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XXL-TEST: Teufel Theater LT7 Wireless
Aktiver Subwoofer M 7200 SW - Technik und Ausstattung, Gebrauch in der Praxis (Teil 1)

Technische Grundausstattung

Das Teufel Theater LT7 präsentiert sich als wahres Ausstattungswunder - vor allem der aktive Subwoofer M 7200 SW strotzt nur so vor moderner DSP-Elektronik. Wir stellen Ihnen daher zuerst in dieser Teilwertung Technik und Ausstattung des "Bass-Teufels" vor. Fangen wir ganz konventionell an: Der Sub wird angetrieben von 2 x 250 mm Tieftönern, die als Langhuber ausgelegt sind. Die Körbe sind aus widerstandsfähigem Aluminium-Druckguss, ferner sorgen 50 mm Schwingspulen (die aufgrund ihrer Breite besonders leistungsfähig sind) und Neodym-Magneten für einen kraftvollen Antrieb. Neodym-Magneten haben den Vorteil, besonders leistungsstark zu sein, daher kann man bereits mit einem vergleichsweise kleinen Magneten ein immenses Leistungspotential entfalten. Pioneer setzt beispielsweise bei der Highend-Serie EX ebenfalls auf Neodym-Magneten. 

DPU-Technologie

Der M 7200 SW ist, typisch für Teufel-Subwoofer, als Bassreflexsystem mit der DPU-Technik konzipiert. Da bei der Resonanzfrequenz des Bassreflexgehäuses die Luft extrem schnell durch die Röhre aus dem Subwoofer entweicht, kann es zu Strömungsgeräuschen kommen  - schon des Öfteren haben wir in Tests genau diese Feststellungen gemacht. Um dieses Phänomen auszuschalten, muss die abstrahlende Fläche, in diesem Falle die Öffnungsfläche der Bassreflexröhre, vergrößert werden. Dann allerdings ist man auch nicht richtig glücklich, da dann die Abstimmfrequenz des Gehäuses sich gleich mit ändert. Man hat, um die ursprüngliche Abstimmfrequenz beizubehalten, aber noch einen zweiten Faktor: Die Länge des Bassreflexrohres. Wird diese ebenfalls geändert, ist das ursprüngliche Verhältnis wieder hergestellt. Alllerdings: Die Gehäuseabmessungen setzen der Länge der Bassreflexröhre natürlich Grenzen. Teufels Ingenieure haben daher die Röhre durch einen Schlitz im Gehäuse ersetzt. Der Schlitz weist einen deutlich größeren Querschnitt als die Röhre auf, und da er an der Außenwand des Gehäuses entlang läuft, kann er kürzer ausfallen als eine entsprechende Röhre. Durch diese Technik wird es Teufel nun möglich, so große Querschnitte zu realisieren, dass kaum noch Strömungsgeräusche auftreten. In unseren Testreihen, in denen der M 7200 SW sowieso einen ungemein überzeugenden, souveränen Eindruck hinterlassen hat, waren die Vorzüge der DPU-Reflextechnik deutlich herauszuhören - oder, besser gesagt, nicht zu hören, denn es gab nur satten Bass und keine Strömungsgeräusche. Der Übertragungsbereich des Bass-Boliden reicht von 25 bis 200 Hz bei -3 dB. Die eingebaute Endstufe wirkt 700 Watt Musikleistung und 350 Watt Sinusleistung in die Waagschale. Mit einer Breite von 36 cm ist der Woofer gut zu stellen, denn der benötigt nicht übertrieben viel Stellfläche. Dafür ist er volle 75 cm hoch, die Tiefe beträgt 47 cm. Das Gewicht von 35,5 kg deutet an, dass hochklassige Technik auch ein entsprechendes Gewicht mitbringt. 

Der integrierte DSP-Prozessor

Kommen wir nun zum integrierten DSP-Soundprozessor. Dieser hat drei vorprogrammierte und zwei individuell programmierbare Setups für Pegel, Delay/Phase, Gütefaktor, untere/obere Grenzfrequenz und Flankensteilheit (Filtercharakteristik.). Ein dreibandiger parametrischer EQ ist ebenso vorhanden wie ein separater Eingang für die Stereo-Wiedergabe. Daher sind auch 2 Betriebszustände abrufbar, nämlich "Stereo/2.1" und "Mehrkanal/5.1". 

Hinter einem parametrischen Equalizer kann für - in diesem Falle 3 Frequenzbänder - die Mittenfrequenz und die Amplitudenänderung sowie die Filtergüte Q (entsprechend der Bandbreite) eingestellt werden. Verständlicher: Es kann die Stärke der Beeinflussung, die Mittenfrequenz sowie die Bandbreite, über die die Absenkung wirksam werden soll, bestimmt werden. 

Nun widmen wir uns voll und ganz den Konfigurationsmöglichkeiten des Teufel Woofers. Die Bedienung erfolgt über die Fernbedienung mittels des unten gezeigten Bedienfeldes oder mittels der Tasten unterhalb des zweizeiligen (jeweils v24 Zeichen pro Zeile) Punktmatrixdisplays: 

Unterhalb des zweizeiligen Punktmatrixdisplays befinden sich mehrere Bedienelemente. Mit den Tasten Up/Down werden sowohl Einstellungen angepasst als auch Menüpunkte ausgewählt. Dabei verstellt "Up" die Einstellungen in den positiven Bereich (wer ein wenig Englisch versteht, wird sich dies denken), während Down den niedrigeren bzw. tieferen Wert auswählt. Bei der Menüführung entspricht Up dem jeweils im Menü vorangegangenen Eintrag, während Down den nachfolgenden Eintrag auswählt. Mittels der Return-Taste kommt man, wie üblich, aus den Submenüs in die nächsthöhere Menüstufe zurück. Mit "Return" kann das Grundmenü am Ende verlassen werden. Die Enter-Taste erfüllt zwei Aufgaben: In der Menüauswahl kann ein Submenü ausgewählt werden, und die mittels der Up/Down Bedienelemente getroffenen Einstellungen werden mittels Enter bestätigt. Ganz rechts befindet sich noch die Umschalttaste Surround/Stereo, wenn der M 7200 SW an zwei unterschiedlichen Konfigurationen betrieben wird, kann hier entsprechend der Hörwünsche umgeschalter werden. 

Es gibt einen "normalen" Stereo-Cincheingang und einen LFE/Mehrkanal-Cincheingang, so kann man prinzipiell 2 unterschiedliche Systeme an einem Subwoofer betreiben 

Natürlich ist der Pegel komfortabel mittels des übersichtlichen Displays einstellbar

Der Stereoeingang läuft, wie bereits erwähnt, vollkommen separat. Daher ist klar, dass auch eine eigenständige Pegelreglung vorhanden ist

Kommen wir zu den einzelnen Funktionen, die in folgendem Diagramm zusammengefasst sind: 

Menüstruktur des M 7200 SW

Die Funktionen im Menü des M 7200 SW:

  • Pegel: Der Subwooferpegel kann direkt nach dem Einschalten über die Up- und Down-Tasten, und zwar jeweils getrennt für den 5.1 und den 2.1 Eingang, vorgenommen werden.

Einstellbare Delay-Zeit

Justagemöglichkeit für die untere Grenzfrequenz

Auch bei der oberen Grenzfrequenz gibt es verschiedene einstellbare Werte

Mit der unteren (Bild) und der oberen Filterordnung kann die Flankensteilheit bestimmt werden

  • Einstelloptionen Untermenü "Subwoofer": a) Neben dem Pegel steht hier auch eine Delay (= auch Time Alignment genannt, gemeint ist eine einstellbare Verzögerung, damit das Signal aller Lautsprecher zeitgleich am Hörplatz ankommt) Funktion zur Verfügung. Diese ist allerdings zu kommentieren, denn normalerweise verfügt jeder marktübliche AV-Receiver über eine Delayfunktion für den aktiven Subwoofer. Daher sieht Teufel den Sinn dieses Ausstattungsmerkmals eher für den Einsatz des M 7200 SW in Stereo-Systemen. b) Als weiterer Faktor kann die untere Grenzfrequenz des M 7200 SW justiert werden. Damit gibt der Anwender die Frequenz an, bei der der in Richtung tieferer Frequenzbereiche abfallende Pegel des Subwoofers den sogenannten 3 dB Punkt passiert. Die Bestimmung dieses Punktes wird in Abhängigkeit zum Pegel im Bereich des (in geglätteter, nicht in ursprünglicher Darstellung) linearen Frequenzverlaufs des Subwoofers nach dem Anstieg vorgenommen. Der Verlauf eines Hochpasses lässt sich in zwei wichtige Bereiche aufteilen: Den Durchlass- und den Dämpfungsbereich. Als Hochpass bezeichnet man spezielle Filterkonstruktionen, die ausschließlich Frequenzen oberhalb der Grenzfrequenz ungeschwächt passieren lassen, die also tiefe Frequenzen im Frequenzgang eingreifend wegnehmen  - dieses "Wegnehmen" kann mit unterschiedlich starker Dämpfung erfolgen. Der Durchlass- und Dämpfungsbereich wird durch die Grenzfrequenz getrennt. Der Durchlassbereich veranlasst das Filtersystem nur zu geringer Tätigkeit und erstreckt sich exakt bis zur Grenzfrequenz. Der Dämpfungsbereich wird durch die Filterordnung bestimmt (z.B. + 18 dB/Oktave). Die untere Grenzfrequenz (- 3 dB Punkt) ist die Frequenz, bei dem der Pegel auf einen Wert von 3 dB unter den entsprechenden Wert im Durchlassbereich abgesunken ist. c) Subwoofer - untere Filterordnung. Die Filterordnung gibt die Veränderung des Pegels relativ zur Frequenz an und entspricht somit der "Steigung" des Frequenzgangs. Man unterscheidet die untere und die obere Filterordnung, die untere Filterordnung steht für den Anstieg des Pegels am unteren Ende des Frequenzganges.  Die 1. Filterordnung setzt den Pegelanstieg auf + 6 dB pro Oktave (Oktave = Frequenzverdopplung/Halbierung). Die jeweils höhere Filterordnung bezeichnet einen um jeweils + 6 dB steiler ansteigenden Pegel. Einstellbar sind: 1. Ordnung 6 dB/Oktave, 2. Ordnung 12 dB/Oktave, 3. Ordnung 18 dB/Oktave, 4. Ordnung 24 dB/Oktave. d) Subwoofer - obere Grenzfrequenz. Analog zur Justage der unteren Grenzfrequenz gibt die obere Grenzfrequenz das Absinken des Subwooferpegels in Bezug auf die höheren Frequenzen an (3 dB Punkt, ebenso wie bei der unteren Grenzfrequenz).  e) Subwoofer - obere Filterordnung. Hier sind die identischen Einstelloptionen anwählbar - nur diesmal mit negativem Vorzeichen, die obere Filterordnung steht für das Absinken des Pegels am oberen Ende des Frequenzgangs. Die 1. Filterordnung setzt den Pegelabfall auf - 6 dB/Oktave. Einstellbar sind wiederum 1.Filterordnung/ - 6 dB/Oktave, 2. FO/- 12 dB/Oktave, 3. FO/ - 18 dB/Oktave sowie 4. FO/ - 24 dB/Oktave. 

Eigener EQ für den separaten Stereoeingang

  • Untermenü EQ LFE Input/EQ Stereo Input: In diesen Submenüs stehen für die Feinabstimmung des M 7200 SW drei Filter zur Verfügung, die einem dreibändigen, parametrischen Equalizer entsprechen. Dadurch ist die Möglichkeit gegeben, den Frequenzgang des Subwoofers optimal auf die jeweiligen räumlichen Gegebenheiten und den individuellen Geschmack anzupassen. Jeder Filter bietet die Einstelloptionen eines vollparametrischen Equalizers: Pegel, Mittenfrequenz und Güte. Über die Pegeleinstellung kann das Maß der parameterischen Pegelabsenkung bzw. Anhebung eingestellt werden. Über die Justage der Mittenfrequenz kann die Frequenz der maximalen Pegelanhebung/-Absenkung in Hz angegeben werden. Mit der parametrischen Güte kann die Bandbreite Bandbreite der Pegelanhebung/-absenkung angegeben werden. Dabei gilt, dass die Bandbreite mit zunehmender Güte immer geringer wird.

  • Untermenü Cinch Pre-Out: Das Untermenü „Cinch Pre-Out“ steht nur im 2.1-Modus zur Verfügung und wird für die Einstellung der Stereoausgänge verwendet. Die hier getätigten Einstellungen beeinflussen die an den Vorverstärkerausgang des M 7200 SW THX Select angeschlossenen Geräte (wie z.B. eine Stereoendstufe
    mit einem Paar Stereolautsprechern). Dadurch ist es möglich, diese Geräte direkt auf den Subwoofer abzustimmen und es kann ein nahezu  idealer Frequenzgang erreicht werden. Die Einstelloptionen in diesem Submenü sind: Pegel, Delay, untere Grenzfrequenz, Filterordnung. 

Verschiedene Presets sind für den 2.1- und den 5.1-Betrieb  (unten) abrufbar

  • Untermenü "Presets": Der M 7200 SW verfügt über verschiedene Vorstellungen: THX Select - 3 dB/35 Hz, THX Select II - 3 dB/25 Hz und Teufel PS1 - 3 dB/30 Hz sowie User Preset LFE (eigene Justage durch den User). 

THX Select Preset

THX Select II Preset

Teufels Preset, das einen Mittelweg zwischen dem THX Select- und dem THX Select II Preset geht

Speicher für eigene Einstellungen

  • Bei Verwendung des Presets „THX Select“ sind folgende Einstellparameter aktiv: Untere Grenzfrequenz: 35 Hz, Untere Filterordnung: 4. Ordnung, Obere Grenzfrequenz: 190 Hz, Obere Filterordnung: 2. Ordnung, Parametrischer Filter 1: Mittenfrequenz = 40 Hz, Anhebung = +2dB, Güte = 3,1, Parametrischer Filter 2: Mittenfrequenz = 87 Hz, Anhebung = -8dB, Güte = 0,5, Parametrischer Filter 3: -. Bei Verwendung des Presets „THX Select II“ sind
    folgende Einstellparameter aktiv: Untere Grenzfrequenz: 25 Hz, Untere Filterordnung: 4. Ordnung, Obere Grenzfrequenz: 190 Hz, Obere Filterordnung: 2. Ordnung, Parametrischer Filter 1: Mittenfrequenz = 29 Hz, Anhebung = +3dB, Güte = 1,9, Parametrischer Filter 2: Mittenfrequenz = 237 Hz, Anhebung = +3dB, Güte = 1,7
    Parametrischer Filter 3: Mittenfrequenz = 85 Hz, Anhebung = -9dB, Güte = 0,5. Bei Verwendung des Presets „Teufel PS I“ sind folgende Einstellparameter aktiv:
    Untere Grenzfrequenz: 30 Hz, Untere Filterordnung: 4. Ordnung, Obere Grenzfrequenz: 190 Hz, Obere Filterordnung: 2. Ordnung, Parametrischer Filter 1: Mittenfrequenz = 31 Hz, Anhebung = +3dB, Güte = 1,9, Parametrischer Filter 2: Mittenfrequenz = 87 Hz, Anhebung = -9dB, Güte = 0,5, Parametrischer Filter 3: -.

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