TEST DVD-Player mit HDMI-Anschluss: Mustek V56SM-430HM/SEG DVD790HDMI
04. April 2008 (cr)

Oben Mustek, unten SEG
Einleitung
Auch im Zeitalter von Blu-ray ist der klassische DVD-Player noch lange nicht
"tot" - vor allem auch als Zweitgerät erfreuen sich DVD-Spieler
großer Beliebtheit. Was das Preisgefüge anbetrifft, so bekommt man von
B-Brands oder Noname-Anbietern schon mit HDMI-Ausgang ausgestattete DVD-Spieler,
die zwischen 50 und 60 EUR kosten und zusätzlich noch eine Vielzahl an Formaten
abspielen. Zu diesem Doppeltest sind der Mustek V56-430HM und der SEG DVD790HDMI
angetreten - der SEG ist sogar mit Cardreader und USB-Schnittstelle
ausgestattet, während der Mustek über einen internen Decoder verfügt. Mit
rund 50 EUR Marktpreis (Media Markt) ist der SEG 10 EUR preiswerter als der
Mustek für 60 EUR. Wir haben genau nachgeprüft, ob diese Modelle als
preiswerte Zweitplayer zu empfehlen sind.
Verarbeitung

Die bessere Auflösung und die angenehmere Farbgebung hat das
Mustek-Display (oben)

Dünne, etwas wackelig gelagerte CD/DVD-Laden sind Kennzeichen
beider Geräte

Billige, schlecht sitzende Kunststoffeinsätze beim Mustek

Optisch nettes, beleuchtetes Funktionselement beim V56-430HM

Bedienelemente des DVD790HDMI. Darunter befinden sich
USB-Schnittstelle und Cardreader

Die Frontblenden sind ordentlich eingepasst

Die mitgelieferten Fernbedienungen gehen aus qualitativer
Sicht in Ordnung
-
Gerätefrontblende: Bei beiden Geräten ist die Gerätefrontblende erstaunlich gut
eingepasst. Das blau beleuchtete zentrale Funktionselement des Mustek wirkt auf
den ersten Blick gut, die Materialanmutung ist jedoch bescheiden. Der gesamte
V56SM-430HM wirkt ziemlich billig. Für den Mustek spricht der richtige
Netzschalter auf der Frontseite. Diesen bringt der SEG nicht mit, dafür wirkt
er insgesamt deutlich gediegener - obwohl er das preiswertere Gerät ist. Die
Bedienelemente rechts am Gerät weisen einen relativ harten Druckpunkt
auf.
-
Display: Der Mustek verfügt über ein Display mit einer
hübschen Auflösung, zudem ist es in angenehmem Blau gehalten - für die
günstige Preisklasse ohne Zweifel tadellos. Das Display des SEG ist auch in
Ordnung, löst aber gröber auf und hat eine nicht ganz so augenfreundliche
Farbgebung.
-
Optische Details: Beide Geräte haben, was in Anbetracht der
Kaufpreise verständlich ist, nur Gumminoppen, aber keine ausgewachsenen
Standfüße. Die DVD-/CD-Laden fallen in beiden Fällen sehr schmal aus, die
Lagerung ist einfach gehalten. Die Laufwerke fahren in beiden Fällen
relativ schnell heraus. Der Mustek ist beim Rein-/Rausfahren der Lade enorm
leise, der SEG nur wenig lauter. Hier gibt es keine Unterschiede zu sehr
deutlich teureren Geräten.
-
Rückseite: Die Rückseiten beider DVD-Spieler sind
ordentlich verarbeitet. Die Anschlüsse sitzen relativ präzise, so dass es
hier keinen Grund für Beschwerden gibt.
-
Innenleben: Was das Innenleben angeht, so vertrauten beide
Anbieter in weiten Zügen auf eine ähnliche Basis - kein Wunder, es gibt
nur ein paar Werke in Fernost, in denen praktisch alle Player gefertigt
werden. Nur das Branding, die Frontblende, die Anschlussbestückung, die
Auswahl einzelner Features (z.B. Cardreader oder interner Decoder) sowie die
Wahl des Vertriebsweges erfolgen dann je nach Anbieter individuell. Im
einzelnen machen die verwendeten Laufwerkseinheiten zumindest dem optischen
Eindruck nach auch keinen schlechteren Eindruck als in
Marken-Einstiegs-Playern. Was den Aufbau angeht, so vereint der Mustek alles
auf einer Platine, also Audio-/Video- und (leider) auch die Netzteilsektion,
was bezüglich etwaiger Interferenzen sicherlich keine optimale Lösung ist.
SEG hat den Aufbau besser gelöst und die Netzteilsektion in die andere
Gehäusehälfte verfrachtet. Da es nicht viel zu verbinden gibt, fällt die
Verkabelung in beiden Fällen übersichtlich aus, wobei der Mustek hier den
akkurateren Eindruck hinterlässt. Generell gilt: Wer das Gerät
eigenhändig öffnet, verliert den Garantieanspruch - dies mag in Anbetracht
der Kaufpreise hier zu verschmerzen sein, was aber für
"Selbstöffner" in beiden Fällen hinzuzufügen ist: Beide
Gehäusedeckel sind vorn geclippt und lassen sich nur ausgesprochen fummelig
entfernen. Die wenigen Schrauben an den Seitenpaneelen und hinten an den
Geräten sind zwar rasch gelöst, den Deckel aber ohne Beschädigung der
Frontblende zu entfernen, ist ein Geduldsspiel. Diese Problematik hat aber
nichts mit dem günstigen Kaufpreis beider Probanden zu tun, wir haben mit
exakt der identischen Schwierigkeit auch schon bei sehr viel teureren
Markengeräten gekämpft.
-
Fernbedienung: Die mitgelieferten Fernbedienung genügen den
Anforderungen normaler Anwender aus qualitativer Sicht - für die
Preisklasse ist das Gebotene auf jeden Fall in Ordnung.

Nur eine Platine im Mustek - auf dieser befindet sich auch das
Netzteil

Die Platine im Detail

Verkabelung beim Mustek mit Flachbandkabeln

Buchsen des Mustek aus der Innenansicht

SEG von Innen

Separates Netzteil beim SEG

SEG-Verkabelung

Platine des SEG

Buchsen von Innen beim SEG
Fazit: 1. SEG, 2. Mustek
Anschlüsse

Beide Geräte von hinten

Mustek mit S-Video- und 5.1-Ausgang, aber ohne dedizierten
Analog-2-Kanal-Out und ohne optischen Digitalausgang

Beide Player haben eine Scartbuchse

SEG mit optischem und koaxialen Digitalausgang

Der SEG verfügt über einen analogen 2-Kanal-Ausgang, es
fehlt aber eine S-Video-Buchse
-
HDMI-Ausgang: Beide Player verfügen über einen
HDMI-Ausgang, der offensichtlich der Spezifikation 1.0 entspricht und somit
dem ersten und ältesten HDMI-Standard. Zusammen mit dem Philips
AUREA 42PFL9900D/10 trat erfreulicherweise beim Mustek keine
Handshake-Probleme auf. Beim SEG hingegen mussten TV und Player manchmal neu
gestartet werden, nachdem die HDMI-Verbindung einige Zeit lang nicht aktiv
war.
-
Optischer/koaxialer Digitalausgang: Nur der SEG bringt einen
optischen Digitalausgang mit. Beide Modellen besitzen einen koaxialen
Digitalausgang.
-
Komponentenausgang: Beide DVD-Spieler haben einen analogen
Komponentenausgang
-
Scart-Buchse: Beide Geräte sind mit einer Scartbuchse
ausgestattet, die auch RGB-beschaltet ist.
-
S-Video-/Video-Out: Der Mustek bringt einen S-Video- und
einen Video-Ausgang, der SEG nur einen Video-Ausgang mit.
-
2-Kanal-Stereoausgang: Nur der SEG-Player verfügt über
einen 2-Kanal-Stereoausgang. Beim Mustek gibt es nur den 5.1-Ausgang.
-
5.1-Ausgang: Da nur der Mustek einen internen Decoder
mitbringt, hat auch nur er einen 5.1-Ausgang. Wirklich brauchbar sind solche
preiswerten Onboard-Decoder selten, daher könnte man auf diese
Anschlussform auch verzichten.
-
Weitere Anschlussmöglichkeiten (USB oder Cardslot): Nur der
SEG hat sowohl einen Cardreader (MMC/MS/SD) und eine USB-Schnittstelle auf
der Ausstattungliste. Klarer Pluspunkt, denn so können komprimierte Musik-
und Bilddateien auch auf Speicherkarten bzw. USB-Sticks ihren Weg in den
DVD-Player finden.
Fazit: 1. SEG, 2. Mustek.
Weitere Ausstattungsmerkmale
-
Video-EQ: Der Mustek verfügt über 4 werkseitig
vorprogrammierte Bildfelder (Standard/Hell/Weich/Dynamisch)
-
Audio-EQ: Der Mustek verfügt über verschiedene Klangfelder
(Klassik/Rock/Jazz/Pop), die über das Audio-Menü zu aktivieren sind
("Intelligent Sound"). Beim SEG fehlt diese Option.
-
Interner Decoder: Nur der Mustek verfügt über einen
internen Decoder. Es gibt aber keinerlei Einstellmöglichkeiten, sondern nur
einen Testtongenerator.
-
De-Interlacer-/Scaler: Beide Modelle verfügen über einen
internen De-Interlacer und über einen Scaler. Der SEG gibt maximal 1.080i
aus, während der Mustek sogar bis auf 1.080p skalieren kann.
Fazit: 1. Mustek, 2. SEG
Multimedia/Laufwerk
-
Einlesegeschwindigkeit des Laufwerks: Beide Laufwerke
arbeiten relativ schnell
-
Geräuschentwicklung des Laufwerks beim Einlesen und beim
Zugriff auf die Menüs/Im Spielbetrieb: Die Laufwerke agieren im Spielbetrieb
relativ leise, und während des Einlesvorgangs ist die Geräuschentwicklung
vertretbar. Das Mustek-Laufwerk verhält sich beim Einlesen hörbar
leiser.
-
Zuverlässigkeit des Laufwerks beim Einlesen/Wiedergeben:
Beide Laufwerke haben bezüglich ihrer Zuverlässigkeit überzeugt - nur ein
Absturz des SEG-Laufwerks beim Einlesen einer DVD war zu beklagen.
-
Formate, die wiedergegeben werden:
-
MP3-Features: Wiedergabemodi/ID3-Tags/Ordneranzeige/Anzeige der
MP3-Optionen im Gerätedisplay: Im Gerätedisplay können in beiden Fällen
keine MP3-Optionen angezeigt werden. Sowohl SEG als auch Mustek sind aber
mittels OSD in der Lage, ID3-Tags anzuzeigen. Was allerdings negativ
auffällt: Die ID3-Tags gehen abwechselnd (Titel, Interpret, Album,
Veröffentlichungsjahr etc. folgen nacheinander und sind nicht zusammen
darstellbar) über den Bildschirm. Die grafische Qualität der praktisch
identischen Menüs ist nicht berauschend, reicht aber für den Alltag
völlig aus. Beide Player besitzen eine Wiederholfunktion - entweder der
laufende Titel oder der gesamte Ordner können wiederholt werden. Auch eine
Zufallswiedergabe ist integriert (schlechte Übersetzung beim SEG: Hier
verbirgt er sich unter "Mischen"). Ebenfalls ist es möglich,
Programmlisten zu erstellen und jeden Titel anzuspielen (heißt beim SEG
"Music Intro"). SEG und Mustek besitzen einen "Filter"
(Audio/Video/Foto) um gezielt nur einzelne Dateintypen innerhalb einer
gemischten Disc (z.B. JPEG/MP3) anzuzeigen und wiederzugeben. Vor- und
Rückspulen ist in 2/4/8/16-facher Geschwindigkeit möglich.
-
MP3-Wiedergabequalität: Beide Player erzeugen eine
akustisch voll befriedigende und störungsarme Wiedergabe von
MP3-Titeln.
-
JPEG-Features: Thumbnail-Anzeige/Diashow-Optionen (Anzeigedauer,
Überblendungs-Betriebsarten etc.). Übersichtliches JPEG-Menü, bei beiden
Playern nahezu identisch. Das aktuell aus der Liste im linken Bereich des
Bildschirms ausgesucht Bild kann als relativ großes (aber extrem unscharfes
und pixeliges) Vorschaubild angezeigt werden. Bei beiden Geräten ist es
möglich, das Bild größer zu zoomen (1x/2x/3x) und zu drehen (90/180/270
Grad), allerdings leidet die Bildqualität deutlich unter jeder Art der
Bearbeitung, beim Mustek noch stärker als beim akzeptablen SEG.
-
JPEG-Anzeigequalität: Vor allem beim Mustek ist die
JPEG-Anzeigequalität mangelhaft. Die Bilder erscheinen unscharf, blass und
konturenschwach. Beim SEG ist die Bildqualität etwas besser, zusätzlich
verfügt er auch über eine aktivierbare HD JPEG-Funktion im OSD.
-
Video-Wiedergabe: AVI-Files und MPEG4-Files werden vom SEG
in ordentlicher Qualität wiedergegeben. WMV-Files (gebrannt auf CD) werden
nicht beherrscht. Das Gleiche gilt für den Mustek, die gebotene
Bildqualität ist aber unter SEG-Level. Das Bild wirkt unschärfer und
pixeliger. MPEG-Videos werden von beiden Playern wiedergegeben (nur mit
Dateikürzel "MPEG", nicht bei Dateikürzel "MPG")
-
Funktionalität von USB-Anschluss und Cardreader (falls
vorhanden): Nur der SEG bringt sowohl einen USB-Anschluss als auch einen
Cardreader mit. Die Ladezeiten sind relativ kurz, und auch ansonsten
funktioniert alles problemlos. Über die Taste "Mode" auf der
Fernbedienung kann zwischen dem normalen Betrieb, dem Cardreader und dem
USB-Anschluss umgeschaltet werden. Sollen Memory Stick Pro Duo eingelesen
werden, ist der (meist beim Memory Stick mitgelieferte) Adapter auf das
alte, von den Abmessungen des Speichermediums her größere Format zum
Einlegen nötig. Bezüglich der abspielbaren Videoformate unterscheidet sich
die Betriebsart Speicherkarte/USB-Stick nicht von der Betriebsart
"gebranntes Medium", es können exakt die gleichen Formate
eingelesen werden.
Fazit: 1. SEG, 2. Mustek
OSDs
Beide Geräte verfügen praktisch über die identischen On
Screen Menüs - hier unsere Screenshots:

Wählbare Auflösung beim Mustek

Bildauswahl des Mustek

Filter für das Anzeigen nur bestimmter Dateitypen

Verschiedene MP3-Betriebsmodi des Mustek

MP3-Betrieb mit ID3-Tag-Anzeige (links unten im Screen,
wechselt die Infos und zeigt nicht alle auf einmal an)

Verschiedene Audio-EQ-Programme beim Mustek

Wahl des Videoausgangs beim SEG - es ist immer nur ein Ausgang
aktiv (entweder Scart-RGB, P-Scan = Komp. mit Progressive, Komponente oder HDMI)

Der SEG skaliert bis 1.080i, der Mustek bis 1.080p

Praktisch keine Audio-Optionen beim SEG

Rasch erkennt der SEG angeschlossene USB-Sticks

MP3-Übersicht

Bildvorschau beim SEG
Bedienung

Übersichtliche Fernbedienungen
-
Güte der OSDs (grafische Qualität, Umfang, Logik). Hier
liegt trotz praktisch identischer Menüoptik und Menüstrukturen der Mustek
in Führung, weil seine OSDs besser übersetzt sind. Beim SEG stört, dass
auch bei Aktivierung der OSD-Sprache "Deutsch" nicht alles
übersetzt wurde und verschiedene Termini nur in Englisch dargestellt
werden.
-
Güte der Fernbedienung (Ergonomie, Tastendruckpunkt,
Übersichtlichkeit): Beide Fernbedienungen geben relativ wenig Anlass zur Klage,
wenn es um Übersichtlichkeit und Ergonomie geht. Noch mehr Punkte kann der
IR-Controller des Mustek sammeln, denn die Kontraste zwischen
Fernbedienungs-Gehäusefarbe und Knöpfen sind deutlich besser. Zudem wirkt
die Mustek-Fernbedienung noch etwas übersichtlicher. Was Arbeitswinkel und
Reichtweite angeht, sehen wir hingegen die SEG-Fernbedienung vorn. Beiden
IR-Controllern fehlt eine Beleuchtungsmöglichkeit.
-
Ablesbarkeit des Gerätedisplays: Insgesamt bieten beide
Gerätedisplays eine ordentliche Helligkeit und eine gute Ablesbarkeit aus
nahen bis mittleren Distanzen. Für die problemlose Ablesbarkeit aus weiten
Distanzen sind die Anzeigen etwas klein. Das Blau des Mustek-Displays wirkt
auf Dauer augenfreundlicher als das Grün des SEG-Gerätedisplays.
-
Bedienung der Funktionselemente am Gerät selber: Hier kann
man sich in beiden Fällen nicht beklagen, wobei der Mustek mit seiner blau
beleuchteten und daher auch im dunklen einfach auffindbaren Funktionseinheit
einen Vorsprung verbuchen kann.
Fazit: 1. Mustek, 2. SEG
Bild

Unsere beiden Test-Kandidaten plus der Toshiba HD-E1. Als
Bildwiedergabegeräte kamen unser Philips Aurea und unser Pioneer PDP-5808XA zum
Einsatz.
Bei der Zuspielung eines 1.080i-Signals erzeugt der SEG das
minimal schärfere, detailreichere und natürlichere Bild. Insgesamt muss man
klar sagen, dass wir von den Scaling-Leistungen der beiden Geräte bezüglich
der Wiedergabe von Standbildern sehr angetan sind., Die Bilder zeigen weder
deutliche Flimmereffekte bei kleinen Details, noch wirkt das Bild
unnatürlich-überschärft. Die Farben erscheinen relativ ausgewogen, wenngleich
sie in beiden Fällen nicht absolut natürlich wirken. Aber auch bezüglich der
Farbbalance und gesamten Farbgebung kann man sagen, dass man keine ernsthafte
Kritik an SEG und Mustek üben kann. Etwas ausdrucksstärker und tiefer
erscheint uns die Farbwiedergabe beim SEG, der zudem das tiefere Schwarz
produziert. Bezüglich des Kontrastes werden voll befriedigende und keinesfalls
ungenügende Leistungen geboten. Gerade der SEG holt aus dunklen Bildbereichen
einiges heraus - das haben wir bei einem so preiswerten Modell bislang noch kaum
gesehen. Der Mustek bietet immer noch ordentliche Ergebnisse, ohne aber ganz an
den SEG heranzureichen. Man darf aber auch nicht verschweigen, dass bezüglich
der Bildqualität auch auf normal großen Diagonalen, also von 32 bis 42 Zoll,
noch deutlich mehr geht. Als Vergleichs-Referenz diente uns ein vereinzelt noch
preisgünstig zu bekommender Toshiba HD-E1, der ein deutlich klareres,
schärferes, dynamischeres und detailreiches Bild erzeugt. Die Darstellung
kleiner Schriften und von Mustern (z.B. Holzmaserung) gelingt dem Toshiba sehr
deutlich besser. Für den Minimal-Betrag, den Mustek und SEG kosten, ist die
Leistung aber absolut in Ordnung.
Wenden wir uns nun der Wiedergabe bewegter Bilder zu. Beim
De-Interlacing von Videomaterial werden brutal die Grenzen des 1.080p-Modus beim
Mustek deutlich: Pixel- und Treppenstufeneffekte, Bewegungsunschärfen und
Nachzieher sind sichtbar, das gesamte Bild wirkt relativ flau. Im 720p-Betrieb
wirkt das Bild auch nicht wirklich überzeugend. Es sind zwar weniger
Pixelbildungen zu sehen, dafür aber ist das Bild nicht wirklich scharf. Der SEG
beherrscht kein 1.080p-Upscaling - in Anbetracht der Leistungen des Mustek kein
echter Verlust. Bei der 1.080i-Signalausgabe (De-Interlacing übernimmt das
Bildwiedergabegerät) wird ein relativ ordentliches Bild geboten -
Überdurchschnittliches sollte man aber nicht erwarten, Zackenmuster an kleinen
Details und nicht absolut sauber dargestellte Schriften weisen auf Defizite bei
der internen Signalverarbeitung hin. Im 720p-Modus bietet der SEG ein
erträgliches De-Interlacing, das Bild wirkt aber letztendlich nicht wirklich
stabil und zittert leicht. Auch sind leichte Bewegungsunschärfen sichtbar.
Insgesamt liegt die gebotene Bildqualität leicht über der des Mustek. Deutlich
besser als der Mustek kann sich der SEG bei der Wiedergabe von Filmmaterial in
Szene setzen. Das Bild flimmert weniger und wirkt natürlicher. Pixelbildungen
sind zwar ab und zu auch beim SEG zu beobachten, diese fallen aber geringer aus.
Im 1.080i-Betrieb skaliert der SEG erstaunlich gut hoch und erzielt für einen
Player, der gerade einmal 50 EUR kostet, prima Werte. Nutzt man bei beiden
Playern im direkten Vergleich die 720p-Signalausgabe, so sind Bildschärfe, die
Flüssigkeit der Bewegungen und die Detailwiedergabe bim SEG sichtbar besser.
Bildruckeln tritt beim SEG recht selten, beim Mustek dafür häufiger in
Erscheinung. Nicht akkurat gezeichnete, zitternde und wackelnde Objektkanten und
Rauschschleier sind weitere Faktoren, die gegen den Mustek sprechen.
Bei der Wiedergabe über den analogen Komponentenausgang muss
der Mustek passen - die Ausgabe wollte schlicht und einfach nicht funktionieren.
Der SEG hingegen produziert über Komponente-analog ein gutes, klares, relativ
rauscharmes und farblich ausgewogenes Bild, so dass man, sollte kein
HDMI-Eingang beim Bildwiedergabegerät vorhanden sein, auch bei der Verbindung
mittels Komponentenkabel mit der gebotenen Qualität zufrieden sein kann.
Fazit: 1. SEG, 2. Mustek.
Klang
-
Klang bei digitalem Anschluss: Hier erzielt der SEG ein
besseres Ergebnis, da er gerade im Hochtonbereich klarer klingt. Der Mustek
wirkt eine Idee bedeckter. Beide Modelle klingen recht angenehm und homogen
- enorme Transparenz oder Detailfreude darf aber nicht erwartet
werden.
-
Klang bei analogem Anschluss: Der interne Dolby
Digital-Decoder des Mustek klingt gar nicht schlecht - sondern relativ
natürlich und gut akzentuiert. Die Stimm- und Effekttrennung ist gut. Der
Bassbereich ist zwar kein Volumen-Wunder, aber es fehlt ihm auch nicht
völlig an Kraft. Die Surround-Klangkulisse erscheint etwas dünn. Geht es
um den analogen 2-Kanal-Anschluss und die damit verbundene
Wiedergabequalität, so ist eine gewisse Detailarmut bei beiden Geräten
heraushörbar. Stimmen fehlt es dadurch an Charisma und Strahlkraft. Der
Hochtonbereich ist beim SEG minimal ausdrucksvoller. Stimmkonturen bildet
der Mustek nochmals unklarer ab.
Fazit - trotz Decoder des Mustek: 1. SEG, 2. Mustek
Fazit

Der Sieg geht klar an den SEG (unteres Gerät)
1. SEG DVD790HDMI
Der DVD790HDMI erzielt ein gutes Testergebnis und leistet sich
keine ernstzunehmende Schwäche. Durch den USB-Anschluss und den internen
Cardreader ist dieses Modell zusätzlich interessant. Die eingebauten Funktionen
sind nicht üppig, aber sinnvoll. Audiovisuell wird ein tadelloser Standard für
ein 50 EUR-Gerät erzielt. Insgesamt kann man diesen Player als Zweitgerät
guten Gewissens empfehlen.

DVD-Player Einstiegsklasse
Preis-/Leistungsverhältnis          
2. Mustek V56-430HM
Der Mustek kommt sogar mit 1.080p-Upscaling und internem
DD-Decoder. Für ihn spricht auch der gute Bedienkomfort und die gute
Ausstattung. Audiovisuell fällt er aber hinter den SEG zurück, und dass das
Laufwerk sehr zuverlässig agierte, wird durch den funktionsuntüchtigen
Komponentenausgang bedauerlicherweise wieder zunichte gemacht. So kann man den
Mustek, da er auch noch 10 EUR über dem SEG liegt, leider nur bedingt
empfehlen.

DVD-Player Einstiegsklasse
Preis-/Leistungsverhältnis          
Test: Carsten Rampacher
04.04.2008
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