Test: Acoustic Research Chronos W38
05.08.2002 (cr)

Für das moderne Heimkino, aber auch für eine tonal ausgewogene
Mehrkanal-Musikwiedergabe ist ein exzellenter aktiver Subwoofer ein wichtiger
Bestandteil einer hochwertigen AV-Anlage. Damit der Hörgenuss allerdings
tatsächlich gesteigert wird, ist eine oftmals zeitintensive Vorauswahl
erforderlich, denn gerade für den Musikbetrieb eignen sich nicht alle aktiven
Subwoofer - und bedauerlicherweise muss meist eine nicht unbeträchtliche
Ausgabe getätigt werden, möchte man einen Tiefbasslautsprecher, der die beiden
"Klangwelten" Home Cinema und Musik nicht auf dem kleinsten möglichen
Nenner, sondern auf dem höchsten möglichen Level miteinander verbindet. Ob
dies der Acoustic Research Chronos W38, für den vergleichsweise sehr fairen
Preis von 1199,90 EUR in den Farbausführungen Schwarz, Ahorn oder Buche
erhältlich, schafft, half ein Praxistest klären.
Schlecht sind die Voraussetzungen für ein sehr ordentliches Testresultat
schon gleich nach dem ersten Eindruck nicht: Der Chronos W38 präsentiert sich
nämlich optisch in absoluter Bestform. Die Gehäuseverarbeitung genügt den
höchsten Ansprüchen, die massiven Holzwangen an beiden Seiten des Subwoofers
unterstreichen den Eindruck, hier nicht einen reinen, nüchtern und eher lieblos
gestalteten Gebrauchsgegenstand vor sich zu haben, sondern ein echtes
Schmuckstück, das den Einsatzort auch optisch aufwertet.

Wie es im Volksmund heißt, kann neben einer gelungenen Front
auch ein "schöner Rücken entzücken". Getreu dieser althergebrachten
Maxime verfährt der Chronos und offeriert ein exzellent verarbeitetes, edel
anmutendes Anschlussfeld auf der Geräterückseite. Anstatt manchmal wenig
wertig anmutender Plastikschalter für die Phaseneinstellung (Normal oder um 180
Grad verschoben) und den Betriebsmodus (On/Off/Auto) verwendet Acoustic Research
weitaus hochwertiger aussehende Metall-Kippschalter, die dem Gerät auch ein
gewisses professionelles Flair verleihen. Sehr gut anzufassen sind aber auch die
aus haptisch sehr angenehmen Plastik bestehenden Drehregler für die
Trennfrequenz und die Lautstärke.
Bewertung     
Klang
Dass mit dem Chronos W38 ein besonders imposanter aktiver Subwoofer
entstanden ist, fällt bereits beim Start mit der "THX Ultimate Demo DVD"
auf: Das auf dieser DVD in eindrucksvoller Art und Weise abgelegte Pod Race aus
"Star Wars Episode 1 - The Phantom Menace" gerät mit
tatkräftiger Unterstützung des Chronos zu einer Performance der Extraklasse,
so dass selbst manchem erfahrenen Heimcineasten nach den Testläufen die
Fassungslosigkeit ins Gesicht geschrieben steht: Die donnernden Triebwerke der
Pod Racer, die heftigen Crashs und die mannigfaltigen Explosionen werden superb
wiedergegeben. Dabei beeindruckt der Chrons W38 auf der ganzen Linie: Nicht nur,
dass der Sub extrem rasch und spontan anspricht, auch die Bärenkraft ist immer
wieder eindrucksvoll: Selbst wenn man die Maschine in einem 40
Quadratmeter-Hörraum nur etwas mehr als auf ein Viertel der Maximallautstärke
aufdreht, entsteht schon ein raumfüllender, runder und sauberer Bass, der nicht
nur in dieser Preisklasse seinesgleichen sucht. Wir haben im Eigeneinsatz und
bei Equipment-Vorführungen schon eine Menge Subwoofer gehört, aber eine
derartige Wirkung war ganz selten festzustellen. Besonders auffällig ist vor
allem die Mühelosigkeit, mit der sich der Acoustic Research-Woofer zu
Höchstleistungen aufschwingt. Wie raumfüllend und voluminös sein Bassantritt
ist, zeigt sich auch sehr deutlich beim klassischen THX Broadway Trailer, wo gen
Ende die Bassfülle weiter anwächst und für ein überragendes Klangerlebnis
sorgt. Beim THX "Wow"-Trailer, einem zwar schon etwas älteren, dafür
durch die rasanten Schnitte immer noch brillanten Mischung aus verschiedenen
effektstarken Sequenzen sehr bekannter Filme, zeigt sich der kraftvolle Chronos
völlig unbeeindruckt von der Tatsache, dass die Tonabmischung nicht mehr dem
allerneusten technischen Stand entspricht: Was der Koloss hier noch an
Bassattacken aus dem Ärmel zaubert, als wäre es nichts, ist schon
erstaunlich. Gerade die kurze Sequenz, als Luke Skywalker durch die
Wälder des Planeten Endor braust, ist ein Sounderlebnis besonderer Art.
Völlig klar, dass es mit so einer Tiefbassbegleitung auch eine pure Freude ist,
sich den immer noch tadellos abgemischten "ID 4" anzuhören -
schon beim Aufruf des animierten Menüs beginnt der Chronos seinen
Glanzauftritt. Dann, kaum ist der Film gestartet und das zunächst
auftauchende Fox-Logo verschwunden, drückt es die versammelte Zuhörerschaft
mit Nachdruck in die Sitze: Denn das gigantisch große Alien-Mutterschiff kreuzt
am Mond vorbei, die unvorstellbaren Ausmaße und die Kraft des Antriebs
verdeutlicht der Chronos dem Auditorium in bester Art und Weise - der Tiefgang
ist ebenso beeindruckend wie die Präzision, so dass auch sehr anspruchsvollen
Heimkinofans glücklich mit der Leistung dieses überragenden Aktivsubwoofers
glücklich werden dürften. Sein ganzes Können demonstriert der AR-Woofer dann,
als das Alien-Mutterschiff sich öffnet und die immer noch riesengroßen Schiffe
aus dem gigantischen Leib via Erde entlässt - keine Zweifel kommen auf, dass
der Chronos die angegebenen 16 Hz als unterste Tiefbassgrenze auch tatsächlich
in der Lage ist, zu erreichen. Auch die Story von "The Rock"
versprüht noch mehr Spannung und aufreibenden Nervenkitzel, wenn ein Subwoofer
von der Güte des Chronos soundtechnisch mit eingreift. Die Ankunft der
Kampftaucher auf der Insel und die Schießerei im Duschraum werden in
erstklassiger Qualität wiedergegeben. Dabei versteht es der Subwoofer auch, den
imposanten Soundtrack hervorragend zu integrieren. Insgesamt ist die
Film-Performance des Acoustic Research-Subwoofers auf einem so hohen Niveau,
dass man schon in den meisten Fällen in Erklärungsnöte kommen dürfte, wenn
man sich einen nochmals teureren aktiven Subwoofer anschafft - denn für normal
übliche bis große Hörraume, d.h. von 20 bis 50 Quadratmeter, reicht die Kraft
des Chronos so locker aus, dass man weder mit dem Gedanken spielen muss, sich
einen zweiten Chronos aufzustellen, noch, sich einen weitaus teureren Subwoofer
anzuschaffen. Selbst extrem "basslastige" Filmfreunde werden
begeistert sein, zur Darstellung welcher Bassspektakel dieser Bolide fähig
ist.

Ganz andere Schwerpunkte als der Filmfan setzt der Musikfreund, der eine
natürliche, akkurate, nicht überbetonte, sondern angenehme und präzise
Basswiedergabe wünscht. Problem: Nicht wenige, für den Filmbetrieb mit ihrer
voluminösen, raumfüllenden Akustik wie gemachten Basslautsprecher können im
Musikbetrieb nicht überzeugen. Die Gründe dafür: Ein zu träges Ansprechen
und, damit verbunden, die fehlende Spritzigkeit. Auch mit der Präzision ist es
oftmals nicht so weit her. Auf der Verpackung des Chronos steht aber ein Satz,
der uns sehr neugierig auf die musikalischen Talente machte: "Perfect for
Super Audio CD and DVD Audio". Also machten wir die Probe aufs Exempel und
fütterten unseren Denon DVD-A1 mit der
altbekannten, doch immer wieder gern genommenen 3. Symphonie von Ludwig van
Beethoven (Teldec-DVD-A, 96 kHz/24-Bit 6-Kanal), die gerade hier sehr gut passt:
Denn bei den teils heftigen Orchestereinsätzen sind schnelles Ansprechverhalten
und Präzision im Bassbereich gleichermaßen gefragt. Hier jedoch kommt noch
erschwerend hinzu, dass vom Subwoofer auch ein gewisses, raumfüllendes und
subtil agierendes Klangvolumen abverlangt wird. Der AR Chronos jedoch meisterte
auch diese Prüfung mit Bravour und in erstklassiger Manier: Vor allem die zu
hörende, extrem hohe Gesamthomogenität geht zu einem beträchtlichen Teil auf
sein Konto. Kein vordergründiges, unpassendes Gedröhne war herauszuhören,
sondern eine gelungene Kombination aus Feinarbeit und einem gewissen, der
Raumfülle zuträglichen Grundvolumen. Genau diese Fähigkeiten waren es auch,
mit denen der W38 bei der Wiedergabe des "Classical
References"-DVD-A-Samplers (96 kHz/24 Bit 5.1) der Detmolder Musik-Experten
von Dabringhaus und Grimm das Publikum begeistern konnte: Immer klar, präzise
und passend agierte der Subwoofer und sorgte damit für eine deutliche
Steigerung des Hörgenusses, denn die Basswiedergabe erfreute mit einem höchst
natürlichen Charakter und vergaß nicht, das Bassverhalten der beteiligten
Instrumente so zu berücksichtigen, dass auch der anspruchsvolle Klassikfreund
sehr zufrieden sein dürfte. Doch auch anderen Stilrichtungen gegenüber zeigte
sich der Subwoofer sehr aufgeschlossen: So war der präzise Bassbereich auch
Kennzeichen bei der Wiedergabe des Stücks "Quintao" auf der DVD-A
"Postcard" von Rosanna&Zélia. Der gesamten Musik verlieh der
Chronos viel natürliches Volumen, was sich im ungeheuer dichten Klangteppich,
der sich über den Hörraum legte, verdeutlichte. Dass der hochwertige
Bassspezialist auch mit herkömmlichen CDs extrem gut zurecht kommt, bewies er
bei unserem "Hörraum-Klassiker" "Un-Break My Heart" von
Toni Braxtons Album "Secrets". Da dieses Stück über einen extrem
kraftvollen Bass verfügt, ist es eigentlich für jeden besseren Subwoofer kein
Problem, ein sehr gutes Bassvolumen herauszuholen. Schon eher die Spreu vom
Weizen trennt sich beim Punkt der maximal möglichen Reinheit bei der
Wiedergabe. Ein tieffrequentes, eher störendes denn begeisterndes Wummern ist
nicht unbedingt dazu geeignet, für eine größtmögliche Harmonie in Braxtons
schönem Stück zu sorgen. Wie es geht, zeigt einmal mehr der Chronos: Mit
sanftem Abklingen und einem stets sauber präsentierten Klangvolumen ist die
Wiedergabe am besten mit dem Wort "eindrucksvoll" zu umschreiben
(Test-Modus: Denon AVC-A1SE mit Upgrade im
Stereobetrieb mit AL24-Processing). Bei allen Vorstellungen zeigte sich
übrigens auch die tadellose Qualität unseres Monster
Subwoofer-Kabels vom Typ MB400. Natürlich, wer nur einen durchschnittlich guten
Subwoofer verwendet, wird keine hörbaren Unterschiede feststellen, aber bei
Topgeräten wie dem AR Chronos sollte man hier schon spendabel sein und dem
Super-Woofer auch ein seiner Qualität angemessenes Kabel zur Seite stellen. Die
hörbaren Unterschiede kommen natürlich keiner Revolution gleich - auch mit
einem "normalen" Kabel ist die Vorstellung des Chronos schon höchst
begeisternd. Aber ein noch minimal präziseres Ansprechverhalten und ein noch
leicht gekonnteres Aufsuchen tiefstfrequenter Bereiche bringt doch eine
nochmalige Steigerung des Hörvergnügens.
Bewertung     
Fazit
Hier ist er, unser neuer Referenzsubwoofer, der fortan zum einen in unserem
Hörraum zum Einsatz kommt und zum anderen auch als Meßlatte für weitere
Probanden dient: Mit seinem über jeden Zweifel erhabenen Leistungsprofil und
dem überaus fairen Preis verdient sich der Acoustic Research Chronos W38 die
besondere Empfehlung der Redaktion. Ganz gleich, ob man überwiegend Filme oder
Musik hört oder beides zu gleichen Anteilen, der Chronos W38 präsentiert sich
immer in Bestform und weiß auch hochwertige DVD-As basstechnisch akkurat in
Szene zu setzen. Es spielt keine Rolle, ob maximale Pegelfestigkeit,
höchstmögliche Präzision oder bestechendes Volumen gefragt sind: Der W38
beherrscht alle Spielarten, und dies so perfekt, dass man als verkürztes
Resümee feststellen kann: Mehr Subwoofer braucht eigentlich kein Mensch, denn
wenn man noch die Referenzverarbeitung mit hinzuzieht, bleibt auch für sehr
anspruchsvolle Benutzer kein Wunsch mehr offen.
Der Acoustic Research Chronos W38 liefert
High-End-Performance zum Sonderpreis

High-End-Klasse
Preis-/Leistung:     
Pro:
-
Praktisch perfekte Basswiedergabe im Film- und Musikbetrieb
-
Überragende Pegelfestigkeit
-
Spontanes Ansprechen
-
Bestmögliche Verarbeitung
-
Kaum zu schlagendes Preis-/Leistungsverhältnis
Contra:
- Hier gibt es nichts zu bemängeln
Technische Daten:
-
Ausgangsleistung RMS/maximal: 300/600 Watt
-
Frequenzbereich: 16 bis 150 Hz
-
Übergangsfrequenz: 50 bis 150 Hz
-
Chassis-Durchmesser: 380 mm
-
Maße (B x H x T in mm): 460 x 556 x 538
-
Lieferbare Farbvarianten: Schwarz, Ahorn, Buche
-
Preis (UVP): 1199,90 EUR
Hier gibt es den Acoustic
Research Chronos W38
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