XXL-TEST: Pioneer DV-989AVi-S (3/4)
Testequipment:
Bild

Der DV-989AVi-S bietet superbe visuelle Leistungen
Die gesamten Bildtestreihen zeigen deutlich, dass der DV-989AVi-S
keinen Konkurrenten zu fürchten braucht. Gegenüber dem Vorgänger DV-868AVi
konnte in allen Belangen nochmals zugelegt werden. Besonders sticht die
brillante Bildqualität über den Komponentenausgang (analog!) hervor. Hier
bietet der Pioneer ein Ergebnis, das nur leicht unter Super-Playern wie dem Onkyo DV-SP1000E
und Denon DVD-A1XV liegt. Sehr
sauber, lebendig und klar erscheint das Bild bei "Gladiator" und
"Space Cowboys". Im Vergleich zum Vorgänger ist die Farbwiedergabe
authentischer, die Farben verbreiten mehr Dynamik und Brillanz. Die
Detaildarstellung im hochfrequenten Bildbereich ist hervorragend und kann
mittels des Video-EQs noch effektiv optimiert werden, was zu einem noch
messerschärfer gezeichneten Bild führt. Bei "Gladiator" wird im 15.
Kapitel der sandige Boden der Arena sehr fein durchstrukturiert, was für einen
plastischen, realen Gesamteindruck sorgt. Wechselt man zur
HDMI-Bildsignalausgabe, so sind die Bildunterschiede zur Komponenten-Variante
sehr gering. Das HDMI-Bild wirkt nochmals minimal sauberer, aber dies fällt
eigentlich erst bei sehr genauer Betrachtung auf. Lässt man den DV-989AVi-S auf
1.280 x 720p skalieren, so überzeugt die Arbeit des internen Scalers voll und
ganz. Das Bild ist frei von Rauschmustern, keine Bildobjekte flimmern oder
zittern. Nun zu weiteren detaillierten Beobachtungen. Hier
wollen wir mit dem Film "Sahara" beginnen. Gleich in der ersten Szene
(Kapitel 1) bietet der Pioneer ein ausgezeichnetes Bild. Selbst in der
Dunkelheit, die in dieser Sequenz herrscht, zeichnet der Pioneer die stählerne
Außenhaut des Kampfschiffes detailgetreu nach, jede einzelne Niete ist
sichtbar. Beim sichtbaren Flug der Kanonenkugeln bleibt das Bild ruhig und frei
von störenden Nachzieheffekten. Die Gesichter der Protagonisten sind
realistisch und plastisch ausgearbeitet. Auch Kleinigkeiten wie Schweißperlen
am Hals oder eine baumelnde Lampe im Hintergrund nimmt der DV-989 exakt ins
visuelle Gesamtgeschehen auf. Ab Laufzeit 4:00 zeichnet der DVD-Player ein
präzises Bild der Räumlichkeiten an Bord des Schiffs von Dirk Pitt und seinen
"Mannen". Die langsame Kameraführung, die sich behutsam über viele
Details bewegt, gibt der Pioneer im 720p Modus (Anschluss über HDMI) tadellos
wieder. Ganz gleich, ob Schiffsmodell, herumliegende Tageszeitung oder
Landkarte: Sehr sorgfältig nimmt sich der 989 jeder Kleinigkeit an. Bei
Laufzeit 6:44 wird die rasche Fahrt des Jeep Grand Cherokee vom 989 ohne
Ruckelbewegungen und ohne Bewegungsunschärfen sehr präzise wiedergegeben. Das
Ghetto, in dem die Besatzung anhält, überzeugt wiederum durch die erstklassige
Gesamtbildschärfe. Beeindruckend bleibt das Ergebnis, wenn wir uns im
Direktvergleich das Bild via Komponente anschauen (Signalausgabe 576p). Die
neutrale, lebendige und dynamische Farbwiedergabe bleibt auch hier erhalten -
was, wie schon beschrieben, keine Selbstverständlichkeit ist, da oftmals die
Werte für Bildhelligkeit, Kontrast und Farbintensität variieren, je nach dem
man z.B. Komponente oder HDMI angewählt hat. Ab Laufzeit 19:10 (Kapitel 4) wird
das Innenleben des luxuriösen Anwesens vom 989 exzellent dargestellt: Die
Marmortreppe, das Treppengeländer oder die Teppiche an der Wand (die keinerlei
Moirémuster zeigen) - alles ergänzt sich zu einem äußerst stimmigen
Gesamteindruck. Bei Laufzeit 22:20 kann der Pioneer erneut überzeugen, denn das
Speed-Boat wird sehr plastisch und in allen Einzelheiten aufs
Bildwiedergabegerät gebracht. Die harten Gefechte auf dem Fluss (z.B. Laufzeit
42:00, Kapitel 6) werden visuell eindrucksvoll übertragen, der DV-989AVi-S
kommt ohne Schwierigkeiten mit allen raschen Bewegungen zurecht - man sieht
alles gestochen scharf, störende Treppenstufen an schrägen Objektkanten sind
kaum zu beobachten. Exzellent managt der DV-989 auch die
visuell sehr gute "Jarre in China"-DVD. Hier beweist der
Universalplayer, dass er gerade in dunklen Szenen, in denen andere Player
leichtes Rauschen und unstimmige Grau-Schwarz-Übergänge produzieren, ein
hervorragendes Bilderlebnis sicherstellt. Das rauscharme, detailreiche Bild mit
klarer Bewegungsdarstellung punktet auch durch die realistische
Farbgebung. Das visuelle Differenzierungsvermögen in den dunklen
Bildbereichen ist hervorragend, alle Übergänge sind stimmig. Der "Chroma
Upsampling Bug", kurz "Chroma Bug", machte sich in unseren
Testreihen kaum störend bemerkbar, wobei man ihn auf größeren Bilddiagonalen,
also bei Projektion ab ca. 2,5 Meter Leinwanddiagonale, schon noch bemerkt. Wir
allerdings halten diesen Effekt nicht für so weltbewegend, wie er von manchem
Anwender gern angesehen wird. Ein unzureichendes Bildwiedergabegerät, falsche
Video-EQ Einstellungen beim DVD-Player oder beim Bildwiedergabegerät sowie eine
schlechte Verkabelung können viel deutlichere Fehler wie störende
Rauschmuster, Doppelkonturen, Detailverlust etc. verursachen und sich somit
deutlich drastischer auswirken. Wie kommt der Pioneer DV-989AVi-S mit
älterem Quellmaterial zurecht? Um dies herauszufinden, haben wir den 1987er
007-Film "Der Hauch des Todes" in den Universalplayer eingelegt.
Lobenswert, bereits während dem Titelsong "The Living Daylights" von
A-HA, ist das erstaunlich niedrige Farbrauschen - zu dem die
Reduzierungsmöglichkeit des Rauschverhaltens des Farbsignals mittels Video-EQ
deutlich beiträgt. Aber auch die Bildschärfe ist überraschend hoch, wir
haben, was eigentlich bei solchem eher älteren Material "tödlich"
ist, sogar noch minimal an den beiden Schärfereglern optimiert - aber wirklich
nur sehr vorsichtig, sonst ist es mit der visuellen Harmonie schnell vorbei. Nur
den Gesichtern der Protagonisten merkt man deutlich an, dass der Film schon
deutlich älter ist: Die Farbgebung wirkt nicht ganz ausgewogen, und außerdem
wirkt die Hautoberfläche etwa so, als hätte man einen ganzen Sack Make-Up
darauf gestreut. Andere Einzelheiten wie z.B. die Zimmereinrichtung in Kapitel 3
werden ausgezeichnet wiedergegeben. Die Stahlmantelgeschosse (auch Kapitel 3)
sind sehr exakt und scharf dargestellt. Die etwas störenden Rauschmuster kann
aber auch der Pioneer nicht völlig eliminieren. Was die überragende Qualität
unseres Testkandidaten aber wiederum deutlich zeigt, ist der hervorragende
Kontrast: Selbst bei diesem älteren Film holt der DV-989AVi-S praktisch jedes
Detail aus der Dunkelheit ans Tageslicht. Anhand von 2 Szenen haben wir
die
De-Interlacing-Qualitäten analysiert:
-
"Gladiator", Kapitel 15, Laufzeit zwischen 79:00
und 80:00: Hier beweist der 989 sein Können. Die Kettenhemden der
Gladiatoren werden ohne Flimmern oder Zittern dargestellt - extrem scharf
und präzise. Die Bildruhe ist vorbildlich. Die prächtigen Gewänder des
Imperators und seines Gefolges erstrahlen flimmerfrei und scharf in
leuchtenden Farben. Bei den schnellen Bewegungen im Kampfgeschehen sind
keinerlei Ruckelbewegungen oder Nachzieheffekte sichtbar.
-
"Space Cowboys", Kapitel 8, Laufzeit ca. 25:30:
Der Holzzaun im Hintergrund wird ohne die gefürchteten Moiré-Effekte mit
hoher Detaillierung wiedergegeben.
Sehr zu loben ist der umfangreiche Video-EQ. Drei
Speicherplätze stehen für individuelle Justagen zur Verfügung:

Drei Speicherplätze für individuelle Justagen bietet der 989

Der erste Teil des Video-EQ. Hier sind die verschiedenen Pure
Cinema-Modi für eine optimierte Wiedergabe von Film-DVDs abrufbar. "YNR"
und "CNR" schwächen Farb- und Helligkeitsrauschen wirkungsvoll ab.
Diese beiden Parameter bringen einen tatsächlichen praktischen Nutzen.
Pioneer-typisch und ebenfalls sehr praktisch ist der getrennte Schärferegler
für mittlere und hohe Bildfrequenzbereiche.

Der zweite Teil des Video-EQs beinhaltet noch einen "Detail"-Regler,
mit dem sich die Kantenschärfe optimieren lässt. Weiß- und Schwarzpegel
können individuell justiert werden. Eine Gammakorrektur ist ebenfalls mit an
Bord. Der Chromapegel-Parameter sorgt für die Einstellung der Farbsättigung.

Der dritte Teil des Video-EQ. Hier findet sich noch eine
Einstellmöglichkeit für die Chromaverzögerung und ein extra-Regler zur
Justage der Kantenschärfe beim Anschluss über HDMI

Wer nicht selber alle Parameter justieren möchte, kann auch auf
werksseitige Bildfelder zurückgreifen. "Direct" gibt das Bild ohne
Veränderungen wieder. "Natural" verringert die Kantenschärfe und
soll z.B. bei Spielfilmen ein besonders angenehmes Bild ermöglichen. "Enhanced"
verstärkt die Kantenschärfe und eignet sich laut Pioneer besonders gut für
Animationsfilme. Die Bildqualität kann auch der Art des Bildwiedergabegerätes
angepasst werden. Zur Wahl stehen "Professional" (professioneller
Studiomonitor), PDP (Plasma-Display) oder CRT (normaler Röhren-TV).
Extrem gut macht sich der DV-989AVi-S beim Anschluss an
exzellente Plasma-Fernseher. Hier wirken das extrem scharfe, detailreiche Bild
und die lebendige Farbwiedergabe besonders vorteilhaft zusammen. Nicht voll
ausnutzen lässt sich das visuelle Spektrum, das der Pioneer aufbietet, bei
preisgünstigen Plasma- und vor allem Rückpro- sowie LCD-Modellen. Gerade die
farblich oft flauen LCD-TVs sind nicht in der Lage, das große Können des
DV-989 entsprechend zu verdeutlichen. Ausnahmen bestätigen die Regel: Vor allem
hochwertige Toshiba-Modelle arbeiten ausgezeichnet mit edlen DVD-Playern
zusammen, hier sind die LCD-typischen Schwächen dann fast vergessen.
Wie schlägt sich der Pioneer im Vergleich zu seinen
Konkurrenten? Die Antwort: Ausgesprochen gut. Besonders beeindruckend ist die
extrem hoch liegende Bildschärfe, die in dieser Klasse Maßstäbe setzt und
sogar noch geringfügig höher liegt als beim Denon DVD-3910,
der beim damaligen Test die Meßlatte in Bezug auf Bildschärfe und
Detaileinarbeitung extrem hoch legte. Die Zeit jedoch bleibt nicht stehen - der
Pioneer erreicht sowohl in Bezug auf die Detailtreue als auch auf die
Gesamtbildschärfe nochmals geringfügig höhere Werte beim Vergleich in
Werkseinstellung - das Bild beider Player wurde anhand eines Pioneer
PDP-505XDE genau analysiert.
Der Denon DVD-3910 kann
jedoch immer noch in vielen Disziplinen punkten: Bei DVDs mit gutem, sehr
rausch- und störungsarmem, aber nicht überdurchschnittlich scharfen Bild kann man die
Bildschärfe des Pioneer DV-989 problemlos erreichen: Dank Denons genialem DPIC,
welches die Schärfe gerade von guten DVDs sehr effektiv aufpoliert. Damit kann
man gerade viele neue Produktionen, die mit aalglattem, sehr sauberem, aber
nicht extrem scharfem Bild an den Start gehen, gut auf die Sprünge helfen. Anders
wiederum sieht es aus, wenn die DVD schon ein sehr scharfes Bild hat und man denkt,
es wäre bereits alles ausgereizt: Dank der vielfältigen Einstellmöglichkeiten
des Pioneer DV-989AVi-S (Schärfereglung getrennt für mittleren/hohen
Bildfrequenzbereich) kann man dann sogar nochmals eine zuvor kaum für
möglich gehaltene Steigerung hervorrufen. Aber - aufgepasst: Man muss über das
entsprechende Bildwiedergabegerät verfügen, um überhaupt diesen Bonus des 989
nutzen zu können. Übrigens: Auch ältere DVDs poliert der Pioneer noch besser
auf - wie wir bei der 007-Disc gut sehen konnten. DPIC erreicht zwar auch sehr
gute Ergebnisse, noch schärfer erscheint aber das Bild, das der 989 offeriert. Der Denon DVD-3910
bietet dafür im Vergleich zum Pioneer die bessere, präziser arbeitende
Gammakorrektur, die man sich auch in Form eines Gamma-Graphs anzeigen lassen
kann. Das ist ein wichtiger Bonus vor allem für Projektorenbenutzer, der
eindeutig für den DVD-3910
spricht.
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