TEST: Panasonic Blu-ray Disc-Player DMP-BD10A
29.06.2007 Autoren: Karsten Serck,, Carsten Rampacher, Thomas Hermsen
Ende Februar haben wir den Panasonic Blu-ray Disc-Player DMP-BD10
ausführlich getestet - das Gerät mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von
1.499 EUR zeigte ein erfreuliches Leistungsprofil, allerdings konnte der DMP-BD10,
der ausschließlich in silberner Version erhältlich war, intern weder Dolby
True HD noch eines der DTS-HD-Formate DTS-HD High Resolution Audio (verlustbehafte
Komprimierung) und DTS-HD Master Audio (verlustfreie Komprimierung) decodieren.
Nun, Ende Juni 2007, sind die Karten neu gemischt: Panasonic bietet seit einiger
Zeit den DMP-BD10A an, der nun auch in einer schwarzen Version erhältlich ist.
Damit folgt Panasonic dem aktuellen Trend, der schwarze Geräte nach dem
"Silber-Hoch" der vergangenen Jahr wieder stark fokussiert. Doch nur
eine neue Farbversion wäre etwas dürftig - daher präsentiert sich der
DMP-BD10A mit neuer Firmware, Version 2.0. Diese ist im Übrigen auch für den DMP-BD10
verfügbar. Mittels der neuen Version ist der DMP-BD10A jetzt in der Lage,
intern Dolby TrueHD bis zu einer 7.1-Konfiguration zu decodieren. Auch DTS-HD
kann bis 7.1 decodiert werden, allerdings momentan nur DTS-HD High Resolution
Audio. DTS-HD Master-Audio-Tonspuren werden intern in einen normalen DTS
5.1-Datenstrom umgewandelt, was etwas betrüblich ist, da viele Blu-ray-Discs
bereits eine DTS-HD Master Audio 5.1-Tonspur aufweisen, die aktuell nicht in
vollem Umfang verarbeitet werden kann. Es gibt keinen Player, der DTS-HD Master
Audio intern decodiert, und es gibt keinen Player, der DTS-HD Master Audio als
Bitstream über die HDMI-Schnittstelle ausgeben kann. Mit dem Onkyo TX-SR605E
ist zwar ein AV-Receiver erhältlich, der einen Decoder für DTS-HD Master Audio
an Bord hat, in Ermangelung eines passenden Zuspielers aber hat man momentan
nichts davon. Interessanterweise jedoch ergeben sich bei der "Light"-Wiedergabe
von DTS-HD Master Audio durch unseren DMP-BD10A doch akustische Vorteile
gegenüber einer "normalen" DTS 5.1-Tonspur, was mit internen
Verarbeitungsprozeduren zu tun haben muss. Wie sich der DMP-BD10A akustisch
schlägt, können Sie später nachlesen. Schon jetzt möchten wir aber auf eine ausgesprochen
wichtige Neuerung eingehen: Nachdem der DMP-BD10
noch auf 1.499 EUR kam, wurde der Preis für den DMP-BD10A zunächst auf 1.199
EUR und seit kurzem sogar auf 999 EUR gesenkt. Der Marktpreis für das Gerät
beläuft sich aktuell auf rund 900 EUR. Dafür erhält der Käufer einen
veritablen Blu-ray-Disc-Player, der neben herkömmlichen DVDs und CDs sogar
DVD-Audio-Discs abspielt. Der Panasonic DMP-BD10A beherrscht zudem sämtliche DVD-Recordable-Formate
wie DVD-RAM, DVD-R, DVD-RW, DVD-R DL, +RW, +R, + R DL sowie CD-R und CD-RW.
Photos lassen sich auch in HDTV-Qualität von CDs abspielen. Als Audio-Formate
werden auch die recht seltenen HDCDs und MP3-CDs unterstützt. Nicht
unterstützt werden WMA und DivX. Als maximale Videosignal-Ausgabe sind
1.080p/60 über die HDMI 1.2-Schnittstelle möglich. 1.080p/24, welches der
Pioneer BDP-LX70 ausgeben kann, wird nicht supportet. Über den analogen
Komponentenausgang können Bildsignale bis 1.080i ausgegeben werden. Wir sind
nun gespannt - mit neuer Firmware und deutlich gesunkenem Preis hat der
DMP-BD10A nun seine zweite Chance auf ein Top-Testergebnis - wird er sie nutzen?
Verarbeitung
Die Front des DMP-BD10A besteht aus Kunststoff
Ordentliche Gerätestandfüße
Auch von unten betrachtet gibt die Verarbeitung keinen Anlass
zur Klage
Das Display kann nicht überzeugen. Zum einen bietet es zu
wenig Informationsgehalt, zum anderen könnte die Auflösung höher sein
Die Detailverarbeitung ist gut
Die mitgelieferte Fernbedienung des DMP-BD10A unterscheidet
sich von der des DMP-BD10: Zum einen ist sie schwarz, zum anderen fehlt die
Klappe im unteren Teil
Der DMP-BD10A ist optisch ein Gerät mit "zwei
Gesichtern": Schick, elegant und zeitgemäß mit geschlossener Frontklappe,
sehr nüchtern-technisch mit offener Frontklappe. Die komplette Gerätefront
inklusive Klappe besteht komplett aus Kunststoff, zudem ist die Klappe nicht
motorgetrieben, sondern wird von Hand nach unten oder oben bewegt. Die
Aufhängung und Dämpfung machen einen ordentlichen Eindruck. Schon recht bald
wird klar, dass Panasonic beim DMP-BD10A keine Materialschlacht wie Toshiba
beim HD DVD-Player HD-XE1 geschlagen
hat - der Blu-ray-Player wirkt einfacher gemacht, die Materialien erscheinen
nicht so edel. Trotzdem kann man mit dem gebotenen Level zufrieden sein -
bis auf das Display, das kaum Informationsgehalt bietet und zudem zu grob
auflöst. Die mitgelieferte Fernbedienung entspricht nicht mehr der Version, die
dem DMP-BD10 beilag, es fehlt die Klappe am unteren Ende des IR-Gebers, und die
Navigationseinheit ist anders gestaltet.
Der DMP-BD10A von Innen
Der Videochip des DMP-BD10A - eine anscheinend etwas neuere
Ausbaustufe des Chips, der imn DMP-BD10 Verwendung fand (Bild unten)
Videochip des DMP-BD10
Blick auf den Lüfter
Von hier aus erfolgt die Steuerung des Lüfters
Die Netzteilsektion
Einfach austauschbare Sicherung
Flachbandkabel am Laufwerk
Der Mechanismus für die Frontklappe von innen betrachtet
Von Innen betrachtet, wirkt der DMP-BD10 eher einfach gemacht.
Keine Aufteilung des Innenlebens in separate Kammern (z.B.
Audio-/Video-/Netzteilsektion) und auch kein sonderlich aufwändiges
Platinenlayout. Was positiv auffällt, sind die wenigen verlegten Kabel, dadurch
wirkt alles sehr übersichtlich. Der große Chip fürs Video-Processing ist der
auffälligste Baustein im Geräteinneren. Der Aufwand, der bei der Audio-Sektion
betrieben wurde, ist durchschnittlich, hier sind wir gespannt, wie sich das
akustische Ergebnis bei der Wiedergabe von DVD-Audio-Discs darstellt. Der
DMP-BD10A bringt einen temperaturgesteuerten Lüfter mit, der, im Gegensatz zu
den Toshiba HD DVD-Playern mit permanent laufendem Lüfter nur in
Extremsituationen anspringt.
Gesamtnote Verarbeitung in Relation zum Kaufpreis: Gut - sehr
gut
Anschlüsse
- 1 x HDMI 1.2
- 1 x YUV
- 1 x S-Video
- 1 x Composite Video
- 1 x SCART (RGB)
- 1 x Digital Out (optisch)
- 1 x Digital Out (koaxial)
- 1 x 7.1 (analog)
- 1 x Stereo (analog)
- Euro-Netzstecker
Der HDMI-Ausgang des DMP-BD10A entspricht der inzwischen veralteten
Spezifikation 1.2. Ansonsten ist das Anschlussangebot sehr reichhaltig. Während
bei anderen Blu-ray- oder HD DVD-Playern eine Scartbuchse fehlt, liefert
Panasonic sogar diese mit. Ein 7.1-Ausgang, gleich zwei Stereo-Cinch-Ausgänge
und ein optischer sowie ein koaxialer Digitalausgang runden das Angebot
ab.
Gesamtnote: Ausgezeichnet.

Nicht mehr aktuell: Der HDMI-Ausgang des DMP-BD10A entspricht
der Spezifikation 1.2. Die modernste Version ist HDMI 1.3a

Kein Kaltgeräte-Netzstecker, sondern nur eine Euro-Buchse

Panasonic hat ein Herz für Traditionalisten und liefert noch
eine Scart-Buchse mit

Luxus: 2 x Stereo Cinch, zusätzlicher 7.1-Ausgang, optischer
und koaxialer Digitalausgang
Technik/Ausstattung/Installation
Installation (Bild)
Der Panasonic ist mit einer HDMI 1.2-Schnittstelle ausgestattet und kann
HDTV-Signale in 1080p/60, 1080i und 720p ausgeben. Auch Bilder von DVDs können
auf HDTV-Auflösungen bis 1.080p hochskaliert werden. Das Bildausgabeformat muss
man nicht unbedingt fest einstellen. Eine Automatik sorgt dafür, dass der Player
die höchstmögliche Auflösung ausgibt, die das Bildwiedergabegerät entgegen
nehmen kann. Wenn die Kommunikation über HDMI zwischen Bildwiedergabegerät und
DMP-BD10A klappt, ist dieser Weg auch praktisch. Häufiger jedoch steht man
jedoch vor dem Problem, dass die Kommunikation zwischen Bildwiedergabegerät und
Blu-ray-Player nicht funktioniert und beispielsweise ein Bildschirm, der
prinzipiell 1.080p darstellen kann, sich dem DMP-BD10A nur als Bildschirm für
die 1.080i-Signalentgegennahme zu erkennen gibt. Daher ist es sehr gut, dass
Panasonic auch eine manuelle Einstellmöglichkeit für die gewünschte
Ausgabeauflösung mitliefert. Andere Anbieter gehen diesen löblichen Weg nicht.
Auch die
HDTV-Ausgabe via YUV in 1080i und 720p stellt kein Problem dar, solange Blu-ray
Discs kein ICT-Token besitzen, welches die Ausgabe auf die HDMI-Schnittstelle
beschränkt. In diesem Fall wird das Bild nur noch als 576p/480p-Signal
ausgegeben. Auf den Einsatz des ICT wollen die Hollywood-Studios nach eigenen
Angaben aber vorerst verzichten.
Zur Bildoptimierung bietet der Panasonic einen sehr umfangreichen
Video-Equalizer, der neben einer Anpassung von Helligkeit, Kontrast und Farbe
auch eine Schärfe-Anhebung sowie eine Gamma-Korrektur erlaubt. Zusätzlich gibt
es noch eine Rauschunterdrückung sowohl für analoges als auch digitales
Rauschen.
Installation (Ton)
Zur Tonwiedergabe gibt es drei Möglichkeiten: Über die HDMI-Schnittstelle
lässt sich der Ton von Blu-ray Disc und DVD-Audio als digitales
PCM-Mehrkanalsignal übertragen. Falls auf der Blu-ray Disc ein DTS HD oder Dolby True
HD-Soundtrack sein sollte, wird ein Dolby Digital oder DTS-Signal ausgegeben. Dies
gilt ebenfalls für den optischen oder koaxialen Digitalausgang. Eine HDMI-Unterstützung von DTS HD und Dolby True HD
(Bitstream-Ausgabe) ist aktuell nicht möglich.
Der integrierte Decoder mit 7.1-Ausgang erlaubt die Nutzung als
DVD-Audio-Player und unterstützt mit der neuen Firmware 2.0 auch Dolby Digital
Plus, Dolby True HD und DTS-HD High Resolution Audio (jeweils bis zu einer
7.1-Konfiguration. DTS-HD Master Audio, die verlustfrei komprimierte Variante
von DTS-HD, wird aktuell nicht in vollem Umfang decodiert. Hier rechnet der
DMP-BD10A auf ein "normales" DTS 5.1-Signal herunter (DTS
Core-Wiedergabe). Natürlich decodiert der Decoder auch "normales" DTS
5.1 und Dolby Digital 5.1. Ferner können sogar DVD-Audio-Discs wiedergegeben
werden. Das Lautsprecher-Setup erlaubt eine Konfiguration für 5.1 und 7.1-Systeme. Für
die einzelnen Kanäle lässt sich neben dem Bass-Management (Groß/Klein) auch
der Pegel sowie die Verzögerungszeit anpassen. Zur Klangverbesserung verfügt der Panasonic über die
Re-Master-Audio-Schaltung, die den Klang in drei Stufen sowohl bei Stereo- als
auch Mehrkanalaufnahmen optimieren soll.
Fazit
Dem großen Decoder-Angebot des DMP-BD10A fehlt nur ein Decoder für DTS-HD
Master Audio, ansonsten ist die Ausstattung vorbildlich. Sogar DVD-As können
wiedergegeben werden. Leider ist es aufgrund der HDMI 1.2-Schnittstelle noch
nicht möglich, Dolby TrueHD und DTS-HD als Bitstream auszugeben. Videoseitig
ist der Ausstattungsumfang ebenfalls groß, es fehlt nur eine
1.080p/24-Bildsignalausgabe. Dafür können Bildsignale auch über den
Komponentenausgang bis 1.080i ausgegeben werden. Schön ist, dass Panasonic auch
einen Video-EQ integriert hat. Gesamtnote: Ausgezeichnet
Bedienung
Im Vergleich zu einem DVD-Player fallen bei dem Panasonic die längeren
Ladezeiten für Blu-ray Discs auf. Auch das Reaktionsverhalten wirkt teilweise
etwas träge. Beim Starten des Films oder Extras aus dem Menü treten immer
Wartezeiten von mehreren Sekunden auf. Die verspiegelte Frontklappe ist nicht motorgetrieben. Sie muss beim
Wechsel einer Blu-ray Disc jedes Mal von Hand geöffnet werden. Hinter der
Klappe verstecken sich lediglich ein paar Tasten für Basis-Steuerbefehle. Das
sehr spartanische Display zeigt meist nicht mehr als nur die aktuelle Laufzeit
an. Kleine Icons, die z.B. die Auflösung und das Tonformat signalisieren, sind
nicht vorhanden.Die On Screen-Menüs sind optisch extrem schlicht gestaltet, so wie es
derzeit bei vielen Panasonic-Geräten der Fall ist. Für ein Gerät in der
Premium-Preisklasse wäre hier etwas mehr zu erwarten gewesen. Dafür sind die
On Screen-Menüs sehr
übersichtlich und die einzelnen Menü-Punkte auch gut ablesbar. Einen Netzwerkanschluss (bei HD-DVD Pflicht) für interaktive
Dienste oder Updates hat der Panasonic nicht im Angebot, hier kommt
allerdings auch die berechtigte Frage, wer diesen ernsthaft benötigt. Software-Updates können
via CD installiert
werden. Das PC-Blu-ray Disc-Laufwerk fällt beim Laden von Discs oder dem Zugriff auf Kapitel
häufiger durch gut hörbare Laufwerksgeräusche auf. Der eingebaute Lüfter hingegen verhält sich ausgesprochen
ruhig und ist kaum zu hören.

Die Bildschirmanzeigen sind sehr schlicht gestaltet. Auf Knopfdruck
werden lediglich der aktuell laufenden Titel, das Kapitel und die Laufzeit
eingeblendet. Während fast alle Voreinstellungen im Setup-Menü eingestellt
werden, steht der Video-Equalizer per Knopfdruck im laufenden Betrieb zur
Verfügung (siehe unten).

Die Fernbedienung des DMP-BD10A ist exzellent gestaltet. Wie bereits
früheren DVD-Player-Modellen zeigt Panasonic auch bei seinem Blu-ray Disc-Player ein ausgezeichnetes Gespür für eine Benutzer-Ergonomie,
die aus einer Hand den Zugriff auf die wichtigsten Funktionen ermöglicht. So
gibt es auch eine eigene, gut positionierte Taste für die "Pop-Up-Menüs",
die sich bei einer Blu-ray Disc einfach in das Bild eines laufenden Filmes
einblenden lassen.

Hervorragende Navigationseinheit, große Tasten für die
Elementarfunktionen

Bestens gelöst: Der Video-EQ mit insgesamt sieben
einstellbaren Parametern ist im unteren Teil der Fernbedienung integriert. Jeder
Parameter ist schnell mittels einer Taste aufzurufen
Die Tasten der Fernbedienung sind ausreichend groß und die
Beschriftungen sehr gut ablesbar. Nach dem Einschalten ist der Panasonic-Player nach rund 20 Sekunden
betriebsbereit. Das ist im Prinzip nicht schlecht, wenn man sich damit
abgefunden hat, dass sowohl Blu-ray Disc als auch HD DVD-Player das
Bootverhalten eines PCs aufweisen. Zum Starten einer Blu-ray
Disc benötigt der Player dann allerdings rund 40 Sekunden. Einen richtigen Ein-
und Ausschalter bietet der Player nicht, so dass er auch im ausgeschalteten
Zustand immer noch unnötig Strom verbraucht.
Gesamtnote Bedienung: Ausgezeichnet
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