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TEST: Sub-/Sat-Set KEF KHT-3005 (2/3)
Klang

Test-Equipment: 

  1. AV-Receiver/Verstärker: Harman Kardon AVR-340, Onkyo TX-SR803E
  2. DVD-Player: Denon DVD-2910, Marantz DV-7600
  3. Bildwiedergabegerät: Pioneer PDP-506FDE

Das KHT-3005 konnte uns immer mehr in seinen Bann ziehen

Manchmal ordnet man ein Lautsprechersystem relativ schnell akustisch ein, diese ersten Hörproben finden dann in den weiteren, ausführlichen Testsequenzen ihre Bestätigung. Es geht aber auch anders: In einigen Fällen sind die ersten Eindrücke, die man mit einem System sammelt, anders als die Impressionen, die nach sehr ausführlichen Testreihen entstehen. Letzteres war beim Test des KEF KHT-3005 der Fall, welches nach langem, intensivem Einsatz mehr und mehr überzeugen konnte. 

Besonders beeindruckend ist, dass sich das 5.1 Lautsprecherset sowohl für die Filmton- als auch für die Musikwiedergabe sehr gut eignet. Dies ist auch bei Subwoofer-/Satellitensystemen dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit. Dass sich das KEF-System in unseren Testreihen so glänzend bewährt hat, liegt an verschiedenen Faktoren - gehen wir diese der Reihe nach durch.

Bedingt durch die konstruktive Ausführung erzielen die Satelliten und der Center einen ungemein breiten Abstrahlwinkel. Dies führt zu einem weitläufigen Klangbild, wie sich beispielsweise bei Star Wars Episode III, Gladiator oder Sahara nachvollziehen lässt. Die Raumschlacht über Coruscant (Ep. III) wirkt dadurch auch wirklich wie eine Weltraumschlacht, da ihr jegliche einengende Wirkung, wie sonst oft bei Sub-/Sat-Sets herauszuhören, abgeht. Auch die Eröffnungsszene von "Gladiator" wird mit sehr gutem Raumgefühl wiedergegeben, so dass die visuell auf dem Bildwiedergabegerät sichtbare Größe des Schlachtfeldes auch akustisch entsprechend klar umrissen wird. 

Der Center, hier mit Gitter, sorgte für akustische Höhepunkte

Weiter geht es mit dem überragenden Centerlautsprecher, der eine Sonderbehandlung verdient. Er gehört ohne Zweifel zu den besten Center-Schallwandlern, die Subwoofer-/Satellitensystemen beiliegen. Durch die aufwändige Dreiwege-Konstruktion wird ein sauber gestaffeltes Klangbild geboten, das auch bei hoher Lautstärke nicht einbricht. Der breite Abstrahlwinkel fällt beim Center besonders deutlich auf, da so zwischen dem linken Satelliten, dem Center und dem rechten Satelliten keine Klanglöcher herauszuhören sind. Dadurch, dass viele Center vergleichbarer Setups einen deutlich geringeren Arbeits- und Aktionsradius haben, entstehen unschöne akustische Löcher zwischen den Satelliten und dem Centerspeaker. Doch der HTC-3001 kann noch mehr. Er gibt Stimmen eine erstaunliche Körperhaftigkeit mit und verleiht selbst dunklen Männerstimmen ein sehr gutes Fundament. Der Hochtonbereich wird auch bei hohem Pegel nie aggressiv. Mancher Hörer mag sich zwar noch eine feinere Durchzeichnung wünschen, dafür aber kann man mit dem Center besonders angenehm hören, auch den ganzen Tag . 

Die Passivlautsprecher gefallen mit ihrer breiten Abstrahlcharakteristik

Diese Charakteristik teilt sich der Center mit dem Rest des Systems - was uns zum nächsten Punkt führt, nämlich einer exzellenten Abstimmung aller Komponenten aufeinander. Das sorgt für einen entspannenden, sehr gefälligen Höreindruck. Gerade zur Installation in ansprechende Wohnlandschaften empfiehlt sich das KEF somit, wer ein solches System im Wohnbereich aufstellt, legt viel Wert darauf, dass es beispielsweise bei der Dinnerparty die ganze Zeit läuft und einen angenehmen Klangteppich im Raum verbreitet. Eine sehr spezifische Auslegung, z.B. mit einem sehr prägnanten Hochtonbereich oder einem sehr drückenden Bass, wäre für solche Zwecke eher hinderlich. Mancher audiophile Genießer ist zwar auf der Suche nach einem LS-System mit messerscharfer, glasklarer Detaillierung, allerdings trifft ein solches Set-Up nicht unbedingt den Geschmack der breiten Masse, die es lieber homogen, in sich schlüssig und angenehm mag. Und genau dies schafft das KEF auch in hervorragender Qualität. 

Die KEF Komponenten harmonieren vorzüglich miteinander

Der aktive Subwoofer trägt ebenfalls einen wichtigen Teil zum gelungenen Gesamteindruck bei. Durch die kompakten Abmessungen und die variablen Aufstellungsmöglichkeiten ist er ausgesprochen wenig anspruchsvoll bezüglich seiner Unterbringung. Im krassen Gegensatz dazu stehen die klanglichen Ergebnisse. Ohne durch eine übertriebene Basswiedergabe unangenehm auf sich aufmerksam zu machen, stellt der kleine, aber potente Basslautsprecher ein jederzeit spürbares Fundament, selbst im 20 Quadratmeter-Hörraum, zur Verfügung. Die Übernahmefrequenz am AV-Receiver sollte man, je nach Empfinden, übrigens bei 80 bis 100 Hz einstellen. Wer über besonders präzise Einstellmöglichkeiten verfügt an seinem AV-Receiver, kann die 90- und die 110-Hz-Einstellung mit in seine Überlegungen einbeziehen. Es gibt, z.B. von Harman Kardon, auch Receivermodelle, bei denen sich die Übernahmefrequenz lautsprecherselektiv einstellen lässt. Dann raten wir, den Center bei 80 oder 90 und die Satelliten bei 100 oder 110 Hz zu treffen. Der Subwoofer arbeitet bei Filmsequenzen, in denen massive Effekte für Aufregung beim Auditorium sorgen, mit bewundernswerter Effektivität, so werden zum Beispiel die kurz aufeinander folgenden, energiegeladenen Explosionen im Ausschnitt aus "Behind Enemy Lines" auf der DTS Demo Nr. 7 mit erstaunlichem Nachdruck wiedergegeben. Erst derjenige, der wirklich sehr kräftige Pegel anwählt, wird feststellen, dass auch KEF nicht zaubern kann - dann ist der kleine Bassist doch am Ende und schlägt durch. 

Das KEF-Set passt sehr gut zu vielen Zuspielern, diese können auch ruhig leistungsstärker sein, da das Sub-/Sat-Ensemble sehr pegelfest ist und sich nur wenigen Konkurrenten geschlagen geben muss. Durch den für solche Boxen erstaunlich guten Wirkungsgrad können aber auch leistungsschwächere AV-Receiver der Einsteigerklasse verwendet werden, die aber nicht in der Lage sind, dem KHT-3005 ein so hochwertiges Signal zuzuführen, dass dieses seine überdurchschnittlichen räumlichen Fähigkeiten in voller Konsequenz unter Beweis stellen kann. Prima geeignet ist der Yamaha RX-V659 mit seinem verbindlichen, aber dennoch kraftvollen Wesen, und auch ein Denon AVR-2106 eignet sich sehr gut zum Zusammenspiel. Wer es sehr hochwertig mag, kann einen sehr facettenreich und gleichzeitig klingenden Onkyo TX-SR703E einsetzen. Für AV-Receiver-"Sparfüchse" empfehlen wir den überragenden Pioneer VSX-916 oder den ausgeglichenen Kenwood KRF-V7090D. Welches der Modelle besser gefällt, kann man in eigenen Testreihen ermitteln. 

Im Vergleich mit der Konkurrenz steht das KEF-System sehr gut dar. Kompakte Abmessungen, eine sehr elegante Optik und einen überzeugenden Sound zu kombinieren, ist kein leichtes Unterfangen, KEF hat dieses Kunststück auf jeden Fall hinbekommen. Ein deutlich größeres Focal Sub-/Sat-Set Cinema Pro kann sich gerade in Bezug auf die Subwooferperformance nicht mit dem KHT-3005 messen. Zwar klingen die recht großen Focal-Satelliten im Grundtonbereich üppiger, aber diese souveräne Basskraft, die der KEF-Woofer bereithält, kann nicht zur Verfügung gestellt werden. Das Tannoy Arena ist zwar teurer als das KEF, kann sich aber nicht vom KHT-3005 absetzen - beide spielen auf einem sehr hohen Level, sehr homogen, technisch aufwändig und mit kräftigem, durchdachten aktiven Subwoofer. Preis-/leistungstechnisch also ein klarer KEF-Vorteil, wenngleich die Verarbeitung des Arena im Detail nochmals liebevoller wirkt, was den Mehrpreis dann doch rechtfertigt. Das Mordaunt-Short Sub-/Sat-System "Genie" beeindruckt tief mit der reichhaltigen Ausstattung des aktiven Subwoofers. Im Vergleich zum KEF klingt es noch dynamischer, aber nicht so angenehm und ausgewogen. Der Extraklasse-Center des KEF beeindruckt zudem mit seiner hörbar besseren Räumlichkeit. Der Genie-Subwoofer kontert mit dem sehr guten Kickbassbereich. Auch wirken die Höhen der Genie-Satelliten ungemein spritzig. Bei hohem Pegel ist das KEF dafür aber viel leichter auch dauerhaft zu ertragen - also bilanzierend eine Frage der Prioritätensetzung. Das gerade erste getestete Jamo A775HCS4 ist optisch und verarbeitungstechnisch ohne Zweifel absoluter Maßstab, mit beinahe 3.000 € UVP aber auch sehr teuer. Das gerade halb so teure KEF-Set bietet allerdings in Bezug auf Raumeindruck, Klarheit des Klangbilds und Bass-Struktur ebenbürtige Leistungen - eine herausragende Leistung des KHT-3005! Der einzige Kontrahent mit vergleichbarer Ausrichtung, an dem sich selbst das KHT-3005.2 die Zähne ausbeißt, ist das Canton Movie CD-201. Dieses ebenfalls sehr kompakte Set beeindruckt durch einen ungemein reifen, kompletten Sound, der bei Sub-/Sat-Systemen kompakter Ausprägung sonst kaum anzutreffen ist. Ein geschlossenes, gleichzeitig sehr dynamisches, lebendiges Klangbild geht mit einem ganz groß aufspielenden aktiven Subwoofer einher, der Nachdruck, eine angenehme Arbeitsweise und Präzision auf sehr hohem Level miteinander verbindet. Daher bleibt das Canton auch unsere alleinige Referenz in diesem Konkurrenzumfeld, das KEF KHT-3005 jedoch etabliert sich als sehr ernst zu nehmende und verheißungsvolle Alternative, die mit noch etwas Feinschliff auch dem Movie CD-201 gefährlich werden kann.

System KEF KHT-3005
Pegelfestigkeit  sehr gut - ausgezeichnet
Dynamik sehr gut
Detaillierungsvermögen/Auflösung sehr gut - ausgezeichnet
Akustische Ausgeglichenheit/klangliche Harmonie ausgezeichnet - hervorragend
Räumlichkeit Front-Klangkulisse ausgezeichnet
Räumlichkeit Surround-Klangkulisse ausgezeichnet
Zur Verfügung stehende Basskraft sehr gut
Flexibilität in Bezug auf potentielle Zuspieler ausgezeichnet
Gesamte Klanggüte in Anbetracht des Kaufpreises ausgezeichnet
Akustisches Fazit Das KEF verdient sich bilanzierend sehr gute Bewertungen, es wird eine hohe Ausgeglichenheit ohne irgendwelche Einbrüche erreicht. Die akustische Ausgeglichenheit ist überdurchschnittlich hoch angesiedelt.

 

Fazit

Progressiv auftretend, technisch einwandfrei konstruiert und höchst angenehm klingend: Top-Bewertung für das KHT-3005 bei uns

Das KEF KHT-3005 erzielt ein hervorragendes Testergebnis. Dies hat das kompakt bauende, modern gestaltete Subwoofer-/Satellitensystem dem ausgewogenen, räumlich absolut überzeugenden Klang und der erstklassigen Verarbeitung zu verdanken. Hinzu kommt noch, dass sich das Set als wenig aufstellungskritisch herausgestellt hat, und nicht nur einen, sondern auch mehrere Hörer mit dem harmonischen, klaren Klang erfreuen kann. In Anbetracht der gebotenen Leistungen geht auch der Kaufpreis von knapp 1.500 € absolut in Ordnung. Nur an der Ausstattung des aktiven Subwoofers sollte noch gefeilt werden.

Hochwertiges, aufwändig konstruiertes und wenig aufstellungskritisches System mit ausgesprochen angenehmer und vielseitiger Akustik

Lautsprechersysteme Mittelklasse
Test 10. August 2006
Preis-/Leistungsverhältnis

+ Räumlich sehr gute Wiedergabe
+ Großer Sweet Spot
+ Überragender Center mit höchstem Qualitätsniveau
+ Zupackender, souverän agierender Subwoofer
+ Für den Kaufpreis nahezu optimales Finish
+ Wenig aufstellungskritisch

- Subwoofer mit wenig Einstellmöglichkeiten und spärlicher Anschlussbestückung

Test: Thomas "High-Speed" Hermsen, Carsten Rampacher
Text: Carsten Rampacher
10. August 2006

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