TEST: Parasound Halo VE-Kombi C 1/A 51/Multiplayer D 3
10.03.2008 (cr/th)
Verarbeitung
Vorstufe C 1:

Detailverarbeitung im Bereich der vorderen Gehäuseecke - für
einen kleinen Hersteller erstaunlich gut, wenngleich auch nicht perfekt

Gut in der Hand liegender, aus Metall bestehender Drehregler

Aufwändig verschraubtes Chassis

Ansprechende mitgelieferte Fernbedienung

Die C 1 von Innen betrachtet

Netzteil der Vorstufe (Bild oben und unten)


Üppige Chip-Bestückung

Sauberes Platinenlayout der XLR-Anschluss- und der
Wandlersektion

Sehr saubere Verarbeitung der BNC-Terminals
Endstufe A 51

Massives Aluminium für die Gerätefront

THX Ultra 2 für höchste Leistungsansprüche

Massiver Materialeinsatz und aufwändiger Chassisaufbau bei
der A 51 Endstufe

Großformatige Kühlrippen

Die A 51 in geöffnetem Zustand - gut zu sehen ist der
symmetrische Aufbau

Üppige Kondensatoren-Bestückung

Viele einzelne Kabelstränge, aber hochwertige Baugruppen
Multiformatplayer D 3

Solide verarbeitete Gerätefront

Metall-/Kunststoff-Mix auch beim D 3

Aufbau des D 3 Multiformatplayers

Qualität sichtbar gemacht: Tadelloser Platinenaufbau, feste
Verschraubung, saubere Verkabelung

Netzteil des D 3
Beurteilung:
Die Materialqualität ist bei allen Komponenten der Halo Kette
exzellent - sehr viel Aluminium und wenig Kunststoff kommt zum Einsatz. Für
einen Kleinserienhersteller sind die Passungen sehr ordentlich, bei den
Übergängen der Kunststoff-Ecken zum Metall-Teil der Gerätefront könnten die
Spaltmaße aber noch gleichmäßiger sein. Die Bedienelemente auf der Front von
C 1 und D 3 wirken sehr solide und überzeugen durch einen kurzen, knackigen
Druckpunkt. Die Lagerung der DVD/CD-Lade beim D 3 Multiformatplayer erscheint
für diese Preisklasse allerdings etwas einfach. Das LC-Display auf der Front
der Vorstufe ist sauber eingepasst, könnte allerdings höher auflösen. Die
Rückseiten aller Geräte punkten mit präzise eingepassten Anschlussterminals,
ebenso überzeugen die Gerätefüße. Im Geräteinneren fallen zwei Dinge auf:
Die verwendeten Baugruppen sind enorm hochwertig (Beispiele: Kondensatoren und
Trafo in Vor-/Endstufe), allerdings könnte die Verkabelung bei der A 51
Endstufe noch übersichtlicher ausfallen. In der Vorstufe fällt die Verkabelung
sehr sauber und übersichtlich aus. Das bei der Vorstufe mitgelieferte Zubehör
(Mikrophon/programmierbare Multifunktionsfernbedienung) punktet mit
preisklassengemäßer Hochwertigkeit.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.
Bedienung

Die Bedienung am Gerät selber ist bei der C 1 kein Problem

Tasten mit recht kurzem, aber klarem Druckpunkt

Problemloses Handling der Fernbedienung

Durch die Beleuchtungsmöglichkeit ist die Fernbedienung auch
im dunklen Heimkinoraum sehr gut zu verwenden

Auch der D 3 lässt sich problemlos am Gerät selber bedienen
Die Bedienung der Parasound Halo Kette erweist sich als erstaunlich praktisch
- keine Spur von merkwürdiger Benutzerführung, wie sie manchen sehr edlen
Komponenten eigen ist. Die mit einer Beleuchtungsfunktion ausgestattete und voll
programmierbare Fernbedienung ist im oberen Bereich mit einem
berührungssensitiven Touch Screen ausgestattet. Um die Vorstufe steuern zu
können, muss die Auswahl "C 1" im Touch Screen Menü getroffen werden
- dann kann es losgehen. Das ideal platzierte Navigationskreuz gefällt mit
eindeutig definiertem Druckpunkt. Das LC-Display auf der Vorstufe sorgt
für eine sehr gute Kommunikation zwischen Gerät und Anwender. Möchte man
einen Parameter ändern - z.B. von DTS Neo:6 Music auf das Party-DSP wechseln -
sollte man aber nicht allzu weit von der Vorstufe entfernt sitzen, weil die
Schrift auf dem LC-Display dann doch recht klein erscheint und man nicht
präzise erkennen kann, welche Betriebsart gerade aktiv ist. Der
Multiformat-Player ist bis auf den Video-EQ problemlos zu bedienen. Beim
Handling des Video-EQ hat Parasound alles falsch gemacht - so gut der EQ
hinsichtlich seiner Dosierungsmöglichkeit und Wirkungsweise ist, so wenig
durchdacht ist die Grund-Bedienung. Um den Video-EQ bedienen zu können, muss
man in sehr tiefe Bedienebenen vordringen. Zudem sind die Auswirkungen aufs Bild
nicht direkt zu sehen, weil das OSD vollflächig und nicht transparent
dargestellt. Es ist nicht möglich, einzelne Parameter unten im Bild
darzustellen. Und: Die Anwahl des Video-EQs ist nur möglich, wenn man zuvor die
Stop-Taste gedrückt hat. Das Handling der Bedienelemente an Vorstufe und
Multiformatplayer selber überzeugt aus haptischer und auch aus praktischer
Sicht. Gesamtnote Bedienung: Sehr gut - ausgezeichnet.
Testequipment
Klang

Kraftvoll und sehr dynamisch in allen Betriebsmodi
Akustisch beeindruckt die Parasound Halo Kette (D 3 mittels Real Cable
Koaxkabel am C 1 Controller angeschlossen) durch einen sehr räumlichen,
nachdrücklichen und dynamischen Sound. Bereits im Stereobetrieb fällt auf,
engagiert die Halo-Kombination ans Werk geht. Bei Madonnas "Express
Yourself" wird eine sehr charismatische Stimmwiedergabe geboten, die
virtuelle Bühne erscheint klar strukturiert und glaubhaft. Kleinere Nuancen
werden auch bei Jennifer Rushs "The Power of Love" sehr gut erfasst
und ausdrucksvoll zum Auditorium übertragen. Hinsichtlich der Auslegung
präsentiert sich das Parasound Equipment als ausgesprochen gefällig. Ein über
alle Maßen transparenter, fein die letzte Ecke ausleuchtender, filigraner
Hochtonbereich, wie ihn z.B. Geräte aus dem Hause Audionet bieten, ist
allerdings nicht das Kennzeichen der Parasound Halo-Serie, dies macht der
Stereobetrieb bereits deutlich. Für Hörer, die lange Zeit stressfrei mit sehr
hohem Pegel hören möchten, ist die Parasound-Abstimmung hingegen vortrefflich
gelungen. Die Hochtonwiedergabe präsentiert die meisten Einzelheiten, bleibt
dabei tonal aber immer auf der sicheren Seite - nie ist ein zu spitzer,
aggressiver, über-pointierter Einschlag herauszuhören. Die Hochtonwiedergabe
der Parasound-Kombi ist weit davon entfernt, ohne Emotion und Strahlkraft
daherzukommen - aber es ist eine Strahlkraft mit leicht warmem Einschlag, mit
erstaunlicher Räumlichkeit. Der Mitteltonbereich zeigt sich sehr aufgeräumt
und schließt angenehm weich an den Hochtonbereich an. Diese fließenden,
beinahe unmerklichen Übergänge sind eine Spezialität der Parasound-Kette. Wer
bei der Halo-Kombi akustisch an eine typisch US-amerikanische
"Badewannencharakteristik" mit Unterbetonung des Mitteltonbereiches
denkt, sieht sich angenehm enttäuscht. Stimmen treten mit hoher Ausdruckskraft
auf und sind im virtuellen Raum präzise zu orten. Frauenstimmen sind - bedingt
durch die Auslegung des Hochtonbereichs und auch des oberen Mitteltonbereichs -
auch mit kräftiger Lautstärke zu ertragen. Dabei schaffen die Parasound
Geräte den Spagat, den Hochtonbereich nie aggressiv werden zu lassen,
gleichzeitig aber legt sich auch kein leichter Schleier über die Stimmen. Dies
hat zur Folge, dass eine sehr schön klare Stimmverständlichkeit mit einer
hohen Verträglichkeit großer Lautstärken kombiniert werden kann.
Natürlich haben wir uns auch dem analogen Signalweg vom D 3 Player in die C
1 Vorstufe gewidmet. Interessant war hier der Klangvergleich Cinch-Analog unsymmetrisch vs. XLR-Verbindung symmetrisch
(mit folgender Software: Dvorak, Neue
Welt, Tschaikowsky: 1812 Ouvertüre):
- XLR gibt Obertonbereich charismatischer wieder (Wiedergabe der Bläser in
der Neuen Welt)
- XLR mit besserer Ausleuchtung des Hochtonbereichs (Beginn der Moldau mit
mehr Brillanz und Klarheit bei der XLR-Übertragung)
- XLR mit besserer Grob- und Feindynamik
Insgesamt raten wir hier klar zum analogen Anschluss mittels symmetrischer
XLR-Kabel - was dann an akustischer Leistung gezeigt wird, ist ausgesprochen
eindrucksvoll.

Zur hohen akustischen Leistungsfähigkeit tragen auch die
Gerätestandfüße bei, die Resonanzen und Vibrationen effektiv dämpfen
Wenden wir uns nach der Beschreibung des Stereo-Klangs nun den akustischen
Qualitäten im DTS Neo:6 Music-/Dolby Pro Logic IIx-Music-Betrieb zu. Bei
Jennifer Rushs "The Power of Love" fällt im Modus PLIIx Music auf,
dass die Stimme nahezu die selben scharf umrissenen Konturen aufweist wie im
Stereobetrieb - hervorragend. Noch näher an die Stereo-Stimmwiedergabegüte
kommt Neo:6 Music - die Stimme erscheint beinahe greifbar. Allerdings wirkt
Neo:6 bei hohem Pegel etwas spitzer, was zu einem Hören seitens
des Auditoriums führt, das mit mehr Anstrengung verbunden ist. Die Basswiedergabe bei PLIIx Music hat uns ausgesprochen
gut gefallen. Der Bass bietet Volumen, ohne dabei ins Verwaschen-Unpräzise
abzudriften. Stets sind klare tieffrequente Umrisse zu erkennen. Bei "Like
a Prayer" von Madonna ist anzumerken, dass die hohe Dynamik im Bassbereich
ein weiter Vorzug von PLIIx Music ist. Dynamisch ist Neo:6 Music praktisch
ebenbürtig, das Angleichen der Bassanteile an den Rest der akustischen Darbietung
fällt aber nicht ganz so gelungen wie bei PLIIx Music aus. Zudem besitzt der
Bass zwar viel Durchsetzungskraft, dafür wird ein leichtes Dröhnen entwickelt,
das sich gerade in einem akustisch eher lebendigen Raum etwas negativ bemerkbar
macht. Diese Dröhn-Neigung fällt bei PLIIx Music praktisch weg - der Bass
kommt stets klar auf den Punkt. Beide Surround-Aufpolierer schaffen eine sehr
weitläufige Bühne, die das Auditorium sehr schön mit einschließt. Die
Surround-Soundkulisse erscheint bei PLIIx Music geschlossener, der Zuhörer
wähnt sich noch stärker als bei Neo:6 in einem 360 Grad-Klangpanorama.
Insgesamt ist Parasound die Integration beider Surround-Aufpolierer hervorragend
gelungen.
Die C 1 Vorstufe kommt auch mit verschiedenen DSP-Programmen, die
erstaunlicherweise sehr gut gelungen sind - was eher als eine Seltenheit
anzusehen ist, da gerade sehr hochwertige, edle Vor-/Endstufenkombinationen für
den Verfechter des "reinen" Klangs mit möglichst kurzem Signalweg
vorgesehen sind. Die als Add-On mitgegebenen DSPs sind bei nahezu allen
Kontrahenten eher Spielerei als
wirklich akustisch nützliche Features. Anders das "Party"-DSP von
Parasound. Gut, man muss hier vorausschicken, dass Liebhaber von Klassik oder
Jazz in Anbetracht der klanglichen Auswirkungen eher Entsetzen zeigen werden.
Für solche Einsatzzwecke ist das Programm aber auch nicht gedacht. Vielmehr
geht es um eine besondere Betonung von Rock-, Dance-, Techno-, House- oder
Trance-Musik. Mit dem sehr nachhaltigen, voluminösen Bass, der enorm
dynamischen Stimm-/Effektwiedergabe und der trotz allem scharfen Trennung von
Stimmen und Instrumenten verleiht das Party-DSP den oben aufgeführten
Musikrichtungen eine hervorragende Ausdruckskraft.
Um den Partymodus sinnvoll
nutzen zu können, sollte allerdings ein enorm potenter aktiver Subwoofer
vorhanden sein, oder, wenn kein dedizierter Basslautsprecher zum Einsatz kommt,
sehr leistungsstarke Frontlautsprecher mit großen Basschassis. Ansonsten führt
der Party-Modus nur zu Übersteuerungseffekten, die Bassmembranen schlagen an,
es kommt zu unschönem Dröhnen und Klangverfärbungen. Mit entsprechend
leistungsstarkem Equipment - welches bei Eignern dieser Halo-Kombination
eigentlich selbstverständlich sein sollte - ist der Party-Modus ein
Adrenalin-steigernder Spaßmacher. Der Bass schiebt bis in die Magengrube, und
musikalische Effekte schießen messerscharf und enorm dynamisch um die
Zuhörerschaft herum. Bei Prezioso und Marvins "Touch Me" (Italo Fresh
Hits 2008, CD 1) entsteht mit diesem DSP wirklich ein Disco-ähnlicher
Klangeindruck, mit dem Unterschied, dass die Halo-Kombination einen sehr viel
klarer umrissenen Sound bietet und nie ins blechern-flache abfällt, was viele
Discoanlagen sehr gern gerade bei hohem Pegel tun. Bei S.T.B "The Way You
Do" (auf der gleichen CD) wird der plötzliche Basseinsatz zu einem echten
Erlebnis - dieses Drücken im tieffrequenten Bereich, das Bass-Liebhaber so schätzen, wird hier in sehr nachdrücklicher Form geboten. Auch bei
"Koma" von DJ-Legend Pulsedriver (Dream Dance 46, CD 1) ist der
massive Bass für einen Party-gemäßen Klangeindruck verantwortlich. Darüber
hinaus aber ist auch die Effektgewalt im oberen Mittel- und im Hochtonbereich
überragend. Bei Axel Coons "Promise Me" sticht die sehr gute Trennung
von Stimmen und Instrumenten und die hohe Grobdynamik heraus. Auch bei Sunshine
Live inc. "The Sound of Revolution" wird eine exzellente Dynamik
erzielt, die sofort Tanzfieber beim Publikum erzeugt. Mit einem sehr
leistungsstarken Lautsprecher-Ensemble steht der hochpegeligen Party im eigenen
Hause also nichts mehr im Wege.
Das DSP-Programm "Club" simuliert wirklich gekonnt einen relativ
kleinen vollbesetzten Club mit niedriger Decke. Es existiert kaum Hall, und die
Akustik zeigt sich reich bedämpft. Der Hochtonbereich erscheint
zurückgenommen, der Bass ist kraftvoll, aber nicht so durchdringend wie beim
"Party"-DSP. Für ruhige, fließende Stücke, besonders aus der Sparte
Klassik, ist das "Natural" DSP mit seiner klaren, angenehmen und wohl
ausbalancierten Auslegung eine gelungene Alternative.

Die fünf Leuchtdioden symbolisieren: Alle Kanäle
einsatzbereit
Kommen wir nun zur Filmtonwiedergabe. Bei "Star Wars Episode III"
fallen ähnliche Tugenden auf, die wir bereits bei der Wiedergabe von Musik
analysiert haben. So sind die Übergänge zwischen den einzelnen
Frequenzbereichen fließend, so dass der Eindruck einer homogenen, geschlossenen
Klangkulisse entsteht. Das Eröffnungsgefecht wird mit einer ungemein lebendigen
Front-Klangkulisse wiedergegeben - große Explosionen wie auch kleine
Effekte präsentieren sich vielschichtig und wirkungsvoll. Sehr gut merkt man
die üppigen Reserven der A 51 bei den verschiedenen "großen"
Explosionen: Souverän wird auch bei sehr hohem Pegel eine enorm
durchschlagskräftige Wiedergabe ohne Dynamikeinbußen sichergestellt. Hier
erkennt der Home Theatre-Liebhaber deutlich, dass er nicht umsonst sehr viel mehr als in
einen AV-Boliden investiert hat: Diese unerschütterliche Ruhe, diese
Massivität im Bassbereich und diese überdurchschnittlich klare Trennung aller
Effektanteile bei höchster Lautstärke bietet kein integriertes System. Selbst
exzellente Modelle wie der kürzlich getestete Yamaha DSP-Z11
oder der Denon AVC-A1XVA, für
sich betrachtet sehr leistungsfähig, müssen gegen die Parasound Halo A 51
bedingungslos kapitulieren. Dass die Parasound Endstufe extreme Kraftreserven
hat, merkt man jedoch nicht erst in höchsten Pegelregionen: Schon bei
Zimmerlautstärke wird eine sehr beeindruckende, erfreulich komplette
Klangkulisse offeriert - auch hier können selbst beste
AV-Verstärker-Flaggschiffe nicht mit. Dieses Gefühl intensiver, authentisch
empfundener Räumlichkeit wird selbst von der hochwertigen Konkurrenz aus dem
Vor-/Endstufensektion nicht geboten: Die Rotel Vor-/Endstufenkombination RSP-1098/RMB-1095
ist sehr viel preiswerter als die Parasound Kombination und für sich
betrachtet absolut ihr Geld Wert. Aber: So nachdrücklich, so kraftvoll und so
dynamisch geht diese Kombination nicht zu Werke. Die Rotel-Endstufe ist für die
Preisliga ausgesprochen leistungsstark, gegen das Parasound-Kraftwerk können
aber keine Stiche gemacht werden. Für den sehr günstigen Kaufpreis beeindruckt
die Vincent Vor-/Endstufenkombination SAV-C2/SAV-P200
mit großer Kraft und exzellenter Räumlichkeit. Sehr hohe Pegel werden akkurat
gemanagt. Die sehr viel teurere Halo-Kombination kann aber auch diesem
"Super-Schnäppchen" gegenüber den hohen Mehrpreis rechtfertigen: Die
Feindynamik ist besser, die Gesamtkontrolle liegt höher, und es steht auch
nochmals deutlich mehr Leistung zur Verfügung. Keine Frage, die
Halo-Komponenten sind zwar enorm teuer, aber keinesfalls überteuert - gerade
die A 51 ist mit ihrem Preis von rund 6.000 EUR als eine der leistungsstärksten
Fünfkanal-Endstufen überhaupt anzusehen und in Anbetracht dieser Einordnung in
die absolute Premium-Liga kann der Kaufpreis als fair angesehen werden. Der
kraftvoll-dynamischen Auslegung bleibt die Parasound-Kombination auch bei
"Master and Commander" treu - gerade Effektkombinationen, die schnell
umher wandern, werden sehr kräftig, nachdrücklich und umfassend wiedergegeben.
Stimmen gehen einerseits nicht unter, wenn sich parallel Effekte abspielen,
werden andererseits auch nicht zu stark in den Vordergrund gerückt, was einem
authentischen Eindruck abträglich wäre.
SACDs und DVD-Audio-Scheiben gibt die Parasound-Kombination sehr dynamisch
wieder (SACD mit Soundtracks aus 007-Filmen, Beispiele: Life and let die, For
your Eyes only), dabei wird stets Wert auf eine sehr hohe akustische
Gesamtharmonie gelegt. Ausgezeichnet kommt "Life and let die" zur
Geltung - die Dynamiksprünge werden exzellent verarbeitet, die Kraft, die
dieser Song ausstrahlt, wird ungefiltert zum Publikum transportiert. Bei
"For Your Eyes only" stellt die Halo-Kombination eine sehr gelungene
Mischung aus sanftem Abklingen und verhalten massiver Kraft im Hintergrund zur
Verfügung, so dass der Spannungsbogen dieses Stücks sehr authentisch zum
Auditorium transportiert wird. Bei Dvoraks Symphonie "Aus der neuen
Welt" sind die immensen Dynamiksprünge, die dieses imposante Werk
bereithält, erneut kein Problem für die extrem kraftvolle A 51 Endstufe. Mit
Nachdruck und Volumen schiebt die Fünfkanal-Endstufe bei jedem Pegel an.
Smetanas "Moldau" ist sehr luftig, fließend, brillant - nicht das
richtige Musikstück für die Parasound-Kombination. Hier fehlt es an
Leichtigkeit, an feinperliger Brillanz - das beweist wieder, dass es keinen
Verstärker und keine Vor-/Endstufenkombination gibt, die mit allem Material
gleichermaßen zurechtkommt. Bei "Reptile" und "Got You on my
Mind" von Eric Clapton (DVD-Audio "Reptile") kommen Kraft und
hervorragendes räumliches Abbildungsvermögen der Parasound-Komponenten wieder
voll zum Tragen: Ein intensiver, emotionsgeladener Hörspaß wird hier
geboten.
Gesamtnote Klang (im Verhältnis zur Preisklasse): Ausgezeichnet -
hervorragend.
Bild Multiformat-Player D 3
Beim Anschluss mittels HDMI/576p gefällt das Bild bereits in
Werkseinstellung durch den sehr hohen Kontrast (Star Wars Episode III, viele
Sterne/Laufband-Szene zu Beginn des Films sichtbar). Auch hervorragend
modelliert der D 3 alle Details des gigantischen republikanischen
Sternzerstörers heraus, der gleich nach dem Ende des gelben Laufbandes durchs
Bild gleitet. Nur, als die beiden Jäger über den Sternzerstörer fliegen,
weicht die Detailqualität minimal auf - allerdings in absolut tolerablen
Rahmen. Das De-Interlacing gefällt durch ein stabiles Bild, bei horizontalen
Schwenks kommt der D 3 etwas aus dem Tritt (General Grievious kommt auf die
Kommandobrücke seines Schiffs, Szene mit starkem Grünanteil), der gesamte
Bewegungsablauf in der Horizontalen wirkt nicht absolut flüssig. Wir betreiben
hier allerdings Kritik auf hohem Level. Als die beiden Jäger nach unten ins
Kampfgetümmel abkippen. Die Farbwiedergabe ist sehr natürlich, mit einem
minimalen Hang ins Kräftige.
Als sehr gelungen präsentiert sich die Bildsignalausgabe mit 720p - gerade
dann, wenn man einen HD ready Bildschirm oder Beamer einsetzt, ist eine hohe
visuelle Harmonie garantiert. Bewegungen sind flüssig und zeigen sich nahezu
ohne Nachzieheffekte, das Bild wirkt insgesamt sehr natürlich und leidet nicht
an Überschärfungseffekten, die dann einen künstlich-digitalen Eindruck beim
Betrachter hinterlassen. Hinzu kommt eine überraschende Tiefenwirkung, die für
eine hohe Plastizität sorgt. Wählt man die 1.080i-Bildsignalausgabe, so ist
festzustellen, dass der interne Scaler sehr sauber arbeitet: Es ist praktisch
kein Flimmern auch kleiner hochfrequenter Bilddetails zu beobachten. Das gesamte
Bild ist scharf - typisch für den D 3 aber wiederum natürlich-scharf,
Doppelkonturen oder Pixelbildungen rund um Objektränder sind nicht auszumachen.
Ob die 1.080i-Bildsignalausgabe empfehlenswert ist, hängt letztendlich aber von
den De-Interlacing-Qualitäten des Bildwiedergabegerätes ab. Verfügt es über
einen sehr guten De-Interlacer, kann diese Art der Signalausgabe durchaus
gewählt werden. Aufgrund der Tatsache, dass der D 3 intern überragend
de-interlact, stellt bei einem Bildwiedergabegerät mit nur durchschnittlicher
Halbbild-zu-Vollbild-Wandlung aber die 720p-Übertragung die sinnvollere
Alternative dar. Bilanzierend ist es etwas schade, dass der D 3 kein 1.080p
ausgeben kann - bei seinen prinzipiellen Fähigkeiten würde das Ergebnis mit
Sicherheit überzeugen.
Eine echte Überraschung stellt die Detaillierung des Bildes bei Verwendung
des analogen Komponentenausgangs (576i Output) dar: Details kommen noch minimal
besser zur Geltung als bei HDMI 576p. Ferner ist die Bildausgabe in
Komponente 576i und HDMI 480p/576p/720p/1.080i simultan möglich. Bezüglich der
Komponentenausgabe wirkt sich die Option zur Optimierung des Schwarzwertes
deutlich aus. Ist sie nicht aktiviert, wirkt das Bild wie mit einem leicht
milchigen Schleier überzogen. Ist die Schwarzwert-Optimierung aktiviert, wirkt
das Bild zwar sehr tief und schwarz, dafür ist die Durchzeichnung in den sehr
dunklen Bildbereichen nicht mehr perfekt, das heißt, kleine visuelle Details
verschwinden in der Dunkelheit. Überragend dann das Ergebnis in Komponente
576p (dafür muss der HDMI-Ausgang deaktiviert werden): Flüssige Bewegungen,
ausgezeichnete Detaillierung, authentische Farben - wir kennen kaum einen
anderen DVD-Spieler, der eine solche Performance im 576p Modus offeriert.
Gesamtnote Bild in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.
Fazit

Leistungsfähig und exklusiv: Die Parasound Halo-Kette
Endstufe A 51:

Unglaublich leistungsstarke Fünfkanal-Endstufe
Mit der Halo A 51 THX Ultra 2 5-Kanal-Endstufe hat Parasound einen großen
Wurf gelandet. Sie stellt Kraftreserven zur Verfügung, die weit jenseits dessen
liegen, was sich normale Anwender überhaupt vorstellen können. Ambitionierte
Home Theatre-Liebhaber werden immer noch überrascht sein, wie souverän und
gelassen jeder Pegelwunsch ohne Verzerrungen oder Dynamikeinbußen erfüllt
wird. Die akustische Auslegung mit minimal warmen Einschlag garantiert auch nach
stundenlangem Film- oder Musikgenuss mit hoher Lautstärke noch ein entspanntes
Hören: Niemals wird die A 51 aggressiv oder spitz, stets verwöhnt sie mit
vollem, harmonischen, zugleich aber sehr dynamischen Sound. Der kompromisslose
innere Aufbau und der hohe Materialeinsatz beim Gehäuse dokumentieren auch
hinsichtlich der Verarbeitung das hohe Niveau. Es gibt nur zwei Kritiikpunkte:
Die Verschraubung des Gehäuses ist sehr aufwändig, die Materialgüte der
einzelnen Schrauben aber zu verbessern. Im Inneren der Endstufe könnte
Parasound die Verkabelung noch etwas übersichtlicher gestaltet. Dies alles
ändert aber nichts an unserem Testurteil: Die Parasound Halo A 51 bekommt
verdient unser "Referenz"-Prädikat.
Luxus-Endstufe in edler Optik mit unerschöpflichen
Leistungsreserven und kraftvoll-harmonischem Klang

Gesamtreferenz Mehrkanal-Endstufen
Test 10. März 2008
Preis-/Leistungsverhältnis          
Vorstufe C 1:

Ideale Ergänzung zur Halo A 51 Endstufe: Vorverstärker C
1
Die bereits optisch die Blicke auf sich ziehende Vorstufe Halo C
1 ist die ideale Ergänzung der Halo A 51. Der Ausstattungsumfang erweist sich
als praxisgerecht und sinnvoll. Dass die aktuellen HD-Tonformat-Decoder nicht
mit eingebaut sind, entpuppt sich als nicht allzu gravierender Nachteil, da die
C 1 bereits im normalen Dolby Digital- und DTS-Betrieb hörbar besser klingt als
das Meiste, was an Equipment mit den neuen HD-Decodern auf dem Markt ist. Die C
1 hat ein ausgeprägtes Talent zu einer gleichermaßen in sich geschlossenen wie
dynamischen Gesamtwiedergabe. Klar und deutlich werden Effekte im Raum verteilt,
die Ortungssicherheit ist bei allen Effektarten sehr hoch. Stimmen werden
ausdrucksstark und mit gelungener Kontur übermittelt. Alle Frequenzbereiche
gehen weich und nahtlos ineinander über, was den Eindruck eines kompletten
Klangbildes fördert. Ein "Feingeist" im Sinne klassischer High
End-Tugenden ist die C 1 nicht. Der Hochtonbereich legt die Priorität klar auf
Harmonie und Homogenität und nicht auf das letzte Bisschen Strahlkraft.
Zusammen mit der Halo A 51 wird hier gerade für den sehr anspruchsvollen
Filmtonliebhaber eine Traum-Kombi angeboten - allerdings ist die C 1 nicht eben
preisgünstig.
Aufwändig aufgebaute Vorstufe in exklusiver Optik, die einen
ungemein dynamischen und raumfüllenden Sound zur Verfügung stellt

Mehrkanal-Vorstufen Luxus-/High End-Klasse
Test 10. März 2008
Preis-/Leistungsverhältnis          
Multiformatplayer D 3

Betriebssicherer und bildstarker Multiformat-Player
Der Multiformatplayer der Halo-Serie entpuppt sich als angenehm
problemloser Begleiter für den Alltag. Auch bei sehr intensivem Gebrauch
schwächelt er nicht - gerade bei Kleinserien-Luxusmodellen oft ein Problem. Die
praktisch makellose Betriebssicherheit ist sehr zu loben, ebenfalls
erwähnenswert sind die kurzen Zugriffszeiten und das niedrige
Betriebsgeräusch. Visuell leistet der Player gerade hinsichtlich des
De-Interlacings eine Menge: Das Bild erscheint sehr ruhig, scharf und stabil und
weist nur bei horizontalen Bewegungen minimale Ruckeleffekte auf. Der eingebaute
Scaler erzielt ein sehr sauberes Bild, auch kleine Bilddetails flimmern nicht.
Die visuelle Harmonie liegt sehr hoch.. Das Bild erzielt zudem eine immense Tiefenwirkung und
erscheint dadurch
plastisch. Was wir vermissen, ist ein Upscaling bis auf 1.080p. Akustisch zeigt
sich der D 3 klar als Vertreter der Halo-Baureihe und liefert ein sehr
harmonisches und dynamisches, kraftvolles Klangbild ab - wie geschaffen fürs
relaxte Hören und die pure Freude an einer emotionsgeladenen Darbietung.
Sehr zuverlässiger, edler sowie problemloser
Multiformatplayer mit dynamischem Klang und sehr ausgewogenem Bild

Multiformat-Player Luxus-/High End-Klasse
Test 10. März 2008
Preis-/Leistungsverhältnis          
Parasound Komponenten sind zu beziehen bei Kinozuhause
Test: th/cr
10. März 2008
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