TEST: Teufel Surround-System Concept E Magnum Digital
28. Januar 2008



Einführung
Als Schüler, Student oder Auszubildender hat man nicht die
finanziellen Mittel, um mehrere Tausend EUR in ein 5.1-Surroundsystem zu
stecken. Auch derjenige, der in seinem Home Office oder im Gästezimmer
5.1-Sound wünscht, ist selten gewillt, dafür eine Investition im vierstelligen
Bereich zu tätigen. Den Wünschen dieser ohne Zweifel großen, hier
angesprochenen Zielgruppen kommt man beim Berliner Direktversender Lautsprecher
Teufel umgehend nach: Mit dem Concept E Magnum Digital, das zu einen
Gesamtpreis von lediglich 269 EUR angeboten wird. Was erhält der geneigte Kunde für den
Betrag, der in guten Heimkinos schon allein für ein paar gute HDMI-Kabel
fällig wird? Zunächst einmal Farbauswahl, denn das zum Set gehörende
Satellitenlautsprechersystem und der aktive Subwoofer, der auch die Endstufen
für Satelliten und Center in sich trägt, sind in schwarzer oder silberner
Version zu haben. Des Weiteren viermal den Satelliten CEM 50FR, einmal der
Center CEM 50C und der Subwoofer CEM 500 SW sowie die Decoderstaton 3, die mit
Decodern für Dolby Digital/DTS 5.1 sowie Dolby Pro Logic 2 ausgestattet ist.
30 Meter Lautsprecherkabel werden ebenfalls mitgeliefert - zwar nur mit 0,75
Quadratmeter Querschnitt, in Anbetracht der Leistungsklasse des Systems reicht
das aber auf jeden Fall aus. Hinzu kommt noch ein 6-Kanal-Cinchkabel, welches
notwendig ist, um die Decoderstation mit den Endstufen im CEM 500 SW zu
verbinden. Ein optisches Digitalkabel (Länge 1 Meter) gehört ebenfalls zum
Lieferumfang. Optional können (Stückpreis 18,50 EUR, Lieferung aber nur
paarweise) elegante Ständer für die Satelliten dazu geordert werden. Wir
haben für Sie nachgeprüft, ob man für unter 300 EUR ein harmonisches
akustisches Ambiente erzeugen kann.
Verarbeitung

Elegantes Design der Decoderstation 3, die einen gut
verarbeiteten Eindruck hinterlässt

Der weiße Aufdruck der Decoderstation 3 ist nichts für
dezente Naturen

Die bei der Decoderstation 3 mitgelieferten Fernbedienung
hinterlässt einen einfachen Eindruck - mehr kann man aber in Anbetracht des
Kaufpreises auch nicht erwarten

Diese kleine Fernbedienung liegt dem vollaktiven
Lautsprechersystem bei

Satelliten und der hier abgebildete Center haben ein Gehäuse
aus Kunststoff, der aber einen ordentlichen Eindruck hinterlässt. Die Passungen
des Gehäuses sind prima

Front- und Surroundlautsprecher sind identisch - die
Verarbeitungsqualität ist auch hier stimmig

Von hinten betrachtet, merkt man die günstige Preisklasse des
Concept E Magnum Digital - hier gibt es nur Klemmanschlüsse fürs
(mitgelieferte) Lautsprecherkabel. Aber, Hand aufs Herz: Wirklich dickes Kabel
und massive Schraubklemmen braucht bei einem solchen System keiner

Die Kantenverarbeitung beim aktiven Subwoofer gibt keinen
Anlass zur Klage

Ordentlich verarbeitete Rückseite des aktiven Subwoofers

Kritik im Detail: Der optische Digitaleingang auf der Front
der Decoderstation ist nicht mit einer integrierten Staubschutzkappe versehen,
sondern mit einer Abdeckung, die abgenommen werden muss und zudem unschön
aussieht
Die Verarbeitung des Concept E Magnum Digital ist für diese
Preisklasse absolut in Ordnung. Die Decoderstation überzeugt mit kompakten
Abmessungen und gefälligem Design - mit kleinen Ausnahmen. So ist der üppige
weiße seitliche Aufdruck nicht jedermanns Geschmack, die bei dieser Offerte im
Fokus stehende jugendliche Klientel wird aber mit Sicherheit größtenteils
Gefallen daran finden. Keine Freunde macht sich die Decoderstation mit der
billig wirkenden Abdeckung des vorderen und auch des hinteren Digitaleingangs -
auch in dieser sehr günstigen Preisliga wäre eine direkt am Eingang befestigte
Staubschutzklappe die bessere Lösung. Diese kleinen Mängel können aber nicht
verhindern, dass die Decoderstation 3 teurer wirkt, als sie tatsächlich ist.
Der elegant eingelassene Lautstärkeregler ist durch die Rasterung auch einfach
zu bedienen. Die schicke blaue Beleuchtung vermittelt sogar in Anflügen edles
Flair. Dieses wird zum Teil wieder durch das "Uhrenradiodisplay" in
Rot zunichte gemacht, das z.B. die aktuelle Lautstärke und den gewählten
Eingang anzeigt. Da die Decoderstation aber allein lediglich 129 EUR kostet,
kann man solche kleinen Unzulänglichkeiten gern nachsehen. Mitgeliefert werden
zwei Kunststoffelemente, damit das gute Stück auch sicher steht. Die einfach
gemachte Geräterückseite weist keine Verarbeitungsmängel auf. Die einzelnen
Buchsen sind ordentlich eingepasst.
Das 5.1 Lautsprechersystem ist ebenfalls gut verarbeitet. Der
für die Lautsprechergehäuse verwendete Kunststoff ist bezüglich der
Materialgüte tadellos - mehr ist in diesen sehr günstigen Preisgefilden nicht
zu erwarten. Die Passungen sind prima, und die Boxen präsentieren sich als
sauber entgratet. Der aktive Subwoofer überzeugt mit erstaunlich guter
Kantenverarbeitung, die Verletzungsgefahr, durchaus Thema bei sehr günstigen
Systemen, wird dadurch gering gehalten. Der als nach unten abstrahlendes
Downfire-Modell konzipierte Subwoofer verfügt über integrierte Standfüße,
die auch den nötigen Abstand der Membran zum Boden sicherstellen. Die Membran
selber ist sauber eingelassen. Gesamtnote Verarbeitung in Relation zur
Preisklasse: Gut - sehr gut.
Technik und Ausstattung

Für kleinere Zuspieler-Parks reicht das Anschlussangebot aus

Optischer und koaxialer Digitaleingang auf der Rückseite

Die Decoderstation 3 bringt Decoder für DTS/Dolby Digital 5.1
und Dolby Pro Logic 2 mit.
Die Decoderstation 3 verfügt über zwei optische Eingänge,
einen koaxialen Eingang, drei analoge Stereo-Cinch-Inputs und integrierte
Decoder für Dolby Digital/DTS 5.1 sowie Dolby Pro Logic 2. Des Weiteren bringt
das schlanke Gerät vier DSP-Modi mit. Ein 5.1-Ausgang sorgt für die direkte
Verbindungsmöglichkeit zum Concept E Magnum. Ein entsprechendes Cinch 5.1-Kabel
wird, ebenso wie ein optisches Digitalkabel, gleich mitgeliefert. Mittels diesem
kann die Decoderstation auch sehr einfach an den digitalen Ausgang (meistens
optisch) der Soundkarte des PCs angeschlossen werden. Für den Pegelabgleich
können die Lautstärken für Center, Subwoofer und Surroundlautsprechern an die
Lautstärke der Fronts angepasst werden. Für Center und Surroundlautsprecher
ist es auch möglich, die Verzögerungszeit in ms einzustellen. Diese Anpassung
ist von Nöten, um ein synchrones Eintreffen des Tonsignals an allen
Lautsprechern, auch wenn sie in unterschiedlicher Entfernung vom Hörplatz
aufgestellt sind, zu gewährleisten. Moderne AV-Receiver verwenden meist die
direkte Einstellmöglichkeit in Metern - einfach die Entfernung zwischen
Hörplatz und dem jeweiligen Lautsprecher messen, und diesen Wert direkt in
Metern eingeben. Bei Geräten oberhalb der Einstiegsklasse ist es möglich, für
jeden Lautsprecher (bei einem 5.1-Setup Front links, Front rechts, Center,
Surround links, Surround rechts) individuell den Abstand in Metern einzugeben.
Steht also ein Front-LS z.B. 2,5 Meter vom Hörplatz entfernt und der andere 1,8
Meter, so kann man durch die individuelle Eingabe der beiden unterschiedlichen
Entfernungen ein präzises Time Delay erreichen.
Bei einfacheren Geräten werden nur Lautsprecher-Gruppen
offeriert, so muss man also für beide Frontlautsprecher zusammen und für beide
Surroundlautsprecher einen gemittelten Wert eingeben. Die Decoderstation 3 ist
aufgrund des günstigen Kaufpreises mit der altertümlichen Eingabemöglichkeit
in Millisekunden (ms) für die Verzögerung ausgestattet. Hier ist etwas
Rechenarbeit vom Anwender gefordert, möchte man die korrekte Verzögerung
einstellen. Für das Einstellen des Center-Delays ist es zunächst erforderlich,
den Abstand zwischen Hörplatz und Frontboxen zu messen. Anschließend misst man
den Abstand zwischen Hörplatz und Centerlautsprecher. Dann subtrahiert man vom
Abstand der Front-LS den Abstand der Centerboxen. Das Ergebnis ist anschließend
mit drei zu multiplizieren, das ergibt dann die Verzögerungszeit in ms.
Beispiel: Abstand zu den Frontlautsprechern beträgt 4 Meter - (also beide
Front-LS 4 Meter entfernt oder die eine z.B. 4,6 und die andere 3,4 Meter,
ergibt gemittelt 4 Meter), der Abstand zum Center beläuft sich auf 3 Meter. 4
Meter minus 3 Meter ergeben einen Meter, multipliziert mit drei ergibt 3 ms
Verzögerungszeit. Um die Verzögerungszeit für die Surroundlautsprecher zu
ermitteln, ist als erstes wieder der Abstand zwischen Hörplatz und Front-LS zu
ermitteln. Danach misst man die Entfernung zwischen Hörplatz und
Rearlautsprechern. Der Abstand der Rearlautsprecher wird vom Abstand der
Frontlautsprecher abgezogen, das Ergebnis wird wiederum mit drei
multipliziert.
Da sowohl die Decoderstation als auch das mitgelieferte
vollaktive Concept E Magnum 5.1-Lautsprechersystem auch einzeln zu haben sind,
gibt es bei beiden System-Bestanteilen die Möglichkeit, die Pegel der
unterschiedlichen Lautsprecher-Gruppen (bei der Decoderstation Center, Subwoofer,
Surround, beim CM 500 SW, der die Endstufen aller Lautsprecher beherbergt,
Front/Center/Surround/Subwoofer) einzustellen. Dies führt im Zusammenspiel
beider Komponenten, also CM 500 SW und Decoderstation, zu einer etwas
umständlichen Einpegelung, da man beide Geräte aufeinander abstimmen
muss.
Nun stellen wir das 5.1-Lautsprechersystem vor. Die sehr
kompakten Satelliten, die mit Abmessungen von 9,5 x 13 x 11,5 (B x H x T) cm in
nahezu jedem Raum Platz finden, weisen recht respektable Belastungswerte von 40
Watt (langfristig) und 70 Watt (kurzfristig) auf. Sie sind zum Anschluss an
Verstärker mit einer Impedanz von 4 bis 8 Ohm ausgelegt. Das System besteht aus
einem 80 mm Konus-Tieftöner und einem 20 mm Kalotten-Hochtöner. Die als
geschlossenes System ausgelegten 2-Wege-Boxen sind magnetisch geschirmt und
weisen eine integrierte Aufhängung für die Wandmontage auf. Der ebenfalls als
geschlossene 2-Wege-Konstruktion gebaute Center bringt die identischen
Belastungswerte mit und verfügt als Bestückung über 2 x 80 mm Konustieftöner
und einen 20 mm Kalotten-Hochtöner. Mit Abmessungen von 23,5 x 10 x 11,5 (B x H
x T) cm ist der vordere mittlere Lautsprecher größer als die anderen
Satelliten.

Der aktive Subwoofer ist als Downfire ausgelegt und strahlt
nach unten ab

Bassreflexöffnung auf der Frontseite

Die Einstellmöglichkeiten auf der Rückseite des CM 500 SW
umfassen einen Phasenregler (nicht stufenlos, nur umschaltbar 0/180 Grad), eine
von 40 b is 240 Hz einstellbare Übernahmefrequenz sowie einen Schalter für den
ständigen Betrieb oder das automatische Einschalten bei entsprechenden
Bassimpulsen. Da im CM 500 SW die Endstufen für ein komplettes 5.1-Setup
eingebaut sind, befindet sich zur entsprechenden Ansteuerung ein 5.1-Eingang auf
der Rückseite

Auf der Frontblende des CM 500 SW kann kanalselektiv die
Lautstärke eingestellt werden. Auch ein Muting (Lautstärke auf Null mit einem
Knopfdruck) ist möglich
Der aktive Subwoofer stellt insgesamt 450 Watt an
Musik-Ausgangsleistung und 300 Watt Sinus-Ausgangsleistung (für alle 6
Lautsprecher) zur Verfügung. Ein 25 cm Basschassis setzt tieffrequente Impulse
um. Der Bassist ist als Bassreflex-Downfire-Modell konzipiert. Auf der
Frontblende kann der Pegel der einzelnen Lautsprecher-Gruppen eingestellt
werden, ebenfalls ist ein Muting möglich. Auf der Rückseite des als zentrale
Endstufeneinheit fungierenden Subwoofers stehen ein Phasen- und ein
Übernahmefrequenz-Regler sowie eine schaltbare Ein-/Ausschaltautomatik zur
Verfügung. Alternativ kann der Subwoofer auch als Mono-Aktivsubwoofer am
AV-Receiver verwendet werden. Dann steht eine Leistung von 150 Watt (Musik)
beziehungsweise 100 Watt (Sinus) bereit. Mit Abmessungen von (B x H x T) 30 x 42
x 40,5 cm ist der Basslautsprecher recht kompakt.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Sehr gut.
Bedienung

Lautstärkeregler an der Decoderstation 3 mit griffgünstigen
Einkerbungen

Das recht ausladende Netzteil der Decoderstation 3 lässt sich
nicht überall problemlos unterbringen

Spezieller Stromanschluss an der Decoderstation 3. An diesen
wird das sehr solide, teilweise aus Metall bestehende Endadapter des Netzteils
angeschlossen - was eine mechanisch sehr stabile Verbindung ergibt

Die Fernbedienung ist übersichtlich und einfach in der
Handhabung
Das bereits weiter oben beschrieben etwas komplexe Angleichen
von Decoderstation und CEM 500 SW bezüglich der Pegel sowie die altertümliche
Einstellung der Verzögerungszeit für Center und Rears sind zwei vermeidbare
Bedienschwächen - ansonsten gibt es keine Kritik. Die Fernbedienung der
Decoderstation 3 liegt sehr gut in der Hand und ist zudem übersichtlich, so
dass auch der Neueinsteiger oder wenig versierte Anwender nicht vor größere
Schwierigkeiten gestellt wird. Das übersichtliche Anschlusslayout sorgt dafür,
dass innerhalb sehr kurzer Zeit jeder Zuspieler Kontakt mit der Decoderstation 3
aufnehmen kann. Auf der Fernbedienung kann der gewünschte Eingang per
Direktwahltaste angesteuert werden. Gesamtnote Bedienung: Gut.
Klang
Möchte man den Klang der Teufel-Komplettlösung bewerten,
sollte man sich erst mit den Rahmenbedingungen vertraut machen, unter denen ein
solches System zu sehen ist. Hier muss man bedenken, dass es sich um eine
lediglich 269 EUR kostende Komplettlösung handelt. Nur noch ein DVD-Player und
ein Bildwiedergabegerät werden benötigt, und man kann loslegen.
Einsatzzweck
Geeignet:
-
Geeignet für Raumgrößen zwischen 10 und 20 Quadratmeter
-
Geeignet für Anwender, die mit normalem bis leicht
erhöhtem Pegel hören
-
Geeignet als Zweit-Anlage fürs Home Office, Gästezimmer
oder Schlafzimmer
-
Geeignet als Haupt-Anlage fürs Einzimmer-Appartment,
Ferienhaus oder Jugendzimmer (sofern im Haupt-Einsatzraum die weiter oben
angegebenen Quadratmeterzahlen im Wesentlichen eingehalten werden)
-
Geeignet für Anwender, die hauptsächlich in Surround und
wenig in Stereo hören
-
Geeignet für Anwender, die gern nach Feierabend mal einen
Film oder ein Live-Konzert auf DVD anschauen
Nicht geeignet:
-
Nicht geeignet für Raumgrößen oberhalb von 25
Quadratmeter
-
Nicht geeignet fürs anspruchsvolle Stereohören
-
Nicht geeignet als Haupt-Anlage im Wohnzimmer mit
anspruchsvollen Zuspielern (hier hat Teufel sehr viel leistungsfähigere
Offerten im Programm)
-
Nicht geeignet für Anwender, denen Präzision und
Detailtreue sehr wichtig sind (diese müssen sehr deutlich mehr Geld für
ihr Wunsch-System ausgeben)
Höreindrücke im einzelnen:

Der Center realisiert eine gute Stimm- und Effektwiedergabe
Erstaunliche Leistungen zeigt das Concept E Magnum Digital bei
der Wiedergabe von Filmton. Bei der HD DVD von "Apollo 13" überrascht
ebenso wie bei der HD DVD von "Harry Potter und der Gefangene von Askaban"
die gefällige, klare Stimmwiedergabe. Der im Vergleich zu den restlichen
passiven Boxen größer dimensionierte Center stellt sicher, dass Stimmen - vor
allem bei normalem bis leicht erhöhtem Pegel - keinesfalls gequält oder
verzerrt ertönen, sondern akustisch sehr angenehm. Natürlich darf man keine
übertrieben detailreiche Struktur und auch keinen sehr präsenten
Grundtonbereich erwarten, aber das angenehm neutrale, nicht überzogen
gesoundete Klangbild hat uns gut gefallen. Effekte, die von vorn aus der Mitte
kommen, plätschern nicht saft- und kraftlos durch den Hörraum, sondern
besitzen Kontur und Substanz. Die vier kompakten Satelliten machen ihren Job
ebenfalls gut. Harry Potters Flug auf Seidenschnabel wird räumlich und
bezüglich der gebotenen Dynamik gut wiedergegeben, und auch der ereignisreiche
Flug von Apollo 13 wird räumlich gut zur Geltung gebracht. Kleinere
Nebengeräusche werden zwar - das erwartet auch keiner - nicht komplett
eingearbeitet, aber das Gefühl, sich ins Geschehen integrieren zu können, ist
mittels des Concept E Magnum Digitals auszumachen.
Bezüglich des möglichen Abstrahlwinkels sind die kleinen
Schallwandler erstaunlich gut. So erscheint das Front- und Surround-Klangbild
relativ geschlossen, Klanglöcher sind kaum herauszuhören. Nur zwischen der
oberen Übernahmefrequenz des aktiven Subwoofers und der unteren Grenzfrequenz
von Center und Satelliten ist eine hörbare Lücke vorhanden, die allerdings
beim Anhören von differenzierter Musik (z.B. Klassik oder Jazz) stärker
auffällt als bei der Filmtonwiedergabe. Der aktive Downfire-Subwoofer muss
sorgfältig justiert werden, dann liefert er gute Resultate. Wer es beim
Einpegeln übertreibt, muss mit ständigem unpräzisen Dröhnen kämpfen - der
kleine aktive Bassist reagiert auf massive Bassimpulse bei sehr euphorischer
Pegeleinstellung etwas empfindlich. Wer sich etwas Mühe gibt und den aktiven
Basslautsprecher mit etwas Zurückhaltung einpegelt, wird mit einer für diese
Preisliga überraschend guten Bassdarstellung belohnt. Selbst bei geringeren
Lautstärken merkt man ein gewisses Bassfundament. Natürlich gibt es Sequenzen,
in denen ein eher einfach konstruierter aktiver Subwoofer überfordert ist. Zu
diesen Filmszenen gehört beispielsweise die Startsequenz in "Apollo
13" oder die Schlachtszene oberhalb von Coruscant zu Beginn der DVD von
"Star Wars Episode III". Hier neigt der aktive Subwoofer bei etwas
forscherem Pegel zum Durchschlagen. Der Tiefgang ist natürlich nicht
sensationell, für die kompakten Abmessungen aber als gut zu bezeichnen.

Der aktive Subwoofer ist bei akkurater Einpegelung
überraschend klangstark
Ordentlich gelingt dem Concept E Magnum Digital die Darstellung
zweikanaliger Musik, wenn sie durch Einsatz des in der Decoderstation 3
verbauten Dolby Pro Logic 2-Decoders auf 5.1 Kanäle aufgeweitet wird. So
gehört bei Falcos "Out of the Dark" - hier liegt sogar ein gewisser
Esprit im Klangbild, die von einer so preiswerten Komplettlösung erwartete
monotone Lethargie bleibt erfreulicherweise beinahe völlig aus. Gut, besondere
Ortungsstabilität bei allen Signalanteilen darf man ebenso wenig erwarten wie
eine enorme Detaillierung. Beides sind aber auch Eigenschaften, die eher der
erfahrene Musikliebhaber sucht und schätzt. Und für diesen hat Teufel ein
breites Portfolio mit anderen Produkten im Angebot. Für Anwender, die einfach
mal mit Spaß Musik hören möchten, ohne den akustischen Hintergrund genau zu
analysieren, ist Teufels Offerte hingegen sehr gut geeignet. Erstaunlich
kraftvoll und raumfüllend geht das Concept E Magnum Digital bei Laith Al-Deens
"Viel davon" an die Arbeit. Die akustische Gitarre wird klar und
deutlich übertragen. Bei "Alles an Dir" (beide Lieder von der
CD "Für Alle") ist die Trennung zwischen Stimmen und Instrumenten
voll befriedigend, beim Refrain kommt die E-Gitarre erstaunlich fetzig zur
Geltung. Gerade die wirklich gute Wiedergabe dieser Laith Al-Deen-CD hat uns
für das Concept E Magnum Digital eingenommen, mehr musikalische Power für
weniger Geld dürfte kaum zu bekommen sein. Das ist auch unsere Ergebnis,
nachdem wir Luke Terrys "When it falls apart" und "Orient
Express" von Nitrous Oxide auf der Techno Club ""Talla 2XLC meets
Alex M.O.R.P.H./B2B/Woody van Eyden" (CD 2) genau angehört haben. Erneut
hat uns die Frische und die Kraft überzeugt, mit der Teufels preiswerte
Systemlösung agiert. Klanglich, dies belegen alle Testreihen, gab man sich auch
bei diesem System Mühe, eine akkurate Abstimmung hinzubekommen. Vergleichen wir
die "Berliner Lösung" mit anderen 5.1-Systemen, die vornehmlich für
den Gebrauch in Verbindung mit einem PC ausgelegt sind, so setzt sich das
Concept E Magnum Digital mühelos und mit Abstand an die Spitze. Gerade die
gebotene Grobdynamik ist sehr gut und braucht auch den Vergleich mit
preiswerten, für den Surround-Einsatz im kleineren Wohnzimmer oder Home Office
gedachten Sub-/Sat-Systemen keinesfalls zu fürchten. Dass der Bass bei
korrekter Einpegelung auch recht zackig auf den Punkt kommt und einen gewissen
Nachdruck entfaltet, ist auch ein klarer Pluspunkt der "kleinen
Teufel". Keine hohen Anforderungen sollte man an die Stereowiedergabe
stellen - für die zweikanalige Darstellung von Musikmaterial eignet sich eine
solche Lösung wie die hier getestete verständlicherweise nur sehr bedingt. Es
kommt kein rechtes Gefühl für eine virtuelle Bühne zustande, es fehlt an
Durchzeichnung und Struktur. Aber alles lässt sich für unter 300 EUR eben
nicht akustisch realisieren.
Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse: Sehr gut.
Fazit

Teufel bietet mit dem 269 EUR-Komplettset Concept E Magnum
Digital eine prima Alternative für die Zweitanalage
Für alle Anwender, die nur ein geringes finanzielles Potential
haben oder eine Spaß fördernde und preiswerte Zweitanlage suchen, ist Teufels
Concept E Magnum Digital sehr empfehlenswert. Der ausgesprochen günstige Preis,
die gute Verarbeitung und das überraschend große mögliche Hörvergnügen sind
die Eckpfeiler für das überzeugende Testergebnis. Das Concept E Magnum Digital
klingt dynamisch und entfaltet sogar einen gewissen Nachdruck. Ein fades
Vor-sich-hin-Dümpeln von Musik- oder Filmmaterial trübt in keinem Fall den
Gesamteindruck. Ist der Subwoofer akkurat eingepegelt, geht er kräftig, aber
nicht übertrieben dominant zur Sache. Der größer dimensionierte Center bietet
einen breiten Abstrahlwinkel und eine gekonnte Wiedergabe von Musik, Effekten
und Stimmen. Die vier kleinen Satelliten ermöglichen ein erstaunlich
geschlossenen Klangeindruck. Das mitgelieferte Zubehör ist reichhaltig, zudem
ist das System wahlweise in silberner oder schwarzer Version erhältlich.
Abstriche müssen bei der Ersteinrichtung (Einpegelung, Einstellen der
Verzögerungszeit) und beim Hören in Stereo gemacht werden.
Preiswert und mit ausgewogener Akustik - das Concept E Magnum
Digital ist die ideale Komplettlösung fürs Einzimmer-Appartment, das
Jugendzimmer oder das Home Office

5.1-Multimedia-/Komplett-System Einsteigerklasse
Test 28. Januar 2008
Preis-/Leistungsverhältnis          
+ Überraschend gute Dynamik und kräftiger Antritt
+ Center mit breitem Abstrahlwinkel
+ Ordentliche Räumlichkeit
+ Saubere Verarbeitung
+ Sehr fairer Kaufpreis
- Einpegelung und Time Delay unnötig zeitaufwändig
- nur bedingt fürs Stereohören geeignet
Test: Carsten Rampacher
28. Januar 2008
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