INFO: HD-AV-Welt: Fragen/Antworten zu Blu-ray, Full-HD und HD-Tonformaten
27.03.2008 (cr)

Neue HD-Tonformate auf Blu-ray

Dolby TrueHD-Decoding im Onkyo THX Ultra 2-AV-Receiver TX-NR905

Aktivierung der 1.080p/24 Hz-Bildsignalausgabe beim Philips Blu-ray-Player BDP-7100
Einleitung
Schöne neue AV-Welt: In Zeiten von Blu-ray, Full-HD, Dolby
TrueHD und DTS-HD Master Audio tun sich vielfältige Möglichkeiten auf, um die
Freude an einer qualitativ hochwertigen audiovisuellen Wiedergabe nachhaltig zu
steigern. Gleichzeitig aber drängen sich auch jede Menge neuer Fragen auf, die
vielleicht einer akkuraten Lösung und einem sauberen Aufbau einer HD-Anlage im
Wege stehen. Wir möchten versuchen, in diesem kleinen Special entsprechende
Antworten auf elementare Fragen zu geben. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim
Lesen.
Die neuen Tonformate

Verlustfreie Königsklasse bezüglich facettenreichem Sound:
DTS-HD Master Audio

"The Empire strikes back": Natürlich verfügt auch
Dolby über ein verlustfrei komprimiertes HD-Tonformat

Wahlmöglichkeit: Dolby Digital Plus (verlustbehaftete
Komprimierung), Dolby TrueHD (verlustfreie Komprimierung)

Bei DTS stehen HD High Resolution Audio oder HD Master Audio
zur Disposition
-
Sind die neuen Tonformate alle qualitativ gleich gestellt?
Nein. Dolby Digital Plus und DTS-HD High Resolution sind, ebenso wie die
hinlänglich bekannten Tonformate DTS Digital Surround und Dolby Digital,
verlustbehaftet komprimierte Formate. Das heißt, dass bei der Komprimierung
der Ursprungsdaten zwecks raumökonomischem Handling auf dem Datenträger
Informationen verloren gehen. DTS-HD Master Audio und Dolby TrueHD hingegen
sind verlustlos komprimierte HD-Tonformate. Hier sollte keinerlei
Basisinformation beim Setzen des Codecs verloren gegangen sein.
-
Klingt Dolby TrueHD oder DTS-HD Master Audio besser? Wie
schon beim "Formate-Duell" Dolby Digital versus DTS kann hier
keine globale Aussage getroffen werden. Geht es um schiere theoretische
Systemdaten, bietet DTS-HD Master Audio eine nochmals höhere Performance.
Dolby TrueHD gibt sich hier "bodenständiger". In der Praxis
jedoch ist es wie üblich eine Frage der jeweiligen Abmischung, d.h., wie
sorgfältig und effektiv mit dem jeweiligen Ausgangsmaterial umgegangen
wurde.

Es gibt auch Blu-rays mit DTS-HD High Resolution Audio-Tonspur

Die brillantere und transparentere Hochtonwiedergabe sind
Vorteile von Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio
-
Wo liegen die klanglichen Vorteile von Dolby TrueHD und
DTS-HD Master Audio? Im Gegensatz zum Sprung von Dolby Surround auf die
damals neuen Digitaltonformate Dolby Digital und DTS Digital Surround haben
wir es diesmal mit einer Evolution und keiner Revolution zu tun. Die
akustischen Vorteile der neuen verlustfrei komprimierten Tonformate liegen
zunächst in einem deutlich höheren Dynamikumfang, das heißt, die
Lautstärken-Differenz zwischen leisester und lautester Film- oder
Musikpassage ist ungleich höher als bei herkömmlichen Tonformaten aus der
SD-Ära. Zu vergleichen ist dieser Vorteil auf visueller Ebene mit einem
drastisch erweiterten Kontrastumfang, der praktisch alles zwischen tiefem
Schwarz und leuchtendem Weiß abbilden kann. Das Ergebnis ist ein
komplettes, vielschichtiges Bild und im Falle der akustischen Dynamik ein
komplettes, facettenreich aufgebautes Klangbild. Die Hochtonwiedergabe ist
durch die erhöhte Bittiefe und die gesteigerte Abtastrate (Samplingrate)
brillanter und transparenter. Der Bass ertönt präziser und strukturierter.
Die räumliche Verteilung wirkt feiner und authentischer.

Flexible Schaltzentrale: AV-Receiver oder -Verstärker mit
Decodern für die neuen HD-Tonformate

Kennzeichen des HD-Zeitalters: Nur mit der
HDMI-Signalübertragung ist die höchstmögliche audiovisuelle Performance
gegeben

Hochwertige Lautsprecher stellen die Vorzüge der neuen
Tonformate eindrucksvoll zur Schau (Aurum 5.0-Set Montan VII/Base Prestige T,
7.1-THX Ultra 2-Set Teufel System 9)

Sehr leistungsfähige, zum Genuss der neuen HD-Tonformate
geeignete Boxensysteme müssen nicht zwangsläufig teuer sein - als Beispiel
dient das Nubert nuBox 5.2-Set
-
Was brauche ich, um die neuen HD-Tonformate genießen zu
können? Zum einen einen HD DVD- oder Blu-ray-Player mit der Möglichkeit,
die Formate über die HDMI-Buchse (die in diesem Fall dem Standard 1.3
entsprechen sollte) als Datenstrom (Bitstream) auszugeben. Zum anderen einen
AV-Receiver oder AV-Verstärker, der die entsprechenden Decoder eingebaut
hat, um die Formate decodieren zu können. Und zum dritten ein hochwertiges
Lautsprechersystem, das bezüglich Frequenzgang und Hochton-Wiedergabe in
der Lage ist, die systembedingten Vorteile der neuen HD-Tonformate
auszunutzen.
#
Eindeutige Kennzeichnung auf dieser Blu-ray
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Wie kann ich sehen, ob meine Blu-ray oder HD DVD Tonspuren
mit den neuen Tonformaten enthält? Meist sind die Kennzeichnungen
mittlerweile eindeutig, und es geht auch klar daraus hervor, ob es sich um
eine DTS-HD Master Audio- oder um eine DTS-HD High Resolution Audio-Tonspur
handelt. Ab und zu aber verwirren Bezeichnungen wie "DTS-HD" ohne
weiteren Zusatz doch noch. Dann bringt nur das Einlegen der Disc Aufschluss
über den tatsächlichen Standard.
Anschluss/Signalverarbeitung
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Wie bekomme ich die neuen HD-Tonformate digital aus dem
Blu-ray- oder HD DVD-Player? Nur mittels HDMI (möglich ab Standard 1.3).
Mittels des optischen oder koaxialen Digitalausgangs oder einer älteren
HDMI-Form (1.0, 1.1, 1.1a oder 1.2) ist es nicht möglich, Dolby TrueHD,
Dolby Digital Plus, DTS-HD Master Audio und DTS-HD High Resolution Audio aus
dem Blu-ray- oder HD DVD-Player zu führen.
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Kann ich die neuen Tonformate auch im Player decodieren
lassen und den Ton analog über den 5.1/7.1-Ausgang ausgeben? Es gibt
aktuell kein Gerät, das alle HD-Tonformate intern decodieren kann. Daher
ist für die Nutzung aller HD-Tonformate in vollem Umfang ein separater
AV-Receiver/-Verstärker mit entsprechendem Decoder nötig.

Sind mehrere Zuspieler vorhanden, bietet sich ein entsprechend
ausgerüsteter AV-Receiver als Schaltzentrale an

Moderne Edel-AV-Verstärker wie der Yamaha
DSP-Z11 verfügen über viele HDMI-Eingänge
-
Wenn ich mehrere HD-Zuspieler mit HDMI und einige
SD-Zuspieler habe: Wie verbinde ich alles, damit ich eine überzeugende
Bild- und Tonqualität habe? Um hier für eine hohe Leistungsfähigkeit zu
sorgen, ist ein AV-Receiver oder -Verstärker mit entsprechenden
Anschlussmöglichkeiten und Signalaufbereitungsfähigkeiten gefragt. Habe
ich z.B. einen HD DVD-Player, einen Blu-ray-Player, einen HDTV SAT-Receiver
und einen herkömmlichen DVD-Recorder, so brauche ich einen
AV-Receiver mit mindestens drei HDMI-Eingängen (Blu-ray, HD DVD,
SAT-Receiver) und z.B. einem analogen Komponenteneingang für den
DVD-Recorder (ansonsten S-Video). Bei qualitativ hochwertigen Full
HD-Signalen übernimmt der AV-Receiver lediglich die Funktion eines Switches/Umschalters.
Das heißt, mittels der Quellumschaltung kann der Anwender zwischen den
einzelnen HD-Quellen hin- und herschalten, die aktuell gewünschte Quelle
leitet der AV-Receiver über seinen HDMI-Ausgang ans Bildwiedergabegerät
weiter. Signalbearbeitung findet im AV-Receiver keine statt. Bei analogen
SDTV-Signalen können verschiedene Wege möglich sein: Entweder übernimmt
der AV-Receiver nur die Wandlung des analogen Signals in die digitale Ebene
und gibt das Signal in SD-Auflösung digital ans Bildwiedergabegerät weiter
(dieses ist dann für Upscaling und De-Interlacing verantwortlich), oder
aber der AV-Receiver führt intern eine Hochskalierung auf eine der
HD-Auflösungen 720p, 1.080i oder 1.080p durch. Dann gibt er das Signal
bereits bearbeitet weiter. Manche AV-Receiver sind nicht in der Lage, zu
skalieren, können aber de-interlacen. Das heißt, aus einem analog
eingehenden 576i-Signal kann ein digital ausgehendes 576p-Signal gemacht
werden. Für welche Art der Signalverarbeitung und Signalbearbeitung man
sich letztendlich entscheidet, hängt von den Fähigkeiten von Zuspieler,
AV-Receiver und Bildwiedergabegerät ab. Fakt ist, dass immer mehr
AV-Verstärker-/Receiver über eine leistungsfähige De-Interlacing/Scaling-Elektronik
verfügen und somit den Part als Videosignalverarbeitungs-Schaltzentrale
überzeugend wahrnehmen können.
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Was ist bei 1.08p/24 Hz-Signalen zu beachten? Nicht alle
AV-Verstärker und -Receiver können 1.080p/24 oder auch 1.080p/60-Signale
weiterleiten. Viele aktuelle Modelle beherrschen dies aber ohne
Probleme.
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HDMI ist ist für die digitale audiovisuelle
Datenübertragung zuständig. Gibt es da überhaupt Unterschiede zwischen
einzelnen HDMI-Kabeln? Eigentlich müsste das audiovisuelle Ergebnis doch
immer das selbe sein. Hier wollen wir nicht in irgendwelche philosophischen
Betrachtungen über Kabel einsteigen, sondern uns auf praktische Tipps
beschränken. Ein qualitativ gutes HDMI-Kabel der preislichen unteren
Mittelklasse reicht für viele Anwendungen aus. Eine hohe Kontaktsicherheit
und eine verschleißresistente Materialqualität sollten die
Kaufentscheidung ausmachen. Sündhaft teuere HDMI-Kabel sind für die
Verkabelung eines Blu-ray-Players, eines HD DVD-Spielers mit einem
AV-Receiver und einem Flachbildschirm nicht notwendig. Anders sieht es aus,
wenn eine 10 Meter-Distanz zwischen zuspielender Einheit und Beamer zu
bedienen ist: Dann ist ein HDMI-Kabel gefragt, das über große Distanzen
das Signal stabil hält, damit noch ein ausreichend starkes Signal am
Projektor ankommt. Dann steigt der Spaß für das Ganze gleich doppelt an:
Zum einen sind größere Kabellängen teurer, und gerade ab 5 Meter
aufwärts wird es richtig teuer, zum anderen muss man dann auch noch auf
eine hohe Qualität des Kabels achten.
HD DVD-/Blu-ray-Player - Einstellungen

Übersicht über die möglichen Ausgabeauflösungen

Die 1.080p/24 Hz-Signalausgabe muss separat aktiviert werden

Der Toshiba Full HD-LCD-TV
46ZF355D bemüht sich auch bei Einspeisung von 1.080p/i/60-Signalen um eine
ruckelfreie Bilddarstellung
-
Wie muss ich meinen HD DVD- oder Blu-ray-Player einstellen,
um eine qualitativ optimale Bildsignalausgabe sicherzustellen? Hier ist
zunächst zu klären, ob der Player über eine 1.080p/24
Hz-Bildsignalausgabe verfügt. Denn nur dann kann das Signal in
bestmöglicher Güte weitergereicht werden. 1.080p/24 Hz ist, kurz erklärt,
die Signalform, in der die Bilder auf der Blu-ray oder HD DVD gespeichert
sind. Allerdings ist es in der Praxis nicht so einfach, dass der Player das
Signal von der Blu-ray abgreift und simpel weiterleitet - es steckt ein
ordentlicher Rechenaufwand hinter der 1.080p/24 Hz-Bildsignalverarbeitung.
Sehr viele der aktuellen Blu-ray-Player und einige HD DVD-Spieler können
1.080p/24 Hz ausgeben. Ältere Modelle sind nicht dazu in der Lage. Sie
können nur 1.080p/60 Hz ausgeben (oder, in Einzelfällen, nur 1.080i/60).
Bei dieser Art der Bildsignalausgabe ist dann ein bei langsamen Bewegungen
oder langsamen Kameraschwenks sichtbares Bildruckeln die Folge. Begründet
liegt dies im 3:2-Pulldown. Wer diese
Ruckelbewegungen wahrnimmt und einen älteren Player hat, besitzt demnach
kein defektes Gerät - vielmehr lassen die Rahmenbedingungen eine perfekte
Bildwiedergabe nicht zu. Abhilfe schafft hier nur ein Bildwiedergabegerät
mit "Reverse Pulldown", welches in der Lage ist, den 3:2-Pulldown
im Sinne einer besseren Bewegungswiedergabe durch interne Rechenprozesse
rückgängig zu machen.
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Mein Blu-ray-/HD DVD-Player beherrscht 1.080p/24 Hz, und ich
habe im Menü als Bildsignalausgabe 1.080p eingestellt. Trotzdem stelle ich
ein Ruckeln des Bildes bei langsamen Bewegungen fest. Im Menü praktisch
aller Player ist bei Aktivierung der 1.080p-Signalausgabe eine Ausgabe in
1.080/60 Hz gemeint. Die 24 Hz-Ausgabe muss separat aktiviert werden (meist
gekennzeichnet mit "Video 24 fs/fs = Frames an/aus). Selbst dann, wenn
als maximale Signalausgabe (z.B. für die Signalausgabe herkömmlicher DVDs)
nur 1.080i aktiviert ist, 24 fs aber auf "an" steht, werden
Blu-rays in 1.080p/24 Hz ausgegeben, eine normale DVD aber mit 1.080i.

Der Einsatz des Video-EQs sollte sehr überlegt erfolgen
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Das Bild meiner HD DVD/Blu-ray wirkt insgesamt unausgewogen,
obwohl die Disc überall als Bildreferenz gehandelt wird. Woran kann das
liegen? Hat der Blu-ray- oder HD DVD-Player einen internen Video-Equalizer,
so ist nachzuprüfen, ob sich dieser im neutralen Grundeinstellung befindet.
Oftmals sind die ab Werk eingegebenen "Null-Werte" leider nicht
absolut neutral, sondern eine neutrale Einstellung kann leicht darunter oder
darüber liegen. Wir raten des Weiteren dazu, etwaige Rauschfilter komplett
zu deaktivieren, wenn Blu-rays oder HD DVDs wiedergegeben werden. Auch
andere Features wie Farb- und Kantenverstärkung zunächst nicht einsetzen,
sondern deaktivieren. Weitere Möglichkeit: Das Signal wird nicht im
optimalen Format ausgegeben, sondern z.B. anstatt in 1.080p/24 Hz in
720p.
Bildwiedergabegerät - Einstellungen

Hervorragender Full HD-LCD: Philips
AUREA 42PFL9900D/10
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Was heißt "Full-HD"? Hinter dieser Bezeichnung
verbirgt sich ein Bildwiedergabegerät, welches beim Panel über eine native
Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel verfügt. Zum Vergleich: HD ready-Geräte
weisen Auflösungen von 1.024 x 768, 1.280 x 768 oder 1.366 x 768 Pixel auf,
ein herkömmlicher Röhren-TV bringt eine Auflösung von 720 x 576 Pixeln
(entspricht der PAL-Auflösung) mit.

Wichtig ist die Wahl des richtigen Bildmodus, soll ein
Full-HD-Signal akkurat angezeigt werden
-
Mein Full-HD-Flachbildschirm hat so viele verschiedene
mögliche Bildformate. Welches muss ich anwählen, wenn ich ein
Full-HD-Signal zuspiele? Diese Frage ist von elementarer Bedeutung. Aktuelle
Full-HD-Flachbildschirme sind praktisch alle in der Lage, das Full-HD-Signal
pixelgenau auf den Screen zu bringen. Das heißt, es findet keinerlei
interne Skalierungsarbeit statt. Mittels geeigneter Testbilder lässt sich
das auch nachvollziehen. Allerdings muss sich der Flachbildschirm im
richtigen Bildformat-Modus befinden. Hier sollte man sich in der
Bedienungsanleitung informieren, wie der entsprechende Modus (z.B. "TrueScan")
bezeichnet wird, in dem das Full-HD-Signal direkt ohne weitere Skalierung
angezeigt wird. Nur dann ist eine maximale Bildqualität (z.B. kein Overscan,
wenn der Modus richtig arbeitet) möglich. Bei älteren Full-HD-Geräten ist
es durchaus möglich, dass der Fernseher nicht in der Lage ist, das Signal
ohne interne Bearbeitung pixelgenau zu übertragen.
-
Mein Blu-ray/HD DVD-Player gibt 1.080p/24 Hz aus, und mein
Bildwiedergabegerät nimmt 1.080p/24 Hz entgegen. Trotzdem sehe ich
Bildruckler. Die Frage ist letzten Endes, ob das Bildwiedergabegerät intern
das Panel auch mit 1.080p/24 Hz ansteuert. Manche Panels
"verstehen" als Ansteuerungsfrequenz nur 60 Hz. Dann ist die
1.080p/24 Hz-Signalentgegennahme eine Farce, denn intern wird das Signal
dann doch wieder durch eine pulldownähnliche Prozedur angepasst, was die
berüchtigten Bildruckler zur Folge hat. Ein Bildwiedergabegerät,
welches richtig mit einem 1.080p/24 Hz-Signal umgeht, rechnet dieses für
eine akkurate Darstellung auf ein ganzzahliges Vielfaches von 24 hoch - im
Sinne flimmerfreier, flüssiger Darstellung.

Mittels entsprechender Testbilder kann der TV optimal
eingestellt werden

Besonders der Kontrast entscheidet über eine sehr gute
Bildqualität
-
Wie bereite ich mein Bildwiedergabegerät auf eine optimale
Bilddarstellung vor? Abhängig von den Aufstellbedingungen
(starker/schwacher externer Lichteinfall z.B.) ist es von elementarer
Wichtigkeit, Bildhelligkeit und Kontrast mit Hilfe entsprechender Testbilder
zu optimieren. Die Reihenfolge: Zuerst wird die Bildhelligkeit angepasst,
und anschließend der Kontrast. Das menschliche Auge reagiert von allen
Bildparametern am sensibelsten auf den Kontrast. Dieser sollte möglichst
groß sein, nur dann ist ein plastisches, vielschichtiges Bild das Resultat.
Ein kontrastarmes Bild wirkt flau und zweidimensional. Erst in weiteren
Schritten kann man dann überprüfen, ob eine Anpassung anderer Parameter
wie Bildschärfe und Farbwiedergabe nötig ist. Noch eine Anmerkung: Kaum
ein Plasma- oder LCD-Gerät ist frei von Farbstichen. Sehr gut sichtbar
werden diese z.B. bei Grautreppen-Testbildern. Ein leichter rötlicher,
violetter oder grüner Einschlag ist bei beinahe jedem Panel zu sehen. Die
Stärke und Ausprägung der jeweiligen Farbstiche können bei verschiedenen
Chargen des identischen Geräts unterschiedlich ausfallen.

Rauschunterdrückungen sollten beim Betrachten von HD DVDs
oder Blu-rays deaktiviert werden
-
Das Bild meiner Blu-ray oder HD DVD wirkt weich gezeichnet
und unscharf, obwohl ein 1.080p/24 Hz-Signal dargestellt wird. Tritt
dieses Phänomen auf, sind meist aktivierte Rauschfilter als
"Schuldige" zu ermitteln. Wir raten, bei Zuspielung eines nativen
Full HD-Signals alle Rauschfilter, die der Flachbildschirm bereit stellt, zu
deaktivieren. Generell gilt: So kürzer der Signalweg bei der Reproduktion
von Full HD-Material, umso besser die Bildqualität. So wunderbar sich
verschiedene interne Schaltungen zur Bildoptimierung vielleicht bei
Videomaterial, analogen/digitalen Fernsehsendungen und herkömmlichen DVDs
auswirken mögen: Bei HD-Material ist eine Deaktivierung meist die beste
Wahl. Daher raten wir, den Großteil der internen Videosignalverarbeitung in
die Warteschleife zu schicken. Dies ist leider nicht immer möglich, so muss
der Anwender damit leben, dass selbst dann, wenn praktisch alles deaktiviert
ist, noch in den Signalweg eingegriffen wird.
-
Sehe ich normale SDTV-Sendungen auf meinem
Full-HD-Flachbildschirm an, ist das Bild eine einzige Katastrophe. Woran
liegt das? Dieses Phänomen hat viele Anwender maßlos enttäuscht.
Sie legten sich einen Full-HD-TV zu in der Absicht, Fernsehsendungen in
optimaler Qualität genießen zu können, und nun ist das Bild schlechter
als beim alten Röhrenfernseher. So traurig dies auch klingen mag - dies ist
zu einem beträchtlichen Teil in den Rahmenbedingungen, unter denen aktuell
zu einem großen Teil hierzulande noch TV-Sendungen ausgestrahlt werden,
begründet. Die meisten Sendungen liegen aktuelle noch in SDTV vor, das
heißt, eine Auflösung von 720 x 576 Pixeln wird erzielt. Diese sehr kleine
Auflösung muss vom Full-HD-TV auf eine ungleich höhere Auflösung von
1.920 x 1.080 Pixel hochgerechnet - das bedeutet "übersetzt",
dass der Flachbildschirm die SDTV-Auflösung auf die fünfmal höhere
Full-HD-Auflösung hochrechnen muss. Und: Das analoge TV-Signal ist oft
verrauscht, unscharf und farblich inhomogen. Das digitale TV-Signal ist
pixelig, manchmal unnatürlich überschärft und flau. Daher sind die
eingehenden TV-Signale qualitativ nicht mit einer guten DVD zu vergleichen,
die auch "nur 720 x 576 Pixel Auflösung mitbringt, bei sauberer
Komprimierung und akkuratem Mastering aber deutlich bessere Voraussetzungen
für ein Upscaling auf Full-HD mitbringt. Wundert man sich, dass auch
angebliche HD-Ausstrahlungen visuell unbefriedigend sind, so kann der Grund
darin gesucht werden, dass nicht selten von der Sendeanstalt einfach
SD-Inhalte hochskaliert und dann ausgestrahlt werden. Diese Inhalte sind
natürlich von deutlich schlechterer Qualität als ein von HDTV-Kameras
nativ aufgenommenes Full-HD-Signal. Ganz freisprechen von der
"Schuld" am schlechten Bild kann man aber auch die Anbieter von
Full-HD-TVs nicht. Oftmals sind lieblos entwickelte, empfangsschwache und
unsensitiv agierende interne analoge/digitale Tunereinheiten ebenso mit
"schuldig" wie billige De-Interlacing- und Scaling-Units. Dass es
deutlich besser geht und dass man auch aus analogen SD- Fernsehsignalen eine
Menge herausholen kann, beweist z.B. Philips mit seinen sehr guten
Tunereinheiten in den Full-HD-TVs.
Fazit
Mit etwas Basiswissen und Geduld ist es problemlos möglich,
sich zu einem vernünftigen Preis eine fürs neue HD-Zeitalter vollständig
geeignete AV-Anlage aufzubauen. Ist man mit den elementaren Grundbegriffen
vertraut, stellt die optimale Konfiguration auch kein größeres Problem dar.
Wir raten allen Interessierten, sich sorgfältig umzuschauen, vorab zu
informieren und nicht eine überstürzte Entscheidung zu treffen. Viel wichtiger
als eine besonders hochwertige Komponente ist ein gleichbleibendes Niveau
innerhalb der gesamten Kette - denn diese ist immer nur so stark wie ihr
schwächstes Glied.
Text: Carsten Rampacher
27. März 2008
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