /Direct Stream Digital in PCM (Pulse Code Modulation) statt,
denn im SACD-Standard ist ein Time Alignment nicht vorgesehen. Wer es lieber
"pur" mag, kann im OSD die betreffenden Einstellungen anwählen
und eine Direktausgabe der SACD-Signale realisieren. Die verwendeten
hochwertigen D/A-Wandler verarbeiten auch DSD direkt. Der Onkyo DV-SP1000E
kann hier nicht mithalten und offeriert lediglich ein Bassmanagement für DVD-A
und für SACD. Auch geriet das Lautsprechersetup des Denon umfangreicher, so
kann man sogar sehr präzise die Subwoofer-Übernahmefrequenz einstellen. Beide
Player bringen ein THX Ultra-Zertifikat mit, was die Performance, die in den
Spitzenmodellen steckt, ebenfalls dokumentieren soll. Unsere Bilanz: Der
Ausstattungsmeister heißt Denonb DVD-A1XV - mehr Umfang geht praktisch nicht
mehr.
Bewertung: 1. Denon, 2. Onkyo
Bedienung

Die Onkyo-Fernbedienung (links) überzeugte uns mehr in Bezug
auf den Bedienkomfort
Hier kann der Onkyo mit seiner besseren Fernbedienung punkten,
vor allem bei der Navigation ist der Joystick sehr hilfreich. Die Reaktionen auf
Fernbedienungsbefehle sind beim DV-SP1000E schneller, der Denon reagiert
träger, mit leichter Verzögerung (was auch an den Tasten mit leicht teigigem
Druckpunkt auf der FB liegt), und auch die Navi-Steuerung arbeitet mit weniger
Präzision. Das Kapitel Springen erfordert beim Denon zu viel Geduld, wer es zu
schnell angeht lässt, wird vom "Funktion nicht erlaubt"-Symbol auf
dem Bildschirm ausgebremst. Diese Schwächen kennt der Onkyo nicht, er verwöhnt
mit sehr schnellem Kapitelsprung. Störend jedoch: Der Onkyo beginnt
nach Einlegen nicht automatisch mit der DVD-Wiedergabe, sondern stoppt
zunächst. Der Denon beginnt sofo rtmitderWiedergabe.BeideKontrahenten
glänzen mit leicht bedienbaren Bedienelementen auf der Gerätefront. Die
grafischen Menüs sind in keinem Fall ein Ruhmesblatt. Ganz gleich, ob Denon
oder Onkyo, die Schrift und auch die sonstige grafische Aufmachung wirken arg
einfach. Wer sich einmal mit der Bedienlogik vertraut gemacht hat, kann, auch
wiederum aufgrund der bereits oben beschriebenen Faktoren, den Onkyo noch
schneller bedienen als den Denon. Durch das Aufleuchten einer roten LED wird
praktischerweise beim DV-SP1000E auch angezeigt, dass ein Befehl von Seiten der
Fernbedienung ausgeführt wurde. Daher lautet hier das Fazit: Onkyo
schlägt Denon. Bewertung: 1. Onkyo, 2. Denon
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