INFO: Audio-/Video-Komponentenkauf - Blitz-Tipps
01. Juli 2004 (cr)
Oft ist es so - man hat sich spontan entschlossen, dass entweder der erste
oder ein neuer AV-Receiver ins Haus muss, oder man hat kein Interesse mehr,
seine DVD-Filme auch zukünftig noch auf dem zehn Jahre alten 4:3-Fernseher
anzuschauen. Dann ist Vorsicht geboten, denn nicht wenige Zeitgenossen neigen
dann dazu, schnell zum Händler zu rennen oder rasch eine Order via Internet
aufzugeben - und dann ist das Ergebnis nachher eine Situation, in der man noch
unzufriedener ist als vor dem Kauf. Damit Sie auch bei einer plötzlichen
"Kauflust" nicht daneben greifen, haben wir einige grundlegende Tipps
zusammengestellt - diese haben Sie bestimmt rasch gelesen und können
anschließend gleich zum Händler eilen oder im Internet surfen, um das richtige
Gerät ausfindig zu machen.
Wer sich eine neue AV-Anlage anschaffen möchte, sieht sich keiner leichten
Aufgabe gegenüber. Nicht nur, dass das Sortiment an Komponenten praktisch kaum
noch zu überschauen ist - auch grassieren viele "allgemeine
Weisheiten", was der AV-Ein- und Aufsteiger braucht und was nicht. Oftmals
werden globale Aussagen getroffen, die aber gar nicht auf alle Fälle zutreffen,
und leider kommt es ebenfalls vor, dass Aussagen getroffen werden, deren
Inhalt einfach falsch sind und dem "Newbie" einen nicht oder nur
schwer gangbaren Weg aufzeigen. Wir wollen verschiedene, öfters
getroffene Aussagen in Bezug auf DVD-Player und AV-Verstärker/AV-Receiver-Lautsprechersysteme
aufzählen und kommentieren, um den Weg zum neuen Equipment so einfach und
übersichtlich wie möglich zu gestalten.
Für alle Komponenten gültig
- Vor dem Kauf über elementare Features der jeweiligen Gerätegattung, die
Technik und die marktüblichen Preise informieren
- Sich vor dem Kauf über die eigenen Prioritäten klar werden
- Nach diesen zwei Schritten im Kopf eine klare Preisvorstellung formulieren
- Vor dem Kauf beim Händler DVDs einpacken, um vor Ort testen zu können.
Noch besser ist es natürlich, wenn der Händler Ihnen das betreffende
Gerät für eine "Probezeit mit nach Hause gibt. Wer im Internet
ordert, sollte nur bei Händlern mit großzügigem Rückgaberecht bei
Nichtgefallen einkaufen.
- Den ersten Eindruck aufnehmen. Wirkt das Gerät solide? Passt das Design
zu Ihren weiteren Komponenten? Welchen Eindruck hinterlässt die
Fernbedienung?
- Das Gerät bedienen. Ist die Bedienung, zumindest der wichtigsten
Funktionen, intuitiv möglich?
- Funktionsmängel orten. Macht die Komponente Dinge, die Ihnen nicht klar
sind bzw. treten unnatürliche Störungen in Bezug auf die
Bild-/Tonqualität auf, fragen Sie gleich den Verkäufer um Rat. Sucht
dieser Ausflüchte oder kann er Ihnen die Auffälligkeiten nicht richtig
erklären, raten wir vom kauf ab. Beim Kauf im Internet können Sie z.B.
unser Forum als Plattform nutzen, um noch vor dem Ablauf des Rückgaberechts
zu klären, ob gewisse Feststellungen bei diesem Gerät normal sind, ob die
ganze Geräteserie fehlerhaft ist oder ob sie ein "Montagsgerät"
erwischt haben. Parallel am besten eine E-Mail an die betreffende Firma
schicken, um dort um Rat zu fragen.
DVD-Player:
- Wem die Multimedia-Fähigkeiten wichtig sind, der sollte sich
entsprechende Medien aus der eigenen Sammlung mitnehmen, um herauszufinden,
ob der Player tatsächlich alle relevanten Formate liest. Wer sich den
Player mit nach Hause nimmt, sollte dort ausführliche Testreihen
durchführen.
- Wer die Bildqualität beurteilen möchte, sollte sich Zeit nehmen. Weitere
Voraussetzungen müssen ein hochwertiges, korrekt eingestelltes
Bildwiedergabegerät, eine passende Verkablung von guter Qualität sowie
eine hochwertige Anschlussart (YUV oder Scart-RGB) sein. Zu überprüfen ist
zum einen das Bild in Werkseinstellung, zum anderen die Wirksamkeit eines
eventuell verbauten Video-Equalizers. Besonders zu testen sind:
Bildschärfe, Detailtreue, Kontrast, Farbwiedergabe. Auf Rauschmuster uned
Artefaktebildungen sowie auf Nachzieheffekte und Doppelkonturen achten. Bei
korrekter, hochwertiger Verkablung, einem akkuraten Bildwiedergabegerät und
sehr guter Software darf der DVD-Player solche Störungen nicht oder nur
minimalst produzieren. Bei progressive Scan-Playern die Progressive-Funktion
UNBEDINGT gründlich überprüfen. Hier sollte man sich schon vorher
DVD-Sequenzen aussuchen, aus denen hervorgeht, wie gut die
Progressive-Signalverarbeitung ist. Weiterhin wichtig: AUF JEDEN FALL mit
Film-DVDs und mit Videomaterial (z.B. das Making Of einer DVD, Livekonzerte,
Fernsehserien auf DVD etc.) einlegen, um das De-Interlacing zu überprüfen.
- Die Audioqualitäten sollte man am besten in den eigenen vier Wänden bzw.
bei einem Freund/Bekannten mit entsprechendem Equipment unter die Lupe
nehmen, da sich selten die Ruhe finden, dies beim Händler zu tun. Händler,
die hochwertig bestückte Studios haben, sind hier natürlich zu empfehlen.
Ausschließlich hochwertige Software mitnehmen, um die Grenzen auszuloten -
und vor allem DVDs und CDs einpacken, auf denen Ihre Lieblingsstücke sind,
denn diese sollten später optimal klingen.
- Möglichst VIELE DVDs und CDs, auch mit deutlichen Gebrauchsspuren,
einlegen - besonders dann, wenn Sie das Gerät bei sich zu Hause stehen
haben, stellt dies kein Problem dar. Nämlich nur so kann man
Kompatibilitätsproblemen und Laufwerks-Konditionsschwächen wie einer
unzureichenden Fehlerkorrektur auf die Schliche kommen
AV-Receiver/-Verstärker
- Bei der Auswahl eines AV-Receivers/-Verstärkers sollte man sich viel Zeit
nehmen
- Nur an einem entsprechend geeigneten und auch akkurat installierten
Lautsprechersystem testen. Ein 1.000,-- EUR Subwoofer-/Satellitensystem ist
noch nicht einmal ansatzweise geeignet, um klangliche Aussagen über einen
AV-Verstärker für 5.000,-- EUR zu treffen. Es ist immer BESSER, wenn das
Lautsprechersystem über- und nicht unterdimensioniert sind. Vorsicht
jedoch: Auch die besten Boxen nutzen nichts, wenn die Aufstellung und/oder
die Verkabelung unzureichend ist/sind.
- Auf die richtige Signalart achten. Nicht selten sind DVD-Player gerade in
Großflächenmärkten immer noch einfach per 2-Kanal-Cinch mit dem
AV-Receiver-/Verstärker und nicht über ein Digitalkabel verbunden. Bei
Geräten mit Highspeed-Interfaces wie i.Link sollten etwaige Kompatibilitätsprobleme
in der Praxis rasch untersucht werden.
- Wer ein rundherum gelungenes, den Ansprüchen genügendes Gerät erwerben
möchte, sollte zweierlei beherzigen: 1) Mehrere Geräte hören, um dann das
Wunschgerät auszufiltern, 2) In ALLEN Formaten (also Dolby Digital, DTS,
Dolby Pro Logic II/IIx, DTS Neo:6 etc.) Material anhören. Ganz besonders
aufpassen sollten Stereo-Liebhaber, diese sollten den Wunschkandidaten genau
in Bezug auf die Stereo-Wiedergabefähigkeiten untersuchen.
Röhren-/Plasma-/LCD-TV
- Bildschärfe, Kontrast, Detailtreue, Farbwiedergabe und Helligkeit
überprüfen - wichtig ist, dass bereits in der Werkseinstellung ein
homogenes, klares Bild möglich ist. Anschließend die
Optimierungsmöglichkeiten ausloten, die der interne Video-EQ bietet.
- Ganz wichtig ist es hier, sich über die Prioritäten klar zu sein - in
Kurzform: Wem ein Top-Schwarzwert, ein Spitzen-Kontrast und eine überaus
natürliche Farbgebung am wichtigsten sind, greift zu einem
bildröhrenbasierten Gerät. Interessenten, bei denen Bildschärfe,
die Detailauflösung an erster Stelle der wichtigen Eigenschaften stehen und
die ferner eine Kompatibilität zu höheren Auflösungen als NTSC/PAL
(480i/p, 576i/p) sowie eine digitale Videoschnittstelle und ein flaches
Design wünschen, greifen besser zu einem Plasma- oder LCD-TV.
- Bei Röhren-TVs einen Blick auf die Bildgeometrie werfen. Sind die
Geometrieeinstellungen unzureichend (was leider bei fast allen
Röhrenfernsehern der Fall sein dürfte), gleich um eine Optimierung durch
den hauseigenen Techniker bitten. Bei den Preisen, die große Röhren-TVs
immer noch haben, sollte das möglich sein.
- Unbedingt bei Plasma- und LCD-TVs das Scaling des internen Scalers genau
beobachten. Die native Auflösung solcher Geräte kann, je nach Preisklasse,
deutlich über, aber auch unter der PAL-Norm liegen. Hier muss der Käufer
dann unbedingt beachten, wie z.B. ein PAL-Signal vom Plasma/LCD dargestellt
wird
- Die Qualität des eingebauten TV-Tuners sowie die Komfortfunktionen (PIP/Picture
in Picture, Videotext etc.) überprüfen.
Weiterführende Links
Hier erfahren Sie mehr über Heimkino-Technik:
Hier erfahren Sie alles Wissenswerte und Beratung zum Equipment-Kauf:
01. Juli 2004
Text: Carsten Rampacher
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