AREA DVD-Test: DVD/HDD-Recorder Pioneer DVR-LX60D mit HDTV-Scaling bis 1080p
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21.08.2007 Test: Karsten Serck

Der DVR-LX60D ist das aktuelle Topmodell der neuen Pioneer DVD-Recorder-Serie.
Das Design des rund 799 EUR teuren Recorders entspricht weitgehend dem Design
des neuen Blu-ray Disc-Players BDP-LX70. Nur beim genauen Blick auf die
hochwertig glänzende schwarze Klavierlackfront fallen die Unterschiede auf.
Ausgestattet ist der Recorder mit einer 250 GB-Festplatte und zwei
USB-Anschlüssen, die den Anschluss an einen PC und das Überspielen von
Multimedia-Dateien erlauben. Über den HDMI-Ausgang erlaubt der Recorder eine
HDTV-Skalierung auf bis zu 1080p. Alternativ zum getesteten Modell mit DVB-T/Kabel-TV-Tuner
gibt es auch den rund 100 EUR günstigeren DVR-LX60, der nur mit einem Kabel-Tuner
ausgestattet ist. Auch wenn vor Ort
noch kein DVB-T empfangbar ist und wir somit nur den Analog-Empfang überprüfen
können, haben wir dennoch das Modell mit Analog-TV/DVB-T-Kombi-Tuner für den
Test ausgewählt, da dieses auch nach der zu erwartenden Abschaltung des
analogen Kabel-TV in den nächsten Jahren noch weiterhin den TV-Empfang
ermöglichen wird.
Als Aufnahmeformate stehen neben der Festplatte für das DVD-Laufwerk sämtliche aktuell verfügbaren
DVD-Recording-Varianten zur Verfügung. Im Detail sind dies:
- DVD-R/DVD-RW/DVD-R Dual-Layer
- DVD+R/DVD+RW/DVD+R Dual-Layer
- DVD-RAM (ohne Cartridge)
Anschlüsse

Der wichtigste Anschluss ist der HDMI-Ausgang, über den der Recorder auch
die beste Bildqualität bietet. Darüber hinaus hat das
Gerät auch noch zahlreiche analoge Ein- und Ausgänge. Neben zwei SCART-Buchsen hat der Pioneer noch einen Ausgang S-Video mit Composite, S-Video und Stereo sowie das
Gleiche als Eingang auf der Vorderseite. Der Digital-Ton wird alternativ zur
HDMI-Schnittstelle auch koaxial ausgegeben. Der Recorder ist in
der Lage, über die SCART-Buchse AV2 nicht nur Composite und S-Video, sondern
auch RGB-Signale aufzunehmen. Dies gibt auch die Möglichkeit, den Recorder als
Scaler für ein externes Gerät wie z.B. einen Sat-Receiver zu nutzen.
Hobby-Filmer können ihre Videos auch über den DV-Eingang auf der
Frontseite auf den Recorder überspielen.

Nachfolgend die Anschlüsse noch einmal im Überblick:
Eingänge:
- 1 x SCART mit Composite, S-Video, RGB (AV 2/INPUT1)
- 1 x Composite, S-Video, Stereo (Front)
- 1 x Composite, S-Video, Stereo (Back)
- 1 x Control in für Pioneer-System-Steuerung
- 1 x G-Link für externe Receiver
- 2 x Antenne In/Out für Analog & DVB-T (inkl. 5 V Spannung)
- 2 x USB (1 x Host)
- 1 x DV-IN (Front)
Ausgänge:
- 1 SCART mit RGB, Composite, S-Video (AV 1)
- 1 x S-Video mit Composite, Stereo
- 1 x Digital Audio (koaxial)
- 1 x YUV (Progressive Scan)
- 1 x HDMI

Features

- GUIDE Plus+: GUIDE Plus+ bietet auch beim analogen TV-Empfang einen
elektronischen Programmführer (EPG), wie man ihn sonst nur von
Empfangsgeräte fürs Digitalfernsehen kennt. Die Daten für den EPG erhält GUIDE Plus+ über
den Kabelkanal von Eurosport. Die Daten werden nicht permanent ausgestrahlt,
sondern der Recorder bekommt mitgeteilt, wann das nächste Update vorliegt und
holt sich dieses dann über das Kabel. Da ähnlich wie beim Videotext die
Daten über Austastlücke übertragen werden, kann ein Update bis zu zwei
Stunden dauern. Mindestens einmal am Tag werden die Daten aktualisiert und zeigen dann das Programm für knapp
eine Woche an. Nach dem ersten Update ordnet GUIDE
Plus+ den TV-Programmen die Programminformationen überwiegend automatisch zu. Falls Sender wie
z.B. MTV keine Senderkennung bieten, kann man auch im Nachhinein die
Programminformationen dem korrekten Programmplatz zuweisen. Der EPG wirkt sehr
übersichtlich und arbeitet auch recht schnell. Das Programmieren einer
TV-Sendung ist durch einen einzigen Knopfdruck möglich. Ein Vorteil
gegenüber den EPGs von digitalen TV-Empfängern ist, dass nach der
Programmierung weiterhin die VPS-Daten ausgewertet und eventuelle
Programmverschiebungen berücksichtigt werden. Und der Zugriff auf alle
Programme des EPG steht auch dann zur Verfügung, wenn man ein anderes
Programm als das im EPG ausgewählte betrachtet. Neben der reinen Programmübersicht erlaubt GUIDE Plus+ auch die A-Z
Suche nach bestimmten TV-Programmen oder eine Filterung der Programmvorschau
nach verschiedenen Genres und Sendern. Mit einem individuellen Suchprofil kann
man so die Programmübersicht auf den eigenen Vorstellungen entsprechende
Programme begrenzen. Beim Zappen zwischen zwei Sendern wird
außerdem immer der Titel der laufenden Sendung eingeblendet.
Recht interessante Möglichkeiten offeriert GUIDE Plus+ auch im Zusammenspiel
mit der G-Link-Buchse: An diese wird ein mitgelieferter Infrarot-Sender
angeschlossen, der es ermöglicht, einen externen Receiver, z.B. einen
digitalen Sat- oder Kabel-Receiver zu steuern. Dieser kann dann in den GUIDE
Plus+ EPG integriert und auch für Timer-Aufnahmen verwendet werden, für die
dann der Sensor den Receiver zur rechten Zeit ein- und ausschaltet. Das ermöglicht
z.B. auch die Aufnahme von Premiere-Programmen auf Festplatte und DVD.
Letzteres ist mit den offiziellen von Premiere zertifizierten Receivern nicht
möglich, da diese bewusst keine Schnittstellen für den Datentransfer haben.
Den Sat-Receiver sollte man vor dem Ausschalten immer in den TV-Modus
schalten, falls dieser vorher zum Empfang von Radio-Sendern genutzt wurde, da
über den G-Link-Sender nur die Kanalnummer übertragen, aber nicht der
Betriebsmodus umgeschaltet wird. Interessant ist
Guide Plus+ auch z.B. für britische TV-Programme via Satellit, die keinen
vollständigen EPG über die DVB-SI-Daten ausstrahlen. Konfiguriert man Guide
Plus+ für Großbritannien und nutzt das britische Eurosport als Datenkanal,
so erhält man die Programminformationen für das britische Fernsehen
aufbereitet, muss dann allerdings auch die Recorder-Uhrzeit auf die britische
Zeit anpassen, weil ansonsten die Aufnahmen mit einer Stunde Zeitverzögerung
starten
Empfängt man Programme via DVB-T, so wird anstelle von GUIDE Plus+ der
digitale EPG verwendet, der vom Sender mit ausgestrahlt wird.

-
Chase Play/Pause Live TV: Die zeitversetzte Wiedergabe einer noch laufenden
Aufnahme, die bei Festplattenrecordern für Digital-TV unter der Bezeichnung
"Time Shift" bekannt ist, wird von dem Pioneer-Recorder unterstützt, wenn auch
auf eine etwas umständliche Art und Weise. Das bei Pioneer
als "Chase Play" bezeichnete Verfahren wird bei einer laufenden
Aufnahme erst dann nutzbar, wenn man auf die Play-Taste drückt, was den
Recorder dazu veranlasst, direkt mit dem Anfang der Aufnahme zu starten während
diese noch weiterläuft. Auch hin- und herspulen ist möglich und während der
Aufnahme kann man auch die Wiedergabe es eines zuvor aufgenommenen Programms
starten.
Etwas anders gestaltet sich "Pause Live TV", eine Funktion, die wohl
für den klassischen Fall konzipiert wurde, dass man während dem Fernseh-Gucken
gestört wird und nichts verpassen möchte. Nach Druck auf die Taste "Pause
Live TV"-Taste startet der Recorder direkt mit einer Aufnahme, deren
Wiedergabe direkt pausiert wird und dann fortgesetzt werden kann, wenn man
wieder Zeit hat. "Pause Live TV" wird aber nur für Aufnahmen über den
Analog-Tuner oder bei einer SCART-Verbindung mit einem mit "AV Link"
ausgestatteten Fernseher unterstützt, dessen integrierter Tuner dann das
aktuelle Programm an den Recorder weiterleitet. Zudem ist die "Pause Live
TV"-Taste auch noch unter einer Klappe versteckt und somit nicht direkt
griffbereit. Somit ist es meist einfacher, im konkreten Fall einfach manuell eine Aufnahme
über den roten Aufnahme-Knopf zu starten.

- Schnitt-Möglichkeiten: Für jede Aufnahme steht ein eigenes
Editier-Menü zur Verfügung, welches die Möglichkeit gibt, einfach und
schnell Szenen aus der Aufnahme heraus zu schneiden. Die so geschnittenen
Aufnahmen lassen sich dann auf DVD archivieren.

- Video-Equalizer: Die Bildeinstellungen lassen sich durch verschiedene
Einstellungen wie Rauschunterdrückung, Schärfe, Detailschärfe, Weißpegel, Schwarzpegel und Schwarzwert IRE-Level
optimieren. Der Video-Equalizer erlaubt durch seine
vielen Abstufungen eine sehr genaue Anpassung der Video-Parameter auf die
individuellen Ansprüche.
-
Kopieren HDD <> DVD: Der Pioneer bietet die Möglichkeit, Aufnahmen von der
Festplatte und DVD jeweils in beide
Richtungen zu überspielen, zumindest dann, wenn es sich um selbst angefertigte Aufnahmen handelt.
Kauf-DVDs aus dem Handel lassen sich allerdings auf diese Art und
Weise nicht kopieren, selbst dann, wenn sie nicht mit CSS kopiergeschützt sind.
Für die Kopier-Funktionen ist eine höhere Geschwindigkeit als die Aufnahme-Echtzeit
nutzbar, denn beim Überspielvorgang verhält sich der Recorder wie ein
DVD-Brenner. Die Überspielung von Festplatte auf DVD-R ist je nach Rohling-Typ mit maximal
sechsfacher Geschwindigkeit möglich.
Beim Überspielen kann
man auch eine andere Qualitätsstufe verwenden als die des Originals, was die Möglichkeit gibt, Aufnahmen in der höchsten Qualitätsstufe zunächst auf HDD anzufertigen und dann gezielt in der bestmöglichen Qualität auf die DVD zu überspielen.
Da für diesen Vorgang ein erneutes Encoding erforderlich ist und eine Kopie von
Festplatte auf DVD deswegen bei Veränderung der Aufnahme-Qualität nur in Echtzeit möglich ist, empfiehlt es sich, bei
der ursprünglichen Aufnahme bereits eine Qualitätsstufe zu wählen, die eine
schnelle Überspielung ermöglicht.
Per "One Touch Copy" veranlasst man den Recorder dazu, durch Druck auf eine Taste
sofort den momentan laufenden Titel einer Festplattenaufnahme auf DVD zu
überspielen, während man diesen parallel zu Ende schaut. "Disc Backup" ermöglicht es, eine 1:1-Kopie einer DVD zu erstellen, indem der Inhalt zunächst auf die Festplatte und anschließend auf einem
DVD-Rohling gesichert wird. Voraussetzung hierfür ist, dass die Kopie von einer
im Video-Modus erstellten und finalisierten DVD-R/-RW erstellt wird.
Etwas umständlich gestaltet sich das Kopieren auf bereits bespielten
wiederbeschreibbaren DVD-Rohlingen. Diese werden vom Recorder bei der Anfertigung
einer Kopie nicht
automatisch als wiederbeschreibbare Disc erkannt und auf Nachfrage neu formatiert, sondern man muss
den Formatierungsvorgang vorher selbst manuell im "Home Menu" des
Recorders veranlassen.
-
DiVX, MP3, WMA & JPEG-Viewer: Der Pioneer spielt neben VCDs und SVCDs
auch DivX-Videos und DivX Video on Demand-Inhalte ab. Als Audio-Formate werden MP3 und WMA
(ohne DRM) unterstützt. Der JPEG Viewer kann JPG-Dateien mit einer horizontalen
Auflösung bis 5120 Pixeln und einer vertikalen Auflösung bis zu 3840 Pixeln
darstellen. Davon ausgenommen sind Bilder mit Progressive JPEG-Kompression.
-
Jukebox: Die Jukebox-Funktion des DVD-Recorders geht noch etwas über
das bloße Abspielen von Musik hinaus. Sowohl MP3/WMA-Dateien als auch normale
Audio-CDs
können dauerhaft auf der eingebauten Festplatte archiviert und dann direkt von
der Festplatte abgespielt werden. MP3/WMA-Dateien lassen sich direkt von CD auf
die Festplatte überspielen. ID3-Tags von MP3-Dateien werden bei der Überspielung übernommen. In beide Richtungen funktioniert
das Kopieren allerdings nicht: Es ist nicht möglich, die Musikdateien von der Festplatte auf eine andere DVD zu kopieren.
Bei CD-Kopien gibt es leider auch nicht Möglichkeit, einzelne Titel für eine
Kopie auszuwählen, sondern es kann immer nur die komplette CD kopiert und
einzelne Titel anschließend gelöscht werden.
-
USB: Zwar erlauben die beiden USB-Anschlüsse das Überspielen von Bildern und
Musikdateien (MP3 & WMA) auf den Recorder. Man erhält dabei aber keinen
Zugriff auf das Aufnahme-Archiv, um Recorder-Aufnahmen auf einen PC übertragen
zu können. Verbindet man einen PC über ein USB-Kabel, so wird der Recorder
zwar unter Windows XP als "Fixed Storage" erkannt, man kann den
Recorder aber nicht direkt als Massenspeicher verwenden, da zunächst ein
Schreibschutz vorhanden ist. Pioneer setzt darauf, dass man Musikdateien mit dem
Windows Media-Player synchronisiert. Startet man den Menüpunkt
"PC-Verbindung" im Menü "Jukebox", so kann man zwischen
Recorder und Windows Media Player eine Synchronisierung veranlassen, bei der auf
der Festplatte auch die Ordnerstruktur des Musikarchivs übertragen wird. Bei aktivierter
"PC-Verbindung" wird auch der Schreibschutz der Festplatte aufgehoben,
so dass man auch ohne Windows Media Player Dateien übertragen kann. Dateien von
USB-Sticks oder -Festplatten lassen sich entweder direkt abspielen oder auf die interne
Festplatte übertragen. Für JPG-Bilder gibt es einen Photo-Viewer, der die
Bilder allerdings auf PAL-Auflösung skaliert. Photos können auch direkt von
einer Kamera auf den Recorder übertragen werden. Ebenso ist das direkt
Ausdrucken auf eine PictBride-kompatiblen Drucker möglich. Zusätzlich kann
auch eine Tastatur via USB angeschlossen werden, was z.B. bei dem Editieren von
Titel-Bezeichnungen hilfreich ist.
Bedienung

Die Menüs des Pioneer sind
optisch sehr ansprechend. Die meisten Grundeinstellungen lassen sich über ein zentrales Menü
festlegen. Falls man nicht genau weiter weiß, werden kleine Hilfe-Texte im
Display angezeigt, die die Bedeutung einzelner Funktionen knapp und prägnant
erläutern.

Die recht große Fernbedienung ist vor allem für große Hände gemacht. Da
die Fernbedienung recht dick ist und zudem die Kanten ohne Abrundung auskommen,
ist sie mit kleineren Händen nicht sehr griffig. Die
Bedienung ist durch die gut aufgeräumten und beschrifteten Tasten recht einfach, allerdings
verschwinden auch viele häufiger genutzte Funktionen unter der aufschiebbaren
Klappe. Das von seiner Funktionalität gelungene Drehrad macht das Vorspulen
kinderleicht, wirkt allerdings etwas klapprig und nicht ausreichend griffig.
Wie so ziemlich jeder DVD-Recorder mit integrierter Festplatte ist auch der
DVR-LX60D mit einem Lüfter ausgestattet. Dieser ist im Betrieb hörbar,
fällt dabei aber nur den den erzeugten Luftstrom auf und produziert keine
störenden Motorengeräusche. Auch die Festplatte werkelt recht ruhig vor sich
hin. Sie lässt sich, wenn sie nicht gerade gebraucht wird, auch manuell in
den Ruhezustand versetzen.
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+ Wiedergabe) und Fazit
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