TEST: Toshiba 32C3000P - viel Bild für wenig Geld (2/2)
Testequipment
Bild

Der 32C3000P konnte mit exzellenten visuellen Qualitäten
aufwarten
HD-Material/Blu-ray, zugespielt von der PlayStation
3 und vom Pioneer Blu-ray-Player BDP-LX70,
HD DVD-Material, zugespielt vom Toshiba HD DVD-Player HD-XE1
Exkurs zur 1.080p/24-Wiedergabe
Der Toshiba 32C3000P ist auch in der Lage, 1.080p-Signale mit 24 Hz und nicht
nur 1.080p/60-Signale entgegen zu nehmen. Allerdings bedarf dieses Feature eines
ausführlichen Kommentars. Pioneers Plasma-TVs sind bereits ab der 6. Generation
in der Lage, über die HDMI-Eingänge 1.080p/24-Signale (dafür KEINE
1.080p/60-Signale!) entgegen zu nehmen. Intern funktioniert dies
folgendermaßen: Die Frequenz des eingehenden 24 Hz-Signals wird verdreifacht.
Hintergrund: Belässt man die Frequenz bei 24 Hz, ist unerträgliches
Bildflimmern die Folge. Verdoppelt man die Frequenz auf 48 Hz, flimmert das Bild
immer noch leicht. Daher nimmt man eine ganzzahlige Verdreifachung vor, was
allerdings Plasma-Intern auch wieder einiges an Rechenleistung erfordert, weil 2
Bilder intern für einen nahtlosen, flimmerfreien Ablauf eingefügt werden
müssen. Ein Plasmapanel hat - hier berufen wir uns auf Informationen aus
der Industrie - den Vorteil, dass es relativ flexibel ist bezüglich Frequenzen
zur Ansteuerung. Bei vielen LCD-Panels, darunter auch das, welches im Toshiba 32C3000P verbaut ist,
sieht es hingegen anders aus. Die Frequenzen, mit denen ein LCD-Panel
angesteuert wird, sind eingeschränkt und fest definiert, 50 und auch 60 Hz sind
zur Ansteuerung gebräuchlich. Dies hat zur Folge, dass der LCD-TV intern
umrechnen muss und somit kein "echtes" 24p zum Panel gelangt.
Allerdings ist dies laut den uns vorliegenden Aussagen wiederum eine andere Umrechnung als beim
Player-internen Pulldown. Wie genau diese funktioniert, ist allerdings schwierig
herauszufinden. Da man bei einer Ansteuerung des LCDs mit 60 Hz kaum um den
Zwischenschritt eines 3:2 Pulldowns herumkommt, nehmen wir an, dass intern mit
50 Hz angesteuert wird. Dies hat in der Praxis die Folge, dass trotzdem ein
leichtes Bildruckeln wahrzunehmen ist, allerdings fällt dies bei entsprechend
hochwertiger Zuspieler gering aus - deutlich geringer, als es bei einer
Zuspielung eines 1.080p/60-Signals direkt zum Blu-ray- oder HD DVD-Player
wahrzunehmen ist. Daher ist die 1.080p/24-Option auch beim 32C3000P keinesfalls
überflüssig, und wer als versierter Anwender trotzdem leichtes Ruckeln
wahrnimmt, hat sich nicht geirrt. Insgesamt aber kann man die
Bewegungswiedergabe durchaus als gelungen bezeichnen - bis auf wenige Ausnahmen
verläuft sie flüssig, und das gesamte Bild wirkt homogen. Die Bildschärfe ist
hoch, aber gleichzeitig entsteht nie ein künstlich-überscharfer, sondern stets
ein natürlicher Eindruck. Wir werden in ca. 8 Tagen auch noch die Kombination
PS 3 mit aktueller Firmware/Toshiba 32C3000P testen.
1.080p/60-Wiedergabe
Wir
fahren fort mit der Zuspielung von 1.080p/60-Signalen - die der 32C3000P
problemlos entgegen nimmt. Bei der Blu-ray von "Casino Royale" kann
der Toshiba bereits mit vielen Qualitäten aufwarten, die in Anbetracht des
günstigen Marktpreises von ca. 650 EUR sehr erstaunlich sind. Bereits im
schwarz-weiß gehaltenen Beginn des Films gefällt der LCD-TV mit seiner
sauberen Differenzierung der einzelnen Graustufen. Nur in den ganz dunklen
Bildsegmenten lässt das Differenzierungsvermögen etwas nach. Hier zeigt sich,
dass beim Thema Schwarzwert sehr anspruchsvolle Anwender noch immer zu Recht
Einwände gegen LCD-Geräte haben. Nicht, dass der Schwarzwert noch mit den
katastrophalen Ergebnissen der ersten Generationen von LCD-Fernsehgeräten
vergleichbar wäre - aber echtes Schwarz ist immer noch nicht zu sehen, eher
dunkles Grau. Was in den darauf folgenden Szenen positiv auffällt, ist
die sehr hohe visuelle Dynamik, die der Toshiba bereit stellt. Bei "Casino
Royale" allerdings sind noch einige Feintuning-Einstellungen notwendig.
Farb-Intensität und Kontrast haben wir ebenso wie die Helligkeit etwas
zurückgenommen, dafür aber die Schärfe auf "+2" eingestellt - dass
das Bild hier sichtbar klarer hinsichtlich der Konturen wirkt, ohne dass die
Natürlichkeit leidet, spricht für den Video-EQ des Toshiba, der recht sensibel
anspricht. Mit der Feinjustierung der Bildschärfe erreicht man z.B. auch zu
Beginn von Kapitel 3, als die blonde Schönheit aus dem Wasser steigt und in Le
Chiffres Luxusyacht verschwindet, eine noch plastischere, dreidimensionalere
Darstellung des ruhigen, nur leichte Wellen werfenden Wassers. Auch bei
"Tränen der Sonne" gefallen die Bildruhe und auch die
Reaktionsschnelligkeit des Panels. In der ersten Szene jedoch merkt man dann,
dass es ein wenig an Schwarzwert fehlt - dies ist aber bei praktisch allen LCDs
der Fall, im direkten Vergleich wirkt diese Sequenz auf einem Pioneer PDP-507XD
facettenreicher und tiefer.

Das Bild-Basismenü mit Aktivierungsmöglichkeit für die
Active Backlight Control

Der 1. Teil des wirksamen und fein dosierbaren Video-EQs

Und hier der 2. Teil

Für versierte Anwender - überragend für diese Preisliga -
steht bereits ein umfangreiches und wirksames Farbmanagement zur Verfügung,
individuell können Farbton, Sättigung und Helligkeit justiert werden
Die sehr gefällige Farbwiedergabe des 32C3000P
fällt ansonsten auch bei "Tränen der Sonne" auf, ebenso die saubere
Durchzeichnung der Gesichter der Protagonisten. Auch die Vegetation des
afrikanischen Buschs erscheint dreidimensional und detailliert - die hohe
visuelle Reife des 32C3000P überrascht wirklich, die Unterschiede zum
32WL68P, der deutlich teurer ist, fallen sehr viel geringer aus als
erwartet. Die Farben beim 32WL68P wirken noch
satter, noch brillanter, das ganze Bild entfaltet noch mehr Tiefe, aber für den
Marktpreis, zu dem unser Test-LCD zu haben ist, kann man kaum noch mehr
Bildgüte erwarten. Von den Billig-Mega-No-Name-Schnäppchen, die viele
Elektronik-Supermärkte anbieten, unterscheidet sich der 32C3000P deutlich. Wenn
man bedenkt, dass "Superschnäppchen"-LCDs für rund 500 EUR den
Besitzer wechseln, dafür aber oftmals ein unterdurchschnittliches Bild bieten,
ist der Mehrpreis für den Toshiba hervorragend angelegt, weil man mit seinem
Kauf die Eintrittskarte für eine ganz andere visuelle Liga einlöst. Übrigens:
Wenn man das zuspielende Gerät auf 1.080i einstellt, kann man mit den
De-Interlacingqualitäten des 32C3000P außerordentlich zufrieden sein. Selbst
diagonale Linien erscheinen akkurat gezeichnet, nur leicht sind ab und zu
Treppenstufen zu sehen. Verglichen mit den leistungsschwachen
De-Interlacing-Lösungen selbst teurerer LCD-TVs setzt Toshiba auch bei dieser
günstigen Fernseher-Baureihe auf Qualität. Die Bewegungsabläufe sind für 1.080p/24-verwöhnte
Tester zwar leicht ruckelig, dies liegt aber am internen Pulldown und nicht am
Toshiba De-Interlacer, der zudem durch eine gleich bleibend hohe Bildschärfe
und kaum vorhandene Bewegungsunschärfen punkten kann. Nun waren wir gespannt -
wie schlägt sich der Toshiba bei zwar guten, aber nicht überragenden Blu-rays?
Bei "Triple X" kommt das Bild erstaunlich klar und lebendig zum
Zuschauer, allerdings wirkt das visuelle Resultat sichtbar weniger scharf und
plastisch als bei "Casino Royale" und "Tränen der Sonne",
was beweist, dass man auch auf einem 32 Zoll-LCD eine gute von einer sehr guten
Blu-ray-Scheibe unterscheiden kann.
Bei "Batman Begins" (HD DVD) trumpft der 32C3000P erneut mit seiner
hohen Gesamtbildschärfe auf, die aber trotzdem sehr authentisch und nicht
digital-überscharf wirkt. Alle Konturen sind bei der 1.080/60-Zuspielung durch
den HD-XE1 sehr exakt gezeichnet, es
kommt praktisch in keinem Fall zu unschönen Nebeneffekten wie Doppelkonturen
oder Treppenstufen. Bei "Batman Begins" ist die Durchzeichnung auch in
den vielen dunklen Filmsequenzen prima, nur ganz unten im Wiedergabespektrum
merkt man erneut das leichte Schwarzwert-Defizit. Sehr plastisch und weitläufig
erscheint das Bild bei "King Kong" (HD DVD), der Monster-Affe
erscheint ebenso detailliert auf dem Bildschirm wie sein natürlicher
Lebensraum. Die üppige Vegetation und die Felsformationen wirken wie zum
Greifen nah. Die Gesichter der Akteure können ebenfalls gefallen - verschiedene
Hauttöne kann der 32C3000P sehr gut auseinander differenzieren. Bis auf die vom
Player-internen Pulldown verursachten leichten Bildruckler bei langsamen
Bewegungen und Kameraschwenks entsteht ein sehr erwachsener Bildeindruck, der
verdeutlicht, dass größere Bildschirmdiagonalen die Vorteile von echtem
HD-Material zwar noch deutlicher machen, dass aber bereits auf einem sehr guten
32 Zoll-Gerät klare Vorteile erkennbar sind.
Wiedergabe normaler DVDs
Hier haben wir als Bildwiedergabegerät den Denon DVD-3930
konsultiert, der den Toshiba zunächst mit einem 1.080p/60-Signal
herausforderte. Als Bildmaterial diente "Star Wars Episode III". Der
Toshiba konnte sich erneut mit seinem scharf gezeichneten Bild in Szene setzen,
auch die Detaillierung kann überzeugen, wie sich z.B. im Inneren des
Raumkreuzers von General Grievious nachvollziehen lässt. Die Farben wirken
nicht zu knallig und übersättigt, sondern frisch und klar. Sehr schön
modelliert der 32C3000P die Gesichter aller Protagonisten heraus und zeigt auch
feine Details wie Hautporen deutlich. Nach dem 1.080p-Check haben wir dem
Toshiba ein 1.080i-Signal zukommen lassen, um festzustellen, wie sich hier der
bordinterne De-Interlacer schlägt. Und hier können wir in Anbetracht der
Preisklasse Bestnoten verteilen - es ist für ein so preiswertes Gerät
schon beinahe als sensationell zu bezeichnen. In der Eröffnungsschlacht von
Episode III bleibt der Toshiba stets Herr der Lage und offeriert ein stabiles
Bild, das beinahe frei von störenden Ruckelbewegungen ist.
Die hohe
Bildschärfe und die gefällige Farbwiedergabe ergänzen den ausgesprochen
positiven Gesamteindruck. Bei der Zuspielung eines 576i-Signals merkt der
versierte Anwender dann, dass die Grenzen des 32C3000P nahen, wenn de-interlaced
und hochskaliert werden muss. Strengt das De-Interlacen und herunterskalieren
(wie es bei 1.080i der Fall ist) anscheinend kaum an, ist die andere Kombination
nicht für visuelle Höchstleistungen geschaffen. Das Bild wirkt nicht mehr so
stabil und ruhig, zudem flimmern kleine Bildddetails. Diagonale Linien sind
nicht mehr so akkurat gezeichnet und zeigen sichtbare Treppenstufen. Bei
Zuführung eines 576p Signals kann sich der Toshiba voll aufs Hochskalieren
konzentrieren, da der Denon DVD-3930 nun
das De-Interlacing übernimmt. Wer den Toshiba übrigens mittels eines
576p-Signals über Komponente, also analog, ansteuert, kann sich freuen -
denn Helligkeits- , Farb- und Kontrastwerte sind nahezu identisch mit den
HDMI-Werten.
Weitere Beobachtungen
Der eingebaute analoge TV-Tuner liefert ein anständiges Bild, das recht
scharf und nicht allzu verrauscht wirkt. Der automatische Sendersuchlauf startet
gleich bei der Erstkonfiguration des Gerätes automatisch. Zum Abschluss gibt es doch ein etwas Kritik: Der Overscan
fällt etwas zu hoch aus, und über HDMI kann nur VGA an PC-Formaten
wiedergegeben werden - SVGA, XGA und WXGA werden nicht entgegen genommen.
Gesamtnote Bild in Anbetracht der Preisklasse: Auszeichnet - hervorragend. Es
ist bestechend, was der 32C3000P an Bildqualität für wenig Geld bietet. Dass
bei den Themen Overscan und Schwarzwert keine Meisterleistungen erzielt werden,
ist absolut zu verschmerzen, auch weitaus teurere Konkurrenten bieten hier nicht
wesentlich mehr.
Klang

Umfangreiche Justage-Optionen finden sich auch im Tonmenü

Der 2. Teil des Ton-Menüs

Die verschiedenen Optionen des SRS
WOW-Klangverbesserungssystems
Klanglich liefert der 32C3000P eine überraschend gute Leistung ab.
Stimmen sind stets gut verständlich, und sogar die maximal erzielbaren Pegel
sind erstaunlich hoch, was auch an der mit 2 x 25 Watt recht großzügigen
Verstärkerleistung liegen dürfte. Worte wie Klarheit und Dynamik sind kein Fremdwort für
den Toshiba, was auch Verdienst der elektronischen "Sound-Helferlein"
ist. Der Fernseher verfügt über SRS WOW, ein System, das sich in mehrere
Untergruppen gliedert. Die Option "Focus" bietet einen Effekt der
Klangzentrierung auf die Mitte des TVs, was in der Praxis auch gut funktioniert,
aber eigentlich die sinnloseste Option darstellt: Die Räumlichkeit leidet
hörbar, alles wirkt sehr monoton. Und die Stimmen sind auch sehr gut
verständlich und verbreiten sich viel besser im Raum, wenn die Funktion
deaktiviert ist. Die TruBass-Option verstärkt die Basswiedergabe, was sich,
trotz der schmalen Baugröße und der damit verbundenen schlechten Basis für
eine ansprechende Bassdarstellung, sogar positiv bemerkbar macht. Natürlich
wird der 32C3000P nicht zum "Bass-Monster", aber er bietet zumindest
hörbare Ansätze tieffrequenter Wiedergabe. Die Funktion "SRS 3D"
verstärkt die räumliche Wirkung der akustischen Vorstellung - und zwar nicht
nur auf dem Papier, sondern auch in der täglichen Hörpraxis. Insgesamt hat
Toshiba beim preiswerten 32 Zoll-LCD ein attraktives akustisches Paket
geschnürt, das wir mit der Note "gut - sehr gut" belohnen.
Fazit

Für einen niedrigen Kaufpreis bietet der 32C3000P eine
hervorragende audiovisuelle Performance
Der 32C3000P setzt Toshibas Tradition, grundsätzlich erstklassige
Testergebnisse bei Testläufen mit LCD-TVs zu erzielen, mit großem Erfolg fort.
Wer das preisgünstige Gerät anschließt, mag in Anbetracht der großen
visuellen Reife kaum glauben, ein Modell aus der Einsteigerklasse vor sich zu
haben. Natürlich, klar, scharf und dynamisch wirkt das Bild und vermittelt so
gekonnt das Flair deutlich höherer Preisgefilde. Für den 32C3000P spricht auch
die hervorragende Ausstattung. Eine aufwändige Bildsignalverarbeitung inklusive
Faroudja De-Interlacing gehört ebenso zur Serienausstattung wie ein
umfangreicher Video-EQ, ein selektives Farbmanagement und vielfältige
Ton-Einstellmöglichkeiten. Der Umfang der Anschlusssektion ist ebenfalls gut,
und die einfache Bedienung überzeugt auf der ganzen Linie. Kritikpunkt: Der
Overscan könnte noch etwas kleiner ausfallen. Dies ändert jedoch nichts an der
Tatsache, dass Toshiba mit dem 32C3000P eindrucksvoll bewiesen hat, dass ein
ausgezeichneter LCD-Fernseher auch für einen günstigen Kaufpreis offeriert
werden kann - dies wird mit einer Preisklassen-Referenz in der
LCD-Einsteigerklasse belohnt.
Wer auf ein überragendes Preis-/Leistungsverhältnis Wert
legt, kommt am bildstarken 32C3000P, der zudem mit überraschend starker Akustik
punkten kann, momentan kaum vorbei

LCD-TVs Einsteigerklasse
Preis-/Leistungsverhältnis          
Test 30. Mai 2007
+ Für die Preisklasse erstklassige visuelle Leistungen
+ 1.080p/60 und 1.080p/24-Signalverarbeitung
+ Ausgezeichneter De-Interlacer
+ Sehr guter und umfangreicher Video-EQ
+ Erstaunlich guter Klang
+ Sehr einfache Bedienung
+ Tadellose Verarbeitung
+ Günstiger Kaufpreis
- Overscan fällt etwas zu groß aus
Test: Carsten Rampacher
30. Mai 2007
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