XXL-TEST: Toshiba HD DVD-Player HD-XE1 (3/4)
Installation (Ton)
Der HD-XE1 ist mit HDMI 1.3 ausgerüstet
Der Ton wird über drei Schnittstellen ausgegeben: Als Mehrkanal-Mix über
HDMI und den optischen Digitalausgang sowie in Stereo über den analogen
Cinch-Ausgang. Die Bitstream-Ausgabe via HDMI funktioniert derzeit nur mit
herkömmlichen Dolby Digital-Signalen von DVD. Zwar besitzt der HD-XE1 eine HDMI
1.3-Schnittstelle. Es gibt aber derzeit noch gar keine AV-Receiver, die z.B.
Dolby True HD oder DTS HD als Bitstream verarbeiten können. Nutzt man die HDMI-Verbindung, so wandelt
der Toshiba-Player die Tonformate von der Disc in unkomprimierten PCM
Mehrkanalton um und leitet diesen an den AV-Receiver weiter. Das Audio-Setup für die HDMI-Schnittstelle ist recht simpel. Im Idealfall
wird in der "Auto"-Einstellung automatisch erkannt, ob ein Receiver angeschlossen ist, der
PCM-Mehrkanalton wiedergeben kann. Ansonsten kann dies manuell durch die Auswahl
"PCM" eingestellt werden. In der Einstellung PCM Downmix wird der Ton
als PCM Stereo-Signal ausgegeben. Die Automatik-Einstellung empfiehlt sich, wenn
man ab und zu den Ton auch einfach nur über die Lautsprecher des Displays
hören möchte, da TV-Geräte mit HDMI überwiegend nur Stereo-Ton verarbeiten.
Sehr gutes Lautsprecher-Setup. Es ist sogar eine in drei
sinnvollen Stufen einstellbare Subwoofer-Übernahmefrequenz vorhanden
(80/100/120 Hz). Wünschenswert wären noch eine 40 Hz und eine 60 Hz
Einstellung.
Während bei
Blu-ray Disc-Veröffentlichungen gerade von Sony vielfach normales Dolby Digital
5.1 und unkomprimierter PCM 5.1-Ton eingesetzt wird, dominiert bei der HD DVD
Dolby Digital Plus. Das Lossless-Format Dolby True HD wird bei deutschen HD
DVD-Veröffentlichungen bisher kaum eingesetzt. Studio Canal verwendet bei
seinen über Kinowelt vertriebenen HD DVDs DTS HD. DTS HD-Tracks kann der
Toshiba-Player abspielen, gibt dabei aber nur das abwärtskompatible "DTS
Core", also ein Standard DTS-Signal aus.
Für AV-Receiver ohne HDMI-Schnittstelle gibt es gleich zwei Lösungen zur
Tonwiedergabe im Mehrkanalton:
1. Digitalausgang (optisch oder koaxial):
Der kleine Toshiba HD-E1 verfügt noch über einen DTS-Encoder, der sämtliche Tonformate auf der HD DVD in einen DTS 5.1-Mix mit einer Datenrate von 1536 kbps umwandelt. Dies ist beim HD-XE1 anders. Dieser gibt bei True HD oder DTS HD über den Digitalausgang einen Dolby Digital bzw. DTS-Bitstream aus. Lediglich PCM-Signale werden als DTS-Bitstream ausgegeben. PCM ist allerdings als Mehrkanalformat bei der HD DVD bislang noch ohne Bedeutung, da überwiegend eines der Tonformate von Dolby oder DTS eingesetzt wird. Weder der optische noch der koaxiale Digitalausgang ist hinsichtlich der maximal übertragbaren Datenrate voll kompatibel zu DTS-HD und Dolby True HD. Bei DVDs wird der normale Bitstream von der Disc ausgegeben.
2. Analoger 5.1-Ausgang
Der integrierte Decoder sorgt für die Weiterleitung an den analogen
5.1-Eingang eines AV-Receivers. Die Einstellmöglichkeiten sind sehr
umfangreich. In dem graphischen Setup-Menü lässt sich sowohl die Größe der
Lautsprecher als auch deren Abstand und auf einer zweiten Seite auch der Pegel
der Kanäle einzeln einstellen. Zusätzlich kann man die Crossover-Frequenz für
den Subwoofer anpassen (80, 100 und 120 Hz). Der Decoder des Toshiba HD-XE1 kann
nur die “Core”-Version von DTS HD verarbeiten, das volle DTS HD wird laut
Toshiba nicht unterstützt. Auch ist der Player in der Lage, Dolby Digital plus
in 5.1 Konfiguration zu decodieren. Bei Dolby True HD ist maximal eine 5.1-Kanal-Verarbeitung intern möglich.
Zusätzlich zur Konfiguration der Audio-Schnittstellen gibt es noch eine
"Dynamic Range-Steuerung", die die Dynamik für die Wiedergabe zu
später Nacht reduziert sowie ein "Dialog Enhancement" für DVDs zur
Anpassung der Dialog-Lautstärke von Dolby Digital-Tracks.
Netzwerk
Eine Netzwerk-Schnittstelle ist Pflicht für alle HD DVD-Player. Diese kann
sowohl für Software-Updates als auch spezielle interaktive Features genutzt
werden, die in Zukunft geplant sind. Das normale Abspielen von HD DVDs ist aber
auch ohne Netzwerkverbindung möglich. Die Einstellmöglichkeiten der
Netzwerkschnittstelle sind sehr umfangreich. Neben einer automatischen
DHCP-Konfiguration ist auch die manuelle Vergabe einer lokalen IP-Adresse
möglich. In der Grundeinstellung ist DHCP deaktiviert. Für den typischen
Gebrauch an einem Router ist es daher erforderlich, DHCP zu aktivieren. Auch DNS
sollte auf "Ein" geschaltet werden. Der Player nimmt dann einfach die
Gateway-Adresse des Routers als DNS. Positiv ist, dass nach Aktivierung der
Einstellung der Player auch direkt die Adressen anzeigt, so dass sich auf diesem
Wege überprüfen lässt, ob der Player wirklich eine Verbindung zum Router
herstellen konnte.
Über den Menüpunkt "Wartung > Aktualisieren" ist über das
Internet auch eine Aktualisierung der Firmware möglich. Alternativ lassen sich
Updates aber auch via CD installieren. Besitzer des Geräts können sich unter www.highdefinitiondvd.eu
registrieren, um Informationen über neue Updates zu erhalten. Für den HD-E1
gab es bereits ein erstes Update, während zum Zeitpunkt des Tests die
Firmware des HD-XE1 noch aktuell war.
Eine der Möglichkeiten, die die Netzwerkverbindung zukünftig bieten kann,
ist z.B. der Download von speziellen Trailern, die über einen Download-Link auf
einer HD DVD angeboten werden können. Zum Abspeichern solcher Inhalte ist der
Player mit einem sogenannten "Persistent Storage" mit einer
Speicherkapazität von 128 MB ausgestattet. Ebenso werden hier z.B. Bookmarks
abgelegt, die einzelne Discs zum Abspeichern individueller Szenen ermöglichen.
Regionalcode
Während die DVD-Wiedergabe auf Filme mit Regionalcode 2 für Europa und
Japan beschränkt ist, gibt es bei der HD DVD keinen Regionalcode, was es HD
DVD-Käufern
ermöglicht, auch Filme aus den USA abzuspielen, wo das Titelangebot aufgrund
des bereits im Frühjahr 2006 erfolgten Starts bereits etwas größer ist. Dies
ist ein klarer Pluspunkt für HD DVD gegenüber der Blu-ray Disc, bei der es ein
Regionalcode-System gibt, welches gerade von Anbietern wie Fox und Buena Vista
in der Praxis auch recht restriktiv eingesetzt wird.
Eine
Diskussion über die Einführung eines Regional-Code-Systems findet im DVD-Forum
noch statt. Interesse hieran sollen aber weniger die großen Hollywood-Studios
als vielmehr kleinere Anbieter haben. Selbst wenn ein Regionalcode später eingeführt werden sollte, soll
dies aber keinen Einfluss auf die Wiedergabe der Titel auf den aktuellen HD
DVD-Playern
ohne Regionalcode haben. Laut Toshiba wäre die Einführung eines Regionalcodes
ausschließlich durch ein Firmware-Update für das Laufwerk möglich (welches
Toshiba nicht beabsichtigt). Die normalen Firmware-Updates, die Toshiba
anbietet, beinhalten aber nur Änderungen der Geräte-Firmware.
Fazit Ausstattung/Technik/Konfiguration
Der HD-XE1 präsentiert sich technisch auf sehr gutem Stand. Leider kann das
volle Potential, welches prinzipiell in der HDMI 1.3 Schnittstelle steckt,
derzeit aufgrund fehlender passender Ergänzungen (AV-Receiver/-Verstärker)
nicht ausgeschöpft werden. Was uns momentan noch fehlt, ist eine
Ausgabemöglichkeit für 1.080p/24, damit würde der 3:2 Pulldown enfallen.
Immerhin bestehen Chancen, dieses kleine Manko später mittels eines
Firmware-Updates auszugleichen. Gesamtnote Ausstattung/Technik/Konfiguration:
Ausgezeichnet
Bedienung
Die elegante Fernbedienung weist eine Vielzahl an Tasten auf
Die Fernbedienung mit ausgezogener Zusatztastatur
Die Fernbedienung des HD-E1 (im Vordergrund) ist bezüglich
des Handlings etwas besser, allerdings ist der sehr leichte IR-Controller
deutlich weniger hochwertig
Während die Fernbedienung des HD-E1 ein Fliegengewicht hat, orientiert sich
die Fernbedienung des HD-XE1 mit ihrer Metalloberfläche am Design des ersten
US-HD DVD-Players HD-XA1. Die Anzahl der Tasten ist sehr groß und sie sind auch
sehr weit über die Fläche der insgesamt 24 cm langen Fernbedienung verteilt.
Hinter einer Klappe versteckt sich noch eine Zehnertastatur. Die
Fernbedienung erlaubt auch das Steuern eines Fernsehers nach Eingabe eines Codes
aus der Bedienungsanleitung. Ohne Hintergrundbeleuchtung ist die Fernbedienung
aufgrund der vielen gleich großen Tasten sehr unübersichtlich. Daher sollte
unbedingt die Hintergrundbeleuchtung durch zehn Sekunden langes Drücken der
"BACKLIGHT"-Taste aktiviert werden, die die einzelnen Kommandosymbole
gut sichtbar werden lässt und so auch die Bedienung im Dunkeln erleichtert.

Die Leistungsaufnahme des HD-XE1 beträgt im Betrieb ca. 50 Watt. Im Standby-Betrieb sind
es noch immerhin 6.7 Watt. Ein richtiger Ein- und Ausschalter ist nicht vorhanden.
Um den Player komplett vom Netz zu trennen, muss man den Netzstecker ziehen, was
keine hundertprozentig zufriedenstellende Lösung darstellt.
Nach dem Anschluss ans Netz benötigt der HD-XE1 41 Sekunden zum Hochfahren.
Das sind immerhin bereits zwei Sekunden weniger als der HD-E1 benötigt, aber
immer noch zu lange. Startet man den Player aus dem Standby mit eingelegter
HD DVD, so
erscheint das erste Bild nach 57 Sekunden. Ist der Player eingeschaltet, vergehen
nach dem Einlegen einer HD DVD rund 30 Sekunden, bis das erste Bild erscheint -
all dies zeigt noch deutlichen Optimierungsbedarf, wobei man dem Player zu Gute
halten muss, dass er aus der ersten hierzulande erhältlichen Gerätegeneration
stammt. Bei DVDs sind die Ladezeiten kürzer. Hier erscheint das erste Bild
bereits nach rund 14 Sekunden.
Update:
Noch zu verbessern ist der Layerwechsel. Ein sichtbares Stehen bleiben des
Bildes und ein hörbarer Tonaussetzer sind nicht mehr "State of the
Art". Das können extrem preiswerte normale DVD-Spieler mittlerweile
besser.
Die Zugriffszeiten des Laufwerks sind ein wenig träge. Für den Wechsel
zwischen zwei Kapiteln braucht der Toshiba rund dreieinhalb Sekunden.
Laufwerksgeräusche hört man eigentlich nur beim Booten einer HD DVD. Im
Betrieb macht sich lediglich der dauerhaft laufende Lüfter bemerkbar.
Das Geräte-Display im Dot Matrix-Design ist auch aus größerem Abstand gut
ablesbar und zeigt neben der Laufzeit noch viele kleinere Informationen an.
Interessant ist auch die On Screen-Anzeige der Disc-Parameter. Nach Druck auf
die Display-Taste erhält man Informationen über die Video- und Audio-Codecs
der eingelegten Disc. Wünschenswert für ein kommendes Firmware-Update wäre
höchstens noch eine Bitraten-Anzeige. Gesamtnote Bedienung: Gut -sehr gut
Vor auf Seite 4/Zurück
auf Seite 2
HOME
> HARDWARE-TESTS > ZURÜCK
<
|