TEST: Nubert nuBox 5.2-Set (2 x nuBox 511, 1 x nuBox CS-411, 2 x nuBox 311, 2 x nuBox AW-441)
05. Dezember 2007 (th/cr)

Einleitung
Vor einiger Zeit hat der schwäbische Direktversender Nubert seine beliebte
nuBox-Serie komplett renoviert - Grund genug, sich die aufgefrischte Baureihe
einmal genau anzuschauen - und natürlich anzuhören. Wir haben uns ein 5.1-Set
in den Hörraum kommen lassen, das aus der nuBox 511 als Frontlautsprecher, dem
nuBox CS-411 als Centerlautsprecher, der nuBox 311 als Surroundbox und dem nuBox
AW-441 Aktivsubwoofer in doppelter Ausführung besteht. Als Farbgebung stehen
für die nuBox-Modelle eine silbermetallicfarbene Front in Verbindung mit einem
schwarzen Korpus oder einem ahornfarbenen Korpus zur Verfügung, als besonders
elegante und aktuell im farblichen Trend liegende Variante kommt noch eine
Kombination aus graphitfarbener Front und einem Korpus in Nussbaum-Optik hinzu.
Genau in dieser Farbversion haben wir uns die nuBoxen schicken lassen, denn
gemäß dem momentan modernen Einrichtungsstil im Lounge-Stil passen die "Nubis"
hervorragend ins schicke Wohnzimmer. Wir sind nun gespannt, was die günstige
Lautsprecher-Serie von der Ostalb im Test leistet.
Die Preise:
- Frontlautsprecher: nuBox 511, Stückpreis 379 EUR/Stück, Paarpreis 758
EUR
- Surroundlautsprecher: nuBox 311, Stückpreis 139 EUR, Paarpreis 278
EUR
- Centerlautsprecher: nuBox CS-411, Stückpreis 239 EUR
- Subwoofer: nuBox AW-441, Stückpreis 359 EUR, 2 x AW-441 (zwecks optimaler
Bass-Homogenität haben wir uns zwei AW-441 in den Hörraum gestellt) kommen
somit auf 718 EUR
- Preis Gesamtset (2 x nuBox 511, 1 x nuBox CS-411, 1 x nuBox 311, 2 x nuBox
AW-441): 1993 EUR
Die Komponenten im Einzelnen:
nuBox 511

Die nuBox 511 ist als Zweiwege-Bassreflexlautsprecher
ausgelegt

Eine 25 mm Hochtonkalotte sorgt zusammen mit drei 14 cm
Tieftönern für Klangfreude
Die nuBox 511 ist eine komplette Neuentwicklung, die allerdings von Nuberts
Erfahrungen mit den Boxentypen nuWave 105 und nuLine 100 profitieren konnte. Mit
einem Meter Höhe und 17 cm Breite stellt sie eine gute Kombination aus
optischem Schick, Zurückhaltung bei den Abmessungen, aber noch genug Volumen
für eine ansprechende Klangqualität dar. Nubert verspricht, dass sich die
nuBox 511 akustisch neutral verhält und mit einer großzügigen
Abstrahlcharakteristik aufwarten kann. Die Spitzenbelastung von glatten 300 Watt
ist für einen Lautsprecher dieser Preisklasse sehr hoch angesiedelt. In unserem
Hörtest werden wir später überprüfen, ob die nuBox 511 auch in der Praxis
für Pegel-Orgien geeignet ist. Bislang haben Nubert-Schallwandler gerade in
dieser Disziplin beinahe restlos begeistern können. Den Wirkungsgrad (1 W @ 1
m) gibt Nubert mit 86 dB an, ein guter, aber kein überdurchschnittlicher Wert.
Die Box verfügt über drei Tieftonchassis, die eine durchsetzungsfähige
Bassdarstellung garantieren, wobei, bedingt durch die Baustruktur, die nuBox 511
im Frequenzkeller schon auf den Support durch einen aktiven Subwoofer angewiesen
ist. Für denjenigen Anwender, der sehr viel Musikalisches und weniger Filme
genießt, mag eine 511 ohne aktiven Woofer ausreichen. Man kann sogar noch auf
das ABL-Modul 511 zurückgreifen, welches den Tiefgang der nuBox nach unten
erweitert. Wer aber auf hohem Level und mit entsprechendem Pegel Filme anhören
möchte, sollte sich aus Nuberts leistungsstarkem Subwoofersortiment
bedienen.
Merkmale der nuBox 511:
Die nuBox, konzipiert als Bassreflex-Zwei-Wege-System, weist auf der
Gehäuserückseite einen Nubert-typischen Kippschalter aus, mit dessen Hilfe man
eine lineare, sanfte oder brillante Hochtonwiedergabe herbeiführen kann. Zwei
impulsorientierte Subbass-Chassis sollen für eine präzise, klare
Tieftondarstellung sorgen. Das bedeutet, dass alle drei Tieftöner im
Bassbereich parallel zur Tat schreiten und nur der obere auch noch in den
Mitteltonbereich abstrahlt. Die Wände der nuBox 511 bestehen aus 19 und 38 mm
dickem MDF-Material. Die Schallwand ist mit einer Metalliclackierung versehen,
der Gehäusekorpus ist mit Deko-Folie im entsprechenden Farbton überzogen. Für
die Preisklasse, in der die nuBox 511 beheimatet ist, kann man mit diesem eher
einfachen Verarbeitungsprinzip durchaus leben. Wie später die
Verarbeitungswertung zeigt, ist die Verarbeitungsqualität in Anbetracht des
Kaufpreises absolut in Ordnung. Die durchdachte Konstruktion der nuBox 511 soll
sich auch im Detail zeigen. Exakt berechnete Dämpfungselemente auf der
Innenseite der Gehäusewände sorgen für eine effektive Verringerung
klangschädlicher Wandresonanzen. Die Öffnung des Bassreflexrohres befindet
sich auf der Rückseite der nuBox 511 - darum sollte man den Lautsprecher nicht
direkt an einer Wand aufstellen. Wer dies aufgrund der vorherrschenden
räumlichen Bedingungen tun muss, dem empfiehlt Nubert, die Bassreflexöffnung
zu verschließen. Mit einem Gewicht von 18,5 kg ist der Schallwandler kein
Leichtgewicht, dies beweist auch den konstruktiven Aufwand.

Reichhaltiges Zubehörangebot bei der nuBox 511

Vier M8-Gewindebuchsen auf der Unterseite der nuBox 511

Allzeit sicheren Stand gewährleisten die mitgelieferten
Traversenfüße
Am Gehäuseboden der nuBox 511 befinden sich vier M8-Gewindebuchsen, vier
silberne Metall-Tellerfüße mit Filzbesatz werden von Nubert mitgeliefert.
Damit lässt sich der Lautsprecher auch auf unebenem Boden aufstellen. Des
Weiteren ist es möglich, die Box leicht zu neigen. Alternativ dienen die
Gewindebuchsen zur Aufnahme von nuSpikes, Rollen und anderem passenden Zubehör.
Zusätzlich finden sich im Lieferumfang der nuBox 511 zwei Traversenfüße, die
optional zur Verbreiterung der Standfläche und somit zur Erhöhung der
Standsicherheit angebracht werden können. Anschlussseitig weist die nuBox 511
ein vergoldetes Bi-Wiring-Anschlussterminal mit Metallschraubklemmen auf.
Die nuBox 511 setzt auf drei magnetisch geschirmte 14,5 cm Basschassis, die
Membran besteht aus Polypropylen - diesem Material sagt man eine sehr hohe
Impulstreue nach. Der 25 mm Hochtöner ist mit einer Seidenkalotte und
Ferrofluidkühlung ausgestattet. Wie die Tieftöner ist auch er magnetisch
geschirmt.
Die Hochwertigkeit zeigt sich, Nubert-typisch, auch in der aus 23 Bauteilen
bestehenden Frequenzweiche. Anstelle normaler, sehr kostengünstiger Elkos setzt
Nubert für den Hoch- und Tieftonbereich langzeitstabile Folienkondensatoren zum
Einsatz. Neben den Schaltungen zur Aufteilung der Frequenzen auf die jeweiligen
Chassis bringt die nuBox 511 zusätzlich Schaltkreise zur Impulsoptimierung,
Frequenz- und Phasenkompensation mit, dies ist der bereits weiter oben
erwähnten akustischen Neutralität und dem günstigen Abstrahlverhalten
zuträglich. Eine Schutzschaltung unterbricht bei drohender Überlastung den
Strom vom Verstärker zum Lautsprecher-Chassis. Sie setzt sich später wieder
selbstständig in den Normalbetrieb zurück.
nuBox CS-411

Der CS-411 ist für den Einsatz in größeren
Mehrkanal-Anlagen ausgelegt

Der CS-411 verfügt wie die nuBox 511 über hochwertige
Bi-Wiring-Terminals
Der Center nuBox CS-411 eignet sich aufgrund seiner Abmessungen und seiner
Auslegung für den Einsatz in größeren Mehrkanalanlagen. Mit einer
Spitzenbelastbarkeit von 300 Watt liegt er auf einem Niveau mit der nuBox 511,
darum kann man mit dieser Kombination bedenkenlos auf allen drei Frontkanälen
Gas geben. Der Wirkungsgrad des Centers beträgt 86,5 dB, groß fällt der
Abstrahlwinkel mit +/- 20 Grad aus. Auch seitlich sitzende Zuhörer erleben
daher eine hohe Klangqualität. Obwohl der Center natürlich am besten zu
anderen Lautsprecher aus der nuBox-Serie passt, lässt er sich laut Nubert
aufgrund der neutralen Auslegung auch mit anderen Lautsprecher-Typen
kombinieren.
Merkmale des nuBox-Centers CS-411
Der CS-411 ist ein Zweiwege-Bassreflex-Center, das Gehäuse besteht aus 19 mm
starkem MDF-Material. Im Inneren ist ein Querschott verbaut, das die Entstehung
klangschädlicher stehender Wellen im Gehäuse verhindert. Das gegenüber dem
Vorgängermodell strömungsoptimierte Bassreflexrohr ist ebenfalls zu erwähnen.
Es befindet sich an der linken Gehäuseseite, weshalb ein Abstand von mindestens
drei Zentimetern zu einer seitlichen Fläche einhalten werden sollte. Die
Lackierung der Schallwand und die Dekofolie fürs Gehäuse sind identisch
ausgeführt wie bei der nuBox 511. Ausgerüstet ist der Center mit zwei
14,5 cm Tief-/Mitteltönern mit Polypropylenmembran und einer 25 mm
Gewebekalotte. Natürlich ist der Center komplett magnetisch geschirmt. Genauso wie die nuBox 511 ist das vergoldete Bi-Wiring-Anschlussterminal auch
Kennzeichen des Centers. Der Kippschalter zur Auswahl der Charakteristik für
die Hochtonwiedergabe umfasst hier anstatt drei zwei Positionen
(linear/brillant). Die Frequenzweiche des CS-411 punktet mit dem gleichen
hochwertigen Aufbau wie die der nuBox 511.
nuBox 311

Díe nuBox 311 ist als Zweiwege-Bassreflexlautsprecher
ausgelegt, die Bassreflexöffnung befindet sich auf der Rückseite der Box
Für den Surroundbereich haben wir uns für eine sehr kostengünstige Lösung
entschieden. Die nuBox 311 kommt mit einem Einstandspreis von 139 EUR (pro
Stück) preis-/leistungsbewussten
Anwendern sehr entgegen. Trotzdem hat Nubert nicht an guter Technik gespart. Die
Nenn-Belastbarkeit liegt mit 100 Watt für einen Lautsprecher dieser Preisklasse
hoch. Der Wirkungsgrad beträgt 85 dB (1 W @ 1 m) - ein ordentlicher Wert für
diese Konstruktion mit 11 Litern Gehäusevolumen. Schon in normaler
Konfiguration bringt die nuBox 311 für einen derartigen Schallwandler einen
beachtlichen Tiefgang mit. 63 Hz (bei - 3 dB) sind ein Wort. Mittels des
optional gegen Aufpreis lieferbaren ABL-Modul 311 lässt sie sich nochmals nach
unten ausdehnen. Für den Filmtonbetrieb und/oder das Hören mit hohem Pegel ist
es empfehlenswert, zusätzlich einen aktiven Subwoofer zu verwenden, wenn man
die nuBox 311 als Frontlautsprecher einsetzt. Die magnetisch voll geschirmte Box
hat einen Kippschalter, mit dessen Hilfe man die Wiedergabe des Hochtonbereichs
von "Höhen linear" auf "Höhen brillant" umstellen kann.
Der Zweiwege-Bassreflex-Kompaktlautsprecher ist mit einem 14,5 cm Basstreiber
ausgestattet, der über eine Polypropylenmembran verfügt. Der Hochtöner ist
eine 25 mm Gewebekalotte. Weiteres Kennzeichen ist die mit 18 Bauteilen üppig
bestückte Frequenzweiche mit Schutzschaltung gegen Überlastung. Als
Lautsprecherterminal kommt hier eine Single-Wiring-Variante zum Einsatz. Die
Schraubklemmen bestehen aus Metall.
nuBox AW-441

Merkmal aller Nubert-Aktivsubwoofer: Einstellmöglichkeit für
Lautstärke und Übernahmefrequenz mittels großer Drehregler auf der
Frontblende. Alternativ kann auch die mitgelieferte Infrarotfernbedienung
verwendet werden

Sehr lobenswert: Sinnvolles Zubehör beim AW-441. Stabile
Standfüße, ein Kaltgeräte-Netzkabel und eine kleine Fernbedienung liegen dem
preisgünstigen nuBox AW-441 bei

Die Fernbedienung ist sehr schlicht, erfüllt aber ihren Zweck

Die mitgelieferten Füße zum Anschrauben sorgen für einen
korrekten Stand des nuBox AW-441

Für einen aktiven Subwoofer der Preisklasse bis 400 EUR ist
der AW-441 vorbildlich ausgestattet
Beim aktiven Subwoofer nuBox AW-441 handelt es sich um eine Weiterentwicklung
des erfolgreichen nuBox AW-440. Er ist
aufgrund seiner konzeptionellen Ausrichtung für diejenigen Anwender gedacht,
die wenig Stellfläche zur Verfügung haben, auf einen kraftvollen Bass aber
trotzdem nicht verzichten möchten. Aufgrund der kompakten Abmessungen (H x B x
T) 42 x 24,5 x 38 cm (inklusive Füße, Stoffrahmen, Verstärker-Kühlrippen)
passt er beinahe überall hin. Und: Wenn man zwei AW-441 stellen kann, hat man
einen harmonischeren, weil homogeneren, raumfüllenderen Bass als mit einem
großen aktiven Subwoofer - die Vorteile zweier Subwoofer zeigen sich auch bei
solch kleinen Modellen wie dem AW-441 eindrucksvoll. Und aus finanzieller Sicht
ist diese Lösung auch sehr interessant, weil zwei AW-441 gerade einmal auf 718
EUR kommen - dafür gibt es oftmals noch nicht einmal einen potenten größeren
Subwoofer. Mit kräftigen 190 Watt Musik- und 150 Watt Sinus-Leistung, erzeugt
vom internen Class G-Verstärkermodul, ist der kleine Nubert-Bassist gut
bestückt. Der maximale Schalldruck fällt mit 110 dB ausgesprochen beachtlich
aus. Die Leistung wird von einem 22 cm Langhub-Tieftonchassis ansprechend
umgesetzt. Was an Membranfläche fehlt, wird durch den großen Hub zu einem
beträchtlichen Teil kompensiert - vor einiger Zeit noch galt ein so großer
Membranhub als nicht kontrollierbar, doch Günther Nubert hat in Zusammenarbeit
mit einem erfahrenen Chassisproduzenten diese Problematik überzeugend gelöst,
wie später die Testreihen zeigen werden. Der Frequenzgang ist beachtlich: Von
28 bis 135 Hz (- 3 dB, Low Cut-Schalter in 32 Hz-Position) reicht er. Das
Gehäuse des AW-441 besteht aus 19 mm dickem MDF-Material. Das Finish des
Gehäuses ist identisch mit den anderen nuBoxen, die wir bereits vorgestellt
haben. Typisch für Nubert-Aktivsubwoofer sind die verschiedenen Einstell- und
Regeloptionen. Der Anwender hat die Wahl: Soll die Basswiedergabe bezüglich der
unteren Grenzfrequenz möglichst weit nach unten reichen, oder ist ein
möglichst hoher Maximalpegel das Ziel? Mittels der "Low Cut"-Funktion
kann das Gewünschte eingestellt werden. Wenn eine massive Bass-Spitze
urplötzlich auftaucht, kann man die ansonsten unvermeidlich folgenden
Verzerrungen durch die "Soft Clipping"-Schaltung kompensieren.
Natürlich verfügt der AW-441 auch über eine stufenlose Justage der
Übernahmefrequenz (zwischen 40 und 125 Hz). Die einstellbare Phase wirkt
störenden Auslöschungen entgegen.
Fazit Technik/Ausstattung
Das ist mal wieder typisch Nubert: Schon bei der preisgünstigsten
Lautsprecher-Serie wird nicht an hochwertiger Technik gespart. Teilweise sind
Dinge "serienmäßig" (zu nennen wären die selbstrückstellenden
Schutzschaltungen bei den Frequenzweichen der passiven Boxen oder die
praxisgerechten, sinnvollen Filterschaltungen des SW-441), die andere Hersteller
gar nicht erst einbauen. Sehr gut sind auch die hohen Belastbarkeitswerte.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend.
Verarbeitung

Ordentliche Anpassung der verschiedenen Materialien

Die Deko-Folie ist sauber geklebt, allerdings sind die
Gehäusekanten relativ scharf

Die graphitfarbene Frontblende passt gut zum Gehäuse in
dunkler Holzoptik

Wie von Nubert gewohnt, überzeugt auch die Qualität des
mitgelieferten Zubehörs - hier die Traversenfüße der nuBox 511

Die Traversenfüße harmonieren sehr gut mit den Passungen des
Gehäuses

Hochwertige Anschlussterminals, wie hier bei der nuBox 511,
kennzeichnen alle Lautsprecher unseres Test-Sets

Für die Preisklasse ist die Verarbeitungsqualität des
nuBox-Sets rundherum überzeugend

Ordentliche Verschraubung des kleinen Bedienterminals vorn am
AW-441

Die Detailverarbeitung stimmt beim AW-441
Unser Test-Lautsprecherensemble präsentiert sich in tadelloser
Verarbeitungsqualität. Natürlich, sehr anspruchsvolle Anwender würden die
Deko-Folie auf dem Boxenkorpus nicht wirklich schätzen, diese Zielgruppe würde
eher Lautsprecher mit Echtholzfurnier bevorzugen. Allerdings - ein solches
Finish ist zu den günstigen Preisen, die für die nuBox-Serie aufgerufen
werden, schlichtweg nicht zu realisieren. Die Folie ist, dies muss man lobend
hinzufügen, auch tatsächlich sauber verklebt, sie wirft keine Blasen und steht
nirgendwo über. Die Oberflächengüte ist aufgrund der Gleichmäßigkeit
ausgezeichnet. Nicht ganz perfekt: Die Gehäusekanten aller nuBoxen sind, wie
auch schon bei der Vorläuferserie, etwas scharf. Gut gelungen ist der Übergang
vom Boxengehäuse auf die Schallwand, die Spaltmaße sind gleichmäßig. Die
Lautsprecher-Chassis sind allesamt akkurat eingepasst, die Anschlussterminals
auf der Lautsprecherrückseite sind von sehr guter Qualität: Komplett vergoldet
und mit soliden Metall-Schraubverschlüssen versehen, können hier auch 6
mm-Kabel bzw. Bananenstecker eingeführt werden. Die Kabel sitzen fest in den
Schraubverschlüssen. Der aktive Subwoofer ist ebenso wie der Rest des Sets sehr
ansprechend verarbeitet, das Anschlussterminal auf der Rückseite ist sehr
ordentlich integriert. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse:
Ausgezeichnet.
Testequipment
Klang

Wir waren gespannt auf die Leistungen des nuBox 5.2-Sets
NuBox 511/Stereo, Fullrange ohne aktiven Subwoofer, Schalterposition Hochtonwiedergabe „Neutral“
• Genereller Hinweis: Die Aufstellung der beiden nuBox 511 sollte mit einiger Sorgfalt erfolgen – es gibt Lautsprecher, die weniger aufstellungskritisch sind. Die nuBox 511 sollte direkt auf den/die Zuhörer ausgerichtet werden bei nicht zu breiter Stereobasis.
Dvorak, Brave New World:
• Erstaunlich gute Loslösung des Klangs vom Lautsprecher. Für einen so preiswerten Schallwandler hervorragend.
• Hohe Präzision bei der instrumentalen Wiedergabe – viele Details werden von der nuBox 511 korrekt erfasst
• Straffer, klarer Bass
• Sehr gut ausbalancierte, natürliche Wiedergabe: Jeder Frequenzbereich wird stimmig abgebildet. Die Mitteltonwiedergabe ist weder zu stark im Vordergrund noch unterrepräsentiert, sondern klar umrissen und pointiert.
• Group Delay passt – der Bass kommt absolut zeitgleich mit den anderen Frequenzanteilen an.
Funktion Veränderung der Hochtonwiedergabe:
• Brillant: Für den günstigen Kaufpreis realisiert die nuBox 511 in dieser Betriebsart eine hervorragende Strahlkraft im Hochtonbereich. Feinnervig und transparent kommen hochfrequente Details zum Ausdruck. Mit Vorsicht in akustisch lebendigen Räumen zu genießen. Am besten kommt die Wirkung im normal gedämpften Raum zur Geltung – bei sehr stark gedämpften Räumen sollte man die Überlegung anstellen, ob die nuBox 511 nicht grundsätzlich in diesem Modus betrieben wird. Bei klanglich schwacher Software legt dieser Modus die Schwächen des Quellmediums schonungslos offen.
• Linear: Sehr guter Kompromiss, sehr klare Wiedergabe des Hochtonbereichs, viel Lebendigkeit. Für normal gedämpfte Hörraume bestens geeignet.
• Sanft: Sehr angenehmer Klang mit weichen, stimmigen Übergängen. Die Brillanz im Hochtonbereich ist – aber dies ist auch so gewollt – zurückgenommen. Sehr schöner Modus für hallige Räume und langes Hören. Kompensiert gut kleinere Qualitätsschwächen bei der Software.
NuBox 511/Stereo, Wiedergabe zusammen mit 2 x AW-441, Übernahmefrequenz AW-441 50 Hz, Schalterposition Hochtonwiedergabe „neutral“
Gigi D’Agostino, Welcome to Paradise, Angel (von der CD „L’Amour Toujours 2“)
Nightwish, Sacrament of Wilderness (von der CD „Tales from the Elvenpath“), Passion and the Opera (von der CD “Oceanborn”)
• Sehr homogener, in sich schlüssiger Klang
• Solides, klares, aber nie übertriebenes Bassfundament, durch die zwei AW-441 sehr gute, gleichmäßige räumliche Verteilung ohne Klanglücken
• Ausgezeichnete Übergänge im Bassbereich rund um die Übernahmefrequenz der beiden aktiven Subwoofer
• Sehr spontaner Antritt der AW-441 Subwoofer, wie man bei den Nightwish-Stücken sehr überzeugend feststellen kann. Mit den schnellen Bässen haben die nuBox Woofer keinerlei Probleme. Hier zeigen sich die beiden kleinen Woofer von ihrer besten Seite: Besser zwei kleine Subs als ein großer – wenn es um die pure Impulsgeschwindigkeit geht
• Nachdrückliche, nie unterrepräsentierte Stimmwiedergabe durch die nuBox 511
Komplettes 5.2 nuBox-Set/DTS und Dolby Digital 5.1-Ton
Ergänzungen: Bei beiden AW-441 Low Cut Schalter auf 32 Hz, Soft Clipping aktiviert
Bei allen passiven LS Hochtoncharakteristik „Neutral“
Trennfrequenzen: Center 90 Hz, Surrounds 90 Hz, Fronts 50 Hz
Gladiator

Die beiden AW-441 leisten Hervorragendes in ihrem
Arbeitsbereich
• Sehr feinfühlige, räumlich ausgesprochen dichte Wiedergabe des imposanten Music Score bei “Gladiator”
• Prägnanz der Stimmwiedergabe im oberen Grundtonbereich etwas zurückhaltend, es fehlt ein wenig an Körperhaftigkeit. Diese Feststellung haben wir mit dem großen nuBox CS-411 gemacht – daher kann man sagen, dass der kleinere Center
(CS-201) der nuBox-Serie für größere Surroundanlagen nicht verwendet werden sollte, sondern seinen Platz eher in kleineren Anlagen in Räumen bis ca. 20/25 Quadratmeter hat.
• Hervorragendes Auflösungsvermögen im oberen Mittelton- und Hochtonbereich, dadurch werden kleine Details (Schwerterrasseln, Geräusche beim Aufsteigen aufs Pferd) feindynamisch sehr sauber übertragen
• Große Effekte beweisen, welchen Nachdruck die zwei AW-441 entfalten können (Brandkugel-Einschläge beim Feind)
• Die kompakten Subwoofer ermöglichen einen höchst erstaunlichen Tiefgang. Selbst in der Low Cut-Schalterposition „32 Hz“ ist die Pegelfestigkeit außerordentlich überzeugend. Nur bei enormen Pegel-/Bassspitzen schlägt die Membran an
• Die sehr kompakten nuBox 311 ermöglichen eine sehr lebendige und nachdrückliche Surroundklangkulisse und entfalten ein überraschendes Surround-Panorama
Star Wars Episode III
• Die exzellente Pegelfestigkeit stellt das nuBox-System schon gleich zu DVD-Beginn beim THX-Trailer unter Beweis
• Der von links nach rechts durch den Bildschirm fliegende Sternzerstörer bei der Eröffnungsschlacht oberhalb von Coruscant ist bei fast allen Subwoofern für hörbares Anschlagen der Membran verantwortlich. Durch Nuberts Soft Clipping-Schaltung kann dieser Effekt deutlich abgeschwächt werden, was einen homogeneren Bass zur Folge hat.
• Das gesamte nuBox-Set bietet eine hervorragende, weit überdurchschnittliche Durchzeichnung im Hochtonbereich – was man bei kleinen wie auch bei großen Effekten sehr gut merkt
• Der Music Score wird erneut eindrucksvoll und nachdrücklich vorgetragen
DVD "Jarre in China", Konzert in der "Forbidden
City", Tonspur DTS 5.1
THX-Trailer:
• Überraschend räumliche und einhüllende Vorstellung
• Erstaunlicher Tiefgang, die Softclipping-Schaltung verhindert sehr angenehm per sanften
Herunterregeln das Anschlagen. Das akustische Ergebnis wirkt dennoch sehr tief und mächtig.
• Sehr klare Wiedergabe in den Höhen
Konzert:
• Auch hier ist bei den klassischen Elementen ein minimaler Hang zum metallenen
Klang festzustellen, ohne aber unangenehm schrill zu sein
• Räumlich wieder sehr einhüllend – Bravo. Aber die letzte Zementierung in der Positionierung einzelner Elemente gibt’s zu dem Preis leider nicht.
• Bass: Rhythmus kommt sehr schön und mit Druck. Typisch für elektronische Dance-Musik passt so eine Abstimmung.
Dolby True HD, „Batman Begins“, Einstellungen unverändert
• Dialog Ducard – Wayne im Gefängnis: Sehr gute, transparente Einarbeitung der Wassertropfen. Hier wirkt die Stimmwiedergabe zwar immer noch minimal zurückhaltend, aber gleichzeitig sehr detailreich und differenziert. Das nuBox-System stellt gut die Unterschiede zwischen der normalen Dolby Digital Plus-Tonspur und der Dolby TrueHD-Tonspur heraus – die Stimmwiedergabe ist freier, der Hochtonbereich feinfühliger und brillanter.
• Der präzise und gleichzeitig kraftvolle Bassbereich zeigt wiederum das Potential der beiden AW-441 auf.
• Die beiden nuBox 311 sichern im Surroundbereich eine exakte Wiedergabe kleiner Effekte. Batman Returns ist etwas frontlastig abgemischt, daher werden im Surroundbereich selten massive Anstrengungen von den Boxen gefordert.
• Feinfühlig und sauber durchzeichnet wird der Music Score wiedergegeben
DTS-HD Master Audio Presentation Disc
Peter Gabriel – Solsbury Hill
• Schöne, schnell ansprechende Wiedergabe des Schlagzeugs. Aber auch hier wieder etwas zurückgenomme Präsentation des Grundtons, ohne aber etwas vermissen zu lassen. Rhythmus und Drive des Stücks kommen rüber
• Die oberen Mitten und Höhen werden abermals sehr differenziert und fein dargestellt – Gerade dieses fördert auch die sehr harmonische räumliche Wiedergabe: Es entsteht zwischen Front- und Rear-Bereich kein Klangloch, es zerreist nichts.
• Die Stimme von Peter Gabriel ist deutlich zu verstehen auch wenn ihr der letzte Schmelz im Grundton fehlt.
• Aber auch hier ist im Ganzen wieder der Vorteil der neuen Formate zu hören.
BT – Dynamic Symmetry
• Die räumliche Verteilung dieses elektronisch produzierten Instumentalstückes ist gelöst von den Lautsprechern und füllt den Raum in einhüllender Weise.
• Das per Effektgerät hinzugefügte Zerren einzelner Elemente ist klar nachzuvollziehen und die kurze, impulsive, stackato-artige Performance wird authentisch reproduziert.
• Auch hier wieder hebt sich besonders der klare Hochtonbereich ab, der locker und gelöst dem Auditorium entgegenspringt. Das Piano wie auch der Kickbereich der Beats scheinen etwas zu heiß gewaschen worden zu sein, verhehlen aber nicht ihren Charakter.
Konkurrenzvergleich
Ein sehr starker Konkurrent ist das Teufel System 6,
welches zusammen mit einem zweiten aktiven Subwoofer auf preislich ähnlichem
Level angesiedelt ist. Die prägnantere Stimmwiedergabe, sehr direkt und frisch,
ist ebenso Pluspunkt des Teufel-Systems wie die nochmals stärkeren aktiven
Subwoofer und die durch die drei identischen Front-LS extrem homogene
Front-Klangkulisse. Das Nubert nuBox-Set kontert mit der brillanteren, feineren
Ausgestaltung des Hochtonbereichs und mit der ungeheuren Antrittsschnelle der
kompakten nuBox AW-441 Aktivsubwoofer. Für die Nubert-Alternative sprechen auch
die extrem guten Stereoqualitäten und die Anpassungsmöglichkeiten bei der
Hochtonwiedergabe. Insgesamt also eine Frage des persönlichen Geschmacks, beide
Sets bieten herausragende Leistungen zum kleinen Preis. Wer auf eine besonders
elegante, moderne Optik steht, kann sich auch das Nubert nuLook 5.2-Set
vergleichsweise anschauen bzw. anhören. Wer bereit ist, im Stereobetrieb
gegenüber dem hier getesteten nuBox-Set Abstriche zu machen und mit einem
weniger breit und klar abstrahlenden Center Vorlieb nehmen kann, findet hier
eine sehr schicke, klanglich trotzdem überzeugende Alternative, die besonders
durch die enorm hochwertige Verarbeitungsqualität und die hervorragende
Materialauswahl besticht - aber deutlich teurer ist als das nuBox-Set. Wem es
also um die schiere Klanggüte und ein exzellentes Preis-/Leistungsverhältnis
geht, der findet in unserem Test-Set eine dicke Empfehlung. Ein JBL Studio L-Serie
5.1 Set klingt üppiger und kraftvoller - das Gebotene hat mit natürlichem,
frischen Sound wie vom nuBox-Set erzeugt aber wenig zu tun. Für Liebhaber von
Rap- und HipHop-Musik, die zudem mit viel Effektdruck Filme anschauen, ist die
Studio L-Serie eine echte Alternative. Alle anderen Hörergruppen sind mit dem
nuBox-Set, das den besseren Universalisten abgibt, jedoch besser bedient.
Fazit Klang
Nubert hat mit der runderneuerten nuBox-Serie ein Statement
gesetzt. Die für die Preisklasse überragende Grob- und Feindynamik ist
besonders hervorzuheben. Der klare, aber nie aggressive Hochtonbereich
begeistert. Mit druckvollem, zugleich aber präzisem und sehr gut strukturiertem
Bass gehen die beiden AW-441 ans Werk. Der Center agiert etwas zurückhaltend,
gibt aber sehr exakt und klar umrissen wieder. Überraschend komplett klingen
die kleinen nuBox 311 im Surroundbereich, so dass hier der Wunsch nach
größeren und teureren Rears erst gar nicht aufkommt. Gesamtnote in Relation
zur Preisklasse: Hervorragend.
Gesamt-Fazit

Das Nubert nuBox-Set. bestehend aus der nuBox 511, dem Center
nuBox CS-411, dem Kompaktlautsprecher nuBox 311 und dem aktiven Subwoofer nuBox
AW-441, erzielt in 5.1-Konfiguration hervorragende Ergebnisse. Mit der
lebendigen, dynamischem, dabei trotzdem stets angenehm-harmonischen akustischen
Auslegung ist dieses Lautsprecher-Paket ein Universaltalent. Ganz gleich, ob
mehrkanalige Musik oder Film-Soundtrack, immer begeistern die Räumlichkeit, die
Feindynamik und das Antrittsvermögen. Mit zwei aktiven Subwoofern kann man das
System problemlos in Räumen mit einer Größe von bis zu 45 Quadratmetern
einsetzen. Die hohe Pegelfestigkeit aller Komponenten sorgt dafür, dass die
nuBoxen nie überfordert wirken, sondern mit souveränem, erwachsenen Sound
punkten können. Die reichhaltige, sinnvolle Ausstattung und die solide
Verarbeitung tun ihren Teil dazu, dass sich die nuBox-Serie mit einem glatten
Test-Durchmarsch unser Referenz-Prädikat sichern kann.
Das nuBox 511/311/CS-411/AW-441-Ensemble begeistert durch
exzellente Grob- und Feindynamik sowie durch einen angenehmen, harmonischen
Klang zum enorm günstigen Kaufpreis

Test 05. Dezember 2007
Lautsprecher-Systeme Untere Mittelklasse
Preis-/Leistungsverhältnis          
+ Für die Preisklasse hervorragende feindynamische Qualitäten
+ Sehr angenehmer, auch bei langem Hören nie störender Klang
+ Ausgezeichnete Pegelfestigkeit aller Komponenten
+ Mit zwei Subwoofern sehr gleichmäßiger, kraftvoller und präziser Bass
+ Solide Verarbeitung
+ Reichhaltige Ausstattung und viel mitgeliefertes Zubehör (Fronts und
Subwoofer)
+ Günstiger Kaufpreis
- Center agiert mit minimaler akustischer Zurückhaltung
Test: Carsten Rampacher, Thomas Hermsen
Datum: 05. Dezember 2007
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