TEST: Yamaha Soundprojektor YSP-4000 - Surround-Finesse mit nur einer Komponente ?
30.11.2007 (th/cr)

Einführung
Richtiges akustisches Vergnügen beim Anhören von Film-Soundtracks entsteht
erst dann, wenn man ein 5.1,- 6.1- oder 7.1-Lautsprechersetup in den eigene vier
Wänden aufgebaut hat, zumindest galt dies noch bis vor einiger Zeit: Dann kamen
die DSP-Experten von Yamaha und revolutionierten mit einem
"Soundprojektor" getauften Gerät unsere Vorstellung von einem
kompletten Surround-System. Der Soundprojektor war nur eine einzige Komponente,
in einem Gehäuse tummelten sich die Vor- und Endverstärkereinheiten, die
Decoder und alles, was an Lautsprecher-Chassis benötigt wird. Aus einem
einzigen Gehäuse mit zahlreichen Chassis Surround-Sound erzeugen - dass dies
geht und nicht einmal schlecht, bewies bereits Yamahas erster Soundprojektor.
Mittlerweile ist mit dem YSP-4000, der in Pianolack-schwarzer oder silberner
Version für eine unverbindliche Preisempfehlung von 1.299 EUR angeboten wird,
bereits die vierte Generation erhältlich, und erneut sind wichtige Merkmale
hinzu gekommen: Der YSP-4000 hat nun im Gegensatz zum Vorgänger YSP-1100 HDMI-
Ein- und Ausgänge und ist zudem in der Lage, bis 1.080i hochzuskalieren und im
720p-Modus zu skalieren und zu
de-interlacen. Wir haben nun in einem ausführlichen Test untersucht, ob der
YSP-4000, der bezüglich seiner Abmessungen genau zu den weit verbreiteten 42
Zoll-LCD-/Plasmadisplays passt, für noch mehr audiovisuelles Vergnügen sorgt
als sein Vorgänger.
Die Idee hinter dem Soundprojektor
Gleich zu Beginn wollen wir die spezielle Idee, die hinter den
YSP-Soundprojektoren steckt, in aller Kürze erläutern. Andere Produkte,
inzwischen in beträchtlicher Anzahl auf dem Markt erhältlich, bauen auf
psychoakustische Effekte, um Surround-Sound mittels nur einer Komponente zu
erzeugen. Die Struktur dieser psychoakustischen Effekte ist exakt auf einen
Zuhörer zuschnitten, das heißt der Sweet Spot ist sehr klein. Hinzu kommt,
dass sich dieser Zuhörer am besten während des Films nicht bewegen sollte -
denn dreht er beispielsweise den Kopf zur Seite, ist die gesamte Effektortung
ins Wanken geraten. Effekte, die eigentlich als von hinten kommend wahrgenommen
werden sollen, erscheinen dann akustisch so, als kämen sie von vorn - mit einem
vollständigen, echten Surround-Klangerlebnis hat dies dann nicht mehr viel zu
tun. Daher vertraut Yamaha bei den Soundprojektoren auf ein anderes
Grundprinzip: Nicht die Psychoakustik dient hier als Hilfsmittel, sondern die
Reflexion von Schall. Der YSP-4000 passt sich den Grundgegebenheiten des
Hörraums an und erzeugt sein Klangbild mithilfe präzise berechneter
Reflexionen. Anstatt also, wie gewöhnlich, die Surroundlautsprecher physisch
aufzubauen und zu verkabeln, erzeugt der Yamaha Soundprojektor durch präzise
Winkelberechungen Schallreflexionen, die das tatsächliche Vorhandensein von
Surround-Lautsprechern suggerieren. Durch die intelligente automatische
Einmessung mittels mitgeliefertem Mikrophon und den Möglichkeiten zur manuellen
Optimierung können so ein deutlich größerer Sweet Spot und eine deutlich
verbesserte Präzision bei der Effektortung als Vorzüge des Yamaha-Systems
angeführt werden. Während einer Soundprojektor-Vorführung darf man sich auch
ruhig bewegen oder sogar im Hörraum herumspazieren - die Effektortung bleibt
erhalten, die Effekte kommen immer noch aus der Richtung, wo sie gemäß der
Abmischung auch kommen sollten.
Verarbeitung

Sehr gute Passungen, tadellose Materialqualität

Auch von hinten zeigt sich das Gehäuse des Soundprojektors
solide verschraubt

Auch auf diesem Bild sieht man die Verschraubung der
Rückseite

Stabiles Gitter über den Lautsprecherchassis

Das einzeilige Punktmatrixdisplay löst ansprechend auf und
ist gut ablesbar. Noch eleganter allerdings wäre es, wenn Yamaha auch beim
Soundprojektor auf ein bernsteinfarbenes Display wie bei den AV-Receivern setzen
würde

Das Qualitätsniveau der mitgelieferten Fernbedienung geht in
Ordnung
Wie wir es von Yamaha-Geräten gewohnt sind, bringt auch der YSP-4000 ein
sehr gutes Finish mit. Alle Gehäuseteile sind sehr akkurat miteinander
verbunden, wie schon beim Vorgänger sticht ins Auge, dass Yamaha auch beim
YSP-4000 alles robust miteinander verschraubt und nicht auf billige
Befestigungs-Clips setzt. Die Anschlusssektionen für die konventionellen
Interfaces und für die HDMI-Schnittstellen sind ebenfalls akkurat verarbeitet.
Alle Kabelarten lassen sich mit tadellosem Halt mit dem YSP-4000
verbinden. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet
Anschlüsse

Anschlusssektion

Das Anschlussterminal ist verständlich beschriftet

Die HDMI-Interfaces
Komplette Liste:
-
2 HDMI-Eingänge, 1.080p/24 Hz-kompatibel
-
1 HDMI-Ausgang, 1.080p/24 Hz-kompatibel
-
2 Komponentenaingänge
-
3 FBAS Video-Eingänge
-
2 koaxiale Digitaleingänge
-
2 optische Digitaleingänge
-
2 Stereo-Cinch-Analogeingänge
-
1 Komponenten-Ausgang
-
1 FBAS-Ausgang
-
Auf der Vorderseite: 3,5 mm Miniklinkenanschluss z.B. für
MP3-Player
Insgesamt ist der Soundprojektor für ein Gerät dieser
Kategorie gut mit Anschlüssen bestückt. Ein dritter HDMI-Eingang würde den
Nutzen noch steigern. Die Bestückung mit vier herkömmlichen Digitaleingängen
(optisch und koaxial) reicht hingegen aus. Gesamtnote: Gut - sehr gut.
Technik und Konfiguration
Basisdaten des YSP-4000:
-
Eingebaute digitale Enstufen (2W x 40 + 20W x 2)
7 Cinema DSP - Programme: Movie, Musik, Sport
Compressed Music Enhancer z.B. für MP3-Dateien
Analog auf HDMI digital Video Konvertierung
High-Defenition Video Aufwärtskonwertierung bis auf 1080i
HDMI 1080p/24p kompatibel
3,5mm Eingang zum Anschluss von MP3-Playern
RDS - Radio Teil mit 30 Festspeichern
Intellibeam Einmesssystem
My - Beam Mode
Wiedergabearten des YSP-4000:
| 5 Beam |
Nutzung der Lautsprecher zur
Erzeugung eines Klangfeldes mit 5 getrennten Kanälen im Sinne einer
klassischen Mehrkanalaufstellung. Erlaubt native Dolby Digital und DTS
Ausgabe und die Wiedergabe von Zweikanal-Quellen in Verbindung mit
Surround-Aufpolierung. Yamaha gibt die Hinweise, dass die
Surroundwiedergabe dann am besten funktioniert, wenn keine Hindernisse
im Hörraum die Schalllreflexionen, die der Soundprojektor an der
Hörraumwand erzeugt hat, auf dem Weg zum Zuhörer stehen |
| Stereo + 3 Beam |
die vorderen linken und rechten Kanäle werden nicht an
die Wände reflektiert und somit breiter dargestellt, sondern strahlen
direkt zum Hörer. Zusätzlich sorgen Center und Reareffekte für Räumlichkeit.
Yamaha sieht diesen Modus als ideal für die Wiedergabe von Live-Aufnahmen
auf DVD an
|
| Stereo |
Stereoausgabe über linke und
rechte Lautsprecher, ohne Erzeugung von Reflektionen. Möglich ist
2-Kanal- und 5-Kanal-Stereo |
| 3 Beam |
Erzeugung einer räumlichen
Frontkulisse über Center und Frontkanäle mit Raumreflektionen.
Ermöglicht einen erweiterten Hörpositionsbereich, so dass man in diesem
Modus gut mit mehreren Personen Filme anhören kann. Auch kann diese
Betriebsart eingesetzt werden, wenn sich die Hörposition nahe der
rückwärtigen Wand des Hörraums befindet, so dass der linke und rechte
Schallstrahl nicht von der Wand in korrektem Umfang reflektiert werden
kann. |
| my Beam |
Hier arbeitet der YSP-4000 nicht
mehr mit Reflexionen von Schallstrahlen, die an die Wände des Hörraums
reflektiert werde, sondern die Schallstrahlen werden direkt über einen
einzelnen Kanal an die Hörposition ausgegeben. Dieser Modus ist auch dann
angebracht, wenn man Nachts einen Film anschauen möchte, ohne andere
Personen, die in benachbarten Räumen sind, zu stören. In dieser
Betriebsart sind die CINEMA DSP-Programme, TruBass und alle weiteren
Surroundmodi deaktiviert. Mittels der automatischen Einstellfunktion und
dem mitgelieferten Mikrophon kann der Schalllwinkel automatisch
eingestellt werden. Die "My Beam"-Taste sollte, nachdem
der Betriebsmoduswähler auf "YSP" eingestellt wurde, für 2
Sekunden gedrückt werden. Wahlweise kann "My Beam" auch manuell
konfiguriert werden, hier kann in einem Steuerbereich von L90 bis R90 Grad
der Horizontalwinkel angepasst werden. |
| my Surround |
Dieser Modus ermöglicht Surroundklang auf
engem Raum, wenn die Platzverhältnisse im Hörraum die Voraussetzungen für
die anderen Schallstrahl-Betriebsarten nicht erfüllen.
Schallstrahl-Einstellungen wie Strahlwinkel oder Abstände sind in diesem
Modus nicht wirksam. Um die bestmögliche Wiedergabeakustik zu erhalten,
sollte sich der Zuhörer lotrecht vor dem Gerät befinden. |
Decoding des YSP-4000:
Natürlich kann der YSP-4000 folgende Standardformate erkennen
und entsprechend decodieren:
-
Dolby Digital 5.1
-
DTS 5.1
-
Dolby Pro Logic 2
-
DTS Neo:6
Darüber hinaus verfügt der Soundprojektor, typisch für eine
Yamaha-Komponente, über verschiedene DSP-Modi:
Die Grundlagen der DSP-Modi des YSP-4000:
-
Klangfelder bestehen aus Direktschall und zwei verschiedenen
Arten von Schallreflexionen: Die Frühreflexionen erreichen das Ohr des
Zuhörers sehr schnell, und zwar 50 bis 80 ms nach dem Direktschall.
Sie sind deshalb so schnell, weil sie nur von einer Fläche (z.B.
Hörraumwand oder Hörraumdecke) reflektiert werden. Frühreflexionen
verleihen dem Direktschall mehr Klarheit und Präsenz. Die zweite Art von
Schallreflexionen ist der Nachhall. Diese Schallwellen werden durch
Reflexionen des Schalls an mehreren Flächen (z.B. Wände und Decke des
Hörraums) in so großer Zahl erzeugt, dass sie ineinander übergehen, um
einen kontinuierlichen Nachhall zu erzeugen. Diese Art von Reflexionen
verringern die Klarheit des direkten Schalls.
-
Der direkte Schall, die frühen Reflexionen und der darauf
folgende, komplexere Nachhall helfen den Yamaha DSP-Entwicklern, um Größe
und Form des Raums subjektiv zu bestimmen. Diese Informationen reproduziert
der DSP-Prozessor bei der Generierung der Klangfelder
-
Mit entsprechenden Frühreflexionen und Nachhall im eigenen
Hörraum kann der Anwender seine eigene, individuelle Hörumgebung erzeugen.
Dadurch ist es möglich, die akustischen Verhältnisse im Hörraum an die
eines Konzert- oder Theatersaals bzw. an einen großen Kinosaal
anzupassen.
| Music Video |
Dieses Programm soll eine lebhafte
Atmosphäre erzeugen, für Konzerte (Jazz oder Rock) ausgelegt. |
| Concert Hall |
Dieses Musik-DSP hat zur Aufgabe, einen
intensiven, satten Surroundklang, wie man ihn in einem großen, runden
Konzertsaal wahrnehmen kann, zu erzeugen. Es wird viel akustische
Präsenz gebiten, mit der Betonung auf klangliche Expansion. Die Musik
soll vom Zuhörer so empfunden werden, als ob er in der Mitte des Saals
nahe der Bühne sitzen würde. |
| Jazz Club |
Hier liegt der New Yorker Jazz-Club "The
Bottom Line" den akustischen Berechnungen für dieses DSP zu
Grunde. Dieses Programm soll dadurch, dass das Gefühl vermittelt wird,
man säße direkt vor der Bühne, viel Lebendigkeit vermitteln. |
| Sci-Fi |
Science Fiction-Filme soll diese
Betriebsart besonders treffend und intensiv wiedergeben. Die räumliche
Weite der Wiedergabe wird ausgedehnt, und die Akustik präsentiert sich
klar und präzise gestaffelt. In der Praxis bei einigen Sci-Fi-Movies,
die in den unendlichen Weiten des Weltalls spielen, gut geeignet (z.B.
"Star Trek"-Filme) |
| Spectacle |
Hier steht ebenfalls ein räumlich weites
Klangpanorama im Mittelpunkt, allerdings soll dieses Programm besonders
dazu geeignet sein, Szenen mit großen Effektgewittern spektakulär
wiederzugeben. Sehr druckvoll bei Explosionen und Schießereien,
Feindynamik bei "Adventure" besser. "Spectacle" ist
sehr gut z.B. bei "Der Soldat James Ryan", "Independence
Day" oder bei "Transporter - the Mission". |
| Adventure |
Weiteres Programm für Actionfilme, fein-
und grobdynamisch sehr aktiv, mit enorm guter Strukturierung auch
schnell aufeinander folgender Effektsalven. Ein besonders gutes DSP,
welches auch den Music Score sehr treffend umsetzt. Sehr gut z.B. bei
"Stirb an einem anderen Tag", "Die Welt ist nicht
genug" oder bei "Die Bourne Verschwörung". |
| Sports |
Dieses DSP kann man in der Praxis
vergessen - es soll die energiegeladene Atmosphäre von
Live-Sportsendungen transportieren. Das "mittendrin anstatt nur
dabei"-Gefühl steht im Mittelpunkt. |
Weitere Funktionen des YSP-4000:
- Bei den DSP-Programmen kann der Effektlevel in einem Bereich von - 6 dB
bnis + 3 dB angepasst werden.
- "Music Enhancer": Aufgabe dieses Features ist es, stark
komprimierte Musikdateien akustisch aufzuwerten. Es gibt drei Stufen (high/low/off).
Der Music Enhancer ist nicht mit den Cinema DSP-Programmen kompatibel. Der
Music Enhancer arbeitet nicht, wenn als Wiedergabemodus für den YSP-4000
der "My Surround"-Modus gewählt wurde.
- Nachthörmodi: Der YSP-4000 verfügt über verschiedene Betriebsarten, die
zur Aufgabe haben, bei niedriger Lautstärke ein verbessertes Klanggefühl
zu vermitteln. Der Anwender hat die Auswahl zwischen "Night:
Cinema" und "Night: Music". Der Effektpegel der Komprimierung
bei Verwendung der Nachthörmodi kann in drei Stufen
(minimal/mittel/maximal) eingestellt werden. Wenn man "My Surround"
verwendet, sind die Nachthörprogramme nicht aktiv.
- Einschlaf-Timer mit Wahlmöglichkeiten 120/90/60/30 Minuten
- RDS-Tuner mit 40 Festsenderspeichern
OSD-Menüs

Das Grundmenü des YSP-4000

Gleich drei Einstellungen sind in drei Speicherplätzen
abspeicherbar
Manuelles Setup

Übersicht über das manuelle Setup
1. Klangmenü

Übersicht über das Klangmenü

Im Klangmenü findet sich unter D) auch die
Möglichkeit, das synchrone Eintreffen von Bild und Ton mittels Audio Delay/Lip
Sync zu justieren.
Weitere Optionen im Klangmenü:
Das Subwoofer-Menü
-
Subwoofer-Justage mit : a) Bassausgang (Front, Front+SW oder
nur SW), b) Übernahmefrequenz (drei Schritte: 80/100/120 Hz, reicht für
dieses Gerät völlig aus, sinnvolle Abstufung), c) LFE-Level, d)
Distanzeinstellung SW - Hörposition
-
Muting-Level (Einstellung, wie stark die Stummschaltung den
Lautstärkepegel reduzieren soll
-
Audio Delay mit Regelbereich zwischen 0 und 160 ms

-
Room EQ: Auch die Montageart kann man mittels Menü zwecks
optimierter Akustik bestimmen. Wand oder Regal steht zur Auswahl. Wie stark
der Hörraum reflektiert (dies ist davon abhängig, wie stark oder schwach
der Raum akustisch bedämpft ist), kann unter dem Punkt
"Reflektionen" eingegestellt werden ("Normal" in
Hörräumen, die weder besonders stark noch besonders schwach bedämpft
sind, "Hi Echo", wenn der Raum stark reflektierende Flächen wie
z.B. Betonwände aufweist.
-
DD/DTS Dynamic Range: Dient zur Wahl des Umfangs der
Dynamikbereichkomprimierung
-
TruBass-Funktion (OFF/MID/DEEP). Diese Funktion soll die
Intensität der Basswiedergabe des YSP-4000 auch ohne angeschlossenen
aktiven Subwoofer verbessern. Nicht verfügbar bei "My Beam" oder
"My Surround".
2. Beam-Menü 
Das
wichtigste Menü im Setup ist das "Beam-Menü" 
Die
Installationsposition kann angegeben werden
-
Einstellen von Parametern (Setting Parameters): Hier wird
die Installationsposition angegeben (Installation parallel zur Wand oder
Installation in der Raumecke). Ferner werden hier Breite und Länge sowie
der Abstand zur Hörposition manuell eingegeben. Wahlmöglichkeiten für
Raumbreite und Raumlänge: 2 Meter bis 12 Meter, Wahlmöglichkeiten fü+r
den Abstand der Hörposition vom Gerät: 1,8 Meter bis 9 Meter.
Wahlmöglichkeiten für den Abstand der Hörposition von der linken Wand:
0,6 Meter bis 11,4 Meter. Wichtig: Die vom Anwender im manuellen Setup
eingegebenen Daten überschreiben im internen Speicher die per automatischem
Setup ermittelten Parameter.

Justagemöglichkeit für die horizontalen Winkel

Einstellung des vertikalen Winkels

Die Weglänge des jeweiligen Strahls ist ebenfalls
einzustellen

Fokus-Einstellung im Beam-Menü
-
Schallstrahl-Einstellungen (Beam Adjustment): Bevor man mit
den Arbeiten beginnt, empfiehlt Yamaha, 5 Beam als Schallstrahlmodus zu
aktivieren. Eingestellt werden kann: a) Der horizontale Schallstrahlwinkel
(getrennt für jeden Kanal). Während des Prozesses wird ein Testton
ausgegeben, um so den optimalen Schallstrahlwinkel zu ermitteln.
Wahlmöglichkeiten: L 90 bis R 90 Grad. Die Einstellung wird in linker
Richtung vorgenommen, wenn die Ausgaberichtung nach links verschoben werden
soll, und in rechter Richtung, wenn die Ausgaberichtung des Schallstrahls
nach rechts verschoben werden soll. B) Anschließend wird der vertikale
Winkel justiert. Die Wahlmöglichkeiten sind hier - 45 bis + 45 Grad.
Verändert man die Einstellung in Richtung "Minus", wird der
Winkel nach unten verlagert. Wird die Einstellung in Richtung
"Plus" verändert wird der Winkel nach oben verlagert. C) Die
Schallstrahl-Weglänge kann ebenfalls eingestellt werden - diese Justage ist
sozusagen das "Time Alignment". Wie bei einer normalen
Surroundanlage soll schließlich auch beim Soundprojektor der Ton aller
virtuellen Schallquellen zeitgleich beim Zuhörer eintreffen. Daher
ermittelt man für diese Einstellung die Weglänge, die die Schallstrahlen
zum jeweiligen Reflexionspunkt an der Wand UND VON DER WAND ZUM ZUHÖRER
zurücklegen. Diese Einstellung ist getrennt für alle Kanäle (Front Links,
Front Rechts, Center, Surround Links, Surround Rechts, Subwoofer ist in
eigenem Menü justierbar) durchzuführen. D) Distanz uum Fokus. In diesem
Menü wird der Abstand zwischen der Vorderseite des YSP-4000 und dem
Ausgabe-Fokuspunkt für die Schallstrahlen jedes Lautsprechers eingegeben,
damit für jeden Kanal eine stimmige räumliche Weite erzielt wird. Diese
Fokuspunkte sollen (mit Ausnahme des Centerkanals) auf Positionen in der
Nähe der Wandreflexionspunkte (Punkte an der Hörraumwand, an dem die
generierten Refexionen des jeweiligen Kanals zuerst auftreffen sollen)
eingestellt werden. Je kürzer der Weg, umso größer ist die empfundene
räumliche Weite. Die Distanz zum Fokuspunkt kann für jeden virtuellen
Lautsprecher getrennt justiert werden. Der Umfang der Wahlmöglichkeiten: -
1 Meter bis + 13 Meter. Die "Minus"-Werte werden benötigt, um den
Center-Schallstrahl ggfs. korrekt ausrichten zu können, der virtuelle
Center kann sich akustisch betrachtet auch hinter der Vorderseite des
YSP-4000 befinden. E) Treble Gain (Höhenverstärkung). Unter diesem
Menüpunkt werden die Hochfrequenz-Ausgangspegel jedes Kanals eingestellt
(Wahlmöglichkeiten: - 12 dB bis + 12 dB, anfängliche Einstellung: 0
dB).
-
Image Location (Klangbildposition): Dieses Menü ist dazu
gedacht, die Richtung des Tonsignals für den linken und den rechten
Frontkanal so einstellen, dass das Tonsignal als näher am Center befindlich
wahrgenommen wird. Diese Einstellung wird dazu eingesetzt, um Audiosignale
umzuleiten, wenn der Klang von Front L oder Front R unnatürlich oder
unausgewogen erscheint. Dies kann z.B. dann der Fall sein, wenn die
Hörposition sich nicht im Hörraum zentriert befindet. Dieser Parameter ist
nur in den Betriebsmodi "3 Beam" oder "5 Beam" wählbar.
Die Wahlmöglichkeiten: "On" oder "Off", Einstellbereich
0 bis 95 Prozent. LEFT verschiebt die Audiosignale nach links, RIGHT nach
rechts. So ist eine optimale Ausrichtung auf die tatsächliche Hörposition
gewährleistet.
3. Eingangswahl-Menü

-
Zuweisung der HDMI-Eingänge. Wahlmöglichkeiten: HDMI 1
entweder TV/STB oder AUX1, HDMI 2 entweder DVD oder AUX2. Die identischen
Auswahlmöglichkeiten gibt es bei der Zuweisung der beiden
Komponenteneingänge (Line1/Line2). Line3 kann angewählt werden um eine
Komponente der Buchse AUX1 Video-In zuzuordnen. Auswählbar sind DVD oder
AUX2.
-
Eingangsmodus: Hier kann der Eingangsmodus für die an die
DIGITAL IN-Buchsen angeschlossenen Peripheriegeräte bestimmt werden.
Wahlmöglichkeiten: "Auto" und "Last". Bei
"Auto"
-
Eingangstrimmung: Hier kann der Eingangspegel der jeweiligen
Signalquelle angepasst und bestimmt werden.
-
Input Rename - hier kann der Name des jeweiligen Eingangs
geändert werden.

HDMI-Einstellungsmenü 
Menü
zur Signal-Skalierung
-
HDMI Set: Hier werden die Audiounterstützung
(Wahlmöglichkeit, ob YSP-4000 oder ein anderes Gerät die Audiosignale
wiedergaben soll, nur wirksam, wenn HDMI Control auf "OFF"
gestellt ist), die Anzeige der Videoinformationen für das aktuelle
Eingangssignal (HDMI Signal: Typ der HDMI-Eingangs-/Ausgangssignale
anzeigen, HDMI Resolution: Anzeige der Auflösung des HDMI
Eingangs-/Ausgangssignals, HDMI ERROR: Anzeige von etwaigen Fehlermeldungen
für angeschlossene HDMI-Quellen/Geräte). Des Weiteren wird die
Scalerfunktion eingestellt, damit festgelegt werden kann, welche Signalart
der YSP-4000 über den HDMI-Ausgang ausgibt. Zur Wahl stehen "Trough"
- hier leitet der YSP-4000 das anliegende Signal ohne weitere Bearbeitung
wieder hinaus, "off" oder 720p/1.080i. Auch das
Seitenverhältnis (4:3 oder 16:9) wird in diesem Menü bestimmt. Der Punkt
"HDMI Control" dient zum Verknüpfen des YSP-4000 z.B. mit einem
Fernsehgerät, welches mit dem HDMI-Steuerprotokoll kompatibel ist - um mit
einer Fernbedienung die Grundfunktionen beider Komponenten steuern zu
können.
-
Anzeigemenü (Display Set): Im Anzeige-Menü können Änderungen an der Einstellung des
Gerätedisplays vorgenommen werden (unter Punkt A, Dimmer-Funktionen), unter "OSD Einst."
kann das OSD justiert werden. "Unit Set" dient zum Ändern der
angezeigten Maßeinheit
Automatisches Setup:
Vorbereitungen fürs Auto Setup

Anschluss
fürs Mikrophon auf der Vorderseite des YSP-4000
Das mitgelieferte Mikrophon auf der Spitze des ebenfalls
mitgelieferten Pappständers

Das
Papp-Stativ zur Aufstellung auf der Couch
-
Für die meisten Anwender deutlich einfacher zu
bewerkstelligen ist das automatische Setup mittels des mitgelieferten
Mikrophons. Es befindet sich ein Ständer aus Pappe im Lieferumfang, auf
dessen Spitze man das Mikrophon positionieren kann. Diese gesamte
Konstruktion - sogar eine Kabelführung ist in das Pappgebilde (hier ist
beim Auspacken Vorsicht geboten, dass es nicht zusammen mit den anderen
Verpackungsmaterialien entweder in den Sondermüll "abgeschoben"
oder aber wieder in die Außenverpackung des YSP-4000 geworfen wird)
integriert - wird dann auf die Couch gestellt, wobei die Spitze des
Pappständers dann der Kopfhöhe des Zuhörers entsprechen soll. Im
automatischen Setup wird die Hörraumumgebung geprüft, anschließend der
Strahlenwinkel optimiert, dann wird festgestellt, ob ein Subwoofer verwendet
wird. Im Anschluss daran werden Verzögerung, Übernahmefrequenz des SW
sowie der Pegelabgleich durchgeführt. Wichtig: Während des Einmessvorgangs
sollte niemand im Hörraum sein, der YSP-4000 braucht für eine korrekte
Einmessung absolute Ruhe. Sehr gut: Es können im kompletten Auto-Setup die
Schallstrahlen und der Klang optimiert werden, es ist aber auch möglich,
nur den Verlauf der Schallstrahlen oder nur den Klang im Detail zu
automatisch zu optimieren. In der Praxis funktioniert die automatische
Einmessung prima. Es werden keine Fehlermeldungen erzeugt (es sei denn, man
verursacht viel Lärm während des Einmessvorgangs, aber dieser soll ja
ausdrücklich vermieden werden), und die ermittelten Werte werden für die
Ansprüche der meisten Anwender problemlos ausreichen. Mittels des manuellen
Setups kann die Klangqualität, die der YSP-4000 realisieren kann, nochmals
verbessert werden. Allerdings sind für stimmige Resultate sowohl
Sachkenntnis als auch Zeit/Geduld nötig. Und: Die Bedienungsanleitung
könnte bezüglich der Möglichkeiten und Arbeitsmethoden beim manuellen
Setup durchaus etwas ausführlicher sein.
Fazit Ausstattung
Der YSP-4000 ist sehr reichhaltig ausstaffiert. Die Audiosektion
umfasst auch die bekanntesten der aufwändigen Yamaha DSPs. Der weniger
erfahrene Anwender kann mittels der sehr guten Auto Setup-Funktion relativ rasch
und problemlos alle Justagen vom YSP-4000 durchführen lassen. Der erfahrene
Nutzer mit Sachkenntnis ist mittels des manuellen, sehr umfangreichen Setups in
der Lage, nochmals wirkungsvolle Optimierungen durchzuführen. Die
Video-Ausstattung inklusive De-Interlacer und Scaler (nur bis 1.080i und
nicht bis 1.080p) ist ebenfalls für ein Gerät dieser Produktgattung tadellos.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse und zur Gerätekategorie: Ausgezeichnet -
hervorragend.
Bedienung

Die übersichtliche Fernbedienung
Wenn der YSP-4000 justiert ist, ist der sonstige Bedienprozess einfach und
übersichtlich. Die Fernbedienung ist leider nicht beleuchtet, dafür liegt sie
gut in der Hand und überzeugt durch sinnvoll angeordnete Tastenblöcke. Die On
Screen Displays sind grafisch leider nicht so aufwändig wie in den großen
Yamaha AV-Receivern, sondern entsprechen dem Stand älterer AV-Receiver.
Gesamtnote Bedienung: Ausgezeichnet.
Klang
Wichtig zu Beginn: Im Sinne eines vollen Klangbildes ohne Schwächen in
tieferen Frequenzbereichen sollte man den YSP-4000 unbedingt in Verbindung mit
einem aktiven Subwoofer betreiben. Es kann sich durchaus um ein leistungsstarkes
Exemplar handeln - besser, man kann "aus dem Vollen schöpfen", dann
ist das gesamte Klangbild hörbar kraftvoller und souveräner. Wir haben als
"Partner" für den YSP-4000 auf einen sehr guten "Bekannten"
zurückgegriffen: Der Teufel M 6200 SW sorgte
für eine stimmige tieffrequente Qualität.
Nun möchten wir Ihnen unsere Eindrücke schildern, die wir vom YSP-4000
gewonnen haben und wir beginnen mit einer für ein solches Gerät sehr
schwierigen Disziplin - dem Stereoklang. Und wir waren positiv überrascht, denn
insgesamt bietet der Soundprojektor einen erstaunlich facettenreichen Sound. Es
ist erstaunlich, welches Auflösungsvermögen der Yamaha-Soundprojektor an den
Tag legt - wir hatten viel einfachere akustische Strukturen erwartet. In
Verbindung mit dem Teufel M 6200 SW wird ein
sehr stimmiger, kräftiger und vom Pegel her korrekt angesteuerter Bassbereich
offeriert. Im oberen Bassbereich - ca. von 120 bis 160 Hz gehend - ist der
Teufel (Trennfrequenz 100 Hz wurde von uns im Setup des Soundprojektors
eingestellt) nicht mehr aktiv, und dem YSP-4000 fehlt es hier etwas an Volumen,
um richtig nachdrücklich darstellen zu können. Daher ist hier die Wiedergabe
ein wenig schlank, womit es sich aber unseres Erachtens problemlos leben lässt.
Der Mitteltonbereich und die oberen Mitten werden sauber und flüssig
dargestellt, für ein solches Gerät ist im speziellen hier das
Auflösungsvermögen grandios. Der durch den Obertonbereich geprägte Charakter
von Stimmen und Instrumenten kann man stets deutlich nachvollziehen. Im
"richtigen" Hochtonbereich fehlt es dem YSP-4000 - man muss sagen,
erwartungsgemäß - am letzten Bisschen Brillanz. Dies ist beispielsweise am
Abklingen filigraner Instrumente (Triangel) herauszuhören. Der akustische
Gesamteindruck ist insgesamt als sehr harmonisch und gefällig zu bezeichnen: Es
wird ein solides Fundament geboten, welches gleichzeitig gut durchhörbar
erscheint, ohne aber akustischen Stress beim Hörer zu verursachen. Nie wird die
Tonlage des YSP-4000 aggressiv oder unangenehm. Im Gegensatz zu anderen
vergleichbaren Systemen, die eine sanfte, harmonische und somit
"langhörtaugliche" Abstimmung aufweisen, fehlt es dem
Yamaha-Soundprojektor aber nicht an Präsenzbetonung.
Dynamisch stellt sich der Soundprojektor als eine sehr gelungene Variante für Mietwohnungen dar. Der Bassbereich zeigt auf was die Intention der Musik ist, ohne aber den letzten Punch im Antritt, der den Nachbarn auf den Plan rufen würde. Im Mitteltonbereich hingegen, welcher sehr Verträglich für Dritte ist, tritt der Testproband engagiert und nachvollziehbar an. Bei sehr komplexen Signalen erscheint die integrierte Endstufe an ihre Grenzen zu kommen, wobei hier auch die verbauten Tief-/Mittentreiber an ihre physikalischen Grenzen zu stoßen scheinen.
Grobdynamisch bleibt der Yamaha im Rahmen der Preisklasse. Ereignisse geschehen nachvollziehbar, ohne einen aber von der Couch zu blasen. Feindynamisch stellt der Yamaha Frequenzselektiv dar. In den unteren Lagen hält er sich zurück, fast schon zu sehr, und ab dem oberen Grundtonbereich bis in die hohen Mitten schafft er ernst zu nehmende Antritte.
Der räumliche Eindruck stellt sich differenziert dar. Im reinen Stereo-Betrieb ist die gebotene Bühne auf Grund der Konstruktion recht eng. Sänger und generell Stimmen werden gut verständlich im Vordergrund abgebildet. Kleinere und nebensächlichere Anteile des Musikgeschehens werden hingegen etwas zu weit in den Hintergrund gerückt. In der breite ist die Größenordnung der Bühne zu erkennen, wenn auch die Staffelung nicht zu differenziert ausfällt.
Musikbeispiele

Überraschenderweise überzeugt der YSP-4000 sogar im
Stereobetrieb
CineMike-Referenz-CD:
- Don’t worry, be happy!: Die Stimme ist klar positioniert. Der Charakter der Rhythmus gebenden Elemente ist deutlich erkennbar. Die dynamische Darstellung innerhalb des Stücks ist nicht verfremdet. Die tonale Einfärbung hält sich in Grenzen und lässt das Stück immer noch als das erkennen, was es ist.
- Nightwish: Die schnelle Gangart der Bass-Drum und des Basses ist nicht zu missachten und es handelt sich nicht nur um ein schnelles Gewummer – Struktur ist aus zu machen. Dennoch ist der Übergang von Sub zu oberen Grundton im Volumen zu dünn. Der langsame Aufbau der Streicher und anderer
diffizilerer Elemente ist im Gegensatz zu anderen Systemen dieser Preisklasse dank der hohen Transparenz herauszuhören. Auch die elektrischen Seiteninstrumente sind gut zu differenzieren.
Allan Taylor: Das raue Timbre der Stimme ist nachvollziehbar präsentiert. Erlebt man selten in dieser Preisklasse. Der Eigenklang und die dazugehörenden Nebengeräusche des Gitarrenspiels und der Seiten werden schon in nahezu sensationeller Weise reproduziert.
Techno-/House-CD (Appartement Session – Mixed-CD)
- Erstaunlich vehementer Antritt, dank guter Sub-Unterstützung der für Techno dankbaren Abstimmung macht dieses System durchaus Spaß. Dem ein oder anderen könnten dank der tonalen Auslegung HiHats und Becken zu präsent sein im Gegensatz zu komplett
nur auf Hochton-/Tiefton optimierten Systemen mit der berühmt-berüchtigten
"Badewannancharakterstik". Es wirkt hier alles frisch und spritzig und nicht
dumpf und undifferenziert.
Klassik:
- Dvorak - Neue Welt: Die Auflösung ist erneut überraschend hoch, das Rauschen der Aufnahme ist zu
gut hören. Alle Instrumente sind sauber erkennbar. Bei diesem Stück hört man dann aber das Problem der Staffelung und des Bühnenaufbaus.
Die Instrumente und Anteile des Orchesters, welche vermeintlich im Vordergrund agieren, werden auch gut aufgelöst und feindynamisch sauber abgebildet. Anteile,
die sich im hinteren oder leiseren Bereich des Orchesters abspielen, werden zu leise und nicht mehr ganz so differenziert präs3entiert. Ebenso ist die eigentlich recht scharfe Abbildung des Orchesters im Raum nicht sonderlich gut nach zu vollziehen.
Bei dieser Aufnahme handelt es sich um eine sehr gering bis gar nicht komprimierte Seitens der Aufnahme, was den YSP dann auch gleich vor Probleme in der Grobdynamik stellt. Tritt das Orchester zum Fortissimo an bricht die dynamische Darstellung ein. Dies ist allerdings mit dieser Aufnahme ein oft zu erlebendes Phänomen.
- Smetana – Moldau: Hier entsteht ein ganz ein anderes Bild, speziell zu Beginn des Stückes. Der von Streichern dominierte und ohne heftige Bassattacken versehene Teil der Aufnahme wird mit einem wunderbaren Fluss in den Raum transportiert, welcher besonders durch die hohe Auflösung zu begeistern vermag. Auch die leisen wie
diffizilen Anteile werden dem Zuhörer nicht vorenthalten. Die räumliche Abbildung ist aber auch hier relativ einfach gehalten. Eine Bühne ist klar zu erkennen, allerdings ist sie nicht
bis ins kleinste Detail strukturiert.
Klang Surround-Aufpolierer
Hier hat den geneigte Hörer die grundsätzliche Wahl zwischen den Modi ST+3
Beam und 5 Beam. In ersterem Modi wird die Front direkt ohne Nutzung irgendwelcher Reflektionen genutzt und die Surrounds tendenziell auf die Seite gemischt. Im
5 Beam Modus wird die Front mittels Projektion auf die Seitenwände in die Breite gezogen und der Rear-Bereich wird mittels Beschallung der Rückwände real generiert.
Beide Betriebsarten stellen unterschiedliche Abstrahlverhalten der YSP-4000 dar. Sie sind auch bei dedizierten Mahrkanalaufnahmen zu verwenden und können je nach Gusto und Quelle gewechselt werden.
Beiden Modi ist eigen, dass man mittels ihnen auch Stereo- oder Pro-Logic-Quellen in virtuellem Surround genießen kann. Möchte man dies, empfehlen wir die Wahl von DTS:Neo6. Im Vergleich zu
ProLogic2 fällt die akustische Bühne/Breite der Front zwar schmaler aus und der
Surround-Eindruck ist etwas weniger üppig, dafür klingt es nach wie vor sehr natürlich und sauber.
ProLogic2 hingegen erweckt einen topfig-nasalen bis blechern-hohlen Klangeindruck, der zuviel offensichtlichen Hall enthält.
Klang Surround – Mehrkanalzuspielung DD DTS

Der YSP-4000 erzeugt eine glaubhafte Surround-Akustik
Hier sind wir jetzt in dem Betriebsmodus, welcher die eigentliche Domäne des YSP 4000 darstellt – Surround-Klang ohne Boxenensemble.
Voraussetzung hierfür ist jedoch ein nicht zu stark bedämpfter Raum, da dieser das Prinzip
des YST-4000 ad absurdum führt. Tonal wird hier eine Anpassung vorgenommen, welche nicht im Sinne einer audiophilen Reproduktion ist, dafür aber das langzeitfähige Filmgenießen maßgeblich in den Ohren vieler steigern wird.
Zugunsten eines effektvolleren und vermeintlich dynamischeren Klangbildes wird der Bass-Bereich leicht angehoben und die Mitten leicht gesenkt. Dies passiert glücklicher Weise allerdings in einem verträglichem Maß. Gegenüber anderen Systemen und Sets hält sich die ergebende
akustische "Badewanne" in beschaulichen Grenzen.
Der YSP-4000 stellt nach wie vor die Verständlichkeit des Geschehens und von
den Dialogen in den Vordergrund. Die Auflösung der Chassis wird weiterhin genutzt, was für einen gut durchhörbaren Klang sorgt und einem das Gefühl vermittelt, alles
Relevante mit zu bekommen. Dynamisch kann man sich ebenfalls nicht beklagen, da Yamaha sehr geschickt die Anteile im Frequenzspektrum impulsiv darstellt, welche der Psychoakustik eine hohe Dynamik suggerieren, ohne aber den gesamten Raum tatsächlich zum Beben zu bringen.
Der räumliche Eindruck des YSP-4000 stellt eine Bereicherung in diesem Marktsegment dar. Kaum ein System, das auf künstlichem Raumklang baut, konnte bisher eine so weite wie geschlossene Klangkulisse bieten.
Es ist an diese Stelle festzuhalten, dass kein bisher existierendes Pseudo-Surround ein reales Mehrkanalset zur Gänze ersetzen kann. Es ist ebenso fest zu stellen, dass Systeme, welche mittels Phasendrehungen einen Raumklang generieren, durchaus ernst zu nehmende Alternativen zu Yamahas
YSP-Modellen darstellen. Dieser spielt seine Stärken vor allem dann aus, wenn man sich intensiv mit den unzähligen
Justagemöglichkeiten auseinender setzt und das Gerät optimal an seinen Raum anpasst. Hierzu bietet der Yamaha mächtige wie geeignete Tools.
Optimal auf die individuellen Verhältnisse angepasst erlebt man mit dieser Lösung einen erstaunlich umfassenden, einhüllenden und glaubwürdigen
Surround-Klang.
Sehr gut zur Aufdeckung der Raumzuweisung ist die DVD Ambra Honour & Glory. Facettenreiche und schnell wechselnde Ping-Pong-Effekte auf allen Kanälen vermögen es ein wahres 360 Grad Erlebnis zu generieren. Der YSP schafft hier nicht die Performance eines dedizierten Mehrkanalsets, bildet aber dennoch eine Kulisse, welche ein „Mitten-Drin“ Feeling aufkommen lässt. Die Schärfe der Ortung als eher weich zu bezeichnen, aber dafür auch als harmonisch bis fließend im Übergang der einzelnen Kanäle.
Der Pfeil- und Geschoss-Hagel zu Beginn von "Gladiator" rauscht erstaunlich vernehmbar aus dem Hintergrund. Auch hier wirkt das Klangbild des Rear-Bereichs eher weich und nicht zu differenziert, aber es ist als solches zu lokalisieren, was mehr ist als die Leistung vieler anderer.
Der tonale Gesamteindruck gefällt hier ebenfalls sehr gut, da Stimmen klar und scharf im Vordergrund über den „Center“ in den Raum gestellt werden. So erstaunlich es klingen mag, der Übergang der sonstigen Kanäle in einander gefällt mit einer hohen Homogenität. Da elementarer Teil der Arbeitsweise der gesamte Raum ist verwundert dieser Eindruck nicht – Die absendende Chassisbestückung ist identisch und der Hall ist der Raumeindruck.
Wie bei der Einleitung zu der „Hochzeit meines besten Freundes“ sehr schön zu hören, bleibt die grundsätzliche Fähigkeit zur hohen Auflösung auch im Surround-Betrieb voll erhalten. Die Stimmen der Sängerinnen werden mit ihren unterschiedlichen Charakteren fein wie differenziert dargestellt.
Aber auch Orchestrales kann in mehrkanaliger Spielweise Spaß machen, wie die einleitende Musikbegleitung von EP3 zeigt. Ohne eine angenehme Durchhörbarkeit aufzugeben hat Yamaha hier ein Klangbild generiert, welches kaum das Gefühl eines Verlustes von Informationen aufkommen lässt. Der Kampf über
Coruscant wird merklich in den Tiefen eines dreidimensionalen Raumes geführt und herumfliegende Explosionstrümmer scheinen auch durch den eigenen Raum zu schwirren.
Der Raum ist einhüllender und nicht absolut präziser Natur – dies ist festzuhalten. Yamaha hat mit diesem Soundprojektor vieles erreicht, kann aber auch nicht zaubern. Für Situationen in denen eine große Anzahl an Boxen nicht opportun ist, stellt der YSP aber eine
wahre Alternative dar. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse und zur
Gerätekategorie: Ausgezeichnet.
Videosektion
Die interne Videosektion des YSP-4000 ist für diejenigen Anwender ausgelegt,
die einen älteren DVD-Player und einen betagteren DVD-Recorder einsetzen und
die Signale derartiger Geräte mittels des Yamaha-Soundprojektors nach HDMI
wandeln und hochskalieren möchten. In Verbindung mit zeitgemäßen Blu-ray-
oder HD DVD-Spieler beziehungsweise mit DVD-Playern der Oberklasse sollte man
den YSP-4000 hingegen nicht als Videoschaltzentrale verwenden. Der integrierte
De-Interlacer ist zwar im Vergleich zu den Exemplaren, die früher in
DVD-Spielern der Unter- und Mittelklasse verbaut waren, ordentlich, nach
heutigen Maßstäben aber ist er nicht mehr ganz "Up To Date", was man
z.B. an den sichtbar vorhandene Treppenstufen bei diagonalen Linien wahrnehmen
kann. Der Scaler ist auch nicht perfekt - Flimmern im hochfrequenten Bildbereich
ist im speziellen im 1.080i-Modus festzustellen. Etwas schwächer ist dieses
Phänomen, wenn man den 720p-Modus aktiviert, dafür gesellen sich hier vom
De-Interlacer verursachte Nachzieheffekte hinzu. Auch sind leichte, von der
Skalierung herrührende Rauschmuster zu erkennen. Sehr gut ist die
Farbwiedergabe - Farben werden natürlich und klar dargestellt. Das
Durchschleifen von HDMI-Signalen ohne weitere Bearbeitung gelingt dem YSP-4000
nicht perfekt. Leichtes Rauschen und minimale Einschränkungen hinsichtlich der
Bildschärfe sind als Kritikpunkte zu verzeichnen. Die Farbwiedergabe verändert
der Soundprojektor aber auch hier nicht ins Negative. Bilanzierend ist
feszuhalten: Für ältere Signalquellen ist die Videosektion des YSP-4000
durchaus ein Benefit. Wer einen modernen Zuspieler und ein hochwertiges
Bildwiedergabegerät einsetzt, sollte aber lieber die direkte Verbindung
zwischen Zuspieler und Bildwiedergabegerät suchen. Gesamtnote in Relation zur
Preisklasse und zur Gerätekategorie: Gut.
Gesamtfazit

Der YST-4000 hinterlässt einen klangstarken Eindruck
Der Yamaha YSP-4000 stellt eine gelungene akustische Überraschung dar.
Selbst im Stereo-Betrieb agiert er glaubhaft und mit erstaunlicher Klarheit. Die
sehr gute Räumlichkeit bei der Effektwiedergabe verblüfft bei Nutzung der
Surround-Modi. Dem individuellen Geschmack des Hörers trägt Yamaha mit
gelungenen DSP-Programmen Rechnung. Für den normalen Anwender ist die
Auto-Installation mittels Mikrophon die praktikabelste Lösung, sie dauert nicht
allzu lange, verläuft ohne Komplikationen und ist bezüglich der
Einstellgenauigkeit ausreichend präzise. Wer über einige Sachkenntnisse
verfügt, kann mittels der sehr umfangreichen manuellen Justage-Werkzeuge selber
einmessen - man sollte sich aber etwas Zeit nehmen und Geduld mitbringen,
dann wird man mit nochmals besseren klanglichen Ergebnissen im Vergleich zur
automatischen Justage belohnt. Durch die vielfältigen Einstellmöglichkeiten
lassen sich auch Unvollkommenheiten, bedingt durch eine suboptimale Aufstellung
des YSP-4000 im Hörraum, ausgleichen. Nicht ganz überzeugen die Qualitäten
als Video-Bearbeitungszentrale, hier eignet sich der YSP-4000 eher, um die
Leistungen älterer Zuspieler aufzuwerten. Um im Zusammenspiel mit modernen
Hightech-Flachbildschirmen und Blu-ray- oder HD DVD-Playern zu glänzen, reicht
die Performance nicht aus. Die Verarbeitung des Soundprojektors ist
Yamaha-typisch überzeugend. Bilanzierend lässt sich festhalten, dass der
YSP-4000 eine hochinteressante Alternative für all diejenigen Anwender ist, die
nicht den Platz oder die Lust haben, ein komplettes 5.1-Setup aufzustellen. Die
glaubhafte Surrounddarstellung und der angenehme, harmonische und trotzdem nie
langweilige Gesamtakustik sprechen klar für den YSP-4000, der, bedingt durch
Yamahas aufwändige Basistechnologie, unter den One Component-Surroundlösungen
eine Sonderstellung.
Der Yamaha Soundprojektor YSP-4000 überrascht mit seinem
klaren und intensiven Klangbild. Positiv ist auch die ausgesprochen umfangreiche
Ausstattung zu bewerten
Soundprojektor/Soundbar Oberklasse
Test 30. November 2007
Preis-/Leistungsverhältnis         
+ Überraschend klarer, sauberer Klang
+ Sehr gelungene Mitteltonwiedergabe
+ Räumlicher, dichter Sound gerade in kleinen bis mittleren Hörräumen
+ Sehr umfangreiche Ausstattung
+ Gute DSP-Programme
+ Tadellose Verarbeitung
- Qualität der internen Videosignalverarbeitung nach heutigen
Maßstäben nur durchschnittlich
- Manuelles Schallstrahlen-Setup für den unerfahrenen Anwender zu komplex
Test: Thomas Hermsen und Carsten Rampacher
30. November 2007
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