TEST: Blu-ray-Player Philips BDP7300
24.06.2009 (th)


Einführung
Optisch hochwertige Blu-ray-Spieler sind bisher rar gesät und
teuer. Philips bringt mit dem BDP7300 einen medialen Tausendsasse im schicken
Gewand für 349,99 EUR UVP auf den Markt. Die Front besticht durch ein
schlichtes wie edles Design, das dem Minimalismus verpflichtet ist. Trotz des
flachen Auftritts wird das Gefühl vermittelt ein hochwertiges Stück Technik
gekauft zu haben. Ob dem so ist werden wir in diesem Test auf den Grund gehen.
Vielseitig und üppig ausgestattet ist der Philips BDP7300 aber allemal: Es
finden sich neben internen Decodern für Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio
eine BD-Live 2.0 Unterstützung, ein USB 2.0 Eingang sowie die
Formatkompatibilität zu DivX Ultra, WMV, WMA, MP3, JPEG und AVCHD. Besonderen
Reiz möchte Philips mit den BDP7300 ausüben durch das Beilegen der Blu-ray
Discs "I am Legend" und "Batman Begins".

Philips' eleganter BDP7300
Verarbeitung

Akkurate Spaltmaße

Gut ablesbares Display

Glatte, spiegelnde Front

Saubere Gehäuseverarbeitung

Elegante Fernbedienung
Die Verarbeitung des Philips BDP7300 stellt in der Preisklasse
bis 500 EUR mit das Beste da, was wir in unseren Testräumen bisher zu sehen
bekommen haben. Die glänzende Frontblende erweckt den Eindruck aus Acryl und
nicht aus Plastik zu bestehen und ist an den Rundungen sehr sauber geschliffen.
Die vier Tasten, die USB-Buchse wie die Laufwerklade sind akkurat eingepasst.
Der Übergang in das Gehäuse mit seinem festen Alumiumkorpus weist geringe wie
gleichbleibende Spaltmaße auf und erweckt einen sehr soliden Eindruck. Einen
Tick Noblesse vermittelt der silbern schimmernde Ring um die optisch abgesetzte
Frontblende. Das Gehäuse ist steif und mit dem Trägerrahmen fest verschraubt,
Grate und scharfe Kanten können wir nicht feststellen. Der Sitz der Buchsen in
der Rückseite ist fest und stabil. Lediglich die Gummistandfüße wirken sehr
einfach und sind dem restlichen Auftreten des BDP7300 nicht angemessen. Einen
rutschfesten und vibrationsarmen Stand ermöglichen sie dennoch. Die Lade fährt
flott ein und aus, verfügt aber sonst nur über die preisklassentypische
Wertigkeit. Beim Einlesen ist das Laufwerk zu vernehmen, was im Betrieb nur mehr
in unmittelbarer Nähe möglich ist. Das einzeilige Display hält die nötigsten
Informationen bereit und ist dank Dot-Matrix-Rasterung sehr gut abzulesen. Die
Fernbedienung liegt zum einen ausgewogen in der Hand zusammen mit klar
definierten Druckpunkten und besticht zum anderen durch ein schnörkelloses,
klares wie ergonomisches Layout. Die haptische Qualität sticht angenehm aus der
Masse heraus. Für den größten Negativpunkt in der Rubrik Verarbeitung kann
der Philips BDP7300 nur bedingt etwas: Schwarze Hochglanzdisplays sind
prinzipbedingt anfällig für Fingerabdrücke, was wir schon bei anderen
Geräten feststellen mussten. Der innere Aufbau des nicht sonderlich ausladend
konstruierten Players ist klar gegliedert und sehr solide ausgeführt. Der
Einbau des gekapselten Laufwerks, das für Preisklassenverhältnisse üppig
dimensionierte Netzteils wie der Platinen sind von hoher Qualität und
anständig verschraubt. Diesem positiven Bild schließt sich die ordentlich
geplante und genau ausgeführte Verkabelung an.
Gesamtnote Verarbeitung: Hervorragend.

Klares Layout mit getrennten Platinen

Netzteil - am gegenüberliegenden Ende des Gehäuses und damit
weit weg von der analogen Signalverarbeitung

Preisklassen untypische Qualität der Analog-Platine

Die Chips zur digitalen Verarbeitung auf ihrer eigenen Platine
Anschlüsse
Der Philips BDP7300 verfügt in der Front über einen USB 2.0
Anschluss, der zur Wiedergabe von Flashlaufwerken, Speicherkartenlesern,
Festplatten mit eigener Stromversorgung und digitaler Kameras tauglich ist. Es
werden die Dateiformate MP3, WMA, WMV, DivX Ultra und JPEG unterstützt. Auf der
Rückseite findet sich folgende Anschlussbestückung:

Zwei Besonderheit dieser Anschlussbestückung sind zu
kommentieren:
-
Philips Blu-ray PLayer BDP7300 ist in der Lage die
Tonformate Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio zu dekodieren und analog
auszugeben. Die Standards der Formate erlauben ein Kanalsetup über 5.1
hinaus. Der Philips-Player prädestiniert sich in dieser Auslegung für
Anwender, die nur eine 5.1 Konfiguration verwenden und dennoch eine analoge
Zuspielung zu ihrem bestehenden A/V-Receiver wünschen. Nutzer einer 6.1-
oder 7.1-Surroundanlage ist angeraten den HD-Ton mittels HDMI-Kabel zu einem
geeigneten Verstärker zu übertragen, so ihnen an einer jederzeitigen
Einbeziehung der Surround-Back Lautsprecher in die Wiedergabe gelegen
ist.
-
Die LAN-Schnittstelle zur Einbindung in Netzwerke dient in
Philips Ausführung dem Download von Updates und der Nutzung von BD-Live
2.0. Weitere Anwendungen sind aktuell nicht vorgesehen. Die
Funktionalitäten von BD-Live unterstützt der BDP7300 durch einen fest
integrierten Speicher mit einem Volumen von 1GB.
Gesamtnote Anschlüsse: Hervorragend.

Das Home-Menü
Konfiguration, Setup
Nach dem Start des Players oder dem Drücken der
"Home"-Taste erscheint die oberste Menüebene:
Home-Menü:
-
Disk-Wiedergabe
-
USB
-
Einstellungen
Die Gestaltung weist eine ansprechende Gestaltung mit klarer
Logik auf. Wie wir es von Philips gewohnt sind findet man sich hier sehr schnell
zurecht.

Klar wie ansprechend gestaltetes Erscheinungsbild
Einstellungen:
-
Videoeinrichtung
-
Audioeinrichtung
-
Vorzugseinstellungen
-
EasyLink-Setup
-
Erweiterte Einrichtung

Die wählbaren HDMI-Auflösung und der erläuternde Hilfetext
Videoeinrichtung:
-
Audio: Vorabwahl der Audiosprache bei der Wiedergabe von BDs
oder DVDs
-
Untertitel: Vorabwahl der Untertitel bei der Wiedergabe von
BDs oder DVDs
-
Disk Menü: Vorabwahl der Menüsprache
-
Bildformat: 4:3 Letterbox / 4:3 Panscan / 16:9 Breitbild -
Anpassung des Videoausgabeformats an das genutzte Display
-
HDMI-Video: Auto / Nativ / 480i-576i / 480p-576p / 720p /
1080i / 1080p / 1080p-24Hz - Wahl der Videoauflösung an der
HDMI-Schnittstelle
-
HDMI Deep Color: Auto / Aus - bezüglich der Nutzung des
erweiterten Farbraums
-
Komponenten Video: 480i-576i / 480p-576p / 720p / 1080i -
Wahl der Ausgabeauflösung am analogen YUV-Ausgang
-
Bildeinstellung: Standard / Lebhaft / Kühl / Action /
Animation
-
Standard: unbearbeitete Ausgabe des Videosignals
-
Lebhaft: Farben werden kräftiger, wärmer dargestellt
-
Kühl: kalte Farbgebung mit gemilderter Farbgestaltung
-
Action: dunkle Bildbereiche werden hervorgehoben
-
Animation: Farbkontraste werden betont
-
Schwarzpegel: Normal / Erweitert - Ausgabe des Schwarzwertes
gemäß Videonorm oder PC-Norm

Die Audiooptionen
Audioeinrichtung:
-
Nachtmodus: Auto / Ein / Aus - Verringert den Dynamikumfang;
Dolby TrueHD kann mit Metadaten zur Dynamiksteuerung versehen werden
-
HDMI-Audio: Bitstream / Auto - Native oder in Abhängigkeit
des angeschlossenen Tonwiedergabegerätes gewählte Ausgabe der
Audioinformationen
-
Digital Audio: Auto / PCM / Bitstream - Native Ausgabe der
Toninformationen über optischen und/oder koaxialen Digitalausgang oder
Zwangswandlung in PCM
-
PCM-Downsampling: Wahl der Samplingrate für PCM-Daten auf
den optischen und koaxialen Digitalausgängen
-
Lautsprecher einrichten:
-
Layout: Wahl der vorhanden Lautsprecher - Center
ja/nein, Subwoofer ja/nein, Rear-Lautsprecher ja/nein
-
Lautsprecherabstand: Vorne (L+R) - Justage in 30cm
Schritten, Center - Justage in 30cm Schritten, Hinten (L+R) - Justage in
30cm Schritten
-
Lautstärke der Lautsprecher: Jeder Lautsprecher ist in
13 Steps justierbar
-
Frequenz: Vorne (L+R) Groß/Klein, Center
Groß/Klein/Kein Lautsprecher, Hinten (L+R) Groß/Klein/Kein
Lautsprecher, Subwoofer Ein/Aus

Grobe Rasterung bei der Entfernungseinstellung
Grundsätzlich ist ein Bassmanagement immer zu begrüßen,
besonders wenn es derart von kontextsensitiven Hilfs- und Erklärungstexten
begleitet wird wie im Fall des Philips BDP7300. Eine Rasterung der
Lautsprecherentfernung in 30cm Schritten ist heutzutage etwas grob und das
Fehlen jeglicher Entfernungsjustage für den Subwoofer ist nicht mehr
zeitgemäß. Eine differenzierte Wahl der Übernahmefrequenz wäre sehr
wünschenswert, da für viele Lautsprechersets 120Hz zu weit oben angesiedelt
ist. Auch würden wir uns über eine Erklärung freuen, die Auskunft über den
Umgang mit etwaigen RearBack-Signalen in Dolby TrueHD oder DTS-HD Master Audio
Streams gibt.

Sonstige Einstellungen
Vorzugseinstellungen:
EasyLink-Setup

Netzwerkzugriff für Updates ud BD-Live 2.0
Erweiterte Einrichtung:
-
BD-Live Sicherheit: Ein / Aus
-
Netzwerk: Assistent zum Aufbau einer Verbindung mit einem
Netzwerk
-
Softwaredownload: Netzwerk / USB
-
Lokalen Speicher leeren: OK / Abbrechen
-
DivX VOD-Code: Der dem Gerät zugeordnete Code wird
angezeigt
-
Versionsinfo: Anzeige der Firmware-Version
-
Werkseinstellungen wiederherstellen: Sämtliche
Einstellungen auf den Auslieferungszustand zurücksetzen

Die Dateien werden automatisch ihren Medientypen bei der
Anzeige zugeordnet
USB:
-
Ordner
-
Musik
-
Video
-
Bilder
Der Philips BDP7300 bietet eine sehr pragmatisch integrierte und
intuitiv zu bedienende Steuerung der USB-Schnittstelle. Es werden grundsätzlich
oben genannte Ordner angezeigt, durch die ein sehr einfaches Navigieren
möglich. Die Inhalte angeschlossener USB-Medien werden selbstständig den
Medientypen zugeordnet. Während der Wiedergabe lassen sich über die "Options"-Taste
diverse Funktionen direkt aufrufen:
-
+90° drehen (nur Bilder)
-
-90° drehen (nur Bilder)
-
Zoom, 4-fach mit Betrachtungsbereichansteuerung
-
Dauer pro Folie: Schnell / Mittel / Langsam (nur Slideshow
für Bilder)
-
Übergänge: verschiedene Optionen zur Überblendung
zwischen Bildern in einer Slideshow
-
Bildeinstellung: Wahl der grundsätzlichen
Bildcharakteristik wie im Einstellungs-Menü
-
Audiosprache (nur Video)
-
Untertitelsprache (nur Video)
-
Zeichensatz: Wahl des Schrifttyps für Untertitel (nur
Video)
-
Titel (nur Video)
-
Kapitel (nur Video)
-
Zeitsuche (nur Video)
-
Menüs (nur Video)
-
Wiederholung
-
A-B wiederholen (nur Video)

Jederzeit aufrufbares und sinnvoll angelegtes "Options"-Menü
Philips Blu-ray Player BDP7300 ist nicht in der Lage mit JPEGs
verknüpfte MP3s gleichzeitig abzuspielen. Die Kompatibilität zu den
angegebenen Medien erscheint im Rahmen unserer Testreihen gegeben. Die einzelnen
Objekte lassen sich ohne Probleme und schnell ansteuern wobei die Ladezeiten
selbst für größere Bilderserien auf einem vorbildlichen Niveau liegen. Die
angezeigten Informationen sind aussagefähig für eine gezielte Navigation,
lassen aber speziellere Aspekte wie zum Beispiel die Datenrate unerwähnt. Das
Optionsmenü lässt sich gleichermaßen auch im Betrieb mit Silberscheiben
aufrufen und nutzen.
Bilanzierend ist festzuhalten, dass der Philips BDP7300 ein
reichhaltig ausgestatteter Blu-ray Player ist. Die Bedienung ist relativ einfach
und geht schnell von der Hand. Die Menüs sind optisch tendenziell schlicht aber
gut geraten - auf unnötigen Schnickschnack wurde zu Gunsten klarer Strukturen
verzichtet. Eine besondere Erwähnung verdienen die Hilfstexte, welche es gerade
unerfahrenen Usern erlauben auf einfach Weise zu verstehen, was sich hinter den
teils technischen Bezeichnungen für Funktionen verstecken.
Gesamtnote Konfiguration, Setup: Ausgezeichnet

Leicht wackelige Schublade
Laufwerk, Ladezeit, Betriebsgeräusch
Das Laufwerk des Philips BDP7300 hinterlässt in unserem Test
einen sehr positiven Eindruck - wir konnten keinen einzigen Absturz verzeichnen
und die Geschwindigkeit des Einlesens stellt Bestmarken auf. Während des
Einlesevorgangs ist ein deutliches Betriebsgeräusch zu vernehmen, was auch
immer der Fall beim Navigieren der Fall ist. Im Betrieb sinkt das
Laufwerksgeräusch auf einen sehr niedrigen Pegel ab und ist nur noch
unmittelbar am Gerät selber zu vernehmen. In Ermangelung eines Lüfters sind
keine störenden, derartigen Geräusche zu beschreiben.
Hier unsere Ergebnisse der Einlesezeiten:
-
Booten bis Home-Menü: 17 Sekunden
-
BD Casino Royal: 14 Sekunden
-
BD Fluch der Karibik: 21 Sekunden
Die Reaktionen auf Befehle der Fernbedienung setzt das Laufwerk
wie das Einlesen sehr schnell um, wie wir bisher nur von sehr wenigen Playern
kennen. Dies ist insgesamt eine tadellose Vorstellung, welche sich ein
"Hervorragend" verdient.

Spielpartner des Philips BDP7300 während des Tests
Testequipment
Bild
Blu-ray
Blu-ray Fluch der Karibik 1, 1080p/24Hz
Philips neuer Player 7300 legt zu Beginn der Testreihen mit dem
ersten Teil der Piraten-Trilogie "Fluch der Karibik" einen
verheißungsvollen Einstand hin. Der Nebel rund um den Bug des mächtigen
Segelschiffs wirkt glaubhaft, wabert um das Holzkonstrukt des Menschen und
verheimlicht nicht das leichte Grieseln des Filmmasters. Die Galionsfigur wirkt
dreidimensional und glänzt im goldenen Anstrich. Der 7300 gibt diese Szene
gekonnt und mit dem richtigen Feingefühl wieder, so dass der Einsatz der
Computer bei Erstellung der Aufnahme wahrzunehmen ist aber dabei nicht in einen
unnatürlichen Video-Look abgleitet. Die Feinzeichnung der Taue entlang der
Reling, die Strukturen der Uniformen und Hölzer wie auch die Züge der
Gesichter sind im Laufe der folgenden Einstellungen gut zu erkennen ohne das
Überschärfungen auftreten. Die Farbwiedergabe hinterlässt einen leicht
kühlen Eindruck mit einem minimalen Touch ins grünliche. Gerade letzteres ist
für Kenner der Einfahrtssequenz in Port Royal in einem direkten Vergleich zu
erkennen, ohne welchen es nahezu unmerklich ist. Die kräftige Farbgestaltung
des Films ist deutlich zu erkennen, ohne dass es poppig-bunt überzeichnet
wirkt. Die Durchzeichnung dunkler Bildbereich gelingt dem Philips 7300
ausgezeichnet. In Verbindung mit der insgesamt sehr hohen Bilddynamik entsteht
ein plastisches wie dreidimensionales Bild, das einen wahren Eindruck von Tiefe des Raums
erzeugt. In Anbetracht des Umstandes, dass dies ohne Überschärfungen und
Klipping im Hellen passiert, muss ein Lob ausgesprochen werden.
Blu-ray Casino Royal, 1080p/24Hz
Gleich zu Beginn von Casino Royal wartet eine schwer
darzustellende Schwarz-Weiß-Szene auf den 7300. Dieser Herausforderung stellt
er sich gekonnt: Das typische Filmkorn dieser Sequenz wird herausgearbeitet,
wenn auch nicht in der Deutlichkeit wie dies andere, allerdings auch teurere
Player machen. Die Durchzeichnung der dunklen Bildbereich gelingt dem Holländer
sehr gut und selbst Kennern dieser Passage fehlen keine Informationen auf der
Leinwand. Der Glanz des Metalls im Gebäude wird authentisch und mit guter
Dynamik dargestellt. Das Weiß tendiert aber wie schon bei Fluch der Karibik
minimal ins grünlich-violette - Eine Nuance, die aber wohl nur dem sehr
anspruchsvollen Betrachter überhaupt auffallen wird. Auch in Casino Royal zeigt
der Philips 7300 ein selten zu betrachtendes Talent für den Aufbau räumlicher
Tiefe - Die sehr smoothe Bewegungsdarstellung in Verbindung mit dem guten
Kontrast und der klaren Abgrenzung einzelner Objekte zueinander schafft es Tiefe
zu generieren, ohne, wie es sehr oft geschieht, eine künstliche Überschärfung
zu fabrizieren. Das teurere Konkurrenten mitunter ein paar mehr Details auf den
Schirm bringen vergisst man sehr schnell, wenn man die plastischen und
dreidimensional wirkenden Bilder aus den Subtropen auf sich wirken lässt. Der
leicht kühle Farbton macht sich wenn überhaupt in Gesichtern bemerkbar, wird
aber durch den schönen Film-Look klar überdeckt. Die inzwischen recht bekannte
Kransequenz steht hierfür exemplarisch: Gleichmäßig bewegen sich die Objekte
durch das Bild mit stabiler Ruhe und der richtigen Portion Dynamik.
Blu-ray Celine Dion - A New Day, 1080i/60Hz wiedergegeben in
1080p/60Hz
Wie schon häufiger zu betrachten kommt das künstliche Licht
Dion's Show in Las Vegas der Farbwiedergabe entgegen. Umrandet von vielen bunten
Bühnenscheinwerfern und damit einhergehend hohen Farbkontrasten stellt der
Philips ein sehr sauberes Weiß dar. Nuancierungen und Farbübergänge gelingen
ihm sehr sauber und können überzeugen. Wie auch bei den anderen Scheiben
gefällt der sehr angenehme Look, verbunden mit einer durchschnittlichen
Präsentation von Details. Sehr beachtenswert ist die Darstellung dieses
Video-Materials. Das De-Interlacing gelingt dem 7300 ausgesprochen gut und
besticht mit einer sauberen, nahezu Flimmer freien Darstellung ohne dass
Bewegungen zu schmieren anfangen. Treppenstufen sind so selten zu finden wie bei
kaum einem anderen Player dieser Preisklasse.
Eindrücke weiterer Blu-rays:
Egal ob es sich um den Animationsstreifen KungFu Panda oder das
Sci-Fi-Spektakel Transformers handelt, der 7300 besticht immer wieder durch
seinen wahrlich dreidimensionalen Bildeindruck. Beide Dreamworks Titel im
Vertrieb von Paramount bieten kräftige Farben, die auch derart auf der Leinwand
oder dem Bildschirm erscheinen. Die leicht kühle Abstimmung dürfte vielen
sogar entgegen kommen, da ins poppige abdriftende Farbgestaltungen auf ein
kräftiges Maß reduziert werden. Die Durchzeichnung dunkler Bildbereiche
gelingt besonders bei Transformers sehr gut und das resultierende Gesamtbild
kommt dem im Kino erlebten sehr nahe. Es wird sich im positiven keiner über
einen unnatürlichen, digitalen Look beschweren können.
Gesamtbewertung Blu-ray: Hervorragend

Ein Bildeindruck wie im Kino
DVD
DVD Star Wars EP. III 576i, De-Interlacing und Upscaling von
Filmmaterial, ausgegeben in 1080p/50Hz
Die Reproduktion im DVD-Betrieb hinterlässt einen
zwiegespaltenen Eindruck. Auf der einen ist anzumerken, dass dem Philips
das De-Interlacing nicht sonoderlich liegt. Egal ob bei der Schrift zu Beginn
des Star Wars Abenteuers oder beim ins Bild gleiten des ersten
Sternenzerstörers, Kanten flimmern und werden nicht sauber, ruhig dargestellt.
Diagonale Linien und Muster weisen Treppenstufen auf. Dies ist eine Performance
die von nahezu allen namhaften Konkurrenten übertroffen wird. Betrachtet man
die verschiedenen Ausgabeauflösungen im Vergleich fällt auf, dass diese recht
bescheidene Leistung im De-Interlacing nicht auf das Scalieren übertragbar ist.
Hier arbeitet der BDP7300 Konturen und Details in angemessener Weise heraus und
bietet dem verarbeitenden Gerät eine gute Grundlage zur Erstellung von
Vollbildern. Die farbliche Charakteristik des Philips gleicht im DVD-Betrieb der
des Blu-ray Betriebs: Das Bild ist tendenziell etwas kühler abgestimmt und hat
einen minimalen Farbstich. Die positiven Seiten werden aber genauso übernommen.
Der geneigte Kunde bekommt ein sehr tiefes wie plastisches Bild zu sehen,
welches einen authentischen Kino-Look offeriert ohne zu Überschärfungen oder
Doppelkonturen zu neigen, wodurch das abermals nicht zu detailierte Auftreten in
weiten Teilen kompensiert wird.
Klang
HDMI - Mehrkanal
Philips neuer Blu-ray Player BDP7300 zeigt sich offen für
sämtliche Tonformate, inklusive Dolby TrueHD und DTS HD Master Audio. Über die
HDMI-Schnittstelle weitergereicht gefällt der dynamische Klang, der auch die
Zwischentöne in ihrer Lautstärke nuanciert darstellt. Auch der Übergang von
grob- zu feindynamischen Passagen nimmt der 7300 gekonnt und kontrolliert. Das
Stichwort kontrolliert darf man auch auf die Bassperformance anwenden. Sehr
erfreut haben unsere Ohre hier vernommen, wie strukturiert und klar tiefe Töne
in den Raum getragen werden. Es ist nichts von einer unnatürlichen Aufdickung
zu vernehmen. Mit klarer Struktur und feinen Details wendet sich der Player
Stimmen und dem Mitteltonbereich zu, so dass der für das menschliche Gehör
sehr wichtige Bereich ohne Verfärbungen und Einschränken wiedergegeben wird.
Einzelne Ereignisse sind getrennt und differenziert. Der offene, aber nicht
aggressive Hochtonbereich schließt konsequent an diese recht lineare
Performance an und bietet damit eine sehr Lokalisation und Positionierung des
Klanggeschehens um den Hörer herum. Die räumliche Wiedergabe ist weder
frontlastig noch effektheischend. Philips hat es geschafft eine Abstimmung zu
wählen, die schlicht versucht zu reproduzieren und nicht zu
interpretieren.
Analog - Mehrkanal
Es ist eine Sache die Dekodierung neuer Standards in unteren
Preisklassen zu implementieren. Es ist eine andere, dies gut zu machen. Philips
hat mit dem BDP7300 prinzipiell eine sensationelle Leistung geschafft - und sich
auf der Zielgerade selber ein Bein gestellt. Aber der Reihe nach. Noch nie
hatten wir einen Blu-ray Player bei uns in der Redaktion, der für einen derart
niedrigen UVP eine solche analoge Mehrkanal-Klangqualität geboten hat. Der Bass
wird sehr strukturiert und straff bis in die untersten Oktaven ausgegeben, die
Grundtonbereich schließt nahtlos an und gibt tiefen Stimmen den authentischen
Schmelz. Der Mittentonbereich erklingt für die Preisklasse überraschend
neutral und unverfärbt wie auch zu erwähnen ist, dass das Klangbild ein
dreidimensionalen akustischen Raum aufbaut. Die Höhen werden fein und sauber
differenziert an den Verstärker weitergeleitet und bieten ein hohes Maß an
Brillanz. Dynamisch schließt die analoge Performance an die digitale an und
versteht sowohl mit fein- als auch grobdynamischen Elementen umzugehen. An
dieser Stelle ist es durchaus zu verschmerzen, dass nur ein 5.1 Ausgang bereit
steht, insbesondere dann, wenn man bedenkt wie wenige Menschen sich mehr als 6
Lautsprecher in die eigenen vier Wände stellen. So toll Philips' Ingenieure bis
zu dieser Stelle die Dekoder, die D/A-Wandler und die analoge Sektion
konstruiert haben, so unpraktisch ist die Auslegung des Bass-Management. Durch
die fix zu wählende Übernahmefrequenz von 120Hz werden sehr vielen
Heimsatelliten-Lautsprechern wichtige Frequenzbereiche im Grundton verwert. Die
Wiedergabe über den Subwoofer ist ohne weiteres möglich, erschwert aber in
vielen Fällen deutlich eine saubere Integration in das Gesamtsystem und lässt
ihn in Bereichen spielen, in denen das das die Satelliten teils wesentlich
besser können. An dieser Stelle bleibt festzuhalten, dass einiges an Potential
verschenkt wird.
Stereo - Analog und digital Coax im Vergleich
Die analoge Mehrkanalleistung wiederholt der 7300 im
Stereobetrieb eindrücklich. Ein sehr neutraler und strukturierter Klang breitet
sich im Testraum aus, der es versteht eine breite aber auch tiefe akustische
Bühne zu spannen. Kein Frequenzband ist über oder unterrepräsentiert und
tonal ist der Philips als sehr ausgeglichen zu bezeichnen. Dynamisch nimmt sich
der smarte Holländer kleinen wie großen Facetten an und verwebt sie zu einem
stimmigen Ganzen, dass es durchaus ermöglicht mit Genuss anspruchsvollere Werke
zu genießen. Im direkten Vergleich zur Wandlung eines Onkyo TX-NR906 ist der
Klang nur minimal weniger von den Lautsprechern gelöst. Seitens der Auflösung,
des Herausschälens feiner Details und der Lockerheit zieht der A/V-Receiver
dann aber doch merklich vorbei. Dies ist aber bei Leibe keine Schande: Nicht
viele Blu-ray Player treten in ernsthaften Wettstreit zu Verstärkern der oberen
Mittelklasse. Denn für sich betrachtet ist die gebotene Präzision, Transparenz
und Vehemenz sehr beeindruckend.
Fazit Klang: Philips BDP7300 bietet einen ungewöhnlich wie
faszinierenden neutralen Klang, besonders hervorzuheben in der analogen
Signalausgabe. Die Mehrkanalperformance via HDMI zeichnet sich positiv durch das
Abhandensein von Eigenklang aus. Die fehlende Praxistauglichkeit des
Bassmanagement verhagelt eine überragende Wertung. Gesamtnote in Relation zur
Preisklasse: Hervorragend.
Gesamt-Fazit

Philips zeigt mit dem BDP7300 eindrücklich auf, dass eine
solide mechanische Qualität auch in der unteren Mittelklasse zu realisieren
ist. Dieser Blu-ray Player ist sehr gut verarbeitet und bietet ein
zeitgemäßes, schickes wie kompaktes Design. Die Ausstattung ist reichhaltig
und unterstützt sämtliche relevanten medialen Anwendungen. Sehr viel leichter
kommt man nicht in den Genuss fast aller eigenen digitalen Daten ohne die
Verwendung eines Netzwerkes. Die Konzeption des Menüs ist vorbildlich und die
Bedienung fällt schnell und leicht von der Hand. Besonders hervorzuheben sind
die hilfreichen Popup-Texte, die verständlich die angebotenen Optionen
erläutern. Das betriebssichere und zackige Laufwerk macht Lust darauf viele
Scheiben in rascher Folge zu betrachten. Für Freunde eines natürlichen, dem
Kino ähnlichen Bildes bietet der Philips BDP7300 das passende visuelle Erlebnis
mit BDs: Unaufdringlich in der Farbwiedergabe, flüssig bei Bewegungen, gut
durchzeichnend im Dunkeln und mit einer für die Preisklasse sensationellen
Bildtiefe ohne künstliche Überschärfungen. Die Charakteristik wird bei DVDs
gewahrt, nur sollte nach Möglichkeit die Signalverarbeitung einem
qualitativeren Chipsatz zum Beispiel in einem Beamer oder Receiver überlassen
werden. Das wirklich Highlight des Philips ist seine analoge akustische
Darbietung. So relativ kleine Satelliten oder Vollbereichslautsprecher genutzt
werden ist es möglich einen Schritt nach vorne beim Genuss von Tonträgern zu
machen. Ein besseres Ergebnis wird durch das zu unflexible Lautsprechersetup
verhagelt. Zieht man sämtliche Teilaspekte ins Kalkül bleibt zu resümieren,
dass Philips mit dem 349,- EUR kostendem BDP7300 ein ganz heißes Eisen in den
Kampf um diese heftig umfochtene Preisklasse entsendet.
Schickes Design, ergonomische Bedienung trifft tiefes Kinobild
- garniert mit eindrücklicher akustischen Performance. Philips' BDP7300
empfiehlt sich für Freunde einer entspannten visuellen und einer neutralen
Audiowiedergabe.

Blu-ray-Player Mittelklasse
Preis-/Leistungsverhältnis          
Test 24. Juni 2009
+ Sehr gute Verarbeitung
+ Unterstützung relevanter Dateiformate
+ einfache Bedienung
+ sehr schnelles Laufwerk
+ sehr plastisches Bild
+ sehr ruhige Bewegungsdarstellung
+ hervorragende Klangeigenschaften
- unflexibles Bassmanagement mit zu hoher Trennfrequenz
- Netzwerkunterstützung nur für BD-Live
- leichter Farbstich
Test: Thomas Hermsen
Datum: 24.06.2009
HOME
> HARDWARE-TESTS > ZURÜCK
<
|