TEST: Stereo-Regallautsprecher Magnat Quantum 703 - Kompakte Klang-Finesse
zum kleinen Marktpreis ?
26. Mai 2009 (cr)

Quantum 703 mit Abdeckgitter

Quantum 703 ohne Abdeckgitter
Einführung
Elegantes Klavierlack-Finish in Hochglanz-Schwarz, eine stimmige Formgebung,
kompakte Abmessungen, eine für High-Quality-Musikformate taugliche
Hochtonkalotte, hochwertiges Bi-Wiring-Terminal - all das vereint die
2-Wege-Bassreflex-Box Magnat Quantum 703 mit einem sehr fairen Marktpreis
(Paarpreis) von knapp 600 EUR. Wer lieber andere Farbtöne schätzt, kann den
Schallwandler mit einer maximalen Belastbarkeit von 200 und einer
RMS-Belastbarkeit von 110 Watt auch in Silber, Kirsche oder in modischem Weiß
ordern. Was die smarte Regalbox leistet, haben wir für Sie überprüft.
Technische Daten

25 mm Hochtöner

Tiefmitteltöner

Bi-Wiring-Terminals
Der Lautsprecher weist eine 25 mm Hochtonkalotte auf, die durch den
erweiterten Frequenzgang auch z.B. für SACD und die neuen HD-Tonformate (beim
Einsatz in einem Surround-Setup) geeignet ist. Sie besteht aus Polyester Epoxy
Compound und weist eine äußerst geringe Masse auf. Dank E.R.A. (Early
Reflection Absorption) werden störende Schallreflexionen des Hochtöners an den
Gehäuseecken verhindert. Der magnetisch abgeschirmte
2-Wege-Bassreflexlautsprecher verfügt ferner über einen 170 mm Tief-/Mitteltöner
mit FEM (Finite Elemente Methode) Technologie. Der klangliche Vorteil soll in
einer linearen und symmetrischen Wiedergabecharakteristik liegen. Der
strömungsoptimierte Lautsprecherkorb aus Alu-Druckguss unterstützt das Streben
nach hochwertiger Akustik weiter. Die leichte Keramik-Aluminiummembran trägt
mit hoher Stabilität und enormer innerer Dämpfung ihren Teil zum Klangerlebnis
bei. Verbaut in der 703 sind hoch belastbare 35 mm Schwingspulen. Zwecks einer
thermisch optimalen Wärmeableitung ist der Schwingspulenträger schwarz
eloxiert. Die eingebaute Frequenzweiche trägt hochwertige Bauteile auf ihrer
Basisplatine. Sie ist aufgebaut als Filter 4. Ordnung (24 dB/Oktave
Flankensteilheit). Die Innenverkabelung besteht aus entsprechend hochwertigem
Kabel. Damit die Bassreflexöffnung nicht durch unpassende Strömungsgeräusche
die klangliche Harmonie stört, ist er speziell strömungsoptimiert. Das massive
MDF-Gehäuse mit nicht-parallelen Seitenwänden sowie zusätzlichen
Versteifungsbrettern in Gitterkonstruktion sorgt für hohe Steifigkeit und
dafür, dass sich keine stehenden Wellen im Gehäuseinneren bilden können. Mit
Abmessungen von 225 x 355 x 335 mm ist der Lautsprecher relativ kompakt und für
Impedanzen von 4 bis 8 Ohm seitens des Verstärkers ausgelegt.
Fazit: Für die Preisklasse ein hoher konstruktiver Aufwand. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - Hervorragend.
Verarbeitung

Einfach verarbeitete, aber passgenau sitzende
Lautsprechergitter

Große Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse,
Bi-Wiring-tauglich

Gerundete Ecken
Die Verarbeitung der Regalbox ist in Anbetracht des Kaufpreises überzeugend.
Die auf den Bildern sichtbaren leichten Kratzer auf der tiefschwarzen
Klavierlackoberfläche des Boxengehäuses ist kein Indiz für ein unzureichendes
Finish, sondern liegt daran, dass der Lautsprecher schon mehrmals aufgestellt
und ein- sowie ausgepackt wurde. Ansonsten sind die Oberflächen tief und
gleichmäßig, hier muss man schon mehrere Preisklassen höher gehen, um noch
mehr Detailqualität in Form erstklassiger Oberflächengüte zu erhalten
(Beispiel aus eigenem Hause wäre die Magnat Quantum 1005).
Die hochwertigen Bi-Wiring-Terminals nehmen auch größere Kabelquerschnitte und
hochwertige Stecker gern entgegen. Die Platte, auf der die Terminals montiert
sind, besteht allerdings, was uns weniger überzeugt hat, aus Kunststoff. Die
Lautsprecherchassis und das Lautsprecherkabelanschlussterminals sind solide mit
langen, stabilen Schrauben verschraubt. Die Gehäusekanten sind gerundet, so
dass von ihnen keine Verletzungsgefahr ausgeht. Nach dem Lesen der Details zum
Aufbau waren wir gespannt, welche Verarbeitungsgüte uns im Gehäuseinneren und
beim Tiefmitteltonchassis erwartet. Die Innenverkabelung weist zwar keinen
sensationellen Querschnitt auf, im Vergleich zum "Klingeldraht", der
bei manchem Kontrahenten zum Einsatz kommt, kann man aber mit der Güte durchaus
einverstanden sein. Die im Datenblatt angesprochenen Gehäuseversteifungen
existieren auch in der Praxis, zusammen mit der beträchtlichen Materialdicke
des MDF-Gehäuses wird eine für diesen Preis erstaunliche Qualität geboten.
Dies untermauert auch die unten im Boxeninneren montierte, sauber aufgebaute
Frequenzweiche. Das Tiefmitteltonchassis mit solidem Alu-Druckgusskorb und
dickem Magneten vervollständigt die positiven Eindrücke. Gesamtnote
Verarbeitung in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend.

Zusätzliche Gehäuseverstrebungen für mehr Steifigkeit

Sauber aufgebaute Frequenzweiche

Beträchtliche Gehäusedicke

Die kreisrunde Platte, auf der die LS-Kabelterminals montiert
sind, besteht aus Kunststoff

Tiefmitteltöner, ausgebaut

Der Tiefmitteltöner im Querschnitt
Testequipment
Klang
Für die Quantum 703 spricht der klare Klang, der beim Track 11 auf der 2. CD
von "Cult of Snap" prima zum Ausdruck kommt: Die "Rame"
Version von Snap vs. Ron van Kroonenburg gefällt mit fließender Anbindung
des Mitteltonbereichs an den Hochtonbereich. Das Bass ist relativ präzise und
gliedert sich stimmig ins Gesamtgefüge ein. Die Strukturen im Bassbereich sind
von guter Qualität, aufgrund des relativ geringen Gehäusevolumens fehlt es dem
Lautsprecher allerdings an Tiefgang. Wer gern Musik mit kräftiger, weit nach
unten reichender Basswiedergabe auch bei gehobenem Pegel genießen möchte,
sollte daher die zusätzliche Anschaffung eines aktiven Subwoofers in Erwägung
ziehen. Ansonsten fällt auf, dass der speziell geformte Bassreflexport wirklich
keine Strömungsgeräusche produziert. Überhaupt ist die Basswiedergabe bis zu
deutlich gehobenem Pegel sehr sauber, nur, wie bereits erwähnt, ist sie nicht
enorm voluminös. Bei Oxygene 2 (Jean-Michel Jarre, Jarre in China, CD) beweist
der Schallwandler, dass er zum fairen Marktpreis erstaunliche Qualitäten beim
Einbauen auch kleinerer Dynamikunterschiede mitbringt. Er entfaltet im
Bassbereich ein präzises, gut auf den Punkt kommendes Klangbild und versucht
mit Erfolg, das vielschichtige Klangbild mit typischen chinesischen Instrumenten
und elektronisch erzeugen Elementen präzise aufzubauen. Dabei fällt wieder der
sehr gute Anschluss des Mitteltonbereiches an den Hochtonbereich an. Tonal
spielt der kleine Lautsprecher erfreulich neutral und betont keinen Teil des
Frequenzspektrums künstlich über. Als der Beat einsetzt, modelliert die
Quantum 703 die oberen akustischen Ebenen tadellos auseinander - dies kann auch
die mit rund 400 EUR (Paarpreis) erstaunlich preiswerte Quadral Rhodium
20 prima, allerdings merkt man beim Ausschöpfen der möglichen
Pegelreserven und beim Erkennen einiger Einzelheiten in weiter nach hinten
versetzten klanglichen Ebenen doch den Preisunterschied - hier spielt die
Quantum 703 dann in einer anderen Liga.

Die Quantum 703 spielt für eine so preiswerte Box erstaunlich
klar
Impulstreu und lebendig aufspielend, ist auch die Canton Chrono
502 (Paarpreis ebenfalls knapp 600 EUR) ein nicht zu unterschätzender
Konkurrent. Sie ist im Hochtonbereich sogar noch eine Idee präziser, dafür ist
der Übergang in den Mitteltonbereich bei der Quantum noch einen Hauch
nahtloser. Im Bassbereich gehen beiden kleinen Regal-Schallwandler nicht auf
Volumen, sondern auf Impulstreue und Klarheit. Erstaunlich ist, was im direkten
Vergleich die mit 139 EUR pro Stück sehr günstige Nubert
nuBox 311 leistet - sie spielt neutral, ist antrittsstark und löst für
einen Lautsprecher, der keine 150 EUR pro Stück kostet, sehr gut auf. Das
feinere Ausleuchten kleiner Einzelheiten und die sehr dynamische Wiedergabe auch
kleinerer Effekte zeigen aber, dass die Quantum nicht umsonst auch teurer ist.
Als kraftvoller "Pegelmeister", der allerdings etwas teurer ist
(Stückpreis knapp 400 EUR), mischt die Klipsch Reference RB-81
das Konkurrenzfeld auf. Ihre Trumpfkarten sind der enorme Wirkungsgrad, die
hervorragende Grobdynamik und die ausgezeichnete Pegelfestigkeit. Sensibles und
differenziertes Spiel - beides liegt der Quantum sehr gut - ist aber nicht die
Stärke der für einen Bookshelf-Lautsprecher relativ großen Klipsch. Das
lebendige, freudige "Molto Vivace" aus Ludwig van Beethovens
Symphonie Nr. 9 "Ode an die Freude" bringt die kleine Box mit frischem
Spiel gut zur Geltung. Die Preisklasse merkt man jedoch, wenn es um die
Loslösung des Klangs vom Lautsprecher geht: Für den Kaufpreis ist das Gebotene
sehr gut, wenn man sich hier aber sehr hochwertige (und deutlich teurere)
Regallautsprecher wie die Aurum 370 oder
die Nubert nuVero 4 anhört, sind doch
hörbare Unterschiede vorhanden. Sehr zu loben ist der souveräne Umgang mit den
Streichern, den die 703 an den Tag legt. Fein, samtig, klar, aber nicht
aggressiv, das sind Attribute, die in diesen finanziellen Regionen eher selten
konstatiert werden können. Die Eröffnung von Carl Orffs berühmter "Carmina
Burana" gelingt der kleinen Quantum ausgezeichnet - der Choralgesang klingt
echt und wird nachvollziehbar vom instrumentalen Rhythmus unterstützt. Die
immensen Dynamiksprünge bringt die Regalbox sehr schön zum Ausdruck: Als
urplötzlich das Orchester mit Nachdruck einsetzt und für ein eindrucksvolles,
intensives, emotionales Klangbild sorgt, ist die Quantum sofort zur Stelle und
modelliert die akustischen Einzelteile zu einem in sich schlüssigen,
schwungvollen Auftritt. Der Wirkungsgrad ist gut, für eine Bassreflexbox aber
nicht sensationell. Die Quantum beeindruckt durch eine sehr gute
Pegelfestigkeit, allerdings ist der "Grenzbereich" schmal: Urplötzlich
schlägt das Tiefmitteltonchassis dann an und es werden unschöne akustische
Disharmonien produziert. Sehr gut: Der Lautsprecher ist kaum
aufstellungskritisch. Der Abstand von der Wand sollte aber mindestens 1 Meter
betragen (Bassreflex), und die Box sollte leicht auf den Zuhörer angewinkelt
werden. Insgesamt beeindruckt der kleine Schallwandler ungemein:
Tonal natürlich, dynamisch und mit fließenden Übergängen zwischen den
Frequenzbereichen. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet -
hervorragend.
Fazit
Die Magnat Quantum 703 bietet zum günstigen Kaufpreis einen hochwertigen
Aufbau und einen natürlichen sowie dynamischen Klang. Die Neutralität
hinsichtlich der tonalen Auslegung verblüfft und überzeugt zugleich. Die
Verarbeitung und die Pegelfestigkeit können ebenfalls überzeugen. Wer Wert auf
einen sehr guten Tiefgang legt, sollte die kompakte Regalbox allerdings mit
einem zusätzlichen aktiven Subwoofer für eine ansprechende Darstellung tiefer
Frequenzen kombinieren.
Eleganter, kompakter Regallautsprecher mit lebendigem und
klaren Klang

Regallautsprecher Mittelklasse
Test 26. Mai 2009
Preis-/Leistungsverhältnis (Marktpreis)         
+ Sehr klarer Klang
+ Fließende Übergänge zwischen den einzelnen Frequenzbereichen
+ Tadellose Grob- und Feindynamik in Relation zur Preisklasse
+ Hochwertiger Aufbau
+ Fairer Kaufpreis
- Tiefgang begrenzt
Technische Daten
-
Prinzip: 2-Wege Bassreflex
-
Bestückung: 170 mm TT, 25 mm H
-
Maße (B x H x T): 225x355x335 mm
-
Nennbelastbarkeit: 110 Watt
-
Max. Belastbarkeit: 200 Watt
-
Untere Grenzfrequenz: 28 Hz
-
Obere Grenzfrequenz: 55000 Hz
-
Trennfrequenzen: 3000 Hz
-
Impedanz: 4-8 Ohm
-
Empfindlichkeit: 90 dB
-
Empfohlene Mindest-Verstärkerleistung: 30 Watt
-
Magnetisch geschirmt
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