AREA DVD-Test: DVB-T-Receiver EchoStar T-232 FTA/T-222plus
10.11.2004 Test: Karsten Serck
Das Gerät
EchoStar, weltweit bekannter Hersteller von Satelliten-Empfangsequipment und
mit "DISH Network" in den USA selbst einer der großen Pay TV-Anbieter via
Satellit, nimmt jetzt auch den deutschen Markt stärker ins Visier. Unter
anderem gehören zu der Produktoffensive gleich zwei DVB-T-Receiver mit den
Bezeichnungen T-222 FTA und T-232 FTA.
Die Stromversorgung erfolgt über ein einen externes Steckernetzteil. Dieses
ist so kompakt, dass es in einer Steckdosenleiste lediglich einen Platz belegt
und somit auch in bereits stark belegte Steckerleisten integriert werden kann. In der
Verpackung ist zusätzlich noch ein Adapter für die Stromversorgung über ein
12 V-PKW-Netz vorhanden. Schließlich soll DVB-T auch für den mobilen Empfang
genutzt werden können. Über den Antenneneingang lässt sich außerdem auch
direkt eine Antenne mit Verstärker anschließen, der über das Antennenkabel
mit Spannung versorgt wird.
Die Anschlüsse des DVB-T-Receivers EchoStar T-232 sind sehr üppig. Er
bietet mehr, als man zum Preis von 129 EUR (UVP) erwarten kann, nämlich neben zwei
SCART-Buchsen auch einen koaxialen Digitalausgang sowie einen S-Video-Ausgang.
- 2 x SCART (TV: RGB, Composite, VCR: Composite)
- 1 x RF-IN inklusive 5V-Spannungsversorgung (für externe Antennen mit Verstärker)
- 1 x RF-OUT
- 1 x SPDIF (koaxialer Digitalausgang)
- 1 x Stereo-Cinch
- 1 X S-Video
- 1 x Composite Video
- RS-232 für Software-Updates
Der EchoStar T-222plus ist mit dem größeren Receiver technisch absolut
identisch, aber von der Ausstattung deutlich abgespeckt, kostet dafür aber auch
nur 109 EUR (UVP). Er dürfte vor allem in
Haushalten zum Einsatz kommen, in denen lediglich eine Verbindung zum Fernseher
aber nicht zur Stereo-Anlage hergestellt werden soll. Beide Geräte ermöglichen
Software-Updates über eine serielle Schnittstelle. Direkt über die Antenne
lassen sich aber keine Aktualisierungen einspielen.
- 1 x SCART (RGB, Composite)
- RS-232 für Software-Updates
Features
- RF-Generator: Das Bild des DVB-T-Receivers lässt sich auch analog über
ein Antennenkabel an weitere TV-Geräte über einen einstellbaren UHF-Kanal verteilen.
Der Generator kann im kompletten UHF-Bereich von Kanal 21-69 eingestellt
werden.
- EPG: Im schlichten Menü-Design des Receivers werden auch die von den
Sendern ausgestrahlten Programminformationen angezeigt. Neben Informationen
zum Programmplan der Sender findet man per Knopfdruck auch genaue
Informationen zum laufenden Programm, sofern diese vom Sender ausgestrahlt
werden.
- Unterstützung für aktive Antennen: Optional lässt sich im Setup-Menü eine Versorgungsspannung von 5V für aktive Antennen einstellen. Der Antennenverstärker bezieht seine Versorgungsspannung dann über das Antennenkabel und benötigt keinen eigenen Stromanschluss.
- Digitalausgang: Der koaxiale Digitalausgang ermöglicht nicht nur die digitale Tonwiedergabe, sondern auch die Verwendung von Dolby Digital
5.1-Ton, sofern ein entsprechendes Signal von den Sendern in den einzelnen
DVB-T-Regionen ausgestrahlt wird.
- Videotext: Der EchoStar ermöglicht die Videotext-Darstellung sowohl über einen internen Decoder als auch über den Decoder des
Fernsehers
- Timer mit 6 Speicherplätzen: Sowohl Aufnahmen auf einem DVD-Recorder als auch einem herkömmlichen Videorecorder lassen sich komplett über den DVB-T-Receiver steuern, sofern das angeschlossene Gerät eine externe Aufnahmesteuerung unterstützt. Sofern dies funktioniert, wird der Videorecorder automatisch gestartet, sobald über die zweite SCART-Buchse ein Signal angezeigt wird. Die Programmierung erfolgt über den
EPG und lässt sich auch nachträglich editieren.
- Sleep-Timer zum automatischen Ausschalten des Receivers nach einer
vorgegebenen Zeitdauer.
- Software-Updates: Die Möglichkeit, Software-Aktualisierungen direkt über
DVB-T-Sender einspielen zu können, wird von den EchoStar-Modellen bislang
noch nicht unterstützt. Auf der Rückseite befindet sich aber eine serielle
Schnittstelle, über die man neue Software-Versionen übertragen kann, die man
im Internet unter www.EchoStar-int.com
findet.
- Manuelles Editieren der Sender-Parameter: Normalerweise werden die
ausgestrahlten Programme automatisch über den Sendersuchlauf erkannt. Falls
hierbei doch Störungen auftreten sollten, kann man die Empfangsparameter wie
Video- oder Audio-PID einsehen und auch ändern. Sofern alles funktioniert,
sollte man hier aber lieber die Finger von lassen. Der EchoStar-Receiver hat leider keine Info-Anzeigen, in denen Parameter wie
Auflösung oder Bitrate angezeigt werden.
- Radio-Modus: Wie bei DVB-C und DVB-S-Receivern üblich, gibt es auch bei
diesem DVB-T-Receiver einen speziellen Radio-Modus, in dem die Radioprogramme
getrennt von den TV-Programmen aufgelistet werden. Aus politisch-strategischen
Gründen wird DVB-T derzeit aber noch nicht für die Übertragung von
Radioprogrammen genutzt, da neben der zusätzlich erforderlichen Bandbreite im
DVB-T-Multiplex für digitales Radio in Deutschland auf DAB gesetzt wird.
Länder wie England, wo zahlreiche Radioprogramme sowohl über DVB-T als auch
DAB angeboten werden, zeigen aber, dass es prinzipiell auch anders geht.
Bedienung
Die Menüs des
EchoStar DVB-T-Receivers sind von der optischen Gestaltung
recht simpel, aber übersichtlich. Ein wenig schrill wirkt die gelb-grünliche
Farb-Voreinstellung der On Screen-Anzeigen. Diese lässt sich allerdings auf
Wunsch beliebig verändern. Ein Farbeditor erlaubt ähnlich wie bei
Windows-Betriebssystemen die individuelle Farbanpassung aller Menüs und
Schriften, die mit ein paar Handgriffen schon wesentlich besser aussehen
können.
Am Gerät selbst befindet sich keinerlei Display. Zwei LEDs zeigen lediglich optisch
an, ob der Empfänger eingeschaltet ist und ein Signal empfangen werden
kann.
Bei der Erstinstallation steht ein eine optische und akustische Hilfe zur
Ausrichtung der Antenne zur Verfügung. So lässt sich selbst ohne Blick auf den
Fernseher die Antenne optimal ausrichten. Der Signalton gibt akustisch die Höhe
des Signalpegels wieder. In Einzelfällen könnte dies etwas problematisch sein,
da für den Empfang neben dem Signalpegel die Signalqualität noch
entscheidender ist und daher eine akustische Signalisierung der Signalqualität sinnvoller wäre. Selbst bei hoher Signalstärke
ist unter bestimmten Empfangssituationen z.B. eine niedrige Signalqualität
vorstellbar, die den Empfang verhindern könnte. In unserem Test allerdings gab
es hiermit keinerlei Probleme.
Der automatische Sendersuchlauf erfolgt beim EchoStar-Receiver in zwei
Schritten. Zunächst werden Frequenzen mit Digital-Bouquets gesucht,
anschließend werden aus diesen die verschiedenen Programme ausgelesen. Der
Sendersuchlauf ist sehr schnell, so dass zwei Minuten nach dem Anschluss schon
die komplette Programmauswahl zur Verfügung stehen kann.
Die Fernbedienung liegt gut in der Hand, macht einen ordentlich verarbeiteten
Eindruck und reagiert schnell auf die Befehle. Die Umschaltzeit liegt innerhalb
eines Bouquets bei rund einer Sekunde. Bei einem Bouquetwechsel vergehen rund
vier Sekunden. Die Fernbedienung arbeitet recht präzise, sie muss allerdings sehr genau auf das Gerät ausgerichtet
werden, damit alle Befehle auch ausgeführt werden.
Bild
Das Gerät wurde im Rhein Main-Gebiet getestet, wo bereits seit dem 4.
Oktober zwei Programmbouquets vom Hessischen Rundfunk und dem ZDF von Frankfurt
sowie den Sendern Hohe Wurzel und Feldberg ausgestrahlt werden. Obwohl ein
perfekter Inhouse-Empfang mit simplen Antennen nur im Großraum Frankfurt sowie
Mainz/Wiesbaden auf den offiziellen Versorgungskarten versprochen wird, waren
selbst ganz außerhalb des Versorgungsbereichs, in dem der Empfang sogar nur mit
einer festen Dachantenne garantiert wird, alle DVB-T-Programme mehr als 50 km
südlich der Senderstandorte alle Programme einwandfrei und ohne Störungen mit
einem simplen Draht zu empfangen. Bei Verwendung einer Zimmerantenne ließen
sich sogar ohne Aufwand Signalpegel von 100% und eine Signalqualität von 95%
und mehr erreichen. Der Empfang war praktisch unverwüstlich und selbst bei
provozierten Bildausfällen findet innerhalb kürzester Zeit wieder eine
Neusynchronisation statt.
Wie bereits bei den DVB-T-Ausstrahlungen in NRW ist die Bildqualität der
Programme sehr stark von der Videobitrate abhängig und allgemein etwas
schlechter als vergleichbare DVB-S oder DVB-C-Ausstrahlungen. Bei niedriger Videobitrate lassen sich Artefakte im Bild kaum
vermeiden. Diese waren auf praktisch allen Kanälen des HR-Bouquets beim genauen
Hinschauen aus der Nähe zu erkennen. Das ZDF-Bouquet ist hier wesentlich besser
und zeigt kaum Artefakte. Bei einem Abstand von mehr als zwei Metern von einem
80 cm-TV fallen die DVB-T-Störungen kaum noch auf und das Bild macht einen
sehr guten Eindruck. Da es bei DVB-T weniger um die Bildqualität als vielmehr
um die Verbreitung möglichst vieler Programme geht, wird man mit den genannten
Problemen leben müssen, die unabhängig vom verwendeten Empfänger auftreten.
Zumindest in Regionen, wo bislang kein ungestörter terrestrischer TV-Empfang
möglich war, wird DVB-T aber trotzdem insgesamt eine bessere Qualität bieten
können.
Die Kontrast- und Farbwiedergabe auf den EchoStar-Geräten ist perfekt. Hier sind mit DVB-T wesentlich
bessere Ergebnisse zu erzielen als es meist beim analogen terrestrischen Empfang
möglich ist. Gerade die kräftige Farbwiedergabe ist bemerkenswert.
Leider besitzt das Bild der beiden Testgeräte einen recht großen Overscan.
Dies fiel vor allem dadurch auf, weil Senderlogos stellenweise nicht mehr ganz
im Bild zu sehen waren. So verschwand das ARD-Logo zum Teil bereits am linken Bildschirmrand.
EchoStar arbeitet inzwischen aber bereits an einem Software-Upgrade, mit dem
dieses Problem behoben werden soll, welches direkt in neue Geräte eingespielt
werden soll. Bereits im Handel befindliche DVB-T-Receiver werden sich über die
serielle Schnittstelle aktualisieren lassen.
Fazit
Der EchoStar T-232 FTA ist ein trotz des günstigen Preises sehr üppig mit
Anschlüssen versehener DVB-T-Receiver mit guten Empfangseigenschaften. Im Test
waren sehr gute Empfangsleistungen selbst außerhalb des DVB-T-Kerngebiets
Rhein/Main zu erzielen. Sofern
man in einer DVB-T-Region wohnt, sollte es dank der Installationshilfen möglich
sein, innerhalb weniger Minuten alle verfügbaren DVB-T-Programme empfangen zu
können. Wer auf S-Video oder den Digitalausgang für den Ton verzichten
kann, bekommt mit dem T-222plus eine rund 20 EUR günstigere Alternative mit
identischen Empfangsleistungen.

Einsteigerklasse
Preis-/Leistung:      
Pro:
-
Problemloser DVB-T-Empfang selbst außerhalb der Kerngebiete
-
Umfangreiche Anschlüsse für Bild und Ton
-
akustische Signalstärkeanzeige
-
Menüfarben einstellbar
-
Einfache Bedienung
-
12V-Adapter im Lieferumfang
Contra:
- Eingeschränkte Reichweite der Fernbedienung
- Keine Kanal- oder Sendername-Anzeige am Gerät
- Keine Software-Upgrades via Antenne
Produkt-Infos im Internet:
www.EchoStar-int.com
Kontakt: germany@EchoStar.com
Technische Daten:
-
Mehrsprachige EchoLITE-Benutzeroberfläche
-
Software-Update über Internet (RS-232)
-
Frei empfangbar Untertitel (Teletext unterstützt)
-
14 Tage EPG (Elektronische Programmzeitschrift) LED-Statusanzeige
-
Standbild Seitenverhältnis: 4:3, 16:9 (Letterbox, Pan&Scan, Breitbild)
-
7 Timer (VCR und Ruhezustand) Lautstärkeregelung, Ton aus
-
1.000 digitale Kanäle UHF-Modulator (Kanal 21-69, PAL B/G, D/K, I)
-
Teletext (Integrierter Decoder und VBI-Wiedereinführung)
Größe: 280 x 210 x 45 mm (B x T x H)
-
S/PDIF-Home Cinema-Unterstützung (Dolby Digital-kompatibel)
Geringer Stromverbrauch (9,2 W, 6,8 W in Standby-Modus)
-
Mehrere Favoritenlisten für bevorzugte Kanäle (4 für
TV/Radio) Kindersicherung (Kanal, Installation und Empfängersperre)
-
Mehrere Suchmodi (Automatisch und Manuell) MPEG-2/DVB-kompatibel
-
Tuner/Demodulator Infrarot-Fernbedienung
-
Empfangsfrequenz VHF (177,5 - 466 MHz)
-
UHF (474 - 858 MHz)
-
Eingangssignalpegel zwischen -75dBm und -25dBm
-
Eingangsimpedanz 75 Ohm
-
IF-Bandbreite 7 und 8 MHz
-
Übertragungsmodus COFDM 2K, 8K
-
Konstellation 16QAM, 64QAM, QPSK
-
Anschlüsse:
-
SCART-Anschluss TV, VCR
-
RCA Connector AUDIO L/R, VIDEO, S/PDIF
-
IEC-Anschluss TV OUT, ANT IN
-
RS-232-Anschluss RS-232 (Baudrate 115,200)
-
DIN-Anschluss SVHS
-
Composite-Videoausgang
-
TV, VCR (SCART), SVHS (DIN), VIDEO (RCA)
-
RGB Video out TV (SCART)
-
Dolby Digital out Koaxialer S/PDIF (RCA)
-
Spannungsversorgung 12/24 V DC (230 V AC-Netzadapter)
Verantwortlich für den Test: Karsten Serck
10.11.2004
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