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TEST: Klipsch Synergy 7.2-Set (3/3)

Test-Equipment: 

Unser Testequipment

  1. AV-Receiver/Verstärker: Denon AVC-A11XVA, Onkyo TX-SR803E
  2. DVD-Player: Denon DVD-2910, Marantz DV-7600
  3. Bildwiedergabegerät: Toshiba 47WLG66P
Klang

Die beiden aktiven Subwoofer sorgen für eine beeindruckende Bass-Kulisse

Das Klipsch Synergy 7.2 Set wurde zunächst mehreren ausführlichen Testreihen mit Filmmaterial unterzogen - hier konnte sich das System bilanzierend sehr gut in Szene setzen. Bei "Star Wars Episode III" war es insbesondere die Dynamik, die uns verblüffte. Die Weltraumschlacht gleich zu Beginn bot eine sehr schwungvolle, nachdrückliche Wiedergabe aller Effekte, und das finale Gefecht zwischen Anakin Skywalker, der schon zu Darth Vader, dem düsteren Sith Lord geworden ist, und Obi Wan wird ebenfalls sehr kraftvoll und mit dem nötigen dynamischen Background zum Auditorium transportiert. Die beiden aktiven Subwoofer sind die kleinen Modelle aus der Synergy Serie. Es gibt noch den Sub-12, der anstatt mit einer dynamischen Endstufenleistung von 420 Watt mit einer dynamischen Endstufenleistung von 650 Watt antritt. Der große Woofer setzt einen 30 cm Basstreiber (ebenfalls Downfiring) und keinen 25 cm Basstreiber wie unser Modell ein. Mit 117 dB liegt der Schalldruck des Sub-12 deutlich höher als beim Sub-10 (115 dB). Allerdings: Den akustischen Eindruck, den zwei der kleineren Sub-10 aufbieten können, ist so ausgezeichnet, dass man lieber 2 x Sub-10 als 1 x Sub-12 bevorzugen sollte, wenn sich die Aufstellung von zwei aktiven Subwoofern aus aufstellungstechnischer Sicht bewerkstelligen lässt. Die Bassfront, die entsteht, ist dicht und homogen, so dass der Zuhörer stets den Eindruck eines sehr kraftvollen, aber nicht zu ortenden Basses hat. Gerade bei sehr effektgewaltigen Szenen wie der bereits erwähnten Ep. III Eröffnungsschlacht ist ein solches Setup enorm wirkungsvoll und unter raumakustischen Aspekten eine besonders gute Wahl. Mit rund 800 € ist die Klipsch Synergy 2-Sub 10-Lösung zudem sehr preisgünstig. 

Der Klipsch-typische Hornhochtöner bringt einen sehr hohen Wirkungsgrad und hervorragende Dynamik, seine sehr dominante Spielweise wird jedoch nicht jedem gefallen

Wie sieht es mit der restlichen Front-Klangkulisse aus? Dynamisch gehen die beiden F-3 Frontlautsprecher und der C-3 Center auf jeden Fall zu Werke. Sie produzieren ein nachdrückliches Klangbild mit sehr guter Effektbetonung. Einschlagende Raketen oder gegeneinander driftende Riesen-Raumschiffe werden somit zu einem eindrucksvollen Klangerlebnis. Allerdings: Während die Hochtonwiedergabe sehr prägnant ist - typisch für Hornkonstruktionen -, gehen die Mitten im Vergleich unter. Das, was manchmal bei der Hochtondarstellung schon zu viel des Guten ist, fehlt bei der Wiedergabe mittlerer Frequenzen. Etwas Abhilfe kann man schaffen, wenn man einen modernen Surroundreceiver wie unsere beiden zum Test herangezogenen Modelle besitzt, die einen manuell konfigurierbaren Equalizer besitzen. Dann kann man die Mitten ein wenig betonen und die Höhen etwas zurückhaltend einstellen - das, was an Hochtondynamik geboten wird, reicht auch bei einer etwas zurückhaltenden EQ-Einstellung noch bestens aus. Der Center C-3 erfreut mit einer tadellosen Pegelfestigkeit und produziert mit erstaunlichem Nachdruck Effekte - er passt von daher akustisch gut zu den F-3 Frontboxen, wenngleich er minimal dumpfer klingt, was am anderen Gehäusematerial liegen dürfte. Die B-3 Surroundlautsprecher hingegen sind akustisch ganz genau deckungsgleich mit den F-3 Frontlautsprechern. 

Für ihr Volumen erzielen sie auch sehr gute Leistungen in Bezug auf die Wiedergabe im oberen bis mittleren Bassbereich. Volumenbedingt kann es keinen richtigen Tiefbass geben, das ist typisch für Regallautsprecher und keinesfalls ein Klipsch-Nachteil. Die Dynamik ist ebenso wie bei den Frontboxen F-3 auf hohem Niveau. Die sehr prägnante, ausgeprägte Hochtondarstellung ist auch den B-3 Lautsprechern eigen, was sich am besten im Multichannel-Stereobetrieb oder aber dann zeigt, wenn man die B-3 als Frontspeaker anschließt. In Dolby Digital- und DTS-Tonspuren sind in vielen Fällen nur wenig ausgesprochen hochfrequente Effekt- und Rauminformationsanteile für die Surround- und Back Surround-Boxen enthalten, so dass die Klipsch-typische Charakteristik dann nicht vollständig zum Ausdruck gebracht wird. Nur bei einigen Musik-5.1-Tonspuren und bei sehr dynamisch abgemischten Filmen mit hohem Rear-Effektanteil scheint durch, dass die B-3 im Surroundbetrieb zu einer sehr nachdrücklichen Hochtondarstellung neigt. 

Bei "Gladiator" beweist das Klipsch Setup erneut seine dynamischen Qualitäten. Das Gefecht zu Beginn des Films mit durch die Luft sirrenden Pfeilen und massiv einschlagenden Brandkugeln wird somit zu einem richtigen Home Theatre Erlebnis, gerade, wenn die anliegenden Pegel entsprechend hoch sind. Dann fällt auch nicht besonders auf, dass das Klipsch Ensemble die Wiedergabe kleinerer Effekte nicht in den Fokus seiner Aktivitäten stellt, auch die Wiedergabe von Stimmen gehört nicht zu den Kardinaltugenden. Durch die Tatsache bedingt, dass der Mittenbereich nicht besonders stark repräsentiert wird, wirken die Stimmen wie aus einer gewissen Distanz kommend. Zudem ist ein leichtes Zischeln vernehmbar, wenn man nicht mittels eines manuellen EQ den Hochtonbereich entsprechend absenkt - was in der Praxis mit unseren beiden AV-Schaltzentralen von Onkyo und Denon möglich war. Nur noch bei sehr hoher Lautstärke war das Zischeln noch präsent. 

Nimmt man die Sequenz aus "Behind Enemy Lines", die auf der siebten DTS Demo DVD enthalten ist, stellt man wiederum fest, wie stark das Auftreten des Klipsch Synergy Systems vom nachdrücklichen Bass und der dynamischen Effektwiedergabe geprägt ist. Das Hoch-Zischen der Sicherungen in den Granaten hinterlässt durch den sehr prägnanten Hochtonbereich einen bleibenden Eindruck. Die kurz aufeinander folgenden, energiegeladenen Explosionen werden mit sehr hohem Schalldruck in den Hörraum getragen. Wer auf großes Spektakel Wert legt, ist mit diesem System, das zeigt sich bei dieser Sequenz erneut, bestens bedient. Die Einarbeitung kleiner Nebensächlichkeiten (ein bellender Hund, Kinderstimmen, eine zuschlagende Autotür) jedoch beweisen, dass eine überdurchschnittlich differenzierte Herausarbeitung kleiner Ereignisse etwas sorglos behandelt wird.

Die bei der Wiedergabe von Filmton getroffenen Erkenntnisse lassen sich bei diesem System gut auf den Mehrkanal-Musikbetrieb übertragen. Auch bei musikalischem Material blitzen bei der Wiedergabe sehr nachdrücklicher Musikstile die speziellen Klipsch-Talente auf. Mit der auf Wunsch krachend harten, aggressiven Basswiedergabe liefert das Setup bei Hardtrance-Tracks eine ausgezeichnete Vorstellung ab. Das Klipsch-System harmoniert gut mit Techno-Musik im Allgemeinen, ganz einfach weil bei dieser Musikart viele Effekte am Computer bzw. synthetisch erzeugt werden und Faktoren wie ein sanftes Abklingen, eine hochklassige Differenzierung bis ins Detail oder ein vielschichtig gestufter Mitteltonbereich - alles wichtig z.B. bei Klassik oder Jazz - bei der Wiedergabe von Techno-Musik keine große Rolle spielen. Die Effekte schnellen durch den Hörraum, der Bass bringt Tanzlaune zur Zuhörerschaft: Als Party-System eignet sich das Synergy-Set vorzüglich, und hohe Pegel auch über lange Laufzeiten stellen kein Problem dar. Durch den sehr guten Wirkungsgrad stellt das Klipsch-Ensemble auch keinen sehr hohen Anspruch an die zuspielende Elektronik-Kette. Dass sich das Klipsch Synergy bei der Bewertung der Zuspieler-Fliexbilität dennoch lediglich ein "befriedgend" einhandelt, liegt am generellen klanglichen Charakter und nicht am Wirkungsgrad. Man kann beileibe, gerade für die Musikwiedergabe, nicht jeden Verstärker oder Receiver verwenden, gerade wenn dieser auch sehr scharf umrissen im Hochtonbereich darstellt, ist dies einem homogenen Zusammenspiel nicht eben förderlich. Sehr schön modellierende AV-Receiver sind auch nicht perfekt fürs Klipsch-System, wenngleich Universaltalente wie unser Onkyo TX-SR80E selbst zusammen mit dem Synergy Setup zu sehr guten Ergebnissen kommt. Im Bassbereich massiv antretende, für hohe Pegel wie geschaffene Verstärker und Receiver sind hingegen praktisch ideal geeignet. 

Kommen wir zu Konkurrenz-Vergleichen. Hier bildet das deutlich teurere Canton Karat-Set den akustischen Gegenpol. Sehr auf differenzierte, harmonischer Wiedergabe ausgelegt, spricht das Canton Ensemble einen sehr breiten Interessentenkreis an, vor allem auch reifere Hörer werden sich von der unaufdringlichen, aber nie langweiligen Spielweise des Canton-Systems sehr stark angesprochen fühlen. Was die schiere Bass- und Effektperformance angeht, bietet das Klipsch-Paket jedoch ausgesprochen viel fürs Geld. Mit nochmals größerer Pegelfestigkeit, einer sehr gut aufgebauten Mitteltonwiedergabe und einer beinahe alle Kontrahenten überragenden Basswiedergabe weist das Nubert nuLine 120/CS-70/DS-60/AW-1500-Paket die Klipsch-Boxen in die Schranken, allerdings relativiert auch hier der Preis das Gebotene - wenngleich man immer wieder betonen muss, dass für unter 5.000 € die Leistungen des Nubert Lautsprechersystems besonders in Bezug auf Pegelfestigkeit und Basswiedergabe schlichtweg sensationell sind. Vom Charakter, aber auch vom Preis her mit dem Klipsch-Ensemble vergleichbar ist das JBL Studio L-Setup - es kostet 2.595 € ohne aktiven Subwoofer, aber dafür großen Standlautsprechern vorn und hinten. Das Klipsch Set kommt dann, wenn man ein dem Studio L-Setup vergleichbar konfiguriertes Modell zusammenstellt (4 x F-3, 1 x C-3) auf 2.695 €. Da raten wir viel eher zum 7.2 Setup mit 2 x Sub-10 und 2 Pärchen B-3 Surroundlautsprechern, ein solches, deutlich mehr Spaß bringendes System kommt mit 2.693 € sogar geringfügig günstiger. Gehen wir auf die Unterschiede zum JBL System ein. Möchte man beim Bassdruck mit dem Klipsch System gleichziehen, sollte der geneigte Käufer lieber das Geld in zwei JBL Subwoofer L8400 als in große Standboxen hinten investieren - kleinere Regalboxen tun es hier auch. Akustisch ist das JBL System auch sehr pegelfest, aber nicht ganz so dynamisch wie das Klipsch Ensemble. Dafür aber gibt sich das JBL Studio L-Paket akustisch deutlich verbindlicher und harmoniert mit sehr vielen Zuspielern ausgezeichnet. Mit knapp 3.000 € noch in der Klipsch-Liga, aber mit wunderschöner Optik und zurückhaltend-homogener Akustik von ganz anderer Machart, ist übrigens auch das Jamo A775HCS4, das sehr noble Wohnlandschaften optisch endgültig "in den Adelsstand" erhebt. Gegensätzlicher geht es kaum fürs beinahe identische Geld: Klipsch bietet viel Dynamik, Druck und nüchterne Optik, das Jamo-Ensemble klingt homogen und sieht überragend aus. Der starke Jamo-Sub jedoch sorgt ebenfalls durch sein kraftvolles Auftreten für Furore, aber bei hohem Pegel gehen die Klipsch-Woofer dann deutlich entschiedener voran. 

Akustische Bewertung:

(Noten: Ungenügend, mangelhaft, ausreichend, befriedigend, gut, sehr gut, ausgezeichnet, hervorragend, perfekt plus alle Zwischennoten)

System Klipsch Synergy 7.2-Setup
Pegelfestigkeit  hervorragend
Dynamik ausgezeichnet
Detaillierungsvermögen/Auflösung befriedigend
Akustische Ausgeglichenheit/klangliche Harmonie befriedigend
Räumlichkeit Front-Klangkulisse ausgezeichnet
Räumlichkeit Surround-Klangkulisse ausgezeichnet
Zur Verfügung stehende Basskraft ausgezeichnet
Flexibilität in Bezug auf potentielle Zuspieler befriedigend
Gesamte Klanggüte in Anbetracht des Kaufpreises gut - sehr gut
Gesamtnote Das Klipsch Synergy-System polarisiert stark - eingefleischte Home Theatre-Fans, die ein dynamisches, bassstarkes Spektakel lieben, werden in diesem Setup genauso eine sehr verheißungsvolle Alternative finden wie Freunde von Techno- und Hip Hop-Musik. Die exzellente Pegelfestigkeit sorgt für große Freude auch bei großen Lautstärken. Wer allerdings auf eine fein auflösende, differenzierte Wiedergabe und auf hohe akustische Harmonie viel Wert legt,liegt bei diesem Set falsch. Für klassische Musik und für Jazz oder Pop-Balladen ist das stets nach vorn strebende Klipsch-Ensemble nicht der richtige Partner. Gesamtnote: Sehr gut
Fazit:

Pegelkönner und Bass-Dynamiker in nüchterner Optik: Unser Klipsch Synergy 7.2 Setup

Das Klipsch Synergy 7.2 Ensemble ruft stark unterschiedliche Gefühle hervor, je nach dem, zu welchem Typ Hörer der individuelle Anwender zählt. Während die Liebhaber eine effekt- und bassstarken, dynamischen Gesamtvorstellung voll auf ihre Kosten kommen, zählen akustische Harmonie, Differenzierungsvermögen und Feinfühligkeit nicht zu den Tugenden unseres Test-Sets. Wer also klassische Musik oder Jazz mit allen Facetten präsentiert liebt, liegt beim Klipsch-Set daneben und sollte sich nach Alternativen ansehen. Wer hingegen Blockbuster mit hohem Action-Anteil fokussiert und zudem noch gern Techno- oder Hip-Hop-Musik hört, findet im Synergy-Set nicht nur eine Alternative, sondern einen besonders heißen Tipp der Redaktion. Mit treibendem, satten, auch bei hohem Pegel souveränen Bass und hervorragender Effektdynamik werden hier Leistungen auf durchweg hohem Level geboten - und das zu einem sehr fairen Preis. Nicht ganz überzeugen kann allerdings die rustikale Optik des Setups, die einige Nehmerqualitäten vom Anwender fordert. 

Extrem pegelfestes und dynamisch aufspielendes 7.2 Set für den Liebhaber bass- und effektstarker Darbietungen
Obere Mittelklasse
Test 03. August 2006
Preis-/Leistungsverhältnis
Pro:
  • Exzellente Pegelfestigkeit

  • Gerade mit 2 Subwoofern hohe zur Verfügung stehende Basskraft

  • Sehr gute Dynamik

  • Sehr hoher Wirkungsgrad, dadurch geringere Anspruch an den Verstärker

  • Fairer Kaufpreis

Contra:
  • Hochtonwiedergabe gewöhnungsbedürftig

  • Detaillierungs- und Differenzierungsvermögen lediglich durchschnittlich

  • Sehr nüchterne Optik 

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Test: Carsten Rampacher, Thomas "High-Speed" Hermsen
Redaktion/Text: Carsten Rampacher
Technikberatung und Pegeltest-Supervisor: "Master of Sub and Bass" Roland Klinke
Software-Koordinator: Karsten Serck

03. August 2006

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