Test: Denon AVR-2106 (2/2)
04.08.2005 (cr)
Anschlüsse

Nur eine HDMI-Schnittstelle wird vermisst: Rückseite des
AVR-2106

Drei Komponenten-Eingänge mit 100 MHz Bandbreite:
Hochwertiges Anschlussangebot beim AVR-2106
Bei Denon ist man sich offensichtlich der Tatsache bewusst, dass
das HDTV-Zeitalter nun auch in Europa begonnen hat: Der AVR-2106 verfügt über
drei Komponenteneingänge und einen Komponentenausgang, alle Terminals können
Videosignale mit bis zu 100 MHz Bandbreite durchschleifen - genug für alle
HDTV-Auflösungsspielarten, die momentan im Umlauf sind. Denon setzt beim 2106
wie auch bei den anderen neuen Modellen des Hauses auf eine hochwertige
Relaisumschaltung, die drei Eingänge sind verschiedenen Quellen mittels
des On Screen Menüs oder mittels des Geräte-Displays genauso wie die sechs
Digitaleingänge (2 x koaxial, 4 x optisch, inklusive Front) frei zuzuweisen.
Die Bildqualität überzeugt, wenn man ein Komponentensignal durch den 2106
schleift, es sind im Progressive-Betrieb praktisch keine visuellen
Einschränkungen ausfindig zu machen.
Die Lautsprecherschraubverschlüsse sind leichtgängig und gut
ausgeführt. Für ein Lautsprecherpaar B sind ebenfalls Schraubanschlüsse
vorhanden. Was wir vermissen, ist ein HDMI Interface. Gerade Denon als
technischer Trendsetter, der auch oft hochwertige Technik in bezahlbare
Preisregionen bringt, hätte hier den Innovator spielen und den 2106 mit
entsprechen Terminals ausstatten können. Ansonsten leistet sich der 2106 keinen
Ausrutscher, er bringt einen 7.1 Preout ebenso mit wie insgesamt sieben
Stereo-Cincheingänge. Sogar ein zusätzlicher Phonoeingang ist mit an
Bord.

Front AV-Eingang mit Abdeckplatte

Der AVR-2106 hat einen koaxialen Digitaleingang mehr als der
2105
Bewertung     
Bedienung
Fernbedienung mit Beleuchtung für die wichtigsten
Funktionselemente
Der AVR-2106 ist vorbildlich einfach in Bezug auf seine
Handhabung. Sein On Screen Menü ist verständlich aufgebaut und verwirrt nicht
mit übertrieben großer Auswahl. Alle praxisrelevanten Funktionen, auch für
den anspruchsvolleren Betrieb finden sich schnell. Die Fernbedienung bringt zwar
eine hohe Anzahl an Tasten mit, durch die unterschiedliche Form- und Farbgebung
der Funktionselemente jedoch ist die Bedienung einfach. Dem problemlosen
Handling zuträglich ist auch die Tatsache, dass die wichtigsten Funktionstasten
in der Dunkelheit leuchten.

Von dieser Startseite aus kann man in die verschiedenen
Untermenüs navigieren. Unter Punkt 1 findet sich gleich das automatische
Einmesssystem für Lautsprechergröße, Entfernung vom Hörplatz und den
Pegelabgleich. Einen Room EQ gibt es nicht

Das Menü für die Eingangszuweisung

Hier findet sich die Justagemöglichkeit fürs Audio Delay
(Punkt 1, Einstellwerte 0 bis 200 ms)
Das Einmesssystem des AVR-2106 funktioniert gut, das Mikrophon
arbeitet präzise. Der Einmessvorgang, der die Grundparameter umfasst (LS-Größe,
LS-Entfernung, LS-Pegel) dauert inklusive Berechnung etwas über 3 Minuten. Die
eingestellten Pegelwerte sind ebenso wie die Entfernungen exakt. Die
Bedienelemente am Gerät selber überzeugen durch einfaches Handling. Besonders
der sehr gut in der Hand liegende Lautstärkeregler und der Regler für die
Eingangswahl gefallen ohne Einschränkung. Nur die kleinen schwarzen Tasten im
Displayumfeld sind etwas unübersichtlich. Sehr komfortabel ist die Personal
Memory Plus-Funktion. Hier merkt sich der 2106 persönliche
Anwendereinstellungen, beim Umschalten der Eingangsquelle werden immer die
eingangspezifischen Modi aufgerufen (Surround-Parameter, Klangeinstellung etc.).
Auch möglich ist es, den Wiedergabepegel mittels OSD individuell anzupassen
(zwischen - 12 dB und + 12 dB). Mit der entsprechenden Justage können
Pegelunterschiede zwischen den verschiedenen Eingangsquellen ausgeglichen
werden.

Sauber gelöst: Die Bedienelemente gefallen durch sehr schöne
Optik und angenehme Haptik
Kurzfazit
Pro:
-
Hervorragend in der Hand liegende Drehregler
-
Komfortable Ausstattungsmerkmale wie Personal Memory Plus
-
Fernbedienung mit leuchtenden Tasten
-
Klar strukturiertes OSD
Contra:
Bewertung     
Ton
Testequipment
Pegelfestigkeit
Hier muss man dem AVR-2106 ein blendendes Zeugnis ausstellen. Denn nicht nur,
dass der AV-Receiver hohe Pegel problemlos schafft, ist ein großer Vorzug,
sondern auch die Art, wie er agiert. Er wirkt nie lethargisch, es scheint für
ihn nie ein mühevolles Unterfangen zu sein, sich im Bereich hoher Lautstärken
aufzuhalten, sondern er bietet stets das Gefühl von üppig vorhandener
Leistung, ein Luxus, der sich zwar auch in günstigen Preisgefilden mehr und mehr
einbürgert -dies zeigen Beispiele wie der Pioneer VSX-1015
und auch der Yamaha RX-V757 - der aber
bislang noch nicht in so hoher Perfektion vorhanden war wie beim neuen 2106. Der
Denon bietet mittels des Bi-Amping-Einsatzes (beide Frontendstufen plus die
Verstärkereinheiten für die Back Surround-Beschallung) Pegelmöglichkeiten,
die nur noch als enorm einzustufen sind. Selbst ein Yamaha RX-V1500
oder ein Onkyo TX-SR702E sind der Power
des Denon nicht gewachsen, wenn es um die 5.1 Wiedergabe geht. Wer das Bi-Amping
nutzt, kann sehr hochwertige Standlautsprecher wie unsere Nubert nuWave
125 ohne zusätzlichen aktiven Subwoofer einsetzen - das Ergebnis: Ein
kraftvoller, intensiver, sauberer Bass auch bei großer Lautstärke und eine
Einsatzmöglichkeit auch im Hörraum, der rund 40 Quadratmeter misst.
Filmton
Bei "Master and Commander" stellt der Denon bereits ein breites
Spektrum an Qualitäten zur Verfügung: Er gibt das filmische Geschehen mit einer sehr hohen Präzision wieder, die
wir in dieser Preisliga bislang noch nicht hören durften. Gerade, wenn es um
die Einarbeitung kleiner Einzelheiten geht - der Klang der Wellen, das Brausen
des Windes, das Knarren des Schiffs - beweist der Denon Klasse und verweist
seinen Vorgänger AVR-2105 klar in die
Schranken: Der 2105 war nicht so exakt, er nahm nicht so viele Einzelheiten mit
wie das neue Modell. Der Vorgänger hatte dafür andere Tugenden: Der AVR-2105
liebte es, große Effekte mit dem nötigen Nachdruck darzustellen. Dies kann der
AVR-2106 jedoch ebenfalls - sogar noch besser: Der Neue bringt, wie sich
beispielsweise beim ersten Angriff des feindlichen napoleonischen Schiffes
zeigt, noch mehr Struktur in die Effektdarstellung, während der 2105 noch das
Hauptaugenmerk auf eine möglichst kräftige Wiedergabe setzte, ist es dem 2106
genauso wichtig, den realistischen Moment äußerst sorgfältig herauszustellen.
Man fühlt sich gut ins Geschehen integriert, denn gerade auch kleine
Einzelheiten, wie z.B. herumfliegende Trümmerteile, machen einen kompletten
Filmeindruck aus. Der 2106, dies wird schnell klar, ist ein Universaltalent, und
macht mit dieser hervorstechenden Eigenschaft dem Yamaha
RX-V757 massiv Konkurrenz. Ganz besonders seine sensible Art im Umgang
gerade mit hochwertigen Quellen verdeutlicht, dass dieser Denon AV-Receiver ein
besonders großer Wurf ist.
Bei "Gladiator" begeistert der Denon schon ganz zu Beginn bei den
Universal- und Dream Works-Logos: Sein warmer, exzellent abgestimmter,
voluminöser Bassbereich ist das Beste, was in dieser Klasse aktuell möglich
ist. Der imposante Soundtrack wird mit ausgezeichneter Trennung der einzelnen
Instrumente wiedergegeben. Wer den 2106 zusammen mit großen Frontlautsprechern
betreibt und die Bi-Amping-Option nutzt, wird kaum noch einen zusätzlichen
aktiven Subwoofer brauchen - herausragend. So eine gewaltige Basswiedergabe
konnten wir beim Pioneer VSX-1015 auch im
Bi-Amping-Betrieb nicht heraushören. Dann in der ersten Szene ca. ab Laufzeit
2.40 Minuten gibt der 2106 das Wiehern und Galoppieren der Pferde sehr schön
wieder, ausgezeichnet gelingt die Einarbeitung des Music Score. Selbst kleine
Aktionen im Heerlager werden sehr gut eingearbeitet. Im 2. Kapitel, ca. ab
Laufzeit 6.56, ist dann die Schlacht in vollem Gange.- Das Anspannen der
riesigen Katapult-Schleudern, die die Brandkugeln ins feindliche Lager
schießen, wird sehr klar wiedergegeben. Der donnernde Flug der brennenden
Kugeln sowie das hochfrequente Zischen der Pfeile beweisen, dass der 2106
sehr dynamisch agiert und einen im Vergleich zum Vorgänger deutlich
prägnanteren Hochtonbereich besitzt. Die Hochtonwiedergabe des 2106 ist nun die
klassenbeste: Der 2106 spielt noch transparenter als der Pioneer VSX-1015,
stellt auch Nuancen noch besser in den Raum, gleichzeitig aber bringt er eine
nochmals höhere Verbindlichkeit als der schon ausgezeichnete Yamaha RX-V757
mit. Der 2106 macht bei großem Pegel einen noch kontrollierteren, souveräneren
Gesamteindruck, er kommt am besten von den hier genannten Geräten auf den
Punkt, will heißen: Dynamik, Präzision und Brillanz leiden auch bei großer
Lautstärke am wenigsten. Und: Nie wird sein Hochtonbereich störend, auch nach
stundenlangem Zuhören gefällt noch die gekonnte Mischung aus Harmonie und
Akzentuierung sowie aus Brillanz und Homogenität.
Auch beim dritten Harry Potter-Film "Harry Potter und der Gefangene von
Askaban" bietet der Denon viel Heimkino-Flair. Gleich zu Beginn, als sich
die widerliche Tante Magda sich in die Luft erhebt (ca. ab Laufzeit 4.25)
schafft er eine realistische Atmosphäre, das Reißen der Nähte am Kleid, die
Kuckucksuhr im Hintergrund und der Music Score werden zu einem sehr gefälligen
Gesamtergebnis verflochten. Auch der hässliche Mops, der sich an Onkel Vernons
Hosenbein festbeißt, wird akustisch sehr gut eingearbeitet. Als Harry kurz nach
dem "Abflug" der verhassten Tante die Treppe hoch in sein kärgliches
Gemach flüchtet, stellt der Denon die raschen Schritte auf der Treppe ebenfalls
sehr authentisch dar. Auch das Geräusch, das Harry Potters Koffer auf dem
Asphalt macht (Laufzeit 6.38) wird klar und deutlich wiedergegeben. Zu Beginn
des 5. Kapitels (ab Laufzeit 14.10) wird das hektische Treiben in London
gleichermaßen dynamisch wie detailliert dargestellt. Sehr eindrucksvoll gerät
kurzer Zeit danach der Kampf Harrys mit dem Monster-Buch. Wir wählten bewusst
nicht die allerspektakulärsten Szenen aus dem Film aus, um zu zeigen, dass der
2106 nicht gigantische Effekte am laufenden Band benötigt, um Spaß zu machen,
sondern auch in "normalen" Szenen richtig Laune aufkommen lässt.
Seine hervorragende Stimmwiedergabe (zu hören in Kapitel 6, die Stimmen von
Harry, Hermine und Ron) schlägt ein neues Kapitel auf: Kein anderen AV-Receiver
einer vergleichbaren Preisklasse klang bislang so direkt und charismatisch bei
der Stimmeinarbeitung. Das sorgt dafür, dass auch dialoglastige Szenen sehr
effektiv wiedergegeben werden.
Was genau macht den Denon AVR-2106 so stark? Wir fassen für Sie in einer
Übersicht zusammen:
- Exzellenter Hochtonbereich. Deutlich klarer und freier als beim
Vorgänger. Praktisch genauso klar und transparent wie beim Pioneer VSX-1015,
dabei aber so verbindlich wie beim Yamaha RX-V757.
Selbst der AVR-335 von Harman Kardon
kann es nicht besser. Der Denon agiert sogar noch eine Idee gefälliger.
- Kontrollierte Dynamik. Der AVR-2106 geht höchst dynamisch an die Arbeit
und wirkt im Vergleich zu früheren Denon AV-Receiver-Generationen wacher,
schneller. Das neue "Denon-Gefühl" sorgt dafür, dass der 2106
auch im Konkurrenzumfeld hervorragend dasteht: Er spielt unmittelbarer,
direkter als der Pioneer VSX-1015,
noch besser als der absolut überzeugende Vorgänger von Pioneer, der VSX-1014,
und stellt sich, was Dynamik betrifft, auch auf eine Stufe mit dem Yamaha RX-V757.
Insgesamt ein deutlicher Fortschritt.
- Erstklassiger, runder und angenehmer Bassbereich. Hier setzt der 2106 nun
die Messlatte sehr hoch. Er tritt so stark im Bassbereich an, dass man, wenn
man den Bi-Amping Modus mit großen Standlautsprechern verwendet, kaum noch
einen aktiven Subwoofer benötigt. Wer ein 7.1 System aufbauen möchte, kann
sich ein sehr leistungsstarkes Home Theatre System wie das Teufel Theater 4
hinzukaufen. Immer beeindruckt der runde, klare, sauber gestaffelte
Bass, der schön die unterschiedlichen tieffrequenten Anteile aufzeigt.
- Sehr sorgfältige Detaillierung. Hier erreicht der 2106 das Niveau der
1.000 € Klasse.
- Insgesamt ein Level, der sich in der 1.000 € Klasse gut machen würde.
Hier muss man schon den Klassenbesten als Maßstab heranziehen, um den 2106
in die Schranken zu verweisen. Der Harman Kardon AVR-435
aber liefert seinerseits Werte, die deutlich über dem 1.000 € Level
liegen. Er klingt extrem kraftvoll, dabei behält er immer die Übersicht,
er entfaltet ein exzellentes Raumgefühl und besticht durch seine enorme
Pegelfestigkeit auch im großen Hörraum um die 40 Quadratmeter. Doch es ist
beeindruckend, wie nahe selbst diesem Ausnahmetalent der 2106 kommen kann.
Mehrkanal-Musikwiedergabe
Hier stand uns für genaue Analysen des mehrkanal-musikalischen Könnens des
Denon die exzellent abgemischte "Jarré in China"-DVD mit
THX-Zertifikat zur Verfügung. Und der AVR-2106 nahm die Herausforderung, eine
ausgezeichnete Vorlage sehr ansprechend wiederzugeben, gerne an: Bereits die
orchestralen Einlagen zu Beginn des Konzerts in der verbotenen Stadt deuten an,
dass es der AVR-2106 sein wird, an dem sich zukünftig die Konkurrenz zu messen
hat. Er kann sich selbst gegenüber anerkannt exzellenten AV-Receivern wie dem Yamaha
RX-V757 und dem Harman Kardon AVR-335
bestens behaupten und lässt seinen Vorgänger AVR-2105
alt aussehen. Nicht immer ist das neuere Gerät das bessere, wir
kennen genug Beispiele, die dies zeigen. Aber im Falle des AVR-2106 ist das neue
Modell nicht nur etwas, sondern entschieden besser.
Die Präzision bei der Ortung der Surroundeffekte ist ebenso überragend wie
das Gefühl sich fein ausbreitender Räumlichkeit, sehr schön zu merken bei
"Oxygene" 2 und 4. Wie sensibel, aber gleichzeitig schnell der Denon
ein Maximum an Effektqualität herausoperiert, ist bemerkenswert. Gut, dies ist
eine herausragende Aufnahme, aber so viel Brillanz und Lebendigkeit zeigt sie
lange nicht bei jedem AV-Receiver. Da auch der Zuspieler (Onkyo DV-SP1000E)
erstklassig ist, hätte man bei unzureichender Wiedergabequalität die Schuld
beim AV-Receiver suchen müssen. Da aber das Ergebnis begeisternd ist, können
wir dem 2106 nur ein großes Lob ausstellen, er spielt hier wirklich wie ein
"Großer". In der 1.000 € Liga, dies merkt man, gibt es kaum
Geräte, die mehr können: Selbst ein überragender AV-Receiver wie der
Onkyo TX-SR702E kann nichts wesentlich Besseres mehr ermöglichen, und
unser aktuelles Topmodell, der Harman Kardon AVR-435,
muss sich gehörig anstrengen, um dem AVR-2106 Paroli bieten zu können.
Wie leistungsfähig und dynamisch die Endstufeneinheiten agieren, bewies uns
der 2106 bei der Mehrkanal-SACD "Relax - the Sonic Collection" von
Frankie goes to Hollywood. Mit Nachdruck stürzte sich der Denon in die Arbeit:
Sehr gut vollzieht er die Trennung zwischen Stimmen und Instrumenten,
nachdrücklich und wohl strukturiert geht er im Bassbereich zur Sache, und die
Antrittsschnelligkeit verdient Respekt. Keine Spur von einem trägen,
zurückhaltenden Wesen, der AVR-2106 legt sich spontan, aber immer kontrolliert
"ins Zeug" und schafft so eine souveräne Atmosphäre.
Dolby Pro Logic
IIx/DTS
Neo:6
Andrea Bocellis "Sentimento"-CD ist wunderbar - mitreißend,
bewegend, die Lieder sind hochemotional. Die Aufgabe für einen AV-Receiver ist
nun, genau dieses große Maß an Emotionalität ohne große Einschränkungen zu
übertragen, was dem AVR-2106 in beiden Betriebsarten, DTS Neo:6 und Dolby Pro
Logic IIx, sehr gut gelingt. Gerade bei hochwertigem Quellmaterial wird
deutlich, wie sanft, aber gleichzeitig präzise, wie dynamisch, aber nicht
überhastet der AVR-2106 diese Art von Musik darstellt. Er ist im Vergleich zum Denon AVR-2105,
dies zeigt sich auch hier, viel kultivierter geworden, ohne dafür weniger Spaß
bei anderen Musikstücken zu machen. Ganz besonders gut gelingt dem Denon auch
die Trennung von Stimmen und Instrumenten, und die Bühne, die er mit
beeindruckender Räumlichkeit aufbaut, wirkt greifbar und echt. In PLIIx Music
klingt Bocellis Stimme noch etwas direkter und anfassbarer, Neo:6 sorgt zwar
für viel Schwung, platziert aber die Stimme nicht so gekonnt von den
Lautsprechern gelöst. Sehr gut: Beide Surroundaufpolierer vermeiden eine zu
offensichtlich übertriebene Surround-Klangkulisse. Auch hier zeigt der 2106
seinen Reifegrad, er hat es nicht nötig, mit aufgesetzter Effekthascherei zu
arbeiten.
Auch bei Felix Mendelssohn Bartholdys 1. Symphonie beweist der AVR-2106, dass
er erstaunliche Talente offeriert: So rein, so lebendig und dabei so höchst
angenehm klang noch kein 600 € AV-Receiver im PLIIx Musik-Modus. Hier ist
Denon ein echtes Highlight gelungen, denn seine hervorragende Sensibilität,
mit der er sich Mendelssohns Musik nähert, zeugt von gekonnter und
sorgfältiger klanglicher
Abstimmung, die die Firmen ansonsten eher ihren teureren Produkten angedeihen
lassen. Auch jeglicher Anflug von Muffigkeit in den Höhen ist dem Denon fremd.
Im Vergleich zum Vorläufer klingt er offener, besser aufgebaut und mit genau
der Prise Brillanz gewürzt, die Liebhaber klassischer Musik so schätzen.
Absolute Extraklasse: Was der AVR-2106 bei Gigi d'Agostinos "L' Amour
toujours II" an Klangqualität zum Publikum transportiert, haben wir in
dieser Güte bei der Konkurrenz noch nie gehört: Hier muss sich der Yamaha
RX-V757 ebenso beugen wie der Pioneer VSX-1015,
und selbst der anerkannt gute AVR-335 von
Harman Kardon kann dieses mitreißende Feeling, dass der 2106 bei "Welcome
to Paradise" und bei "Angel" bietet, nicht realisieren. Und bei
"Summer of Energy" auf der 2. CD produziert der 2106 einen
einfühlsamen, aber gleichzeitig sehr nachdrücklichen Bass - herausragend und
beispiellos. Selbst
der Denon AVR-2805 sieht hier kein
Land, und wenn man mit älteren Modellen der 1.000 € Liga vergleicht, so
stellt man fest, dass z.B. ein Marantz SR-7400
oder auch ein Onkyo TX-SR701E (noch mit
PLII ohne "x") gegen diese Denon-Bombe keine Chance haben. Wir haben
ausführlich verglichen, aber einen so feinfühligen, gleichzeitig voluminösen,
klar strukturierten Klang haben wir in humanen Preisregionen selten gehört.
PLIIx Movie poliert auch älteres Filmmaterial sehr gut auf. Besonders
hervorzuheben ist bei der Wiedergabe von "Top Gun" der kraftvolle,
aber dennoch sehr exakte Klangeindruck, den der AVR-2106 entstehen lässt. Auch
der Music Score klingt weitläufig und lebendig. Die fliegenden Jets werden
dynamisch und mit kräftigem Bass dargestellt. Die Wiedergabe der Stimmen
gelingt dem Denon überraschend klar.
Stereoklang
In dieser Wertung liefert der Denon AVR-2106 eine wiederum exzellente
Leistung ab. Man kann mittels der Nutzung aller Optionen ein Ergebnis
herausholen, das absolut verblüffend ist:
- Große vordere Standlautsprecher wie z.B. die Nubert nuWave
125
- Nutzung der Bi-Amping-Möglichkeit des AVR-2106, das heißt, die beiden
Endstufen für den Back Surround-Betrieb werden für die Front-Lautsprecher
genutzt. Damit stehen für die Fronts insgesamt 4 Endstufen zur Verfügung.
Pro Box werden Hoch-/Mitteltöner und Tieftöner getrennt versorgt
- Pure Direct Modus ohne Displaybeleuchtung und mit ausgeschalteter
Videosektion
Dann noch eine entsprechende Signalquelle - in unserem Falle begannen wir mit
Luciano Pavarottis "Ti adoro"-CD - und es kann losgehen. Besonders
auffällig beim Titel "l canto" ist, dass sich der AVR-2106 auch hier
akustisch vom Vorgänger losgesagt hat. Er klingt freier, nimmt mehr Details mit
und liefert einen besseren Bühnenaufbau. Bi-Amping sei dank - der
Leistungseindruck ist sehr souverän für ein 600 € Modell. Der Vorgänger
2105 ohne Bi-Amping wirkte viel zugeknöpfter, er zwang den Klang zu nah an die
Boxen und erzeugte so nicht das lockere, weitläufige Klangbild, das der 2106
mit Gelassenheit präsentiert - stets aber gepaart mit Aufmerksamkeit, dass ihm
keine Einzelheit entgeht. Klassik und der AVR-2106 - das passt. Bei Johann
Strauß' weltberühmter Walzer "An der schönen blauen Donau" wird von
unserem Testkandidaten mit viel Schmiss, aber auf der anderen Seite auch viel
Schmelz dargestellt. Natürlich, teure Boliden erzeugen noch deutlich mehr
Atmosphäre, indem sie noch flinker und klarer aufspielen, aber der 2106 agiert
so gekonnt, dass, gerade in Hörraumen, die keine extensiven Ausmaße über 40
Quadratmeter mitbringen, viel Flair übertragen wird. Der gute Bühnenaufbau ist
ebenso zu vermerken wie die tadellose Herausarbeitung einzelner Instrumente -
ohne ein homogenes, stimmiges Ganzes außer Acht zu lassen. Im Hochtonbereich
ist der Denon geschmeidig, und nicht mehr so zurückhaltend wie der AVR-2105.
Trotzdem klingt der 2106 immer sehr angenehm, eine zu prägnante
Hochtonwiedergabe ist ihm fremd. Gerade in den Szenen, in denen es auf Kraft und
Dynamik ankommt, macht sich der Denon hervorragend und stellt viele teurere
Kontrahenten in den Schatten.
Dass er für Klassikliebhaber eine ebenso klangstarke wie preisgünstige
Alternative darstellt, bewies der 2106 auch bei Peter Tschaikowskys "1812
Ouvertüre", wo er mit einer facettenreichen Darstellung auch der Streicher
für Furore sorgte. Die immensen Dynamiksprünge bewerkstelligte der Denon
völlig problemlos, die Endstufen bieten gerade im Bi-Amping-Modus ein
hervorragendes Leistungspotential, das schnell zur stelle ist.
Was macht den Denon AVR-2106 zusammenfassend im Stereobetrieb so gut?
- Bi-Amping-Möglichkeit wird durch leistungsstarke Endstufen sehr gut
nutzbar gemacht
- Durch Pure Direct sehr präzise Klangcharakteristik
- Hervorragende Arbeit bei Dynamiksprüngen
- Überraschend guter Bühnenaufbau
- Sehr räumlicher, plastischer Klang
Bewertung Pegelfestigkeit      
Bewertung Klang Film      
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik      
Bewertung Klang Surround-Aufpolierer      
Bewertung Klang Stereo     
Fazit
Richtungsweisend: Der AVR-2106 stellt viele teurere
Kontrahenten souverän in den Schatten
Für die versammelte Konkurrenz brechen im IFA-Jahr 2005 schwere
Zeiten an: Denn der neue AVR-2106 beweist mit Konsequenz und
Nachdrücklichkeit, dass Denon im Segment um die 600 € wieder ganz vorn zu finden ist. Nachdem weder der
AVR-2105 noch der AVR-2805
eine Chance gegen die bärenstarke Konkurrenz hatten, übertrumpft der exzellente
2106 nicht nur den 2105, sondern auch gleich noch den 2805. Das reicht massig
aus, um in Verbindung mit seinem extragünstigen Einstandspreis auch alle
Konkurrenten auf die Plätze zu verweisen: Der AV-Receiver beeindruckt durch
seine extrem hohe Reife, sein über alle Maßen kultiviertes Spiel, kombiniert
mit viel Sinn für eine sensible Darstellung macht den preisgünstigen
AV-Receiver sogar für Klassikliebhaber interessant, die auf ein sehr gutes
Preis-/Leistungsverhältnis bedacht sind. Auf der anderen Seite ist er auch für
Freunde moderner Musikrichtungen glänzend geeignet: Er ist durchsetzungskräftig,
sehr pegelfest, dynamisch und bietet einen vollen, runden, gleichzeitig sehr
sauberen Bass. Mit all diese Tugenden setzt das neue Modell auch bei der
Filmtonwiedergabe Maßstäbe für bezahlbare AV-Receiver. Dass der 2106 auch
noch einfach zu bedienen und hervorragend verarbeitet ist, unterstützt den
erstklassigen Eindruck weiter. Die Ausstattung mit Audio Delay, 100 MHz
Bandbreite bei den Komponentenanschlüssen, gut funktionierendem Einmesssystem
und hochwertigen Baugruppen vervollständigt unser Bild eines beeindruckenden
AV-Receivers, der eine sehr breite Käuferschicht ansprechen dürfte. Durch
seine superben Leistungen zum günstigen Preis reicht es hier sogar zur
Preisklassenreferenz OBERE MITTELKLASSE.
Denon übertrifft sich selbst: Der AVR-2106
erreicht eine Qualität, von der manche 1.000 €-Offerte nur träumen
kann
Gesamturteil:

Preisklassen-Referenz OBERE MITTELKLASSE !!!
Test 26. Juli 2005
Preis-/Leistungsverhältnis:      
Pro:
-
Extrem kultivierter, aber gleichzeitig sehr dynamischer
Antritt
-
Sehr klare Trennung von Stimmen und Effekten/Instrumenten
-
Sehr kräftiger, stets präziser und kontrollierter
Bassbereich
-
Sehr feinfühlige, sensible Wiedergabe auch bei Musik
-
Gerade im Bi-Amping-Betrieb ausgezeichnete
Stereo-Klangqualität
-
Exzellent für Klassik und Jazz geeignet
-
Sehr hochwertige Verarbeitung
-
Einfache Bedienung
-
Praxisgerechte Ausstattung
Contra:
Die technischen Daten
-
Diskret aufgebaute, breitbandige 7-Kanal-Endstufe mit 7 x 125 W (6 Ohm, 1 kHz, 0.7%)
-
Front Bi-Amping (Surround Back-Endstufen für Bi-Amping-Betrieb der Front-Lautsprecher einsetzbar)
-
Pure Direct-Modus für bestmöglichen Stereoklang (nicht benötigte Sektionen sind einzeln abschaltbar)
-
On-Screen-Display
-
Pure Audio-Aufbau für exzellente Klangqualität
-
32-Bit SHARC Fließkomma-DSP
-
Durchgängiges 96 kHz Processing (auch über Analog-Eingänge) für alle Quellen und alle Surround-Modi
-
192 kHz Audio D/A-Wandler
-
Auto Setup (Automatische Einmessung) mit Präzisions-Messmikrofon DM-S205 von Audio Technica
-
Audio Delay (0-200ms) zur Synchronisation von Bild und Ton
-
Night Modus für Filmgenuss in den Nachtstunden (Direkt-Anwahl über Front-Taste; 3
Einstelloptionen)
-
Auto Surround, Personal Memory Plus
-
Virtual Surround
-
Aufnahmewahlschalter
-
Umbenennung der Eingänge möglich
-
Pegelanpassung der Analog-Eingänge (+/- 12 dB)
-
Bassmanagement mit variabler Übernahmefrequenz (40/60/80/100/120/150/200/250 Hz)
-
Stabile Schraubklemmen für alle Lautsprecher (auch für Bananenstecker-geeignet)
-
Aufwändiger Aluminium-Profilkühlkörper (keine störenden Lüftergeräusche)
-
Vergoldeter Front A/V-Eingang (Stereo, optischer Digitaleingang, S-Video, Video, Mikrofon)
-
Aluminium-Frontplatt
-
Vorverstärkerausgänge für alle 7.1 Kanäle
-
6 Digital-Eingänge für flexiblere Anschlussmöglichkeiten (SAT-Receiver etc.)
-
S-Video-Konvertierung
-
HDTV-fähige Farbkomponenten-Video-Umschaltung (bis 100MHz)
-
RDS-Tuner mit 56 Senderspeicherplätzen
-
Glow Key-Fernbedienung
-
TONFORMATE
Dolby Digital EX, DTS-ES (Discrete 6.1 / Matrix 6.1), DTS-NEO:6 Cinema/Music, DTS 96/24,
Dolby Pro Logic IIx (Cinema, Music inklusive aller Einstelloptionen, Game)
-
ANSCHLÜSSE
Audio: Analog-Eingänge: 7 x 2-Kanal (inkl. Front); 1 x Phono, 5.1-Kanal-Eingang,
Digital-Eingänge: 4 x optisch (inkl. Front); 2 x koaxial, Analog-Ausgänge: 7.1-Kanal-Vorverstärkerausgang; 3 x 2-Kanal (Cinch);
Digital-Ausgänge: 1 x optisch
Video: Eingänge: 3 x Komponenten; 5 x S-Video (inkl. Front); 5 x Composite (inkl. Front);
Ausgänge: 1 x Komponenten; 3 x S-Video (inkl. Monitor); 3 x Composite (inkl. Monitor);
-
Daten: Ausgangsleistung (an 6 Ohm, 1kHz, 0,7 % Klirr): 7 x 125 Watt
-
Abmessungen (B x H x T): 434 x 171 x 417
-
Gewicht: 12,8 kg
-
Standby-Verbrauch: <1 Watt
-
Lieferbar in: Schwarz und Silbern
-
Preis: 599 €
04. August 2005
Test: Carsten Rampacher
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