AREA DVD-Test: DLP-Projektor Infocus Screenplay 7205
09.09.2004 Test: Karsten Serck

Features
Der Infocus Screenplay 7205 bietet die gleiche Auflösung wie
sein Vorgänger, der Screenplay 7200. Die 1280 x 720 Pixel werden allerdings
durch einen verbesserten DMD-Spiegelchip von Texas Instruments dargestellt, dem
"HD2+", welcher für einen verbesserten Schwarzwert und damit auch mehr Kontrast sorgen soll. Außerdem arbeitet im
Projektor jetzt ein Sieben-Segment-Farbrad mit fünffacher Geschwindigkeit. Optisch unterscheidet sich der
Screenplay 7205 nicht vom günstigeren "Matterhorn"-Projektor
Screenplay 5700, denn anstelle von Designspielereien setzt Infocus seit mehreren
Projektorgenerationen bereits auf die gleiche robuste Bauart. Aufgrund der für
einen HDTV-Projektor recht kompakten Abmessungen lässt sich der Screenplay 7205
auch bequem an unterschiedlichen Orten einsetzen, ohne dass man direkt
größeres Handwerkszeug benötigt.
Zum Preis von knapp 7000 EUR bietet der Screenplay 7205 laut
Infocus einen maximalen Kontrast von 2200:1 sowie eine Lichtstärke von 1100
ANSI-Lumen. Lobenswert sind insbesondere die vielen Anschlüsse. Neben VGA und
einer Anschlussmöglichkeit für DVI-Geräte bietet der Infocus gleich zwei
YUV-Eingänge und auch zwei S-Video-Buchsen. Leider liegt dem Gerät kein
DVI-Adapter bei. Denn am Projektor selbst ist nur ein M1-DA-Anschluss, einer im
Heimkinobereich unüblichen Buchse, für den
nur sehr schwer und meist sehr teuer Adapter aufzutreiben sind. Es wäre sehr zu
begrüßen, wenn Infocus ein solches in der Massenproduktion sehr billiges
Adapterstück zukünftig allen Projektoren mit M1-DA-Eingang beilegen könnte.
Die kompakte "D5"-Buchse ist die in Japan übliche kompakte Anschlussart für
Komponentensignale. Über einen mitgelieferten Adapter lassen sich hier aber auch
europäische Geräte mit SCART-RGB anschließen.
Leider fehlen dem Infocus Screenplay 7205 Features wie eine Irisblende oder
ein Lens-Shift, mit dem gerade im preiswerten LCD-Bereich immer mehr Geräte
ausgestattet werden.
 
Die Anschlüsse im Überblick:
- 1 x M1-DA (inklusive HDCP)
- 1 x VGA
- 2 x YUV-Komponenteneingang
- 2 x S-Video
- 1 x FBAS (Composite-Video)
- 2 x Trigger
- 1 x D5 (inkl. Adapter für SCART-RGB)
Bedienung
Das
Montage des Screenplay geht sehr schnell vonstatten. Zur Positionierung verfügt der
Projektor über einen sehr einfach in der Höhe verstellbaren Fuß an der
Vorderseite. Auf der Rückseite lässt sich das Bild durch Drehen an einem der
kleinen Stützfüße
in eine waagerechte Lage bringen. Das große Objektiv ist sehr griffig zum
Einstellen von Zoom und Focussierung. Leider ist der Ring zur Einstellung des
Zooms etwas schwergängig, so dass man hier etwas mehr Fingerspitzengefühl
benötigt.
Die beleuchtbare Fernbedienung liegt gut in der Hand. Das bewährte Design
wurde nicht verändert. Trotz der eher
kompakten Abmessungen sind ausreichend Tasten zur Direktauswahl vorhanden, mit
denen man z.B. die Signalquellen auswählen kann. Die schlicht, aber übersichtlich gestalteten On Screen-Menüs entsprechen
dem gewohnten Standard von Infocus und bieten umfangreiche Einstellmöglichkeiten. Gamma
und Farbtemperatur lassen sich genau einstellen. Alle drei Grundfarben lassen
sich seperat genau justieren.


Praxis-Betrieb
Der Infocus Screenplay 7205 ist kein Leisetreter. Im Vergleich zu aktuellen
LCD-Projektoren wie dem Panasonic PT-AE500 oder dem Hitachi PJ-TX100 ist das
Lüftergeräusch des Infocus übermäßig laut und bei längerem Gebrauch kann
es auch passieren, dass der Lüfter noch eine Stufe schneller läuft. Aus diesem
Grunde sollte auch der Betriebsmodus "Hohe Leistung" ungenutzt
bleiben, da in diesem der Lüfter grundsätzlich auf der höchsten Stufe läuft.
Zwar geht das Lüftergeräusch in den meisten Action-Filmen immer noch deutlich
unter, aber gerade bei Regalprojektion, wenn der Projektor hinter dem Zuschauer
steht, ist der Lüfter dennoch nicht überhörbar.
Die Optik des Screenplay 7205 bietet einen ausreichend großen Zoombereich,
um bereits bei relativ kurzen Projektionsabständen große 16:9-Bilder an die
Wand zaubern zu können. Ab einer Distanz von 3.4 m kann man bereits ein zwei
Meter breites Bild sehen.
Bild
Die verwendeten Testbilder stammen von der "Peter
Finzel-Test-Disc"

horizontale Skalierung
Der Infocus-Tradition folgend, liefert der Screenplay 7205 sehr helle
Bilder. Der Projektor bietet zwei verschiedene Lampenmodi. Ein richtiger
Sparmodus ist hierbei nicht vorhanden. Es gibt lediglich die Möglichkeit, den
Projektor heller zu stellen. Dies sollte man allerdings lassen, denn zum einen
ist das Bild bereits im normalen Betriebsmodus so hell, dass das Bild bei einer
weiteren Erhöhung schon als zu grell empfunden wird. Außerdem reduziert sich
dadurch die Lampenlebensdauer so von 3000 auf maximal 2000 Betriebsstunden.
Mit seinen 1280 x 720 Pixeln bietet der Infocus bei HDTV-Bildern eine
exzellente Performance. Das Bild ist gestochen scharf und wirkt auch sehr
plastisch. Sofern man YUV oder DVI-Quellen nutzt, kann der Projektor aber selbst
aus einfachen PAL-Bildern mit progressiver Zuspielung noch eine Menge machen.
Diese löst der Projektor mit seinem internen Scaler bis zu 6.75 MHz sauber auf
und auch mit der Farbauflösung kann man zufrieden sein. Die Detailschärfe ist
so gut, dass sogar die minimalen Artefakte auf den Testbildern erkennbar werden
und selbst DVDs, die man bislang für tadellos hielt, mitunter einige
Überraschungen offenbahren. Wie man am unteren Testbild erkennt, zeigt der
Projektor enorm viel Schärfe bis in absolut feinste Details. Die Schärfe ist
auch bei S-Video immer noch erstaunlich gut. Hier macht sich allerdings die
geringere Farbauflösung bemerkbar. Über 1.5 MHz geht diese nicht mehr richtig
hinaus, was sich auch bei Filmsequenzen im leichten Maße durch leicht
auslaufende Farben am Rande von bunten Konturen bemerkbar macht.

"Siemens-Stern"
Die Optik des Infocus zeigt leichte Schwächen: Am oberen Bildrand erscheint
das Bild links und rechts ganz leicht abgerundet, was jetzt nun kein Drama darstellt,
bei einem Videoprojektor, der immerhin auf dem Preisniveau eines gebrauchten
Kleinwagens liegt, aber eigentlich nicht vorkommen sollte.
Der Kontrast des Infocus ist gut, was vor allem durch die hohe Helligkeit des
Projektors erreicht wird. Im Schwarzwert ist der 7205 allerdings nicht wesentlich
besser als sein kleinerer Bruder, der Screenplay 4805. Mit einer Iris-Blende
oder Filtern hätte sich hier sicherlich noch mehr herausholen lassen. Der maximale Kontrast
wurde mit 1418:1 gemessen. Wer den Kontrast optimieren möchte, sollte anstelle
der Voreinstellung auf eine Farbtemperatur von 6500 Kelvin lieber 7500 Kelvin
wählen, da in diesem Modus die Helligkeit des Projektors höher ist. Die
leichten Farbdifferenzen lassen sich sehr einfach wieder ausgleichen. Neutrale
Farben sind auch bei diesem DLP-Projektor sehr einfach erreichbar. Vermisst wird
lediglich eine Einstellmöglichkeit der Farbsättigung bei der DVI-Wiedergabe.
Denn die Farbwiedergabe erschien uns über DVI etwas dezent. Da DVI ebenso wie
VGA in der Vergangenheit vor allem für den Anschluss am Computer gedacht waren,
fehlt beim Infocus ebenso wie bei vielen anderen Projektoren die entsprechende
Justage-Option.

Farbauflösung
Die Farben werden über ein Sieben Segment-Farbrad mit fünffacher
Geschwindigkeit erzeugt. Durch die hohe Wechselfrequenz der einzelnen Farben
fällt dabei der sogenannte Regenbogeneffekt praktisch nicht mehr auf. Selbst
bei besonders kritischen Schwarz/Weiss-Kontrasten war nur sehr selten ein
leichtes Flimmern zu erkennen.
Auch DLP-Rauschen ist beim Screenplay 7205 praktisch nicht vorhanden. Selbst in
kritischen dunklen Szenen, wie man sie z.B. oft in "Star Wars - Episode II
- Angriff der Klonenkrieger" zu sehen bekommt, bleiben dunkle Bildflächen
gleichmäßig und frei von Störungen.
Der bewährte Faroudja-De-Interlacer verrichtet seine Arbeit tadellos. Ab und
zu benötigt er einen kurzen Moment, um das Bild richtig zusammenzusetzen, aber
das eigentliche De-Interlacing ist einwandfrei. Der "True Life"-Modus
ermöglicht es bei Interlaced-Bildquellen, die Bilddarstellung noch etwas zu
verfeinern. So lässt sich aus dem Bild z.B. noch mehr Detail herausholen, ohne
dass direkt Doppelkonturen auftreten. Dennoch sollte man hier recht behutsam
vorgehen, da sich mit den Details auch das Rauschen sichtbar erhöht.

vertikale Skalierung
Fazit:
Der Infocus Screenplay 7205 ist nicht nur ein perfekter HDTV-Projektor,
sondern stellt selbst normale DVDs über DVI und YUV sehr detailreich dar. Trotz
der verhältnismäßig kompakten Bauweise bietet der Infocus eine Menge
Anschlüsse. Der Infocus ist vor allem etwas für Filmfreunde, die ein sehr
helles Bild wünschen. Denn hier hat der 7205 wirklich noch eine Menge Reserven,
so dass die Film-Session auch schon zu etwas früherer Session mit leichtem
Restlicht starten kann. Das Design und das Bedienkonzept sollte Infocus noch
möglichst lange beibehalten, denn die Menüs sind logisch strukturiert und die
Bedienung sehr einfach. Im Rennen um den besten Kontrast wird der Infocus
allerdings von der Konkurrenz überholt. Ganz so viel Kontrast wie z.B. der Sharp XV-Z12000 mit einem Wert von 5000:1
holt der Infocus leider nicht aus dem neuen HD2+ von Texas Instruments heraus.
Und etwas mehr Komfort wie Iris-Blende und Lens-Shift sollte in dieser
Preisklasse eigentlich auch drin sein.

Oberklasse
Preis-/Leistung:      
Pro:
-
Sehr detailreiches Bild
-
Viele Anschlüsse
-
Praktisch kein "Regenbogeneffekt"
-
Faroudja DCDi-De-Interlacer
-
Viele Einstellmöglichkeiten
-
Optisch ansprechende und intuitive Bedienung
-
Firmware-Upgrades via Internet
Contra:
Downloads:
Technische Daten:
- Video: Component und RGB HDTV (720p, 1035i, 1080i, 1080p-24Hz), 24p. DVI
mit HDCP für digitales Video und verschlüsseltes digitales Video.
Component EDTV (480p, 576p Progressive Scan), Component, Composite und
S-Video-Standardvideo (480i, 576i, 576i RGB SCART mit Adapter, NTSC, NTSC M
4.43, PAL: B, G, H, I, M, N; SECAM: M), einschließlich
60-Hz-zu-48-Hz-Konvertierung von NTSC-Filmmaterial.
- Computer: Digital und analog: PC, Macintosh®, 1280 x 1024 Auflösung
mittels intelligenter Größenanpassung
Kommunikation: USB und RS-232
- EIN- UND AUSGÄNGE
2 – Component (Gold RCA): HDTV, EDTV und Standard-TV Component
1 – Component (D5): HDTV, EDTV, Standard-TV und RGB SCART mit Adapter
2 – S-Video: Standardvideo
1 – Composite (RCA): Standardvideo
1 – DVI (M1): HDTV RGB, HDTV Component, Digital Visual Interface (DVI) mit
HDCP-Decodierung, Computer und USB, HDMI mittels Adapter
1 – HD15 VESA: HDTV RGB, HDTV-Component und Computer
1 – 9-Pin-Dsub männlich: RS-232
1 – 3,5-mm-Minibuchse: IR Repeater (Niles/Xantech-kompatibel)
2 – 3,5-mm-Minibuchse: 1-12v Screen-Drop, 1-12v 4:3 Seitenverhältnis
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Projektionssystem: Neuer TI Mustang/HD2+ 12° LVDS DMD Auflösung: 1280 x
720 (16:9)
Projektionsobjektiv: Ganzglas, von Zeiss entworfen. F/2,7 (Weitwinkel),
F/3,1 (Tele)
Farbrad: Proprietär, 7-Segment-Farbrad (Farbtemperatur 6500 K)
Kalibriertes Kontrastverhältnis: 2200:1 voll ein/aus
Lampe (Dualmodus): 220-Watt UHP (3000 Stunden); 250-Watt UHP (2000 Stunden)
Lumen (für Video optimiert): Max. 1100 ANSI
Modi: Front-/Rück-/Deckenmodus
Fokussierabstand: 1,5 m bis 8
Trapezkorrektur: Digital, bis zu +/- 20° vertikal, +/- 9° horizontal
SMPTE-Helligkeit: Bis zu 3,4 m breit, 16:9-Leinwand (basierend auf max. 1100
Lumen)
Projektionsverhältnis: 1,67:1 -2,08:1 (Abstand:Bildbreite)
- ALLGEMEIN
Abmessungen: 35,1 cm (B) x 32,5 cm (L) x 11,0 cm (H)
Gewicht: 4,3 kg
Stromversorgung: 100 bis 240 V bei 50 bis 60 Hz
Betriebstemperatur: 10 bis 40 °C bei Normalnull (0 bis 3000 m)
Erfüllte Richtlinien: UL, CSA, TÜV, C Tick, NOM, MIC, GOST, IRAM, CCC,
S-JQA,
FCC B, EN55022, ICES-003
Standard-Lieferumfang: Netzkabel, Fernbedienung, Kabelabdeckung
Garantie: Zwei Jahre Standardgarantie auf Teile und Arbeitsleistung,
ein Jahr auf Zubehör
Lampengarantie: 90 Tage oder 500 Stunden
Menüsprachen: Englisch, Spanisch, Französisch, Deutsch, Japanisch,
Koreanisch, Portugiesisch, Italienisch, Norwegisch,
Russisch, Chinesisch (VR China), Chinesisch (Taiwan)
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