XXL-TEST: Pioneer DV-989AVi-S (2/4)
Ausstattung
Der DV-989AVi-S ist mit umfangreichem Video-EQ (mehr dazu in der
Bildwertung), vielfältigen
Lautsprecher-Einstellmöglichkeiten und
einem Bassmanagement sowie einer Laufzeitanpassung für DVD-A und SACD sehr
ansprechend ausgerüstet. Des weiteren gibt es die Möglichkeit,
herkömmliche CDs und DVDs in Bittiefe und Samplingfrequenz aufzupolieren (Hi-Bit,
Legato PRO). Legato PRO erhöht die Samplingrate und ist in vier verschiedenen
Modi abrufbar, die den Klang auf unterschiedliche Art und Weise beeinflussen. In
der Betriebsart "Standard" erhält das Klangfeld eine größere
Präsenz - in der Praxis macht sich dieser Effekt bei einigen hervorragenden CDs
positiv bemerkbar, dass dann die Tiefenstaffelung verbessert wird und die
virtuelle Bühne klarer zu erkennen ist. Modus 1 ist "hell und
lebhaft", Modus 2 "Weich und weiträumig" und Modus 3
"Solide und gut ausgewogen". Insgesamt können wir nur dazu raten,
auszuprobieren. Die Beeinflussung, die diese verschiedenen Effekte auf den Klang
ausüben, liegt außerhalb des direkt hörbaren Frequenzbereiches. Damit wirken
die Legato PRO-Effekte auf den Oberwellenbereich ein.
Zu den Oberwellen: Das Gehör eines erwachsenen Menschen reicht nur bis etwa
16 kHz, nur Kinder hören noch weiter hinauf (bis ca. 20 kHz). Was verbirgt sich
nun hinter den Oberwellen/Obertönen? Die Superposition (= Überlagerung) aller
Frequenzen inklusive der einzeln nicht hörbaren Obertöne bestimmen die
Klangfarbe eines Musikinstruments. Das heißt: Auch wenn man die einzelnen Obertöne
nicht direkt mit dem menschlichen Gehör (das, wie bereits aufgeführt, Töne
von 20 Hz bis ca. 16 kHz aufnimmt) wahrnehmen kann, sind sie für den gesamten
Klang eines Instruments mit verantwortlich und können so die gesamte, für das
jeweilige Instrument typische Klangcharakteristik erst exakt herausstellen. Je
nach dem, WIE ein Instrument gespielt wird, ändern sich die Superposition
ebenfalls, will heißen: Wenn ich eine beschwingte Symphonie höre, spielt der
Geiger sein Instrument anders als bei einem schwermütig-melancholischen Stück,
dadurch verändert sich auch die Klangcharakteristik. Dass die Obertöne
oder Oberwellen, deren Frequenz über dem obersten direkt hörbaren
Frequenzbereich liegen, eine wichtige Rolle spielen, zeigt sich daran, dass eine
hohe Sinusfrequenz anders klingt als eine Dreieck-, Sägezahn- oder
Rechteckschwingung. Hier kann man auch mit den verschiedenen Pioneer-Modi
ansetzen. Je nach dem, ob beschwingte Symphonie oder eher melancholisches
Musikstück, kann man den entsprechenden, bereits durch die Spielweise der
Musiker vorgegebenen Effekt verstärken, so dass der interpretatorische Ansatz
des jeweiligen Satzes oder Liedes noch besser zum Ausdruck kommt.
Wegen des akustischen Einflusses der Oberwellen sind auch manche HiFi-Fans
der Überzeugung, dass die Schallplatte besser klingt als die CD, weil die
Schallplatte eine andere Verteilung und einen anderen Pegel der Oberwellen hat.
Dieses Wissen begründet auch die Schaffung neuer hochauflösender Tonformate
wie DVD Audio oder SACD. Wenn man Signale aus Summe von Sinusschwingungen
darstellt, ist festzustellen, dass, je steiler ein Anstieg im Zeitbereich ist
(Beispiel: Flanke eines Rechtecksignals), umso größer muss die Bandbreite
sein, um dieses Signal in seiner vollen Charakteristik inklusive der Obertöne
zu übertragen. Damit spielt nicht nur die Frequenz als solche, sondern auch der
Anstieg der Flanke eine Rolle für die notwendige Bandbreite. Im Extremfall hieße
das: Bei einem Impuls mit einem unendlich steilen Anstieg müsste auch die
Bandbreite des Übertragungskanals unendlich sein, um am Ausgang exakt den
selbem Impuls zu erhalten, auch wenn die eigentliche Frequenz weitaus niedriger
ist. Letztendlich ist festzuhalten, dass für eine möglichst originalgetreue
Reproduktion inklusive den Oberwellen die neuen hochauflösenden Tonformate
besser geeignet sind als beispielsweise die herkömmliche CD, deren weitaus
geringeres Frequenzspektrum nicht in dem Maße geeignet ist, die Obertöne ins
akustische Gesamtprofil einzuarbeiten.
Das Lautsprechersetup ist praktisch komplett, jede Box einzeln kann
eingestellt werden, auch für den Subwoofer gibt es die Möglichkeit zur Pegel-
und Entfernungsjustage. Die Pegel-Abstufungen liegen bei 0,5 dB, die
Entfernungs-Einheiten beim Time Alignment betragen 0,1 Meter - sehr präzise,
lobenswert.
Doch der Pioneer möchte nicht nur mit audiovisuellen, sondern auch mit
benutzerfreundlichen Ausstattungsmerkmalen auf sich aufmerksam machen. Sehr
praktisch ist der Disc-Navigator, der es ermöglicht, jede DVD oder CD nach
Kapiteln zu durchsuchen und so schnell den gewünschten Startpunkt zu finden.
Das Ganze funkioniert bei DVDs ebenso wie die DVD-As, SACDs oder MP3 CDs
beziehungsweise DVD-RWs, die im editierbaren Video Recording Mode (VR Mode)
aufgenommen wurden. Ebenfalls mit an Bord ist ein dreistufiger
Display-Dimmer.
Vor allem Neueinsteiger und wenig versierte Anwender sollen mit dem "Setup-Assistenten"
angesprochen werden.

Zum Ausstattungsumfang gehört auch ein Setup-Assistent, der
wichtige Fragen abruft wie z.B. die nach der gewünschten DVD-Sprache

Der Setup-Assistent richtig auch die Progressive- oder
Interlaced-Signalausgabe, je nach TV-Gerät, ein

Auch hakt der Assistent nach, ob ein AV-Receiver angeschlossen
ist

Auch die Lautsprecher-Konfiguration fragt der DV-989
automatisch ab, ist der Setup-Assistent aktiviert

Ist ein AV-Receiver angeschlossen, fragt der 989 auch nach den
Tonnormen, die dieser beherrscht

Vom Menü "Systemeinstellungen" aus kommt man auch
zu den Justagemöglichkeiten für die Lautsprecher (Näheres später in der
Klangwertung)
Insgesamt verfügt der DV-989AVi-S über alles, was einen
modernen, zeitgemäßen DVD-Player der gehobenen Preisklasse ausmacht.
Lautsprecher-Justagemöglichkeiten und Video-EQ mit umfangreichen
Einstellmöglichkeiten sind exzellent.
Bewertung          
Laufwerk
Multimedia:
-
jpeg-CDs: Können nicht wiedergegeben werden
-
MP3-CD: Schneller Einlesevorgang, spartanisches Menü ohne
ID3-Tags. Zerkratztes Medium wurde sofort und ohne Schwierigkeiten
wiedergegeben
-
SVCD: Sehr klares Bild, rascher Einlesevorgang - keine
Probleme.
-
DVD-RW, VR Mode: Sehr schnell eingelesen, sehr gutes Bild
-
DVD-RW, Video Mode: Wiederum überzeugend. Schneller
Einlesevorgang, tadelloses Bild
-
DVD-Rs mit MP3-Sets: Keine Wiedergabe möglich.
Bilanzierend ein eher bescheidenes Ergebnis. Aufpoliert wird es
durch die Tatsache, dass der 989 weder bei CD-Rs, noch bei CDs, DVDs, DVD-As
oder SACDs auch nur einmal abstürzte. Für Multimedia-Fans ist der DV-989 aber
ebenso wenig wie der DV-868AVi
das richtige Gerät. Tipp: Dafür besser einen preiswerten Zweitplayer
anschaffen.
In Bezug
auf die Leistungsfähigkeit des Laufwerks hat sich Pioneer einen
Fauxpas geleistet: Wie bereits beim Vorgänger DV-868AVi
ist der Layerwechsel gut zu bemerken (Top Gun, Code 2, Kapitel 18 auf 19). Das
ist inzwischen wirklich nicht mehr nötig, praktisch jeder Player bekommt den
Layerwechsel nahezu unsichtbar hin. Ansonsten gibt es nur Positives zu
berichten: So ist die Fehlerkorrektur exzellent. Alle Tracks inklusive dem
letzten Track 30 gab der 989 problemlos und ohne Aussetzer wieder. Die Fehler zum Check der
Laufwerksfehlerkorrektur sind durch einen größer werden Keil auf unserer
Test-DVD (Burosch
Professional Test-DVD) simuliert. Bei Track 2 startet es mit 0 mm und endet bei
Track 30 mit 4,5 mm (ungefähr 0,16 mm-Schritte). Das Kapitel springen
funktioniert völlig reibungslos, das heißt schnell und präzise. Das gerade
aktuelle Kapitel wird, vorbildlich, mittels OSD-Einblendung angezeigt.
Bewertung          
Anschlüsse

Reichhaltige Anschlussbestückung beim DV-989AVi-S

Die i.link- und HDMI-Sektion im Detail

Top: Alle Cinchanschlüsse sind vergoldet. Eigener Ausgang
für 2-Kanal-Stereo (links im Bild)
Die Anschlussbestückung des DV-989 ist exzellent. Nicht nur,
dass HDMI 1.1- und i.link-Schnittstellen für modernes Flair sorgen, auch, dass
es gleich 2 S-Video-Hosiden-Ausgänge sowie 2 FBAS-Ausgänge und 2 Scartbuchsen
gibt, sorgt für Punktzuwachs auf dem Pioneer-Konto. Selbstverständlich sind
auch ein optischer und ein koaxialer Digitalausgang, ein 5.1-Ausgang, ein
analoger 2-Kanal-Stereoausgang und ein Video-Komponentenausgang auf der
Geräterückseite zu finden. Für eine bestmögliche Kontaktsicherheit sind alle
Cinchanschlüsse vergoldet.
Bewertung          
Bedienung

Das etwas schlichte Display ist gut ablesbar

Die kleinen Tasten sind durch den guten Druckpunkt und die
Tatsache, dass sie nicht zu eng beisammen sind, prima zu bedienen

Drei kleine Knöpfe auf der Gerätefront für schnellen
Zugriff

Große, sehr gut bedienbare "Play"-Taste auf der
Gerätefront

Die Fernbedienung des 989 ist ein Methusalem im
Pioneer-Portfolio. Schon jede Menger Player-Generationen waren damit
ausgestattet. Inzwischen ist sie etwas überholt - vor allem das
Hartplastik-Drehrad bietet nicht eben Top-Haptik. Die Anzahl der Tasten ist
immer noch up to date - der IR-Controller ist nach wie vor sehr übersichtlich.
Allerdings könnten die Reaktionen auf mittels Tastendruck gegebene Befehle
etwas rascher kommen. Die Navi-Einheit agiert auch ein wenig träge.

Das Drehrad ist praktisch, aber haptisch etwas schlicht

Die "Play"-Taste und andere elementare
Bedienelemente leuchten in der Dunkelheit
Insgesamt überzeugen die Menüs durch einfache, durchdachte
Handhabung. Die wenigen Tasten am Player selber sind auch prima im Handling.
Verbesserungspotential birgt die etwas antiquiert wirkende Fernbedienung.
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