AREA DVD-PREVIEW: HDTV-Festplatten-Receiver ABCOM IPBox 9000 HD
28.04.2008 Autor: Karsten Serck
Einleitung
Die "ABCOM IPBOX 9000 HD" ist ein HDTV-Festplattenrecorder auf
Linux-Basis, der im Handel zu Preisen um die 600 EUR verkauft wird. Der genaue
Verkaufspreis richtet sich nach der Größe der verwendeten SATA-Festplatte und
der verwendeten Tuner. Denn zwar ist der Receiver in der Grundkonfiguration
zunächst ein reiner Sat-Receiver mit einem DVB-S2 und einem DVB-S-Tuner, er
lässt sich aber auch mit einer ganz anderen Tuner-Konfiguration nutzen.
Der modulare Aufbau ermöglicht einen individuellen Austausch der
Tuner-Module. Diese sind für den Satellitenempfang als DVB-S und DVB-S2-Modul
erhältlich. Ebenso gibt es aber DVB-C-Module für den Kabelempfang und ein
DVB-T-Modul für digitales Antennenfernsehen. So wird der Receiver z.B. auch in
einer Variante mit einem DVB-S2- und einem zweiten DVB-C-Tuner verkauft. DVB-S,
DVB-C und DVB-T-Module kosten im Einzelkauf rund 70 EUR. Das DVB-S2-Modul wird
für rund 90 EUR angeboten.
Eine genaue Übersicht über die verschiedenen Konfigurationen gibt es beim
deutschen Distributor unter www.axxaro.de.
Das Gerät
Die ABCOM IPBOX gehört von ihrer Ausstattung zu den umfangreichsten
HDTV-Receivern, die derzeit auf dem deutschen Markt erhältlich sind. Alleine
der Blick auf die Rückseite offenbart eine Anschlussvielfalt, die in diesem
Umfang nur wenige andere Receiver bieten.
Der Receiver verfügt sowohl über einen Netzwerkanschluss als auch zwei
USB-Schnittstellen für den Datenexport. Die USB 2.0-Host-Schnittstelle dient
zum Anschluss einer externen Festplatte. Der USB-Client-Anschluss verbindet den
Receiver direkt mit einem PC, über den z.B. eine neue Firmware eingespielt
werden kann. Da diese USB-Buchse nur dem 1.0-Standard entspricht, eignet sie
sich ansonsten nicht für umfangreiche Datenübertragungen.
Software-Updates lassen sich
auch direkt über das Netzwerk installieren. Dabei setzt der Hersteller ein wenig Übung
im Umgang mit einem FTP-Server voraus, da die Updates nicht vollautomatisch
installiert werden sondern der Nutzer sich nach dem Login selbst das Verzeichnis
mit der aktuellsten Firmware und der dazugehörigen Datenbankdatei suchen muss.
Der Name IPBox ist nicht ganz zufällig gewählt. Denn auf der
Hersteller-Website wird auch eine Unterstützung von IPTV in Aussicht gestellt.
Ganz hilfreich ist dabei, dass die Box neben MPEG2 und MPEG4-AVC laut Hersteller
auch DivX und WMV9/VC-1 unterstützen soll. Die HDTV-Bildausgabe erfolgt über
die HDMI-Buchse oder den YUV-Ausgang.
Der Twin-Tuner eignet sich zur parallelen Aufzeichnung von zwei
TV-Programmen. Zusätzlich lässt sich ein drittes Programm vom gleichen
Transponder oder eine Aufzeichnung von der Platte abspielen. Die Tuner verfügen
über einen Ein- und Ausgang. Ein Loop-Kabel zur Nutzung der Tuner mit nur einem
Antennenkabel befindet sich nicht im Lieferumfang.
Der Empfang von Premiere ist mit Hilfe eines Alphacrypt-Moduls möglich,
welches in einen der beiden CI-Slots gesteckt wird. Abonnenten der
Sportprogramme von Premiere dürften sich auch darüber freuen, dass die "Multifeed"-Darstellung
der Subkanäle unterstützt wird.
Nicht selbstverständlich: Der Receiver ist auch in der Lage, NTSC-Programme
und HDTV-Ausstrahlungen in 60 Hz wiederzugeben, die allerdings in Europa kaum zu
empfangen sind. Beim Wechsel der Auflösung schaltet der Receiver nicht einfach
um, sondern bootet noch einmal komplett neu. Während des Bootvorgangs läuft
ein Lüfter deutlich hörbar, der sich aber manuell abschalten lässt und dann
im normalen TV-Betrieb nicht mehr zu hören ist.
Der Tuner der IPBox zeigt sich sehr flexibel zur Verwendung in komplexen
Sat-Installationen. Der Receiver unterstützt DiSEqC 1.2 für komplexe
Multischalter-Installationen und steuert auch Motor-Antennen automatisch über
das USALS-Protokoll auf die richtige Position.
Bei der ersten Inbetriebnahme hinterlies die IPBox einen recht guten
Eindruck. Trotz viel Plastik auf der Frontseite macht der Receiver optisch einen
recht hochwertigen Eindruck und auch die Fernbedienung liegt gut in der Hand.
Wie sich die ABCOM IPBox 9000 HD in der Praxis bei der Aufnahme und Wiedergabe
von HDTV-Sendungen bewährt, werden wir demnächst in unserem kompletten Test
berichten.
Anschlüsse im Überblick
- 1 x HDMI
- 1 x YUV
- 2 x SCART (RGB, FBAS)
- 2 x LNB-IN/OUT
- 1 x TOSLINK (optischer Digitalausgang)
- 1 x Stereo-Cinch
- 1 x Composite Video
- 1 x USB 2.0 (Host)
- 1 x USB 1.0 (Client)
- 2 x CI-Slot
- 1 x LAN
- 1 x Telefon
- 1 x RS-232
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