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XXL-TEST: Nubert nuLine 120/CS-70/DS-60/AW-1500

Test-Equipment: 

  1. AV-Receiver/Verstärker: Denon AVC-A11XV, Denon AVC-A1XVA, Onkyo TX-SR803E
  2. DVD-Player: Denon DVD-2910
  3. Bildwiedergabegerät: Toshiba 42WL58P, Samsung LE-32R73BD
Klang

Vor der eigentlichen Bewertung des Klangs wollen wir uns verschiedenen grundsätzlichen Aspekten widmen. 

Von einem Lautsprechersystem für knapp 4.800 € kann akustisch einiges erwartet werden - wobei eine so globale Feststellung in der Praxis beinahe völlig haltlos ist. Was heißt "einiges erwarten" ? Soll ein überaus brillanter, feinfühliger, aber auch bei weniger gutem Ausgangsmaterial anfälliger Hochtonbereich aufgeboten werden? Soll das System einen voluminösen, sehr nachdrücklichen, oder lieber einen extrem präzise gestaffelten Bass offerieren? Sollen die Mitten mit außerordentlicher Prägnanz, oder eher zurückhaltend wiedergegeben werden? Fest steht, dass kein System, auch nicht für 10.000 oder gar 30.000 €, die Ansprüche aller Hörer gleichermaßen erfüllt - das ist konstruktiv auch kaum möglich. Gut, die Fraktion der absoluten HiFi-Liebhaber weist darauf hin, dass es prinzipiell möglich wäre, DEN  Lautsprecher schlechthin zu konstruieren: Für diese Hörerschaft wäre dies ein Schallwandler, der in der Lage ist, das Ausgangssignal nahezu 1:1 zu reproduzieren (was natürlich nur in Verbindung mit entsprechend neutraler, vorgeschalteter Elektronik möglich ist). In der wirklichen Hör-Praxis jedoch haben die Bedürfnisse der Anhänger des HiFi-Ideals zwar einen durchaus beachtlichen, aber nicht alles beherrschenden Stellenwert, will heißen: Es gibt so viele anderer Hörergruppen, die auch innerhalb ihrer Anlage wünschen, dass gewisse interpretatorische Einflüsse durchscheinen, dass es viel Sinn macht, für viele Hörer-Gruppen auch entsprechend abgestimmtes Equipment anzubieten. Erstaunlicherweise kann man sich beim Durchlesen der Hersteller-Angaben denken, dass ausschließlich der HiFi-Hörer mit viel Technikerfahrung fokussiert wird, denn beinahe jeder Hersteller rühmt die Linerarität und die unverfälschte Wiedergabemöglichkeit seiner Box. In der Praxis jedoch findet bei reinen Consumer-Produkten beinahe alles statt - nur, bis auf einige Ausnahmen, kein neutraler Klang: Von sorgfältiger, angenehm interpretatorischer Abstimmung, die nichts verfälscht, sondern nur gewisse klangliche Eigenschaften gezielt und wohl dosiert vertieft, bis zu unpassendem Sounding wird alles aufgeboten. Oft kann ein Lautsprecher durch seine sehr spezifische klangliche Auslegung auch schon in Blindtest "enttarnt" werden: Der besonders feinfühlige Hochtonbereich oder der besonders wuchtige Bass sind dann Kennzeichnen, die den Hersteller "verraten".  Wir möchten diese Betrachtung schließen mit dem Fazit, dass der Lautsprechermarkt für beinahe jeden Anspruch die richtigen Alternativen bereit hält - wer besonders neutral hören möchte, kann so beispielsweise auf Studiomonitore oder aber auf Endverbraucher-Lautsprecher mit einer Charakteristik, die der eines Studiomonitors nahe kommt, zurückgreifen, wer viel Bass möchte, kann sich auch auf verschiedene Hersteller verlassen, und wer brillante, fein auflösende Höhen schätzt, wird ebenfalls seinen Favoriten küren können. Das Wichtigste ist die Erstellung eines eigenen Hörprofils, d.h. man sollte in sich gehen und ermitteln, wie man bereit ist, Musik und Filmton in sich aufzunehmen. Anschließend kann man dann durch umfangreiches eigenes Probe hören sein persönliches Lautsprechersystem finden. Tests können dabei nur eine Stabsfunktion aufweisen und eine tendenzielle Richtung andeuten, den wichtigsten Teil muss der Interessent durch eigenes Probe hören jedoch selbst ableisten, möchte er wirklich glücklich sein mit seiner Kaufentscheidung. 

Kommen wir als nächstes zum Preisgefüge. 4.780 € sind für die meisten Anwender viel Geld. Daher brauchen Personen, die sich selbst zum akustischen Highender erklärt haben, nicht verächtlich die Nase zu rümpfen: Für diesen Betrag sollte ein sauber konstruiertes Lautsprechersystem realisierbar sein, dass es, wie oben beschrieben, natürlich nicht jedem Anwender, aber doch einem breiten potentiellen Käuferkreis "Recht macht". Und: Wer deutlich mehr ausgibt, muss nicht zwangsläufig glücklicher sein. Wie die Praxis lehrt, gibt es gerade bei preislich sehr exklusiven Sets Auslegungen, die zwar aus konstruktiver Sicht einen wahren Höhepunkt darstellen, mit sehr spezieller Klangcharakteristik jedoch für manchen Hörer nicht unbedingt empfehlenswert sind und zudem nach sündhaft teurer Elektronik für die passende Zuspielung verlangen. Da sind nochmals mindestens 10.000 bis 15.000 € nochmals für die richtigen Zuspieler einzukalkulieren. Daher: Wer einigermaßen "allgemeintaugliche", umfassende Talente sucht, ist in der Liga zwischen rund 3.000 und ca. 10.000 € sehr gut aufgehoben, wobei man nichts verallgemeinern darf, denn manche absoluten Luxus-Boxen wie unsere JBL K2 S5800 haben absolut keine "Star-Allüren", sondern begeistern mit der Kombination aus vielen einzelnen, besonders ausgeprägten Fähigkeiten mit einem ungemein stimmigen, für viele Hörer interessanten Gesamtauslegung. Fazit hier: Nur das Geld, welches das Lautsprechersystem kostet, ist nicht entscheidend, sondern - siehe oben - die akustische Auslegung. Und nicht vergessen darf man auch das Preis-/Leistungsverhältnis: Hersteller wie Quadral, Teufel, Nubert, Elac, Monitor Audio, Canton, JBL oder Infinity bieten zu vernünftigen Preisen wohl klingende Lautsprechersets, und im Gegensatz zu so manch anderem Anbieter werden bei den von uns aufgeführten Marken keine Extra-Boni für den wohlklingenden Markennamen verlangt, die sich zu Null Prozent im akustischen Gesamtniveau widerspiegeln - nur am fehlenden Geld im Portemonnaie des Käufers wird diese Eigenschaft deutlich. 

Als weiteres wollen wir erläutern, was uns bei den Testreihen wichtig ist - denn auch hier setzt jeder andere Prioritäten. Sehr wichtig ist die Belastbarkeit/Pegelfestigkeit der Lautsprecher. Denn auch wenn gewiss nicht jeder Anwender großes Heimkino im großen Hörraum mit großem Pegel produzieren möchte, so sollten hochwertige Schallwandler doch die Möglichkeit bieten, dass der Begriff "Heimkino" auch mit Leben gefüllt werden kann. "Salontiger", die feinst detaillieren und wohlfeil abgestimmt servieren, haben sicherlich das Potential, den akustischen Gourmet nach Herzenslust zu verwöhnen - doch fehlen die Möglichkeiten, auch hohe Pegel ohne störende Nebenwirkungen realisieren zu können, kann man dieses Set zwar schon sehr gut, aber nicht meisterlich bewerten, weil es für den wahren Home Theatre-Fan und Liebhaber hoher Pegel ungeeignet ist. Und AREA DVD ist immer noch in erster Linie Anlaufpunkt für Home Theatre-Interessierte. Ferner wichtig sind die flexiblen Einsatzmöglichkeiten an unterschiedlichen Elektronik-Ketten. Wenn z.B. ein Lautsprechersystem wie unser nuLine-Set nur in Verbindung mit einem 7.000 € AV-Boliden gut klingt, sind diese ebenso nicht gegeben, wie wenn bereits bei einem knapp 2.000 € teuren AV-Receiver das Ende der Fahnenstange erreicht ist und man merkt, dass der AV-Receiver vom Unvermögen des Lautsprechersystems eingebremst wird. Daher legen wir auch auf die Einbindungsmöglichkeiten viel Wert. Des Weiteren ist wichtig, dass sich beim Hören der Eindruck intensiv erlebter Faszination einstellt. Dies kann allerdings auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. Manche Lautsprechersets beeindrucken durch ihr bombastisches Wesen, andere durch ihre gepflegten Manieren, wieder andere durch einen sehr fein auflösenden Hochtonbereich.  Und es gibt auch Sets, die durch ihre sehr neutrale Auslegung imponieren, so dass überragende Aufnahmen authentisch genossen werden können. 

Nach dieser Einführung wollen wir uns nun ausführlich dem nuLine 120/CS-70/DS-60(AW-1500-Set widmen. Verschiedene Komponenten wie die nuLine 120 oder der nuLine AW-1500 sind bereits aus ausführlichen Einzel- oder Vergleichstests bekannt und haben einen ausgesprochen guten Eindruck hinterlassen. Allerdings  - das wollen wir nicht verheimlichen - eine so große Überzeugungskraft, wie sie das gesamte 5.1 Set ausstrahlt, ist uns bei den anderen Testreihen mit "Teilen" des Gesamtsets nicht untergekommen. Hier findet zusammen, was zusammen gehört - in dieser Konstellation wird ein Hörspaß möglich, der fürs gebotene Geld ohne Zweifel beispielhaft ist. Dies fängt bereits bei der Bewertung der Belastbarkeit/Pegelfestigkeit an. Der starken Konkurrenz zum Trotz - hier fährt das nuLine-Set in der "Alonso-Liga": Ebenso wie aktuell in der Formel 1, wo der junge Spanier mit seinem Renault durch drei eindrucksvolle Siege in Folge, in Barcelona, Monte Carlo und Silverstone, sämtliche Kontrahenten mühelos in Schach hielt und bereits seinen zweiten Weltmeistertitel im Visier hat, so schlägt auch das nuLine 120-Set alle anderen uns bekannten Sets seiner Preisgefilde und mit ähnlichem Grund-Setup (2 x Standlautsprecher vorn, 1 x Center, große Rears, großer aktiver Subwoofer) ohne Schwierigkeiten. Durch den "Power-Bonus" des AW-1500 stellt selbst das nuWave 125, CS-65 und AW-75-Set keine ernsthafte Konkurrenz dar. Während beim reinen Standlautsprecher-Vergleich die extremst pegelfesten nuWave 125 sogar noch minimal mehr Leistung verkraften als die nuLine 120, gerät beim gesamten Systemvergleich das von uns getestete nuWave-Set ins Hintertreffen: Nur der, der gleich zwei nuWave AW-75 ordert, wird sich über ein ähnliches Leistungserlebnis freuen können, wobei die absolut homogene, glasklar-souveräne Pegelfestigkeit des AW-1500 auch hier kaum zu schlagen ist, so merkwürdig dies auch klingen mag. Auch durch die nahezu perfekte Einbindung des Subwoofers in die Front-Klangkulisse wird ein weit überdurchschnittlich dynamischer, nachdrücklicher Eindruck auch bei höchsten Pegeln erreicht. Hier kann kaum ein anderes Standlautsprecher-/Subwoofer-/Regallautsprecher/Set mit: Auch wenn z.B. das Canton Karat 5.1-Set für seine Größenverhältnisse sehr gut mithält, ziehen die Ostalb-Lautsprecher bei hohen Pegeln mit einer Konsequenz vorbei, die verblüffend ist. Hier schöpfen die nuLine Boxen ihren "Größenvorteil" vor allem bei Standlautsprechern und Subwoofer gnadenlos aus. Keine Chance auch für das Pioneer S-H810V, S-C80 und S-W250-Set: Hier machen die enorm leistungsfähigen "nuLiner" kurzen Prozess und degradieren das Pioneer-Set zu einem belanglosen Statisten. Selbst dann, wenn man sich zwei S-W250 gönnt, werden Liebhaber hoher Pegel mit dem nuLine-System weitaus glücklicher, denn der bärenstarke nuLine AW-1500 hält auch zwei der Pioneer-Woofer mühelos auf Distanz. Das Pioneer-Set ist eher für denjenigen ausgelegt, der einen feinen, sehr nuancenreichen und geschliffenen Hochtonbereich bei normalen bis gehobenen Lautstärken genießen möchte.  Was das Nubert-Set kann, wird auch im Vergleich zum JBL Studio L-Set deutlich. Auch dann, wenn man gleich zwei der für sich betrachtet enorm leistungsfreudigen JBL Subwoofer L8400 dazu kombiniert, werden die extremen möglichen Pegel des nuLine-Ensembles nicht erreicht. 

Hier also erzielt das nuLine-Set absolute Traumnoten und kann sich nicht nur in dieser Preisklasse souverän vom Rest des Feldes absetzen - vielmehr dürfte es selbst für den doppelten Betrag schwierig sein, ein entsprechend leistungsfähiges Standlautsprecher/Subwoofer-Ensemble zu finden. Damit legt das nuLine-Set bei der Bewertung der Pegelfestigkeit den Grundstein für das später folgende exzellente Testergebnis.

Top-Besetzung: Das nuLine-Set und der Denon AVC-A1XVA  

Das Nubert-System überzeugt ebenfalls durch die breiten Kombinationsmöglichkeiten mit vorgeschalteten Elektronik-Ketten. Beinahe schon eine Sensation stellt dar, wie überragend unser Set-Up mit dem 6.999 € teuren Super-Boliden Denon AVC-A1XVA zusammenarbeitet. Wir haben verschiedene Set-Ups gehört, auch mit teureren Schallwandlern, aber in keiner anderen Kombination wurde der kraftvolle, dynamische, mitreißende Sound des Denon so gut präsentiert wie mit unserem nuLine-Ensemble. Dies ist ein Beweis für die exorbitante Leistungsfähigkeit und das ausgezeichnete Anpassungs- und Integrationsvermögen. Doch auch an kleineren AV-Receivern der "gutbürgerlichen" Mittelklasse ist das nuLine-Set voll in seinem Element, wie sich anhand umfangreicher Feldversuche an einem Onkyo TX-SR803E herausstellte. Gerade der sehr klare, ausgewogene und fein dosierte Sound, der den Onkyo auszeichnet, kam sehr schön zum Ausdruck, allerdings ließ es sich das nuLine-Set nicht nehmen, diesen Auftritt noch durch eine Extraportion Kraft tief aus dem Inneren des nuLine AW-1500 im Bassbereich "nachzuwürzen". Während der edle Denon auch im reinen 5.0 Setup brillierte und die nuLine 120 beweisen konnten, was im Bassbereich geht, sollte man in der Liga des Onkyo TX-SR803E auf jeden Fall den monumentalen AW-1500 mit einsetzen, der für einen jederzeit spürbaren Gewinn an tieffrequenter Kraft sorgt, der aber nie aufgesetzt und aufgedickt, sondern fundiert und sauber integriert in Erscheinung tritt. Insgesamt stellt die Liga ab ca. 1.200 € die Untergrenze dar, möchte man das nuLine-System in ansprechender Form betreiben. Nach oben - und das ist tief beeindruckend - setzen die Grenzen erst  ungemein spät ein, selbst der AVC-A1XVA kann sich voll entfalten, viel besser als an diversen weitaus kostspieligeren Systemen, wo man aufgrund des zum Denon passenden Preisgefüges eher an eine gute Zusammenarbeit glauben würde.

Der nuLine CS-70 besticht durch Pegelfestigkeit und präzisen Aufbau

Nun nehmen wir uns dem nächsten Faktor an - dem Faszinationspotential. Und hier ist es ebenfalls beinahe unglaublich, was das nuLine 120-Set leisten kann. Beginnen wir mit der Filmtonwiedergabe. Die dritte Episode von "Star Wars" stellt hohe Anforderungen ans Equipment. Während in den vielen Actionszenen die massiven Effektsalven effektiv umgesetzt werden müssen, kann sich insbesondere der Center bei den verschiedenen feinnervigen Dialogsequenzen beweisen. Eine homogene, in sich schlüssige und detailreiche Umsetzung ist beim imposanten Music Score erforderlich. In allen Belangen kann sich das nuLine-Set hervorragend in Szene setzen - so beeindruckt der Centerlautsprecher mit viel Feingefühl, gleichzeitig aber mit viel Fundament. Hier kann er von seinem großen Volumen profilieren. Die Dialoge im Rat der Jedis werden so zu einem echten Erlebnis, da der CS-70 es ausgezeichnet versteht, jeder Stimme ein sehr charismatisches Profil zu verleihen. Ganz gleich, ob Obi Wan, Mace Windu oder Yoda: Es macht einfach Spaß, den Dialogen zu lauschen, weil man sich durch die Präzision des CS-70 richtig in die Gesprächssituation hineinversetzen kann. Dieses große Maß an Geschliffenheit, das auch bei hoher Lautstärke nahezu uneingeschränkt erhalten bleibt, hätten wir vom sehr preiswerten nuLine-Center nicht erwartet. Mit 415 € steht dieser gelungene Lautsprecher in der Nubert-Preisliste - enorm wenig Geld, wenn man bedenkt, dass doppelt so kostspielige Center geschlagen werden. Woran liegt dies nun genau? Während man sich bei vielen Konkurrenzprodukten zwischen Detailfreude, Fundament und Pegelfestigkeit entscheiden muss, vereint der CS-70 alle drei Eigenschaften auf hohem Level. Natürlich, dies soll erst gar nicht verschwiegen werden, gerade in Bezug auf die Detailreproduktion geht noch deutlich mehr. Aber dies ist auch mit deftigen Aufpreisen verbunden, gerade wenn Pegelfestigkeit und Fundament auch noch ansprechend sein sollen, ist leicht das Dreifache an Investitionsvolumen fällig. Auch bei "Sahara" punktet der CS-70 mit seiner klaren Wiedergabe. Da dieser Film insgesamt außerordentlich laut ist und von den Actionszenen beherrscht wird, ist es enorm wichtig, dass in den effektreichen Sequenzen eine saubere Trennung zwischen Effekten, die von vorn aus der Mitte kommen, und den Stimmen vorgenommen wird. Diese Differenzierungsarbeit stellt gerade bei gehobenem Pegel viele Centerlautsprecher vor massive Probleme. Der Nubert nuLine CS-70 hingegen agiert mit hoher Souveränität und nimmt auch die korrekten Platzierung von Effekt- und Stimmanteilen im Raum vor. Dies alles geschieht mit tadelloser Dynamik und sehr angenehmer akustischer Auslegung. im direkten Vergleich wirkt der nuWave CS-65 noch spritziger, aber der Hörer wird durch die insgesamt etwas dominantere Auslegung auch mehr gefordert. Der CS-70 ist für denjenigen, der viel Wert aufs relaxte Hören legt, die noch bessere Wahl. 

Fürs Foto in Pose begeben: Die nuLine DS-60 begeistern mit ihrer atmosphärisch dichten Wiedergabe

Bei beiden Filmen außerordentlich gut in Szene setzen können sich auch die DS-60 Dipole. Gerade die Raumschlacht oberhalb von Coruscant zu Beginn von Ep. III verdeutlicht, dass diese Dipole zweifelsohne zu den besonders gut gelungenen Konstruktionen gezählt werden können. So erlebt man selbst bei einem 5.1 Setup (nicht 6.1 oder 7.1) bereits eine sehr hoch liegende atmosphärische Dichte und ein weitläufiges, facettenreiches Klangpanorama. Man erlebt alles, was hinter dem Zuhörer passiert, in einer Gesamtheit, und nicht nur, wie häufig zu beobachten, in einem Ausschnitt. Die DS-60 bieten zudem eine sehr lobenswerte Dynamik, die allerdings nie dafür sorgt, dass ein zu hektischer, auf Dauer anstrengender Klangeindruck entsteht. 

Der aktive Subwoofer AW-1500 ist stets bereit, das ganze Geschehen mit einer gehörigen Portion tieffrequenten Drucks zu versehen. Beeindruckend ist in diesem Zusammenhang das herausragende Zusammenspiel mit den beiden nuLine 120. Bei aller massiven Basskraft, die der AW-1500 aufbietet, wirkt das Ganze nie übertrieben oder aufgesetzt, sondern immer sehr gut abgestimmt. So erhält man bei Star Wars Ep. III, beim 2. Teil der Mumie oder bei den DTS Trailer DVDs 7, 8 und 9 grundsätzlich den Eindruck einer regelrechten Bassfront, der Bass steht überall zur Verfügung und breitet sich ungemein gleichmäßig aus. Natürlich gibt es "Paradeszenen", in denen man die Qualitäten des nuLine AW-1500 besonders gut nachvollziehen kann. Zu nennen wäre beispielsweise die Sequenz aus "Behind Enemy Lines" auf der 7. DTS Demo-Disc. Die krassen, kurz aufeinander folgenden Explosionen werden mit unbändiger Wucht in den Hörraum getragen, alles, was oberhalb der idealerweise bei 40 bis 60 Hz liegenden oberen Grenzfrequenz des AW-1500 liegt, wird in erstaunlich druckvoller Art und Weise von den Doppelbässen der nuLine 120 übernommen. Auch der X2-Trailer auf der 8. DTS Demo-DVD demonstiert die Bassqualität des Nubert-Teams eindrucksvoll, gerade als die Rakete in den Jet mit den Mutanten an Bord einschlägt. Doch auch die restlichen Komponenten sorgen dafür, dass Heimkino powered by Nubert ein echtes Erlebnis ist, das nicht nur an der Oberfläche kratzt, sondern in die Tiefe geht: Wem die Wiedergabe kleiner Details auch in großen Effektszenen wichtig ist, der sollte sich dieses Surround-Set genau anhören. Das macht nämlich den Reiz des nuLine-Systems aus - einerseits werden die Haupt-Effektanteile mit Wucht übertragen, durch das hervorragende Differenzierungsvermögen jedoch scheinen auch kleinere, sich im Hintergrund befindende Effekte durch und ergänzen das Gehörte zu einem detaillierten Gesamtbild. 

Die 9. DTS Demo-DVD enthält einen Ausschnitt aus "The Day after Tomorrow" - wiederum sehr schön geeignet, alle Tugenden des nuLine-Sets zu ermitteln. Die wilden Wellen werden auch von den DS-60 plastisch und raumfüllend abgebildet, während der Center bei der Stimmwiedergabe nie die Übersicht verliert, auch wenn zusätzlich krachende Effekte zu vernehmen sind. Die identischen erstklassigen Ergebnisse können übrigens bei der Mehrkanal-Musikwiedergabe erzielt werden. Hier hat uns das nuLine-Set sehr gut bei Ludwig van Beethovens "Pastorale" gefallen. Im Vergleich mit dem Nubert nuWave 125, CS-65 und AW-75-Set konnten wir bei den nuLine-Komponenten eine geringfügig andere Auslegung ausfindig machen, die bereits für viele Hörer für eine entsprechende Entscheidung sorgen dürfte. Während die nuWave-Komponenten nochmals dynamischer agieren, bieten die nuLine-Lautsprecher eine minimal lieblichere, zurückhaltendere Auslegung, die sich gerade bei derartiger klassischer Musik sehr gut macht. So kommt der erste Satz ausgezeichnet zur Geltung, die Einarbeitung aller Instrumente gelingt hervorragend. Am besten ist bei dieser DVD der Höreindruck, wenn man die DS-60 im Direkstrahler-Modus betreibt. Dann ist die Präzision bei der instrumentalen Darstellung im Surroundbereich hörbar besser. 

Bei "Jarre in China" hingegen ist es zumindest unserer Meinung nach Ansichtssache, ob man die direktabstrahlende oder die dipolare Variante der Surround-Beschallung wählt. Bei der Dipol-Version wirkt die Surroundkulisse breiter und üppiger - was sich bei diesem Live-Konzert sehr gut macht. Insgesamt gibt es nur wenig Lautsprechersysteme, die diese DVD auf hohem Level wiedergeben können, denn die vielen, parallel auftretenden Effekte und das breite Frequenzspektrum fast aller Darbietung verlangen nach einem besonders gelungenen Leistungsprofil. Die nuLine-Lautsprecher bieten auf der ganzen Linie begeisternde Leistungen, weil sie nie zu hektisch wiedergeben, sondern auch bei vielen zusammen auftretenden Effekten gelassen bleiben und ein klares akustisches Gesamtbild herausarbeiten. Die Auslegung des Hochtonbereiches ist ebenfalls rundherum positiv zu bewerten. Die nuLine-Schallwandler legen genug Zurückhaltung an den Tag, um auch bei hoher Lautstärke nicht aggressiv zu werden, gleichzeitig aber ist die Wiedergabe klar genug, um auch anspruchsvolle Naturen hinsichtlich Brillanz und Durchzeichnung zufrieden zu stellen. 

Die üppig dimensionierte nuLine 120 ist sowohl bei der Stereo- als auch bei der Mehrkanalwiedergabe voll in ihrem Element

Dass die nuLine 120 im Stereobetrieb mit exzellenten Qualitäten aufwarten können, ist bereits in unserem Standlautsprecher-Mastertest nachzulesen - hier ein Auszug über die Qualitäten der nuLine 120: "Der angenehme Hochtonbereich vermittelt die richtige Mischung aus Klarheit, Brillanz und Harmonie - die nuLine 120 klingt nicht spektakulär, aber durch ihre exzellente Integration in viele AV-Ketten dürfte sie in der Praxis die mit Abstand meisten Hörer überzeugen.....Sie löst den Klang ausgezeichnet von den Lautsprechern, eine Eigenschaft, die sonst nur sehr viel teurere Highendboxen oder Ausnahmetalente wie unsere Quadral Aurum 970 schaffen. Zusammen mit der Aurum und der extrem nachdrücklich antretenden Quadral Platinum stellt sich die überdurchschnittlich ausgewogene Nubert nuLine 120 an die Spitze aller bezahlbaren Lautsprecher, sie klingt sogar noch ausgewogener als die Nubert nuWave 125, die im Gegenzug dynamischer agiert und sich ebenfalls einen Platz an der Sonne sichert, zusammen mit der Aurum, der Platinum und der nuLine 120".  Damit ist die nuLine 120 auch bei der Stereowiedergabe eine gute Wahl, daher kann das nuLine-Set auch problemlos mit hochwertigen Vor-Endstufenkombinationen betrieben werden, die, auch wenn sie für den Multichannelbetrieb gerüstet sind, bei der Stereowiedergabe integrierten AV-Boliden oft deutlich überlegen sind. Diese Vorteile kann die nuLine 120 durch ihre hochwertige Konstruktion auch umsetzen.

Kommen wir zu einer Betrachtung des Konkurrenzumfeldes. Relativ klar umrissen haben wir bereits die Differenzen zum Nubert nuWave 125, CS-65 und AW-75-Set . Während die nuWave-Boxen noch dynamischer und forscher agieren, bietet das nuLine-System einen etwas lieblicheren Klang, der aber immer noch ein tadelloses Maß an Dynamik offeriert. Soll das nuWave-Set in Bezug auf die Pegelfestigkeit mithalten können, sollte man eine Aufrüstung auf 2 x AW-75 mit einplanen. Der nächste, ausgesprochen unangenehme Konkurrent ist das Canton Karat 5.1-Set (4.679 €), das gerade, wenn es um die optische Integration geht, Maßstäbe setzt: So attraktiv und gleichzeitig doch so unaufdringlich  präsentiert sich kaum ein anderes System. Diesem edlen Charakter folgt das Karat-Ensemble auch akustisch: Fein auflösend, akustisch stets zurückhaltend, aber ohne jemals langweilig zu klingen, ist das Karat-System wie prädestiniert für den reifen Hörer, der seine edlen Möbel von einem entsprechend edlen Lautsprecher-Set flankiert haben möchte. Das deutlich ausladendere nuLine-Set kontert mit der deutlich höher liegenden Pegelfestigkeit und der insgesamt nochmals größeren Souveränität - hier zahlt sich der schwäbische Abmessungs-Gigantismus aus. Das Monitor Audio GS-60/GS LCR-5.0-Set ist mit rund 6.800 € zwar deutlich teurer, dürfte aber mit der schon beinahe sensationellen Durchzeichnung besonders audiophil veranlagte Hörer sehr glücklich machen. Bei der Bewertung der Pegelfestigkeit hat das MA-Set keine Chance - wenn man das nuLine-Set in 5.0-Konfiguration antreten lässt, werden die beiden GS-60 glattgebügelt. Dabei sind die MA-Lautsprecher noch als wirklich pegelfest zu bezeichnen, hier sieht man deutlich, wie eindrucksvoll die nuLine 120 ihre auf dem Papier hohen Belastungswerte auch in der Praxis umsetzt. 

Damit kein falscher Eindruck aufkommt: So überzeugend das nuLine-Set auch auftritt, der Hörer, der allerhöchste Ansprüche an die Detaillierung in allen Frequenzbereichen stellt oder sich einen Hochtonbereich mit unglaublicher Durchzeichnung und hoher Strahlkraft wünscht, sollte zu nochmals deutlich teureren Systemen greifen, denn diese immens hohen Ansprüche kann das nuLine-Set nicht erfüllen - möchte es jedoch gar nicht, denn die Nubert-Schallwandler bieten dafür andere Tugenden: Auch, wenn sie nicht so zurückhaltend agieren wie die Canton Karat-Boxen, so sind sie doch in Bezug auf ihre Gesamtdarstellung als ausgesprochen angenehm einzustufen. Man kann ihnen stundenlang ohne Probleme zuhören. Dabei verbiegen die nuLines ebenso wenig wie die Cantons das Ausgangsmaterial, sondern greifen auf ihre Weise nur jeweils behutsam und stimmig interpretatorisch ein. 

Akustische Bewertung:

(Noten: Ungenügend, mangelhaft, ausreichend, befriedigend, gut, sehr gut, ausgezeichnet, hervorragend, perfekt plus alle Zwischennoten)

System Nubert nuLine 120/CS-70/DS-60/AW-1500-Set
Pegelfestigkeit ohne aktiven Subwoofer ausgezeichnet - hervorragend
Pegelfestigkeit mit AW-1500 hervorragend - perfekt
Dynamik ausgezeichnet - hervorragend
Detaillierungsvermögen/Auflösung ausgezeichnet
Akustische Ausgeglichenheit/klangliche Harmonie hervorragend
Räumlichkeit Front-Klangkulisse hervorragend
Räumlichkeit Surround-Klangkulisse hervorragend
Zur Verfügung stehende Basskraft ohne aktiven Subwoofer ausgezeichnet
Zur Verfügung stehende Basskraft mit aktivem Subwoofer hervorragend - perfekt
Flexibilität in Bezug auf geeignete Zuspieler hervorragend - perfekt
Gesamte Klanggüte in Anbetracht des Kaufpreises hervorragend - perfekt
Gesamtnote Hervorragend
Fazit:

Nubert fährt mit dem nuLine 5.1.-Setup, bestehend aus nuLine 120, nuLine CS-70, nuLine DS-60 und nuLine AW-1500 den bislang größten Testerfolg ein, denn dieses Test-Ensemble sichert dem schwäbischen Hersteller völlig verdient sein erstes "Masterpiece": Mit superben Leistungen, die der Preisklasse in jeder Beziehung weit entwachsen sind, lässt unser Test-System nirgendwo Zweifel an der Ambition aufkommen, neue Maßstäbe vor allem auch in Bezug aufs Preis-/Leistungsverhältnis zu setzen. Die Pegelfestigkeit gehört mit zum Besten, was wir, unabhängig von der Preisklasse, überhaupt je gehört haben, dafür verantwortlich ist die nahezu perfekte Kombination aus großvolumigen Standlautsprechern und extrem leistungsstarken aktiven Subwoofer. Auch voll punkten kann das nuLine-Set mit den vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten. Vom AV-Receiver der 1.200 €-Liga über die Bolidenliga bis zu sehr guten Vor-/Endstufenkombinationen ist praktisch alles möglich. Immer begeistern Dynamik und Kraft, das nuLine 120-Set eignet sich sowohl zum entspannten Hören als auch zum hochpegeligen, wahren Home Theatre-Einsatz. Durch die ausgewogenen, klar klingenden nuLine 120 ist ferner eine außergewöhnlich gut Stereo-Klangqualität gesichert. Herausragend arbeitet auch der DS-60, die atmosphärisch enorm dichte, vielschichtig aufgebaute Surroundkulisse lässt nur einen Schluss zu: Dieser schwäbische Dipol ist eine der besten Konstruktionen, die derzeit überhaupt auf dem Markt zu finden sind. Der größte nuLine-Center, unser CS-70, möchte in Anbetracht der Ausnahme-Leistungen seiner "Kollegen" natürlich nicht zurückstehen und beeindruckt mit seiner fundierten, exakten Stimmwiedergabe. Dass der AW-1500 in dieser Aufzählung am Ende genannt wird, sollte nicht damit gleichgesetzt werden, dass die anderen Komponenten für noch mehr klangliche Highlights sorgen: Der Doppelchassis-Woofer ist und bleibt ein Traum-Gerät, das im Rahmen dieses Ensembles optimale Einfaltungsmöglichkeiten serviert bekommt. Zusammen mit den nuLine 120 wird eine tieffrequente Performance erreicht, die nahezu beispielhaft ist. Insgesamt beweist dieser Test erneut, dass Lautsprecher-Systeme der absoluten Spitzenklasse nicht gleich ein halbes oder gar ganzes Vermögen verschlingen müssen. Gut, das nuLine-Set ist optisch ungemein schlicht und zugleich sehr ausladend, wer ein geschliffenes, feines Design erwartet, liegt hier falsch. Die Verarbeitung an sich ist aber exzellent, mit hochwertigem Echtholzfurnier, sauberen Kanten und präzise eingepassten Chassis. Für das nuLine-Set spricht auch die sehr gute Ausstattung, es fehlt an nichts: Die Klangcharakteristik kann bei jedem Lautsprecher beeinflusst werden, der aktive Subwoofer bietet sinnvolle Filteroptionen und die Dipole sind wahlweise auch als Direktstrahler nutzbar. 

Endlich geschafft: Das in jeder Disziplin weit überdurchschnittliche nuLine 120/CS-70(DS-60/AW-1500-Ensemble holt völlig verdient Nuberts erste "Masterpiece"-Auszeichnung in einem AREA DVD-Test nach Schwäbisch Gmünd

Masterpiece Kategorie 5.1-Lautsprechersysteme aufgrund Höchstleistung zum Niedrigpreis
Oberklasse (Aufwertung aufgrund brillanter Pegelfestigkeit)
Test 18. Juni 2006
Preis-/Leistungsverhältnis
Pro:
  • Nahezu optimale Pegelfestigkeit, schlägt auch deutlich teurere Systeme

  • Basskraft auf extremem Level

  • Überragende Dynamik

  • Surround-Dipole mit hervorragender räumlicher Darstellung

  • Center sorgt für fundierte und vielschichtige Stimmreproduktion

  • nuLine 120 mit hoher Ausgewogenheit und ausgezeichneter Stereotauglichkeit

  • Üppige Ausstattung 

  • Hochwertige Verarbeitung

  • Exzellentes Preis-/Leistungsverhältnis

Contra:
  • Ausladende Abmessungen

  • Sehr schlichtes Design

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Test: Carsten Rampacher, Thomas "High-Speed" Hermsen
Redaktion/Text: Carsten Rampacher
Technikberatung und Pegeltest-Supervisor: "Master of Sub and Bass" Roland Klinke
Software-Koordinator: Karsten Serck

18. Juni  2006

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