XXL-TEST: AV-Receiver Arcam AVR600 - höchster Klanggenuss für 4500 EUR?
01. Februar 2010 (phk/cr/th)

Arcams ganzer Stolz - der AV-Receiver AVR600

Die Frontansicht

Edle Fernbedienung
Einführung
Feinstes Engineering mit sehr hochwertigen Komponenten für erstklassiges
Mehrkanal- und Stereohörvergnügen verspricht Traditionshersteller Arcam mit
dem AVR600, einem Siebenkanal-Hochleistungs-AV-Receiver, der für 4500 EUR
offeriert wird. Mit 120 glaubwürdigen Watt pro Kanal (Dauerleistung an 4 und 8
Ohm, alle 7 Kanäle gleichzeitig belastet mit 1 kHz) tritt das mit opulentem
Ringkerntransformator sowie Class G Endstufen ausgestattete Gerät an, um der
versammelten Konkurrenz das Fürchten zu lehren. Natürlich decodiert der AVR600
alle aktuellen Tonformate, so auch DTS-HD Master Audio und Dolby TrueHD. Auch
Dolby Volume (bei der gehörten Quelle wird, ganz gleich, ob zum Beispiel
der Film läuft oder ein Werbeblock kommt, die Dynamik so angeglichen, dass die
gehörte Lautstärke stets identisch ist, ebenfalls gibt es den Leveller: Dieser
gleicht die Lautstärke beim Quellwechsel automatisch an) bringt der noble Brite
als Feature mit. Die sechste und die
siebte Endstufe können, wenn sie nicht für ein komplettes 7.1 oder 7.2 Setup
im Haupthörraum Verwendung finden, für eine 2. Hörzone eingesetzt werden.
Wahlweise steht auch eine Bi-Amping-Option zur Disposition, wer über
entsprechend hochwertige und belastbare Frontlautsprecher verfügt (auf jeden
Fall Vollbereichs-Standboxen), kann hier die Front-LS mit 2 Endstufen pro Box
befeuern. Eine überragende Klangqualität im Stereobetrieb stand für die
Arcam-Entwickler übrigens im konstruktiven Fokus, daher ist für Verfechter
eines reinen, ungestörten Signals auch ein spezieller "Direct"-Modus
mit an Bord. Alle Klangregler und Prozessoren werden hier bei analog eingehenden
Signalen umgangen. Neben einer zweiten kann sogar eine dritte Hörzone
konfiguriert werden. Für Acram-Besitzer, die möglichst einfach und schnell an
den Start mit ihrem neuen Gerät gehen wollen, ist auch ein automatisches
Einmesssystem mit an Bord. Für moderne Multimedia-Anwendungen ist der AVR600
ebenfalls offen - er ist in der Lage, von PCs und Home Servern, die sich im
Heimnetzwerk befinden, Musikdateien zu streamen. Des Weiteren kann man mittels des optional erhältlichen
"rDocks" eine Dockingstation über den 2. RS232 Anschluss einbinden.
Weitere Features umfassen eine Internet Radio-Funktion und die Möglichkeit,
Musikdateien natürlich nicht nur von iPod Touch/iPhone zu streamen, sondern
auch von entsprechend vorbereiteten PCs und Home Servern im Heimnetzwerk.
Integriert ist sogar ein DAB-Tuner. Videoseitig bietet der Arcam mit 5
HDMI-Eingängen und 2 HDMI-Ausgängen eine nur ausreichende Bestückung - für
Komponenten dieser Preisklasse sollten mindestens 7 HDMI-Inputs zur Verfügung
stehen. Sehr gut für Besitzer hochwertiger analoger Quellgeräte: Gleich fünf
Komponenteneingänge sind auf der Rückseite zu finden. Diese werden von einem
Ausgang ergänzt. Alle Komponentenanschlüsse vertragen Signalauflösungen bis
1080i. Lip Sync für eine perfekte Synchronisierung von Audio- und Videosignal
ist für alle Eingänge einzeln, auf Wunsch aber auch global einstellbar in
einem breiten Regelbereich zwischen 0 und 1000 ms. Eine Videokonvertierung ist
auf- sowie abwärts möglich. Mit eingebaut ist sogar ein Video-EQ, der
unter anderem über eine Moskito-Rauschreduzierung, eine
Random-Rauschreduzierung sowie über einen Filter für Blockrauschen verfügt.
Custom Installers dürfen sich über eine unabhängige Zone 2 (Audio/Video) mit
fester oder variabler Lautstärke, über eine Zone 3 Audiofunktion mit fester
oder variabler Lautstärke sowie RC5-Fernbedienungseingängen für alle 3 Zonen
freuen. Infrarotausgänge/Durchleitungen für alle angeschlossenen Quellgeräte
erhöhen die Flexibilität ebenso wie die Tatsache, dass der AVR600 mittels
diskreten IR RC 5-Codes komplett steuerbar ist. Die Full Duplex RS232
Steuerung ermöglicht die Einbindung auch in komplexere Haussteuerungssysteme.
12 Volt Trigger finden sich ebenfalls im Anschlussangebot. Was der Tausendsassa
aus England in der Praxis leistet, lesen Sie im folgenden Testbericht.
Verarbeitung
Arcam pflegt einen optisch eigenständigen Weg, was wir in einer Zeit
fortschreitender Uniformität durchaus begrüßen. Auf extrovertierte
Spielereien wird verzichtet, vielmehr strahlt die Front des AVR600 gekonnt
Zeitlosigkeit aus. Dass das schön auflösende und sehr große Display
allerdings in froschgrün erstrahlen muss, mag für Arcam-Fans zwar ein
markentypisches Identifizierungsmerkmal sein, für andere Zeitgenossen hingegen
etwas zu auffällig wirken. Ein nobles Bernstein oder ein im Trend liegendes
Weiß würden hier als Farbe für das Punktmatrixdisplay eine bessere Figur
abgeben. Im Gegensatz zu anderen uns bekannten AVRs und AV-Receivern fehlen
große Drehräder zur Regelung der Lautstärke und der Quellwahl vollkommen auf
der aus qualitativ hochwertigem Material bestehenden Arcam-Front. Nur einige
akkurat eingepasste, kreisrunde und relativ kleine Bedienelemente verlieren sich
auf der großen Frontblende. Der Gehäusedeckel und die Gerätestandfüße
hinterlassen einen tadellosen Eindruck. Die Anschlüsse auf der
Geräterückseite sind sauber eingepasst und wackeln auch bei häufigem Wechsel
des Anschlusskabels nicht. Die mitgelieferte Fernbedienung punktet mit
übersichtlichem Layout und nobler Verarbeitung. Das Messmikrophon ist deutlich
hochwertiger ausgeführt als bei vielen Konkurrenten.

Display mit hoher Auflösung

Arcam AVR600 von unten

Gerätestandfüße

Sauber eingepasste Front aus seitlicher Sicht

Bedienelemente auf der Gerätefront für die wichtigsten
Basisfunktionen

Noble Fernbedienung
Der innere Aufbau des AVR600 ist ebenfalls von Hochwertigkeit
und einer enormen Liebe zum Detail geprägt. Das saubere Platinenlayout ist
übersichtlich, herumhängende Kabel findet man im Geräteinneren nicht. Der
riesige Ringkerntransformator erreicht Dimensionen, die man ansonsten eher von
reinen Endstufen kennt. Das Endstufenlayout ist ebenfalls sehr akkurat
ausgeführt und dokumentiert Arcams große Kompetenz beim Verstärkerbau.

Klarer innerer Aufbau

Schwarzer Alu-Kühlkörper

großer Ringkerntrafo

Sauberes Platinenlayout, hochwertige Bauteile

Keine herumhängenden Kabel - alles ist mit viel Liebe zum
Detail verarbeitet

Weiterer Blick aufs Platinenlayout

Auch die Rückseite präsentiert sich sehr ansprechend
verarbeitet

Die Rückseite in der Totalen

LS-Anschlüsse, geeignet um Bananenstecker aufzunehmen und das
DAB-Antennen-Schraubgewinde
Gesamtnote Verarbeitung in Relation zur Preisklasse:
Hervorragend.
Anschlüsse
Die Anschlussbestückung des AVR600 ist insgesamt als üppig zu
bezeichnen - hier die Übersicht:
Hinten:
-
5 HDMI-Eingänge, 2 HDMI-Ausgänge
-
5 Komponenteneingänge
-
RS232-Anschluss
-
2. RS232-Anschluss für iPod-Dock
-
7.2 Pre-Out (sehr gut - 2 Vorverstärkerausgänge für den
Anschluss von 2 aktiven Subwoofern)
-
7.1 Externeingang
-
Dedizierter Phonoeingang für den direkten Anschluss eines
Plattenspielers
-
Koaxiale Digitaleingänge: 3, optische Digitaleingänge: 4.
1 x koaxialer Digitalausgang, 1 x optischer Digitalausgang
-
5 AV-Eingänge (Stereo-Cinch, S-Video, FBAS-Video), 2
AV-Ausgänge (identische Bestückung wie Eingänge)
-
Monitor Out (FBAS, S-Video, Komponente)
-
2 Stereo-Cinch-Eingänge (Tape, CD)
-
1 Stereo-Ausgang Tape
-
Zone 2/Zone 3: Stereo-Cinch für Zone 2 und Zone 3, FBAS/S-Video
für Zone 2
-
Tuneranschlüsse: FM, AM, DAB
-
Ethernetanschluss (RJ45) und USB Anschluss
-
Trigger getrennt für Zone 1/2/3
-
Infrarotanschlüsse: Zone 1/2/3, IR Out
-
Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse
-
Kaltgerätenetzstecker-Anschluss
Vorn:
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet -
hervorragend.
Menüs, Setup und Konfiguration
Allgemeines:
Die Gestaltung der Menüs (sogar mit Hilfetexten unten im
Screen) ist relativ modern. Im Detail findet sich am Bedienkonzept aber doch
Anlass zur Kritik. So sind die Umschaltzeiten zwischen digitalen Eingängen sehr lange,
die doppelte Belegung der FB-Tasten ist zudem nicht gelungen -> mit Shift
zwischen den Funktionsebenen zu wechseln, stört doch auf Dauer. Dass immer wieder die Taste AMP gedrückt werden muss um elementare Befehle zu senden,
entspricht auch nicht einem einfachen, durchdachten Bedienkonzept. Ebenfalls
könnte der Tastendruckpunkt besser definiert sein. Die mangelnde Flexibilität der digitalen Eingangszuweisung
ist einem Gerät dieser Preisklasse ebenfalls nicht angemessen.
Das Autosetup ist schön schnell und bringt gute Werte (dem einen oder anderen mag der Pegel des Woofers zu niedrig erscheinen).
Dass es allerdings nur eine globale Übernahmefrequenz gibt, muss kritisiert
werden. Sehr gut dafür: Time Alignment in 1 cm Schritten
und Pegelangleich in 0,25 dB Schritten. Zu erwarten von einem AVR dieser
Preisklasse: Dolby PL2x kann komplett eingestellt werden: Dimension, Centre Width, Panorama.
Es gibt ferner eine "Audio Compression"- und eine Balance-Einstellung, dazu noch Treble und Bass.
Dolby Volume ist auch mit dabei und sorgt für mehr Hörkomfort im Alltag.
Die Eingänge lassen sich trimmen (0.5V RMS, 1V RMS, 2V RMS, 4V RMS) und der Sub lässt sich speziell für den Stereo-Betrieb
anpassen.
Mehrere Anschlüsse (HDMI, YUV, Coax, Opt) sind fix gewissen Eingängen zugewiesen. Es besteht die Wahl zwischen einer automatischen Wahl des eingehenden Signals oder man legt es selber fest (z.B.: Will man den HDMI-In DVD oder den YUV-In DVD nutzen). Dies erweist sich dahingehend als sehr unflexibel, da für klassische Nicht-Video-Eingänge (CD) nur ein Eingangszug als Bildquelle gewählt werden kann (z.B. DVD) und nicht speziell DVD-YUV oder DVD-HDMI oder DVD_S-VHS. Hierdurch sinkt die effektiv Nutzbare Anzahl an Videoquellen erheblich.
Menüs:
Input Config

Konfigurationsmöglichkeiten für jeden Eingang - scrollt man
nach unten weiter, folgen weitere Menüpunkte

Weitere Einstelloptionen

Umfangreicher Video-EQ
- Input: Tape, Aux, Phono, AM Tuner, FM, Tuner, DAB Tuner, MCH, Net, iPOd, DVD, AV, SAT, PVR, VCR,
- Name (Eingabe eines individuellen Namens)
- Lipsync
- Ext. Mode: Last Mode, Stereo Downmix, None, Dolby Digital EX, Dolby PLIIx Movie, Dolby PLIIx Music,
- Treble +/- 10dB
- Bass +/- 10dB
- Room EQ: On, Off
- Input trim
- Dolby Volume: Off, Music Mode, Cinema Mode
- Dolby Leveller:
- Dolby Volume Calibration Offset: Pegelvorgabe für Dolby Volume
- Surround EX: Wahl der Matrix für den Extended Surround Betrieb
- Stereo Mode: Wahl des Lautsprechertyps für die Stereowiedergabe
- Sub Stereo: dB-Trimming für den Subwoofer im Stereobetrieb
- Video-EQ: Brightness, Contrast, Colour, Picture Mode(Auto, Video, Film), Edge Enhencement, Mosqito NR, Noise Reduction, Block
NR
- Wahl des Component Mode (Normal, RGsB, RGB + Sync)
- HDMI Audio an/aus
- Videoquelle (Auto, HDMI, Komponente, S-Video, FBAS-Composite
General Setup

General Setup, Teil 1

General Setup, Teil 2
- Video Input: DVD, AV, SAT, PVR, VCR, None
- Audio Compression: Off, On - Auto, On
- Balance: L +6 dB - R +6 dB
- PLII Dimension
- PLII Denter Width
- PLII Panorama
- Digital output frequence
- Volume Adjustement: Normale, Fine
- Maximal Volume
- Max On Volume
- Audio In iPod: CD, DVD, AV, SAT, PVR, VCR, Tape
- iPod Accessory: rLead, rDock, irDock
Auto Setup
- Run Auto Setup
- Accept Auto Setup
- Auto Setup Progress
Spkr Types

Lautsprecher-Einstellungen
- Front Left/Right: Large, Small
- Centre: Large, Small, None
- Surr. Left/Right: Large, Small, None
- Surr. Back L/R: 2 Large, 2 Small, 1 Large, 1 Small, None
- Subwoofer: Present, None
- Crossover Feq.: 40Hz, 60Hz, 80Hz, 100Hz, 120Hz, 150Hz (global)
- MCH Sub Level
- Use Channels 6+7 for: Surr. Back, BeAmp L+R, Zone2 (Zuweisung der Endstufen)
Spkr Distances

Time Alignment
- Units: Metres, Feet
- sämtliche Lautsprecher einzeln in 1cm-Schritten
Spkr Levels

Pegelangleich
- sämtliche Lautsprecher einzeln in 0,25dB-Schritten
Video Inputs

Zuweisungsmöglichkeiten der Videosignale
- Für jeden per Fernbedienung ansteuerbaren Audio-Only-Eingang lässt sich das Videosignal frei zuweisen, z.B. für den Eingang Phono das Bildsignal des Channels DVD.
Video Outputs

Video-Ausgangsoptionen
- Zone 1 OSD: On, Off
- Analogue Output: SD Interl., SD Prog., 720p, 1080i, 1080p
- Analogue Frame Rate: Auto, Follow Input, 50Hz, 60Hz
- Display Type
- Output Switching: Output 1, Output 2, Output 1 & 2, Auto-priority Out 1, Auto-priority Out 2
- Out 1 Resolution: SD Interlaced, SD Progressive, 720p, 1080i, 1080p, Prefered
- Output 1 Frame Rate: Auto, Follow Input, 50Hz, 60Hz
- Lipsync
- Out 2 Resolution: SD Interlaced, SD Progressive, 720p, 1080i, 1080p, Prefered
- Output 2 Frame Rate: Auto, Follow Input, 50Hz, 60Hz
- Out 1 & 2 Resolution: SD Interlaced, SD Progressive, 720p, 1080i, 1080p, Best
- Out 1 & 2 Frame Rate: Auto, Follow Input, 50Hz, 60Hz
Mode

Modus-Einstellmöglichkeiten
- Dolby Pro Logic: Yes, No
- Dolby PLIIx Movie: Yes, No
- Dolby PLIIx Music: Yes, No
- Dolby PLIIx Matrix: Yes, No
- Dolby PLIIx Game: Yes, No
- DTS Neo:6 Cinema: : Yes, No
- DTS Neo:6Music: Yes, No
- Stereo Downmix: Yes, No
- Dolby Digital EX: Yes, No
- diese Modi sind separiert anzuwählen für Zwei- und Mehrkanal-Quellen
Zone Settings


Einstelloptionen für weitere Hörzonen (Bilder oben und
unten)
- Z2/Z3 Input: Follow Z1, CD, DVD, AV, SAT, PVR, VCR, Tape, Aux, Phono, AM, FM, DAB, MCH, Net, iPod
- Z2 Video Output: Composite, S-Video
- Zone2 Status
- Zone2 Volume: 0 - 100dB in 1'er Schritten
- Zone2 Max Vol
- Zone2 Fixed Vol: No, Yes
- Zone2 Max On Vol
- Zone3 Status
- Zone3 Volume: 0 - 100dB in 1'er Schritten
- Zone3 Max Vol
- Zone3 Fixed Vol: No, Yes
- Zone3 Max On Vol
- Standby: Local Onlay, All Off
Network
- Use DHCP:Yes, No
- MAC Adress
- IP Adress
- Subnet Mask
- Gateway
- Primary DNS
- Alternate DNS
- Use Proxy: Yes, No
- Proxy Adress
Multimedia und Netzwerk

Einfache kabelbasierte Einbindung ins Netzwerk
Der erste Schritt zur Netzwerkintegration führt beim AVR600 über die
"Network Settings" im Hauptmenü. Je nach Einbindung wird hier die DHCP-Funktion festgelegt und bei Bedarf die statischen Parameter selbst gesetzt. Die Integration in unser Redaktionsnetzwerk stellte uns vor keinerlei Probleme.
Der Zugriff auf die Internet- und Netzwerkfeatures des Arcam AVR600 ist auf den ersten Blick nicht so einfach zu erkennen: Im Zusammenspiel mit der Shift-Taste und der Taste zur iPod-Wahl - die Tasten müssen nacheinander betätigt werden - auf der Fernbedienung öffnet sich der Arcam Network Client. Internet-Radio und eventuell installierte Medienserver werden hier angezeigt.
Das Internet-Radio fächert sich in weitere Unterkategorien wie "Favoriten", "Genres", "Countries" usw. auf und ist, sieht man vom etwas schlichten Layout ab, sehr übersichtlich. Die Bedienung stellt selbst an Laien keine allzu hohen Anforderungen, partiell scheint der Cursor der Fernbedienung ein wenig hinterher zu hinken, mit ein wenig Übung stellt dies aber kein Hindernis dar.
Zurück im geöffneten Fenster des "Network Client" werden neben der Internet-Radiofunktion - sofern vorhanden - ins Netzwerk integrierte DLNA-Medienserver erfasst und angezeigt. Bei Anwahl eines vorhandenen Medienservers wird die Ordnerstruktur des Servers angezeigt und via DLNA zur Verfügung gestellte Daten können abgerufen werden. Der AVR600 kann über das Netzwerk lediglich Audio-Dateien wie mp3, aac, wma, wav, FLAC verarbeiten und stellt keine
Foto-oder Videofunktionen zur Verfügung. Angezeigte Informationen über das abgerufene Material beinhalten Track-Name, Künstler, Album, Dateiformat und Bitrate.
Die dritte und letzte Möglichkeit der Audiowiedergabe abgesehen von den herkömmlichen Wiedergabemöglichkeiten ist das Abspielen von einem USB-Speichermedium. Der USB-Eingang findet sich auf der Rückseite des Arcam unterhalb des Ethernet-Anschlusses. Auch hier führt der Weg über den "Network Client", Layout und Design entsprechen dem Internetradio und auch hier können ausschließlich Audiodaten abgespielt werden. Hier möchten wir noch anmerken, dass der Arcam AVR600 keine in NTFS formatierten Datenträger wie unseren PNY 16GB Stick via USB erkennt, liegt der Stick jedoch im FAT32-Format vor erfolgt das Erkennen und die Anzeige flott und tadellos.
Wer über ein iPhone oder über einen iPod Touch verfügt und
mittels des App Stores von Apple den PlugPlayer installiert hat, kann aufgrund
der DLNA-Fähigkeit des AVR-600 den iPod Touch oder das iPhone als Remote
nutzen, um auf Musik, die auf einem Home Server gespeichert ist, zuzugreifen und
über den Arcam wiederzugeben.
Der Klang von Internet Radio-Sendern und gestreamten Dateien ist
sauber und neutral, Stimmen weisen eine hohe Verständlichkeit auf. Wenn
gewünscht, kann man PLIIx oder Neo:6 zuschalten - mit dynamischem,
überzeugenden Ergebnis.
Gesamtnote in Relation zu Preisklasse und Gerätekategorie:
Ausgezeichnet - hervorragend.
Testequipment
Lautsprecher
AV-Receiver und -Verstärker
Blu-ray-Player
Bildwiedergabegeräte
Klang
Einmesssystem

Hochwertiges Einmessmikrophon
Um das automatische Einmesssystem des AVR600 zu starten, wählt man zunächst die Menü-Taste der Fernbedienung. Das Auto-Setup findet sich als dritter Menüpunkt von oben und startet bei angeschlossenem Messmikrofon automatisch und sofort nach Betätigung des Start-Buttons. Das Anschließen des Mikrofons muss unbedingt beachtet werden: Der AVR600 erkennt nicht selbst ob das Mikrofon korrekt angeschlossen ist. Einen dedizierten Eingang gibt es nicht, zum Einmessen wird der AUX-Eingang an der Front verwendet. Für den gesamten Einmessvorgang inklusive EQ-Berechnung brauchte der AVR600 in unserem Testraum nur etwa 2 Minuten und 19 Sekunden. Nach Beendigung des Vorgangs können die gemessenen Daten überprüft werden: LS-Größe, Abstand, Pegel und Crossover-Frequenz werden zur Statusansicht dargestellt, bei Nicht-Gefallen kann das Auto-Setup erneut gestartet werden. Selbstverständlich können die Daten auch so gespeichert und bei Notwendigkeit manuell nachgebessert werden. Bis auf geringe Abweichungen im Bereich von +-15cm Abstand und minimale Diskrepanzen bei der Pegeleinstellung gelingt die automatische Einmess-Technologie von ARCAM sehr gut.
Klang neue Tonformate
Blu-ray und neue Tonformate

Zeigt sich der AVR600 als talentierter Soundmagier?
GI Joe, Englisch DTS-HD Master Audio
Der actiongeladene Blockbuster erfreut mit einem explosiv
abgemischten Soundtrack, der während der vielen Gefechte zwischen den GI Joe
Soldiers und ihren harten Gegnern der Geheimorganisation Cobra auch
anspruchsvolle Filmliebhaber in Erstaunen versetzen wird. Bereits der erste
Versuch der Gangster, die neuartigen Waffen mit Nano-Technologie auf dem
Transport von der Waffenfabrik in der ehemaligen Sowjetunion zum Bestimmungsort
gewaltsam in ihren Besitz zu bringen, fordert vollen Einsatz vom
Heimkinoreceiver. Als dann erstmals die GI Joe Spezialeinheit agiert, nehmen
Intensität und Nachdruck der Aktivitäten nochmals zu. Der AVR600 beweist mit
Kontrolle und Pegelfestigkeit seine Fähigkeiten und erfreut darüber hinaus mit
einer sehr guten Stimmwiedergabe - die Stimmen erscheinen weder oberflächlich
noch aufgesetzt, sondern sind mit der richtigen Balance in den Gesamt-Soundtrack
integriert. Die verschiedenen Schusswechsel kommen klar und detailreich zur
Geltung. Bezüglich der Auslegung des AVR600 wird deutlich, dass auf tonale
Neutralität großen Wert gelegt wurde. So überstrahlt kein Frequenzbereich den
anderen, der Hochtonbereich leuchtet den Raum sehr gut aus, die Mitten fügen
sich passend ein und erfreuen durch allzeit erkennbare Strukturierung. Der Bass
punktet mit untadeliger Präzision und einer ausgezeichneten Tiefenstaffelung.
Als die von den Cobra-Kriegern überfallenen Soldaten erstmals das Hauptquartier
der Spezialeinheit betreten, eröffnet sich nicht nur visuell, sondern auch
akustisch ein weitläufiges Panorama, bei dem trotz allen kleinen und größeren
Soundeffekten die Stimmen nicht untergehen dürfen. Diese Hürde meistert der
Arcam problemlos, er bietet eine als natürlich empfundene Weitläufigkeit
verbunden mit guter Ortungsmöglichkeit für alle Effekte und einer exzellenten
Wiedergabe vokaler Anteile. Der AVR600 zeigt sich während des gesamten Films
nicht als "Muskelprotz", der mit enormem Raum und massivem Bass
auftrumpft, sondern als natürlich-feingeistiger AV-Receiver, der aber, wenn es
gefordert ist, kraftvoll zupacken kann. Bei Verwendung eines aktiven Subwoofer
steuert der AVR600 den aktiven Basslautsprecher linear und hoch präzise an.
Kommen vorn große Standlautsprecher zum Einsatz und der Heimkinofan verzichtet
auf einen zusätzlichen externen aktiven Subwoofer, dann erzielt der AVR600
aufgrund der enormen kurzfristigen und langfristigen Stromlieferfähigkeit von
Trafo und Elkos ebenfalls superbe Leistungen hinsichtlich der erzielbaren Pegel.
Die Endstufen liefern praktisch bei jedem Pegelwunsch die entsprechende
Entgegnung und sind kaum in die Knie zu zwingen. Kraft wird aber als
Selbstverständlichkeit angesehen, der AVR600 macht kein Aufhebens um sein
Können. Dies beweisen auch die anderen zahlreichen Effektsequenzen, zum
Beispiel als die bösen Cobra-Schergen mittels spezieller Bohrer die GI Joe
Kommandozentrale überfallen und Teile davon bei den darauf folgenden Gefechten
in Schutt und Asche gelegt werden. Der AVR600 gibt große Explosionen vielleicht
nicht mit dem maximalen Nachdruck mancher Konkurrenten wieder - dafür aber
zeigt er sehr treffend die Struktur und den Aufbau des jeweiligen Effekts.
Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels, Tonspur
Englisch Dolby TrueHD:
Gleich zu Filmbeginn befindet sich der Konvoi der finsteren
Ganoven auf dem Weg zu AREA 51. Die Soldaten, die die Armeelimousine steuern,
lassen sich zum Zeitvertreib auf eine kurze Wettfahrt mit einem Hot Rod ein, an
Bord befinden sich zwei junge Paare in ausgelassener Stimmung. Die
Fahrgeräusche von Limousine und Hot Rod kommen sehr detailreich zur Geltung,
auch das Aufheulen der LKW-Motoren, als der Konvoi kurze Zeit später in
Richtung des geheim gehaltenen Stützpunktes mitten im Nirgendwo abbiegt. Mit
kurzen, durch die hohe Geschmeidigkeit des Arcam sehr realistisch wirkenden
Salven werden die Wächter am äußeren Tor niedergestreckt - die Fahrt geht
weiter. Wenige Minuten später ertönt Indys charakteristische Stimme, als er
aus seinem unbequemen Verlies im Kofferraum der Armeelimousine gezerrt wird.
Seine Stimme, genau wie die leicht schnippische Stimme der russischen Anführerin,
bringt der AVR600 mit schon fast traumwandlerischer Sicherheit tonal auf den
Punkt. Als sich die gigantischen Hangartore öffnen, wird auch dieses Geräusch
in exzellenter Klangtreue vom Arcam erfasst. Der Music Score kommt in keiner
Situation zu kurz - lebendig, frisch und mit hervorragend natürlicher
räumlicher Wirkung kommt er zur Geltung. Etliche Kapitel weiter, bei der
erbitterten Verfolgungsjagd mit der anschließenden Insektenattacke, brilliert
wieder das enorme Auflösungsvermögen, als der AVR600 zuerst die Fahrgeräusche
der verschiedenen Armeefahrzeuge und anschließend die Millionen auf dem Boden
nach vorn strebenden Käfer sehr akkurat wiedergibt. Das hochfrequente Sirren
während der Käferattacken wirkt bedrohlich und erzeugt eine spannungsgeladene
Atmosphäre.
Baraka
Die DTS-HD Master Audio 5.1 Tonspur mit zusätzlicher
Aktivierung der PLIIx Matrix für die Miteinbeziehung der Back Surround
Lautsprecher bietet bei Verwendung eines großen Nubert
nuVero-Ensembles (Front:nuVero 14, Center: nuVero 7, Surrounds: nuVero 11,
Surround Back: nuVero 7) enorme Reize - der AVR600 bleibt auch hier seiner
Natur vollkommen treu und gibt sich als Präzisionsmaschine, wie sich auch am
bassstarken 5. Kapitel nachvollziehen lässt. Das komplexe Bassgefüge wird in
Verbindung mit der tief nach unten gehenden nuVero 14 mit überragender
Strukturierung und tadelloser Dynamik übertragen. Auch, als der Bassdruck
nachlässt und das Geschehen ruhiger wird, werden die Windgeräusche und
subtile, kleine Effektanteile sehr gekonnt im Rearbereich verteilt. Nur wenige
AV-Receiver und -Verstärker dürften in der Lage sein, eine bessere Dosierung
auch bezüglich der Front-/Rearbalance zu erreichen. Sehr gut korrespondiert der
AVR600 mit dem leistungsfähigen nuVero 7 Centerlautsprecher. Die Staffelung
aller Effekte ist hervorragend, ebenso passen die tonal neutralen Nubert
Lautsprecher sehr gut zum ebenfalls neutral-natürlichen Arcam. Keine
Verfälschungen hinsichtlich der klanglichen Auslegung der jeweiligen Quelle
sind zu befürchten - dies beweist der Arcam auch schon im 1. Kapitel der BD,
als die imposante Bergkulisse musikalisch eindrucksvoll unterlegt wird. Gerade
der Hochtonbereich begeistert, ohne jede Neigung zum Matten oder Unscharfen
fokussiert er eine brillante Hochtonwiedergabe - nicht ausschließlich auf
größtmögliche Harmonie, sondern eher auf Prägnanz und Strahlkraft bedacht.
Der AVR600 fordert den reifen Hörer heraus - "ich spiele etwas, was du
nicht hörst" - das ist sein Motto. Akustische Gourmets, die genau
hinhören, dürften genau deshalb das Gerät lieben. Wer Filme ausschließlich
als effektgeladenes Genussmittel konsumiert, findet im AVR600 hingegen nicht den
richtigen Partner. Aufs erste Hinhören ist seine Spielweise zu unspektakulär.
Nehmen wir zum Vergleich einen Pioneer
Susano SC-LX90 heran, kann man genau demonstrieren, was damit gemeint ist:
Schon der Beginn des 2. Kapitels (Lhasa) bietet beim SC-LX90 mehr Räumlichkeit,
mehr unterschwelliges Brodeln und alle Anzeichen nur mühsam verborgener Kraft.
Der Arcam als Feingeist widmet sich hingegen viel mehr der Auskleidung kleinster
Zwischentöne. Wenn wir das Teufel System 9
in 7.1 Konfiguration einsetzen, bietet der AVR600 ebenfalls eine erstklassige
Leistung - die sehr exakte Ansteuerung des aktiven, sehr leistungsstarken Teufel
Subwoofers geht einher mit einer lebendigen und auch bei sehr hohem Pegel klaren
Gesamtdarstellung.
Andrea Bocelli - Vivere/Live in Tuscany, PCM 5.1, Melodramma
Schon der Beginn dieser BD stellt die Vorzüge des AVR600 sehr
treffend heraus. Andreas Stimme und das Zwitschern der Vögel sowie die
läutenden Glocken im Hintergrund werden hervorragend übertragen. Als dann das
Konzert beginnt, entfaltet die Stimme des berühmten Sängers viel Charisma -
genau die Feinheiten, die die Faszination des vokalen Talents Bocellis
ausmachen, arbeitet der AVR600 heraus. Auch die Instrumente werden nicht
vernachlässigt - jedes Instrument ist klar vom anderen zu unterscheiden,
gleichzeitig aber wird das Orchester als Ganzes, Einheitliches wahrgenommen. Die
Beifallsbekundungen des Publikums sind auf den Surrounds sehr gut zu vernehmen,
das Klatschen klingt authentisch sowie lebendig, jeder Hang zur Über- oder
Untertreibung wird geschickt vermieden. Sehr gut hat uns gefallen, dass die
Stimme Andreas jederzeit auf der Bühne genau zu orten ist - die Dimensionierung
ist bis ins Detail stimmig. Feinste vokale Ausformungen sind exakt auszumachen,
der AVR600 präsentiert sich als Meister der Feindynamik und der Ausprägungen
auch instrumentaler Einzelheiten, zu nennen wäre hier das sanfte Abklingen des
Flügels. Auch die Streicher modelliert der leistungsfähige AVR600
ausgezeichnet heraus. Der erfahrene, anspruchsvolle Hörer findet im AVR600
einen perfekt passenden Partner, der dazu einlädt, tief in die Details der
Musik einzutauchen.
Celine Dion, A New Day, Konzert aus Las Vegas, Doolby TrueHD
5.1:
Als das Konzert startet, zerbricht auf dem Bildschirm ein
Spiegel - es kann beinahe die Flugbahn jeder einzelnen Scherbe nachvollzogen
werden, so prägnant und klar arbeitet der Arcam diese Einzelheiten heraus.
Celines Stimme ertönt fein und emotional, durch die enormen
Lokalisierungsfähigkeiten des AVR600 ist die Sängerin immer genau auf der
großen Bühne auszumachen. Auch das Piano präsentiert sich sehr gut
eingearbeitet, die Höhen wirken frei und brillant. Der AVR600 verzichtet auf
jegliche Form der Dämpfung, denn eine solche würde die tonale Neutralität
beeinträchtigen. Daher sollte der Anwender auf Lautsprecher setzen, die im
Hochtonbereich leistungsfähig sind und nicht schrill oder aggressiv werden. Ist
dies der Fall, dann begeistert die räumliche Ausleuchtung im Hochtonbereich
über alle Maßen, ebenso hüllt der AVR600 erneut das Auditorium in ein
allumfassendes Klangpanorama ein, das praktisch keine Lücken lässt, besonders
dann nicht, wenn zusätzlich noch die PLIIx Matrix für die Verwendung der
Kanäle 6 und 7 aktiviert wurde.
Herkömmliche Tonformate
Star Wars Episode III:
Bei Star Wars Episode III konnte der AVR600 besonders durch Präzision und
hervorragende Dynamik auf sich aufmerksam machen. Gleich zu Filmbeginn, als die
gelbe Laufschrift durchs All gleitet und imposante orchestrale Musik ertönt,
punktet der AVR600 mit einer schnellen, impulstreuen Wiedergabe, die sich
räumlich akkurat über alle Kanäle verteilt. Die enorm charismatische
Darstellung hat ihren Grund auch im gekonnt dargebotenen Obertonbereich, nur
wenn dieser akkurat eingearbeitet wird, stimmen Farbe und Ausprägung der
wiedergegebenen Instrumente. Als die Kamera auf den gigantischen
republikanischen Sternzerstörer schwenkt, bietet der Arcam eine überragende
Wiedergabe der charakteristischen Bassschläge, welche die Dramatik des
folgenden Gefechts einleiten. Der Klang der heranrasenden Jäger und der Sound
der Turbinen des Sternzerstörers klingt authentisch (hinsichtlich dessen, was
auf dem Master ist - eigentlich könnte man im Weltall überhaupt nichts
hören). Der Music Score wird trotz des gesteigerten Effektaufkommens sehr
filigran eingearbeitet. Das Heranfliegen der beiden Raumjäger besticht durch
eine enorme Räumlichkeit und durch die exzellente Auflösung. Weniger erfahrene
Anwender könnten denken, man würde einer neuen HD-Tonspur lauschen. Die fast
schon als genial zu bezeichnende Anbindung der Front- an die Surroundkanäle ist
auch besonders herauszustellen. Die Staffelung der verschiedenen Klangebenen ist
herausragend - ganz gleich, ob die Musik, die Fluggeräusche oder die
zahlreichen Explosionen mehr im Vorder- oder mehr im Hintergrund
abgemischt sind, immer fügt der AVR600 alle akustischen Anteile zu einem in
sich schlüssigen Ganzen zusammen. Die Dynamik der einzelnen akustischen
Bereiche begeistert in verschiedener Hinsicht. Grobdynamisch werden auch massive
dynamische Differenzen mit Schnelligkeit gehandhabt. Feindynamisch schafft es
der Arcam, auch kleine Verschiebungen innerhalb des dynamischen Gesamtgefüges
realistisch herauszuarbeiten. Als weiterer Vorteil wäre anzuführen, dass auch
durch alle Kanäle wandernde Effekte nahtlos weitergereicht werden, so hat
der Zuhörer stets den Eindruck, mitten im Geschehen zu sein. Die Stimmen von
Anakin und Obi-Wan beeindrucken durch die tonale Treffsicherheit ebenso wie
durch ihre exzellente Verständlichkeit auch bei hohem Pegel.
Phil Colins - Finally .... the first farewell tour - Schlagzeug-Intro / DTS 5.1:
Die enorme Schnelligkeit des AVR600 ist gerade bei dieser Passage ein
wichtiger Trumpf, der eine realistische Wiedergabe garantiert. Die
gleichmäßige Betonung aller Frequenzbereiche führt zu einem präzisen und
gleichwohl ausgewogenen Klangbild, jedes Element wird korrekt platziert, nichts
erscheint über- oder unterrepräsentiert. Die Bässe ertönen schnell und
trocken, es ist genau zu vernehmen, wie viele Bassdrums gleichzeitig getreten
werden. Das Anschlagen am Fell oder das Abschwingen ist ebenfalls exakt
auszumachen. Das dynamische Klangbild erscheint in sich geschlossen und
ausgesprochen dicht - stets auf Natürlichkeit und Klarheit bedacht. Auch bei
der Wiedergabe von Musik in den klassischen Tonformaten bleibt der AVR600 seiner
Auslegung vollkommen treu: Keine Effekkthascherei, keine Übertreibungen -
Authentizität pur. Für hörerfahrene Anwender ein überragendes Gerät -
Hi-Hat und Becken sind klar positioniert und integrieren sich stimmig ins
Geschehen. Die Percussions differenzieren sich klar von den Schlagzeugen, auch
in sich selber sind die unterschiedlichen Klang- und Dynamikcharakteristika zu
vernehmen. Hier zeigt der Arcam endgültig Flagge - diese sehr kleinen
Feinheiten werden selbst von manchen sündhaft teuren Boliden nicht so genau
herausgearbeitet. Die Übergänge zwischen den einzelnen Lautsprechern erfolgen
nahtlos und schnell, so dass sich das Auditorium im 360 Grad-Panorama wähnen
darf. Die Surroundklangkulisse selbst erscheint ebenfalls wie aus einem Guss,
die Beifallsbekundungen des Publikums und die Raum-/Hallanteole der
Konzertstätte formen eine eindrucksvoll-natürliche Klangkulisse.
Jean-Michel Jarre, Jarre in China, DTS 5.1:
Mit einer überragenden räumlichen Geschlossenheit des Klangbildes zentriert
der Arcam den Zuhörer präzise und arrangiert ein dynamisches und authentisches
Klangbild, das erneut durch die beinahe perfekte Neutralität, die sich durch
alle Frequenzbereiche zieht, begeistert. Ganz gleich, ob aus grob- oder
feindynamischer Perspektive, der AVR600 modelliert feine wie auch drastischer
ausgeformte Synthesizer-Effekte oder orchestrale Bewegungen mit hoher Sicherheit
heraus. Die große Schwierigkeit bei der Jarre-DVD besteht zudem darin, die
komplexen Bassgefüge akkurat zu ermitteln und mit Verve sowie dem richtigen
Fundament wiederzugeben. Auch dies gelingt dem Arcam ausgezeichnet, er
differenziert die unterschiedlichen Bassanteile sauber auseinander - er
begeistert durch seine reife, Souveränität ausstrahlende Auslegung, der alles
Vordergründige fehlt. Wer eine markerschütternde, vor Kraft strotzende
Basswiedergabe erwartet, ist hier nicht an der richtigen Adresse - dazu spielt
der Arcam zu ehrlich und zu neutral. Bei der Jarre-DVD wird wieder sehr
deutlich, dass dieses Gerät den erfahrenen Hörer, der es weiß, mit seinem
Gehör umzugehen, anspricht. Unbedarftere Naturen wird sich das
Faszinationspotential dieses Gerätes kaum erschließen, wer dafür viel
Konzert- und Opernerfahrung hat, wird nahezu ohne Einschränkungen begeistert
sein und die sensible, hohe atmosphärische Dichte genießen.
Surround-Aufpolierer
Im direkten Vergleich agiert Neo:6 ein wenig center-lastiger als PL2x und
einen kleinen Touch heller (bei identischen Einstellwerten). PL2x fügt
dem Bass etwas Volumen hinzu, ohne jedoch an Präzision zu verlieren. Beide Modi
bauen eine schöne, einhüllende Surround Kulisse auf, ohne aber von einer
betonten Stereo-Basis abzuweichen. Neo:6 liegt im Detail etwas näher an der
klassischen Stereowiedergabe, PL2x erscheint dafür etwas räumlicher bezüglich
der Auskleidung des Surround-Klangfeldes. Beim Umschalten der Modi tritt keine
Pegelveränderung auf. Insgesamt kann man mit der Einbindung beider
Surround-Aufpolierer nur hochzufrieden sein - kein anderer, uns bekannter AV-Amp
oder -Receiver ist bisher tonal so nah am Original geblieben. Mit dieser
Integration ist aufpoliertes Surround sogar für eingefleischte Stereo-Fans eine
Überlegung wert.
Stereo
Wie kein anderer AV-Receiver zuvor beweist uns der Arcam, dass auch auf den
Mehrkanalbetrieb ausgelegte Geräte erstklassig mit zweikanalig wiederzugebendem
Material umgehen können. Die unerschütterliche, von natürlicher Frische
geprägte Neutralität spricht ebenso für den Arcam wie die exzellente vokale
Präsentation. Bei der Paul Potts-Interpretation von "Nessun Dorma"
arbeitet der AVR600 das Stimmprofil bis in kleine Details heraus und sorgt so
für eine ungemein tief gehende Wirkung. Die Instrumente werden nicht
vernachlässigt, sondern fügen sich präzise und facettenreich ein. Auch bei
"Time to say Goodbye" beeindruckt die filigrane Räumlichkeit, die mit
einer ungemeinen Strahlkraft im Hochtonbereich gepaart ist. Der AVR600 löst den
Klang erstklassig von den Lautsprechern - wir empfehlen, diesen im Stereobetrieb
überdurchschnittlich talentierten AVR auf jeden Fall mit leistungsfähigen
Standlautsprechern für vorn zu betreiben, um die Stereofähigkeiten
entsprechend ausschöpfen zu können. Bei "Live and let Die" von
Guns'n'Roses arbeitet der AV-Receiver den Aufbau des Stückes ebenfalls blendend
heraus und stellt die charakteristische Stimme von Leadsänger Axl Rose stabil
in den Raum. Die erzeugte Tiefe punktet ebenso wie die Fähigkeit des Arcam,
Instrumente und Stimme sauber voneinander bis beinahe in die letzte akustische
Ebene zu trennen. Insgesamt eine Leistung, die in Anbetracht der Preisklasse der
Perfektion nahe ist: Authentisch, fein auflösend, atmosphärisch dicht. Der
Surround-Receiver für Stereobegeisterte - der nochmals eine kleine Schippe an
akustischer Finesse drauflegt, wenn man den Direct-Modus bei analogem
Eingangssignal verwendet.
Klangliche Charakterisierung
- Tonalität: Der AVR600 präsentiert sich als recht neutral und sehr
ausgewogen abgestimmter AV-Receiver, der den Grundtonbereich im richtigen
Maße einbindet und durch seine klaren Mitten überzeugt. Die oberen Mitten
und die Höhen ertönen transparent, die Durchhörbarkeit liegt hoch.
- Bass-Performance: Die Bassfähigkeiten des AVR600 überzeugen - besonders
hervor stechen Schnelligkeit und Präzision. Auch bei der Bassdarstellung
fühlt sich der Arcam strenger Natürlichkeit verpflichtet - er neigt nicht
dazu, Bassanteile künstlich aufzudicken oder einen besonders harten Bass zu
suggerieren. Wenn er gefordert ist, ist der AVR600 zur Stelle, dann punktet
er mit Kraft und Tiefgang. Er stellt seine tieffrequenten Fähigkeiten eher unspektakulär
zur Schau, er bleibt stets bei der Realität und neigt nicht zu akustischer
Übertreibung. Kurze Bassschläge gibt der Arcam sehr treffen trocken wieder
und neigt nicht zum unschönen Nachschwingen. Weichere Bässe kann der Arcam
aber auch sehr gut übertragen, er neigt nicht dazu, diesen durch eine zu
trockene Darstellung Charisma zu nehmen.
- Hochtonbereich: Für weniger erfahrene oder empfindsame Naturen könnte
sich der Hochtonbereich als etwas zu prägnant erweisen. Der erfahrene,
analytisch orientierte Listener wird allerdings praktisch restlos begeistert
sein, denn es ist für ein 4500 EUR Gerät herausragend, welche Brillanz und
Strahlkraft der AVR600 im Hochtonbereich freisetzt.
- Mitteltonbereich: Sehr gut eingearbeitet, präsentiert sich der
Mitteltonbereich bezüglich räumlicher Wirkung und Betonung als erstklassig
- hier kommt mancher doppelt so teure Konkurrent nicht mit. Nie neigt dieser
Frequenzbereich zu blechernem oder metallischem Unterton, sondern bleibt
selbst bei hohem Pegel sehr feinsinnig durchhörbar.
- Stimmdarstellung: Stimmen gibt der Arcam unverfälscht und lebendig
wieder. Der Stimmkörper wird exakt erfasst, kleine Nuancen sehr gut erkannt
und schnell eingearbeitet.
- Auflösungsvermögen: Eine große Stärke des AVR600 - er besticht durch
eine ungemein feine Auflösung, was dazu führt, dass auch komplex
darstellbare Geräusche (das Abklingen eines Pianos bzw. die
Anschlagdynamik, das Zupfen der Saiten einer Harfe oder auch einer Gitarre)
sehr realitätsnah übertragen werden. Jederzeit behält der AVR600 den
Überblick und beeindruckt durch die fein auseinander differenzierten
akustischen Ebenen, jede für sich wird in exzellenter Auflösung beinahe
frei in den Raum gestellt. Das hohe Auflösungsvermögen kann der Arcam auch
durch das hervorragende Timing praktisch perfekt ausspielen, alle
akustischen Anteile kommen genau zur gleichen Zeit an.
- Raumabbildung: Der AVR600 schafft es vortrefflich, den Klang von den
Lautsprechern zu lösen. Dadurch kann sich das Klangbild beinahe frei im
Raum verteilen und verfügt über die richtige Front-/Surroundbalance. Der
realistische Bühnenaufbau ist bezüglich Weite und Tiefe gleichermaßen
überzeugend. Die Positionierung einzelner Instrumente ist deutlich und
stabil wahrzunehmen, dadurch ist der Aufbau der Musiker auf der Bühne sehr
gut nachzuvollziehen. Gerade im Siebenkanalbetrieb offeriert der Arcam ein
vorbildlich geschlossenes Klangbild ohne akustische Lücken und mit
praktisch nahtlosen Übergängen zwischen den einzelnen Lautsprechern.
- Dynamik: Besonders die exzellente Feindynamik sorgt für Begeisterung.
Kleine Dynamikunterschiede werden sicher erfasst, auch wenn sie komplex oder
subtil sind. Die Grobdynamik ist ebenfalls sehr gut, aber nicht "outstanding"
wie die feindynamischen Qualitäten.
- Pegelfestigkeit: Bedingt durch die hervorragende Stromlieferfähigkeit
erzielt der AVR600 eine erstklassige Pegelfestigkeit. Ohne Schwierigkeiten
kann man ihn sogar mit einem 7.0 Setup mit großen Standlautsprechern vorn
betreiben. Er versorgt auch große Basstreiber zuverlässig mit genug
Energie, um eine kraftvolle tieffrequente Wiedergabe zu garantieren.
Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse: Hervorragend - perfekt.
Video
Videoseitig präsentiert sich der AVR600 in guter Verfassung,
vermag aber keine Glanzpunkte zu setzen. Für die ersten Testreihen führten wir
ein analoges Komponentensignal ein. Bei "Star Wars Episode III" haben
wir bezüglich der Bildschärfe schon Besseres gesehen. Zunächst haben wir
ein reines Upscaling von 576p auf 1080 durchgeführt. Detailtreue und Schärfe
verhalten sich zufrieden stellend, gegenüber einem Denon DVD-3800BD
allerdings sind sichtbare Defizite auszumachen. Auch ein deutlich
preiswerterer Pioneer BDP-LX52 erzielt
gleich zu Beginn von Episode III ein Bild mit mehr Detailtreue und
Tiefenschärfe. Kanten flimmern beim Arcam nur leicht (siehe Kommandobrücke
Sternzerstörer), bei Bewegungsabläufen ist leichtes Schmieren festzustellen,
gerade dann, wenn im Bildverlauf zwei unterschiedliche Bewegungsabläufe (z.B.
langsames Raumschiff im Hintergrund - schnelle Raumjäger im Vordergrund)
enthalten sind. Der Arcam vermag, eine voll befriedigende Bildtiefe zu erzeugen,
allerdings fehlt es bei den untersten Bildebenen - gut erkennbar, als die beiden
Raumjäger nach unten in die Schlacht oberhalb von Coruscant abknicken - an
Differenzierungsvermögen. Lässt man den Arcam zusätzlich noch de-interlacen
(somit findet eine Wandlung von 576i auf 1080p statt), wird das Bild
unruhig, und gerade die Stabilität kleinerer Objekte leidet weiter. Lässt man
den Arcam ausschließlich de-interlacen (von 1080i auf 1080p), kann man mit den
Ergebnissen zufrieden sein. Es sind nur relativ geringe Treppenstufen an
diagonalen Linien sichtbar, die Bewegungen verlaufen recht ruhig und fließend.
Generell ist bei der YUV-Wandlung ein Gelb-Grünstich auszumachen, halbdunkle
Bildbereiche werden leicht aufgehellt. Dadurch erfolgt ein Eingriff in die
Gammakurve. Details gehen verloren, die Plastizität leidet. Das auftretende
Rauschen kann man mit den eingebauten Rauschfiltern zwar abmildern, dann aber
geht dem Bild noch mehr Präsenz und Schärfe verloren. Das Hauptproblem des
Arcam scheint in den eingebauten Video A/D-Wandlern und nicht im Videochip
selbst zu liegen - wenn wir dem AVR600 nun ein 576p Signal über HDMI einspeisen
(wiederum Filmmaterial, Star Wars Episode III) und auf 1080p hochskalieren,
gefallen die neutralen Farben, die sich nun frei von störenden Farbstichen
präsentieren. Das Kantenflimmern ist sichtbar geringer und liegt absolut im
tolerablen Rahmen. Das Bild schmiert nur minimal, Farbkontraste sind wesentlich
höher und die Abstufungen feiner. Das reine De-Interlacing (HDMI 1080i auf HDMI
1080p) erledigt der Arcam gut, mit einer ordentlichen Bildruhe und einer prima
Bildschärfe. Widmen wir uns nun der Upconversion von Videomaterial - bekommt
der Arcam ein analoges Signal über Komponente zugeführt, so entpuppt sich
erneut der Video A/D-Wandler als die limitierende Komponente. Gerade das Scaling
leidet - dem Bild wird Schärfe und Plastizität genommen. Führt man dem AVR600
hingegen ein digitales HDMI-Signal zu, gefällt das saubere, rauscharme
Upscaling und das gute De-Interlacing, das auch langsame Kamerafahrten akkurat
und beinahe ohne Ruckeln darstellt. Insgesamt ist die Videosektion ordentlich,
aber auch nicht mehr, hier merkt man doch, dass Arcam nicht so viel Erfahrung im
Bau von AV-Receivern hat, die auch noch leistungsfähige Videoprozessoren sein
sollen. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Sehr gut.
Konkurrenzvergleich

- Pioneer Susano SC-LX90:
Wer denkt, mit dem in seiner Preisklasse überragenden AVR600 die Krone der
Pegelfestigkeit bei integrierten Verstärkern/Receivern erreicht zu haben,
der irrt gewaltig. Im Hochpegelbereich zieht der SC-LX90 so spielerisch
davon wie ein Ferrari einem Golf R32 bei hohen Geschwindigkeiten. Ohne jeden
Anflug von Mühe hämmert der Pioneer verzerrungsfrei Lautstärken in den
Hörraum, die kein anderer Kontrahent überhaupt erreicht. Dabei bleibt er
klanglich souverän und wird weder aggressiv noch monoton - im Gegenteil:
Selbst bei extremen Pegeln stellt das "schwarze Monster" noch klar
und deutlich die Vorteile der aktuellen HD-Tonformate heraus. Zudem ist die
Videosektion exzellent, Menügestaltung und Netzwerkfeatures (ohne Internet
Radio) sind aber nicht mehr ganz up to date. Beim Stereoklang kann der
Pioneer nicht mit dem Arcam mithalten, auch sind die Surround-Aufpolierer
nicht so gekonnt integriert. Feindynamisch brilliert der AVR600 auch gegen
den Pioneer.

- Yamaha DSP-Z11: Auch Yamaha
verfolgt eine akustische neutrale Abstimmung und setzt diese beim DSP-Z11
konsequent um. Mit den leistungsstarken DSP-Programmen kann man, basierend
auf neutralem tonalen Grundwesen, den Sound gezielt und gekonnt optimieren.
Der Yamaha ist das perfekte Gegenstück zum Arcam, trotz ähnlicher
Grundauslegung: Er etabliert sich als überragendes Tool für
Heimkinoliebhaber, die gern vielfältig optimieren und auf reichhaltige
elektronische Features Wert legen. Die Videosektion gehört nach wie vor zu
den besten des gesamten Marktes, hier macht der AVR600 keinen Stich. Aber
der Arcam bietet hörbar mehr Feindynamik, zudem erscheint die gebotene
Räumlichkeit noch natürlicher. Auch eine noch fundiertere Stimmwiedergabe
und sogar noch etwas mehr Pegelfestigkeit gehören zu den Arcam-Pluspunkten.

- Denon AVR-4810: Denons Trumpf,
mit knapp 3000 EUR spitz kalkuliert, sticht auch gegen den Arcam, zumindest
teilweise. Menüführung, Netzwerkfunktionen und Videosektion sind dem
AVR600 deutlich überlegen. Sogar klanglich heftet sich der Denon,
ausgestattet mit Audyssey DSX und Dolby Pro Logic IIz, verbissen an die
Fersen des Arcam. Was das "Erlebnis Heimkino" angeht, tritt der
Denon beinahe als ebenbürtiger Gegner auf - sensationell. Aber: Pegelfester
ist der Arcam, seine Stereoklangqualität ist meisterlich, und er arbeitet
noch feinere Facetten aus den neuen HD-Tonformaten heraus. Hinzu kommt die
nahezu perfekte Integration von Dolby PLIIx, die zu keinem Zeitpunkt den
Wunsch nach Dolby PLIIz beim AVR600 aufkommen lässt.

- Onkyo TX-NR5007: Rund 2000 EUR
günstiger als der Arcam, bietet der Onkyo ebenfalls praxisgerechte
Netzwerkfunktionen und teilweise deutlich modernere Technik. So finden sich
Audyssey DSX und Dolby Pro Logic IIz mit an Bord, ebenso bringt der mit
einem Ringkerntransformator ausgerüstete 5007 ein THX Ultra 2 Plus
Zertifikat mit. Der sehr leistungsstarken Videosektion des Onkyo hat der
Arcam nichts entgegen zu setzen. Dafür spielt der Arcam aus akustischen
Gesichtspunkten seinen Mehrpreis gut aus: Seine Stereoperformance degradiert
den Onkyo, für sich betrachtet überzeugend aufspielend, zum Statisten.
Feindynamisch agiert der AVR600 auch im Mehrkanalbetrieb in einer anderen
Liga und erzielt eine deutlich höhere Pegelfestigkeit.
Fazit und absolute Einordnung

Der Arcam AVR600 präsentiert sich als Meister des gepflegten
Klangbildes
Klanglich kauft man sich mit dem Arcam AVR600 zu einem wahren
Schnäppchenpreis in die absolute Elite der integrierten AV-Receiver/Verstärker
ein - der Engländer klingt sogar so gut, dass es einigen
Vor-/Endstufenkombinationen Angst und Bange werden dürfte. Ganz gleich, um
welche Disziplin es sich handelt, der AVR600 brilliert: Er ist ausgesprochen
pegelfest, grobdynamisch überzeugend und er schafft ein herausragendes Gefühl
natürlicher Räumlichkeit. Besonders hervor stechen seine feindynamischen
Qualitäten. Hier gibt es im bezahlbaren Bereich kaum Geräte, die ihm das
Wasser reichen können. Ganz gleich, wie komplex die musikalischen oder
cineastischen Strukturen auch sind - der Arcam schält auch kleine dynamische
Differenzen heraus und vereint dies mit tonaler Neutralität und akustischer
Souveränität. Hinzu kommen die beste Integration von Dolby Pro Logic IIx und
DTS Neo 6, die wir bislang gehört haben, und eine Maßstäbe setzende
Stereoperformance. Damit empfiehlt sich der AVR600 als meisterhaftes Tool für
Audio-Gourmets, die auch auf einen inneren Aufbau auf Referenzlevel inklusive
Respekt einflößendem Ringkerntransformator nicht verzichten möchten. Zu
diesen immensen Vorzügen gesellen sich auch ein paar Nachteile, die
hauptsächlich das nicht ganz schlüssige Bedienkonzept betreffen. Die Ergonomie
der Fernbedienung und die Flexibilität bei den Einstellmöglichkeiten sind
partiell verbesserungswürdig. Die Videosektion kann den inzwischen hohen
Standard in der AV-Champions-Liga nur bedingt halten. Besonders die nicht ganz
überzeugende Video A/D-Wandlung ist ein Kritikpunkt. Ansonsten herrscht ein
ordentlicher Standard vor, Maßstäbe werden aus visueller Sicht aber trotz des
relativ umfangreichen Video-EQs keine gesetzt. Fünf HDMI-Eingänge sind
gemessen an heutigen Verhältnissen auch nicht enorm viel - das Gebotene reicht
aus, mehr aber auch nicht. Bilanzierend hätte der AVR600 mit besserer
Videosektion und einem durchdachteren Bedienkonzept hätte der Arcam unser
"Masterpiece bekommen - aufgrund der kleinen Defizite verleihen wir ihm
unser "Referenz" Prädikat. Dieses hat er sich letztendlich redlich
verdient, denn die klangliche Performance ist schlichtweg überwältigend und
zeigt, dass Arcam ohne Zweifel zu den ersten Adressen gehört, wenn es darum
geht, besonders leistungsstarke Verstärker und Receiver zu bauen.
Klanglich durch Ausgewogenheit, brillante Feindynamik und
Kraft faszinierender AV-Receiver mit überragendem inneren Aufbau - zum sehr
fairen Preis bekommt der Käufer hier ein echtes Luxusprodukt mit Maßstäbe
setzendem Stereoklang

AV-Receiver Oberklasse
Test 01. Februar 2010
+ Maßstäbe setzende Feindynamik
+ Exzellente Räumlichkeit
+ Hervorragende Pegelfestigkeit
+ Brillanter Hochtonbereich
+ Tonal neutral abgestimmt
+ Sehr präziser Bass mit ausgezeichnetem Tiefgang
+ Überragend integrierte Surroundaufpolierer
+ Meisterliche Stereoperformance
+ Internet Radio und Streaming-Option für Musikdateien
+ Sorgfältiger innerer Aufbau
+ In Anbetracht des Gebotenen sehr fairer Kaufpreis
- Bedienkonzept verträgt Feinschliff im Detail
- Videosektion nicht ganz dem gängigen Oberklasse-Niveau entsprechend
- HDMI-Anschlussbestückung grenzwertig
Technische Daten/Eigenschaften laut Hersteller
• 120WPC Dauerleistung an 4 Ohm und 8 Ohm (alle 7 Kanäle gleichzeitig belastet mit 1kHz)
• Stereo-Ausgangsleistung über 150W Dauerleistung an 4 oder 8 Ohm, 20Hz bis 20kHz
• Riesiger Ringkerntrafo für die Endstufen und hoch effiziente ClassG-Verstärker stellen
extreme Leistung für alle Bedürfnisse sicher
• Bei 5.1 im Hauptraum können die Endstufen 6&7 für den Nebenraum oder für Bi-Amping
im Hauptraum benutzt werden.
• klanglich ausgesuchte Elektronikbauteile sorgen für beste Klangqualität
• analoger Mehrkanal-Eingang (7.1)
• Stereo-Direkt-Modus für die exzellente Wiedergabe von analogen Tonquellen umgeht alle
Klangregler und Prozessoren
• 9 analoge Stereoeingänge (inclusive Phono MM & 3.5mm-Klinke an der Front)
• Stereo Audio im Nebenraum 1 (Zone 2) Stereo von allen analogen Eingängen. Quelle
und Lautstärke unabhängig vom Hauptraum
• Zone 3 Stereo Audio von analogen Eingängen. Gekoppelt an Zone 2 aber Lautstärke-unabhängig
• DAB/FM/AM Tuner mit 50 Senderspeichern und RDS
• Vorbereitet für iPod Steuerung und Anschluss mit dem optional erhältlichen rDock (2. RS232-Anschluss)
• State of the art DA-Wanlder von Analog Devices ADSP-21366 & ADSP-21367 DSPs
für Dolby Digital und DTS-Bearbeitung
• Crystal 24bit 192kHz DACs, Stereo AD-Wandler und extreme präzise Lautstärkeregelung
• DolbyTrueHD, Dolby Digital+, Dolby Digital EX, Dolby Pro Logic IIx, DTS HD Master
Audio, DTS High Resolution Audio, DTS-ES
Discrete, DTS-ES Matrix, DTS96/24, DTS Neo:6
• DolbyVolume für eine verbesserte Tonwiedergabe und Anpassung aller Eingänge auf die gleiche
Lautstärke und tonale Ausgewogenheit
• einstellbare Übergangsfrequenzen 40Hz, 60Hz, 80Hz, 100Hz, 120Hz, 150Hz
• 8 digitale Eingänge, 4 optische, 3 koaxiale, 1 an der Front
• Lip Sync (Tonverzögerung gegenüber dem Bild) für alle Eingänge einzeln und global
einstellbar zwischen 0-1000 ms
• 5 HDMI-Eingänge (bis zu 1080p, Deep Colour)
• 2 HDMI-Ausgänge (bis zu 1080p, Deep Colour)
• 5 Komponenten-Eingänge, ein Monitor-Ausgang (bis zu 1080i)
• 5 S-Video-Eingänge, ein Monitor-Ausgang, 2 Tape-Ausgänge
• 5 Composite Video-Ausgänge, ein Monitor-Ausgang, 2 Tape-Ausgänge
• Videokonvertierung auf- und abwärts inkl. Bildwiederholfrequenzanpassung an
50Hz oder 60Hz
• digitale Bildverbesserer: Mosquito Noise Reduction, Random Noise Reduction, Block
Noise Reduction
• unabhängige Zone 2 (audio & video), mit fester oder variabler Lautstärke
• Zone 3 Audio fester oder variabler Lautstärke
• RC-5 Fernbedienungseingänge für alle drei Zonen
• Infrarotausgänge/-Durchleitung für alle angeschlossenen Quellgeräte
• komplett steuerbar mit diskreten IR RC-5-Codes, inklusive getrennten An/Aus etc.
• 12Volt Triggers, An/Aus für die Zonen 1, 2 und 3
• Full duplex RS232-Steuerung für die Einbindung in komplexere Steuerungen
• Ausgerüstet mit hintergrundbeleuchteter CR102 System-Fernbedienung, die bis zu 7
andere Komponenten unterstützt, und einer
umfassenden Bibliothek für Fremdgeräte
• Großes VFD-Display mit gutem Kontrast und Dimmer-Funktion
• geeignet für Regionen mit 120 & 240Volt
• Größe 435mm (17.1 Zoll) breit, 435mm
(17.1 Zoll) tief, 185mm (7.3 Zoll) hoch
• Gewicht 25 kg netto, 31kg verpackt
Text: Philipp Kind, Thomas Hermsen, Carsten Rampacher
01. Februar 2010
HOME
> HARDWARE-TESTS > ZURÜCK
<
|