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Test: NEC PX-42XR4G/PX-50XR5G (3/3)
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Zunächst möchten wir auf den "familiären Hintergrund" der NEC-Panels eingehen. Sie entstammen Fertigungs- und Produktionsstraßen, auf denen auch die vorzüglichen Pioneer-Panels vom Band laufen. Daher gibt es auch konstruktive Gemeinsamkeiten, so sind Ähnlichkeiten zwischen dem PX-50XR5G und den gerade ausgelaufenen Pioneer 6G Panels vorhanden. Doch es handelt sich bei den NEC-Modellen keineswegs um Pioneer-Klone, wie mancherorts zu hören ist. Vielmehr sind die Pioneer-Plasmas reine Consumer-Produkte, während die NEC-Plasmas eigentlich aus dem professionellen Bereich stammen und für den Verkauf an "normale" Konsumenten überarbeitet wurden. Gerade an Merkmalen wie dem Aufbau (Anschlussbestückung, Scart spielte im Profibereich nie eine Rolle, Tuner optional lieferbar etc.) und hinsichtlich der Funktionalität (viele Video-Einstelloptionen) ist festzustellen, dass die Basis der NEC-Panels eine andere ist. Auch ist die Menügestaltung völlig unterschiedlich. Somit kann man festhalten, dass zwar gewisse technologische Grundzüge identisch sind, aber in vielen Punkten gehen die NEC- und die Pioneer-Panels einen unterschiedlichen Weg, was auch das Thema darstellbare Farben angeht: Hier ist NEC mit 68,7 Mrd. absoluter Spitzenreiter. 

Nun, nach dieser aufklärenden Einführung, wenden wir uns besonders wichtigen Betrachtungen zu, die sich um die Bewertung der Bildqualität drehen. Wir haben beide NEC Bildschirme mit sehr umfangreichen Testreihen auf den Zahn gefühlt - besonders mit drei DVDs:

Aufwändiger Testaufbau mit vielen Vergleichsmöglichkeiten, unter anderem auch mit dem Toshiba 47WLG66P und dem Samsung LE-40M71

Eine andere Perspektive unseres Aufbaus. Für eindrucksvollen Sound sorgte unser wohlklingendes Canton Karat 5.1-Set

Die Ergebnisse waren  so umfangreich, dass wir weit ausholen müssen. Beginnen wir mit unseren "Out of the Box" Eindrücken beider NEC Panels. Diese haben uns nicht sonderlich überzeugt. Das große PX-50XR5G stellte eher Orange als Rot dar, das Grüne wirkte zu stark ins Neon-Gelbe tendierend, zudem neigte das Gerät zum deutlichen Überstrahlen bei stark kontrastierenden Bildteilen: Bei schwarz-/weißen Karomustern strahlten die weißen Karos tief in die schwarzen hinein. Der Schwarzwert war eher ein Grau-Wert, und die Bildschärfe war zwar in Ordnung, aber nicht exzellent. Auch das 42-Zoll-Modell mit dem älteren Panel verdiente sich keine Top-Noten. Der Schwarzwert war zwar sichtbar besser, dies ging jedoch auf das Konto eines verringerten Kontrastes  - in dunklen Bildteilen war kaum ein Detail zu erkennen. Störend war ferner gut sichtbares Panelrauschen, die Farbwiedergabe war allerdings beim kleinen Modell schon out of the Box ordentlich.

Sind die NEC Panels also eher durchschnittliche Plasma-Displays? Was den 50-Zöller betrifft, können wir diese Aussage nicht nur verneinen, sondern gleich hinzufügen, dass er zu den allerbesten 50 Zoll-Panels gehört, die wir jemals gesehen haben. Voraussetzung ist allerdings, dass man ein Anwender ist, der bereits einige Erfahrungen mit der korrekten Justage von Bildwiedergabegeräten gesammelt hat und sich daher im Umgang mit Video-Equalizern auskennt. Wenn man sich nämlich den Justagemöglichkeiten des PX-50XR5G einige Zeit widmet, kann man durch Farbanpassung, Anhebung der Bildschärfe, exaktem Kontrastabgleich und Justierung der Gammakorrektur ein beinahe schon sensationelles Bild erschaffen.

Und zwar, das ist ein wahres Highlight, unter verschiedensten Bedingungen. Nehmen wir das Beispiel 1 - als Zuspieler diente uns hier ein für sein Geld sicherlich sehr guter, aber nicht zur Highend-Liga gehörender Onkyo DV-SP404E. Diesen haben wir mittels HDMI an unseren NEC 50 Zoll-Panel angeschlossen, und haben dem Panel ein 720p Signal zur Verfügung gestellt. Bei "Star Wars Episode III" überraschte uns die Eröffnungssequenz mit sehr hoher Detailtreue, einem ausgezeichneten Kontrast und einer hohen Bildreinheit. Anschließend haben wir den identischen Zuspieler gewählt, aber diesmal ein analoges 576i Signal per Komponente zugespielt - und der PX-50XR5G erzielte absolut brillante Ergebnisse, die die Zuspielung des vom DV-SP404E aufbereiteten HDMI-Signals noch sichtbar übertrafen. Besonders die eindrucksvolle Farbgebung, die nochmals präzisere Durchzeichnung feiner Konturen und das De-Interlacing sowie das rauschfreie Upscaling waren schlichtweg phänomenal! Das NEC-Plasma musste alles erledigen: die analog-digitale Wandlung des eingehenden Komponenten-Signals, das De-Interlacing und auch noch das Up-Scaling. Und das, was als Ergebnis herauskommt, überzeugt in jedem Detail: Der bereits zu Beginn von Ep.III von links nach rechts durchs Bild fliegende republikanische Sternenzerstörer ist auch im linken unteren Bereich exakt durchdetailliert. Hier versumpfen auch bei sehr guten Displays gern Details in der Dunkelheit. Der Flug der Kampfschiffe von Obi Wan und Anakin wird ohne störendes Ruckeln und ohne Bewegungsunschärfen wiedergegeben - der interne Scaler des PX-50XR5G ist zu exzellenten Leistungen fähig, als würde man einen DVD-Spieler der Oberklasse einsetzen. Die eindrucksvolle Vorstellung geht weiter: Als die Architektur von Coruscant bei Nacht gezeigt wird, fällt zwar ein wenig auf, dass der Schwarzwert zwar auf gutem, aber nicht auf überragendem Level liegt, aber die Detaillierung der vielen erleuchtenden Wolkenkratzer und die Bildsauberkeit sind auf absolutem Spitzen-Niveau. 

Auch bei "Gladiator" wird ein herausragendes Ergebnis erzielt. Gerade dieser Film stellt ausgesprochen hohe Ansprüche ans Bildwiedergabegerät, bereits die erste Sequenz lässt Rückschlüsse auf das Differenzierungsvermögen in dunklen Bildbereichen zu. Und genau hier überzeugt unser optimierter PX-50XR5G auf ganzer Linie. So wird die Struktur der Baumstämme, die sich in der Dunkelheit befinden, deutlich und klar herausgearbeitet. Genau also der identische Effekt, den wir bereits bei Star Wars EpIII festgestellt haben. Auch die fliegenden Brandkugeln werden sauber und ohne Unschärfen wiedergegeben. Sehr gut trifft der PX-50XR5G nach der bereits erwähnten Bildoptimierung die Hautfarbtöne, wie sich an den Gesichtern der Protagonisten nachvollziehen lässt. Auch Feinheiten des erdigen Bodens werden nicht nur farblich, sondern ebenso hinsichtlich der Detaillierung überzeugend übertragen. 

In nächsten Fallbeispiel verwendeten wir als zuspielenden DVD-Player den besonders hochwertigen Onkyo DV-SP1000E. Diesen haben wir mit verschiedenen Signalausgabevarianten betrieben - und sind zu dem Schluss gekommen, dass sich gerade die 1.080i Signalausgabe mittels HDMI besonders gut macht. Der hervorragende Oplus Scaler im Onkyo bereitet ein superbes 1.080i Signal vor, welches er aus dem normalen PAL-Material der Star Wars- und Gladiator-DVD generiert. Der NEC muss zwar dieses hochauflösende Signal wieder auf die native Panelauflösung herunterrechnen, dies gelingt aber in beeindruckender Qualität, ebenso wie das überragende De-Interlacing. So sind z.B. im Inneren von General Grievious' Kommandoschiff jegliche Details (Wände, Böden) exzellent sichtbar, die Strukturen des Materials werden plastisch herausgearbeitet. Die Bildruhe ist herausragend, nirgendwo stören Rauschmuster, auch im hochfrequenten Bildbereich bleiben alle Details ruhig und flimmerten nicht.  

Brillant, ausdrucksstark, dynamisch: Der mittels Video-EQ optimierte PX-50XR5G bietet ein Bild der Extraklasse

Die Eindrücke, die wir gerade in dieser Kombination mit der AVEC Professional Test-DVD, Abteilung Real-Testbilder, machen durften, waren ebenfalls überwältigend: Das Früchte-Stillleben (siehe obiges Photo) wurde gestochen scharf und feinst detailliert wiedergegeben. Nach der Farbjustage wirkten die Farben satt, klar und rein. Auch die erntefrischen Erdbeeren gefielen mit den natürlichen Rottönen, die Stiele wurden in frischem, nicht übertriebenen Grün dargestellt. 

Natürliche Farbgebung, sehr hohe Bildschärfe beim Testbild mit den erntefrischen Erdbeeren

Bei allen Testbildern konnten sowohl Gesamtbildschärfe und Detailtreue, als auch Kontrast und Bildreinheit voll und ganz begeistern. So wird das Real-Testbild mit der Insellandschaft mit sauberen Abstufungen der verschiedenen Blautöne überragend wiedergegeben. Bei solchen Beispielen - übrigens ebenso wie bei Star Wars EpIII bei den Explosionen im Weltraumgefecht zu Beginn des Filmes - merkt man die immensen Vorteile der 68,7 Milliarden darstellbaren Farben. Dadurch gibt es keine auflösungsvermindernden Dithering-Effekte, jede Farbe kann aufgrund der hohen Anzahl an darstellbaren Farbtönen direkt dargestellt werden. Auch bei Sonnenaufgängen oder Sonnenuntergängen sind die Vorteile der 68,7 Mrd. Farben sehr gut sichtbar. Eine gekonnte, feinsinnige Wiedergabe auch feiner Farbnuancen, ohne störende Streifen, die von unzureichendem Auflösungsvermögen herrühren, sorgen für höchstes visuelles Vergnügen. 

Diese gesamten Beobachtungen sind nicht folgenlos für die Konkurrenz. Von den "normal auflösenden" Flatscreens (der Pioneer PDP-5000EX ist als absolut bestes Panel ein Full HD-Gerät mit 1.920 x 1.080p Auflösung und wird daher nicht berücksichtigt) wird der PX-50XR5G unsere neue Benchmark. Er fordert zwar Talent vom Anwender bezüglich visueller Justagen mittels Video-EQ, bietet dafür aber auch eine gehörige Menge an Pluspunkten, die für das sensationelle Testergebnis sorgen: So ist der NEC nicht wählerisch in Bezug auf Zuspieler, schon mit einem sehr preiswerten 200 € Player sind Ergebnisse zu erzielen, die exzellent sind. Dies ist Verdienst der ausgezeichneten De-Interlacing- und Scaling-Elektronik im Inneren des PX-50XR5G. Gleichzeitig aber zeigt der PX-50XR5G sehr deutlich die Vorteile einer qualitativ hochwertigen Zuspielereinheit auf, indem er ein nochmals gediegeneres Bilderlebnis erzielen kann. Herausragend ist auch, dass sowohl über HDMI als auch über Komponente-analog die Bildgüte auf absolutem Referenzlevel liegt. Helligkeits-, Kontrast- und Farbwerte liegen bei Komponente-analog und HDMI auf identischem Level. Zu loben ist auch das Overscan-Verhalten. Je nach Zuspieler variiert der Overscan oben zwischen 1,5 und knapp 5 %, unten zwischen 2 und knapp 6 %  und seitlich zwischen 2 und 5 %. Gerade mit aktuellen Zuspielern kann so ein sehr geringer Overscan realisiert werden.  Als "Masterpiece" löst der NEC nun den Pioneer PDP-506FDE bei den Plasmabildschirmen mit "normaler" Auflösung ab, nur der PDP-5000EX spielt, nicht nur wegen seiner Auflösung, sondern auch wegen des nochmals besseren Schwarzwertes und Kontrasts, in einer eigenen Liga. Mit seinen Premiumleistungen fegt der PX-50XR5G auch die versammelte LCD-Konkurrenz vom Platz, hier sind wir gespannt, was das LCD-Lager auf der IFA in Kürze an Neuheiten aufbieten wird. Besonders interessant werden die Toshiba-Modelle, die, so schätzen wir die Situation ein, erneut die Benchmark im LCD-Sektor einnehmen und zu den besten Plasmas aufschließen könnten. Auch von verschiedenen Loewe-LCD-Neuheiten versprechen wir uns eine Menge, wenngleich mit Loewe-Modellen eher der an anspruchsvolle Fernseh- und Filmschauer und weniger der reine Home Theatre-Fan angesprochen wird. Natürlich sind wir auch extrem gespannt auf Pioneers 7G-Modelle und hoffen, Ihnen bereits kurz nach der IFA den ersten Test eines 42 Zoll-Onebodys anbieten zu können. 

Kommen wir zum Abschluss zum PX-42XR4G. Hier merkt man deutlich, dass ein älteres Panel verbaut ist, denn dieses Modell kann auch mit sorgfältiger Optimierung keine überragenden Bildergebnisse erzielen. Besonders die allzeit sichtbaren Rauschmuster sind störend. Aber auch, dass der eigentlich gute Schwarzwert durch das Absumpfen von Details in dunklen Bildbereichen erkauft wird, schmälert das Ergebnis. Bezüglich der De-Interlacing- und Scaling-Eigenschaften ordnet sich der kleinere NEC ebenfalls klar hinter dem moderneren PX-50XR5G ein. Was bleibt, ist ein ordentlicher Plasmaschirm, dessen Bildschärfe- und Detailtreuewerte auf sehr gutem Level sind. Der Overscan bleibt im tolerablen Rahmen, die sehr löblichen Leistungen des PX-50XR5G werden aber knapp verfehlt. Auch die Farbwiedergabe des 42er NECs überzeugt voll und ganz, ebenso wie der faire Kaufpreis. So sichert sich der Flachbildschirm trotz allem immer noch ein respektables Testergebnis, das aber ein deutliches Stück vom perfekten Resultat des PX-50XR5G entfernt ist. 

Fazit PX-50XR5G:

Neuer Imperator: Der PX-50XR5G setzt sich in der 50 Zoll-Liga an die Spitze

NEC sorgt für die Sensation: Das 50-Zoll-Plasma PX-50XR5G weist souverän alle Konkurrenten in die Schranken und befördert sich alleinig auf den visuellen Thron aller bislang getesteten Plasma- und LCD-TVs mit normaler HD-Auflösung. "Out of the Box" zunächst für Ernüchterung sorgend, läuft der Flachbildschirm nach Optimierungsarbeiten zu absoluter Höchstform auf. Der extrem umfangreiche und wirkungsvolle Video-EQ ist der beste, den man momentan in einem für Consumer zu erwerbenden Flachbildschirm einkaufen kann. Wer hier akkurat vorgeht, erlebt auch eine überwältigende Farbreproduktion, selbst feinste Farbschattierungen werden dank 68,7 Milliarden darstellbarer Farben exakt getroffen. Die praxisgerechte und durchdachte Anschlussauswahl trägt ebenfalls ihren Teil zur makellosen Testbilanz des PX-50XR5G bei. Nur eine qualitativ bessere Fernbedienung wünschen wir uns - doch dieses kleine Manko verhindert nicht, dass der preislich enorm attraktive NEC-Bildschirm mit für den Konkurrenz erschreckender Souveränität unser Masterpiece-Prädikat einstreicht. Gratulation.

NEC schafft die Sensation: Das preisgünstige PX-50XR5G setzt sich souverän gegen alle Kontrahenten aus dem Plasma- und LCD-Bereich durch
 
Masterpiece Kategorie Bildwiedergabegeräte mit normaler HD-Auflösung
Oberklasse
Test 25. August 2006

Preis-/Leistungsverhältnis: plus für bestmögliche Performance zum fairen Preis

+ Nach Optimierungsarbeit sensationelle visuelle Leistungen
+ Exzellenter Scaler und überragender De-Interlacer
+ Spitzenbild bereits im Zusammenspiel mit preiswerten Zuspielern möglich
+ Über Komponente und über HDMI nahezu identische Bildeindrücke
+ Praxisgerechte Anschlussbestückung,
+ Insgesamt perfekt auf die Bedürfnisse von Home Theatre-Anwendern zugeschnitten
+ Viel Zubehör optional lieferbar
+ Sehr günstiger Preis

- Korrekte Einstellung erfordert Erfahrung vom Anwender
- Fernbedienung nicht sonderlich hochwertig

Fazit PX-42XR4G:

Solide Offerte: Der ältere PX-42XR4G holt sich ein respektables Testergebnis

Das Fazit zum PX-42XR4G fällt nicht so überwältigend aus. Hier merkt man deutlich, dass es sich um ein älteres Modell handelt, welches aktuell nicht mehr zur absoluten Spitzengruppe gezählt werden kann. Durch den fairen Kaufpreis und die exzellente Farbdarstellung, den guten Schwarzwert sowie die angenehme Bildschärfe kann aber immer noch ein respektables Gesamtergebnis erzielt werden. Die sehr praxisgerechte und reichhaltige Ausstattung, die schon den PX-50XR5G ausgezeichnet, gehört zudem auch zu den Pluspunkte des PX-42XR4G.

Solider Plasmaschirm in der beliebten 42-Zoll-Liga, dem man im Detail aber das Alter seiner Konstruktion anmerkt
 
Bildwiedergabegeräte mit normaler HD-Auflösung/Obere Mittelklasse
Test 25. August 2006
Preis-/Leistungsverhältnis:

 

+ Hervorragende Farbwiedergabe
+ Guter Schwarzwert
+ Angenehme Bildschärfe
+ Nahezu identisches Bild über Komponente und HDMI

- Sichtbares Panelrauschen
- Nur durchschnittlicher Kontrast

Test: Carsten Rampacher, Thomas "High Speed" Hermsen, Lars Mette
Text und Redaktion: Carsten Rampacher

25. August 2006

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