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XXL-TEST: Kann sich Onkyos DV-SP503E im Praxisbetrieb bewähren? (3/4)

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Bild

Der DV-SP503E ist visuell nicht sonderlich aufwändig gestrickt. Es gibt weder ein HDMI-Interface noch einen internen Scaler, der verbaute De-Interlacer ist auch nicht ein Luxus-Bauteil, und die Wandlermimik besteht aus einem Video-DAC (108 MHz/12-Bit) und nicht aus zwei getrennten Video D/A-Konvertern (einer für Interlaced, einer für Progressive) wie beim Denon DVD-1920. Also ein relativ "normaler", konventioneller Universalplayer mit technischen Merkmalen, die Dutzende andere Geräte auch mitbringen. Die Bildwertung ist trotzdem sehr interessant, zeigt sie doch deutlich Stärken und Schwächen der Mittelklasse-Technik im DV-SP503E.

Es beginnt sehr gut für den Onkyo beim Auflösungs-Testbild auf der AVEC Test-DVD, wo er eine beeindruckende Bildschärfe an den Tag legt, die kaum einen Vergleich zu scheuen braucht. Einzig Denons Klassenprimus DVD-1920 untermauert hier seine Extraklasse und zeichnet gerade die Linien im höher frequenten Bildbereich noch klarer und differenzierter. Der 1920 rückt mit diesen Leistungen selbst dem 799 €-Modell DVD-2910 auf den Pelz. Nur der visuelle Kenner sieht noch mehr Plastizität und Detailtreue beim 2910, aber dann reicht nicht ein Testbild, um dieses nochmals höhere Niveau eindeutig aufzuzeigen. Die richtige Methode ist dann, gleich längere Testreihen durchzuführen, um anhand verschiedener Beispiele die Differenzen ausfindig zu machen. 

Auch bei den Real-Testbildern auf der AVEC Test-DVD schneidet der Onkyo gut ab. Die Insellandschaft stellt er gut detailliert und insgesamt scharf, aber nicht künstlich überschärft, dar. Bei Bedarf kann man im internen Video-EQ die Bildschärfe auf "fein" einstellen, selbst dann sind, bei geringfügig besserer Detailherausstellung, kaum Doppelkonturen zu sehen. Sehr gut auch die Bildwiedergabe der Wigwams, die von Fackeln erleuchtet werden. Die klare, satte Farbwiedergabe und der tadellose Kontrast sprechen hier für den DV-SP503E. Plastisch und farblich natürlich präsentiert der DVD-Spieler auch die verschiedenen Früchte, zu achten ist beispielsweise auf dei dunklen Weintrauben unten rechts im Bild. Jede einzelne Traube wird klar wiedergegeben, auch die, die sich teilweise in der Dunkelheit befinden, können klar geortet werden. Fein gezeichnet sind die Birnen und der Granny Smith-Apfel. Kleinste Schwächen lassen sich nur bei den Himbeeren ausmachen. Diese werden von Upperclass-Playern noch detailreicher und klarer wiedergegeben. Eine Spitzenleistung folgt dann bei der rosafarbenen Blume: Die Blütenblätter treten klar und scharf in den Vordergrund, der bewusst unscharfe grüne Hintergrund grenzt sich hervorragend ab. An den Blütenrändern treten keine Doppelkonturen auf. Das Innere der Blüte gefällt ebenfalls in Bezug auf Detaillierung und Einarbeitung ins Gesamtbild. Die feinen Wassertröpfchen auf der roten Rose stellt der DV-SP503E gut dar. Allerdings bringt hier ein Hochregeln des Schärfereglers von "Standard" auf "Fein" keine sichtbare Verbesserung. Dieses Bild beweist, dass Luxus-DVD-Player auch mehr Bildgüte bereitstellen, denn hier wirken die kleinen Tropfen noch klarer erkennbar und plastischer. Schön modelliert der DV-SP503E die verschiedenen, übereinander liegenden Hände heraus.

Kommen wir nun zur Bewertung des geräteinternen De-Interlacers. Auf der AVEC Disc ist auch die "Pendel Sequenz farbig": Hier können Bewegungsunschärfen im Chrominanz- und im Luminanzbereich aufgedeckt werden. Hier ist darauf zu achten, dass das Pendel sauber und klar gezeichnet und die Farben ohne Verrutschen oder Auslaufen wiedergegeben werden. Es werden Rückschlüsse auf die Art und die Güte des De-Interlacings des Panels, oder bei direktem progressiven Anschluss des Zuspielers, Rückschlüsse auf die Qualität des De-Interlacers im DVD-Spieler gezogen - hier also auf den simplen De-Interlacer des Onkyo. Ein interessantes Detail stellt nämlich die dünne schwarze, durch zwei Pfeilspitzen gekennzeichnete Linie dar. Flimmert diese Linie grundsätzlich, ist dies ein Indiz dafür, dass der interne De-Interlacer sehr einfach arbeitet und nur interpoliert, und genau dieses Flimmern machten wir beim Onkyo ausfindig. Wenn nur dann ein Flimmern der Linie zu sehen ist, wenn der Pfeil gerade über die Linie gleitet, dann ist davon auszugehen, dass das de-interlacende Gerät über ein adaptives De-Interlacing verfügt, welches zwischen Halbbildern mit sich nicht veränderndem Bildinhalt und bewegten Halbbildern unterscheiden kann. Bei Halbbildern, in denen sich der Bildinhalt nicht verändert, werden die Bilder miteinander verwoben, während bei bewegten Halbbildern das jeweils fehlende Halbbild hinzugerechnet wird. Unser Elite-Panel vom Typ Pioneer PDP-436XDE hatte im direkten Vergleich keinerlei Probleme mit der Pendel-Sequenz, denn hier war praktisch gar kein Flimmern der Linie feststellbar. Zudem wirkte der Pfeil konturenstark und bot im Bewegungsvorgang stets klar gezeichnete Ränder. Exzellent, wie zu erwarten, auch die De-Interlacing-Leistung des Onkyo DV-SP1000E, die Linie steht wie eine Eins, ganz gleich, wie der Pfeil sich auch gerade bewegt - kein Flimmern, kein Zittern, pure Perfektion. Immer noch, das verdeutlichen solche Tests, ist der DV-SP1000E einer der besten DVD-Player der Welt. 

Doch wir wollten natürlich noch mehr über den De-Interlacer des Onkyo DV-SP503E  in Erfahrung bringen. Zu diesem Zweck legten wir die Peter Finzel Test-Disc in den Universalplayer - und dort gab es hochinteressante Beobachtungen, die sich nicht mit dem decken, was wir beim Pfeil-Testbild auf der AVEC Disc beobachten konnten. Beginnen wir - auf der Peter Finzel Test-DVD gibt es einen dreistufigen Filmmode-Test. In Stufe eins sehen wir ein kleines Bild mit vielen Details (besonders zu achten ist auf feine Details in den Fensterkreuzen und in der Dachstruktur), welches sich mit gleichbleibender Geschwindigkeit bewegt. Das sollte eigentlich auch ein normaler, nicht überdurchschnittlich aufwändiger De-Interlacer hinbekommen - und der DV-SP503E patzt nicht. Bereits diese Beobachtung widerspricht den oben gemachten Beobachtungen, denn bei einem ganz simplen De-Interlacer ohne Filmmode, der grundsätzlich nur interpoliert und nicht zwischen Halbbildern mit sich nicht veränderndem Bildinhalt und bewegten Halbbildern unterscheiden kann, würden hier bereits Probleme auftauchen, und das Bild würde mit matschigen Details und sichtbarem Zittern wiedergegeben. Selbstverständlich managen im direkten Vergleich auch der Pioneer PDP-436XDE und auch der DV-SP1000E diese Sequenz souverän. Nun kommen wir zur Stufe 2. Hier werden zusätzlich zum kleinen Bild noch dünne Linien mitbewegt. An den Rändern des Testbildes tauchen statische vertikale Bursts auf. Diese Änderungen sorgen dafür, dass mancher De-Interlacer mit seinem Latein am Ende ist. Die vertikalen Bursts beginnen, zu flimmern und zu zittern, und diese "Seuche" befällt auch die dünnen Linien. Doch der DV-SP503E leistet sich hier keinen Schnitzer, alles bleibt absolut ruhig. Die Show des zunächst als De-Interlacing-Problemkinds geouteten Onkyo geht aber noch weiter, denn Peter Finzel hält auf seiner DVD noch eine dritte Stufe des Filmmode-Tests parat. Dort gibt es kein Realbild, welches sich bewegt, sondern ein per PC generiertes feines Muster. Eine Kombination, die es in realen Filmen kaum gibt, insofern wäre ein Scheitern des De-Interlacers hier verzeihlich. Doch der 503 enttäuscht uns nicht und ermöglicht eine klare, ruhige und zitter-/flimmerfreie Wiedergabe. Übrigens: Selbst der ansonsten makellose Pioneer PDP-436XDE zeigt hier leichtes Flimmern innerhalb des computergenerierten Bildes.  

Weiter geht es mit dem Test des Verhaltens bei Videomaterial. Auch hier hat Finzel einen entsprechenden Test entworfen. Die Sequenz, die eine japanische Süßigkeitentheke zeigt, weist auf der linken Seite zusätzlich noch eingeblendete Vertikalbursts im ersten Teil des Tests auf. Gerade der unterste Burst, gleich über dem "PFP"-Logo, kann Indiz fürs angewendete De-Interlacingverfahren sein. Zittern oder flackern die Linien, so ist zu vermuten, dass der De-Interlacer lediglich interpoliert, d.h. die im Halbbild fehlenden Bildzeilen werden hinzuaddiert. Dadurch zittern oder flackern dann feine Vertikaldetails, weil sie eigentlich nur ein dem einen Halbbild enthalten sind. Andere De-Interacer arbeiten mit feineren Methoden. Sie speichern mehrere aufeinander folgende Bilder und erstellen einen Mittelwert, indem sie auch die vorherigen und die nachfolgenden Halbbilder mit einbeziehen. Das Zeilenflimmern ist bei dieser Methode geringer, aber die vertikale Auflösung ist trotzdem beschnitten. Mittels Filter - dies ist die harte Methode - entfernt die nächste Sorte  De-Interlacer einfach vertikale Details, ab einem bestimmten Bildfrequenzbereich wird abgeschnitten. Die Folge: Kaum  Zittern, aber ein verschwommenes und detailarmes Bild (wenn De-Interlacer nach dieser Methode vorgehen, ist der unterste Burst im Finzel-Test einfach grau, es sind keine Linien mehr auszumachen). Die "cleversten" De-Interlacer arbeiten adaptiv, sie unterscheiden unbewegte von bewegten Halbbildern. Findet in den Bildern Bewegung statt, wird interpoliert, findet praktisch keine Bewegung statt, werden die Halbbilder miteinander verwoben. Nach Analyse des Quellmaterials entscheidet der De-Interlacer, welche Strategie er anwendet.

Und wie schlägt sich nun der 503? Wir erleben die nächste Überraschung: Kein Zittern, kein Flimmern verunstaltet den untersten vertikalen Burst. Lediglich Treppenstufen sind an den schrägen Kanten der Süßgkeitentheke gut zu sehen - dies zeigt, dass der De-Interlacer sich nicht in einem Nachbearbeitungsprogramm speziell der Kantenglättung widmet (der Treppenbildung an diagonalen Kanten wirkt z.B. Faroudjas DCDi durch das "Edge Enhancement" entgegen). Aber wir waren trotzdem sehr überrascht - die hier gezeigten Leistungen waren rundherum überzeugend. Dies beweist auch die Detailwiedergabe bei "Gladiator" (das von Finzel empfohlene Kapitel 15, Laufzeit zwischen 79.00 und 80.00 min.), hier zeichnet der Onkyo die Kettenhemden der Gladiatoren ebenso sauber wie die prächtigen Gewänder inklusive Schmuck vom Imperator und dessen Gefolgsleuten. Im darauf folgenden Kampf überzeugt der Onkyo durch die ruckelfreie Darstellung der schnellen Bewegungen. Auch, wenn der Kampfwagen mit hoher Geschwindigkeit über den Sandboden fährt, ist der Sand noch deutlich zu erkennen und wird nicht matschig dargestellt. Die Abgrenzung des Dachs der Arena vom stahlblauen Himmel ist präzise, es sind weder störende Doppelkonturen sichtbar, noch laufen die Farben ineinander über. Bei "Space Cowboys" dafür bekommt der DV-SP503E Probleme: Im 8. Kapitel bei Laufzeit ca. 25.30 ist ein Holzzaun im Hintergrund zu sehen - und hier produziert der Player unschöne Moiré-Effekte. Der Vergleich zeigt, wie perfekt es geht: Beim Pioneer PDP-436XDE ist der Zaun vorbildlich ruhig und wird detailliert gezeigt. Auch beim Onkyo DV-SP1000E ist nichts von Moiré-Mustern zu sehen. Die sehr hohe Bildschärfe und die hohe Plastizität sind Quell reiner Freude. 

Einen weiteren Fehler leistet sich der Onkyo dann noch beim De-Interlacing. Der Knackpunkt: Falsch geflagte, d.h. gekennzeichnete DVDs. Nur, wenn der DVD-Spieler den Flags nicht "blind" vertraut, sondern stets immer selber überprüft und dann das entsprechende De-Interlacing anwendet, kann man das Problem falsch geflagte DVD elegant lösen. Die weniger elegante, dafür kostengünstigere und auch funktionsfähige Lösung ist ein fest einstellbarer Video-Modus - doch einen solchen hat der DV-SP503E im Gegensatz zum Denon DVD-1920 nicht. Daher scheitert der Universalplayer bei der entsprechenden Sequenz auf der Peter Finzel Test Disc. Das Flackern beim "Interlaced" Testbild mit falschem Interlaced Flag beweist es, der 503 vertraut dem falschen Flag und gibt nicht mehr korrekt in Vollbildern wieder. Doch auch der Pioneer PDP-436XDE und der Onkyo DV-SP1000E zeigen hier keine vollkommende Leistung. Die richtige Handhabung solcher falsch gekennzeichneten DVDs ist anscheinend nach wie vor schwierig. 

Sogar eine Gammakorrektur bringt der DV-SP503E mit. Natürlich darf man in dieser Preisliga keine extrem genauen Einstellmöglichkeiten erwarten

Kleiner Nachteil: Die Bildschärfe lässt sich nur in drei Stufen justieren

Kurz noch ein paar Takte zum Video-EQ. Dieser ist gut ausgestattet, was aber fehlt, ist ein feiner dosierbarer Schärferegler (es gibt nur "Standard", "fein" oder "weich"). Überraschenderweise zeigt die "fein"-Einstellung aber manchmal tatsächlich eine sichtbare Wirkung und optimiert das Bild im Detail. Die Gesamtbildhelligkeit lässt sich recht genau in Stufen von - 20 bis + 20 einstellen. Der Kontrast weist einen Regelbereich von - 16 bis + 16 auf. Tönung (= Hue oder Tint) ist die Justagemöglichkeit für die Rot-/Grün-Balance bei NTSC-Material, der Regelbereich reicht von - 9 bis + 9. Hinter "Chroma Level" verbirgt sich die Einstellmöglichkeit für die Farbsättigung ( - 9 bis + 9). "BNR" (Block Noise Reduction) ist ein Filter gegen Blockrauschen, hier sind allerdings nicht mehrere schaltbare Stufen verfügbar, sondern nur die Einstellung "an" oder "aus". Was noch fehlt, sind individuell programmierbare Bildspeicher. Drei Speicherplätze wären beim Kaufpreis des DV-SP503E bestimmt noch drin. 

Insgesamt verdient sich der DV-SP503E gute Zensuren in der Bildwertung. Das Gerät ist auch nicht als Highend-Modell für visuelle Perfektionisten gedacht, sondern eher als Universalplayer der Mittelklasse, also für Anwender, die kein Billigmodell wünschen, sondern einen DVD-Spieler, der ordentliche Bildqualität mit ansprechender akustischer Performance zu einem bezahlbaren Preis miteinander verbindet. 

Bewertung

Bemerkung: Mit sechseinhalb von zehn Sternen erreicht der relativ preisgünstige Onkyo ein respektables Ergebnis in der Bildwertung. Katastrophale Schwächen finden sich nirgendwo. Dass das De-Interlacing bei einem Modell dieser Liga nicht perfekt ist, können wir verzeihen, doch die Konkurrenz zeigt, dass es noch billiger und besser geht: Der Denon DVD-1920 ist für visuell orientierte Anwender die bessere Wahl - nach 2006er Testmaßstab würde Denons Spitzen-Player volle 8 Sterne einheimsen, was für einen 350 €-Player sensationell gut ist. Das verdankt der DVD-1920 nicht zuletzt auch seinem Top-Bild über HDMI und dem in Verbindung mit der HDMI-Signalausgabe auf Wunsch tätigen ausgezeichneten internen Scaler. 

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