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TEST: Toshiba HD DVD-Player HD-EP10

22.06.2007 Autoren: Karsten Serck/Thomas Hermsen/Carsten Rampacher

Weiter zu Seite 2: Bildqualität (HD DVD & DVD), Tonqualität und Fazit

Mit dem HD-EP10, der für 749 EUR (UVP) angeboten wird, schließt Toshiba die Lücke zwischen dem HD DVD-Einstiegsplayer HD-E1 (UVP 599 EUR) und dem  HD DVD-Player-Topmodell HD-XE1 (949 EUR UVP). Optisch gleicht der HD-EP10 exakt dem HD-E1, technisch jedoch weist Toshibas "neue Mitte" die Möglichkeit auf, Bildsignale über die HDMI-Schnittstelle auch in 1.080p/60 auszugeben. 

Das ist neu beim HD-EP10: Die Bildsignalausgabe ist in maximal 1.080p/60 möglich

Es gibt noch einen weiteren Unterschied zum HD-E1: Während dieser über einen DTS-Encoder, der sämtliche Tonformate auf der HD DVD - also auch Dolby-Formate - in einen DTS 5.1-Mix mit einer Datenrate von 1536 kbps umwandelte, kann der HD-EP10 auch "normales" Dolby Digital 5.1 aus den Dolby-Formaten der HD DVD generieren und dies über den optischen Digitalausgang ausgeben. Wird die Tonsignalausgabe über den HDMI 1.2-Ausgang anvisiert, gibt es keine Unterschiede zum HD-E1 (siehe weiter unten). Die weiteren Ausstattungsmerkmale von HD-E1 und von HD-EP10 gleichen sich, so die Anschlussbestückung und die Netzwerkfunktionalitäten. Im Fokus unseres Testberichtes stand eine akribische Überprüfung der visuellen Fähigkeiten des HD-EP10, die auf Seite 2 dieses Tests durchgeführt wurden. Für allgemeine Informationen zur Technik der HD DVD lesen Sie bitte unser umfangreiches Blu-ray Disc & HD-DVD-Special.

Verarbeitung außen

Display mit tadelloser Auflösung, 2 x USB Extension-Ports

Sehr gute Verarbeitung auch im Detail

Die Rückseite des Gerätes ist einfach, aber ordentlich verarbeitet

Die optische Anmutung gleicht, wie bereits oben erwähnt, der des HD-E1 - und dieses Gerät kann ohne Zweifel als sehr sauber verarbeiteter, eleganter HD DVD-Player gelten. Die Gerätefront wirkt schlicht, zeitlos und elegant, das Display gefällt mit ansprechender Auflösung. Die mitgelieferte Fernbedienung ist zwar ein "Leichtgewicht", bezüglich der Verarbeitungsqualität aber kann man ihr für dieses Preissegment wenig vorwerfen. Die Rückseite des HD-EP10 ist ordentlich verarbeitet, ein überdurchschnittlicher Standard wird nicht geboten. Gesamtnote Verarbeitung außen in Relation zur Preisklasse: Sehr gut - ausgezeichnet. 

Das Innenleben des Geräts

 

Sauberer innerer Aufbau beim HD-EP10

Die Hauptplatine im Detail

Auch der Toshiba HD-EP10 basiert wie die beiden anderen Toshiba HD DVD-Player zum Großteil auf PC-Technologie. Nicht nur das HD DVD-Laufwerk ist eine klassische PC-Komponente, auch auf dem Motherboard befindet sich ein Intel-Prozessor als Zentraleinheit. Die Anmerkungen in der Bedienungsanleitung verraten den Einsatz eines Linux-Kernels als Betriebsystem. Mehrere Kühlkörper auf der Hauptplatine sorgen für eine Wärmeableitung. Dennoch kommt zusätzlich ein Lüfter auf der Rückseite des Players zum Einsatz, der die warme Luft aus dem Gerät herausführen soll. Insgesamt ist das Innenleben des HD-E1 und des HD-EP10 optisch nahezu identisch. Für die Preisklasse ist der innere Aufbau als ordentlich zu bezeichnen. Gesamtnote: Gut - sehr gut. 

Anschlüsse

Die Anschlussbestückung gleicht der des HD-E1

  • 1 x HDMI 1.2
  • 1 x YUV
  • 1 x S-Video
  • 1 x Composite Video
  • 1 x Digital Out (optisch)
  • 1 x Stereo (analog)
  • 1 x Ethernet
  • 2 x Expansion-Port (USB)

Bezüglich der Anschlussbestückung wurde nichts verändert - das heißt leider, dass auch der HD-EP10 ohne einen koaxialen Digitalausgang und mit einer HDMI 1.2-Schnittstelle auskommen muss. Mittels HDMI 1.2 ist es nicht möglich, DTS-HD- und Dolby TrueHD-Bitstream in vollem Umfang aus dem Gerät zu führen.  Gesamtnote: Sehr gut, denn löblicherweise liefert Toshiba ein HDMI-Kabel gleich mit. Diese Großzügigkeit fehlt Sony bei der PS 3, hier gibt es weder ein HDMI-Kabel noch eine Fernbedienung "serienmäßig". Beides ist zu happigen Aufpreisen optional erhältlich.  

Ausstattung:

Installation (Bild)

Das ist neu beim HD-EP10: Die Bildsignalausgabe ist nun nicht nur in 1.080i, sondern auch in 1.080p/60 möglich. Nicht nur HD DVDs, auch normale DVDs können durch Upscaling in 1.080p ausgegeben werden. 

Der Toshiba HD-EP10 ist mit einer HDMI 1.2-Schnittstelle sowie einem YUV-Ausgang ausgestattet und kann HDTV-Bilder von HD DVDs in 1.080p, 1080i und 720p mit einer Bildwechselfrequenz von 60 Hz ausgeben. Eine 1080p-Wiedergabemöglichkeit mit 24 Hz ist nicht vorhanden. Daher treten aufgrund des bereits von NTSC-DVDs bekannten 3:2 "Pulldowns" mitunter leicht rucklige Bewegungen auf, da die Bildwiedergabe von 24 Bildern pro Sekunde auf der Disc auf 60 Hz hochgerechnet werden muss. Diese fallen in der Praxis bei langsamen Kameraschwenks leicht auf. In Japan und den USA, wo dieses Verfahren bereits seit Jahren genutzt wird, hat es zumindest bislang noch keine Massenproteste gegeben, in Deutschland allerdings sind einige Filmfans so weit sensibilisiert, dass sie die Ruckelbewegungen stört. Wer mehr über diese Problematik wissen möchte, kann unser 1.080p-Special lesen. 

Problemfall bezüglich der Bildsignal-Ausgabeeinstellung: Hier kommuniziert der HD-EP10 über HDMI mit dem angeschlossenen Bildwiedergabegerät, zu welcher Auflösung dieses maximal befähigt ist. Dies allerdings bringt Nachteile mit sich, denn diese Art der Kommunikation funktioniert nicht reibungslos – so „erklären“ viele Bildwiedergabegeräte (LCDs, Plasmas) dem HD-EP10, sie wären nur maximal zu einer 1.080i-Signalentgegennahme bereit, obwohl sie, wie Vergleiche mit anderen Zuspielern mit manueller Auswahlmöglichkeit zeigen, durchaus 1.080p/60 darstellen können. Wählt man also im Menü die Ausgabe-Einstellung „bis 1.080p“, so heißt dies, dass nur dann 1.080p auch wirklich ausgegeben wird, wenn das Bildwiedergabegerät in einer HDMI Routineabfrage innerhalb eines bestimmten Zeitraums geantwortet hat, dass es 1.080p/60 Signale verarbeiten kann. Wir würden uns wünschen, dass Toshiba beim HD-EP10 und auch beim HD-XE1 (hier gibt es das identische Problem) zusätzlich noch eine manuelle Eingabemöglichkeit für die Signalausgabe integriert (so wie es z.B. Sony bei der PS 3 eingebaut hat). 

Der Toshiba unterstützt die parallele Wiedergabe des Video-Signals sowohl über den HDMI als auch den YUV-Komponentenausgang - nur im 1.080p-Modus ist der Komponentenausgang deaktiviert. Der Komponentenausgang ist in den anderen Modi aktiv, sofern durch die Disc die Bildausgabe nicht eingeschränkt wird. Dies ist aber bislang nicht der Fall und die großen Hollywood-Studios haben bislang auch noch keine Absicht zu einer solchen Einschränkung angekündigt, da dies gerade in den USA mit einer hohen Verbreitung von älteren HDTV-Geräten ohne HDMI die Zielgruppe für neue Filme in HDTV doch erheblich einschränken könnte. Laut einer freiwilligen Vereinbarung, soll sich hieran auch bis 2010 nichts ändern. Die Composite- und S-Video-Buchsen geben immer ein konvertiertes Signal in Standard-Auflösung aus.

Die Bildeinstellmöglichkeiten beschränken sich auf die Konfiguration der Anschlüsse und das gewünschte Bildausgabeformat. Einen Video-Equalizer zur Optimierung der Video-Ausgabe bietet der Toshiba leider nicht, wer einen solchen nutzen möchte, muss zum HD-XE1 greifen. 

Installation (Ton)

Der Ton wird über drei Schnittstellen ausgegeben: Als Mehrkanal-Mix über HDMI und den optischen Digitalausgang sowie in Stereo über den analogen Cinch-Ausgang.

HDMI lässt sich dann nutzen, wenn ein AV-System vorhanden ist, welches digitalen PCM-Mehrkanalton verarbeiten kann. Dies ist nicht selbstverständlich für AV-Receiver mit HDMI-Schnittstelle, da diese mitunter auch nur Stereo-Signale verarbeiten können. Nutzt man die HDMI-Verbindung, so wandelt der Toshiba-Player die Tonformate von der Disc in unkomprimierten PCM 5.1-Mehrkanalton um und leitet diesen an den AV-Receiver weiter. Das Audio-Setup für die HDMI-Schnittstelle ist recht simpel. Im Idealfall wird automatisch erkannt, ob ein Receiver angeschlossen ist, der PCM-Mehrkanalton wiedergeben kann. Ansonsten kann dies manuell durch die Auswahl "PCM" eingestellt werden. In der Einstellung PCM Downmix wird der Ton als PCM Stereo-Signal ausgegeben. Die Automatik-Einstellung empfiehlt sich, wenn man ab und zu den Ton auch einfach nur über die Lautsprecher des Displays hören möchte, da TV-Geräte mit HDMI überwiegend nur Stereo-Ton verarbeiten.

Die Umwandlung auf PCM-Mehrkanalton ermöglicht auch eine Wiedergabe der neuen Audio-Codecs wie Dolby TrueHD an heutigen AV-Receivern mit HDMI-Schnittstelle ohne dass man hierbei qualitative Kompromisse eingehen muss. Auch die HDMI 1.3-Schnittstelle, mit der der HD-XE1 ausgestattet ist, erlaubt derzeit keine direkte Übertragung der Tonformate DTS-HD und Dolby TrueHD als Bitstream. Mehr über diese Problematik können Sie in unserem SPECIAL über DTS-HD Master Audio und Dolby True HD nachlesen.

Soll der Ton über den optischen Digitalausgang ausgegeben werden, führt der HD-EP10 bei den DTS- bzw. Dolby-Tonformaten auf der HD DVD eine Wandlung in "herkömmliches" DTS 5.1 bzw. Dolby Digital durch. DTS-HD oder Dolby TrueHD kann über den optischen Digitalausgang ebenso wenig unkomprimiert übertragen werden wie über die HDMI 1.2-Buchse. 

Zusätzlich zur Konfiguration der Audio-Schnittstellen gibt es noch eine "Dynamic Range-Steuerung", die die Dynamik für die Wiedergabe zu später Nacht reduziert sowie ein "Dialog Enhancement" für DVDs zur Anpassung der Dialog-Lautstärke von Dolby Digital-Tracks.

 

Netzwerk

Eine Netzwerk-Schnittstelle ist Pflicht für alle HD DVD-Player. Diese kann sowohl für Software-Updates als auch spezielle interaktive Features genutzt werden, die in Zukunft geplant sind. Das normale Abspielen von HD DVDs ist aber auch ohne Netzwerkverbindung möglich. Die Einstellmöglichkeiten der Netzwerkschnittstelle sind sehr umfangreich. Neben einer automatischen DHCP-Konfiguration ist auch die manuelle Vergabe einer lokalen IP-Adresse möglich.

Über den Menüpunkt "Wartung > Aktualisieren" ist über das Internet auch eine Aktualisierung der Firmware möglich. Alternativ lassen sich Updates aber auch via CD installieren. Besitzer des Geräts können sich unter www.highdefinitiondvd.eu registrieren, um Informationen über neue Updates zu erhalten.

Eine der Möglichkeiten, die die Netzwerkverbindung zukünftig bieten kann, ist z.B. der Download von speziellen Trailern, die über einen Download-Link auf einer HD DVD angeboten werden können. Zum Abspeichern solcher Inhalte ist der Player mit einem sogenannten "Persistent Storage" mit einer Speicherkapazität von 128 MB ausgestattet. Ebenso werden hier z.B. Bookmarks abgelegt, die einzelne Discs zum Abspeichern individueller Szenen ermöglichen.

Gesamtnote Ausstattung: Sehr gut
Bedienung

Die On Screen-Menüs sind sehr schlicht gestaltet, aber übersichtlich und gut lesbar

´Die Fernbedienung des HD-EP10 ist identisch mit der des HD-E1

Die Fernbedienung ist ein Leichtgewicht. Mit etwas Geschick gelingt es sogar, die Fernbedienung auf einem Finger zu balancieren und gleichzeitig mit nur einem weiteren Finger zu steuern. Trotz des Kunststoff-Materials wirkt die Fernbedienung, wie bereits beschrieben, solide verarbeitet. Die gummierten Drucktasten sind sehr leichtgängig. Die glatte Kunststoff-Oberfläche erweist sich leider als Staubfänger. Die Anzahl der Tasten ist sehr hoch. Ihre Anordnung ist aber recht sinnvoll und die wichtigsten Tasten sind um das Cursor-Kreuz angeordnet. Die Fernbedienung erlaubt auch das Steuern eines Fernsehers nach Eingabe eines Codes aus der Bedienungsanleitung. Ein Kritikpunkt sind die einheitlich schwarzen Tasten und die im Dunkeln nicht optimal ablesbare Beschriftung. Eine Hintergrundbeleuchtung ist nicht vorhanden.

Nach dem Anschluss ans Netz benötigt der Toshiba 43 Sekunden zum Hochfahren. Beim Booten startet der Player zunächst noch in PAL-Auflösung (576i) und wechselt, sobald das Hintergrundbild erscheint, in dem im Setup eingestellten Bildausgabe-Modus. Startet man den Player aus dem Standby mit eingelegter HD DVD, so erscheint das erste Bild nach 57 Sekunden. Ist der Player eingeschaltet, vergehen nach dem Einlegen einer HD DVD rund 29 Sekunden, bis das erste Bild erscheint. Bei DVDs sind die Ladezeiten kürzer. Hier erscheint das erste Bild bereits nach rund 14 Sekunden. 

Die Zugriffszeiten des Laufwerks sind, wie bei den beiden anderen Toshiba HD DVD-Spielern, leider zu träge. Für den Wechsel zwischen zwei Kapiteln braucht der HD-EP10 allerdings nur noch zwei und nicht wie der HD-E1 rund dreieinhalb Sekunden. Laufwerksgeräusche hört man eigentlich nur beim Booten einer HD DVD. Im Betrieb macht sich lediglich der dauerhaft laufende Lüfter durch das Rauschen der zirkulierenden Luft dezent bemerkbar. Im Vergleich zur lauten Xbox 360 produziert der Lüfter selbst aber keine Motorengeräusche. Bei der HD DVD-Wiedergabe fällt störend auf, dass sich sämtliche getesteten HD DVDs nach einem Stop der Wiedergabe nicht an der gleichen Stelle fortsetzen lassen. In der Anleitung findet man hierzu einen Hinweis, dass dies bei einigen Discs passieren kann, allerdings bereitet hier die Xbox 360 keine Probleme.

Display mit sehr guter Auflösung

Das Geräte-Display im Dot Matrix-Design ist auch aus größerem Abstand gut ablesbar und zeigt neben der Laufzeit noch viele kleinere Informationen an. Interessant ist auch die On Screen-Anzeige der Disc-Parameter. Nach Druck auf die Display-Taste erhält man Informationen über die Video- und Audio-Codecs der eingelegten Disc. Wünschenswert für ein kommendes Firmware-Update wäre höchstens noch eine Bitraten-Anzeige. Gesamtnote Bedienung: Sehr gut.

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